Geschäftsbericht Jahre Veritas

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1 Geschäftsbericht Jahre Veritas

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3 Geschäftsbericht Geschäftsjahr Inhaltsverzeichnis 02 Organe der Veritas AG 03 Veritas Konzern auf einen Blick 04 Vorwort 07 Kraftstoff ein Impuls des Automobils 15 Lagebericht Veritas AG und Veritas Konzern I. Grundlagen des Unternehmens II. Wirtschaftsbericht III. Nachtragsbericht IV. Bericht zur voraussichtlichen Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken V. Beziehungen zu verbundenen Unternehmen 37 Jahresabschluss Veritas AG und Veritas Konzern 38 Bilanz Veritas AG 42 Bilanz Veritas Konzern 46 Entwicklung des Anlagevermögens der Veritas AG 48 Entwicklung des Veritas Konzernanlagevermögens 50 Eigenkapitalspiegel 53 Anhang Veritas AG und Veritas Konzern I. Rechnungslegung II. Erläuterungen zur Bilanz III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung IV. Sonstige Angaben 76 Bestätigungsvermerk 78 Bericht des Aufsichtsrates

4 Organe der Veritas AG Der Aufsichtsrat Dr. Karsten Schween, Amerang Berater für Familienunternehmer, Geschäftsführer Vorsitzender des Aufsichtsrats (ab 29. Juli 2014) Professor Dr. Wolfgang König, Gelnhausen Universitätsprofessor, Professor für BWL Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 29. Juli 2014) Katharina Hehl, Gelnhausen Dipl. Betriebswirt (BA), Geschäftsführerin Mitglied des Aufsichtsrats Ab 29. Juli 2014 Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats Dr. Wolfgang Maaß, Gießen Verleger, Geschäftsführer Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 29. Juli 2014) André Knöll, Hamburg Finanzierungsberater für Familienunternehmen, Geschäftsführer Mitglied des Aufsichtsrats (ab 29. Juli 2014) Juliane Krebaum-Marschollek, Gelnhausen Rechtsanwältin, Geschäftsführerin Mitglied des Aufsichtsrats Klaus Opalla, Gelnhausen Betriebsrat Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat Michael Körner, Bruchköbel Betriebsrat Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat Der Vorstand Bernhard Beck (Sprecher des Vorstands) Kunden und Märkte Dipl.-Ing. (FH) Uwe Hehl, MBA Finanzen / Controlling, Personal und Produktion 02

5 Veritas Konzern auf einen Blick Abweichung % Umsatz ,0 Personalaufwand ,9 Materialaufwand ,2 - davon Energiekosten ,0 Forschung / Entwicklung ,3 Ergebnis vor Zinsen und Steuern ,2 Jahresüberschuss/ -fehlbetrag ,3 Abschreibungen ,2 Investitionen ,2 Anlagevermögen ,4 Umlaufvermögen, Sonstiges ,4 Bilanzsumme ,0 Gezeichnetes Kapital ,0 Eigenkapital ,6 Zahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter ,0 Die Aktien der Veritas AG wurden bisher im Freiverkehr an der Börse zu Frankfurt am Main gehandelt. Mit dem 1. Juli 2012 ist der Freiverkehr an der Börse in Frankfurt umorganisiert worden. Seit diesem Datum werden die Aktien der Veritas AG derzeit an keiner Börse gehandelt. Geschäftsbericht

6 ein ereignisreiches Geschäftsjahr liegt hinter uns ein Jahr, das auf den ersten Blick besser verlaufen zu sein scheint, als es tatsächlich ist. Zwar stieg der Umsatz um 51,8 Millionen Euro, doch blieb das Ergebnis vor Zinsen und Steuern kurz EBIT um 2,89 Millionen Euro hinter dem des Vorjahres zurück. Am Umbau von Veritas führte kein Weg vorbei und wir sind damit seit 2013 bereits weit fortgeschritten. Was wir bisher erreicht haben, zeigt, dass wir auch unter schwierigen Bedingungen umsetzen, was wir uns vorgenommen haben, teils schneller als ursprünglich erwartet. Einen Stillstand gibt es nicht, vielmehr arbeiten wir kraftvoll weiter an der Vision 2025, um Veritas mittelfristig wieder auf Ergebniskurs zu bringen. Wir konzentrieren unsere Aktivitäten auf ein Produktportfolio, das Anwendungen in den Bereichen Kraftstoff, Luft, Hydraulik, Emission und Leichtbau umfasst. Im Geschäftsjahr 2014 haben wir Investitionen in Höhe von 22 Millionen Euro in Maschinen, Know-how und Prozesse geleistet, um mit den Menschen bei Veritas unsere Abläufe nachhaltig intelligenter zu gestalten. Diese Vorleistungen werden sich in den Folgejahren auswirken. Alle bereits erfolgten, aber auch künftigen Veränderungen stellen hohe Ansprüche an unsere Organisation und die Produkte. Auf offene Fragen im Hinblick auf die Internationalisierung und die Gestaltung der zukünftigen Produktlandschaft haben wir Antworten gefunden. Mit der»vision 2025«beschreiben und beschreiten wir den Weg in eine erfolgreiche Zukunft: Veritas ist 2025 ein internationaler Partner mit führender Materialkompetenz für individuelle Funktions- und Modullösungen zur Emissionsreduktion. 04 Veritas verbindet! Menschen, Produkte und Funktionen.

