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1 Aulrälze 177 Downloading und Uploading im ludbereich Eine Übersicht über technische Probleme und ihre Lösungen Otto Oberhauser Mikrocomputer als,,ideale Werkzeuge" für OnlineRecherchen ermöglichen Uploading (Ubertragen vorher gespeicherter Texte zum Hostrechner) und Downloading (Speichern des Outputs des Hosts am lokalen Rechner). Im vorliegenden Beitrag werden die dafür benötigten Ertordernisse sowie die am Markt befindlichen Angebote bezüglich Hardware und Software in einem Überbtick vorgestellt und die einzelnen Funktionen der Software für Downloading und uptoading diskutiert. tm besonderen werden auch das Weiterverarbeiten von Daten aus dem Downloading und die Probtematik des Aufbaus lokaler Datenbanken auf Basis solcher Daten behandelt. Hier reicht das Spektrum der Bearbeitungsmöglichkeiten von der Verwendung von Textverarbeitungsprogrammen über relativ einfache, selbst erstellbare Software bis zu aufwendigeren Softwarepaketen, mit Hilfe derer das Problem der Umformatierung bzw. Vereinheitlichung heterogener Datenformate zumindest teilweise gelöst werden kann. Abschließend wird kurz auf einige rechtliche und wirtschaftliche Probleme in diesem Zusammenhang eingegangen. Downloading and uploading in information and documentation: a review of technical problems and solutions. Microcomputers as "ideal tools" for online searching allow for uploading (transmission of stored data to a host computer) and downloading (storing of the host's output at the local micro). This paper gives an overview of the requirements and solutions concerning hardware and software and explains their respective functions for downloading and uploading. ln particular; it dlscusses the processing of downloaded data, and the creation of local databases from this data. The spectrum of possibilities includes the use of word processing software, relatively simple selfwritten programs, and even complex specialpurpose software packages, which (at least in part) solve the problems of reformating and standardization of heterogeneous data formats. Finally, some legal and economic questions of downloading are briefly outlined. 1 Einleitung Seit der ersten Hälfte der achtziger Jahre hat der Mikrocomputer Einzug in einen Bereich gehalten, der zuvor dem ei nfachen Datenendgerät (Term i nal) vorbehalten gewesen war. Gemeint ist die Verwendung für Daten(fern)übertragungsprozesse, m.a.w. als Endgerät für die Telekommunikation mit Großrechenanlagen (remote hosts). ln Bibliotheken und Dokumentationseinrichtungen ist der bedeutendste Einsatz dieser Art das Online lnformation Retrieval, z.b. in Form der computerunterstützten Literatursuche in bibliographischen Datenbanken. Für diese Art der lnformationssuche galt der Mikrocomputer bald als ein,,ideales Werkzeug" (Mortensen, 1984b), zumal er nicht nur wie das normale Terminal zum Senden und Empfangen von Daten herangezogen werden kann, sondern darüber hinaus auch noch zwei besonders interessante Eigenschaften besitzt: 1. die Fähigkeit, im OfflineModus erstellte Texte (2.8. Fragestellungen für Recherchen) an den Hostcomputer zu übertragen (=,,UploaOing"); sowie 2. die Fähigkeit, den gesamten Output des Hostrechners, so auch online ausgegebene Suchergebnisse, auf einem nichtflüchtigen Speichermedium (Diskette, Festplatte) aufzuzeichnen (=,,Downloading";. Da mit dem Mikrocomputer bekanntlich auch eine ganze Reihe anderer Tätigkeiten möglich ist (neben der eigenständigen Programmierung z.b. die Verwaltung von Dateien, die Durchführung kaufmännischer Rechenvorgänge, die Erstellung von Statistiken, die Textverarbeitung, etc.) und die Preise, vor allem am Hardwaresektor, ständig fielen, kam dieser Einzug im ludbereich international durchaus einem Siegeszug gleich. Es sei festgehalten, daß Downloading und Uploading daran maßgeblich beteiligt waren. Wie können wir nun diese beiden Phänomene genauer definieren? Unter Downloading versteht man (Ferrante et al., 1985): den Prozeß der interaktiven Übertragung von Text und Daten in maschinenlesbarer Form von einem Hostrechner auf ein lokales System, wo sie manipuliert (verändert) und auf lokaler Ebene weiterverwendet werden können, ohne daß eine weitere Verbindung zum Host aufrecht ist. Beträchtlich erweiterte Fassung eines Vortrags, gehalten anläßlich des Seminars,,Zum Einsatz der EDV in Österreichischen Bibliotheken", Seminar der Vereinigung österreichischer Bibliothekare, Schloß Hofen, Lochau bei Bregenz, DerVerfasserdankt Herrn Hofrat Dr. Karl F. Stock, BibliotheksdirektorderTechnischen Universität Graz,tür dieanregung zur Beschäftigung mit dem vorliegenden Thema. Anschrift des Verfassers: Dr. phil. Otto Oberhauser, Universitätsbibliothek der Technischen Universität Wien, Karlsplatz 13, Wien. AB Technik 6, 1986, Nr 3

2 178 Oberhauser: Downloading und Uploading im ludbereich Uploading ist, komplementär dazu (ibid.): der Prozeß der interaktiven Übertragung von Text und Daten in maschinenlesbarer Form von einem lokalen System zu einem Hostrechner zut Speicherung oder als Eingabe für die Recherche bzw. für die lnformationsrückgewinnung. Beachtenswert ist, daß von einem Mikrocomputer in diesen Definitionen nicht die Rede ist. Ein solcher ist tatsächlich zwar meist, aber nicht zwangsläufig an den Prozessen des Downloading und Uploading beteiligt. Schon früher konnte man mit intelligenten Terminals mit Speichereinrichtungen, wenn auch weniger elegant und effizient, Ergebnisse abspeichern und Vorgespeichertes senden (2.8. Oberhauser & Stebegg, 1982). Auch heute ist es mitunter sinnvoll, eine allfällig bestehende Gerätekonfiguration dazu zu nutzen: So können etwa Rechercheure, die mit einfachen Terminals an einen Groß oder Mittelrechner angeschlossen sind, der unter dem Betriebssystem UNIX läuft, ohne weitere lnvestitionen Daten aus Hostsystemen direkt in diesem Rechner abspeichern (Hawkins, 1984). lm folgenden soll freilich dennoch primär von Mikrocomputern gesprochen werden. Ebenso werden in den obigen Definitionen weder das Online lnformation Retrieval noch