Ernährung und Arzneimittel

Save this PDF as:
 WORD  PNG  TXT  JPG

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Ernährung und Arzneimittel"

Transkript

1 VI Ernährung und Arzneimittel Tab Beispiele für den Einfluss der Nahrung auf die Arzneimittelabsorption. Mögliche oder gesicherte Art der Interaktion Arzneimittel Verringerung bzw. Verzögerung Bildung unlöslicher Komplexe mit zweiwertigen Kationen, v.a. Kalzium, Eisen (Fleisch, Milch) Bildung unlöslicher Komplexe mit schwarzem Tee Verzögerte Magenentleerung, dadurch Abbau säurelabiler Substanzen im Magen Verhinderter Zutritt zur Mukosa durch Nahrung (mechanische Barriere) Herabgesetzte Verfügbarkeit durch Ballaststoffe Kompetitive Hemmung der Absorption durch proteinreiche Nahrung Verlangsamte Absorption durch verzögerte Magenentleerung Beeinträchtigte Absorption (Mechanismus unbekannt) Verzögerter Wirkungseintritt Erhöhung bzw. Beschleunigung Verzögerte Magenentleerung, dadurch verbesserte Löslichkeit und Absorption Verbesserte Absorption durch fettreiche Nahrung Erhöhte Absorption in Verbindung mit Kohlenhydraten Tetrazykline, Gyrasehemmer (z.b. Floxazin, Enoxazin, Norfloxazin, Lomefloxazin) basische stickstoffhaltige Neuroleptika und Antidepressiva (z.b. Maprotilin, Imipramin Clomipramin, Lofepramin) Erythromycin, β-laktam-antibiotika Azithromycin, Sulfonamide, Atenolol Paracetamol, HMG-CoA-Reduktase-Hemmer (z.b. Lovastatin) L-Dopa, Methyldopa Zidovudin (Azidothymidin = AZT), Sulfonamide Lincomycin, Rifampin, Rifampicin Valproinsäure, Kortisol, Captopril, Azetylsalizylsäure Nitrofurantoin, Spironolacton, Hydrochlorothiazid, Propoxyphen, Lovastatin Griseofulvin, Dicumarol, Phenytoin, Theophyllin L-Dopa eines Arzneimittels führen und zudem Veränderungen der Pharmakokinetik nicht automatisch auch klinisch relevant sind. Entscheidend ist letztlich die Frage, ob lediglich die Geschwindigkeit der intestinalen Absorption beeinflusst wird (gleichbedeutend mit Veränderungen des Zeitpunkts der maximalen Plasmakonzentration t max bzw. der maximalen Plasmakonzentration C max ) oder aber die absorbierte Gesamtmenge des Arzneistoffes und damit dessen Bioverfügbarkeit herabgesetzt ist. Dies ist erkennbar an einer Veränderung der Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve (area under curve, AUC). Veränderungen der Form der Konzentrations-Zeit-Kurve sind dann ohne Belang, wenn die AUC unverändert bleibt. Hinweis für die Praxis Patienten sollten darauf hingewiesen werden, Arzneimittel mit ausreichend Flüssigkeit (ein Glas Wasser) einzunehmen, um deren Wirkung zu optimieren und bei einigen Wirkstoffen lokale Reizungen des Magen-Darm-Traktes zu vermeiden. Bei einigen Wirkstoffen (z.b. den Antibiotika Doxycyclin und Cefalexin, bei Tetrazyklinen, dem ACE- Hemmer Captopril, den Tuberkulostatika Isoniazid und Rifampicin oder dem HIV-Protease-Inhibitor Indinavir) kann es allerdings erforderlich oder vorteilhaft sein, sie nüchtern zu verabreichen. In anderen Fällen, so bei dem Antibiotikum Cefuroxim 944

2 Einfluss der Ernährung auf die Wirkung von Arzneimitteln 63 oder bei Lithiumsalzen kann die Absorption durch Nahrung verbessert werden. Verschiedene Arzneimittel erfordern aufgrund ihres Wirkprinzips immer die Gabe mit der Mahlzeit. Dies betrifft z.b. den α-glukosidasehemmer Acarbose (Aufnahme mit komplexen Kohlenhydraten) oder gallensäurebindende Austauscherharze (nahrungsinduzierte Ausschüttung von Gallensalzen). Die Magenentleerungsrate ist für viele Absorptionsprozesse von wesentlicher Bedeutung, da sie die Anflutung einer Substanz in den Dünndarm determiniert. Eine verzögerte Magenentleerung durch fett- oder ballaststoffreiche Mahlzeiten erhöht mitunter die Freisetzung eines Wirkstoffes aus bestimmten pharmazeutischen Zubereitungen. Durch die verzögerte Abgabe aus dem Magen verbessert sich die Absorption solcher Wirkstoffe, die im Duodenum nur mit geringer Geschwindigkeit aufgenommen werden. Bei säure- und/oder alkalilabilen Wirkstoffen ist hingegen eine möglichst schnelle Magenentleerung bzw. eine rasche Absorption angestrebt. So sind beispielsweise Digoxin und Penizilline säurelabil, ebenso wie das Makrolidantibiotikum Erythromycin. Verminderungen der Bioverfügbarkeit kann in diesen Fällen durch ein säureresistentes Coating des Arzneistoffs entgegengewirkt werden. Bei einigen lipophilen Arzneistoffen verbessert sich die Bioverfügbarkeit bei gleichzeitigem Verzehr von fetthaltigen Mahlzeiten. Dies beruht, je nach Stoff, auf einer verstärkten Aufnahme in Mizellen oder einer besseren Löslichkeit dieser Arzneistoffe in Gegenwart erhöhter Konzentrationen von Gallensalzen und Lezithin. Darüber hinaus sind einige Wirkstoffe besser verträglich, wenn sie zusammen mit Nahrung verabreicht werden. Dies gilt beispielsweise für nichtsteroidale Antiphlogistika wie Azetylsalizylsäure, Ibuprofen, Diclofenac und Indometacin. Die Bildung schwer löslicher oder unlöslicher Komplexe zwischen Arzneimitteln und Nährstoffen vermindert die Bioverfügbarkeit der Arzneimittel wie auch der Nährstoffe gleichermaßen. So wird die Absorption von Tetrazyklinen und verschiedenen Gyrasehemmern (wie Norfloxazin und Ciprofloxazin) durch eine Komplexbildung mit zweiwertigen Kationen, wie Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink, herabgesetzt. Die gleichzeitige Aufnahme von Tetrazyklinen und Milch soll deshalb vermieden werden. Zwischen Schwarztee und basischen stickstoffhaltigen Neuroleptika und Antidepressiva (z.b. Maprotilin, Imipramin, Clomipramin, Lofepramin) bilden sich ebenfalls Komplexe, durch die diese Arzneistoffe vermindert verfügbar sind. Von Bedeutung ist dabei die Tatsache, dass vegetarisch orientierte Kostformen mit einem hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel einen erhöhten Anteil solcher absorptionshemmenden Stoffe aufweisen. Nahrungsproteine bzw. Aminosäuren sind in der Lage, die Absorption von Arzneimitteln durch kompetitive Hemmung zu reduzieren. Dies trifft etwa für die Arzneistoffe Methyldopa und L-Dopa zu. Zwischen einer proteinreichen Mahlzeit und der Einnahme dieser Wirkstoffe sollte deshalb ein Abstand von 3 Stunden eingehalten werden. First-Pass-Effekt Ein wichtiges Kriterium für die Wirksamkeit von Arzneimitteln ist das Ausmaß des First-Pass-Effekts. Bei Wirkstoffen, die in hohem Maße bereits in der intestinalen Mukosa oder beim ersten Durchgang durch die Leber metabolisiert werden, können Nahrungsfaktoren die Bioverfügbarkeit verändern. Die First-Pass-Metabolisierung kann dabei so umfangreich sein, dass die effektive Wirkkonzentration am Zielort absinkt. Beispielsweise verringert eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme die Bioverfügbarkeit von Chlorpromazin, weil der First-Pass-Effekt durch eine verzögerte Magenentleerung ansteigt. Im Gegensatz hierzu ergibt sich für Hydralazin in Verbindung mit Nahrung eine erhöhte Bioverfügbarkeit, da der First-Pass-Effekt in den intestinalen Epithelzellen reduziert wird. Proteine fördern die Durchblutung von Leber und Darm und beeinflussen damit ebenfalls den First- Pass-Effekt. So reduziert die gleichzeitige Aufnahme mit der Nahrung den First-Pass-Effekt der β- Rezeptoren-Blocker Metoprolol und Propranolol. Ursächlich hierfür ist vermutlich ein Anstieg des hepatischen Blutstroms durch die Nahrungsaufnahme, sodass die Wirkstoffe nur in vermindertem Umfang aus dem Portalblut in die Leber aufgenommen und metabolisiert werden können. Dies gilt jedoch nicht, wenn diese Stoffe als Slowrelease-Formulierung verabreicht werden. Grapefruitsaft. Besondere Beachtung erfordert die Tatsache, dass der Konsum von Grapefruitsaft zu einem Anstieg der Plasmakonzentrationen verschiedener oral aufgenommener Wirkstoffe führen kann. Dies basiert auf einer Inaktivierung und ver- 945

