Roadmap für eine nachhaltige Intralogistik

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1 Roadmap für eine nachhaltige Intralogistik Dipl.-Ing. Peter Tenerowicz , 14. Magdeburger Logistiktagung fml - Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wi.-Ing. W. A. Günthner Technische Universität München

2 Roter Faden Ökologische und ökonomische Motivatoren Vorstellung Lehrstuhl fml Potenziale in einem Distributionslager Roadmap für eine nachhaltige Intralogistik Fazit und Ausblick 2

3 Campus Garching Fakultät Maschinenwesen Lehrstuhl fml fml Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik Chemie 36 Mitarbeiter 18 Planstellen 18 Drittmittelstellen Maschinenwesen Physik FRM II Aufgaben Lehre Forschung Industrieprojekte Max- Planck- Institute Mathematik/ Informatik 3

4 Motivation Ökonomie und Ökologie im Einklang Ineffizient? Überdimensioniert? 4

5 Motivation Ökonomie und Ökologie im Einklang Ökonomie Soziales Ökologie Rohöl Strom Rohstoffe Mehr als 90% der Gesamtkosten eines Elektromotors über die Lebensdauer entfallen auf den Stromverbrauch [ ]. Druckluft: Bis zu 50% können hier eingespart werden. Pumpensysteme: Das technische Einsparpotenzial liegt bei 25%, das wirtschaftliche bei 12 bis 15%. 20 bis 40% des Energieverbrauchs der Industrie könnten zu wirtschaftlich vernünftigen Bedingungen bis 2020 eingespart werden. Quelle: BMU 5

6 Roadmap für eine nachhaltige Intralogistik Schritt 1: Definition von Ökologie-Kennwerten Schritt 2: Etablierung von Messsystemen Schritt 3: Aufnahme des Ist-Zustands Schritt 4: Auswahl und Umsetzung geeigneter Maßnahmen Erfolgs- kontrolle 6

7 Roadmap für eine nachhaltige Intralogistik Schritt 1: 1: Definition von Ökologie-Kennwerten Lifecycle Assessment (LCA) Kumulierter Energieaufwand (KEA, VDI-Richtlinie 4600) Carbon Footprint CO 2 Schritt 2: 2: Etablierung von Messsystemen Energie- und Stoffstrommanagementsysteme Vergleichsbasis auf Grundlage von Energie- bzw. Ressourcenbilanzen Schritt 3: 3: Aufnahme des Ist-Zustands Festlegung des betrachteten Systems (einzelne Anlage, gesamtes Distributionszentrum) Aufnahme der festgelegten Kennzahlen als Bezugsdaten 7

8 Roadmap für eine nachhaltige Intralogistik Schritt 4: 4: Auswahl und Umsetzung geeigneter Maßnahmen Prozessübergreifende Rahmenbedingungen C A Effektive Prozesse Maschinen und Anlagen Komponenten und Antriebe Innerbetriebliche Abläufe und Prozesse B Steigerung der Ressourceneffizienz Handlungsebenen und Stellhebel für eine grüne Produktion und Intralogistik 8

9 Roadmap für eine nachhaltige Intralogistik A Effektive Prozesse Einsatz der Fördertechnik nach dem Prinzip Run on Demand Verzicht auf Druckluftsysteme Implementierung von Systemen zum Energie- und Stoffstrommanagement Visualisierung von Verbrauchen und Einsparpotenzialen Energieträger Verwendungsbereich Strom Produktion I Druckluft Wasser Produktion II Wärme Verwaltung Quelle: GMC-Instruments 9

10 Roadmap für eine nachhaltige Intralogistik B Steigerung der Ressourceneffizienz Senkung des Wasserverbrauchs im Unternehmen Vermeidung von Umweltgiften Wieder-/Weiterverwertung und -verwendung von Rohstoffen Vermeiden Sie unnötige Abfälle Einsatz sparsamer Antriebssysteme Grundprinzipien des sparsamen Umgangs mit Energie: Intelligenter Einsatz elektrischer Energie, von der so wenig wie nötig zu gebrauchen ist Umsetzung der elektrischen in mechanische Energie mit möglichst hohem Wirkungsgrad Nutzung der Bremsenergie, wenn diese in nennenswertem Umfang zurückgespeist wird 10

11 Roadmap für eine nachhaltige Intralogistik C Prozessübergreifende Rahmenbedingungen Kühlung Reduzierung des zu kühlenden Volumens Heizung Reduzierung des zu heizenden Volumens Vermeidung von unnötigen Wärmeverlusten Ersatz von Warmluftheizung durch Strahlungsheizung Einsatz von Hocheffizienzpumpen bei Warmluftheizungen Nutzung der Prozesswärme mittels Wärmerückgewinnung Beleuchtung Rechnerund IT-Systeme Reduzierung der Beleuchtung auf ein nötiges Maß Einsatz energieeffizienter Lampen Einsatz energieeffizienter Hardware- und Steuerungskomponenten Energieeffiziente Kühlung Nutzung der entstehenden Abwärme 11

12 Relevante Bereiche eines Intralogistiksystems Stetigförderer 3 Lagerbereich 2 Unstetigförderer 4 Gebäude Quelle: Libri 12

13 Relevante Bereiche eines Intralogistiksystems Potenziale für Stetigförderer 1 Reduzierung von Übertragungsverlusten Vermeidung von überdimensionierten Antrieben Run on Demand Verzicht auf übermäßigen Einsatz von Druckluft Effiziente und geregelte Antriebe 13

14 Relevante Bereiche eines Intralogistiksystems Potenziale für Unstetigförderer Vermeidung von Fahrwegen durch verbesserte Steuerung Einsatz neuer Antriebskonzepte für Flurförderfahrzeuge Verbesserung der Energiespeicherung nachhaltige Konzepte Ökologie Ökonomie Sozial 2 14

15 Relevante Bereiche eines Intralogistiksystems Potenziale im Lagerbereich 3 Automatisierung von Kühlbereichen Verbesserung des Verhältnis Nutzlast zu Eigengewicht bei Lagerbediengeräten Energierückgewinnung Bedarfsabhängige Beleuchtung durch Nutzung von Bewegungsmeldern 1 : 8,25 1 : 1,5 15

16 Relevante Bereiche eines Intralogistiksystems Potenziale in der Gebäudetechnik Nutzung von Tageslicht Beleuchtungszonen Energieeffiziente Beleuchtungsmittel Strahlungsheizungen Isolierung 4 Modul C Modul B Modul A Aktuell Flexibilität fördert Nachhaltigkeit Modulare und skalierbare Systeme Lego-Prinzip Planung 16

17 Studie Change to Green Verfolgt Ihr Unternehmen derzeit eine Green-Strategie? 56% 44% Unternehmen ohne Green-Strategie Unternehmen mit Green-Strategie Erscheinungsdatum: Mitte April

18 Studie Change to Green Welche Gründe sehen Sie dafür, dass in Ihrem Unternehmen derzeit keine Green-Strategie verfolgt wird? Kein Mehrwert ersichtlich Keine Nachfrage der Kunden Fehlendes Wissen über mögliche Lösungen Wie bewerten Sie das Thema Nachhaltigkeit für moderne Produktionssysteme? Keine Nachfrage der Industriepartner 5% 30% Sonstige Gründe 65% Passende Lösungen am Markt nicht vorhanden Konflikte mit bestehenden Geschäftsprozessen 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Weniger wichtig Sehr wichtig Wichtig 18

19 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! fml - Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wi.-Ing. W. A. Günthner Technische Universität München 19

20 20

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