Hinweise aus dem Vortrag im VDI

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1 1 von 5 Hinweise aus dem Vortrag im VDI Personalfindung / Outplacement / Newplacement vom 24. Januar 2007 Michael Schade Inhaber der Firma WORKINGNOW, Personalvermittlung - Personalentwicklung Für beide Seiten ist es besonders wichtig, sich die Position des anderen aus dessen Blickwinkel zur verdeutlichen. Also, Wie sieht der Arbeitgeber den Arbeitnehmer? Wie sieht der Arbeitnehmer den Arbeitgeber? und Beide sollten die Positionen des anderen kennen, verstehen und entsprechend berücksichtigen. Auch, wenn das anfänglich als unmöglich erscheint. Trotz vermeintlicher Unterschiede haben beide im Prinzip ähnliche Interessen und sind aufeinander angewiesen. Arbeitnehmer haben genau wie Unternehmer Ziele und sind in sozialen Beziehungen eingebunden. Beide haben aber, aus Ihrer Erfahrung heraus, gelernt unterschiedlich damit umzugehen. Das bedeutet, Arbeitnehmer und Unternehmer müssen zukünftig noch mehr aufeinander zugehen. Die ist ein Lernprozess, der bereits bei der Personalfindung beginnt. Teil 1 für Unternehmer: Machen Sie sich konkrete Gedanken über das Anforderungsprofil an den Bewerber/Bewerberin, ausgehend von der zu lösenden Aufgabe, dem vorhandenen Team, und der Zielstellung und Philosophie Ihres Unternehmens. Fragen Sie IHRE / DIE Teammitglieder, welche Vorstellungen sie haben. Denken Sie dabei auch an mögliche Zukunftsperspektiven für den neuen Mitarbeiter! Formulieren Sie die Stellenbeschreibung so konkret wie möglich. Legen Sie den Schwerpunkt mehr auf die fachlichen Voraussetzungen, als auf die so genannten Softskills (diese sind zu weit interpretierbar). Sie geben damit dem Bewerber/ der Bewerberin die Möglichkeit, sich passgenau vorzustellen bzw. seine fachlichen Fähigkeiten konkret darzustellen.

2 2 von 5 Über die Softskills erfahren Sie viel mehr im persönlichen Gespräch. Führen Sie nach einer Vorauswahl, auf Basis der Beschreibungen, mehrere Gespräche in offener und partnerschaftlicher Atmosphäre. Als erstes Gruppengespräche, dann auf den Ergebnissen basierend, Einzelgespräche. Lassen Sie sich bei der Entscheidung ruhig auch von emotionalen Aspekten leiten. (Die Chemie muss zwischen Ihnen und dem Team stimmen) Dabei müssen Sie nur darauf achten, dass das Team erst mal skeptisch reagiert, Hackordnung in Gefahr! Gesetze der Gruppendynamik. Arbeiten Sie aktiv mit dem neuen Bewerber während der Probezeit. Für ihn ist der Veränderungsprozess sehr groß er braucht die Hilfe des Teams und Ihre. Lassen Sie die Probezeit nicht zu einem Formalismus verkommen. Nutzen Sie die Probezeit, um mit dem/der Bewerber/in aktiv zu arbeiten. Lassen Sie auch mal einen Fehler zu und dramatisieren Sie nicht. Geben Sie auch bereits in der Probezeit dem/der Bewerber/in Verantwortung und gestatten Sie ihm kreativ zu sein. UND denken Sie immer daran: Die Personalfindung endet nicht mit der Einstellung des Bewerbers/in, sondern frühestens mit dem Ende der Probezeit. Aber eigentlich erst mit dem Moment, wo der Neue / die Neue Profit erwirtschaftet. Wann dieser Zeitpunkt erreicht ist, hängt auch im Wesentlichen von Ihnen, dem Unternehmer (oder seinem beauftragten Team-, Abteilungs- oder Bereichsleiter) ab.

