Kaffee und Gesundheit. das sagen neue Studien

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1 Kaffee und Gesundheit das sagen neue Studien

2 Kaffee Vorurteile und Fakten 73 % der Bundesbürger über 18 Jahren trinken täglich Kaffee. Kaffee zählt weltweit zu den beliebtesten Getränken. Doch trotz der Beliebtheit hält sich das Vorurteil, Kaffee schade der Gesundheit. Was sagen neue Studien über die Wirkung von Kaffee auf die Gesundheit? 2

3 Kaffee und seine Inhaltsstoffe 24 % Kohlenhydrate 13 % Fette 9 % Eiweiße 4,5 % Säuren 4 % Mineralstoffe u. a. 1,2 % Koffein Kaffee ist ein bedeutsamer Lieferant von Antioxidantien. Eine Tasse Kaffee enthält ein Zehntel des Tagesbedarfs an Niacin. 3

4 Vorurteil Kaffee steigert bei Gesunden das Risiko für Herz- Kreislauf-Erkrankungen; bereits Erkrankte dürfen keinen Kaffee mehr trinken. 4

5 Fakten Kaffee und Blutdruck Nach dem Genuss von Kaffee steigt der Blutdruck lediglich kurz leicht an, vor allem bei Menschen, die nicht gewohnheitsmäßig Kaffee trinken. Ein genereller Langzeiteffekt auf den Blutdruck konnte hingegen nicht beobachtet werden, auch nicht bei Hypertonikern. Vorsichtiger sein sollten allerdings Männer in höherem Alter (> 70 Jahre) und mit erhöhtem Körpergewicht (BMI > 30), besonders diejenigen, die zu den langsamen Koffein- Abbauern gehören. 5

6 Fakten Kaffee und Cholesterinspiegel Kafestol und Kahweol können den Cholesterinspiegel indirekt erhöhen. Sie sind jedoch in gefiltertem und löslichem Kaffee kaum vorhanden, weshalb dieser keinen nennenswerten Einfluss auf den Cholesterinspiegel hat. Aber ungefilterter, aufgebrühter Kaffee (z. B. bei skandinavischer oder türkischer Zubereitungsart oder bei Verwendung einer Pressstempelkanne) hat einen Einfluss auf den Cholesterinwert, vor allem, wenn größere Mengen davon getrunken werden. 6

7 Fakten Kaffee und Schlaganfall Forscher fanden einen Dosis-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der täglich getrunkenen Kaffeemenge und dem relativen Risiko für Schlaganfall: Tägliche Tassen Kaffee Relatives Risiko für Schlaganfall 2 0,86 3 bis 4 0,83 (Quelle: Larsson & Orsini, 2011) 6 0,87 8 0,93 Fazit: Moderater Konsum von Kaffee ist mit einem niedrigeren relativen Risiko für einen Schlaganfall assoziiert. 7

8 Fakten Kaffee und Herzrhythmusstörungen Kaffee wird oftmals verdächtigt, Herzrhythmusstörungen triggern zu können. Tägliche Tassen Kaffee Hazard Ratio für Arrhythmien < 1 1,0 1 bis 3 0,9 (Quelle: Klatsky, Hasan et al., 2011) > 4 0,8 Neue Studien zeigen: Moderater Konsum von Kaffee erhöht das Risiko für Herzrhythmusstörungen nicht. Im Gegenteil: Möglicherweise hat Kaffee sogar einen leicht schützenden Effekt, der mit der konsumierten Kaffeemenge steigt. 8

9 Fakten Kaffee und Herzinfarkt Forscher untersuchten den dosisabhängigen Zusammenhang zwischen der Mortalität nach einem Herzinfarkt und dem Kaffeekonsum: Tägliche Tassen Kaffee Hazard Ratio für Mortalität 1 bis 3 0,68 3 bis 5 0,56 5 bis 7 0,52 (Quelle: Mukamal et al., 2009) Fazit: Der Genuss von Kaffee ist mit einem geringeren Hazard Ratio nach einem Herzinfarkt verbunden. 9