bibliographische Recherchen explizit genannt. Downloading und Uploading sind allgemeine Einsatzmöglichkeiten (v.a. des Mikrocomputers) bei der Telekommunikation, egal zu welchem Zweck. Welche Einsatzmöglichkeiten bestehen nun im lud Bereich? Uploading: OfflineSpeicherung und Onlineübertragung von Suchstrategien für das Online lnformation Retrieval; Speicherung und Übertragung von (kleineren und größeren) Textdateien, z.b. im Rahmen elektronischer Briefkasten oder DokumentenBestellsysteme. Nutzen: weniger Fingabefehler (weniger OnlineEintipparbeit), kürzere Übertragungszeiten, Kostenersparnis. Downloading: Speicherung von bibliographischen Ergebnislisten aus Literatu rdaten ban ken, Übernahme von Fremddaten aus sog.,,bibliographic utilities" (OCLC, RLIN) für die Bibliotheksverwatrung, Speicherung von numerischen bzw. Fakteninformationen, Speicherung von graphischem Output (2.B. chemische Strukturformeln), Ubernahme von Meldungen aus elektronischen Postsystemen. Nutzen: Zeitersparnis gegenüber dem postalischen Ergebnisversand, Kostenersparnis (OnlineErgebnisausgabe bei rascher Datenübertrag u ngsrate) Möglichkeit der lokalen Verarbeitung: Hinzufügen lokaler Daten Eliminieren unerwünschter Datenelemente Umformatieren Umsortieren Hervorheben von wichtigen Textelementen Zusammenführen/Zusammensortieren von Ergebnissen aus verschiedenen Datenbanken/Hostsystemen Ausscheiden von Doppel oder Mehrfachtreffern (Dubletten) Erstellen einer lokalen Datenbank Übernahme numerischer Daten in weiterverarbeitende Rechenprogramme, z.b. sogenannte,,spreadsheets" (d.s. elektronische Tabellensysteme, die vor allem für prognostische Berechnungen herangezogen werden). Die damit aufgezeigten vorteilhaften Aspekte des Mikrocomputereinsatzes, aber auch dessen potentielle Gefahren für die lnformationsindustrie Downloading ermöglicht Mehrfachverwendung der Ergebnisse und Datenmißbrauch wurden rasch erkannt. Schon 1983 bezeichnete man Mikrocomputer und Downloading als,,highlights of the online database field" (Williams, 1983). Mehrere einschlägige Feldstudien wurden durchgeführt, die bekannteste von der Consultantfirma Cuadra Associates (Wanger, 1983). Eine jüngst erstellte Bibliographie listet 380 einschlägige Veröffentlichungen (Beck & Benson, 1985). Allein im Vorjahr wurden mindestens zwei größere Tagungen speziell zu diesem Themenbereich abgehalten (Downloading/Uploading, 1985; Downloading, 1 986b). Downloading und Uploading sind also vieldiskutierte aktuelle Themen. lm folgenden wird versucht, einen Überblick über die wich' tigsten Aspekte und Probleme zu bieten. Dies sind: die erforderliche Hardware, die Softwareerfordernisse und das Softwareangebot, die Weiterverarbeitung von gespeicherten Daten, (sowie kurz:) rechtliche und wirtschaftliche Fragen des Downloading. 2 Hardware und Software lür Downloading und Uploading Die Verwendungsmöglichkeiten für Uploading und Downloading stehen im Zentrum des lnteresses, wenn es um die Auswahl eines Mikrocomputers für OnlineRecherchen bzw. der zugehörigen Software geht (vgl. z.b.: Kraft, 1984; Stebegg & Oberhauser, 1984). lm folgenden soll überblicksartig auf die wichtigsten Erfordernisse und Leistungsmerkmale eingegangen werden: 2j Hardware Um mit einem Hostcomputer zu kommunizieren, benötigt ein Mikrocomputer (Benson, 1985; Fenichel, 1985; Ferrante et al., 1985): eine Kommunikationsschnittstelle, ein Modem, Zugang zu einem Datennetzwerk. Über den Mikrocomputer selbst ist hier nicht viel zu sagen. Als Minimalkonfiguration ist die Ausrüstung mit zwei Diskettenlaufwerken zu nennen, für die Anlage größerer Dateien was z.b. eine Folge des Downloading sein kann ist eine Festplatte (mindestens 10 Megabyte, besser: mehr) unerläßlich. Die Kompatibilität mit dem IBMPC/XT/AT ist zwar nicht erforderlich, aber aus vielen Gründen empfehlenswert. ABITechnik 6, 1986, Nr 3

3 Obeihauser: Downloading und Uploading im ludbereich Schnittstelle Das StandardKommunikationsinterface ist die sog. RS232CSchnittstelle. Die Aufgabe einer solchen,,seriellen Schnittstelle" ist es, die parallel verarbeiteten Datenbits des Mikrocomputers (2.B. 8, 16, 32 Bits gleichzeitig) in serielle (,,one bit at a time") umzuwandeln, so daß sie auf einer Telefonleitung übertragen werden können. Die RS232CSchnittstelle ist heute bei vielen Mikrocomputer Modellen bereits ein eingebauter Standard (worauf man sich allerdings nicht grundsätzlich verlassen darf). Modem Modems wandeln die digitalen elektrischen Signale, mit denen der Computer die Daten darstellt, in analoge Signale um, um sie über telefonartige Leitungen übertragbar zu machen. Als Modems kommen in Frage: (a) Akustikkoppler: bei diesen Geräten erfolgt die Verbindung über den Telefonhörer; sie sind heute nur mehr beschränkt anforderungsgerecht (begrenzte Geschwindigkeit, störanfällig); (b) Externe Modems: diese Geräte sind direkt und fix mit der Telefonleitung verbunden; unterscheidbar sind: (ba) normale Modems; (bb),,smart modems": programmierbare, selbstwählende Modems (,,autodial modems"), für die kein Telefonapparat erforderlich ist; (c) lnterne Modems (,,modem boards"): dies sind programmierbare Chips, die in den Mikrocomputer eingebaut sind. Sie sind billiger und gehören in den USA oft zur Standardausrüstung von PCs. ln Österreich sind die interessantesten Geräte (bb und c) derzeit verboten. ln der BR Deutschland herrschen noch restriktivere Gesetze, zumal lediglich Akustikkoppler frei erworben werden können, Modems hingegen von der Post gemietet werden müssen. ln den USA hat sich als Standard für die Kompatibilität intelligenter Modems mit den sie steuernden Softwareprodukten analog zur Bedeutung des IBMPC am Mikrocomputersektor das sogenannte,,hayes Smartmodem" bzw. dessen Kommandovorrat etabliert (mit dem das Modem angewiesen wird, zu wählen, aufzuhängen, die Übertragungsgeschwindigkeit zu wechseln, etc.). Netzwerk Die traditionelle Übertragungsgeschwindigkeit von 300 Baud (ca. 30 Zeichen pro Sekunde) ist für die Zwecke des Downloading zu langsam. Voraussetzung für dessen Verbreitung war daher neben dem erwähnten Durchbruch der Mikrocomputer die Verfügbarkeit schnellerer Übertragungsleitungen. ln den USA hat sich seit einigen Jahren als Standard die Geschwindigkeit von 1200 Baud durchgesetzt; viele amerikanische Hosts bieten derzeit gar keinen schnelleren Zugang an, europäische hingegen sehr wohl. ln Österreich kann der Zugritl zum nationalen Datennetz DatexPAustria sowie zu internationalen Netzen (DatexP, Transpac, Tymnet, Telenet, Uninet, etc.) auf zweierlei Art erfolgen: über die Radio Austria AG, erreichbar via Wählverbindung oder Standleitung mit 300 oder 1200 Baud; Über einen Direktanschluß an DatexPAustria mit 300 Baud (asynchron) oder 2400, 4800 bzw Baud (synchron); ein 1200 BaudAnschluß wird von der Post nicht angeboten. Bei synchroner Datenverbindung (ab 240O Baud) ist anstelle eines Modems ein spezielles Hardwareprodukt (,,packet assembler disassembler", abgekürzt,, PAD") erforderlich. 