7 Die Wegweiser auf dieser Reise sind: 1. Unsere gelebte Mission Die Mission ist Ausdruck unseres unternehmerischen Selbstverständnisses. Sie treibt uns an und gibt eine klare Positionierung und Richtung vor: PERSÖNLICH im Umgang mit unseren Kunden. VORAUSSCHAUEND in technologischer und wirtschaftlicher Hinsicht. HERAUSRAGEND als verlässlicher Entwicklungspartner. INTEGRATIV bei der Bündelung unserer individuellen Stärken. Dafür steht Veritas, das zeichnet Veritas aus und ist Basis unseres Handelns. 2. Unsere gelebte Eigentümerkultur Der Motor für nachhaltiges Wachsen und Wirtschaften ist unsere»eigentümerkultur«. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen Verantwortung für den Erfolg. Der Grundsatz, so zu handeln, als wäre Veritas das eigene Unternehmen, gilt vom Auszubildenden bis zum Vorstand. 3. Unsere konsequente Strategie Die Positionierung als Partner mit führender Materialkompetenz basiert auf dem bei Veritas gewachsenen und tief verwurzelten Wissen, um langfristige Technologie- und Markttrends zu gestalten. Unsere»Vision 2025«gibt das unternehmerische Konzept vor, mit dem wir die Globalisierung von Veritas an realisierbaren Marktpotenzialen ausrichten, konsequent attraktive Wachstumsmärkte besetzen und unser Kerngeschäft, technologisch anspruchsvolle Lösungen zu bieten, nachhaltig stärken. Geschäftsbericht

8 Mag der eingeschlagene Weg auch streckenweise uneben sein, er wird uns zum Ziel führen. Unser Handeln werden wir weiterhin konsequent an den Bedürfnissen unserer Kunden, unserer Aktionäre, unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie an den gesellschaftlichen Werten ausrichten. Wir stehen dafür, Veritas in die Zukunft zu führen: Mit unserer Vision. Mit unserer Verantwortung. Mit unserem Versprechen. Wir sind dankbar für das Vertrauen, das Sie uns als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als Geschäftspartner und als Aktionäre entgegenbringen und wünschen uns, dass wir weiterhin auf Ihre Unterstützung zählen können. Bernhard Beck Sprecher des Vorstands Kunden und Märkte Dipl.-Ing. (FH) Uwe Hehl, MBA Finanzen / Controlling, Personal und Produktion 06 Veritas verbindet! Menschen, Produkte und Funktionen.

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10 Leidenschaftliches Autofahren setzt Bewegung voraus unsere Produkte bahnen Ihnen den Weg. KRAFTSTOFF

