AHK World Business Outlook. Ergebnisse einer Umfrage bei den deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen

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1 AHK World Business Outlook Ergebnisse einer Umfrage bei den deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen

2 2 AHK World Business Outlook Der AHK World Business Outlook wurde in diesem Jahr erstmals durchgeführt. Die Umfrage wird zukünftig ein- bis zweimal jährlich stattfinden. Sie erfasst die Rückmeldungen von rund Unternehmen. Diese sind entweder Mitglieder einer deutschen Auslandshandelskammer oder über eine bilaterale Wirtschaftsorganisation mit einer Delegation bzw. Repräsentanz vernetzt. Das Netz der deutschen Auslandshandelskammern, deren aktuelle Anschriften sich im Internet unter befinden, erfasst insgesamt rund 99 Prozent der deutschen Warenaus- und Wareneinfuhren und über 98 Prozent der Weltwirtschaft. Die aktuelle Umfrage fand im April/Mai 2015 statt. Redaktion Layout DIHK Bereich Außenwirtschaftspolitik und -recht Felix Neugart, Heiko Schwiderowski, Dr. Dirk Schlotböller Stefanie Scheibe Stand April/Mai 2015

3 AHK World Business Outlook 3 AHK World Business Outlook 2015 Comeback der Eurozone beflügelt Weltwirtschaft Deutsche Unternehmen im Ausland optimistisch Die deutschen Unternehmen im Ausland blicken äußerst optimistisch in die Zukunft: Mehr als die Hälfte der Betriebe (53 Prozent) rechnet für die nächsten zwölf Monate mit einem Anziehen der Geschäfte. 41 Prozent gehen von einer gleich bleibenden Entwicklung aus, nur sechs Prozent erwarten einen Rückgang. Die Zuversicht der Unternehmen fürs eigene Geschäft zieht sich nahezu durch alle Weltregionen. Beim Saldo aus besseren und schlechteren Erwartungen schneidet Nordamerika vor Asien am besten ab. Bemerkenswert ist das Comeback der Eurozone: Nach den Rückschlägen der letzten Jahren sind die deutschen Unternehmen hier ähnlich erwartungsvoll wie im Durchschnitt weltweit. Weniger zuversichtlich sind die Unternehmen in Südamerika, wo der Erwartungssaldo deutlich zurückbleibt. Schwächer als dort ist der Saldo nur noch in Russland. Weltwirtschaft nimmt Fahrt auf Etwas moderater sind die Unternehmen bei der konjunkturellen Betrachtung ihrer Auslandsstandorte. 32 Prozent der Betriebe erwarten eine bessere Konjunktur, aber immerhin 18 Prozent rechnen mit einem Rückgang. Der Saldo von plus 14 Punkten deutet gleichwohl auf ein Anziehen der Weltwirtschaft hin. Vor allem der wieder erstarkte Euroraum verleiht der Weltwirtschaft Schwung. Das Welt-BIP wird in diesem Jahr um 3,6 Prozent wachsen, der beste Wert seit Im nächsten Jahr kann es dann sogar um 3,8 Prozent nach oben gehen. Das weltweite Wachstum der Boomjahre 2006/2007 von über fünf Prozent bleibt damit aber noch in weiter Ferne. Für die deutschen Exporte bedeutet das eine Zunahme von rund sechs Prozent in diesem und auch im nächsten Jahr immerhin knapp oberhalb des langjährigen Durchschnittswertes. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Umfrage der Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) unter rund ihrer Mitgliedsunternehmen weltweit. Optimismus in der Eurozone In die Länder der Eurozone ist der Optimismus zurückgekehrt: Mehr als jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) rechnet mit einer besseren geschäftlichen Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Nur rund sechs Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Dies schlägt sich auch bei Beschäftigung und Investitionen nieder: Jedes dritte deutsche Unternehmen plant Neueinstellungen vor Ort und will weiter investieren. Unter den wirtschaftlichen Schwergewichten der Eurozone ragt Spanien heraus. Die Reformanstrengungen der vergangenen Jahre tragen zunehmend Früchte. 54 Prozent der Befragten erwarten bessere Geschäfte; ihnen steht nur ein Prozent gegenüber, die mit einem Rückgang rechnen. 44 Prozent möchten mehr Beschäftigte einstellen und 35 Prozent wollen zusätzlich investieren.