3 VI Ernährung und Arzneimittel Tab Auswahl von Arzneimitteln, deren Bioverfügbarkeit durch Grapefruitsaft erhöht wird. Substanzklasse Kalziumkanalblocker Psychopharmaka / ZNS-Modulatoren HMG-CoA-Reduktase- Inhibitoren Immunsuppressiva Antihistaminika Prokinetika Phosphodiesterase-Inhibitoren HIV-Protease-Inhibitoren minderten Expression des Cytochrom-P450-Enzyms CYP3A4 in der intestinalen Mukosa durch Inhaltsstoffe des Saftes. Hierdurch reduziert sich der mukosale First-Pass-Metabolismus der entsprechenden Arzneimittel. Der Effekt tritt bereits nach Konsum von einem Glas (250 ml) des Saftes auf und hält bei Einmalgabe im Durchschnitt etwa 24 Stunden an. Der tägliche Verzehr von Grapefruitsaft über 14 Tage führt dabei offenbar zu keinen stärkeren Wirkungen als nach dem Genuss des ersten Glases zu beobachten. Die Interaktion mit Arzneistoffen tritt nicht nur bei gleichzeitiger Aufnahme des Saftes ein, sondern auch dann, wenn der betreffende Wirkstoff zeitlich bis zu 24 Stunden danach aufgenommen wird. Dies ist nachvollziehbar, da es eines gewissen Zeitraums bedarf bis die Neusynthese von CYP3A4 erfolgt ist. Die ursprüngliche Enzymaktivität wird sogar erst nach etwa 3 Tagen wieder erreicht. Hervorgerufen wird die Hemmung des Enzyms durch die im Grapefruitsaft vorkommen Furocoumarine Bergamottin und 6,7 -Dihydroxybergamottin sowie die Flavonoide Naringin und Naringenin. Erstere hemmen das Enzym irreversibel, während Letztere vorwiegend zu einer reversiblen Enzyminhibition führen. Neben der CYP3A4-Hemmung gehen die Wirkungen von Grapefruitsaft vermutlich auch auf eine Beeinflussung intestinaler Transportsysteme wie P-Glykoprotein und OATP (organic anion transporting polypeptide) zurück. Die Erhöhung der Bioverfügbarkeit durch Inhibierung des mukosalen CYP3A4 betrifft verschiedene Pharmaka und kann erheblich variieren. Der Effekt ist umso größer, je ausgeprägter der First- Pass-Metabolismus des entsprechenden Wirkstoffs ist. Interindividuelle Unterschiede ergeben sich nicht zuletzt aufgrund der weiten Schwankungsbreite der intestinalen CYP3A4-Konzentration. Zudem variieren die Konzentrationen kommerziell angebotener Grapefruitsäfte. Tab zeigt eine Übersicht zu den Wechselwirkungen zwischen Grapefruitsaft und Arzneistoffen. In welchem Ausmaß sich die Pharmakokinetik der jeweiligen Wirkstoffe ändert, ist aus den dargestellten Gründen kaum voraussagbar. Bei Cyclosporin wurde eine Steigerung im Bereich von 5 90 % ermittelt. Bei den HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren Lovastatin und Simvastatin führte die Verabreichung von 400 ml Grapefruitsaft hingegen zu einer mehr als 15-fach höheren Bioverfügbarkeit, bestimmt als AUC. Hiermit erhöht sich das potenzielle Risiko für Nebenwirkungen wie Nierenversagen und Rhabdomyolyse. Bei Pravastatin war hingegen kein Einfluss feststellbar. Hinweis für die Praxis Wirkstoff Felodipin Nisoldipin Nicardipin Nitrendipin Nimoldipin Verapamil Diazepam Triazolam Midazolam Carbamazepin Buspiron Sertralin Simvastatin Atorvastatin Lovastatin Cyclosporin Tacrolimus Ebastin Terfenadin Cisaprid Sildenafil Saquinavir Unter praktischen Gesichtspunkten ist es zur Vermeidung von Interaktionen mit Grapefruitsaft empfehlenswert, einen Zeitraum von mindestens 24 Stunden zwischen dem Konsum des Saftes und der Gabe des Arzneimittels einzuhalten oder gänzlich auf den Saft zu verzichten, um klinisch bedeutsame Effekte zu vermeiden. Um eine Orientierung zu ermöglichen, bei welchen Wirkstoffen Interaktionen mit Grapefruitinhaltsstoffen auftreten können, wurde vorgeschlagen, grundsätzlich solche Arzneimittel nicht mit 946

4 Einfluss der Ernährung auf die Wirkung von Arzneimitteln 63 Grapefruitsaft zu kombinieren, die auch nicht gemeinsam mit dem Antimykotikum Itroconazol bzw. dem Antibiotikum Erythromycin gegeben werden dürfen. Beide besitzen ebenfalls eine hemmende Wirkung auf CYP3A4 und wirken sich daher ähnlich aus wie Grapefruitsaft. Zu den Wirkungen anderer Fruchtsäfte liegen bislang wenige Untersuchungen vor. Für Pampelmuse existieren allerdings Hinweise auf vergleichbare Effekte aufgrund ähnlicher Inhaltsstoffe. Auch Orangen scheinen potenziell in der Lage zu sein, den Pharmakametabolismus zu variieren; sie enthalten zwar keine Furocoumarine, aber große Mengen an Flavonoiden wie Hesperidin. Distribution, Metabolismus und Exkretion von Arzneistoffen Viele, insbesondere lipophile Arzneistoffe, werden an Plasmaproteine gebunden transportiert. Wirksam ist jeweils der ungebundene Anteil des Wirkstoffs, der dann seine pharmakodynamischen Eigenschaften entfalten kann, aber auch schneller metabolisiert wird. Durch die Nahrungsaufnahme kann der freie Anteil der Wirkstoffe variiert werden. So verdrängen beispielsweise Fette das Benzodiazepin Diazepam aus seinen Plasmaproteinbindungen. Auf diese Weise erhöht sich die Konzentration an freiem Diazepam, woraus eine erhöhte Wirksamkeit resultiert. Demgegenüber steigt die Konzentration von ungebundenem und damit therapeutisch wirksamem Chinidin im Plasma nach einer Mahlzeit langsamer an als bei Einnahme auf leeren Magen, da es postprandial vermehrt an Plasmaproteine gebunden wird. Die Metabolisierung bzw. Biotransformation von Pharmaka wird durch verschiedene fremdstoffmetabolisierende Enzymsysteme bewerkstelligt, v.a. durch mikrosomale, mischfunktionelle Oxygenasen sowie konjugierende, zytosolische Systeme. In einer Phase-I-Reaktion (Funktionalisierung des Substrats) wird der jeweilige Arzneistoff dabei zunächst vor allem oxidativ, reduktiv oder hydrolytisch in ein reaktionsfähigeres Derivat überführt. Die sich anschließende Phase-II-Reaktion sorgt dafür, dass die zuvor entstandenen Metaboliten durch Konjugationsreaktionen (vor allem mit Glukuronsäure oder Sulfat) in besser wasserlösliche und damit leichter ausscheidbare Verbindungen überführt werden. Die Biotransformation erfolgt vorwiegend in der Leber, andere Organe (z.b. die intestinale Mukosa) sowie die Darmflora sind in untergeordnetem Maße ebenfalls daran beteiligt. Nahrungsfaktoren nehmen Einfluss auf den Ablauf von Phase-I- und Phase-II-Reaktionen. Proteinarme Diäten reduzieren beispielsweise die Aktivität der NADPH-abhängigen Enzyme und verringern so die Arzneimittelmetabolisierung. Durch Fasten wird die Aktivität der mischfunktionellen Oxygenasen unterdrückt. In der Folge steigen die effektive Wirkkonzentration von Arzneistoffen und damit auch das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen. Phase-II-Reaktionen sind an die Bereitstellung von Kohlenhydraten, Aminosäuren und Fetten gebunden. Neben den dargestellten Effekten von Grapefruitsaft können auch andere Lebensmittelbestandteile Einfluss auf den Arzneistoffmetabolismus nehmen. So wurde z.b. für Indole aus Kohlarten sowie für gegrillte Lebensmittel nachgewiesen, dass sie Cytochrom-P450-haltige Monooxygenasen induzieren und damit den Abbau bestimmter Arzneistoffe beschleunigen. Die renale Exkretion von Arzneimitteln bzw. deren Metaboliten ist wesentlich vom ph-wert des Urins abhängig. So werden alkalische Arzneimittel schneller im sauren Harn gelöst und ausgeschieden, saure Arzneimittel dagegen im alkalischen Urin (Tab. 63.3). Vegetarische oder stark pflanzlich orientierte Kostformen bewirken ebenso wie das Trinken großer Mengen an Zitrussäften Tab Einfluss des Urin-pH-Wertes auf die renale Exkretion von Arzneistoffen. Elimination beschleunigt im alkalischen Urin Sulfonamide Barbiturate Phenobarbital Phenylbutazon Salizylate Paraaminohippursäure Probenecid Nitrofurantoin Indolessigsäure Carbutamid im sauren Urin Chloroquin Amphetamin Nikotin Chinin Procain Hydroxytryptamin Pethidin Dromoran Morphin Kodein 947