2.2 Software Um dem Mikrocomputer zu ermöglichen, als intelligentes Terminal zu fungieren, wird spezielle Software benötigt. Zwar verfügen manche Mikrocomputer über einen,terminalmodus", der ihnen erlaubt, Daten zu empfangen, zu senden und allenfalls gleichzeitig auszudrucken eine solche Emulation eines einfachen Terminals (,,dumb terminal emulation") ist für Zwecke des Uploading und Downloading jedoch zu wenig. Die dafür benötigte Software soll vielmehr folgende Funktionen unterstützen: Automatisches/Semiautomatisches Logon;.. Speichern von Eingabedateien für spätere Ubertragung zum Host; Empfangen der Daten aus Hostrechnern und Speichern derselben in Plattendateien; eventuell auch: Unterstützen der Weiterverarbeitung dieser Daten. lnzwischen existieren über 200 einschlägige Softwarepakete auf dem Markt (Howitt & Weinberger, 1984). An Arten von Software sind unterscheidbar: (a) Allgemeine Telekommunikationssoftware: diese kann für Zwecke des lnformation Retrieval sehr gut, einigermaßen, oder auch weniger gut geeignet sein, unterstützt aber grundsätzlich Downloading und fast immer auch Uploading. Als besonders geeignet gelten z.b. die Produkte CROSSTALK XVl, PERFECT LINK und SMARTCOM ll, für den deutschen Markt gilt dies für die IuDSOFTWARE der Firma Genesys, Niederroth (Wetzel, 1985), sowie für INFOLOG ll der Firma lnformation und Kommunikation, Freiburg (Reck, 1986). Eine Auswahlliste von Paketen dieser Gruppe findet sich im Anhang. (b) Spezielle Programme von einzelnen Hosts bzw. für einzelne oder mehrere Hosts. Der Leistungsumfang dieser Produkte ist sehr unterschiedlich sie fallen zum Teil in die Gruppe (a), zum Teil aber auch in die folgende Gruppe (c). Beispiele sind etwa ORBIT SEARCH MA STER des Hosts SDC (Wilbur, 1985) oder MIKROTEL von ESA/IRS (Armstrong & Large, 1985). (c) Sogenannte,,special purpose software": diese Programme, auch unter Bezeichnungen wie,,gateway software",,,search interfaces",,,frontends" und sogar,,expert systems" gehandelt, nehmen für sich in Anspruch, gegenüber den unter (a) genannten Paketen auch noch weitere Funktionen zu unterstützen. Dies können sein: Datenbankauswahl; Vereinheitlichung mehrerer Suchsprachen (durch sog.,,common command processors" oder,,search formulators", meist in Menütechnik), Weiterverarbeitung von DownloadDateien; Statistik und Buchführung. ln aller Regel sind sie aber noch relativ AB Technik 6, 1986, Nr 3

4 180 Oberhauser: Downloading und Uploading im ludbereich unbefriedigend. Ein Beispiel ist etwa das Programm SCIMATE des lnstitute for Scientific lnformation (Garfield, 1983ab). ÜOer die Software zur Weiterverarbeitung von DownloadDateien wird weiter unten berichtet; für Genaueres zu den übrigen Aspekten sei auf die Literatur verwiesen (2.8.: Fenichel & Murphy, 1985). Beurteilungskriterien für die Software sind neben dem Preis (Variation von g 30. bis $ 900. und darüber) und der geräte bzw. betriebssystemspezifischen Eignung hauptsächlich der Leistungsumfang bzw. Komfort. lm folgenden wird versucht, die erforderlichen Leistungsmerkmale stichwortartig darzustellen und damit gleichzeitig auch einen Überblick über die Funktionsweise dieser Programme die Rede ist von jenen der Kategorie (a) zu vermitteln (vgl. dazu auch: Barr & Rogers, 1984; Benson, 1985; Downloading, 1986a; Fenichel, 1985; Howitt & Weinberger, 1984; Lasbo, 1984; Li, 1985; Mason, 1985; Trautman et al., 1985; Wetzel, 1985). Term i n alei nstell u ng u nd LogonProzed u r Setzen gespeicherter netz und hostspezifischer Parameter: Baudrate, Duplexeinstellung (Full/Half), Wortlänge (7 oder 8 Bits pro Zeichen), Parität (Even/Odd/None), Zahl der Stopbits (1 oder 2); Allfällig: Definieren der beim Downloading nicht mitzuspeichernden oder beim Uploading nicht zum Host zu übertragenden Zeichen (2.B. Kontrollzeichen aus Tex! verarbeitungsprogrammen); Allfällig: Emulieren eines spezifischen Terminaltyps (2.B. eines bestimmten Graphikterminals); Hostanwahl und Logon (automatisch/halbautomatisch): Uploading automatische Telefonwahl bzw. wiederwahl; USA! automatisches Senden von Netzadressen (NUAs), eventuell mit automatischem Wechsel von NUA bzw. Netzwerk bei Nichterreichen des Hosts; Durchführung der LogonProzedur: Senden von Benutzerkennung, Paßwort und sonstigen erforderlichen Daten; die Unterdrückung der Wiedergabe des Paßworts sollte gewährleistet sein!,,automatisch" meint ein selbständiges Reagieren des Programms auf das Verhalten von Netz bzw. Host (Pausieren, Erkennen der PromptSignale des Hosts, etc.); dabei kommen sogenannte,,macros" (Kommandofolgen, die durch Drücken nur einer Taste abgesetzt werden können) zum Einsatz.,,Halbautomatisch" bedeutet dagegen, dab die einzelnen Sequenzen der Anwahl bzw. Logonprozedur einzelnen Funktionstasten zugeordnet werden, die manuell zu betätigen sind. OfflineVorbereitung von Eingabedateien mittels Textverarbeitungsprogrammen: Manche Softwarepakete haben solche Editoren bereits eingebaut. Wenn das nicht der Fall ist, so erscheint es vorteilhaft, in ein Textverarbeitungsprogramm hinüberwechseln zu können, ohne die Kommunikationssoftware verlassen zu müssen. Einfache UploadingVerfahren: Hier erfolgt eine