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1 OBJEKTIV UNBESTECHLICH KEINE WERBUNG Heizkosten Kostenlawine und Klimakiller Konsument 1/ veröffentlicht am , aktualisiert am Die Preise steigen unaufhörlich Sparen kann jeder auch bei den Emissionen Mit Holz auf dem richtigen Weg Die Heizkosten verschlingen nach den Kosten für Wohnungsmiete oder Rückzahlung des Wohnungskredites den größten Brocken des Haushaltsbudgets. Mit Jahreskosten von rund Euro muss ein Eigenheimbesitzer (120 m²) schon rechnen, sofern er über eine neuwertige Heizungsanlage verfügt; bei einer alten liegen die Kosten noch wesentlich höher. Starke Preissteigerung Und die Kosten werden nicht geringer. Egal ob wir gerade in einer schlimmen Krise stecken oder ob Hochkonjunktur herrscht, die Preise scheinen unaufhörlich zu steigen. Dass dies nicht bloß eine "gefühlte" Entwicklung ist, sondern eine handfeste Tatsache, beweist ein Blick in die Statistik. Strom So ist der Strompreis seit dem Jahr 2007 von etwa 16,1 auf 18,0 Cent/kWh gestiegen, das ist ein Plus von rund 12 Prozent (berechnet wurde der Median aller Anbieter für Wien). Erdgas Ähnlich die Situation bei Erdgas: Mit 6,84 Cent pro Kilowattstunde lag der Preis zum Jahreswechsel um 15 Prozent über jenem von Er ist zwar zuletzt gesunken, aber bei Weitem nicht im versprochenen Ausmaß. Als die Preise vor rund drei Jahren nämlich um über 26 Prozent hinaufschnalzten, hatten die Anbieter von einer vorübergehenden Preishausse gesprochen, die mit den nächsten langfristigen Lieferverträgen wieder rückgängig gemacht würde. Heizöl Bei Heizöl hat es bedingt durch massive Spekulationen im Jahr 2008 einen riesigen Preissprung gegeben, danach gingen die Notierungen zurück. Aber seit März 2009 gibt es wieder einen

2 Aufwärtstrend. Im Vergleich zu unserer Erhebung im September 2009 ist der Heizölpreis um 18 Prozent auf 77,3 Cent pro Liter gestiegen. Da er mit den internationalen Spekulationen um die Erdölnotierung korreliert, gibt es auch keine schlüssige Antwort auf die Frage, wann denn der beste Zeitpunkt zum Einlagern ist. Die Empfehlung, außerhalb der Heizperiode zu bestellen, mag zwar einiges für sich haben. Doch wenn die nächste Ölpreis-Hausse ausgerechnet im Sommer stattfindet, hat man Pech gehabt. Holzpellets Die stark steigende Nachfrage nach Holzpellets hat 2006 zu einer dramatischen Verknappung und damit zu einem massiven Preissprung geführt: knapp 27 Cent pro Kilo mussten damals berappt werden. Seither hält das Angebot mit der Nachfrage einigermaßen Schritt. Im September 2009 betrug der Preis 20,5 Cent, zuletzt 21,5 Cent; das entspricht einem Plus von rund 5 Prozent. Details zur Preisentwicklung können Sie durch den Vergleich der aktuellen Tabelle mit den Tabellen früherer Veröffentlichungen in unserem Heizkosten Extra nachvollziehen. Billiges Holz, teurer Strom Nun aber zur vorliegenden Tabelle und damit zum Vergleich der Heizkosten zu aktuellen Preisen diese wurden im November 2010 erhoben. Untereinander lassen sich die Preise der Brennstoffe natürlich nicht vergleichen, da der Energieinhalt von 1 Kilo Holz ein anderer ist als der von 1 Kilo Kohle. Ganz zu schweigen von Energieträgern mit einer anderen Maßeinheit (kwh oder m³). Deshalb wurde für jeden Brennstoff der jeweilige Energieinhalt berücksichtigt, ebenso der Jahresnutzungsgrad der Heizanlage. Die Anlagen sind unterschiedlich effizient, ihr Nutzungsgrad liegt in der Regel unter 100 Prozent. Ausnahme: die Wärmepumpe. Hier wird viermal so viel Wärmeenergie gewonnen wie an elektrischer Energie eingesetzt wird. Geheizt wird ja mit Erdwärme; der Strom wird nur benötigt, um die Wärmepumpe zu betreiben. Am besten "Brennstoffkosten in Cent/kWh" vergleichen Erst nach Berücksichtigung dieser Parameter und der Umrechnung auf eine einheitliche Maßeinheit (kwh) lassen sich die Brennstoffkosten vergleichen. Für einen ersten Überblick ist es am besten, die "Brennstoffkosten in Cent/kWh" zu vergleichen, und zwar für eine neue Anlage gerechnet. Für alte Anlagen ist eine Berechnung nicht immer sinnvoll. Denn für Holzpellets (einen relativ neuen Brennstoff) gibt es keine Altanlagen, Ähnliches gilt für Brennwertkessel. Die Spalte ist in der Tabelle farblich hervorgehoben. Ebenso die Spalte "Differenz zu Gasbrennwertkessel" hier ist