5 VI Ernährung und Arzneimittel eine Alkalisierung des Harns. Hierdurch gelangen alkalische Arzneimittel, wie Antiarrhythmika vom Chinidintyp, das trizyklische Antidepressivum Imipramin und Amphetaminstimulanzien, langsamer zur Ausscheidung. Diese Wirkstoffe zirkulieren damit länger im Blut, wodurch sich ihre Wirkung entsprechend verlängert. Zum gegenteiligen Effekt kommt es, wenn Menschen mit alkalischem Harn saure Wirkstoffe, wie Azetylsalizylsäure oder Phenobarbital, einnehmen. Diese gelangen dann über die Nieren schneller zur Elimination, sodass ihre Wirkung vermindert sein kann. Auch der Wasser- und Elektrolythaushalt beeinflusst die Wirksamkeit von Arzneimitteln. Eine erhöhte oder erniedrigte Natriumaufnahme kann die Ausscheidung einiger Medikamente verändern. So beeinflussen die Höhe der Natriumaufnahme und die aufgenommene Flüssigkeitsmenge die Wirkung von Lithiumsalzen. Die Lithiumausscheidung ist eng mit der Natriumausscheidung verknüpft. Eine niedrige Natriumaufnahme bei gleichzeitiger geringer Flüssigkeitsaufnahme kann daher zur Lithiumretention und zu Überdosierungen führen. Umgekehrt kommt es bei hoher Natrium- und Flüssigkeitsaufnahme zu verstärkter Lithiumausscheidung und geringerer Wirksamkeit des Arzneimittels. Störungen im Kaliumhaushalt wiederum, insbesondere eine niedrige Kaliumkonzentration im Serum, können die Herzmuskelfunktion beeinträchtigen und erhöhen die Toxizität von Digitalisglykosiden. Pharmakodynamische Effekte Pharmakodynamische Interaktionen zwischen Nahrungsbestandteilen und Pharmaka sind dadurch charakterisiert, dass die Wirkung des Arzneistoffes am Wirkort vermindert wird. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Einfluss Vitamin-Kreicher Lebensmittel (grüne Blattgemüse, Blumenkohl, Leber) auf die therapeutische Wirksamkeit des zur Gruppe der Coumarine gehörenden Antikoagulanz Phenprocoumon. Ist eine individuell richtige Dosierung des Arzneimittels gefunden, sollten drastische Veränderungen des Verzehrmusters vermieden oder überwacht werden. Vitamin B 6 ist in Form von Pyridoxalphosphat Kofaktor bei der Decarboxylierung von Aminosäuren zu biogenen Aminen. Über diesen Mechanismus beschleunigt es auch die periphere Umwandlung von L-Dopa zu Dopamin. Hierdurch treten massive Nebenwirkungen auf. Daher sollten mit L-Dopa weder Vitamin-B 6 -reiche Nahrungsmittel noch Vitamin-B 6 -Supplemente aufgenommen werden. Der Einsatz von Decarboxylase-Inhibitoren (Carbidopa, Benserazid) als Begleittherapie hat diese Problematik jedoch entschärft. Eine weitere Interaktion ergibt sich zwischen Proteinen der Nahrung und dem in der Ulkustherapie eingesetzten Sucralfat. Die Wirkung des Salzes beruht darauf, dass es auf der Ulkusoberfläche Komplexe mit Proteinen bildet, wodurch der Angriff schädigender Agenzien wie Salzsäure verhindert wird. Diese Wirkung kann jedoch nur in ausreichendem Umfang erfolgen, wenn Sucralfat nicht schon an gleichzeitig mit der Nahrung aufgenommene Proteine bindet Einfluss von Arzneimitteln auf Nährstoffversorgung und Ernährungszustand Einige Pharmaka können in unterschiedlichem Ausmaß den Nährstoffstatus und den Ernährungszustand beeinflussen und Nährstoffmangelsymptome verursachen. Klinisch manifeste Mangelerscheinungen sind dabei eher selten; häufiger kommt es hingegen zu subklinischen Anzeichen einer Unterversorgung wie unspezifischen Befindlichkeitsstörungen, die das Wohlbefinden der Patienten beeinflussen und ihre Leistungsfähigkeit mindern. Dabei kommen unterschiedliche Mechanismen zum Tragen, wobei Einflüsse auf Appetit und Nahrungsauswahl sowie auf die gastrointestinalen Funktionen quantitativ die größte Rolle spielen. Nahrungsaufnahme Veränderungen des Körpergewichts gehören zu den häufiger beobachteten Nebenwirkungen von Arzneimitteln. Dabei kann es je nach Wirkstoff zu einer Gewichtszunahme oder auch deutlich seltener zu einem Verlust an Körpermasse kommen. Ein Anstieg des Gewichts beruht dabei in den meisten Fällen auf einer Erhöhung der Fettmasse durch einen gesteigerten Appetit, teilweise ergibt er sich auch durch Wassereinlagerungen. Ein zentrales Problem besteht dabei darin, dass diese Gewichtsveränderung von den Patienten nicht ge- 948

6 Einfluss von Arzneimitteln auf Nährstoffversorgung und Ernährungszustand 63 wünscht ist und daher Compliance-Probleme auftreten können. Hinweis für die Praxis Eine Gewichtszunahme stellt bei einigen Arzneistoffen eine häufige Nebenwirkung dar und beeinträchtigt die Compliance der betroffenen Patienten. Eine ausreichende Aufklärung und Beratung im Vorfeld ist daher zu empfehlen. Insbesondere Psychopharmaka (Tab. 63.4) wirken sich auf die Hunger-Sättigungs-Regulation aus, indem sie die Konzentrationen verschiedener Neurotransmitter, z.b. Katecholamine, und biogener Amine, wie Dopamin und Serotonin, im synaptischen Spalt verändern. Da diese Transmitter an der Regulation der Nahrungsaufnahme beteiligt sind, kommt es zu Appetitveränderungen. Neuroleptika vom Phenothiazintyp, trizyklische Antidepressiva, Tranquillanzien, Lithiumsalze und Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) erhöhen den Appetit und die Nahrungsaufnahme. Andere Stoffe, wie Amphetamine und Sibutramin, können dagegen appetitvermindernd wirken. Wesentlich bedeutsamer für eine verminderte Nahrungsaufnahme sind allerdings Wirkstoffe, die das Geruchs- und Geschmacksempfinden beeinträchtigen, die Speichelsekretion vermindern oder Übelkeit, Erbrechen und Schleimhautschädigungen hervorrufen. Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass durch Erbrechen starke Wasser- und Elektrolytverluste auftreten, insbesondere bei der Therapie mit Zytostatika. Die Ursachen einer Appetitverminderung durch verschiedene Pharmaka sind in Tab zusammengefasst. Gastrointestinale Funktionen Vielfältige Interaktionen zwischen Arzneistoffen und Ernährungsfaktoren können sich im Gastrointestinaltrakt ergeben. Je nach Wirksubstanz und zugrunde liegendem Mechanismus resultieren daraus entweder spezifische Konsequenzen für Digestion und Absorption einzelner Nährstoffe oder generalisierte Erscheinungen, von denen die gesamte Nährstoffaufnahme betroffen ist. Eine Übersicht über die wesentlichen Effekte gibt Tab Einschränkungen der Nährstoffverwertung bzw. Nährstoffverluste ergeben sich insbesondere durch Veränderungen der gastrointestinalen Motilität, Diarrhöen und Schleimhautschädigungen. Sie werden durch Arzneistoffe, wie Antibiotika, Laxanzien, Diuretika, Methyldopa, L-Dopa, Anticholinergika, nichtsteroidale Antiphlogistika und Zytostatika hervorgerufen. Welche Konsequenzen sich daraus im Einzelfall ergeben, hängt wesentlich von der Dauer der Medikation und dem Nähr- Tab Pharmaka mit adipogener Wirkung (Quelle: Wirth 2008). Substanzgruppe Adipogene Wirkung stark mittel leicht Antidepressiva Amitriptylin, Doxepin, Maprotilin, Mirtazapin, Trimipramin Clomipramin, Imipramin, Nortriptylin Citalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Desipramin, Moclobemid (MAO-Hemmer), Sertralin, Tranylcypromin (MAO-Hemmer) Neuroleptika Clozapin, Olanzapin Zuclopenthixol, Quetiapin, Risperidon Andere Psychopharmaka Amisulprid, Aripiprazol, Haloperidol, Ziprasidon Lithium, Valproat Carbamazepin Gabapentin, Lamotrigin, Topiramat Hormone Insulin, Kortisol Testosteron orale Kontrazeptiva Andere Pharmaka Glitazone, Sulfonylharnstoffe, Betablocker 949