Zuordnung von Zeichenfolgen (Eingabetexten): entweder zu einzelnen Funktionstasten; oder zu einzelnen Textfiles (jede Zeile = 1 File); oder auch zu einem gesamten Textfile, das zeilenweise aufgerufen/abgesendet wird ; oder zu Kombinationen dieser Varianten. Komplexe UploadingVerfahren: Bei diesen werden ganze Recherchestrategien vordefiniert, die mehr oder weniger automatisch abgearbeitet werden. Kritische Aspekte dabei sind: Wieweit können die Reaktionen des Hosts antizipiert werden? Wieweit ist ein interaktives Eingreifen durch den Rechercheur möglich (wenn ja: bei jedem Rechercheschritt?) bzw. nicht möglich? (Es gibt Software, die dies nicht erlaubt!); Das Kommando zum Druck bzw. Display von Ergebnissen ist meist nicht vollständig vorprogrammierbar; Wieweit ist ein wiederholtes Senden derselben Eingabefiles bzw. ein,,zurückgehen" in der Recherchestrategie möglich? Komfort bei der Dialogführung: Die folgenden Aspekte sind nicht selbstverständlicherweise in jedem angebotenen Telekommunikationsprogramm realisiert, erscheinen aber durchaus wichtig: Die Software muß gestatten, ein echtes,,break" Signal zu senden, das als Unterbrechungskommando bei vielen Hosts erforderlich ist; Das Editieren von Eingabetexten sollte auch noch während der OnlineVerbindung möglich sein (2.B. mittels,, Fenstertechnik"); Beim Uploading größerer Textdateien sollte stets auch eine saubere Darstellung dieser Texte auf dem Bildschirm erfolgen; Während des Uploading sollte es möglich sein, allfällige HilfeFunktionen der verwendeten Software zu aktivieren. Downloading Alle Telekommunikationsprogramme unterstützen Downloading, allerdings variieren sie stark hinsichtlich der Art und Weise bzw. im Komfort dieser Unterstützung. Die folgenden Punkte sollen dies näher verdeutlichen: Das Eröffnen/Benennen einer Plattendatei (Diskette, Festplatte) erfolgt: entweder vor Aufnahme der OnlineVerbindung, oder erst nach deren Abschluß. Fallweise ist auch das,,anhängen" an eine vorhandene Datei möglich. Das Mitspeichern ist während der OnlineVerbindung: entweder ständig frei ein/ausschaltbar, oder es wird der gesamte Dialog mitgespeichert. Das Mitspeichern erfolgt: entweder direkt auf die Diskette/Festplatte, oder in einen,,buffer" (einen Teil des Hauptspeichers), dessen lnhalt in Abhängigkeit von seiner Größe erst auf die Platte geschrieben wird, wenn er voll ist oder wenn die OnlineVerbindung beendet ist. lm ersteren Fall muß das Programm den sendenden Host durch ein,,handshaking protocol" anweisen, seinen Datenfluß für die Dauer des Speichervorgangs zu verlangsamen, um keine Daten zuverlieren. ln beiden Fällen muß nach Abschluß der OnlineVerbindung der noch im Hauptspeicher be AB Technik 6, 1986, Nn 3

5 Oberhauser: Downloading und Uploading im ludbereich findliche Teil der Daten (d.h. der gesamte Mitschnitt oder der restliche Teil davon),,manuell" (d.h. durch Kommandoeingabe) auf die Platte geschrieben werden, was eine wesentliche Fehlerquelle (durch Vergessen!) darstellt. Das Mitdrucken während des OnlineDialoges ist: möglich/nicht möglich; bzw. während des Dialoges frei ein/ausschaltbar oder nur fix (d.h. für den gesamten Dialog) wählbar. Da die meisten Drucker bei den schnelleren Übertragungsraten (2. B. bereits bei 1200 Baud) nicht mithalten können, ergibt sich hier auch die Frage nach dem Vorhandensein bzw der Größe eines separaten Pufferbereichs (,,spooler") für den Drucker. Das Abschließen der MitschnittDatei auf dem Plattenspeicher wird nach Abschluß der OnlineVerbindung bzw. beim Ausstieg aus dem Telekommunikationsprogramm: automatisch vorgenommen, bzw. muß vom Anwender,,manuell" durchgeführt werden, was eine häufige Fehlerquelle (durch Vergessen) mit Datenverlust darstellt. Zusätzliche Komfortaspekte: Anzeige des DownloadingVorgangs über eine StatusLinie am Bildschirm; Möglichkeit, in die Speicherdatei auch online Kommentare (2.8. Datum etc.) hineinzuschreiben; Möglichkeit, während der OnlineVerbindung im Dialogmitschnitt zu rückzublättern. Für die gesamte Dialogführung gilt übrigens, daß das Umschalten zwischen dem Kommandomodus (der dem Programm bestimmte Anweisungen erteilt, z.b. Mitspeichern ein/aus, etc.) und dem Eingabemodus (Anweisungen an den Host) möglichst einfach sein sollte. Manche Programme ermöglichen es, dem Telekommunikationsprogramm auch dann Anweisungen zu erteilen, wenn man sich im Ubertragungsmodus bef indet. Ein weiteres Komfortkriterium, das für das Telekommunikationsprogramm im gesamten gilt, ist die Forderung nach einer guten Benutzerführung (idealerweise durch Menütechnik, die für routinierte Anwender durch einen verkürzten,,expertenmodus" ersetzbar sein sollte). Ebenso ist bei der Auswahl entsprechender Software unbedingt auf Qualität und Umfang der zugehörigen Dokumentation (Manuals, Anleitungen) zu achten. 3 Weiterverarbeitung von Daten aus dem Downloading Der Einsatz von Mikrocomputern und die Möglichkeit, mit ihrer Hilfe auch größere Datenbestände auf lokale Speicher zu übertragen, ließ vielfach Euphorie bezüglich der weiteren Nutzbarkeit derartiger Mitschnittdateien aufkommen.,,downloading und was dann?" war dagegen der Titel einer Präsentation auf dem Deutschen Dokumentartag 1984 in Darmstadt, die eher vermuten ließ, daß dies nur durch mühevolle manuelle Nachbearbeitung erreichbar sei. Werden nun durch Downloading Probleme gelöst oder neue Probleme geschaffen? Welche Möglichkeiten bestehen tatsächlich, um Daten aus dem Downloading sinnvoll weiterzuverarbeiten? Die Beantwortung dieser Fragen hängt zum Teil davon ab, welche Ziele mit dem Downloading verbunden werden. ln Vergröberung einer Typologisierung aus der eingangs erwähnten CuadraStudie (Wanger, 1983) können dies zwei unterschiedliche Zielsetzungen sein: (a) Downloading wird betrieben, um dem Endbenutzer einer lnformationseinrichtung ein schnelleres bzw. ansprechenderes und vielleicht auch qualitativ besseres Ergebnis einer OnlineRecherche zu liefern. Diese Anwendung ist z.b. für informationsvermittelnde lnstanzen von lnteresse. (b) Downloading wird betrieben, um Daten aus großen, dislozierten Datenbanken in kleinere, lokale Datenbanken Vorher: e/7 / ID. NO. EI ONLINE ENHANCEI'IENTS Doe, John A. Jn Online st v 3 n 2 May 1984 p 2L2 CODEN:,IONLST ISSN Nachher: Engineering Ind,ex 1984, Issue 06, Abstract Nunber 03232I ONLINE ENHA}{CEI{ENTS Doe, John A. Journal of Online Studies. v 3 n 2 May 1984 p 2L2. Clemson UnJ.versity # 2666.J33 Abbildung 1: Beispiel für eine Zitatoptimierung (Datenbank: COMPENDEX, Host: DIALOG) mit einem Programm von Murr (1984) AB Technik 6, 1986, Nr 3

