Aufgabe 3: Radiosendung 16-25

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1 B2 Hörverstehen Aufgabe 3: Radiosendung Sie hören nun ein Radiogespräch über eine psychische Störung, die Kaufsucht. Dazu haben Sie zehn Multiple-Choice-Aufgaben zu lösen. Kreuzen Sie den richtigen Buchstaben zu den Aufgaben auf dem Lösungsblatt an. Sie hören den Text zweimal. Bevor die Aufnahme beginnt, haben Sie zwei Minuten Zeit, um die Aufgaben zum Text zu lesen. 16. Der Moderator A. spricht zuerst über die Folgen der Abhängigkeit. B. spricht zuerst das Thema früherer Sendungen an. C. ruft zuerst den nächsten Gast aus dem Studio an. 17. Kaufsucht erkennt man daran, dass man A. seine Schuld erst später einsieht. B. keinem Sonderangebot widerstehen kann. C. keine Kaufmöglichkeit auslässt. 18. Der Psychiater ist der Meinung, dass Süchtige A. eine falsche Problemlösung wählen. B. die Werbung beeinflussen. C. viel Anerkennung finden. 19. Die Kaufsüchtige erhoffte sich, dass A. sie in den Besitz vieler Waren kommt. B. die erworbenen Dinge sie glücklich machen. C. sie ihre Unsicherheit durchs Kaufen überwindet. 20. Dass es sich um eine Sucht handelt, zeigte, dass A. sie keine Freude mehr an den Waren hatte. B. sie in Panik geraten ist. C. sie unter Entzug litt. 21. Um nicht als kaufsüchtig zu gelten, A. leiht man sich bei Freunden kein Geld aus. B. zeigen viele die Waren keinem. C. werden nur Sonderangebote gekauft.

2 B2 Hörverstehen 22. Von Kaufsucht betroffen sind in Deutschland A. 90% der Frauen. B. weniger Männer als Frauen. C. mehr Leute als anderswo. 23. Geldverschwendung ist keine Kaufsucht, solange A. man keine Unzufriedenheit dabei spürt. B. sie nur hin und wieder erfolgt. C. die Waren eine lange Zeit halten. 24. Es hilft beispielsweise, wenn man A. mit einem Therapeuten einkauft. B. sich eine sinnvolle Arbeit sucht. C. nie allein einen Laden betritt. 25. Christine B. ist heute A. finanziell verschuldet. B. in einer Selbsthilfegruppe. C. kräftig, selbstbewusst und überlegt. Nach dem zweiten Hören haben Sie noch 5 Minuten Zeit, Ihre Antworten auch auf dem Lösungsblatt einzutragen.

3 HÖRVERSTEHEN LÖSUNGSBLATT Aufgabe 3 Radiosendung Aufgaben Ihre Antworten

4 Hörverstehen Lösungsschlüssel HÖRVERSTEHEN LÖSUNGSSCHLÜSSEL Aufgabe 3 Radiosendung Aufgaben Ihre Antworten Transkription Moderator: Sie hören jetzt in der Reihe Süchtig eine Radiosendung des Deutschlandfunks. Unsere Konsumgesellschaft bringt neue Suchtkrankheiten hervor. In den vergangenen Folgen haben wir Arbeitssüchtige, Handy- und Computersüchtige nach den Ursachen ihrer Sucht ausgefragt. Heute begrüßen wir bei uns im Studio Christine B., die unter Kaufsucht litt und der es auch gelungen ist, dieses Verlangen zu besiegen. Moderator: Wie haben Sie bemerkt, dass Sie vom Kaufrausch befallen sind? Christine B.: Zuerst habe ich s gar nicht wahrgenommen. Aber ich wurde immer unruhig, wenn ich die Einkaufsstraße entlangging, ich versuchte mich zusammenzureißen, aber es half nicht, ich musste ganz einfach in die Läden rein, und musste gewisse Sachen haben. War das Personal zuvorkommend, begann manchmal eine wahre Einkaufsorgie. Es war wie ein unwiderstehlicher Drang. Ich kaufte ohne Rücksicht auf meine finanziellen Verhältnisse, habe mein Konto überzogen und eine Menge Schulden gemacht. Noch heute bin ich aus der Schuldenfalle nicht raus. Moderator: Was sind die Ursachen für diesen Zwang? Christine B.: Wie es mir mein Psychiater erklärt hat, liegen die Ursachen vor allem in der konsumorientierten Weltanschauung, mit der wir bereits als Kinder konfrontiert werden. Und auch die Werbung tut das ihre. Aber es werden doch nicht alle kaufsüchtig. Anfällig sind meist diejenigen, die quälende Probleme, familiäre, berufliche oder sonstige, durch das Kaufen zu neutralisieren versuchen. Hinter der Kauflust verbergen sich oft Depressionen oder ein geringes Selbstwertgefühl. Man hofft, diese negativen Gefühle loszuwerden. Anschaffungen imponieren ja vielen, man findet Anerkennung. Moderator: Wie haben Sie Ihre Kaufsucht erlebt? 1

