Kennzahlenportfolio Betriebliches Gesundheitsmanagement

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1 Kennzahlenportfolio Betriebliches Gesundheitsmanagement 24 Früh- und 23 Spätindikatoren für das betriebliche Gesundheitsmanagement

2 Wie wirksam ist unser betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) wirklich? Ergreifen wir die richtigen Maßnahmen und setzen wir diese richtig um? Auch wenn sich die Wissenschaft darüber einig ist, dass gesundheitsförderliche und präventive Interventionen einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung von Beschäftigten leisten, ist die Wirksamkeit in den meisten Fällen unklar. Damit liegt der Schwarze Peter der Nachweisführung sehr häufig wieder im Personalbereich, an den bzw. in den das BGM vielfach organisatorisch eingebunden ist. Das Kennzahlenportfolio, das wir für Sie aufbereitet haben, soll Ihnen einen Überblick ermöglichen, welche Indikatoren die Wirkung Ihrer Maßnahmen in den sechs Handlungsfeldern des BGM nachweisen können. Damit knüpfen wir direkt an unsere Toolbox Betriebliches Gesundheitsmanagement an. Begriffe im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements Verhaltens- und Verhältnisprävention Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als einen Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur durch die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen. Körperliche und psychische Gesundheit sind somit voneinander abhängige Variablen. Als Konsequenz daraus müssen gesundheitsförderliche Maßnahmen gleichfalls psychische als auch psychosoziale Aspekte berücksichtigen, um nachhaltig wirksam zu sein. Grundsätzlich lassen sich zwei Ansatzpunkte für gesundheitsbezogene Maßnahmen herausarbeiten. Zum einen Maßnahmen mit Bezug auf die jeweilige Person selbst und ihr Verhalten (Verhaltensprävention): dazu zählen insbesondere der persönliche Umgang mit Stress, die eigene Ernährung und körperliche Aktivitäten. Zum anderen Maßnahmen im Hinblick auf die Umwelt (Verhältnisprävention): hierzu gehören in der Hauptsache die Gestaltung der Arbeit sowie der Arbeitsbedingungen, aber auch die Lebensbedingungen der Beschäftigten. Pathogenese versus Salutogenese Bei der Situationsanalyse zur Zusammenstellung eines Maßnahmenkataloges können Sie zwei unterschiedliche Sichtweisen einnehmen. Einerseits die pathogenetische oder krankheitsorientierte Sicht, die untersucht, was Menschen krank macht und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Ziel dabei ist die Minimierung gesundheitlicher Risiken auf der Basis eines Risikofaktorenmodells. Ein Maßnahmenpaket orientiert sich in der Folge somit an der Vermeidung der identifizierten Risiken. Die Salutogenese, also die gesundheitsorientierte Sichtweise, setzt auf die Gesunderhaltung der Beschäftigten. Untersucht werden Faktoren, die ausschlaggebend dafür sind, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen trotz erheblicher Belastung und gesundheitskritischer Einwirkungen gesund bleiben. Diese so herausgearbeiteten Ressourcen werden, durch das auf dieser Grundlage erstellte Maßnahmenbündel, unterstützt und verstärkt. Beide Sichtweisen schließen sich nicht notwendigerweise gegenseitig aus, sondern können als sich ergänzende Konzepte eingesetzt werden, um einen ganzheitlichen Handlungsansatz für das BGM zu erarbeiten.

3 Handlungsfelder betriebliches Gesundheitsmanagement Wie in der Toolbox Betriebliches Gesundheitsmanagement systematisiert, lassen sich Maßnahmen sechs Handlungsfeldern (Abbildung 1) zuordnen. BGM beinhaltet danach mehr als nur Arbeitschutz und Sicherheit oder betriebliche Gesundheitsförderung. Wenn es als Querschnittsaufgabe begriffen wird, betrifft es alle Bereiche eines Unternehmens, von der Unternehmenspolitik bis hin zur Umsetzung gesetzlicher Vorgaben der Arbeitsgestaltung bzw. Arbeitsplatzausstattung. Auch das Kennzahlenportfolio folgt der Logik der sechs Handlungsfelder. Die Unterscheidung in Früh- bzw. Spätindikatoren ermöglicht das frühzeitige gezielte Steuern und langfristiges Controlling der Maßnahmenwirkungen. Die Aufbereitung von Kennzahlen ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn die ermittelten Ergebnisse im Hinblick auf die Erreichung von Zielen Abbildung 1: Handlungsfelder des betrieblichen Gesundheitsmanagements Gesundheitsmanagement) beschrieben: ausgewertet werden. Nachfolgend sind Zielsetzungen im Rahmen der jeweiligen Handlungsfelder (analog zur Toolbox Betriebliches Betriebliches Gesundheitsmanagement ist als Querschnittsaufgabe in der Unternehmensstrategie zu verankern und wird bei neuen Projekten oder Veränderungsprozessen des Unternehmens mit berücksichtigt. Es gibt verbindliche Strukturen und Prozesse zum betrieblichen Gesundheitsmanagement. Führungskräfte sind zum betrieblichen Gesundheitsmanagement geschult und über Angebote informiert. Sie sind sich ihrer Verantwortung als Führungskraft zu diesem Thema bewusst und nehmen diesbezüglich ihre Aufgabe war. Angebote des betrieblichen Gesundheitsmanagements werden von ihnen aktiv unterstützt. Arbeitsplätze und Arbeitsaufgaben werden systematisch im Hinblick auf mögliche Gefährdungen und Fehlbelastungen untersucht. Nach ergonomischen Aspekten entwickelte Arbeits- und Betriebsmittel werden zur Verfügung gestellt. Es gibt Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligen sich aktiv an Gremien zum betrieblichen Gesundheitsmanagement (Gesundheitszirkel). Sie bringen eigene Vorschläge zur betrieblichen Gesundheitsförderung, zur Arbeitssicherheit sowie zum -schutz ein und übernehmen hierfür die Multiplikatorenfunktion im Unternehmen. Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung sind vorhanden. Diese sind den Führungskräften bekannt, werden aktiv beworben und von einem großen Teil der Beschäftigten genutzt. Es existiert ein betriebliches Eingliederungsmanagement mit den notwendigen Prozessen. Es wird im Bedarfsfall systematisch umgesetzt. Es existieren die notwendigen und gesetzlich vorgeschriebenen Strukturen und Verantwortlichen. Diese sind geschult, können ihre Aufgaben aktiv wahrnehmen. Arbeitsunfälle und Verstöße gegen die Arbeitssicherheit werden auf ihre Ursachen hin untersucht, Gegenmaßnahmen werden zusammengestellt und umgesetzt.