6 Oberhauser: Downloading und Uploading im ludbereich zu übernehmen bzw. um sie hier in verschiedener Weise zu manipulieren und (mehr oder weniger auf Dauer) weiterzuverwenden. Eine solche Anwendung ist z.b. für Spezialbibliotheken, Dokumentationseinrichtungen oder auch für den einzelnen Endbenutzer selbst von lnleresse. 3.1 Kurzfristige Speicherung und Bearbeitung lm ersteren Fall sind folgende Vorgangsweisen möglich (Murr, 1984): Ausdrucken des Mitgespeicherten, so wie es vom Host gekommen ist; in diesem Fall nützt man nur die raschere Datenübertragung und vernachlässigt die eigentlichen Fähigkeiten des Mikrocomputers; Verwendung eines Textverarbeitungsprogrammes, einer Spezialsoftware für Telekommunikation mit integrierten Editierfunktionen, oder eines maßgeschneiderten, oft selbstgefertigten Programmes. Je nach Leistungsfähigkeit der eingesetzten Software strebt man an: Eliminieren irrelevanter Ergebnisse (lntention oft auch: lmagegewinn beim Endbenutzer durch Übergabe ballastfreier Resultate); Löschen des Rechercheprotokolls (Eingaben, Systemreaktionen); Verschönerung des Outputs (2.B.,,highlighting", verbesserte Feldkennungen, Auflösen von Abkürzungen, etc.); Erkennen bzw. Entfernen von Doppelzitaten; Umformatieren der Ergebnisse in ein standardisiertes Ausdruckformat; Einfügen von Kommentaren und Erläuterungen. Natürlich ist bereits durch den Einsatz von Textverarbeitungsprogrammen im Prinzip vieles aus dieser Liste erreichbar. Je höher die Ansprüche und je umfangreicher die anfallenden Daten sind, desto mühsamer und zeitaufwendiger gestaltet sich jedoch ein solches Vorgehen. Eine lnformationsvermittlungsstelle, die Downloading betreibt, um den Endbenutzer rascher mit den Rechercheergebnissen zu versorgen, würde in einem solchen Fall verglichen mit den herkömmlichen OfflineAusdrucken beim Hostsystem einen gewaltigen Mehraufwand an Bearbeitungszeit in Kauf nehmen müssen. Häufig werden daher in sol chen Fällen relativ einfache, oft selbst (2.8. in BASIC) programmierte Softwareprodukte eingesetzt, die dem lnformationsvermittler einen Teil der genannten Funktionen (2.8. Verschönern und Vereinheitlichen des Outputs) abzunehmen in der Lage sind. Meist sind solche Programme allerdings spezifisch auf das Ausgabeformat einer bestimmten Datenbasis oder eines bestimmten Hostsystems beschränkt (vgl. z.b.: Grotophorst, 1984; Murr, 1984). Abb.1 zeigt ein Beispiel für ein solches Programm, das spezifisch für die Optimierung von Zitaten aus der Datenbank COM PENDEX (gedruckte Version: ENGINEERING INDEX) in der Version des Hostsystems DIALOG geschrieben wurde. An einem fiktiven Zitat aus dieser Datenbank wird gezeigt, welche Anderungen das Programm unterstützt: Entfernen der laufenden Nummer des Ausgabenkommandos pfl3q; Entfernen der internen DIALOGAccessionNumber (e9eeeee); Auflösung der COMPENDEXIDNUMBER (El ); Auflösung des Zeitschriftentitels; Entfernen von CODEN und ISSN; Hinzufügen der lokalen Bibliothekssignatur (Clemson Univ.); Außerdem: Löschen aller Systemmeldungen. 3.2 Bearbeitung für lokale Datenbanken lm zweiten Fall sollen die aus dem Downloading stammenden Daten in Anwendungsprogramme überführt werden, um damit bestimmte lnformationsprodukte (2.B. größere Bibliographien, meist: lokale Datenbanken) zu erzeugen. Solche Anwendungsprogramme können sein (Benson & Clark, 1985): File Management Systeme (elektronische Karteikästen); Datenbanksysteme (numerische und Textsysteme); Spreadsheets (Tabellenanalyse und Prognoseprogramme für numerische Daten). Für all diese Programme ist stets eine Umformatierung der Daten aus dem Downloading erforderlich, da die Anwendungsprogramme den lnput nicht als reinen ASCI Text, sondern in hochstrukturierter Form erwarten. Eine Ausnahme bilden die vielfach auf dem POSoftwaremarkt angebotenen sogenannten,,volltextdatenbanken", bei denen automatisch jedes Wort eines Ergebnisdatensatzes invertiert wird (allenfalls mit Ausnahme vorher definierter Stoppwörter), die aber mit dem Begriff,,Aufbau lokaler Datenbanken" nicht allzuviel zu tun haben. lm folgenden wird von den Erfordernissen der Uberführung in echte Datenbankoder Retrievalsysteme ausgegangen, wobei das Augenmerk primär auf bibliographischen Dokumentationseinheiten liegt. ln der Notwendigkeit der Umformatierung liegen nun einige Probleme von nicht unbeträchtlichem Ausmaß: Die Umformatierung der Datensätze (Dokumentationseinheiten) kann zwar im Prinzip,,manuell", d.h. durch d ie Verwendu n g eines Textverarbeitu ngsprog rammes geschehen, doch gilt hier das oben über Aufwand und Mühseligkeit Gesagte in verstärktem Maße. Mit anderen Worten: Geeignete Software ist hier nahezu unerläßlich. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden Personen bzw. lnstanzen, die lokale Datenbanken aufbauen wollen, nicht nur Daten aus einer Quelle beziehen, sondern sehr häufig aus den verschiedensten Quellen, z.b. aus mehreren Datenbasen und von mehreren Hosts. Die Software muß daher in der Lage sein, lnformationen, die mittels Downloading von verschiedenen Systemen und Datenbanken gewonnen wurden, zu verarbeiten, d.h. in ein Einheitsformat umzusetzen. Die Ausgabeformate der verschiedenen Datenquellen sind jedoch zt. äußerst unterschiedlich. Ausgabeformate, die dezidiert für die Fremddatennutzung bestimmt sind also eigentlich bereits wieder,,lnputformate" darstellen, werden traditionell nur von Katalogisierungssystemen wie OCLC oder RLIN geliefert (vgl. z.b.: Farmer, 1983; Brewer, 1985). Bibliographische Hosts wie DIALOG, SDC, ESA usw. liefern dagegen üblicherweise,,outputformate" (Wanger, 1985), AB Technik 6, 1986, Nr 3