11 Kraftstoff ein Impuls des Automobils Das Automobil ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand für viele Menschen. Zur Fortbewegung ist die Zugabe von Kraftstoff unabdingbar. Sein Energiegehalt ist ursächlich dafür verantwortlich, dass Kräfte für einen Antrieb freigesetzt werden. Durch die Verbrennung wird der Kolben des Motors in Bewegung gesetzt, die Kraftübertragung über Welle auf die vier Reifen bringt das Fahrzeug schließlich in Bewegung. Kraftstoff ist eine Komponente im Produktportfolio des Veritas Konzerns. Jedes Produkt, das in seiner Funktion mit Treibstoff in Berührung kommt, ist dieser Gruppe zugehörig. Weitere Cluster sind Luft, Hydraulik, Emission und Leichtbau. Die historische Parallele zwischen Kraftstoff und Kraftfahrzeug ist nicht zu übersehen. Als 1876 der deutsche Ingenieur Nikolaus Otto den gleichnamigen ersten Verbrennungsmotor erfand und wenig später die ersten Automobile unter anderem von Carl Benz in Mannheim gefertigt wurden, schlug die Stunde des Benzins. Damit ließen sich die neuen Fahrzeuge in bis dato ungeahnte Geschwindigkeitsdimensionen beschleunigen. Bei einer Überlandfahrt von Bertha Benz, der Frau von Carl Benz, kam die Stadtapotheke zu Wiesloch bei Heidelberg dank der gewählten Route zu unerwartetem Ruhm: Sie gilt als erste Tankstelle der Welt, da Bertha Benz dort den nötigen Treibstoff Ligroin kaufte. Geschäftsbericht

12 KRAFTSTOFF AUS DER APOTHEKE Als Ende des 19. Jahrhunderts das Automobil erfunden wurde, machte sich sicherlich noch niemand Gedanken darüber, welche Verbreitung es einmal finden würde und welch eine Aufgabe die flächendeckende Versorgung mit Treibstoff eines Tages wäre. Nur sehr Wohlhabende konnten sich damals ein solches neumodernes Gefährt leisten und so spielte die Versorgungslogistik noch keine so große Rolle. Doch mit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts trat das Automobil seinen Siegeszug an und dem Automobilisten stellte sich doch recht schnell die Frage, woher er denn nun seinen Kraftstoff bekäme. Man wollte die neu gewonnene, moderne Mobilität schließlich genießen und nicht in der Reichweite eingeschränkt sein. Für das bis dahin im Individualverkehr wichtigste Transportmittel, das Pferd, gab es zumindest entlang der wichtigen Postwege und Straßen sogenannte Ausspänne, wo Energie in Form von Ruhe, Wasser und Hafer getankt werden konnte. Zur Not steuerte man einfach den nächsten Bach an oder ließ das Ross am Wegesrand grasen. Für das Automobil und die Kraftstoffe Diesel und Benzin sah das gänzlich anders aus, denn ein Tankstellennetz existierte noch nicht. Dieses Versorgungsproblem wurde zunächst meist von Drogerien und Kolonialwarenhändlern gelöst, die Benzin aus Fässern in Benzinkannen an den Endverbraucher verkauften. 8 Veritas verbindet! Menschen, Produkte und Funktionen.

13 VON DER ZAPFSÄULE ZUR TANKSTELLE Zu Beginn des Ersten Weltkriegs gab es im damaligen Kaiserreich immerhin schon rund Krafträder, Personenkraftwagen und etwa LKW. Immer mehr Zapfanlagen tauchten vor Läden, Drogerien, Werkstätten und Gasthäusern auf, meist direkt am Straßenrand auf dem Bürgersteig montiert. Konnte man es sich leisten, in die Sommerfrische zu fahren, so wählte man dafür das Automobil. Dies war allerdings nur wenigen vergönnt doch die Werbung der damaligen Zeit setzte auch darauf. An ein Tankstellennetz für die Reisenden dachte damals noch niemand. OLEX, Vorläufer der deutschen BP, plante und errichtete 1922 die ersten Tankhäuschen unter dem neuen Namen Tankstelle. Die kleinen etwa 3,2 m hohen Bauten beherbergten zwischen Fundament und Fußboden einen Unterflurtank. Im April 1923 folgte die Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft (DAPG), später zogen Standard Oil und dann ESSO mit einer ersten Bürgersteig- Tankstelle vor einer Drogerie in Hamburg nach. Ebenfalls 1923 begann auch B.V. ARAL mit dem Aufbau eines Tankstellennetzes. Mit der heutigen Tankstelle mit mehreren Zapfsäulen und Überdachung hatten diese Tankanlagen noch nicht sehr viel gemeinsam diese, damals Großtankstelle genannten Anlagen wurden immer populärer. Sehr verbreitet waren noch bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs Tankstellen, die an mehreren Pumpen Benzin unterschiedlicher Marken aus separaten Zapfsäulen anboten. Geschäftsbericht