5 Hörverstehen Lösungsschlüssel Christine B.: Zuerst habe ich diese Zeit, ehrlich gesagt, unheimlich genossen. Man fühlt den totalen Kick, den Glücksmoment, man fühlt sich wichtig, frei, unbeschränkt. Kein Wunder, dass es zur ständigen Wiederholung der Warenhausbesuche führt. Moderator: Und stellte sich irgendwann ein Wendepunkt ein? Christine B.: Mit der Zeit bin ich aber in Panik geraten, weil ich merkte, dass mir gar nicht die Sachen wichtig sind, die ich erworben habe, die lagen doch oft monatelang unausgepackt in der Wohnung herum, vieles habe ich sogar in Originalverpackung weiterverschenkt oder, noch schlimmer, einfach weggeschmissen. Man will dann die Kontrolle über sich selbst zurückgewinnen, dann treten Entzugserscheinungen wie etwa Schweißausbrüche, Zittern auf. Man gibt nach, verschwendet wieder ein Vermögen, und beginnt am Ende auch sich selbst zu belügen und zu betrügen. Moderator: Wie pflegen Kaufsüchtige ihre Kaufsucht zu verschleiern? Christine B.: Ausreden gibt es viele: z. B. Es sind nur Sonderangebote. oder Ich habe viel Geld gespart. Oder man reagiert auf das Kopfschütteln von anderen mit Trotz: Das Geld ist selbstverdient. Niemand braucht mir Vorschriften zu machen. Man beruhigt Freunde mit Aussagen wie: Schulden mache ich keine. Ich habe Kontrolle darüber. Aber wie gesagt, verschenken viele ihre Einkäufe oder verstecken sie auch. Moderator: Schätzungen nach liegt die Erkrankungshäufigkeit an Kaufsucht in Industrienationen bei ca. 1% der Bevölkerung. In Deutschland sollen dagegen sogar 5% betroffen sein, davon 90% Frauen. Christine B.: Diese Angabe ist wirklich verblüffend. Natürlich ist es schon eine Frage, ob diese Angaben auch der Wirklichkeit entsprechen. Dass aber der überwiegende Teil der Betroffenen Frauen sind, kann ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen. Moderator: Sind eigentlich Kaufsucht und unüberlegte Geldverschwendung nicht dasselbe? Christine B.: Also ich bin keine Expertin, leider nur eine Ex-Betroffene, glaube aber, dass die Grenze zwischen Kaufrausch und dem Zwang zum Kaufen ziemlich fließend ist. Viele Menschen gehen ab und zu zum Einkaufen, um sich zu trösten, kaufen aus Lust, Unzufriedenheit oder Langeweile, manchmal auch viel oder eben sündteure Sachen. Solange dies nur zeitweilig auftritt, besteht noch keine Sucht. Es ist eher eine Kauflust. Moderator: Meine letzte Frage wäre: Was kann man gegen Kaufsucht tun? Christine B.: Die Entwöhnung muss aus eigenen Kräften geschehen. Oft verschwindet der Kaufzwang, wenn die Ursachen, also frustrierende Arbeitsbedingungen, eine schwierige Beziehung, Konflikte mit den Eltern, beseitigt sind. Die Leitfrage lautet dabei: Was brauche ich wirklich? Was fehlt mir? Zuwendung, Selbstbewusstsein, eine sinnvolle Aufgabe? Wie kann ich es bekommen, ohne den Umweg über das Kaufen zu nehmen? Und man muss sich auf jeden Fall der Sucht bewusst werden. Leichter ist es, mit psychotherapeutischer Unterstützung oder einer Selbsthilfegruppe die Kaufsucht zu überwinden. Manchmal helfen Sicherheitsvorkehrungen im Alltag: die Kreditkarte abschaffen, nur mit Einkaufszettel in den Supermarkt gehen, Spontankäufe vermeiden oder nur in Begleitung einkaufen. Und sich den wichtigen Satz gut einprägen: Ich überlege es mir noch mal. 2

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