7 Oberhauser: Downloading und Uploading im ludbereich /3O6L ll,braries and electronic data proceeslng: new trends and co rparison of nodels Ln use bibllothek und edv: neue trends und anwendungsnod,elle iur vergleich stock, karl f. nlttellungen der vere!.nigung osterreichischer blbliothekare 36 (3) oct 83, refs LN{GUAGES: gernan the vorarlberg state library held a seminar entltled llbraries and electronic data processing fron 1415 apr 83 in lochau. one of the talks given had as lts subject new trends and the cornparison of systens in use ln libraries. electronic data processing is beconing more decentralised; this trend is called distributed data processing. where automation is introduced lnto libraries it is usually ln the lending system or cataloguing. it is of greatest advantage to libraries to introduce autonatic cataloguing systens first as this also benefits lending processes. there are 3 systems in use in austrian libraries: oclc, ibas and bibos. the 3 systens have many points in connon 'such as the lntegration of all library processes in a local automation system, the ability to extend the range of processes, and the ability to collect data from external data banks. the systen which has had most use in llbraries is oclc whereas bibos is a comparatively recent system DESCRIPTORS: technical processes and serlrrices ; computerised technical processes and senrices i austria SECTION HEADINGS: LIBRARIN{SHIPi conputerlsed; austria SECTION HEADING CODES: saoqd435 Abbildung 2: Beispiel für eine Dokumentationseinheit aus der Datenbank LISA (Library & lnformation Science Abstracts) im traditionellen Ausgabeformat des Hostsystems DIALOG d.h. Zitate in optisch gefälliger, aber durchaus nicht ausreichend strukturierter Form. Es kann nicht einmal grundsätzlich davon ausgegangen werden, daß diese Displayformate Kennungen für die einzelnen Datenfelder (Autor, Titel, Quelle, Abstract, usw.) enthalten. Beispielsweise hat das Hostsystem DIALOG erst 1985 auf Verlangen seiner Kunden damit begonnen, den sogenannten,,tagged output" einzuführen ein Ausgabeformat mit Feldkennungen und Feldbegrenzungszeichen, das allerdings immer noch nicht für alle DIALOG Datenbanken verfügbar ist. Welche Unterschiede dadurch entstehen bzw. welche Möglichkeiten sich aus dem neuen Format für die Anwendung einer Umformatierungssoftware ergeben, zeigt ein Vergleich der Formate in Abb. 2 und Abb. 3. Auch wenn Feldkennungen geboten werden, wird es häufig Datenfelder geben, die in sich mehrere Elemente vereinigen, deren Struktur auf mechanischem Wege nicht immer leicht zu erkennen ist. Ein Beispiel ist etwa die Angabe der bibliographischen Quelle. Das Analysieren und Erkennen von Datenelementen innerhalb eines solchen Feldes auch als,,parsing" bezeichnet ist durchaus keine triviale Aufgabe für die erforderliche Software, welche zudem auch die zwischen Datenbanken und Hosts variierenden Zitierweisen sowie die im gleichen Datenfeld aufgrund unterschiedlicher Dokumententypen variierenden Datenelemente zu bewältigen hat. Schließlich muß auch noch berücksichtigt werden, daß die Ausgabeformate diverser Hosts immer wieder geändert werden, wobei die Kunden meist weder rechtzeitig davon informiert, noch um ihre Meinung dazu gefragt werden. Konvertierungsprogramme sind in diesem Punkt äußerst verwundbar (Ralph, 1985). Eine relativ ausführliche Beschreibung eines Projektes, bei dem es um die Umformatierung von Dokumentationseinheiten aus mehreren Datenbanken und Hostsystemen ging, berichtet, daß dieser Prozeß in drei iterativen, nicht völlig automatisierbaren Phasen verliel (Goldstein & Prettyman, 1985). Diese seien der Anschaulichkeit halber im folgenden aufgelistet: Phase 1: Vorbearbeitung Vereinheitlichung der Feldkennungen; Einlührung von Feldern für Ursprungsdatenbank und Host, sowie Auffüllen derselben; AB Technik 6, 1986, Nr 3

8 FN LISA FILE 61 Al[ Al{ <LISA> Tr rlbraries and electronic data processj,ng: new trend,s and comparison of nodels i,n use Tr <Translated> bibrlothek und edv: neue trends und anwendungsnodelle in vergleich AU stock, karl I f. I,rN nitteilungen der vereinlgtung osterreichlscher bibliothekare I P9 36 (3) oct 83, s refil LA gerran l AB the vorarlberg state library hejd a seninar entitled Iibraries and electronic dala processing frorn l4ls apr 93 lochau. in one of the talks given had as its subject new trends and the comparison of systems in use in libralies. electronic data processing ls becoming more decentrarised; this trend is called distributed data pröcessing. where automation is introduced into llbrarieä lt is uäually in the ienaing system or cataloguing. it is of greatest advantaqe to librariesto introduce automatic cataläguing systens first.= tfti= also benefits lending processes. thäreare 3 systems in use in austrian libraries: oclc, ibas and bibos. the 3 systems have many points ln cornmon such as the integration ot ätt iifiä"v processes in a local automation systen, the ability to exteia the range_of processes, and the auffity to collect data fronr external data banks. the system which lras had nost use in libraries is oclc whereas uiuos is a comparativery recent systen l DE technical processes and serrrices ; computerised technical processes and selrrices ; austrial SH LfBRLRIAI.ISHIPT computerised; auätria; SC saoqd436l Abbildung 3: Beispiel für eine Dokumentationseinheit aus der Datenbank LISA im,,tagged output format" des Hostsystems DIALOG Vereinigen aller Dokumentationseinheilen in einem Datenbestand; Umsortieren des Formats der einzelnen Dokumentationseinheiten; Ermittlung der Publikationsart und Hinzufügen dieser lnformation; Standardisierung des Formats der Autorennamen (Reihenfolge, Abkürzungen, lnterpunktion). Phase 2: Parsing Aufspüren und ldentifizieren der Datenelemente des Feldes,,source" (bibliographische Quelle) und überführen dieser lnformationen in neue Subfelder. Phase 3: Nachbearbeitung Umsetzung des Textes von Blockschrift in Groß /Kleinschreibung; Standardisierung der Zeitschriftentitel; Korrektur von lnkonsistenzen aus dem Parsing; Auflösung von Abkürzungen in Titeln; Hinzufügen fehlender Daten (lssn, Paginierungen, volle Konferenzbezeichnungen, etc.); Verknüpfen von bibliographischen Ebenen (Einzelne Artikel Gesamter Proceedingsband; Einzelne Buchkapitel Gesamtes Buch). 