Souverän Auftreten in Sprache und Körpersprache

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1 Souverän Auftreten in Sprache und Körpersprache Informationen und Tipps für Frauen beim Netzwerktreffen berufstätiger Frauen am in Böblingen Selbstdarstellung beginnt in Kopf und Herz! Selbstachtung und Selbstvertrauen: Selbstvertrauen und Selbstachtung sind wichtige Voraussetzungen für eine gelungene Selbstdarstellung. Selbstachtung beruht auf dem Recht, wir selbst zu sein der Anerkennung und Selbst-Wertschätzung unserer Fähigkeiten, unserer Erfahrungen, Leistungen, Gefühle, aber auch der Akzeptanz unserer Schwächen und Lernfelder Fragen: 1. Was denken Sie über sich selbst? Welches Bild von sich haben Sie? 2. Wissen Sie wie Sie wirken, wenn Ihre Selbstachtung groß ist? Wissen Sie wie Sie wirken, wenn Ihre Selbstachtung gering ist? Selbstvertrauen Wenn wir uns um uns kümmern um Seele, Geist, Verstand, Körper dann wächst oft unserer Selbstvertrauen. Doch auch unser Selbstvertrauen unterliegt Schwankungen. Fragen: Was kann Ihnen Selbstvertrauen geben oder Ihr Selbstvertrauen stärken? Was kann Ihr Selbstvertrauen untergraben? 1

2 Sichere Körpersprache Ihre Körpersprache also Ihre Haltung, wie Sie sich bewegen, sitzen, sich zeigen, Ihre Mimik und Gestik geben Auskunft über Ihre Persönlichkeit Ihren Status Ihre momentane Rolle Ihre Gefühlslage Ihre Meinung oder Haltung in der momentanen Situation Was gehört zur Körpersprache? Haltung: Stellung des Körpers (aufrecht / angespannt) und Bewegungen (gehe ich langsam, schnell...), aber auch Abstand zu einer Person Eine abrupte Veränderung der äußeren Haltung bedeutet auch immer eine Veränderungen der inneren Haltung (z. B.: Ich beuge mich plötzlich in einem Gespräch zu meinem Gesprächspartner vor) Gestik: Unter Gestik verstehen wir alle Arm- und Kopfbewegungen und haltungen. (z. B. Kopfschütteln bei Ablehnung, Winken zum Abschied) Mimik: Unter Mimik verstehen wir alle Erscheinungen, die im Gesicht des Menschen zu beobachten (z. B Augenbrauen hochziehen bei Skepsis) Stimme: Tonfall, Lautstärke, Schnelligkeit (so wirkt ein schnell sprechender Mensch eher nervös oder hektisch) Mit unserer Körpersprache können wir unsere Worte unterstreichen oder ihnen widersprechen. Beispiele für Widersprechen: Ich sage Ich freue mich, dich zu sehen, dabei sind meine Arme verschränkt und meine Mundwinkel nach unten gezogen. 2

3 Ich schreie: Ich rege mich gar nicht auf! Ich sage: Mir geht es ausgezeichnet, dabei hängen meine Schultern nach unten und meine Stimme klingt traurig Oft bemerken wir die Körpersprache eines Menschen nur dann, wenn sie seinen Worten widerspricht. Dann jedoch vertrauen wir instinktiv der Körpersprache. Körpersprachliche Signale der Sicherheit 1. Haltung zeigen Welche Haltung möchten Sie vermitteln: Ich habe etwas zu bieten oder Ich hoffe Sie finden mein Angebot überhaupt interessant. 1.a Zusammenhang innere und äußere Haltung Unsere innere Haltung, unsere Gefühle und Gedanken beeinflussen unsere äußere Haltung. Fühlen wir uns unwohl und unsicher drückt sich das oft auch körpersprachlich aus. Anderseits wirkt unsere äußere Haltung auch auf unsere innere Verfassung. Stehen wir offen, aufrecht und lächeln freundlich, kann sich das auch auf unsere Gedanken und Gefühle auswirken. Deshalb: Manchen Sie sich vor Ihrem Auftritt Ihre innere Haltung bewusst und überprüfen Sie auch Ihre äußere Haltung. Überlegen Sie, was Sie brauchen, um in eine positive Haltung zu kommen. Übung: Was könnte Ihnen helfen, vor einem wichtigen Auftritt in eine positive Haltung zu kommen? Notieren Sie sich einige Gedanken. 2. Mimik, Gesichtsausdruck Wie möchten Sie wirken: Freundlich, entschlossen, bescheiden? Möchten Sie Dinge ernst und mit Nachdruck formulieren oder sich lieber nicht so ernst nehmen? Je nachdem wirkt Ihre Mimik und Ihr Gesichtsausdruck. So kann ein Lächeln an der richtigen Stelle freundlich und offen wirken, oder aber, wenn Sie zum Beispiel dauernd lächeln, eher unsicher. 3

