VCD Verkehrsclub Deutschland Ortsgruppe Fellbach. Sicherheit im Radverkehr Was können wir dafür tun?

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1 VCD Verkehrsclub Deutschland Ortsgruppe Fellbach Sicherheit im Radverkehr Was können wir dafür tun?

2 Überblick Unterarten der Gattung Radler Allgemeine Fahrtipps Unfall-Ursachen und was wir tun können Verkehrsinfrastruktur Konzepte für Fellbach

3 Unterarten der Gattung Radler Sportliche Ausflügler Alltagsradler Profis Kinder Jugendliche Senioren Die Bedürfnisse und Risiken der Gruppen unterscheiden sich beträchtlich. Ebenso unterschiedlich sind Maßnahmen zur Risikovermeidung.

4 Fahrtipps Generell Technischen Zustand prüfen Rahmengröße, Satteltyp, -höhe, -neigung einstellen Kleidung, die nicht hängen bleibt, wählen Gepäck richtig befestigen Fliegenbrille nicht vergessen Spiegel besorgen ebenso vorteilhaft wie im Auto

5 Fahrtipps Winter Breite Reifen, weniger Druck Sattel niedriger Niedriger Gang Nur Hinterradbremse benutzen Langen Bremsweg einplanen Besondere Vorsicht in Kurven, Baumschatten (Eisglätte bleibt dort länger) Temperatur beachten (Thermometer)

6 Unfallursachen Eigenverschuldung (bis ca. 50%) Technischer Defekt Fahrfehler Alkohol Regelwidriges Fahren (warum? Hintergründe) Hindernis auf Radweg (warum? Hintergründe) Konflikte mit Fußgängern (warum? Hintergründe) Die letzen drei Ursachen sind direkt oder indirekt durch Inkonsequenz oder gar Fehler in der Radverkehrsführung verursacht. Auch wenn nichts das regelwidrige Fahren entschuldigt, so kann man nachvollziehen, wieso einige Situationen dazu verführen. Deswegen gibt es unter die Möglichkeit, solche Konfliktstellen auf einer Karte zu markieren und beim Erstellen einer Problempunktliste mitzuhelfen.

7 Unfallursachen Fremdverschulden (ca. 50%): Abbiegen Aus/Einparken Tür öffnen Grundstücksausfahrt Untergeordnete Seitenstraße Nichtbeachten der Vorfahrt, Einschüchtern (Arroganz) Zu geringer Sicherheitsabstand Überhöhte Geschwindigkeit Telefonieren am Steuer In mehr als der Hälfte der Unfälle trifft den Radfahrer überhaupt keine Schuld, er erleidet aber die häufigsten Verletzungen. Böswillige Regelverstöße (telefonieren, rasen) sind ein geringerer Risikofaktor als eine Infrastruktur, bei der Autofahrer ohne Absicht die Radfahrer durch Übersehen gefährden. Die Kommune kann durch richtige Infrastruktur die Sicherheit signifikant verbessern. Die Radler selbst können ihre Sicherheit erhöhen, indem sie sich der Risiken bewußt werden und nicht immer auf Einhaltung von Regeln durch andere Verkehrsteilnehmer vertrauen.

8 Stadt Münster: mehr als die Hälfte der Unfälle mit Radfahrern wurde nicht durch Radfahrer verursacht. Quelle: Stephan Böhme, Stadt Münster

9 Stadt Münster: Die Regelverstöße der Radfahrer, die als besonders lästig und gefährlich gelten, sind nicht die Hauptursache der Unfälle. Zu geringer Abstand vom Gehweg oder parkenden Autos, das oft fälschlicherweise als vorsichtige Fahrweise verstanden wird, ist eine der größten Gefahr. Man sollte definitiv nicht äußerst rechts fahren, weil dabei sowohl Autofahrer zu knapp überholen, als auch eine Reaktion auf plöztliches Türöffnen nicht möglich ist. Quelle: Stephan Böhme, Stadt Münster

10 Die 10 Gebote von Stichworte zum Nachdenken: Du fährst ein Fahrzeug. Sehen und gesehen werden - in dieser Reihenfolge. Fahre möglichst nicht auf Radwegen. Gehwege sind tabu. Nutze den Dir zustehenden Raum auf der Straße. Nebenstrecken sind problematischer als Hauptstraßen. Fahre eindeutig und berechenbar. Fahre nach außen offensiv, aber innerlich defensiv. Keine Minderwertigkeitskomplexe. Überprüfe regelmäßig Dein Fahrrad. Trotz allem: Radfahren ist die sicherste und gesündeste Art individueller Fortbewegung im Straßenverkehr

