Deskriptive Statistik Kapitel I - Einführung

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1 Deskriptive Statistik Georg Bol, Markus Höchstötter April 26, 2006

2 Statistiken berühren uns täglich...

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7 Georg Bol, Markus Ho chsto tter... und natu rlich Daten aus der Wirtschaft... Kapitel I - Einfu hrung

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9 - Ein paar Auszüge aus So lügt man mit Statistik von Prof. Dr. Walter Krämer, Uni Dortmund, FB Statistik - Viele... Statistiken sind falsch. Einige sind bewußt manipuliert, andere nur unpassend... Die ehrliche Präsentation von Fakten ist keine Sache des Könnens, sondern des Wollens. Meldung einer bekannten deutschen Partei: Wir haben den Anteil unserer weiblichen Abgeordneten um 50 Prozent erhöht!... Zuerst waren es vier, jetzt sind es sechs. Zitat von Elisabeth Noelle-Neumann, Meinungsforscherin: Es ist mir noch heute rätselhaft, daß man herausbringt, was sechzig Millionen Menschen denken, wenn man zweitausend Menschen befragt. Erklären kann ich es nicht. Es ist eben so.

10 Einsatzgebiete von Statistiken: Bund, Länder u. Kommunen (demographische Erhebung bzw. Zensus) Unternehmen (Personalstatistiken, Statistiken aus dem Produktionsprozeß) Marketing (Absatzzahlen, Kundensegmentierung) Naturwissenschaft (Statistiken zur Ableitung/Überprüfung von Gesetzmäßigkeiten)

11 Entwicklung des Begriffes Statistik Zusammenstellung von Zahlen und Daten, die empirische Sachverhalte widergeben, in Tabellen, Zahlenkolonnen oder Grpahiken. Das Wort Statistik stammt vom lateinischen statisticum ( den Staat betreffend ) und dem italienischen statista ( Staatsmann oder Politiker ). Die deutsche Statistik, eingeführt von Gottfried Achenwall (1749), bezeichnete ursprünglich die Lehre von den Daten über den Staat, also Staatstheorie. Im 19. Jahrhundert wurde das Wort durch den Engländer Sir John Sinclair erstmals in seiner heutigen Bedeutung des allgemeinen Sammelns und Auswertens von Daten benutzt. - Wikipedia

12 Zur Geschichte der Statistik Lukas 2,1: Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde v.chr.: Gedenkstein mit Bevölkerungszahlen in Ägypten 4. Buch Moses: Musterung des Volkes auf Anordnung Gottes 4. Buch Samuel: Zählung der wehrfähigen Männer Israels durch König David ( Schon auf dieser Zählung lastete ein Fluch. und David wurde durch Gott bestraft. )

13 Zur Geschichte der Statistik (Forts.) Ab 550 v. Chr. regelmäßige Volkszählung (census) im Römischen Reich Karl d. Große ( ): Bestandsaufnahme der Güter, Domänen, etc.

14 Universitäts- oder Kathederstatistik Lehre von den Staatsmerkwürdigkeiten (merkwürdig im Sinne von bemerkenswert) Sammlung von Informationen über alle den Staat betreffenden Dinge wie Bevölkerung, Wirtschaft, Verwaltung, Militär,... zum Vergleich der Staaten untereinander

15 Vertreter der Kathederstatistik: Veit Ludwig von Seckendorff ( ), Historiker. Fürstenstaat, 1656 Buch Teutscher Hermann Conring ( ), Professor für Philosophie, Medizin und Politik in Helmstedt Martin Schmeitzel( ). Vorlesung Collegium politico-statisticum ( ) Statistik Gottfried Achenwall ( ), Professor in Göttingen. Erste Vorlseung mit dem Titel Statistik, Buch Abriß der Staatswissenschaft der Europäischen Reiche, 1747.

16 Politische Arithmetik Im Gegensatz zur Universitätsstatistik werden die Daten nicht nur zur Beschreibung benutzt, sondern auch, um nach Gesetzmäßigkeiten zu suchen.