10 Kaffee wie schützt er? Kaffee... senkt das Risiko für Typ-2- Diabetes, der ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.... wirkt Entzündungen entgegen.... schwächt Schädigungen durch freie Radikale ab. 10

11 Relatives Risiko 1 0,8 0,6 0,4 0,2 Kaffeekonsum Tassen pro Tag 0 < > 6 (verändert nach Pereira et al., 2006) Kaffee und Diabetes Die Ergebnisse großer Studien wie der Iowa Women s Health Study und der EPIC-Deutschland-Studie zeigen einen Zusammenhang zwischen dem Konsum koffeinhaltigen Kaffees und dem relativen Risiko für Typ-2-Diabetes. Ähnliche Auswirkungen zeigt entkoffeinierter Kaffee. Fazit: Möglicherweise wirkt Kaffee protektiv in Bezug auf Typ-2-Diabetes. 11

12 Kaffee und Lebererkrankungen Der Genuss von Kaffee wirkt sich offenbar günstig auf die Leber aus: Er wirkt dem Fortschreiten einer Leberfibrose entgegen. Möglicherweise senkt er sogar das Risiko für Leberkrebs. Verantwortlich für den positiven Einfluss ist in beiden Fällen wahrscheinlich das Koffein. 12

13 Vorurteil Kaffee ist schlecht für Magen und Darm. 13

14 Fakten Kaffee, Magen und Darm Für eine routinemäßige Empfehlung an Reflux- Patienten, auf Kaffee zu verzichten, gibt es insgesamt keine hinreichenden wissenschaftlichen Belege. Im Hinblick auf Darmkrebs konnte keine negative Wirkung von Kaffee festgestellt werden. 14

15 Vorurteil Kaffee entzieht dem Körper Wasser. 15

16 Fakten Kaffee und Wasserhaushalt Kurzzeitig erhöht Koffein zwar die Filterfunktion der Nieren, sodass mehr Urin gebildet wird. Dieser Effekt lässt aber schnell wieder nach. Wer Kaffee trinkt, scheidet bis zu 84 % der aufgenommenen Flüssigkeit innerhalb eines Tages wieder über den Urin aus. Wer reines Wasser trinkt, scheidet bis zu 81 % aus ein vernachlässigbarer Unterschied. Fazit: Kaffee kann in die tägliche Flüssigkeitsbilanz miteinbezogen werden. 16

17 Kaffee und Demenz Kaffeetrinker haben offenbar ein geringeres Erkrankungsrisiko für Demenz. Die möglichen Gründe werden derzeit rege diskutiert. Möglich ist, dass Kaffee o o o die Liquor-Produktion erhöht, den Spiegel bestimmter Zytokine im Blut anhebt und den Energiestoffwechsel im Gehirn ankurbelt. 17

18 Vorurteil Schwangere dürfen keinen Kaffee trinken. 18

19 Fakten Kaffee und Schwangerschaft Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung e. V. lassen die Ergebnisse von epidemiologischen Untersuchungen den Schluss zu, dass von moderatem Kaffeekonsum (pro Tag < 300 mg Koffein bzw. < 5 6 mg Koffein/kg Körpergewicht bzw. ca. 3 Tassen Kaffee) während der Schwangerschaft keine negativen Wirkungen zu erwarten sind. Generell wird empfohlen, dass Schwangere und stillende Mütter ihren Kaffegenuss auf maximal drei Tassen täglich einschränken oder auf entkoffeinierten Kaffee umsteigen sollten. 19

20 Fazit Bei den meisten Erkrankungen ist der moderate Genuss von Kaffee unproblematisch. Im Einzellfall muss der Arzt/die Ärztin überprüfen, ob etwas gegen einen Kaffeegenuss spricht. Das Fazit der Studien: Kaffee ist hinsichtlich möglicher negativer Einflüsse auf die Gesundheit besser als sein Ruf. In Bezug auf manche Erkrankungen wie beispielsweise Leberzirrhose, Diabetes und Demenz scheint er sogar einen deutlichen schützenden Einfluss zu haben. 20

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