4 3. Blickkontakt Blickkontakt signalisiert Wertschätzung und Respekt, zeigt dass wir zuhören. Allerdings können und müssen wir nicht ständig Blickkontakt halten. So ist es ganz natürlich, das wir beim Beantworten von Fragen kurz den Blick nach oben, unten oder zur Seite richten. 4. Gestik Auch die Gestik sagt viel über unsere momentane Verfassung, Haltung oder gar Persönlichkeit aus. Bestimmte Gesten können sicher oder unsicher wirken. So kann ein schlaffer Händedruck kontaktarm oder schüchtern wirken, vor der Brust verschränkte Arme ablehnend oder verschlossen. Beachten Sie: Manche Menschen sprechen mehr oder weniger mit den Händen. Versuchen Sie nicht Ihre natürliche Art zu unterdrücken. Körpersprachliche Signale der Unsicherheit Gerade Frauen setzen in ihre Körpersprache oft Signale der Unsicherheit. Das können sein: Verlegenheitsgesten: Kauen auf den Lippen, Spielen an Schmuck, Haaren, Kleidung etc. Das unsichere Lächeln: Lächeln ist ein doppeldeutiges Signal, mit dem zweierlei zum Ausdruck gebraucht wird: Freude und Zustimmung, aber auch Besänftigung und Unterwerfung. Oft relativieren gerade Frauen mit ihrem Lächeln ihre Aussagen und Forderungen. Sie sprechen zwar eindeutige Worte, aber ihr Lächeln sagt: Nimm mich nicht so ernst. Übung: Achten Sie einmal darauf, wann Sie lächeln. Üben Sie zum Beispiel laut Forderungen zu stellen oder über Ihre Kompetenzen zu sprechen ohne zu lächeln. 4

5 Das Kopfnicken: Viele Frauen neigen dazu, automatisch mit dem Kopf zu nicken, wenn sie jemandem zuhören. Sie nicken selbst dann, wenn sie anderer Meinungen sind. Hierbei kommt es nicht selten zu Missverständnissen: Das Gegenüber interpretiert das Kopfnicken als Zustimmung oder Aufforderung weiterzureden. Die raumsparende Körperhaltung: Sich klein und schmal machen durch eng am Körper gehaltene Arme, verschränkte Beine, gebeugte Rücken etc. Übung: Setzen Sie sich raumeinnehmend hin ohne aggressiv oder dominant zu wirken. Der schiefgelegte Kopf: Eine typisch Klein-Mädchen-Haltung, die signalisiert: Ich bin ganz lieb! Stimme und Botschaft Stimmmerkmale 1. Sprechtempo: schnell / langsam 2. Stimmklang: klar / belegt, heiser, rau 3. Sprechmelodie: wechselhaft / monoton 4. Lautstärke: laut / leise 5. Tonlage: hoch / tief 6. Resonanz: viel (Brustton) / wenig 7. Sprechrhythmus: flüssig / abgehackt Einige Merkmale können Sie nicht oder wenig beeinflussen. Sie prägen Ihren persönlichen Sprechstil. Sicherer wirkt ein eher langsamer, klarer, wechselhafter, angemessen lauter, flüssiger und resonanzreicher Sprechstil in tieferer Tonlage. 5