Vorsicht Wechselwirkung! Arzneimittel sicher kombinieren. Dr. Jens Schmitz Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie Universität Würzburg

Vorsicht Wechselwirkung! Arzneimittel sicher kombinieren. Dr. Jens Schmitz Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie Universität Würzburg Vorsicht Wechselwirkung! Arzneimittel sicher kombinieren Dr. Jens Schmitz Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie Universität Würzburg Bei der Verwendung einer Kombination von zwei oder mehr Arzneistoffen

Mehr

Arzneimittel und Mikronahrstoffe

Arzneimittel und Mikronahrstoffe Arzneimittel und Mikronahrstoffe Medikationsorientierte Supplementierung UweGrober, Essen Mit 23 Abbildungen und 54 Tabellen Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbh Stuttgart IX Inhalt Vorwort Abklirzungen

Mehr

Arzneimittel! Wirkung, Wechsel- und Nebenwirkungen

Arzneimittel! Wirkung, Wechsel- und Nebenwirkungen Arzneimittel! Wirkung, Wechsel- und Nebenwirkungen Therapietreue (Compliance) Nebenwirkungen Arzneimittelbeispiele Gliederung Compliance = Therapietreue Der Patient hält sich an die Vorschriften des Arztes

Mehr

Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Nahrungsmitteln

Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Nahrungsmitteln Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Nahrungsmitteln Dreiländertagung DGEM / AKE / GESKES Nürnberg, 16. Juni 2012 Dr. Markus Zieglmeier Fachapotheker für Klinische Pharmazie Geriatrische Pharmazie

Mehr

2 Schwangerschaft und Entbindung bei psychischer Erkrankung... 7

2 Schwangerschaft und Entbindung bei psychischer Erkrankung... 7 VII 1 Psychische Störung und Reproduktion... 1 Psychische Störungen und Fertilität... 1 Psychische Störungen und perinatale Komplikationen... 3 Psychische Störung als Folge perinataler Komplikationen...

Mehr

Veränderungen der Arzneimittelwirkung durch Nahrungseinflüsse

Veränderungen der Arzneimittelwirkung durch Nahrungseinflüsse cirquedesprit - Fotolia.com Veränderungen der Arzneimittelwirkung durch Nahrungseinflüsse Wechselwirkung zwischen Ernährung und Medikamenten Pharmakologisches Grundwissen hilft in der Diättherapie, die

Mehr

Arzneimittel in der Stillzeit

Arzneimittel in der Stillzeit Dr. Thomas Siebler Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Pädiater Stillen Muttermilch enthält optimal Eiweisse, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Immunglobuline Seltener Infektionen Selteneres oder verzögertes

Mehr

ANTIDEPRESSIVA. Monoaminhypothese der Depression

ANTIDEPRESSIVA. Monoaminhypothese der Depression Definition der Depression Depressive Episode ANTIDEPRESSIVA gedrückte Stimmung Verminderung von Antrieb und Aktivität verminderte Fähigkeit zu Freude, Interesse und Konzentration ausgeprägte Müdigkeit

Mehr

26 Psychopharmakotherapie Pharmakologische Grundlagen

26 Psychopharmakotherapie Pharmakologische Grundlagen Psychopharmakotherapie Pharmakologische Grundlagen W.E. Müller, A. Eckert.1 Klassifikationen und Terminologie 584.2 Praktische Pharmakokinetik 585.2.1 Resorption, Verteilung und Elimination 585.2.2 Hepatischer

Mehr

Allgemeines zur psychopharmakologischen Therapie und zu sonstigen biologisch fundierten Verfahren

Allgemeines zur psychopharmakologischen Therapie und zu sonstigen biologisch fundierten Verfahren Allgemeines zur psychopharmakologischen Therapie und zu sonstigen biologisch fundierten Verfahren.1 Therapie mit Psychopharmaka W. E. Müller & Klassifikationen, Terminologie Wie in vielen anderen Bereichen

Mehr

Weitere Broschüren. www.desitin.de. bei Morbus Parkinson. Dr. Ilona Csoti, Ärztliche Direktorin. Patienteninformation.

Weitere Broschüren. www.desitin.de. bei Morbus Parkinson. Dr. Ilona Csoti, Ärztliche Direktorin. Patienteninformation. Weitere Broschüren ZUM THEMA ParKINSON Bei Desitin können Sie weitere Patientenbroschüren bestellen. Bitte kreuzen Sie das gewünschte Thema an: Nr. 1 Die Parkinson-Krankheit (213041) Nr. 2 Medikamenteninduzierte

Mehr

Acetaminophen F (Paracetamol) N-Acetylprocainamid F (NAPA) Acetylsalicylsäure F. Ajmalin F. Amantadin F. Amikacin F. Amiodaron.

Acetaminophen F (Paracetamol) N-Acetylprocainamid F (NAPA) Acetylsalicylsäure F. Ajmalin F. Amantadin F. Amikacin F. Amiodaron. 5-25 g/ml toxisch: > 100 g/ml 6 20 g/ml toxisch: > 40 g/ml Acetaminophen F (Paracetamol) N-Acetylprocainamid F (NAPA) Acetylsalicylsäure F Analgetikum: 20 50 g/mi Antirheumatikum: 50 250 g/ml toxisch:

Mehr

Wechselwirkungen von Arzneimitteln. Apotheker Christian Schmidt Medicum Apotheke - Hof-Apotheke

Wechselwirkungen von Arzneimitteln. Apotheker Christian Schmidt Medicum Apotheke - Hof-Apotheke Wechselwirkungen von Arzneimitteln Apotheker Christian Schmidt Medicum Apotheke - Hof-Apotheke Zum Einstieg: Der Hai im Milchglas Kennen Sie das? Sie nehmen ein Arzneimittel, aber es wirkt nicht. Was Sie

Mehr

Arzneimittelinteraktionen 2

Arzneimittelinteraktionen 2 Arzneimittelinteraktionen 2 J. Donnerer Institut f. Exp. u. Klin. Pharmakologie, Graz Inhalationsnarkotika + β - Blocker beibehalten sicherer als vorheriger Entzug Ausweg: mit Atropin vorbehandeln gegen

Mehr

Freie Hansestadt Bremen. Gesundheitsamt. Gesundheit und Umwelt INFOTHEK ERNÄHRUNG. Refluxösophagitis

Freie Hansestadt Bremen. Gesundheitsamt. Gesundheit und Umwelt INFOTHEK ERNÄHRUNG. Refluxösophagitis Gesundheitsamt Freie Hansestadt Bremen Gesundheit und Umwelt INFOTHEK ERNÄHRUNG Refluxösophagitis Bei einer funktionellen Schwäche des Verschlussmechanismus im unteren Teil der Speiseröhre kann es, insbesondere

Mehr

Inhaltsverzeichnis. Allgemeiner Teil. 2 Ernährung und Arzneimittel... 7

Inhaltsverzeichnis. Allgemeiner Teil. 2 Ernährung und Arzneimittel... 7 XI GeleitwortProf. Dr. med. Klaus Kisters... GeleitwortProf. Dr. med. Michael F. Holick... Vorwortzur 3. Auflage... Vorwortzur 1. Auflage... Abkürzungsverzeichnis... VII VIII IX X XXI A Allgemeiner Teil

