Wann gelingt E-Learning in der Schule? Bedingungen und Möglichkeiten zwischen Alltag, Technik und Neuer Lehr-Lernkultur

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1 Wann gelingt E-Learning in der Schule? Bedingungen und Möglichkeiten zwischen Alltag, Technik und Neuer Lehr-Lernkultur Thomas Trebing M.A. Projekte ICuM und Schule interaktiv, Arbeitsbereich >Bildung und Technik<, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik, TU-Darmstadt imedia Innovationsforum

2 Zu E-Learning in der Schule erwarten Sie Ansprüche und Realität Neue Lehr-Lernkultur? Grundbedingungen für Gelingen: Mehrwert und Blended Learning didaktische, ökonomische, technische Rahmenbedingungen Szenarien: nur Software, nur Internet, Netzwerksystem, Lernplattform(en)

3 Ansprüche und Realität Erhoffte Sparmaßnahmen: Technik statt Pädagogik, E- Learning als Lehrer, Zusatzstundenpool oder Vertretungslehrer? Öffentlicher Druck, aber: Mehrarbeit ohne Kompensation (abends fortbilden), Überschätzung der Möglichkeiten (Einsparungen?) Support oft ungeklärt, kein brauchbares Schulnetz Öffentliche Denunziation von Distanz zu neuen Medien und E-Learning Viel Technik vor Ort, aber Konzeptarmut Medienkompetenz gefordert, aber Ausbildung fehlt oder ist ungenügend

4 E-Learning gelingt in der Schule, wenn sie einen Mehrwert zum Präsenzunterricht erbringt Allein mit neuen Medien (Standardsoftware, Audio, Video) und Einzelrechnern mit Internet Speicher und Räume online, z.b. BSCW, lo-net, bildungsserver; Tipps und Tricks für Projekte... ), Ohne und (besser) mit Schulnetzwerk Support hilft für MNS+, LANiS oder Musterlösung Ohne und (besser/erweitert) mit möglichst nicht kommerzieller Lernplattform Open Source hilft, moodle, dokeos, atutor, event. ilias Gut in Kombination mit Neuer Lehr-Lernkultur (Reformpädagogik) unterstützt z.b. Schola-21, Web 2.0 fähige Plattform wie Moodle Selten ohne (mindestens interne) Fortbildungen internes Know-how nutzen, Schulverbund hilft)

5 Neue Lehr- / Lernkultur mehr eigenmotiviertes und selbstreguliertes Lernen mehr experimentelles, forschendes Lernen mehr ergebnisorientiertes Lernen ein Lernen, dessen Autor man selbst ist höhere Wertschätzung des eigenen Lernens Reflexion des eigenen Lernprozesses mehr Selbstständigkeit einräumen mehr handelndes und erfahrungsgestütztes Lernen ermöglichen Individualisierung der Lernprozesse mehr Lernen in Projekten, in Teams mehr offene Unterrichtsformen (das Lehren tritt zurück) Selbststeuerung fördern - verantwortet Kontrolle abgeben Demokratisierung der Lehr-/Lernorganisation neue Formen der Leistungsbewertung und -beurteilung (c) W. Rüsse (Projekt Schule interaktiv)

6 Grundbedingungen für Gelingen E-Learning gelingt meist nur als Blended Learning, neue Medien sind gut auch präsent nutzbar E-Learning und neue Medien kosten Zeit, Ertrag erst später Einzelkämpfer bzw. Fachgruppeninitiativen begrenzt möglich, aber nur Schule als ganze wirkt nachhaltig Nicht nur die Informatiker im Boot Fortbildung: Sach- und Fachintegration im Unterricht statt Funktionalitäten- oder Softwareschulungen Neue Lehr-Lernkultur und E-Learning gehören idealer Weise zusammen (Mehrwert E-Learning) Neuling? Klein anfangen ist auf jeder Stufe o.k.! NB: nicht verzetteln, Medienkompetenz ist zusätzliches Lehr- und Lernziel (ersetzt keine fachlichen Ziele)

7 Didaktische Bedingungen Autonomie, d.h. Mut: Lehrkräfte die sich trauen und einfach machen Integration statt Zusatz: Integration in Schule (AGs, Projekte), besser in den Unterricht, Zeit im Stundenplan, unterrichtsintegrierende Fortbildungen usf. Organisation: Möglichst mehr als 45 min, besser in Blöcken von mind. 90 min. Unterricht vor Technik: An eigenem, gelingenden Unterricht anknüpfen, nicht an der Technik! ( Nicht die Menschen an die Technik, sondern die Menschen an ihre Möglichkeiten heranführen. W. Sesink) Medienkompetenznutzung: Grundkompetenzen in der Schule (nicht notwendig Lehrende nutzen Sie Schülerkompetenzen oder von Partnern) Ziele der Medienbildung: Medienkonzept des Lehrers, der Fachgruppe oder der Schule Nutzungstransparenz: Ausstattungsplan und Ausleihsystem Bewertung: Neue Beurteilungsformen, z.b. Präsentation, Portfolio Kooperation: mit anderen Schulen oder außerschulischen Partnern, z.b. lokalen oder regionalen Medienzentren, Rundfunkanstalten, Experten u.ä.