14 Die erste markengebundene Großtankstelle entstand 1927 wiederum in Hamburg, gebaut und betrieben von der DAPG. Sie verfügte über die wichtigsten Merkmale, die auch heute noch gelten: Trennung vom Verkehr durch Zu- und Abfahrt, ein kleines Gebäude für Tankwart und Kundschaft, eine Tankinsel mit Zapfsäulen, ein auf Stützpfeilern montiertes Dach zum Schutz vor dem Wetter und eine auffällige, beleuchtete Werbung. Die Entwicklung ging rasant weiter: Im Jahr 1925 gab es in Deutschland etwa 950 Tank- und Zapfstellen. Natürlich kam auch die nationalsozialistische Reichsautobahn nicht ohne eine entsprechende Kraftstoff-Infrastruktur aus. Im Jahr 1936 entstand die erste Reichsautobahn-Tankstelle an der Ausfahrt Darmstadt, fünfzehn weitere folgten in nur dreizehn Monaten. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs war vorerst Schluss mit dem ungebremsten Wachstum, Mineralölindustrie und -verkauf wurden nun staatlich kontrolliert und rationiert kam die Umstellung auf Holzgas. Herkömmliche Kraftstoffe waren von 1942 an exklusiv für militärische Zwecke vorgesehen, Privatfahrzeuge mussten zwangsweise mit Holzgas betrieben werden. An 22 Reichsautobahn- Tankstellen wurde dementsprechend statt Benzin nun auch Holz verkauft. WIEDERAUFBAU DES TANKSTELLENNETZES Nach Kriegsende war fast die Hälfte aller Tankstellen zerstört. Kraftstoff blieb nach wie vor ein rares Gut und hauptsächlich dem Militär vorbehalten diesmal den Alliierten. Ab 1948 gab es unter alliierter Kontrolle wieder Planungen für neue Tankstellennetze der Mineralölindustrie. Zaghaft begann der Wiederaufbau. Am 1. April 1951 wurde die Zwangsbewirtschaftung schließlich aufgehoben, der freie Markt kehrte zurück und die Konzerne begannen wieder wesentlich intensiver am Ausbau ihrer Netze zu arbeiten. Von nun an ging es rasant aufwärts, das Wirtschaftswunder brachte auch in diesem Bereich satte Wachstumsraten. 10 Veritas verbindet! Menschen, Produkte und Funktionen.

15 Die steigende Zahl von Kraftfahrzeugen brachte die nötige Kundschaft an die Zapfsäulen gab es in Deutschland eine halbe Million Autos, 1953 waren es schon 1,8-mal so viele wie vor dem Krieg fuhren 3,7 Millionen Kraftfahrzeuge auf Deutschlands Straßen, 1970 bereits 13,5 Millionen. Damals teilten sich rein statistisch noch acht Personen ein Auto, heute kommt eins auf zwei Einwohner. Es war die Zeit des Wirtschaftswunders, man gönnte sich wieder etwas. Und das galt auch für triviale Angelegenheiten wie das Tanken des eigenen Autos. Die Industrie hatte das längst erkannt. DIE TANKSTELLE WIRD ZUM SUPERMARKT Anfang der 1970er kamen erstmals in größerem Umfang Selbstbedienungs- Tankstellen auf, der Fahrer betankte sein Fahrzeug nun immer häufiger selbst. Der altbekannte, immer freundliche und hilfsbereite Tankwart verschwand langsam von der Bildfläche. Sicherlich waren die steigenden Personalkosten daran nicht ganz unschuldig, ging es den Tankstellenbesitzern durch Ölkrise und generell steigende Benzinpreise Entwicklung der tankstellenanzahl in Deutschland doch nicht unbedingt gut. Die Branche schrumpfte. Hatte es in der damaligen Bundesrepublik noch rund Tankstellenbetriebe gegeben, verschwanden zwischen 1970 und 1980 rund zwanzigtausend davon, das Netz wurde praktisch halbiert gab es in Deutschland nur noch etwa Tankstellen, davon stammten nur rund aus DDR-Zeiten. Der aktuelle Stand der Tankstellen in Deutschland beträgt Geschäftsbericht