Mehr

Pharmakotherapie beim polymorbiden Patienten

Pharmakotherapie beim polymorbiden Patienten Pharmakotherapie beim polymorbiden Patienten Gerd Kullak-Ublick Klinik für Klinische Pharmakologie und Toxikologie Departement Innere Medizin Universitätsspital Zürich Fallbeispiel I 79-jährige Patientin

Mehr

UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET? Gebrauchsinformation: Information für den Anwender Quadronal comp. gegen Kopfschmerzen 400 mg Paracetamol und 50 mg Coffein, Tablette Zur Anwendung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren Wirkstoffe:

Mehr

Labortests für Ihre Gesundheit. Therapie nach Maß 26

Labortests für Ihre Gesundheit. Therapie nach Maß 26 Labortests für Ihre Gesundheit Therapie nach Maß 26 01IPF Labortests für Ihre Gesundheit Therapie nach Maß Die individuelle Dosis finden Jeder Mensch ist einzigartig. Keiner gleicht dem anderen nicht nur

Mehr

Depression im Alter. K. Hager

Depression im Alter. K. Hager Depression im Alter K. Hager Häufigkeit von Depressionen (Prävalenz) Allgemeinbevölkerung [%] Allgemeinarztpraxis [%] 5 schwer mittel 14 2,53,5 8 Epidemiologie leicht 95 86 über 75 Jahre: 10-25% nach Schlaganfall:

Mehr

Im Verlauf von Demenzerkrankungen treten sehr häufig Verhaltensauffälligkeiten auf. Diese können das Zusammenleben mit Demenzerkrankten massiv

Im Verlauf von Demenzerkrankungen treten sehr häufig Verhaltensauffälligkeiten auf. Diese können das Zusammenleben mit Demenzerkrankten massiv Im Verlauf von Demenzerkrankungen treten sehr häufig Verhaltensauffälligkeiten auf. Diese können das Zusammenleben mit Demenzerkrankten massiv belasten. Im Vordergrund der Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten

Mehr

Chancen und Grenzen einer individualisierten Arzneimitteltherapie

Chancen und Grenzen einer individualisierten Arzneimitteltherapie einer individualisierten Arzneimitteltherapie Gießen 2006 Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Arzneimittelinnovationen Grundlage für die Erfolge in

Mehr

Medikamentöse Behandlung von Depressionen

Medikamentöse Behandlung von Depressionen Medikamentöse Behandlung von Depressionen Priv.-Doz. Dr. med. T. Supprian Abt. Gerontopsychiatrie Rheinische Kliniken Düsseldorf Medikamente zur Behandlung einer Depression = Antidepressiva wesentliches

Mehr

Vorwort... V Inhalt... VII Abkürzungen... XIII

Vorwort... V Inhalt... VII Abkürzungen... XIII Inhalt VII Inhalt Vorwort.... V Inhalt...... VII Abkürzungen....... XIII A Einführung... 1 1. Interaktionen zwischen Arzneimitteln und Mikronährstoffen.... 1 1.1 Transport- und Stoffwechselwege........

Mehr

Antidepressiva: Einheitliche Warnhinweise zum erhöhten Risiko für suizidales Verhalten bei jungen Erwachsenen

Antidepressiva: Einheitliche Warnhinweise zum erhöhten Risiko für suizidales Verhalten bei jungen Erwachsenen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn an PU ohne ÄA Antidepressiva mit nat. Zul. oder DE=RMS Postanschrift: Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175

Mehr

Interaktionspotenzial bei Psychopharmaka Verordnungen

Interaktionspotenzial bei Psychopharmaka Verordnungen Interaktionspotenzial bei Psychopharmaka Verordnungen Dr. rer. nat. Christian Franken Chief Pharmacist DocMorris Dr. rer. nat. Friederike Geiss Senior Pharmacist DocMorris Ing. Bogdan Vreuls Corporate

Mehr

Patienteninformation 1

Patienteninformation 1 Patienteninformation 1 (auf Katecholamine, Adrenalin, Noradrenalin, Metanephrine, Normetanephrine, Noradrenalin) Folgende Mittel müssen 8 Tage vor Untersuchungsbeginn abgesetzt werden: Barbiturate, ß Blocker,

Mehr

Was Sie über Gicht wissen sollten

Was Sie über Gicht wissen sollten Was Sie über Gicht wissen sollten Wichtige Aspekte zusammengefasst diese Seite bitte herausklappen. Die mit dem Regenbogen Patienteninformation Wichtig Was ist Gicht? Vieles können Sie selber tun, um Komplikationen

Mehr

Allgemeine Pharmakologie

Allgemeine Pharmakologie Allgemeine Pharmakologie Pharmakologie Arzneistoff: Wirkstoff, der zur Vorbeugung, Linderung, Heilung oder Erkennung von Erkrankungen dient Pharmakon: biologisch Wirksame Substanz Lehre von den Wirkungen

Mehr

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Gebrauchsinformation: Information für Anwender Gebrauchsinformation: Information für Anwender Maaloxan 25 mval Kautablette lemon Wirkstoffe: Algeldrat, Magnesiumhydroxid Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

Mehr

Chronopharmakologie des Magen-Darm-Traktes

Chronopharmakologie des Magen-Darm-Traktes 8 Chronopharmakologie des Magen-Darm-Traktes 1 Einleitung Der Magen-Darm-Trakt ist in allen seinen Funktionen ausgeprägt tagesrhythmisch organisiert. Dies betrifft die Motilität, die Magenentleerungsgeschwindigkeit,

Mehr

Milch und Milchprodukte

Milch und Milchprodukte Tag der Apotheke 2014: Kurztexte zu acht häufigen Wechselwirkungen Rückfragen an Dr. Ursula Sellerberg, ABDA-Pressestelle, Mail: u.sellerberg@abda.aponet.de Milch und Milchprodukte 95 % 1 der Bundesbürger

Mehr

Abschlußklausur Spezielle Pharmakologie WS 2000/2001

Abschlußklausur Spezielle Pharmakologie WS 2000/2001 Abschlußklausur Spezielle Pharmakologie WS 2000/2001 Sitznummer: Name: Vorname: (bitte Angaben in Blockschrift) Geburtsdatum: Unterschrift: Bitte die jeweilige Antwort eindeutig durch Ankreuzen markieren:

Mehr

Überblick zu Blutverdünnern

Überblick zu Blutverdünnern Überblick zu Blutverdünnern Job Harenberg und Jeelka Fischer Prof. Dr. med. Job Harenberg Internist, Hämostaseologe Klinische Pharmakologie Mannheim Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Maybachstrasse

Mehr

ANHANG I ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

ANHANG I ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS ANHANG I ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS 1 1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS SUSTIVA 50 mg Hartkapseln 2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG Jede Hartkapsel enthält 50 mg Efavirenz.

Mehr

Inhaltsverzeichnis. Grundlagen. II Präparate VII

Inhaltsverzeichnis. Grundlagen. II Präparate VII VII Inhaltsverzeichnis I Grundlagen 1 Pharmakologische Grundlagen........ 3 1.1 Pharmaka......................... 4 1.1.1 Pharmakologisch wirksame Stoffe......... 4 1.1.2 Wirkstoffentwicklung.................

Mehr

gesunde ernährung BALLASTSTOFFE arbeitsblatt

gesunde ernährung BALLASTSTOFFE arbeitsblatt BALLASTSTOFFE Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, das heißt sie können weder im Dünndarm noch im Dickdarm abgebaut oder aufgenommen werden, sondern werden ausgeschieden. Aufgrund dieser

Mehr

ANHANG I ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

ANHANG I ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS ANHANG I ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS 1 1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS Ranexa 375 mg Retardtabletten 2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG Jede Tablette enthält 375 mg Ranolazin.

Mehr

Zentral dämpfende Pharmaka

Zentral dämpfende Pharmaka Sedativa Zentral dämpfende Pharmaka Dämpfung der psychischen Reaktionsbereitschaft und verminderte Aktivität Anxiolytika Beseitigung von Spannungs- und Angstzuständen Hypnotika Einleitung und/oder Erhaltung

Mehr

Ratgeber für Patienten mit metabolischer Azidose. Metabolische Azidose. Informationen, Hintergründe und praktische Tipps TIPPS.

Ratgeber für Patienten mit metabolischer Azidose. Metabolische Azidose. Informationen, Hintergründe und praktische Tipps TIPPS. Ratgeber für Patienten mit metabolischer Azidose Metabolische Azidose Informationen, Hintergründe und praktische Tipps TIPPS Ein Service von a 4 6 8 10 12 14 Inhalt Inhalt Was ist eine metabolische Azidose?