3 angegeben, um wie viel billiger oder teurer das Heizen bei Einsatz dieser Technologie im Vergleich zum Heizen mit der betreffenden Heizungsart kommt. Der Gasbrennwertkessel wurde deshalb gewählt, weil es sich dabei um eine zeitgemäße Energietechnik und den am weitesten verbreiteten Energieträger handelt. Ein Beispiel: minus 31 % für Pellets/Zentralheizung bedeutet, dass eine mit Pellets befeuerte Zentralheizung im Betrieb um 31 Prozent billiger ist als das Heizen mit Gas unter Verwendung eines Brennwertkessels und einer neuen Heizanlage (Basiswert ist die jeweils verglichene Energieform, hier also Pellets). Zahlreiche Heiz-Beispiele in Tabelle Daneben werden in der Tabelle noch einige Beispiele angeführt, auf wie viel sich die Jahreskosten für unterschiedliche Haushaltsgrößen und -ausstattungen belaufen können: für eine 68-m²- Altbauwohnung und für ein Einfamilienhaus herkömmlicher Bauart mit 120 m², jeweils mit alter bzw. neuer Heizungsanlage. Schließlich wurde errechnet, wie hoch die Heizkosten ausfallen, wenn das genannte Einfamilienhaus (durch Wärmedämmung) auf Niedrigenergie-Standard gebracht wird. Die Einsparungen sind enorm, egal womit man heizt. Ein perfekt gedämmtes Haus benötigt statt 220 kwh pro m² nur mehr 35 kwh; das bedeutet weniger als ein Sechstel des Heizbedarfs und damit der Heizkosten. Trotz der starken Preissteigerungen haben sich die Relationen kaum verändert. Am billigsten kommt mit 1,99 Cent pro kwh die Hackschnitzelheizung. Direktheizgeräte, die mit Tagstrom gespeist werden, kosten am meisten: über 18 Cent/kWh. Dazwischen liegen die fossilen Energieträger, wobei Erdgas knapp billiger ist als Heizöl. CO 2 -Emissionen im Vergleich In der Tabelle finden Sie auch Angaben über die CO 2 -Emissionen der jeweiligen Energieträger. Pro Kilowattstunde scheinen die Mengen sehr gering, doch aufs Jahr gerechnet stößt jeder Haushalt mit konventionellem Heizsystem Tausende Tonnen CO 2 in die Luft. Die Berechnungen erfolgten nach GEMIS-Österreich. GEMIS ist das Globale Emissions-Modell Integrierter Systeme, entwickelt vom Öko-Institut Freiburg; das Umweltbundesamt hat es an österreichische Verhältnisse angepasst und weiterentwickelt. Klimakiller: Kohle, Öl und Gas Am geringsten ist die Belastung durch Holz. Ganz CO 2 -neutral ist aber auch Holz nicht, weil auch in diesem Fall durch Verarbeitung und Transport Emissionen freigesetzt werden. Die bei Weitem

4 größte Beeinflussung des Klimas wird durch Kohleheizungen verursacht: das 26-fache einer Holzheizung (siehe Spalte CO 2 -Faktor im Vergleich zu Holz). Eine alte Gasheizungsanlage mit konventionellem Gaskessel im (ungedämmten) Einfamilienhaus schleudert demnach pro Jahr 8.2 Tonnen CO 2 in die Luft, bei einer Ölheizung sind es sogar 10.6 Tonnen. Durch den Umstieg auf eine Pellets-Zentralheizung lassen sich die Emissionen auf 1.3 Tonnen reduzieren. Wer mit Scheitholz heizt, kommt gar mit 600 kg aus. Im Niedrigenergiehaus sinkt dieser Wert auf 86 kg. Tabelle: Heizkostenvergleich 1/2011 Die Tabelle wird in der Druckversion nicht dargestellt. Heizkosten: Zusammenfassung Umsteigen ist teuer. Je billiger der Energieträger, desto höher sind die Investitionskosten. Mit einem modernen Einzelofen als Zusatzheizung können Sie aber auch ohne große Investitionen zumindest teilweise vom billigen und umweltfreundlichen Brennstoff Holz profitieren. Sparen kann jeder. Auch wenn eine teure Umrüstung derzeit nicht infrage kommt sparen kann man mit jedem Brennstoff: Heizung bei Abwesenheit drosseln, Raumthermostate verwenden; die Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad C reduziert die Heizkosten um bis zu 6 Prozent. Bevor das Heizsystem umgestellt wird, sollte man eine Wärmedämmung in Erwägung ziehen das bringt meist mehr Einsparungen. Klimakiller. Denken Sie nicht nur ans Geld, sondern auch an den Klimawandel. Alte Heizsysteme blasen jährlich Tausende Tonnen CO2 in die Atmosphäre. Mit Dämmung und Holzheizsystem lassen sich die Emissionen deutlich reduzieren.

5 Buchtipp: "Heizen und Warmwasser" Unser Ratgeber "Heizen & Warmwasser" zeigt, welche Heizsysteme und Möglichkeiten der Warmwasserbereitung es gibt und wie Sie bei Auswahl, Anschaffung und Inbetriebnahme vorgehen. Auch Heizkosteneinsparungen durch Sanierungsmaßnahmen sind ein Thema. Ökologische Aspekte und wirtschaftliche Vorgangsweise sind kein Widerspruch. Aus dem Inhalt Wärmeverluste aufspüren und beseitigen Das richtige Heizsystem für Sie Planungsfehler vermeiden Bestehende Systeme optimieren Schornstein, Kamin, Rauchfangkehrer Heizkostenabrechnung Neue Fördermöglichkeiten 14,90 Euro (+ Versandspesen) Leserreaktionen Richtigstellung Der CO2-Ausstoß von Heizanlagen ist zwar hoch, aber nicht so hoch wie im Artikel angeführt. Die Beträge sind in Kilogramm angegeben, nicht in Tonnen. Die Gasheizungsanlage emittiert somit kg (oder 8,2 Tonnen), eine Holzheizung im Niedrigenergiehaus 86 kg. Wir bedauern Die Redaktion (aus KONSUMENT 2/2011) Copyright 2011 Verein für Konsumenteninformation (VKI)

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