F1 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen

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1 F1 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen Triadisches System: Suchterkrankungen werden den psychogenen Erkrankungen zugeordnet. Sucht als psychische Abhängigkeit wurde von Gewöhnung als körperliche Abhängigkeit unterschieden. (wenig sinnvoll, da beide Phänomene ineinander greifen.) In den 1960er-Jahren hat die WHO den Begriff Sucht durch den Begriff Abhängigkeit ersetzt. ICD-10: Die ICD-10 unterscheidet zwischen Abhängigkeit vs. Missbrauch/Schädlicher Gebrauch: Abhängigkeit: mind. 3 der 6 Diagnosekriterien zugleich/innerhalb eines Jahres Entzugssymptom Toleranzentwicklung Kontrollverlust psychische Abhängigkeit: starkes, unwiderstehliches Verlangen nach einer Substanz und deren Beschaffung (engl.: Craving Drogen) physische Abhängigkeit: Zustand, bei dem der Organismus gegenüber der jeweiligen Substanz eine Toleranz entwickelt hat. Toleranz: Körper gewöhnt sich an die Zufuhr der psychotropen Substanz (durch Veränderung der Rezeptor-Empfindlichkeit, schnellerem enzymatischen Aufbau oder anderen Veränderungen der Pharmakogenetik) Substanz muss immer wieder und in höheren Dosen eingenommen werden, damit sich beim Organismus der gleiche berauschende Effekt einstellt. stoffgebundene Abhängigkeit: z.b. Alkohol, Drogen, Medikamente, Nikotin, nichtstoffgebundene Abhängigkeit: z.b. Spielsucht Nichtstoffgebundene Abhängigkeiten werden in der ICD-10 unter F63 als abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle kodiert. 1

2 Missbrauch/Schädlicher Gebrauch: Konsumverhalten, dass zu körperlicher oder psychischer Gesundheitsschädigung führt. Abusus: unangemessener Konsum/Gebrauch Die ICD-10 unterteilt die psychischen und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen in Abhängigkeit von der Substanz und dem klinischen Escheinungsbild. 1. Stelle: F Kapitel der ICD Stelle: F1 Unterkapitel 3. Stelle: F1x abhängig machende Substanz 4. Stelle: F1x.x klinisches Erscheinungsbild 5. Stelle: F1x.xx Symptomatik Psychische Symptome Körperliche Symptome Soziale Auswirkungen - Stimmmungsschwankungen - Gleichgültigkeit gegenüber Umwelt - Interessenverlust - Verfall kognitiver Fähigkeiten -Persönlichkeitsveränderung bis hin zur Deprivation - Verstärkung des mangelnden Selbstbewusstseins - vegetative Störungen - Schlafstörungen - Gewichtsverlust - Irreversible hirnorganische Schäden - Organische Schädigungen - Schädigung des Immunsystems - Dissoziales Verhalten - Kriminalität - Beruflicher und sozialer Abstieg - Verschuldung - Verkehrsdelikte - Suizidgefährdung Diagnostik Um eine stoffgebundene Abhängigkeitserkrankung nach ICD-10 zu codieren, müssen mindestens 3 der folgenden Kriterien gelichzeitig während des vergangen Jahres aufgetreten sein: 1. Starker Wunsch oder eine Art Zwang, psychotrope Substanzen zu konsumieren 2. verminderte Kontrollfähigkeit (Beginn, Ende, Reduktion) 3. körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion 4. Nachweis einer Toleranz 5. fortschreitende Vernachlässigung 6. anhaltender Substanzkonsum trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen 2

3 Komorbiditäten hohe Komorbiditätsrate! Depressionen Angsterkrankungen Persönlichkeitsstörungen Schmerzstörungen Schlafstörungen beeinflussen Verlauf negativ Ätiologie multifaktorielle Genese Zusammenwirken genetischer Verhaltens- und Lernfaktoren sowie sozialer Faktoren genetische Faktoren aber keine 100%-Konkordanzrate bei eineiigen Zwillingen abhängig machende Substanz Suchtpotential, Verfügbarkeit, Einnahmeart Die WHO unterscheidet: Opiat-Typ Alkohol-Barbiturat-Typ Amphetamin-Khat-Typ Kokain-Typ Cannabis-Typ Halluzinogen-Typ Substanz Psychische Abhängigkeit Physische Abhängigkeit Opioide Alkohol, Barbiturate Kokain ++ (+) Stimulanzien ++ (-) Cannabis ++ (+) Halluzinogene

4 soziale Faktoren Suchterkrankungen treten in allen sozialen Schichten auf, sind kein spezielles Problem der Unterschicht. lerntheoretische Aspekte operante Konditionierung: primärer Verstärker: Entspannung, Euphorie sekundärer Verstärker: Verminderung der sozialen Isolation psychodynamische Aspekte - Ich-Schwäche - verminderte Frustrationstoleranz Persönlichkeitsfaktoren - wenig stabile Persönlichkeit - geringes Selbstwertgefühl - labile Gemütslage - Reizhunger - psychische Komorbiditäten - Beziehungsstörungen Verlauf - wenig optimistische Therapieaussichten - hohe Rückfallrate (z. B % bei Alkohol) - immense Folgen (auch auf Angehörige) psychisch körperlich sozial - nicht selten frühzeitiger Tod durch Suizid oder körperliche Folgeschäden Folgeschäden sind großes medizinisches & gesundheitspolitisches Problem 4

5 Epidemiologie - 5 bis 7% der deutschen Bevölkerung leiden unter Suchterkrankungen - die häufigsten Suchterkrankungen: Alkohol, Medikamente, Nikotin Drogen Medikamente Politoxikomanie 5 % 20 % 5 % 70 % Alkohol Therapie - wenig optimistische Therapieaussichten - hohe Rückfallrate (z. B % bei Alkohol) grundsätzlich 4 Phasen: 1. Kontakt- und Motivationsphase 2. Entgiftungsphase 3. Entwöhnungsphase 4. Nachsorge Kontakt- und Motivationsphase Entgiftungsphase Entwöhnungsphase Nachsorgephase Motivation zur Behandlung an Ambulanz, Beratungsstellen oder beim niedergelassen Arzt Detofikation von der Substanz in einer psychiatrischen Klinik 2-6-monatige Therapie in spezialisierten Einrichtungen, um den Patienten dauerhaft ein Leben ohne Substanzen zu ermöglichen, vor allem bei Alkohol- und Opiatabhängigkeit Nachbetreuung des Patienten bei niedergelassenen Ärzten, Suchtberatungsstellen oder SHG Tage bis Monate 1-4 Wochen 4-12 Monate Jahre 5

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