16 Vierundvierzig Prozent aller Tankstellen boten 1980 bereits nur noch Selbstbedienung an gleichzeitig wurde der Umsatzanteil an Nebenprodukten in den Shops immer größer. Parallel zu dieser Entwicklung veränderten sich natürlich zwangsläufig auch die Tankstellen-Gebäude. Die kleinen Supermärkte benötigten Verkaufsfläche für Waren aller Art und wurden damit immer größer einfallsreicher wurde die Architektur allerdings keineswegs. In unserer heutigen Gesellschaft sind Kraftstoffe wie Benzin, Diesel, Flüssiggas und Erdgas zu unverzichtbaren Elementen geworden. Sie garantieren Mobilität und haben entscheidenden Einfluss auf Wirtschaft, Mensch und Umwelt. Kraftstoffe sind die notwendigen Energieträger, die unsere heutigen Verbrennungsmotoren antreiben. Ohne sie würde das Leben, wie wir es heute kennen, nahezu stagnieren. Kraftstoffsysteme stellen in Fahrzeugen nicht mehr nur die Versorgung des Verbrennungsmotors mit Kraftstoff sicher, sondern erfüllen eine Reihe weiterer Funktionen wie Geräuschminimierung, Füllstandskontrolle und die Versorgung von Zusatz- und Standheizung. Dabei sollen die Systme stets den Umweltaspekt im Auge behalten. Eingebunden in ein Netz aus starken Zulieferunternehmen bündeln wir Fachwissen in unseren Produkten. Sie verbinden, transportieren, dichten, dämpfen, und filtern. Dabei erfüllen sie höchste Anforderungen an die Reinheit, ohne Kompromisse an Sicherheit und Funktionsfähigkeit zu machen. Eine besondere Herausforderung für unsere Entwicklungsingenieure. Die Integration von Zusatzfunktionen in unsere individuellen Funktions- und Modullösungen machen die Aufgabe nur noch reizvoller. Dass der Dieselmotor heute nicht mehr nur Nutzfahrzeuge, sondern auch Rennwagen antreibt, beweist, zu welchem Fortschritt die Technik fähig ist. Auch hier steckt die Herausforderung im Detail und damit im Zuständigkeitsbereich der Zulieferindustrie. Wir entwickeln Systeme, die alle Kompetenzen fordern, vom Material bis zur Funktion. 12 Veritas verbindet! Menschen, Produkte und Funktionen.

17 Kraftstoff treibt uns bei Veritas an, neue Ideen in Produkte umzusetzen, die Ihre Autos sicherer, komfortabler und besser machen. Gesellschaftliche, ökologische und gesetzliche Anforderungen werden entscheidend dafür sein, welche Antriebskonzepte wir entwickeln. Die auch in Zukunft vorhandenen Forderungen nach persönlicher Mobilität bei gleichzeitig verstärktem Umweltschutz werden alle Beteiligten zu noch größeren Anstrengungen zwingen. Geschäftsbericht

18 14 Veritas verbindet! Menschen, Produkte und Funktionen.

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20 Kraftübertragung mittels Flüssigkeiten ist ein Kernthema unserer Hydraulik-Anwendungen. HYDRAULIK

21 Lagebericht Veritas AG und Veritas Konzern 2014 Anhang Jahresabschluss Lagebericht Geschäftsbericht

22 Lagebericht VERITAS AG UND VERITAS KONZERN I. GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS Geschäftsmodell des Unternehmens Der Veritas-Konzern und seine Tochtergesellschaften agieren international als Partner der Automobilindustrie. Der Konzern ist mit führender Materialkompetenz für individuelle Funktions- und Modullösungen zur Emissionsreduktion ein kompetenter Entwickler und Hersteller von funktionalen Systemen für die Automobilwirtschaft. Das Produktportfolio umfasst die Cluster Kraftstoff, Luft und Hydraulik, sowie die im Jahr 2014 umbenannten Produktgruppen Emission und Leichtbau. Über Leitungssysteme für Thermo-Management- und Fluid-Anwendungen sowie komplexe Mehrkomponenten-Spritzgießteile erstreckt sich die Produktpalette. Den einzelnen Produkten werden unterschiedliche Funktionen zugeschrieben: Verbinden, Dichten, Transportieren, Messen, Regeln oder Filtern dienen dem Komfort, der Sicherheit, der Qualität und der Umwelt Aufgaben, die Veritas- Produkte mit Bravour erfüllen. Veritas-Produkte leisten somit einen Beitrag, durch einbaufertige Systeme, die multifunktionale Lösungen bieten, die Automobilwelt der Zukunft zu optimieren. Der Veritas-Konzern bewahrt seine Position unter den führenden Systemanbietern des Automobilmarktes und zeichnet sich durch Eigenschaften, wie umfassende Werkstoffkenntnis, innovative Verbindungstechnik und ein tiefgehendes Verständnis für das effiziente Abwickeln von Projekten aus. Auch wegen der vielfältigen Möglichkeiten zur Simulation, der Verifizierung und Produktvalidierung wird Veritas als Vorreiter der Branche gesehen, da die Prüfstände im Prüflabor von Veritas einzigartig in Europa sind. Veritas ist daher ein bevorzugter Entwicklungspartner und leistet seinen Beitrag zur automobilen Spitzentechnologie von morgen. Forschung und Entwicklung Die Stärke des Konzerns liegt vor allem in der Bedeutsamkeit von Forschungsund Entwicklungsaktivitäten zur Stärkung der Innovationskraft und zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Investitionen in Forschung und Entwicklung um 3 Prozent. 16 Veritas verbindet! Menschen, Produkte und Funktionen.

