Angehörige im Mittelpunkt

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1 Gespräche erfolgreich führen Sabine Tschainer Dipl.-Theologin, Dipl.-Psycho-Gerontologin aufschwungalt, München Erfolg Erreichen selbst gesetzter Ziele einzelne Menschen Organisationen Ziele sachlich -> Einkommen emotional -> Anerkennung Voraussetzung: Umsetzungskompetenz 1

2 Erfolg Was sind Ihre Ziele bei Gesprächen / in der Beratung von Angehörigen? Wann fühlen Sie sich erfolgreich in (Beratungs-)Gesprächen mit Angehörigen? Tauschen Sie sich über Ihr letztes diesbezügliches Erfolgserlebnis aus. Professionelle MitarbeiterInnen : Ziele / Motive / Interessen : individuell interpersonell / unbewusst intrapersonell (im Team) Träger / Arbeitgeber Geldgeber Angehörige 2

3 Erfolg Welche Bedürfnisse haben Angehörige? Was sind deren Ziele? Heterogene Gruppe geschlechtsspezifische Bedürfnisse Beziehung zum Erkrankten Alter der Pflegebedürftigen / Ursache der Pflegebedürftigkeit soziokulturelle Hintergründe biografische Prägungen Prägung und Ausformung der gelebten Beziehung 3

4 Begleitung und Pflege zu Hause Belastungen der Angehörigen - psychisch Verlust eines geliebten/vertrauten Menschen Schuldgefühle / schlechtes Gewissen Rollenwechsel fehlende Rückzugsmöglichkeiten Hoffnungslosigkeit, Angst Gefühl des Ausgeliefertseins / Hilflosigkeit Schamgefühle Finanzielle Probleme Umzug ins Pflegeheim: seelische Belastungen der Angehörigen Selbstvorwürfe des Versagens / Nicht-Durchhaltens Vorwürfe anderer (z.b. Familie, Bekannte) Verlust der Lebensaufgabe / Tagesstrukturierung Mangel an Sozialkontakten / Leere Befürchtungen, dass Heimversorgung den Bedürfnissen des Pflegebedürftigen nicht gerecht wird Selbstzweifel bei Zufriedenheit des Heimbewohners Hemmungen in Gegenwart professioneller Pflegekräfte Konfrontation mit anderen Pflegebedürftigen 4

5 Sie begegnen also auch vielfach Menschen, die in einer persönlichen, seelischen Krise stecken. Psychische Krisen aber stellen auch unsere persönliche Identität in Frage. Das Identitätsmodell nach H. Petzold: fünf Säulen Leiblichkeit Materielle Sicherheit Soziales Netz Arbeit und Leistung Werte und Sinnhaftigkeit Voraussetzung für eine stabile Identität des Menschen: Unversehrtheit der fünf Identitätssäulen (Stabile Identität = gelingendes Leben, Lebenszufriedenheit oder subjektiv empfundene Lebensqualität) 5

6 Identität einer Person: = wie sie sich selbst sieht = die als Selbst erlebte innere Einheit der Person Wir alle haben ein Ideales Selbst und ein Wahrgenommenes Selbst. Wunsch und Realität Angehörige: Probleme bei der Akzeptanz von Hilfen (subjektiv) Normen / Einstellungen ( Das tut man nicht. ) Gefühl moralischer Verpflichtung Angst vor Ersetzbarkeit Kontrollverlust Versagen Leugnen von Beeinträchtigungen beim Gepflegten Ringen um lange versagte Anerkennung / Eifersucht finanzielle Gründe Scham- / Schuldgefühle 6

7 Ideales Selbst und Realität bei Angehörigen und Profis? Aspekte von Beratungsgesprächen Grundsätzliche Überlegungen Zielsetzung Objektivität Nähe und Distanz Grundsätzlich standardisiertes Vorgehen (trotz Individualität der BeraterInnen) 7