Mehr

AOK VIII ARZNEIMITTELVERTRAG 2012 2014... 2 AOK XI ARZNEIMITTELVERTRAG 2013 2015... 3

AOK VIII ARZNEIMITTELVERTRAG 2012 2014... 2 AOK XI ARZNEIMITTELVERTRAG 2013 2015... 3 AOK VII ARZNEIMITTELVERTRAG 2012 2014... 2 AOK VIII ARZNEIMITTELVERTRAG 2012 2014... 2 AOK X ARZNEIMITTELVERTRAG 2013 2015... 3 AOK XI ARZNEIMITTELVERTRAG 2013 2015... 3 BARMER GEK... 4 BKK MOBIL OIL...

Mehr

Arzneimittelfachinformation

Arzneimittelfachinformation Seite: 1 von 5 Spezialherstellung Dieses Produkt wird von der Spital-Pharmazie Basel für spezielle Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten hergestellt. Untersteht dem Bundesgesetz über Betäubungsmittel und

Mehr

Betreff: Citalopram hältige Arzneispezialitäten Änderungen der Fach- und Gebrauchsinformationen

Betreff: Citalopram hältige Arzneispezialitäten Änderungen der Fach- und Gebrauchsinformationen Datum: 15.11.2011 Kontakt: Mag. pharm. Dr. Ulrike Rehberger Abteilung: Tel. / Fax: +43(0)505 55 36258, DW.Fax-36207 E-Mail: ulrike.rehberger@ages.at Unser Zeichen: 16c-111114-23425-A-PHV Ihr Zeichen: Betreff:

Mehr

3 Die Notfallkontrazeption

3 Die Notfallkontrazeption . Die Wirksamkeit durch das Prinzip der Eisprungverschiebung In Studien konnte gezeigt werden, dass signifikant überlegen ist. Besonders deutlich wird die Überlegenheit von gegenüber bei rascher Einnahme,

Mehr

Wissenschaftliches Dossier. Magnesium (Mg)

Wissenschaftliches Dossier. Magnesium (Mg) Wissenschaftliches Dossier zu Magnesium (Mg) erstellt durch Institut ISME Weingartenstraße 2 64546 Mörfelden verantwortlicher Autor Dr. med. Kurt-Reiner Geiß (ärztlicher Direktor) im April 2007 Inhalt

Mehr

ph Werte im Organismus Alle im Organismus gebildeten Flüssigkeiten haben einen bestimmten ph-wert. Am wichtigsten ist der ph - Wert des Blutes.

ph Werte im Organismus Alle im Organismus gebildeten Flüssigkeiten haben einen bestimmten ph-wert. Am wichtigsten ist der ph - Wert des Blutes. Jede Sekunde finden im menschlichen Körper Millionen von chemischen Prozessen statt: Stoffe werden aufgenommen, aufgebaut, umgebaut, abgebaut und ausgeschieden. Bei diesen hochkomplexen Abläufen spielen

Mehr

Influbene Erkältungsgetränk Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen 2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung Ein Beutel enthält: 500

Influbene Erkältungsgetränk Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen 2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung Ein Beutel enthält: 500 Influbene Erkältungsgetränk Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen 2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung Ein Beutel enthält: 500 mg Paracetamol 200 mg Guaifenesin 10 mg Phenylephrinhydrochlorid

Mehr

Neue Diabetestherapien. Pharmakologie WS 06/07

Neue Diabetestherapien. Pharmakologie WS 06/07 Neue Diabetestherapien Pharmakologie WS 06/07 Zimt: Allgemeines Chinesischer Zimt (Cinnamomum cassia) Wirksamer Ceylon-Zimt (Cinnamomum ceylanicum) Zimt: Toxikologie Einsatz in weiten Teilen der Lebensmittelindustrie

Mehr

Zusammenfassung. www.desitin.de bei Morbus Parkinson. Prof. Dr. med. Wolfgang H. Jost. Patienteninformation

Zusammenfassung. www.desitin.de bei Morbus Parkinson. Prof. Dr. med. Wolfgang H. Jost. Patienteninformation Zusammenfassung Zusammenfassend sind Beschwerden im Magen- Darm-Bereich beim Parkinson-Syndrom sehr häufig und treten in vielfältiger Art in Erscheinung. Sie können in allen Krankheitsstadien auftreten

Mehr

!!! Substanzen, die den Blutdruck erhöhen

!!! Substanzen, die den Blutdruck erhöhen Substanzen, die den Blutdruck erhöhen Substanzen, die den Blutdruck erhöhen Es gibt zahlreiche Substanzen, die in verschreibungspflichtigen und nichtverschreibungspflichtige Medikamente, Nahrungsergänzungsmitteln,

Mehr

Diflucan Saft 50 mg/10 ml Lösung zum Einnehmen

Diflucan Saft 50 mg/10 ml Lösung zum Einnehmen Gebrauchsinformation: Information für Patienten Diflucan Saft 50 mg/10 ml Lösung zum Einnehmen Fluconazol Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels

Mehr

Praktikumsplan 8.Fachsemester : Pharmazeutische und Medizinische Chemie

Praktikumsplan 8.Fachsemester : Pharmazeutische und Medizinische Chemie Praktikumsplan 8.Fachsemester : Pharmazeutische und Medizinische Chemie Praktikum: Arzneimittelanalytik (Drug Monitoring, toxikologische und umweltrelevante Untersuchungen) a: Praktische Übungen b: Gruppenseminare

Mehr

Pharmakologie - Lehrbücher

Pharmakologie - Lehrbücher - Lehrbücher Aktories Förstermann Hofmann Starke Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie Begründet von W. Forth, D. Henschler, W. Rummel, Urban & Urban & Fischer München Jena 9. völlig überarbeitete

Mehr

Neue Therapiemöglichkeit: Hemmung der Zuckerwiederaufnahme im Urin

Neue Therapiemöglichkeit: Hemmung der Zuckerwiederaufnahme im Urin Neue Therapiemöglichkeit: Hemmung der Zuckerwiederaufnahme im Urin Uta Berndt November 2014 Welt-Diabetes-Tag Berlin 1 Krankheitsmechanismus Diabetes mellitus Typ 2 verminderte Insulinwirkung am Insulinrezeptor

Mehr

Medikamenteninteraktionen in der Onkologie

Medikamenteninteraktionen in der Onkologie Medikamenteninteraktionen in der Onkologie refreshing but risky (Herald Tribune 2006) Furanocoumarine Markus Joerger MD PhD Medizinische Onkologie&Hämatologie Kantonsspital St.Gallen Schweiz 3/2/2010 DESO

Mehr

WERTBESTIMMENDE INHALTSSTOFFE VON NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTELN Werner Pfannhauser O.Univ.Prof. Dr. Werner Pfannhauser KG A-1180 Wien, Kreuzgasse 79

WERTBESTIMMENDE INHALTSSTOFFE VON NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTELN Werner Pfannhauser O.Univ.Prof. Dr. Werner Pfannhauser KG A-1180 Wien, Kreuzgasse 79 WERTBESTIMMENDE INHALTSSTOFFE VON NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTELN Werner Pfannhauser O.Univ.Prof. Dr. Werner Pfannhauser KG A-1180 Wien, Kreuzgasse 79 Wertbestimmende Inhaltsstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln

Mehr

Neue Medikamente bei der Behandlung von Typ II Diabetes. Prim. Dr. Ewald Binter Privatklinik Althofen Ärztezentrum St. Veit/Glan

Neue Medikamente bei der Behandlung von Typ II Diabetes. Prim. Dr. Ewald Binter Privatklinik Althofen Ärztezentrum St. Veit/Glan Neue Medikamente bei der Behandlung von Typ II Diabetes Prim. Dr. Ewald Binter Privatklinik Althofen Ärztezentrum St. Veit/Glan Therapie Medikamentöse Maßnahmen Resorptionshemmung Besserung der Insulinwirkung

Mehr

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER. Moclobemide Sandoz 150 mg Filmtabletten Moclobemid

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER. Moclobemide Sandoz 150 mg Filmtabletten Moclobemid GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER Moclobemide Sandoz 150 mg Filmtabletten Moclobemid Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels

Mehr

Therapie depressiver Syndrome

Therapie depressiver Syndrome Ambulante Behandlung der Depression Therapie depressiver Syndrome Diagnose ist eindeutig Krankheitseinsichtige Patienten mit guter Behandlungsmotivation Medikamentöse Compliance ist gegeben Tragfähige

Mehr

a) Citalopram b) Desipramin c) Nortryptilin d) Mianserin e) Reboxetin

a) Citalopram b) Desipramin c) Nortryptilin d) Mianserin e) Reboxetin Antidepressiva Ein Patient erhält gegen seine Depression eine entsprechende Pharmakotherapie und leidet seit Beginn der Therapie unter Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfällen. Der verabreichte Wirkstoff

Mehr

ERNÄHRUNG BEI NIERENERKRANKUNGEN

ERNÄHRUNG BEI NIERENERKRANKUNGEN ERNÄHRUNG BEI NIERENERKRANKUNGEN Hilfreiche Informationen zu Ihrer Nierengesundheit Ernährung bei Nierenerkrankungen Die richtige Ernährung ist bei einer eingeschränkten Nierenfunktion besonders wichtig.