23 In den in Deutschland ansässigen Standorten des Konzerns werden hierbei besonders die Bereiche Moulding und Fluidtechnik gefördert. Individuelle Kundenlösungen, die besonderen Wert auf die Emissionsreduzierung legen, rückten 2014 in den Mittelpunkt unserer Entwicklung. Die Optimierung des Gewichts und der Festigkeit der Speicherung von AdBlue für SCR-Systeme und Kühlung war im vergangenen Jahr eine der Herausforderungen. II. WIRTSCHAFTSBERICHT Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen Weltwirtschaft in Kürze Die weltwirtschaftliche Expansion hat sich im Verlauf des Jahres 2014 nach einem sehr verhaltenen ersten Halbjahr sehr verstärkt. Es wird davon ausgegangen, dass die Weltproduktion in 2014 um 3,4 Prozent gestiegen ist. Dies entspricht annähernd der letztjährigen Einschätzung. Dieses Wachstum liegt über dem Wachstum des Jahres Die Wirtschaftsentwicklung ist regional stark unterschiedlich ausgeprägt. Selbst innerhalb der fortgeschrittenen Volkswirtschaften gibt es unterschiedliche Dynamiken. Die Vereinigten Staaten von Amerika zeigen, wie bereits im zweiten Halbjahr 2013, einen deutlich aufwärtsgerichteten Trend. Nur sehr mäßiges Wachstum ist im Euroraum zu verzeichnen, obwohl im ersten Quartal des Jahres 2014 eine deutliche Erholung registriert wurde. Die BRIC-Staaten expandierten zuletzt wieder etwas schneller; deren kurz- bis mittelfristige Wachstumstendenz erscheint allerdings abgeflacht. Russland hat nicht zuletzt die politischen Auswirkungen aus der Ukraine-Krise zu verkraften. Die regionalen Zentralbanken reagieren auf die unterschiedlichen Entwicklungen mit unterschiedlicher Geldpolitik. In den Vereinigten Staaten wurde von einer expansiven Geldpolitik Abstand genommen, während insbesondere Japan der konjunkturellen Entwicklung mit einer expansiven Geldpolitik beabsichtigt entgegenzuwirken. Hieraus resultieren Erwartungen in regional unterschiedliche Zinsentwicklungen sowie in nicht zuletzt bereits eingetretene teils erhebliche Veränderungen in den Währungskursen. Anhang Jahresabschluss Lagebericht Geschäftsbericht

24 Lagebericht VERITAS AG UND VERITAS KONZERN Die Prognosen für die Jahre 2015 und 2016, basierend auf der Annahme, dass es zu keiner Eskalation geopolitischer Krisen kommt und Neuwahlen, insbesondere im Euroraum, keine destabilisierende Wirkung entfalten, stimmen positiv. Für das Jahr 2015 wird mit einem Wachstum von 3,7 Prozent, für das Jahr 2016 gar mit einem Wachstum von 3,9 Prozent gerechnet. Unterstützt wird dieses Wachstum durch einen nachhaltig niedrigen Ölpreis auf dem Niveau Dezember Wachstumsmotor sind die fortgeschrittenen Volkswirtschaften, deren Wachstum als überdurchschnittlich erwartet wird. (Quelle: Institut für Weltwirtschaft, Kiel) Die Automobilindustrie in Kürze Der westeuropäische Pkw-Markt verzeichnete, nach vier rückläufigen Jahren in Folge, erfreulicherweise einen Zuwachs. Die Neuzulassungen stiegen um knapp 5 Prozent auf 12,1 Mio. Pkw. Der positive Trend, der in der zweiten Hälfte 2013 begann, setzte sich über das gesamte Jahr 2014 fort. Stagnierend bzw. rückläufig war die Nachfrage in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland und Indien. Die Volksrepublik China hingegen behauptete mit knapp 18,4 Mio. verkauften Neuwagen ihre Position als größter Einzelmarkt der Welt. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Urbanisierung sowie dem damit einhergehenden Nachfrageanstieg legte der Pkw-Absatz in China im Gesamtjahr um 13 Prozent zu. Mit 16,4 Mio. Einheiten wuchs der Absatz von Light-Vehicles in den USA um rund 6 Prozent und erreichte somit fast das Niveau von Veritas verbindet! Menschen, Produkte und Funktionen.