6 Wichtig: Versuchen klar und deutlich zu sprechen und machen Sie Sprechpausen! Die selbstsichere Sprache speziell für Frauen Frauen neigen manchmal dazu, ihre Leistungen und Kompetenzen sprachlich abzuschwächen und zu verkleinern. Typische Formen des Tiefstapelns sind: 1. Fähigkeiten und Stärken werden neutral, ohne positive Wertung geschildert. Beispiel: Ich arbeite seit zehn Jahren in diesem Sachgebiet. Besser: Ich arbeite seit zehn Jahren erfolgreich in diesem Sachgebiet. 2. Erbrachte Leistungen und Erfolge werden als Glückssache dargestellt. Beispiel: Da hatte ich dann Glück, dass ich das noch hinbekommen habe. Besser: Das habe ich dann auch noch gut/erfolgreich hinbekommen. 3. Gute Ergebnisse werden durch Verneinung ausgedrückt. Beispiel: Meine Arbeitszeugnisse sind nicht schlecht. Besser: Meine Arbeitszeugnisse sind gut. 4. Benutzung von Weichmachern und Relativierungen durch Begriffe wie eigentlich irgendwie, manchmal ein bisschen... Beispiel: Da habe ich irgendwie schon Verantwortung übernommen Besser: Da habe ich Verantwortung übernommen 6

7 5. Negative Ausdrucksweise Rednerin A sagt: Bitte entschuldigen Sie, meine Damen und Herren - diese Woche hatte ich sehr viel zu tun. Dauernd musste ich mich um andere Sachen kümmern. Leider hatte ich deshalb für die Vorbereitung meines Vortrages zu wenig Zeit. Ich versuche aber trotzdem Ihnen den Lagebericht zu erläutern. 6. Rednerin B sagt: Sehr geehrte Damen und Herren, aufgrund unserer guten Auftragslage, sind wir alle im Moment sehr stark angespannt, weshalb ich Ihnen mit dem Lagebericht kurz und prägnant die wesentlichen Punkte darstellen möchte. Obwohl beide Rednerinnen grundsätzlich das gleiche gesagt haben, nämlich dass für den Lagebericht zu wenig Zeit ist, werden Sie bestimmt gemerkt haben, dass die Äußerung von Redner B wesentlich positiver und konkreter klang. Ihre Sprache wirkt souverän, wenn Sie sich, Ihre Kompetenzen, Fähigkeiten, Leistungen, Vorhaben etc. positiv darstellen Sie eindeutig und klar formulieren Sie Ihre Wünsche als Appell deutlich formulieren Sie aktive Aussagen wählen (Ich mache das statt Ich würde das machen) Sie Floskeln und Schachtelsätze vermeiden Sie Übertreibungen vermeiden Vorsicht beim Sprechen über Gefühle: das ist nicht immer angebracht und kann Verwirrung beim Gegenüber auslösen 7

8 Anleitung zur Muthaltung 1. Erinnern Sie sich an eine schwierige Situation in Ihrem Leben, die Sie erfolgreich bewältigt haben. Mit dieser positiven Erfahrung haben Sie einen Vorrat an Stärke, Zuversicht, Mut und Selbstvertrauen angesammelt. Wählen Sie ein Ereignis aus und verfestigen Sie dieses für einige Minuten in Ihrem Gedächtnis. 2. Konzentrieren Sie sich auf dieses positive Gefühl. Schöpfen Sie Kraft aus der Situation, die Sie in der Vergangenheit selbstsicher und kompetent bewältigt haben. Nehmen Sie sich kurz Zeit und lassen Sie diese Selbstsicherheit in Ihnen wachsen. 3. Nehmen Sie jetzt bitte eine Körperhaltung ein, die für Sie Stärke, Zuversicht und Mut ausdrückt. Setzen Sie sich aufrecht hin, richten die Wirbelsäule auf, lassen die Schultern locker und breiter werden. 4. Versuchen Sie jetzt mehr und mehr zu entspannen. Bringen Sie Ihre Arme in eine bequeme Haltung, entspannen Sie Ihre Hände. Entspannen Sie auch Ihre Gesichtspartie: Die Augen, die Stirn, den Mund. Atmen Sie ruhig und gleichmäßig. 5. Wenn Sie jetzt entspannt sitzen, prägen Sie sich diese Muthaltung ein. Machen Sie eine Art inneres Foto. Durch diese Speicherung finden Sie vor oder in einer schwierigen Situation wieder zu dieser Muthaltung. 8

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