Mehr

Tutorium Klinische Psychologie II. Affektive Störungen Biologisch-medizinische Behandlungsmöglichkeiten

Tutorium Klinische Psychologie II. Affektive Störungen Biologisch-medizinische Behandlungsmöglichkeiten Tutorium Klinische Psychologie II Affektive Störungen Biologisch-medizinische Behandlungsmöglichkeiten Affektive Störungen Biologisch-medizinische Behandlungsmöglichkeiten Anna Felnhofer anna.felnhofer@univie.ac.at

Mehr

Rezeptfrei heißt nicht harmlos Informieren ist nicht beraten Apothekerkammer Berlin 2014

Rezeptfrei heißt nicht harmlos Informieren ist nicht beraten Apothekerkammer Berlin 2014 Rezeptfrei heißt nicht harmlos Informieren ist nicht beraten Apothekerkammer Berlin 2014 Hiltrud von der Gathen Fachapothekerin, AMTS-Managerin, Recklinghausen info@hiltrudvondergathen.de Dr. Hiltrud von

Mehr

Antidepressiva zählen zu den kritischen Indikationen 1. Die Erstverordnung Ihre Beratung ist gefragt 2

Antidepressiva zählen zu den kritischen Indikationen 1. Die Erstverordnung Ihre Beratung ist gefragt 2 KRITISCHE INDIKATIONEN 05.10.2012 ANTIDEPRESSIVA Antidepressiva zählen zu den kritischen Indikationen 1 Die Erstverordnung Ihre Beratung ist gefragt 2 Häufig verordnete Antidepressiva Basiswissen für das

Mehr

Gebrauchsinformation: Information für Anwender. Cyprostol - Tabletten Wirkstoff: Misoprostol

Gebrauchsinformation: Information für Anwender. Cyprostol - Tabletten Wirkstoff: Misoprostol 1 Gebrauchsinformation: Information für Anwender Cyprostol - Tabletten Wirkstoff: Misoprostol Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen,

Mehr

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER. Aricept 5 mg Filmtabletten Wirkstoff: Donepezilhydrochlorid

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER. Aricept 5 mg Filmtabletten Wirkstoff: Donepezilhydrochlorid GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER Aricept 5 mg Filmtabletten Wirkstoff: Donepezilhydrochlorid Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Mehr

Pharmastreiflichter 2013. Etzel Gysling / Peter Ritzmann Ärztekongress Arosa 2013 23. März 2013

Pharmastreiflichter 2013. Etzel Gysling / Peter Ritzmann Ärztekongress Arosa 2013 23. März 2013 Pharmastreiflichter 2013 Etzel Gysling / Peter Ritzmann Ärztekongress Arosa 2013 23. März 2013 Infomed 2013 1 ASS und Makuladegeneration: was stimmt? Es gibt keinen bekannten Zusammenhang zwischen der

Mehr

Claus Leitzmann Vegetarismus Grundlagen, Vorteile, Risiken

Claus Leitzmann Vegetarismus Grundlagen, Vorteile, Risiken Unverkäufliche Leseprobe Claus Leitzmann Vegetarismus Grundlagen, Vorteile, Risiken 125 Seiten, Paperback ISBN: 978-3-406-44776-1 Verlag C.H.Beck ohg, München VII. Ernährungsphysiologische Bewertung des

Mehr

Kontakte ASPEKTE. Dieser Folder ersetzt nicht das Gespräch mit einer Ärztin/einem Arzt!

Kontakte ASPEKTE. Dieser Folder ersetzt nicht das Gespräch mit einer Ärztin/einem Arzt! Nr. 44 / Dezember 2012 ASPEKTE Kontakte AIDS-Hilfe Steiermark AIDSHILFE OBERÖSTERREICH AIDS-Hilfe Tirol aidshilfe Kärnten Aidshilfe Salzburg AIDS-Hilfe Vorarlberg Aids Hilfe Wien Dieser Folder ersetzt

Mehr

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Gebrauchsinformation: Information für Anwender Gebrauchsinformation: Information für Anwender Vitagutt Vitamin E 670 mg, Weichkapsel Zur Anwendung bei Erwachsenen Wirkstoff: 1000 mg all-rac-alpha-tocopherolacetat (entsprechend 670 mg RRR-alpha- Tocopherol-Äquivalente).

Mehr

Schließen Sie gezielt Vitaminlücken bei Epilepsie.

Schließen Sie gezielt Vitaminlücken bei Epilepsie. Schließen Sie gezielt Vitaminlücken bei Epilepsie. Weitere Fragen zum Thema Vitaminlücken bei Epilepsie beantworten wir Ihnen gerne: Desitin Arzneimittel GmbH Abteilung Medizin Weg beim Jäger 214 22335

Mehr

Begründen Sie mit 2 Aussagen, weshalb 5 bis 6 kleine Mahlzeiten pro Tag vorteilhaft sind! 1)... ... 2)... ...

Begründen Sie mit 2 Aussagen, weshalb 5 bis 6 kleine Mahlzeiten pro Tag vorteilhaft sind! 1)... ... 2)... ... Ernährungslehre (Pos..3) Aufgabe Eine gesunde Ernährung hat bestimmte Regeln. Eine davon lautet: Öfters kleinere Mahlzeiten. Begründen Sie mit Aussagen, weshalb 5 bis 6 kleine Mahlzeiten pro Tag vorteilhaft

Mehr

Information über die BASEN KUR

Information über die BASEN KUR Information über die BASEN KUR BASEN KUR aus Basen Tee, Base Vital und Basen Bad Zum Ausgleich des Säure-Basen-Gleichgewicht, zur Entschlackung, Entsäuerung, Entgiftung BASEN KUR aus Basen Tee, Base Vital

Mehr

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Gebrauchsinformation: Information für Patienten Gebrauchsinformation: Information für Patienten MINIRIN 0,1 mg/ml - Nasenspray Wirkstoff: Desmopressinacetat Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels

Mehr

Die spezifische Vitaminkombination in nur einer Tablette.

Die spezifische Vitaminkombination in nur einer Tablette. Die spezifische Vitaminkombination in nur einer Tablette. Die gezielte Vitaminergänzung bei medikamentös behandelter Epilepsie. Schließen Sie Ihre Vitaminlücken ganz gezielt. Hinweis EPIVIT ist ein ernährungsmedizinisch

Mehr

Arzneimittelinteraktionen Prinzipien, Beispiele und klinische Folgen

Arzneimittelinteraktionen Prinzipien, Beispiele und klinische Folgen Arzneimittelinteraktionen Prinzipien, Beispiele und klinische Folgen Ingolf Cascorbi 3 Punkte cme ZUSAMMENFASSUNG Hintergrund: Arzneimittelinteraktionen können zu erwünschten, aber auch zu verminderten

Mehr

Medizin_Pharmakologie_ Unterlagen_ Taraz Seite 1

Medizin_Pharmakologie_ Unterlagen_ Taraz Seite 1 Teil 1: Allgemeiner Teil, Seite 1-57 1. Arzneimittel Arzneimittel Negative Einflussfaktoren Arzneimittellagerung Bereitstellen von Arzneimitteln Erkennen von Veränderungen Ampullen Augentropfen Betäubungsmittel

Mehr

1. WAS IST DAFALGAN Zäpfchen UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

1. WAS IST DAFALGAN Zäpfchen UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET? GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER DAFALGAN Säuglinge 80 mg Zäpfchen DAFALGAN Kleinkinder 150 mg Zäpfchen DAFALGAN große Kinder 300 mg Zäpfchen Paracetamol Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage

Mehr

8 Pharmakologische Grundkenntnisse

8 Pharmakologische Grundkenntnisse 8 Pharmakologische Grundkenntnisse für Psychologische Psychotherapeuten 8.1 Grundlagen der Pharmakotherapie Die Pharmakologie ist die Wissenschaft von den Wechselwirkungen zwischen Arzneistoffen (Drogen

Mehr

GEBRAUCHSINFORMATION. Wirkstoff: Acetylsalicylsäure. Z.Nr.: 3155

GEBRAUCHSINFORMATION. Wirkstoff: Acetylsalicylsäure. Z.Nr.: 3155 Liebe Patientin, lieber Patient! Bitte lesen Sie diese Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was Sie bei der Einnahme dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden

Mehr

Ich habe meinen Phosphatspiegel im Griff!