8 Ökonomische Bedingungen Finanzierung der Grundausstattung mit Neuen Medien, d.h. Rechner in Räumen oder Laptopwagen Internet(breitband)anschluss, Schulnetzwerk Support (ganz wichtig!) (integrierte und integrierende) Fortbildungen Stundenweise Freistellung der Lehrkräfte (event. Administrator, Ansprechpartner bzw. Anwendungsbetreuer) Möglichst kleinere Klassen, eventuell teilen

9 Technische Bedingungen Funktionierende, stabile Rechner mit Internet ( Diebstahlschutz?), passende Grundausstattung Software mit Lizenzen ( Open Source Software hilft, z.b. Open Office, Firefox, GIMP) Viel Standardsoftware, besser Free- oder Shareware für Heimnutzung SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern! Produktionsgeräte, z.b. digitale Audiorekorder, (Video-)Kamera(s), entsprechende Schnitt- und Bearbeitungssoftware (event. MovieMaker), dann notwendige Hardware (externe Festplatten) Verlässlicher Zugang zu Rechnern und Neuen Medien für alle, auch Medienferne (transparentes Ausleihsystem, Nutzungsplan) Stabiles Schulnetzwerk mit Support, dazu meist Windows Server nötig (z.b. IT-Beauftragter, Fernwartung, lokale oder regionale Ansprechpartner) Lokal oder online eingerichtete (passende) Lernplattform (LMS)

10 Probleme und Entscheidungen Fernwartung oder (Software)Autonomie: z.b. Paketierung, Programmentwicklung? Intranet und Internet: Arbeit zu Hause? Zwei, drei Systeme an der Schule? Z.B. MNS+, Schola-21, Moodle Support mit Schülern: Pro und contra Datenschutz: individuelles Usertracking (alle LMS, z.t. Lernplattformen)

11 Szenario 0: Nur Software Grundschule, ab 1. Klasse Rechnerraum oder Laptopwagen Kommunikation mit (externem) Administrator Lernwerkstatt, Bob der Baumeister auf allen Rechnern installiert Geteilte Gruppe (bei ca. 15 Rechnern) Wochenplanarbeit, Freiarbeit zur Übung und Vertiefung Selbstständigkeit, Differenzierung, Individualisierung

12 Szenario 1: Nur Internet Sekundarstufe 1, Klasse 8, IKG Thema Bewerbung Textverarbeitung oder Präsentationen Gemeinsame Dateienverwaltung über BSCW (o.ä.), einfaches erstes Arbeiten mit Lernplattform (Shared Workspace) Ergebnissicherung und Dateigrößen, Sicherungskopien, Publizieren und Formate (pdf, rtf, ppt, odt), intelligente Dateinamen, Kooperation bei Dateibearbeitung Orientierung am Anderen, Verständnis (Ordnerstruktur, Namen), Rücksicht (Dateigrößen)

13 Szenario 2: Netzwerksystem Werbevideos für WPU-Unterricht, Klasse Rechner (mit firewire) pro Gruppe, beim Speichern für 2 (MNS+) bzw. 3 (LANiS) Movie Maker contra Adobe Premiere? Netzwerksystem mit Supportkonzept wie LANiS (Hessen u.a.) oder MNS+ (Rheinland-Pfalz u.a.) Homeverzeichnis für jeden, alternativ mobile Festplatten (CD, DVD, USB-Stick, LMS untauglich) Team- und projektförmige Arbeit, nützl. Produkt, Selbstständigkeit, Selbstausdruck, hohe Motivation, Integration in Schulgemeinschaft

14 Szenario 3: Lernplattform Projekt, ab Klasse 3, Thema Fußball (Hansa Rostock) Selbst gesetztes Thema, Ziele, Arbeitsschritte planen, durchführen, präsentieren, bewerten (einfach: Learn-it) Moodle (mit Installation) oder Schola-21 Präsentation der Arbeitsergebnisse mit selbst gewähltem Tool, Wiki, Weblog, HTML-Seite (Moodle) Distribution, Arbeit weniger an Lehrer gebunden (Krankheitsproblem reduziert, ähnlich Wochenplan) Selbstständigkeit (ganzer Lernprozess), Teamarbeit, problem- bzw. projektorientiert, Beispiel mit mehr Instruktion: Lehrerbildung mit VOP (und Moodle)

15 Einige Webadressen Unterrichtsvorhaben: BSCW: MNS+: LANiS: Lo-net: Schola 21: Moodle: Trebings Favoriten online: Demovorlesung aus VOP: Aktuelle Literatur zu Neuen Medien: Werner Sesink (Hg.)(2006): Subjekt - Raum - Technik. Beiträge zur Theorie und Gestaltung neuer Medien in der Bildung. Lit-Verlag, Münster.

16 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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