17 Vertreter der Politischen Arithmetik: Captain John Graunt ( ), Natural and political observations upon the bills of mortality... of the City of London, Schlußfolgerungen aus den Geburts- und Sterbelisten Londons seit Edmund Halley ( ), Ermittlung der ersten vollständigen Sterbetafel mit Prämienberechnungen für Lebensversicherungen, 1693, aus Daten der Kirchenbücher der Stadt Breslau, zusammen gestellt von Kaspar Neumann ( ), einem der ersten Vertreter der P.A. in Deutschland. William Petty ( ), Essays in Political Arithmetic (Ursprung der Bezeichnung)

18 Vertreter der Politischen Arithmetik: (Forts.) Lambert Adolphe Jacob Quetelet ( ), Lehre vom homme moyen (Durchschnittsbürger) als Ideal Johann Peter Süßmilch ( ), preuß. Feldprediger, Buch Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts, aus der Geburt, dem Tode und der Fortpflanzung desselben erwiesen, Die ganze Wissenschaft der Statitik, eine der edelsten, ist durch die politischen Arithmetiker um alles Leben, um allen Geist gebracht und zu einem Skelett, zu einem wahren Kadaver herabgewürgt, auf den man nicht ohne Widerwillen blicken kann (Göttingische gelehrte Anzeigen 1806, S. 84)

19 Staatliche Einrichtungen - Im 19. Jahrhundert: Gründung der ersten nationalen statistischen Deutschland: Ämter in 1805 Statistisches Bureau in Preussen 1834 Statistisches Centralbureau des Deutschen Zollvereins 1871 Kaiserliches Statistisches Reichsamt (1871: erste deutsche Volkszählung)

20 Statistische Institutionen in Deutschland Amtliche Statistik Ausgelöste Statistik Ressortstatistik Statistisches Bundesamt (Wiesb.) Statistische Landesämter Kommunalstatitische Ämter Bundesanstalt f. Arbeit Bundesministerien Bundesbank Kraftfahrtbundesamt Umweltbundesamt

21 Statistische Institutionen in Deutschland (Forts.) Nichtamtliche Statistik Verbandsstatistik Wirtschaftsforschungs- Markt-/Meinungsforschinstitute ungsinstitute -Industrie- und Handels- -Deutsches Institut für -Wirtschaftswissenschaftkammern Wirtschaftsforschung liches Institut der Gewerk- -Handwerkskammern -IFO-Institut für Wirt- schaften -Gewerkschaften schaftsforschung -Deutsches Industrieinstitut... -Rheinisch-Westfälisches -Institut der deutschen Institut für Wirtschafts- Wirtschaft forschung -Institut für Weltwirtschaft -Hamburgisches Weltwirtschaftsarchiv -Institut für Wirtschaftsforschung Halle

22 Markt- und Meinungsforschungsinstitute Infratest, München A.C.Nielsen, Frankfurt GFM-Getas, Hamburg Kehrmann, Hamburg Sample,Mölln Emnid, Bielefeld Contest Census, Frankfurt Gesellschaft für Konsumforschung, Nürnberg IMS, Frankfurt IVE, Hamburg Infas, Bad Godesberg Marplan, Offenbach Burke, Franfurt Institut für Demoskopie, Allensbach

23 Statistik (als Wissenschaftsdisziplin): Gesamtheit aller Methoden (Lehre) zur Untersuchung und Beschreibung von Massenerscheinungen Aufgabe der Statistik (Vogel, 1991): Entwicklung und Anwendung formaler Methoden zur Gewinnung, Beschreibung und Analyse sowie zur Beurteilung quantitativer Beobachtungen (Daten) Statistik als Hilfswissenschaft: dient der Verbindung von Empirie und Theorie mit Anwendungsgebieten VWL, BWL, Natur-/Ingenieur-/Agrarwissenschaften, Medizin, Psychologie

24 Zusammenfassung von Zahlen und Daten Statistik Wissenschafts- Disziplin

25 Statistik als Wissenschaft Deskriptive (beschreibende) Statistik Induktive (schließende) Statistik Explorative Datenanalyse

26 Deskriptive Statistik: Die deskriptive oder beschreibende Statistik befaßt sich mit der Erhebung, Aufbereitung und Auswertung von Daten als solchen. Die Daten werden als historisches Faktum angesehen. Ihre Aussagen beschränken sich auf den Datensatz.