3.3 Softwarelösungen Welche Softwarelösungen existieren nun für die genannten Problemstellungen? Eine Durchsicht neuerer Literaturstellen zeigt, daß verschiedene Ansätze aufgegriffen wurden und die Palette der beschriebenen Lösungen von einfachen bis zu sehr komplexen und vielseitigen Programmen reicht. Einige Beispiele mögen dies verdeutlichen: Einfache Konvertierungsprogramme (2.8. für eine Datenbank bei einem Host) sind relativ leicht selbst herstellbar (Ralph, 1985). Auch problemspezifische Programme (mit geringem Universalitätsanspruch und evtl. auch beschränkter Verwendungsdauer) können im eigenen Haus hergestellt werden. Beispielsweise wurden bei der Erstellung einer lnhaltsbibliographie für 5000 Festschriften deren AB Technik 6, 1986, Nr 3

9 Oberhauser: Downloading und Uploading im ludbereich Titelaufnahmen mittels Downloading aus OCLC übernommen und im Haus in ein modifiziertes MARC Format überführt (Brewer, 1985). Des öfteren wird für die lnhouseweiterverarbeitung von Daten aus dem Downloading nicht der Mikrocomputer verwendet, sondern ein Großrechner mit entsprechend aufwendiger Softwareausrüstung (2.8. Bollinger et al., 1984). Spezielle MikrocomputerSoftware, die Dokumentationseinheiten aus allen Datenbanken eines einzigen Hostsystems in eine lokale Datenbank überführt, wurde z.b. am College of Librarianship Wales entwickelt (Armstrong & Large, 1985). Konkret handelt es sich um den Host ESA/IRS, der schon seit einigen Jahren das Downloading durch ein spezielles, allerdings teureres Ausgabeformat mit Feldkennungen und Feldbegrenzungszeichen unterstützt. Für die Konvertierung der Ergebnisse aus mehreren Datenbanken verschiedener Hostsysteme leistet z.b. die Komponente,,Personal Data Manager" des bereits erwäh nten I S lsoftwarepaketes SciMate wertvolle H i l festellung, zumal die ersten drei Schritte aus dem oben dargestellten 3PhasenProzeß unterstützt werden (Garfield, 1983a; Goldstein & Prettyman, 1985). Das Softwareprodukt,,Professional Bibliographic Software & BiblioLink" nimmt schließlich für sich in Anspruch, ein umfassendes FrontEndSystem für alle bibliographischen Hosts (,,any online system") zu sein. Es wurde in vierjähriger Arbeit von der amerikanischen Firma Personal Bibliographic Software, lnc. erstellt und läuft auf IBMPC/XT/AT sowie Apple/Maclntosh. Das Programm erlaubt das Mischen der Daten aus unterschiedlichen Quellen sowie das Hinzufügen eigener Datenelemente und Datensätze. Die Daten werden in ein einheitliches Format überführt und in einer lokalen Datenbank gespeichert, die recherchiert, indexiert, editiert und in variablen Formaten ausgedruckt werden kann. Unterstützt werden auch das Eliminieren von Doppelzitaten sowie die Verarbeitung ausländischer Sprach und Sonderzeichen. Bei der Vermarktung wird dezidiert auch der Endbenutzer angesprochen (Rosenberg, 1984; Rosenberg & Benson, 1985). Fast klingt diese Beschreibung zu schön, um für wahr gehalten werden zu können. 4 Wirtschaftliche und rechtliche Probleme Neben den eben geschilderten Problemen und Lösungen verfügt das Thema,,Downloading und Uploading" auch über eine umfangreiche rechtliche und wirtschaftliche Komponente, auf die im vorliegenden Beitrag nur kurz eingegangen werden kann. Übersichten finden sich z.b. bei Mortensen (1984ab) oder Tenopir (1985). lm Falle des Uploading ist das Problem relativ durchschaubar: Auf die dadurch erreichten Verkürzungen der durchschnittlichen Anschaltzeiten bis zu einem Drittel der früheren Zeiten reagierten Hosts und Datenbankproduzenten zf. ganz einfach mit Preiserhöhungen. Auch das Downloading hatte einen leicht erkennbaren Einfluß auf die Preispolitik der Datenbankproduzenten bzw. Hosts, wurden doch in den letzten Jahren bei den meisten Datenbanken Gebühren für online ausgegebene Dokumentationseinheiten eingeführt, während früher nur für die verbrauchte Anschaltzeit bezahlt werden mußte (Jansen, 1984). Darüber hinaus bereitet der lnformationsindustrie vor allem der Umstand größte Verunsicherung, daß Downloading Anhang: Übersicht zu einigen Softwarepaketen für Telekommunikation Name Produzent System/Rechner Preis Literatur ADVANCED LINK ASCII EXPRESS ASYNCH.COMM. SUPPORT CROSSTALK XVI INFOLOG II INSTANTCOM lud SOFTWARE MODEMT PCDIAL PCPLOT PCTALK III PERFECT LINK QMODEM SMARTCOM II HewlettPackard Southwestern Data IBM Microstuf luk Dietrich Rieth lnstant lnformation Genesys GmbH Ward Christensen Jim Button Microplot Systems Headlands Press Perfect Software Forbin Project Hayes Microcomputer HP150 Apple ll IBMPC/Kompatible) IBMPC/Kompatible IBMPC/Kompatible IBMPC/Kompatible RCPartner; SiemensPC CP/M; IBMPC/Komp. IBMPC/Kompatible IBMPC/Kompatible IBMPC/Kompatible IBMPC/Komp.; Columbia IBMPC/Kompatible IBMPC/Kompatible ös $ 130. $ 60. $ 195. DM $ 1oo. DM ) $ 29. $ 95. $ 35. $ 149. $ 10. $ 149. Jüngling, 1985 Holland, 1984; Kolner, 1985a Reck, 1986 Lasbo, 1984; Robinson, 1985 Wetzel, 1985 Hane, 1985 Robinson, 1985 Holland, 1984.),,Gerüst eines Telekommunikationsprogrammes, auf dem z.b. INFOLOG in der urspr. Version aufbaute. ) MODEMT ist,,freeware"! PCDIAL, PCTALK und QMODEM sind,,public domain software", deren Verfasser bei Getallen um Uberweisung des angegebenen Betrages ersuchen. AB Technik Nr 3

