Informelle Definitionen. Electronic Commerce. Workflow-Management. Historische Sicht. WfM etwas Neues? Geschäftsprozeßmodellierung.

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1 Informelle Definitionen Präzisere Definitionen folgen! Insbesondere: Workflow Geschäftsprozeß Geschäftsprozeßmodellierung und Workflow-Management Workflow / Geschäftsprozeß Arbeitsablauf in einem Betrieb oder einer Behörde Workflow-Management Leitung, Planung, Organisation und Durchführung von Workflows Workflow-Management-System Informationstechnisches System zur Unterstützung des Workflow-Management SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 1 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 2 Workflow-Management WfM: ein Modethema der 90er Jahre... [Jablonski 1995] Ebenso wie Anfang der 80er Jahre relationale Datenbanksysteme und Anfang der 90er Jahre die Objektorientierung zum Modethema wurden, hat in den letzten Jahren Workflow-Management einen sehr hohen Popularitätsgrad erreicht.... Im Bereich des Workflow-Management kann man bislang anerkannte theoretischen Grundlagen nicht erkennen.... Electronic Commerce... abgelöst durch das Modethema der Jahrtausendwende: E-Commerce E-Commerce umfaßt (wenigstens teilweise) den Bereich des Workflow-Management E-Commerce umfaßt jedoch viel mehr; insbesondere Handel im Internet E-Commerce = Die Unterstützung von Handelsaktivitäten über Kommunikationsnetze [Merz 1999] SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 3 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 4 WfM etwas Neues? Stark vereinfacht! War WfM wirklich neu? Betriebliche e Aktionsorientierte Datenverarbeitung CSCW Computer Supported Cooperative Work Groupware Business Process Reengineeing / Geschäftsprozeßoptimierung Integrierte Software Dokumentenmanagement-Systeme In der Anfangszeit: Die Hardware des Rechners wurde direkt programmiert SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 5 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 6

2 60er Jahre: Das Betriebssystem nimmt Standardfunktionalität ab (insbes. Zugriff auf Dateien) SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 7 70er Jahre: Datenbankmanagementsysteme vereinheitlichen und vereinfachen den Zugriff auf Daten. Um die effiziente Verwaltung großen Datenmengen muß sich die nicht mehr selbst kümmern. SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 8 80er Jahre: 90er Jahre: User-Interface-Management- Systeme stellen die Standardfunktionalität für graphische Benutzerschnittstellen zur Verfügung. WfMS Workflow-Management-Systeme stellen die Standardfunktionalität für die Verwaltung und Durchführung von Geschäftsprozessen bereit. Inbes. Kein Festschreiben der Ablauflogik eines Geschäftsprozesses im Programmcode mehr. SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 9 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 10 Paradigmenwechsel: Von den Daten... Durch die zusätzlichen Managementsysteme kann man sich bei der Entwicklung auf die anwendungsspezifische Funktionalität konzentrieren. WfMS Bis Anfang der 90er Jahre: Modellierung der Daten steht bei der Softwareentwicklung im Vordergrund (ER-Diagramme, Klassendiagramme, OOA/OOD,... ) Die slogik und die Abfolge der Aktivitäten in einem Geschäftsprozeß ist im Programmcode verklausuliert Kurzfristige Änderungen eines Geschäftsprozesses sind nahezu unmöglich SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 11 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 12

3 ... zum Prozeß Ab Mitte der 90er Jahre: Modellierung des Prozesses erhält zunehmend Bedeutung Qualitätssicherung (ISO 9000) fordert die Dokumentation der Abläufe in einem Unternehmen Erfordernis kurzfristiger Änderungen der Geschäftsprozesse (Flexibilisierung) Aspekte von Workflows Bei der Modellierung von Geschäftsprozessen sind die folgenden Aspekte von Bedeutung: Daten bzw. Dokumente Verhalten Ressourcen Diese Aspekte können weitgehend unabhängig voneinander modelliert und analysiert werden SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 13 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 14 Weitere Einflußfaktoren Neuerer Trend Integrierte Software: Austausch und gemeinsame Nutzung von elektronischen Dokumenten (zwischen verschiedenen Anwendern und en) Evolutionäre Software-Entwicklung: (Weiter-)entwicklung im laufenden Betrieb Verifikation: Die Verifikation einer kompletten ist unmöglich; Verifikation einzelner Geschäftsprozesse ist teilweise möglich. Unternehmensübergreifende Workflows: Virtuelle Unternehmen Vom papierlosen Büro über das papierlose Unternehmen zu einer papierlosen Welt? SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 15 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 16 Etwas Literatur Geplanter Inhalt Workflow Management Models, Methods, and Systems. W. van der Aalst, K. van Hee. MIT Press Workflow-Management-Systeme. S. Jablonski. Thomson Publ Workflow-Management: Entwicklung von en und Systemen. S. Jablonski, M. Böhm, W. Schulze (Eds.). dpunkt.verlag Production Workflow. F. Leymann, D. Roller. Prentice Hall, Management von Geschäftsprozessen. A. Gadatsch. vieweg, Begriffsbildung Klassifikation Aspekte Dokumente Verhalten Theorie (Petrinetze) Analyse Notationen (EPKs, ) Ressourcen SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 17 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 18