25 Dieser Trend ist anhand der gesamten Neuzulassungen von Personenkraftwagen in der folgenden Tabelle abzulesen: Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen in ausgewählten Regionen Anzahl in Region Änderung in % Europa ,2 Westeuropa ,8 Neue EU-Länder ,2 Osteuropa (13,1) Amerika ,2 NAFTA ,9 darunter USA ,8 Mercosur (12,9) darunter Brasilien (6,9) Asien ,0 Japan ,0 China ,7 Indien ,7 Südkorea ,1 sonstige (7,4) weitere Länder ,9 Summe ,1 Geschäftsverlauf Quelle: VDA-Statistik Umsatzentwicklung Mit einem Umsatz von (Veritas Konzern) wurden im Berichtsjahr 9 Prozent höhere Umsätze erwirtschaftet, als im Jahr zuvor. Die erhebliche Umsatzsteigerung ist auf das konjunkturell gute Umfeld zurückzuführen. Eine Vielzahl von Produkten, die im Vorjahr an den neuen Standorten des Konzern in Neustadt, Deutschland, sowie Sarajevo, Bosnien und Herzegowina, im Hochlauf befindlich waren, werden inzwischen in Serie beliefert. Zum Jahresende betrug der Auftragsbestand im Konzern (Vorjahr ) und liegt damit im Einklang zum höheren Umsatz um 10 Prozent über dem Vorjahr. Im Jahr 2014 erzielte die Veritas AG einen Umsatz von Anhang Jahresabschluss Lagebericht Geschäftsbericht

26 Lagebericht VERITAS AG UND VERITAS KONZERN Ergebnisentwicklung Trotz einer beachtlichen Steigerung des Konzernumsatzes war der Jahresüberschuss rückläufig. Neben den anhaltenden Vorinvestitionen in den Ausbau der internationalen Präsenz sowie der steigenden Belastung aus Abschreibungen auf insbesondere Maschinen und Anlagen im Bereich Spritzgussprozesse für Leichtbauanwendungen haben variable Zusatzkosten überproportional ihren Niederschlag gefunden. Folglich reduzierte sich der Konzernjahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr um 599 auf 817. Gemessen am Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 826 (Vorjahr 4.004) ist die Umsatzrendite von 0,7 Prozent auf 0,1 Prozent rückläufig. Lage Ertragslage Wie bereits im Geschäftsjahr 2013 wurde auch im Berichtsjahr nur eine geringe Umsatzrendite erwirtschaftet. Gemessen am Umsatz beträgt der Konzernjahresüberschuss 0,1 Prozent (Vorjahr 0,2 Prozent). Ertragslage Veritas Konzern Veränderungen % Umsatzerlöse ,0 Gesamtleistung ,4 Finanzergebnis (6.184) (5.893) (291) (4,9) Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (3.178) (79,4) Jahresüberschuss (599) (42,3) Die Materialeinsatzquote blieb unverändert bei 60,2 Prozent. Die Rendite wurde beeinträchtigt durch eine um 0,2 Prozent höhere Personalkostenquote sowie Reichweitenabschreibungen auf Vorräte im Umlaufvermögen. 20 Veritas verbindet! Menschen, Produkte und Funktionen.