10 186 Oberhauser: Downloading und Uploading im ludbereich technisch nicht zu kontrollieren ist. Da es für einen Host nicht feststellbar ist, auf welchem Medium ein Kunde Ergebnisse, die online ausgegeben werden, speichert, kann er auch nicht mit Sicherheit feststellen, wer nun Downloading betreibt und wer nicht. Als wirtschaftlich besonders problematisch gilt für Produzenten und Hosts jene Form des Downloading, bei der die lntention besteht, die Daten lokal weiterzuverarbeiten, auf Dauer zu speichern und mehrfach zu verwenden (Wanger, 1gg3). Da hier manifeste Einnahmeverluste drohen, wurde in diesem Zusammenhang auch von,,piratentum" gesprochen (Feeney & Miller; 1984). ln juristischer Sicht ergeben sich aus dem Downloading vor allem urheberrechtliche Probleme. Eine Copyright Verletzung durch Downloading und Weiterverarbeitung ist vermutlich primär dann gegeben, wenn das gedruckte produkt, auf welchem viele Datenbanken basieren, urheberrechtlich geschützt ist. Diskutiert wird weiters auch, inwieweit Downloading unter der Voraussetzung eines,,fair use" (= nichtkommerzielle, wissenschaftliche Verwendung) rechtlich unbedenklich sei. lnsgesamt gesehen herrscht jedoch eine beträchtliche Rechtsunsicherheit. Nicht zulelzl ist dafür auch die rasche technologische Entwicklung verantwortlich (Beard, 1985; Warrick, 1984). Die Haltungen der Datenbankproduzenten und Hostsysteme zur Problematik des Downloading sind vor diesem Hintergrund sehr uneinheitlich; das Spektrum reicht von Liberalität bis zu völliger Ablehnung. Viele Hosts haben sogenannte,,downloading policies" formuliert, d.s. Regelungen und Stellungnahmen zum Downloading (Downloading policies, 1985; Eusidic, 1986; Goebet, 1986). Die Einhatrung solcher Regelungen auf Kundenseite entzieht sich aber wohl meist der Überwachung. Es kommt daher nicht von ungefähr., daß viele produzenten und Hosts Alternativen zum Downloading suchen, die eine bessere Kontrolle über den Fluß der Daten gestatten. Beispielsweise hat das Hostsystem PERGAMON INFOLINE im Frühjahr 1986 die Möglichkeit eingeführt, anstelle von OfflineAusdrucken die Ergebnisse von Recherchen auf Disketten zu erhalten. Der Datenbankproduzent ERIC verkauft seit geraumer Zeit Teile seines Datenbestandes samt einem Abfrageprogramm auf FloppyDisks (Klausmeier, 1984); weitere Angebote solcher,,subsets" einzelner Datenbanken sind bereits auf dem Markt bzw. werden folgen (Beck, 1985). Die Entwicklung neuer optischer Speichermedien mit großem Speichervolumen (,,laser disks") wird eine solche direkte Vermarktung von Teil oder gar Gesamtdatenbanken sicherlich unterstützen (Orrhammar, 1985). Ob das Downloading dadurch zu einer temporären Erscheinung degradiert wird, wird wohl erst die Zukunft zeigen. 5 Literatur Armstrong, C. J.; Large, J. A.; lnhouse information retrieval of downloaded data. ln: gth lnternat. Online lnform. Meet., London, Dec 35, Oxford: Learned lnform. 1985, S, Barr, D.; Rogers, G. de W: Looking for the perfect program: Communications performance criteria. ln: Byte g (19S4) 13, S Beard, J. J.: Copyright law and downloading. ln: Downloading/Uploading, 1985, S. 606'/. Beck, S. J.: Alternatives to online downloading. ln: Online '85, New York/NY Nov 46, Weston/CT Online lnc. 1985, S Beck, S. J.; Benson, J. A.: Bibliography of downloading and uploading for microcomputer users, librarians, and information specialists. ln: Downloading/Uploading, 1985, S. 'to2129. Benson, J. A.: Terminology of downloading/uploading. ln: Downloading/Uploading, 1985, S. 16. Benson, J. A.; Clark, P. M.: Post processing of downloaded numeric and bibliographic data. ln: Online '85, New York/Ny Nov 46, Weston/CT: Online lnc. 1985, S Bollinger, W A.; Hampel, V. E.; Harrison, l.; Murphy, T. p.; postprocessing of bibliographic citations from DOE/RECON, NA SA/RECON, and DOD/DROLS. tn: 8th lnternar. Online tnform. 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11 Oberhauser: Downloading und Uploading im ludbereich Howitt, D.; Weinberger, M. l.: lnc. Magazine's databasics: Your guide to online business information. New York; London: Garland ( : All about communications software.) Jansen, A. A. J.: Problems and challenges of downloading for database producers. ln: Electron. Libr. 2 (1984) 1, S Jüngling, H.: OnlineLiteraturrecherchen mit einem Mikrocomputersystem (Apple lle). ln: Nachr. Dok. 36 (1985) 3, S Klausmeier, J.: MicroSearch: ERIC's approach to the downloading dilemma. ln: Proc. 5th Nat. Online lnform. Meet., New York/NY, Apr 1012, Medford/NJ: Learned lnform. 1984, s Kolner, S. J.: The IBM PC as an online search machine. Part 4: Telecommunications and CROSSTALK XVl. ln: Online 9 (1985a) 4, S Kolner, S. J.: The IBM PC as an online search machine. Part 5: Searching through CROSSTALK. ln: Online I (1985b) 6, S Kraft, R.P.: Anforderungen an Microcomputer für Online Literturrecherchen bei HostRechnern. ln: Nachr. 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Meet., London, Dec 68, Oxford: Learned lnform. 1983, S Wanger, J.: Downloading data for use in a local database: The STAR experience. ln: Proc. 6th Nat. Online Meet., New YoTUNY Apr 30May 2, Medford/NJ: Learned lnform. 1985, S Warrick, T. S.: Large databases, small computers and fast modems... An attorney looks at the legal ramifications of downloading. ln: Online I 0984) 4, S Wetzel, E.: RC 750 Partner: Die neue Dialogstation der GlD. ln: ABITech. 5 (1985) 4, S Wilbur, H. L.: The ORBIT Search Master system: A search management tool. ln: Downloading/Uploading, 1985, S Williams, M. E.: Highlights of the online database field Statistics, downloading and microprocessors. ln: 4th Nat. Online Meet., New York/NY Apt 1214, Medford/NJ: Learned lnform. 1983, S. 13. WALTER J. JOHNSON, lnc.nr Norwood, New Jersey 07648/USA N(/tr\ U! 355 chestnut street Wissenschaftliche ' ' Zeit. I allerfachgebiete in allen sprachen ""nriit* iäu" ää"n", J Ankaul und Verkauf: WissenschaftlicheZeitschriften, komplette Reihen und Einzelbände Handbücher AkademiePublikationen Wertvolle Einzelwerke, besonders Naturwissenschaften Nachlaßbibliotheken aller Fachgebiete Neue Bücher in allen Sprachen. TelegrammAdresse: BOOKJOHNS NEW YORK, N.Y. Telefon: (201) u^d (212) Telex: Zweign iederlassung: Walter J. Johnson, lnc. Geschäftsstelle in Deutschland: Goldbergweg 4, D6000 Frankfurt/M. 70, Telefon (0611) Kataloge auf Anfrage. Ablex Publishinq Corporatlon ' Books, Advances and Journals in the Social Behavioral and Biomedical Science. 355 Chestnut Street, Norwood, N.J Telephone: (201) , Telex: Cable Address: Bookjohns Norwood New Jersey AB Technik 6, 1986, Nr 3

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