4 Geplanter Inhalt Nicht Inhalt Transaktionalität Architektur von WfMS Technische Aspekte Business Objekte!! Konzepte!! Konkrete Methoden Konkrete Werkzeuge und Systeme SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 19 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 20 Organisatorisches Termine Vorlesung Do 9-11, Raum D1.303 Übung Do 11-13, Raum D1.303 (14-tägig) Beginn: 15. Mai 2003 Organisatorisches Vorlesungsunterlagen: Vorlesungsfolien Beispiele Interessante Links Aktuelle Informationen im WWW: SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 21 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 22 Organisatorisches Bei Fragen oder Problemen: Ekkart Kindler Raum E3.167 Tel. (05251) Noch Fragen? Sprechstunde: Mi 9-10 und nach Vereinbarung Einfach vorbeikommen! SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 23 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 24

5 I. Begriffsbildung 1. e Betriebliches Geschäftsprozesses Aspekte eines Geschäftsprozesses Klassifikation von Geschäftsprozessen Ziele der Geschäftsprozeßmodellierung Workflow Workflowmanagementsysteme : Ein System zur Speicherung, Wiedergewinnung, Verknüpfung und Auswertung von Informationen. [Duden Informatik ] NB: Heute redet man oft nicht mehr von Informationsverarbeitung, sondern von Wissensverarbeitung oder Wissensmanagement. SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 25 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 26 Adreßverwaltung (S/W) Fahrplanauskunft (W/V) Flugreservierung (S/W/V) Patientenverwaltung (S/W/V) Wohnungsverwaltung (S/W/V) Gegenbeispiele: Compiler Bordrechner für ABS (etc.) Computer-Tomographie-Software SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 27 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 28 Betriebliches Betriebliches Bei einem betriebliches stehen die folgenden Aspekte im Vordergrund: Unterstützung von Geschäftsprozessen Mehrere Benutzer Benutzer an verschiedenen Orten Gemeinsame Nutzung und Bearbeitung derselben Daten Flugreservierung (allg. Buchungssysteme) Abrechnungssysteme Wohnungsverwaltung etc. SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 29 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 30

6 Betriebliches Gegenbeispiele: Einbenutzersystem (z.b. Adreßverwaltung) Numerische Algorithmen Texteditor Achtung! Nicht-betriebliche-e können als innerhalb eines betrieblichen s vorkommen. Texteditor in der Wohnungsverwaltung (Mahnbrief schreiben) Computer-Tomograph in einem Krankenhausinformationssystem SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 31 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL Geschäftsprozesse Vereinfachtes Beispiel: Eine Dienstreise befürworten genehmigen Abrechungsformular schicken Geschäftsprozesse Vereinfachtes Beispiel: Eine Dienstreise befürworten genehmigen Abrechungsformular schicken daten bestimmen Kosten erstatten daten bestimmen Kosten erstatten beantragen beantragen Abrechnungsformular buchen durchführen ausfüllen SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 33 Abrechnungsformular buchen durchführen ausfüllen SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 34 Geschäftsprozeß Geschäftsprozeß: Beispiele Ein Geschäftsprozeß ist eine Menge von Aktivitäten, die in einem Unternehmen oder einer Behörde nach bestimmten Regel auf ein bestimmtes Ziel hin ausgeführt werden. Dienstreise Kredit-/Versicherungsvertrag abschließen bzw. abwickeln Krankenhausinformationssystem: Patient aufnehmen/entlassen spezielle Untersuchung durchführen Krankenhausaufenthalt eines Patienten Wohnungsverwaltung Bauantrag stellen Bau eines Flugzeuges (Produktionsprozeß) SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 35 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 36

7 Beobachtungen 1. Geschäftsprozesse können unterschiedlich lange dauern: einige Sekunden bis mehrere Monate. Beobachtungen 2. Ein Geschäftsprozeß kann sich aus anderen Geschäftprozessen zusammensetzen. Schlagwort aus der Transaktionstheorie: Workflows sind langlebende Transaktionen (dazu später mehr) Schlagwort aus der Transaktionstheorie: Workflows sind verschachtelte Transaktionen (dazu später mehr) SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 37 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 38 Beobachtungen 3. Die Abfolge der Aktivitäten in einem Geschäftsprozeß ist in manchem Fällen präzise festgelegt. In anderen Fällen ist die Abfolge der Aktivitäten nicht a priori festgelegt. In manchen Geschäftprozessen ist a priori nicht einmal klar welche Aktivitäten auszuführen sind. Aktivität Eine Aktivität eines Geschäftsprozesses ist ein atomarer Arbeitsschritt, der auf der betrachteten Modellierungsebene nicht mehr weiter in Teilschritte zerlegt wird. Bemerkung: Atomar bezieht sich auf eine gewählte Abstraktionsebene. SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 39 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 40 Unser Beispiel: Dienstreise Aktivität daten bestimmen beantragen befürworten genehmigen buchen Abrechungsformular schicken Abrechnungsformular durchführen ausfüllen Kosten erstatten beantragen, d.h. Dienstreiseantragsformular ausfüllen befürworten, d.h. Gegenzeichnen des Antrages durch den Vorgesetzen Mahnbrief schreiben Blut abnehmen Kredit auszahlen SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 41 SS 2003 E. Kindler, Universität Paderborn, Workflow-Management, VL1 42

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