8 Aspekte von Beratungsgesprächen Vorgehen Informationssammlung Anbieten von Aussprachemöglichkeiten Klienten sollen Raum und Zeit haben, um - sich über ihr Anliegen / ihr Problem im Klaren werden zu können und - eigene Lösungsmöglichkeiten zu erkennen (individuelle Problemlösungsstrategien jedes Menschen) oder - eigene - subjektiv adäquate - Lösungsmöglichkeiten zu finden Aspekte von Beratungsgesprächen Haltung der Berater partnerschaftliche Grundhaltung Respekt Achtung Akzeptanz von Widerstand, d.h. auch bisher anerkannte Lösungsstrategien erkennen, u.u. herausarbeiten dabei erlebte Erfolge aktualisieren (bewusst machen) bzw. auch diesbezügliche Schwierigkeiten herausarbeiten und gemeinsam neue Strategien entwickeln 8

9 Aspekte von Beratungsgesprächen Strukturierung / Verlauf von Beratungsgesprächen Beginn - Ablauf - Abschluss Abklärung von Erwartungen der Klienten: an Beratung / an BeraterIn über Möglichkeiten und Grenzen von Beratung informieren (keine Therapie) flexibel auf Bedürfnisse der Klienten eingehen und dabei eigene Grenzen beachten Zusammenfassung zum Abschluss des Gespräches: Erkenntnisse / Entscheidungen / Veränderungen / Vereinbarungen / Ziele Aspekte von Beratungsgesprächen Beratungsinhalte betreffen nur die Themen, die Klienten anbieten (auch wenn BeraterIn weitergehende / andere Aspekte wahrnimmt) in längerem Beratungsprozess können solche Aspekte angesprochen werden - Thematisierung bleibt Entscheidung der Klienten 9

10 Aspekte von Beratungsgesprächen Professionelle Beraterbeziehung Distanz: o klare Abgrenzung zwischen BeraterIn und Klienten o BeraterIn ist nicht verantwortlich für die Lösung der Probleme der Klienten Nähe o Gesprächsführung (aktives Zuhören) o Empathie, Wärme, Achtung, Sensibilität o Gedankliche Anwesenheit (!) Erfolgreiche professionelle Gesprächsführung mit Angehörigen G R U N D S Ä T Z E (1) Professionelles Helfen ist Dienstleistung Fachkompetenz/Fachkenntnisse Beratung und Unterstützung, die sinnvoll und sachgerecht sein sollen Persönliche Kompetenz /persönlicher Kontakt Individuelle Neigungen und Möglichkeiten, bewusste und unbewusste Motive, Sympathien und persönliche Eigenheiten Die Qualität der (Beratungs-)Gespräche wird durch das Zusammenspiel von Fachkompetenz und persönlichen Kompetenzen bestimmt. 10

11 Erfolg braucht Rahmenbedingungen! Angehörigenarbeit als unverzichtbarer Bestandteil für eine optimale Betreuung Angehörige als Störenfriede Wessen Friede wird gestört? Wodurch wird der Friede gestört? Wer (ver-)stört wen? Angehörige als Partner Was heißt Partner-Sein? Wessen Partner ist der Angehörige? Implementierung von Angehörigenarbeit Leitbild (Träger-, Pflegeleitbild, Hauskonzept, Pflegemodell) Personalmanagement (Beteiligung von allen Mitarbeitern, Fortbildung, Stellenplan, Stellenbeschreibungen, Einarbeitungskonzept) Qualitätsmanagement Bereitstellung entsprechender Ressourcen Qualifizierungen der Mitarbeiter Entwicklung des Berufsbildes berufliches Selbstverständnisses im Spannungsfeld zwischen helfendem Beruf und Dienstleistungserbringung Individuelle, persönliche Kompetenzen theoretisches Hintergrundwissen Reflektion des persönlichen Verhältnisses zu Scham- und Schuldgefühlen Akzeptanz der oftmals zögerlichen Hilfeannahme durch Angehörige - Themenkreis Scham und Schuld 11

12 Während der Gespräche Entspannte Atmosphäre schaffen Rechtzeitig eingreifen Zwischen den Worten und Zeilen hörne Auf die eigenen Signale und Gefühle achten Widersprüchliche Äußerungen ansprechen Klärungsversuche des Angehörigen bestärken Botschaften verstehen Erfolg Reflektion der unterschiedlichen Ziele und Bedürfnisse entsprechende Gestaltung der eigenen Angebote Entwicklung operationalisierter / messbarer Kompetenzen notwendig zur Erreichung klar formulierter Ziele 12

13 Respekt und Taktgefühl Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Sabine Tschainer Auenstr München Tel.: 089 /

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