Das Instant-Grid ein Grid-Demonstrations-Toolkit

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1 Das Instant-Grid ein Grid-Demonstrations-Toolkit Christian Boehme 18. Mai Das Konzept des Instant-Grids 1.1 Das Funktionsprinzip Übersicht Das Instant-Grid soll einen einfachen Zugang zu Grid-Technologien ermöglichen. Es handelt sich um eine mit minimalen Aufwand zu installierende, weitestgehend vorkonfigurierte Grid-Umgebung in Form eines PC-Clusters, der von einer CD-Rom bzw. per PXE (Pre-Execution Boot-Environment) - Boot gestartet wird. Die vorhandene Umgebung wird dabei nicht dauerhaft verändert, so dass beliebig zwischen Grid-fähigem Linux-Cluster und originaler Konfiguration gewechselt werden kann. 1

2 1.1.2 Der Startvorgang Gestartet wird zunächst ein Terminalserver. Unter diesem Begriff sind verschiedene Server zusammengefasst die auf dem Grid-Frontend vorkonfiguriert von der CD-Rom gestartet werden, um im folgenden weiteren Rechnern (Clients) den Start und die Integration in das lokale Grid per PXE-Boot zu erlauben. Dazu gehören vor allem ein DHCP-Server für die Zuteilung der IP-Nummern und die Bekanntgabe der PXE-Boot-Informationen, ein TFTP-Server, auf dem ein Bootloader, Kernelimage und Miniroot für die Clients bereitgehalten werden und ein NFS-Server, von dem die Clients das eigentliche Root-Verzeichnis (auf der CD-Rom enthalten) sowie eventuell Datenaustauschverzeichnisse einhängen können. Ferner läuft hier der DISTRIBUTORD für das automatische Kopieren aktualisierter Konfigurationsdateien und die automatische Bearbeitung von Host-Zertifizierungsanfragen, sowie der IPCOLLECTOR für die automatische An- und Abmeldung neuer bzw. aus dem Grid entfernter Clients. Nach dem Terminalserver können die Clients gestartet werden. Entsprechend der vom DHCP-Server des Terminalservers erhaltenen Informationen laden die Clients den PXELINUX Bootloader vom TFTP-Server. PXELINUX lädt dann Kernelimage und Miniroot vom TFTP-Server, die dann die CD-Rom per NFS als Rootfilesystem einhängen. Dann starten die Clients den DISTRI- BUTORCD. Zu seinen Aufgaben gehört das Einhängen der vom Frontend exportierten Verzeichnisse und das Erstellen der für jeden Client notwendigen Host-Zertifizierungsanfrage. 2

3 1.2 Nutzungsmöglichkeiten Nutzerzentrierte Sicht Nutzer: Schnittstellen: Möglichkeiten: Lernen: Dokumentation & Tutorien Web-Portal Probieren: Demo-Anwendungen Kommando zeile Nutzen: Anwendungen installieren Nutzen: Eigene Anwendungen entwickeln In der obigen Grafik werden die Zugangsmöglichkeiten zum Instant-Grid und die darüber erreichbare Funktionalität dargestellt. Die für Anfänger bezüglich Grid-Software vorgesehenen Zugänge bzw. Nutzungsmöglichkeiten sind grün eingefärbt, rot diejenigen für Nutzer mit Vorkenntnissen. Über das einfach zu bedienende Portal können die Tutorien und die Dokumentation verwendet und die mitgelieferten Demonstrationsanwendungen bedient werden. Erfahrenen Nutzern stehen Kommandozeilen-Tools zur Verfügung, über die die volle Grid- Funktionalität verfügbar ist. 3

4 1.2.2 Rechnerzentrierte Sicht Jobs ausführen - Portal nutzen - Nutzer erstellen - Kollaborationstools nutzen Portal Zertifizierung Monitoring Middleware Internet Frontend Instant-Grid Node Middleware Middleware Jobs ausführen Jobs ausführen - Mit Portal verbinden - Kollaborationstools nutzen? Benutzer ausserhalb des IG Benutzer innerhalb des IG - Mit Portal verbinden - Nutzer erstellen - Kollaborationstools nutzen Die Bedienung des Instant-Grids erfolgt immer über den Frontend-Knoten. Bei Verwendung des Portals ist es weitgehend gleichgültig, ob von innerhalb oder außerhalb auf den Frontend zugegriffen wird. Die Erstellung von Portal-Nutzern steht aus Sicherheitsgründen allerdings nur Clients innerhalb des Instant-Grid zur Verfügung. Natürlich können auch nur Instant-Grid-Clients Grid-Jobs ausführen. 2 Status 2.1 Was ist auf der CD enthalten? Das Instant-Grid befindet sich zur Zeit in der Entwicklung, eine Version 1.0 ist für den Spätherbst 2006 geplant. Bereits jetzt können aber Vorab-Versionen getestet werden. Die Vorab-Version vom November 2005 basiert auf einem im Umfang reduzierten Knoppix Als Grid-Middleware kommt das Globus Toolkit 4.0 zum Einsatz, ergänzt durch Globus MPI für das Ausführen MPIparallelisierter Programme. 2.2 Was funktioniert bereits? Im November 2005 standen folgende Funktionen zur Verfügung: Automatisches Setup des Clusters Automatisches Setup des Netzwerkes Bereitstellung der benötigten Server-Dienste Start der Clients Konfiguration des Clusters Globus Toolkit 4.0 4

5 Jobs absetzen per Kommandozeile Jobs absetzen per Web-Service File-Transfer (Reliable FT, GridFTP) Parallelverarbeitung mittels Globus-MPI 3 Planung 3.1 Geplante Grid-Software Gridsphere Portal Framework Ganglia Monitoring System Grid-Workflow-Management Die Grundlage des Instant-Grid-Portals ist Gridsphere, eine vom Albert- Einstein-Institut in Potsdam entwickelter Java-Portlet-Server. Zur Überwachung der Instant-Grid-Clients wird Ganglia eingesetzt: Die Verwaltung der Grid-Jobs soll mittels eines vom Fraunhofer Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik entwickelten und an das Instant-Grid angepassten Job-Managers erfolgen: 5

6 3.2 Geplante Demo-Anwendungen Die geplanten Demo-Anwendungen sind ein besonders wichtiges Element des Instant-Grid-Projektes, da nur mit ihrer Hilfe die Grid-Funktionalität Einsteigern in die Materie zugänglich gemacht werden kann. Geplant sind zur Zeit folgende Anwendungen: Eramas (Schadstoffausbreitung), bereitgestellt vom Fraunhofer Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik Gridlab (Reale Experimente in virtuellen Räumen), bereitgestellt von der Fernuniversität Hagen AccessGrid (Kollaborationswerkzeuge) Povray (verteiltes Raytracing) Zum Beispiel kann mit Eramas die Ausbreitung von Schadstoffen nach einem fiktiven Chemie-Unfall berechnet werden. Die Parameter des Unfalls können vom Nutzer innerhalb des Portals variiert werden: 6

7 Anschließend erfolgt die Berechnung im Instant-Grid, wobei die Verteilung der Aufgaben auf die Clients mit Ganglia und dem Job-Manager sichtbar gemacht wird. 4 Die Instant-Grid-Webpräsenz Weitere Informationen zum Instant-Grid-Projekt befinden sich auf der Webpräsenz Dort können auch aktuelle ISO-Images heruntergeladen werden. Außerdem stehen Foren und ein Kontaktformular zur Verfügung. Eine Online-Dokumentation ist im Aufbau. 7

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