27 Die folgende Übersicht zeigt die Ertragslage der Veritas AG: Ertragslage Veritas AG Veränderungen % Umsatzerlöse ,6 Gesamtleistung ,6 Finanzergebnis *) (3.956) (5.422) 203,6 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (12.787) (1.730) (11.057) 639,2 Jahresüberschuss (9.300) (2.287) (7.013) 306,6 *) Beinhaltet Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von (Vorjahr 7.855) sowie Aufwendungen aus Verlustübernahme (Vorjahr 3.130) Die Rentabilität der Veritas AG hat trotz eines Anstiegs der Umsatzerlöse in Höhe von 11,6 Prozent einen erheblichen Einbruch erlitten. Zur Erhöhung des Jahresfehlbetrags der Veritas AG haben die über Ergebnisabführungsverträge verbundenen Veritas Sachsen GmbH ( 1.275) und Veritas Thüringen GmbH ( 3.357) beigetragen. In der Veritas AG konnte die Personalaufwandsquote um 0,6 Prozent verbessert werden. In allen übrigen Kostenkategorien stiegen die Kostenquoten. Kosten für Leiharbeit, Frachtkosten und Sonderfahrten sowie für Beratungsentgelt und die Reichweitenabschreibung auf Vorräte sind wesentliche Gründe für die Steigerung des Verlustes. Finanzlage Die Kapitalflussrechnung stellt sich wie folgt dar: Finanzlage Veritas Konzern Veritas AG Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit (20.595) (16.068) (5.642) (7.820) Mittelab/-zufluss aus Finanzierungstätigkeit (12.597) 51 (12.360) 716 Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes (14.137) (14.770) Finanzmittelbestand am Periodenanfang Finanzmittelbestand am Periodenende Anhang Jahresabschluss Lagebericht Geschäftsbericht

28 Lagebericht VERITAS AG UND VERITAS KONZERN Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit ist im Geschäftsjahr 2014 im Veritas Konzern erneut positiv. Abschreibungen sowie die Erhöhung von Rückstellungen sind maßgeblich für den Mittelzufluss. Gegenläufig wirkt die Reduzierung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Investitionen, vorwiegend in Betriebsmittel, wurden insbesondere an dem Standort Neustadt in Sachsen getätigt. Die Finanzierungstätigkeiten im Berichtsjahr erstreckten sich auf die planmäßige Tilgung von Bestandsdarlehen sowie der Reduzierung der Inanspruchnahme der Konsortialkreditlinie. Investitionen Die Investitionssummen teilen sich im Veritas Konzern und in der Veritas AG wie folgt auf: Veritas Konzern Immaterielle Vermögensgegenstände Sachanlagen Finanzanlagen Veritas AG Immaterielle Vermögensgegenstände Sachanlagen Finanzanlagen Die Investition in Sachanlagen wurde im Geschäftsjahr 2014 fokussiert. Hierbei wurde der in den Vorjahren eingeschlagene Weg zur Anschaffung moderner technischer Anlagen, insbesondere im Bereich der SCR-Produkte zur Emissionsreduzierung, weiter beschritten. Investitionen im Berichtsjahr 2014 erfolgten 22 Veritas verbindet! Menschen, Produkte und Funktionen.

29 überwiegend am Standort Neustadt in Sachsen, Deutschland. Dieser Standort wurde 2011 gegründet und befindet sich seither im Aufbau und Produktionshochlauf. Vermögenslage Die Vermögenslage des Veritas Konzerns stellt sich 2014 wie folgt dar: Vermögenslage Veritas Konzern % T % Anlagevermögen , ,2 Umlagevermögen , ,6 Aktive Rechnungsabgrenzung 455 0, ,1 Aktive latente Steuern , ,1 Aktiva , ,0 Eigenkapital , ,4 lang- und mittelfristiges Fremdkapital , ,7 kurzfristiges Fremdkapital , ,8 Rechnungsabgrenzungsposten 238 0, ,1 Passiva , ,0 Im Geschäftsjahr 2014 standen sich Investitionen ins Anlagevermögen sowie Abschreibungen auf Anlagevermögen in nahezu gleicher Größenordnung gegenüber. Die Vorräte im Umlaufvermögen wurden deutlich reduziert ( 9.146), wohingegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Grund des hohen Umsatzes sowie die sonstigen Vermögensgegenstände in Summe gestiegen sind ( 7.675). Die Reduzierung der Bilanzsumme in den Kategorien Bankguthaben und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurde durch die Reduzierung der Inanspruchnahme der Konsortialkreditlinie erzielt. Anhang Jahresabschluss Lagebericht Darüber hinaus erfolgten im Geschäftsjahr 2014 planmäßige Tilgungsleistungen auf Bestandsdarlehen, ohne neue Kredite aufzunehmen. Geschäftsbericht

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