Ich habe meinen Phosphatspiegel im Griff! Patientenbroschüre_RZ 31.05.2010 16:27 Uhr Seite 1 Information für Dialysepatienten / Gesundheitsrisiko Hyperphosphatämie Ich habe meinen Phosphatspiegel im Griff! Ein Service von Patientenbroschüre_RZ

Mehr

1. Was sind Dorithricin Halstabletten und wofür werden sie angewendet?

1. Was sind Dorithricin Halstabletten und wofür werden sie angewendet? GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER Dorithricin - Halstabletten Wirkstoffe: Tyrothricin, Benzalkoniumchlorid, Benzocain Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit

Mehr

Neuropharmakologie. Vorlesung Allgemeine Pharmakologie WS 2006/07

Neuropharmakologie. Vorlesung Allgemeine Pharmakologie WS 2006/07 Vorlesung Allgemeine Pharmakologie WS 2006/07 europharmakologie Prof. Dr. Heinfried H. Radeke pharmazentrum frankfurt www.radeke.de courses / lectures Entwicklung und Plastizität des Gehirns Ein einzelnes

Mehr

Therapeutisches Drug-Monitoring in der Psychiatrie

Therapeutisches Drug-Monitoring in der Psychiatrie PPT Therapeutisches Drug-Monitoring in der Psychiatrie Konsensus-Leitlinie der AGNP Christoph Hiemke, Mainz, Pierre Baumann, Lausanne, Gerd Laux, Wasserburg a. Inn, und Hans-Joachim Kuss, München* Therapeutisches

Mehr

Medizinische Klinik D Allg. Innere sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten und Rheumatologie

Medizinische Klinik D Allg. Innere sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten und Rheumatologie Medizinische Klinik D Allg. Innere sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten und Rheumatologie Fettstoffwechselstörungen Eine Information für Patienten Direktor: Univ.-Prof. Dr. H. Pavenstädt, Oberärztin

Mehr

Nebenwirkung Übergewicht? Zur psychopharmakologischen Behandlung psychiatrischer Komorbiditäten bei Adipositas

Nebenwirkung Übergewicht? Zur psychopharmakologischen Behandlung psychiatrischer Komorbiditäten bei Adipositas Nebenwirkung Übergewicht? Zur psychopharmakologischen Behandlung psychiatrischer Komorbiditäten bei Adipositas Dr. Monika Paulis Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Intakt Therapiezentrum für

Mehr

Erklärung von Fachbegriffen aus den Beipackzetteln für Cymbalta und Duloxetin Lilly

Erklärung von Fachbegriffen aus den Beipackzetteln für Cymbalta und Duloxetin Lilly Erklärung von Fachbegriffen aus den Beipackzetteln für Cymbalta und Duloxetin Lilly Fachbegriff abnorm Vom Normalen abweichend, unnormal Angststörung Bei Personen mit Angststörung können eigentlich harmlose

Mehr

Normalwerte: 1-3% < 1%: Verminderung des effektiv zirkulierenden Volumen (prärenales ANV) >3%: renaler Natriumverlust (z.b. akuter Tubulusschaden)

Normalwerte: 1-3% < 1%: Verminderung des effektiv zirkulierenden Volumen (prärenales ANV) >3%: renaler Natriumverlust (z.b. akuter Tubulusschaden) Erklärungen Formel 1: Fraktionelle Natriumexkretion (%) Fe (Natrium) = (Natrium (Harn) *Kreatinin (Serum) )/((Natrium (Blut) *Kreatinin (Serum) )*100 Normalwerte: 1-3% < 1%: Verminderung des effektiv zirkulierenden

Mehr

Intoxikationen Seite - 1 - Intoxikationen

Intoxikationen Seite - 1 - Intoxikationen Intoxikationen Seite - 1 - Intoxikationen Häu Ca. 10.000 Vergiftungen im Jahr in Deutschland, davon 80% durch orale Aufnahme, 6% durch Hautkontakt und 5% durch Inhalation. Überwiegend betroffen sind Jugendliche

Mehr

Isotonische Kochsalzlösung 0,9% Infusionslösung

Isotonische Kochsalzlösung 0,9% Infusionslösung Gebrauchsinformation und Fachinformation SERAG-WIESSNER GmbH & Co. KG Zum Kugelfang 8-12 95119 Naila Isotonische Kochsalzlösung 0,9% Infusionslösung Diese Packungsbeilage beinhaltet: 1. Was ist Isotonische

Mehr

Biopharmazie und Pharmakokinetik

Biopharmazie und Pharmakokinetik Biopharmazie und Pharmakokinetik Teil 9 Applikationswege Pharmakokinetik - Pharmakodynamik Dosis Proteinbindung Plasmakonzentration Metabolismus Pharmakologische Antwort Exkretion Biochemische Effekte

Mehr

Ketogene Therapie bei Epilepsien Kurzinformation für Eltern

Ketogene Therapie bei Epilepsien Kurzinformation für Eltern Ketogene Therapie bei Epilepsien Kurzinformation für Eltern Was ist die ketogene Therapie? Die ketogene Therapie ist eine spezielle Ernährungsweise und bietet die Möglichkeit, eine Epilepsie nicht-medikamentös

Mehr

Medikamentöse Therapie von Verhaltensstörungen. R.Helscher

Medikamentöse Therapie von Verhaltensstörungen. R.Helscher Medikamentöse Therapie von Verhaltensstörungen R.Helscher Determinanten des Verhaltens Soziales Umfeld (Angehörige etc.) Institutionales Umfeld (Team) Medikamentöses Management Umfeld Verhalten Medikation

Mehr

Wechselwirkungen zwischen Arznei- und Nahrungsmitteln

Wechselwirkungen zwischen Arznei- und Nahrungsmitteln Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft Regionalgruppe Osnabrück Wechselwirkungen zwischen Arznei- und Nahrungsmitteln Dr. Nina Griese ZAPP der ABDA N.Griese@abda.aponet.de Dürfen oder müssen wir Arzneimittel

Mehr

Was weiß ich über Ernährung im Hobbysport?

Was weiß ich über Ernährung im Hobbysport? Was weiß ich über Ernährung im Hobbysport? 1 Was weiß ich über Sport? 2 Botschaft Nummer 1 Leistung und Leistungssteigerungen sind bis ins hohe Alter möglich! 3 Marathoner Sprinter 4 Botschaft Nummer 2

Mehr

Fachhandbuch für Q09 - Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie (8. FS)

Fachhandbuch für Q09 - Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie (8. FS) Fachhandbuch für Q09 - Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie (8. FS) Inhaltsverzeichnis 1. Übersicht über die Unterrichtsveranstaltungen... 2 1.1. Vorlesung... 2 1.2. Praktikum... 3 2. Beschreibung

Mehr

ERNÄHRUNG. www.almirall.com. Solutions with you in mind

ERNÄHRUNG. www.almirall.com. Solutions with you in mind ERNÄHRUNG www.almirall.com Solutions with you in mind ALLGEMEINE RATSCHLÄGE Es ist nicht wissenschaftlich erwiesen, dass die Einhaltung einer speziellen Diät bei MS hilft oder dass irgendwelche Diäten

Mehr

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER. Normhydral - lösliches Pulver

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER. Normhydral - lösliches Pulver GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER Normhydral - lösliches Pulver p 1/5 Wirkstoffe: Wasserfreie Glucose, Natriumchlorid, Natriumcitrat, Kaliumchlorid Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage

Mehr

Lamotrigin Desitin Tabletten

Lamotrigin Desitin Tabletten 1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS Lamotrigin Desitin 25 mg Tabletten Lamotrigin Desitin 50 mg Tabletten Lamotrigin Desitin 200 mg Tabletten 2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG Jede Lamotrigin

Mehr

- 1 - Gebrauchsinformation: Information für Anwender. Nimotop 30 mg - Filmtabletten Nimodipin

- 1 - Gebrauchsinformation: Information für Anwender. Nimotop 30 mg - Filmtabletten Nimodipin - 1 - Gebrauchsinformation: Information für Anwender Nimotop 30 mg - Filmtabletten Nimodipin Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen,

Mehr