11 Unfallstatistik Das Risiko, beim Radfahren getötet zu werden, ist im Vergleich zu anderen Fahrzeugtypen gering.

12 Verkehrsinfrastruktur Beispiel: Unfallhäufigkeit an Kreuzungen mit und ohne Radwege Radweg = Gefahr?!

13 Verkehrsinfrastruktur Die Erkenntnis, dass baulich angelegte Radwege keinen Sicherheitszuwachs, sondern ein Risiko darstellen, spiegelt sich in der StVO-Novelle vom 1. September Die Regelungen aus der VwV-StVO 1997 Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist es am besten, wenn zur Umsetzung einer im Einzelfall erforderlichen und verhältnismäßigen Radwegebenutzungspflicht ein Radweg baulich angelegt wird. Die Anlage von Radwegen ist deshalb wünschenswert und soll auch weiterhin angestrebt werden.. wurden gestrichen. Das bedeutet, dass die Anlage von Radwegen nicht mehr favorisiert wird. Baulich angelegte Radwege und auf der Fahrbahn markierte Radfahrstreifen sind in der neuen VwV-StVO 2009 gleichgestellt. Aus ADFC-Position zur Novellierung der StVO vom 1. Sept. 2009

14 Verkehrsinfrastruktur Beispiel 2: Untersuchung aus Dänemark (Bach/Rosbach/Jørgensen) Erhöhen Radwege die Sicherheit? Fahrradunfälle mit Personenschaden Vor Umbau (keine Radwege) Nach Umbau (Radwege) Strecken Knotenpunkte Vorher-nachher-Vergleich von innerörtlichen straßenbegleitenden Einrichtungsradwegen (105 Strecken mit 64 km Gesamtlänge über 3 Jahre), also nicht einmal die besonders gefährlichen Zweirichtungsradwege. Während der Untersuchung hat die Radverkehrsdichte nicht zugenommen.

15 Verkehrsinfrastruktur Getrennter Radweg (altes Konzept) = Gefahr, weil: Radler von Autofahrer nicht wahrgenommen beim Abbiegen und Einfahren Radfahrer übersehen beim Einparken und Türöffnen Radfahrer übersehen Als Abstellfläche für Gegenstände oder Kurzparker missbraucht Schlendernde Fußgänger auch Gehwege werden oft zugeparkt/versperrt Grundstücksausfahrten Unklare inkonsequente Ampelschaltungen und Verkehrsführung Radfahrstreifen = besser, weil: (Bedingung: Ausreichende Breite, Sicherheitsabstand) Sichtkontakt direktes Abbiegen links möglich klarere Verhältnisse Schnelleres Fahren möglich

16 Verkehrsinfrastruktur Ist-Zustand: Radwege mit blauem Zeichen sind nutzungspflichtig. Ohne freiwillig. Unzumutbarer Zustand trotz Zeichen keine Pflicht. Ausweichen auf Fahrbahn erlaubt. Fahrrad + Fußgänger zusammen = Konflikte. Gehwege sind tabu! Wünschenswert: Pflicht-Radwege nur als Ausnahme. Sichere und schnelle Radler sollen im Normalfall die Fahrbahn benutzen können Gleichzeitig für unsichere Radler: freiwilliger Radweg und freigegebener breiter Fußweg, dort wo motorisierter Verkehr beträchtlich ist

17 Verkehrsinfrastruktur Ziel: durchgehend sichere Strecken von A nach B Lösung: Bewusste, gleichberechtigte und rücksichtsvolle Benutzung der Fahrbahn Radwege nur dort, wo unbedingt erforderlich (Schnellstraßen, Außerorts) Vorteil: Es sind wenige bauliche Maßnahmen nötig Als Erstes: Lücken schließen, Brennpunkte entschärfen Wichtig: Aufklärung aller Verkehrsteilnehmer, insbesondere Aktionen an Schulen

18 Konzepte für Fellbach Stadtverwaltung ist fleißig dabei (Fahrradfreundlicher Betrieb, weitere Pläne und Überlegungen) Weitgehender Konsens im Gemeinderat Was können wir machen? Informationen liefern zu Themen: Für Radler wichtige Punkte und Strecken Brennpunkte und Probleme Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit VCD OG Fellbach als Netzwerk Kontakt zu Aktiven und Betroffenen Austausch mit der Stadtverwaltung und GR Wir laden alle Interessierten und Engagierten zum Mitmachen ein und freuen und über Anregungen und Mitarbeit

19 Infos, Quellen

20 Danke Für Ihre Aufmerksamkeit!

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