4 4 AHK World Business Outlook Bodenbildung in Russland Die Flaute bei der deutschen Wirtschaft in Russland ist noch nicht überwunden. Das zeigen die Einschätzungen der AHK-Unternehmen hinsichtlich ihrer Personal- und Investitionspläne: Mehr als jeder fünfte Betrieb sieht sich gezwungen, Beschäftigung abzubauen, nur wenige Firmen sehen aktuell Chancen, ihre Belegschaft aufzustocken. Bei den Investitionen sind die Unternehmen noch zögerlicher: Der Saldo zwischen steigenden und rückläufigen Investitionsbudgets liegt bei minus 23 Prozentpunkten der geringste Wert unter allen Standorten. Gleichzeitig zeichnet sich jedoch eine Bodenbildung ab: Die Konjunktur in Russland wird nur noch moderat negativ bewertet, für die eigenen Geschäfte sind die deutschen Unternehmen vor Ort sogar per Saldo mit vier Prozentpunkten leicht positiv gestimmt. USA und China: feste Größen der Weltwirtschaft und Treiber deutscher Exporte Angesichts der geringeren Wachstumsdynamik in China überrascht die Zuversicht der deutschen Wirtschaft vor Ort: 43 Prozent der in China ansässigen deutschen Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften in den kommenden zwölf Monaten, gerade einmal neun Prozent erwarten einen Rückgang. 44 Prozent geben an, an ihrem Standort im Reich der Mitte zu investieren und sogar 46 Prozent planen Neueinstellungen nur wenige Unternehmen reduzieren ihre Engagements. Aus Unternehmenssicht scheint die derzeitige Konjunkturverlangsamung mehr eine Wachstumsdelle denn ein strukturelles Phänomen zu sein. Währungsrisiko in den USA Der US-Markt wirkt für deutsche Unternehmen wie ein Magnet. Rund 60 Prozent der Betriebe und damit noch mehr als in China planen eine Ausweitung ihrer geschäftlichen Aktivitäten. Jedoch treibt dort die Unternehmen verstärkt das Währungsrisiko um: Jedes zweite AHK-Mitgliedsunternehmen sieht in dem starken US-Dollar die größte Herausforderung für sein Engagement. In den USA verteuert der starke Dollar die Exporte, während er im Inland die Importkonkurrenz stärkt gerade Unternehmen aus der Eurozone, die günstiger anbieten können. Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sind weltweit Hauptrisiko Im weltweiten Vergleich machen den Unternehmen in erste Linie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu zählen neu eingeführte nationale Markteintrittsbarrieren, wie z. B. Anforderungen an Normen und Standards sowie uneinheitliche Zertifizierungsvorschriften. Dieses Geschäftshemmnis wird aktuell besonders von Unternehmen in der Region Südamerika beklagt (63 Prozent). Das durch den Wechselkurs bedingte Geschäftsrisiko sehen fast 40 Prozent der deutschen Unternehmen im Ausland. Mehr als jedes vierte AHK-Mitgliedsunternehmen sieht sich mit einem Mangel an geeigneten Fachkräften an seinen Auslandsstandorten konfrontiert.

5 Wie beurteilen Sie die mittelfristige konjunkturelle Entwicklung vor Ort? Angaben in Prozent

6 Wie beurteilen Sie die gegenwärtige geschäftliche Lage Ihres Unternehmens? Angaben in Prozent

7 Welche geschäftliche Entwicklung erwarten Sie für Ihr Unternehmen vor Ort in den kommenden zwölf Monaten? Angaben in Prozent

8 Wie werden sich die Ausgaben Ihres Unternehmens für Investitionen vor Ort in den kommenden zwölf Monaten voraussichtlich entwickeln? Angaben in Prozent

9 Wie wird sich die Beschäftigtenzahl Ihres Unternehmens vor Ort in den kommenden zwölf Monaten voraussichtlich entwickeln? Angaben in Prozent

10 Wo sehen Sie die größten Risiken bei der wirtschaftlichen Entwicklung Ihres Unternehmens in den kommenden zwölf Monaten? Angaben in Prozent / Mehrfachnennungen möglich

11 Die Eurozone im Überblick Angaben in Prozent

12 Russland im Überblick Angaben in Prozent

13 weltweit bestens vernetzt Die Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) beraten, betreuen und vertreten weltweit deutsche Unternehmen beim Auslandsgeschäft. Weltweit vor Ort Interessensvertretung Globale Präsenz mit 130 Standorten in 90 Ländern auf 5 Kontinenten Offizielle Vertretung der Deutschen Wirtschaft gegenüber Politik und Verwaltung in den globalen Märkten Mitgliederorganisation Ein starkes Netzwerk mit weltweit mehr als Mitgliedsunternehmen Marktberatung Professionelle Beratung beim Markteinstieg und beim Ausbau von Marktaktivitäten unter der globalen Servicemarke DEinternational

AHK World Business Outlook, 2015/2016. Ergebnisse einer Umfrage bei den deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen

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