4 Kennzahlenportfolio Betriebliches Gesundheitsmanagement Frühindikatoren Spätindikatoren Verhalten Anzahl der Beschäftigten, die wissen, dass BGM ein Teil der Unternehmensstrategie ist, Anzahl der Beiträge zum BGM im Intranet oder der Unternehmenszeitschrift Erstbeteiligungsquote an Gesundheitszirkeln, Anzahl der Vorschläge pro Jahr zum Thema BGM Je Vorgesetztem/r Beteiligungsquote der MA an Angeboten zu BGM Schulungsstunden zu Themen des BGM oder betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) Quote der Beschäftigten, die Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung in Anspruch nehmen (insbes. Männer), Grippeschutzimpfungsquote (Betriebsarzt) Quote der in Anspruch genommenen Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf Qualifizierungstage zum Thema Arbeitssicherheit, Anzahl der gemeldeten Verstöße gegen den Arbeitsschutz Anzahl Beschäftigte, die ihr Unternehmen als guten Arbeitgeber empfehlen würden, Rangplatz bei Arbeitgeberrankings zu Themen des BGM Fluktuationsquote in Gesundheitszirkeln, Eingesparte Kosten durch umgesetzte Vorschläge zum BGM Je Vorgesetztem/r Krankenstand Fluktuationsquote Anzahl der durchgeführten Rückkehrgespräche (ohne BEM) Krankentage der Beschäftigten gesamt bis 3 Tage Langzeiterkrankung Mehrarbeit in h je MA/Jahr (Verlaufsbetrachtung), Burnoutfälle je Jahr Anzahl der Arbeitsunfälle pro Jahr Verhältnisse Ressourcenbudget für Maßnahmen des BGM Anzahl der Gesundheitszirkeltreffen pro Jahr, Anzahl der durchgeführten Mitarbeiterbefragungen zum Thema BGM Anzahl der Ansprechpartner/innen für Fragen des BGM, Mobbingquote (Anzahl Mobbingfälle je Jahr) Anzahl der präventiven Betriebsarztbesuche je Beschäftigtem, Anzahl der durchgeführten betrieblichen Eingliederungsmaßnahmen Anzahl der Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Anzahl der ergonomisch gestalteten Arbeitsplätze Anzahl (pro Jahr)...Arbeitsplatzbegehungen Sicherheitsbelehrungen Gefährdungsbeurteilungen Auswirkungsausmaß bei Veränderungen (z. B. neu Formen der Arbeitsorganisation) auf Fehlzeiten und Krankenstand Quote der umgesetzten Vorschläge zum BGM pro Jahr Anzahl der Kündigungen auf Grund von Mobbing Höhe der Konfliktkosten auf Grund von Mobbing Anzahl der therapeutischen Betriebsarztbesuche je Beschäftigtem, Anzahl von Frühverrentungen je Jahr Burnoutfälle je Jahr, Anzahl Ausfallzeiten auf Grund von Fehlbelastungen Anzahl der nach Ursachen ausgewerteten Arbeitsunfälle, Kosten, die durch Arbeitsunfälle verursacht werden

5 Maike Jacobsen, Oliver Lilie und Sarah Rögner wünschen Ihnen viel Erfolg beim Einsatz des Tools. Wir haben versucht, viele interessante Informationen zum Thema zusammenzustellen und hoffen, dass Sie die Wirkungen der gesundheitsförderlichen Maßnahmen besser in Ihrem Unternehmen kommunizieren können. Über ein kurzes Feedback von Ihnen freut sich unser Team sehr. Mit freundlichen Grüßen Oliver Lilie Personalexperte MA&T Organisationsentwicklung GmbH PS: Haben Sie Anregungen zum Kennzahlenportfolio Betriebliches Gesundheitsmanagement oder Fragen zum Thema Personalmanagement in Ihrem Unternehmen, dann wenden Sie sich an Ihren Perwiss-Experten für Personalmanagement: Herrn Oliver Lilie Geschäftsführender Gesellschafter MA&T Organisationsentwicklung GmbH Telefon: Fax: Internet:

6 Gemeinsam werden Ideen zum Erfolg! Wir begleiten die Organisation Ihrer Veränderung und die Veränderung Ihrer Organisation! Entwicklung oder Neuausrichtung der Unternehmensstrategie Konzeption und Implementierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses Strategische Personalentwicklung Identifikation von Innovationspotenzialen Einführung und Entwicklung von Teamarbeit Qualifizierung und Coaching von Fach- und Führungskräften Gestaltung und Organisation von Geschäftsprozessen wenn Sie mehr wissen wollen...

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