27 Induktive Statistik: Die induktive oder schließende Statistik versucht, aus den in der deskriptiven Statistik erhobenen Daten Schlüsse auf die Ursachen und Gesetzmäßigkeiten zu ziehen, die diesen Daten zugrundeliegen. Die induktive Statistik kann damit als Teilbereich der Entscheidungstheorie, genauer, der sogenannten statistischen Entscheidungstheorie angesehen werden. Schluß: Stichprobe Grundgesamtheit

28 Explorative Datenanalyse (EDA): Instrumentarium zur Erkennung und Darstellung von Strukturen in den Daten. Die explorative Datenanalyse soll Hypothesen und Vermutungen herausarbeiten, die mit den Methoden der induktiven Statistik überprüft werden können. Beispiele: Data Mining für das Erkennen von Mustern in Daten KDD (Knowledge Discovery in Large Datatbases)

29 Entscheidungs- deskriptive Statistik Wahrscheinlichkeitstheorie induktive Statistik theorie

30 Wahrscheinlichkeitstheorie: Theorie über die Gesetzmäßigkeiten des Zufalls. Ursprünglich hauptsächlich bezogen auf kombinatorische Probleme, insbesondere Glücksspiele. Bekannteste Beispiele: Augenzahl beim Würfeln (einfach, mehrfach) Zahl/Farbe beim Roulette

31 Aufbau der Vorlesung Statistik (Statistik I und Statistik II): A Deskriptive Statistik B Wahrscheinlichkeitstheorie C Induktive Statistik

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33 Literatur zur deskriptiven Statistik: Abels & Degen: Handbuch d. stat. Schaubilds, NWB 1981 Bamberg & Baur: Statistik, 12. Aufl., Oldenbourg, München, 2002 Bohley: Statistik, 7. Aufl., Oldenbourg, München, 2000 Bol: Deskriptive Statistik, 6. Aufl., Oldenbourg, München, 2004 Bosch: Statistik, Oldenbourg, München, 2002.

34 Literatur zur deskriptiven Statistik: (Forts.) Ferschl: Deskriptive Statistik, 3. Aufl., Physica, 1985 Geßler: Statistische Graphik, Birkhäuser, Basel, 1993 Hartung & Elpelt & Klösener: Statistik, 14. Aufl., Oldenbourg, München, 2005 Heiler & Michels: Deskriptive und Explorative Statistik, Oldenbourg, München, 1994 Jambu: Explorative Datenanalyse, Fischer, Stuttgart, 1992

35 Literatur zur deskriptiven Statistik: (Forts.) Polasek: Explorative DAtenanalyse, 2. Aufl., Springer, Berlin, 1994 Rinne: Taschenbuch der Statistik, 3. Aufl., Deutsch, Frankfurt, 2003 Toutenburg & Fieger & Kastner: Deskriptive Statistik. Eine Einführung mit Übungsaufgaben und Beispielen mit SPSS, Springer, Berlin, 200

36 Literatur zur Wahrscheinlichkeitstheorie Bol: Wahrscheinlichkeitstheorie, 3. Aufl, Oldenbourg, München, 1998 Büning & Trenkler: Nichtparametrische statistiche Methoden, 2. Aufl., de Gruyter, Berlin, 1994 Heller et al.: Wahrscheinlichkeitsrechnung 1 und 2, Birkhäuser, Basel, 1979 Weber: Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik für Ingenieure, 3. Aufl., Teubner, Stuttgart, 1992

37 Auswahl an weiterführenden Vorlesungen, die solide Kenntnisse in Statistik bzw. Wahrscheinlichkeitstheorie voraussetzen Ingenieurwissenschaften Meß-/Regelungstechnik Materialflußlehre BWL Financial Engineering Finanzwirtschaft u. Banken VWL/Ökonometrie Zeitreihenanalyse Operations Research Stochastische Methoden des OR OR-Methoden in der Produktion Versicherungswesen Risikotheorie Lebensversicherung Statistik stat. Modellbildung

38 Statistik-Vorlesungen im Hauptstudium Econometrics of Financial Markets Stochastic and Econometric Models in Credit Risk Management Qualitätssicherung I Stichprobenverfahren Statistics and Econometrics in Business and Economics Modellbildung in der Statistik Multivariate Verfahren Qualitätssicherung II Stochastic Calculus and Finance Finanzmärkte und Banken

39 Organisatorisches: Homepage Sekretariat: Geb Übungsleiter: S. Kring, Tutorien: Termine werden bekanntgegeben auf Homepage Hauptklausur: Samstag, , 9:00-11:00 Uhr, Sitzverteilung über Matrikelnummer abrufbar, Anmeldung siehe Homepage PC-Praktikum (Schein): Termine ; ; Genaue Uhrzeit und Anmeldung (je ca. 1 Woche vorher) am schwarzen Brett

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