3 3 von 5 Teil 2 für Arbeitnehmer: Informieren Sie sich vorher über das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben wollen (Internet / Presse ). Lesen Sie das Stellenprofil sehr genau. Gehen Sie direkt darauf ein und stellen Sie klar, dass Sie die fachlichen Anforderungen, warum erfüllen. Machen Sie deutlich, warum gerade SIE die geeignete Person für diese Stelle sind. Achten Sie auf aktuelles Bewerbungsfoto, von einem Fotografen, welches Sie freundlich, optimistisch und sympathisch darstellt. Wählen Sie die amerikanische Variante Ihres Lebenslaufes (das aktuellste zuerst). Das Anschreiben muss Spannung erzeugen bzw. neugierig machen Es muss individuell sein, auf Stelle / Firma bezogen, keine Massenware. Bereiten Sie sich gut auf das Vorstellungsgespräch vor! Zum Beispiel: Versuchen Sie so viel wie möglich über das Unternehmen zu erfahren. Fragen Sie sich, was will ich von mir tatsächlich erzählen ohne zu plaudern. Überlegen Sie, was den AG interessieren könnte. Versetzen Sie sich in seine Lage, was würden sie erwarten, wenn sie der Unternehmer wären und dann handeln sie entsprechend. Geben Sie dem Unternehmer das Gefühl, dass sie ehrlich sind, Achten Sie auf ihre Körpersprache (Gesicht, Hände, Beine ) Seien Sie optimistisch, selbstbewusst (ohne Arroganz) und in gewissen Grenzen auch fröhlich, übertreiben Sie nicht, Zeigen Sie Begeisterung ohne zu heucheln.

4 4 von 5 Stellen Sie Ihre Fragen, aber nicht gleich nach dem Gehalt, sondern mehr zu den fachlichen Inhalten und auch zu den Perspektiven. Fragen Sie auch ruhig, welches Team Sie erwartet. z.b.: Sie haben mich ja jetzt ein bisschen kennengelernt, glauben Sie, dass ich gut in das Team passen würde? Was kann ich tun, um mich noch besser auf eine mögliche Arbeitsaufnahme bei Ihnen vorzubereiten? Danke, ich fand das Gespräch sehr interessant und anregend. Ich würde mich freuen in Ihrem Unternehmen zu arbeiten. UND denken Sie immer daran: Es gibt kein Patentrezept, keine Patentlösung. Wir sind alle Individuen und dementsprechend laufen die Prozesse auch individuell ab. Es hängt von Ihnen ab, welche Bedeutung Sie der Arbeitsplatzsuche beimessen. Ob Sie den Vorgang in einer Opferrolle beginnen und alles aus der Froschperspektive sehen (Quaaak, Quaaak) oder ob Sie sich selbstbewusst und zielbewusst geben und alles aus der ADLER Perspektive sehen. Zwei Anmerkungen zum Thema Newplacement (Outplacement) Das Newplacement ist eine moderne Dienstleistung, welche den Unternehmen die Durchführung einer sozialverantwortlichen, möglichst konfliktfreien und einvernehmlichen Trennung von Mitarbeitern ermöglicht. Es soll den betroffenen Mitarbeitern/rinnen helfen eine neue, seinen Fähigkeiten entsprechende Aufgabe am Markt zu finden. Diese Methode wird heute meist von größeren Unternehmen angewandt.

5 5 von 5 Sei bietet aber auch für Klein- und mittelständische Unternehmen einige sehr wichtige Vorteile, von denen ich hier mal drei nennen möchte: 1. Das gute Gewissen. Sie werden sich jetzt fragen, warum ich das zuerst nenne? Weil die Erfahrung gezeigt hat, dass gerade in kleinen Unternehmen dieses gute Gewissen eine weitaus größere Rolle spielt, als bisher angenommen (z. B. in Familienbetrieben). Schließlich ist auch ein gutes Gewissen nichts Negatives. 2. Ich kann mich wieder intensiv um meine eigentliche Aufgabe Kümmern, die Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen. Schließlich geht es meinem Unternehmen ja nicht so gut, sonst brauchte ich ja nicht zu entlassen. Ich belaste mich aber nicht mit diesen Entlassungen, damit habe ich jemanden beauftragt, der sich darum kümmert. Ich kann mich voll meinen Kunden widmen, die meinen betrieblichen und persönlichen Erfolg wieder steigern sollen. 3. Die verbleibenden Mitarbeiter/innen sehen, dass man sich um sie kümmert, besonders in dem Fall, wo sie vielleicht auch betroffen sein könnten. Das hat erhebliche Auswirkungen auf ihre Motivation und damit auf die Produktivität. Diese lässt zu mindestens nicht nach, was sehr wichtig ist für ein Unternehmen, welches dringend seine wirtschaftliche Lage verbessern muss. Michael Schade Dipl. Ing. Inhaber WORKINGNOW Personalvermittlung/ Personalentwicklung

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