«WIR KÖNNEN NICHT SO TUN, ALS OB UNS DIE WELT NICHTS ANGINGE» 50 JAHRE LIECHTENSTEINISCHER ENTWICKLUNGSDIENST (LED)

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1 «WIR KÖNNEN NICHT SO TUN, ALS OB UNS DIE WELT NICHTS ANGINGE» 50 JAHRE LIECHTENSTEINISCHER ENTWICKLUNGSDIENST (LED)

2 «WIR LIECHTENSTEINER KÖNNEN NICHT SO TUN, ALS OB UNS DIE WELT NICHTS ANGINGE» DR. GERARD BATLINER, ANLÄSSLICH DER JUNGBÜRGERFEIER ist ein Jubiläumsjahr für den Liechtensteinischen Entwicklungsdienst (LED): Er wird 50 Jahre alt! 1965 wurde er aus der Taufe gehoben als Gemeinschaftsprojekt der liechtensteinischen Zivilgesellschaft und der Regierung. Die Zivilgesellschaft war vertreten durch den neu gegründeten Verein «Welt und Heimat» (heute: «Tellerrand Verein für solidarisches Handeln»). Die Gründung des LED fiel in die Zeit als der amerikanische Präsident John F. Kennedy bei seiner Ernennung von der Verantwortung des Einzelnen für die ganze Welt sprach und wenige Wochen später die Freiwilligenorganisation «Peace Corps» ins Leben rief war die Zeit des Kalten Krieges. Die Freiwilligen sollten Hilfe und Solidarität aber auch Ideale von Freiheit, Demokratie, Frieden und Entwicklung den Idealen der kommunistischen Länder entgegensetzen. Diese Aufbruchsstimmung beeinflusste auch Menschen in Liechtenstein. Sie wollten mit der Gründung des LED Solidarität mit der Welt zeigen. Freiwillige aus Liechtenstein meldeten sich, die über den LED als «Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer» in den Einsatz gingen. Finanziell unterstützt wurden zu Beginn viele Tätigkeiten der Missionare und Missionsschwestern, die Schulen, Waisenheime und Spitäler aufbauten und betrieben. Mit zunehmendem Budget kamen auch vermehrt Beiträge an zivilgesellschaftliche Organisationen und deren Projekte hinzu. So entstanden langjährige Partnerschaften mit sogenannten Nicht- Regierungs-Organisationen (NROs oder Englisch: NGOs). Entwicklungshilfe wurde zur Entwicklungszusammenarbeit. Menschen aus dem Süden werden nicht mehr nur als reine Hilfsempfänger betrachtet, sondern als Kooperationspartner auf Augenhöhe wahrgenommen. «Der LED ist ein Juwel und eine grosse liechtensteinische Geste auch des Herzens in unserer leidenden wie faszinierenden Welt» Dr. Gerard Batliner, einer der Gründerväter des LED anlässlich des 40-jährigen Jubiläums, 2005 Ein 50-jähriges Jubiläum gibt Anlass zur Rückschau. Stellvertretend für den Blick zurück auf 50 Jahre LED und Solidarität aus Liechtenstein, greift der Liechtensteinische Entwicklungsdienst auf Themen seines Magazins «Blickwechsel» zurück. Für den Kalender wurden einprägsame Titelbilder ausgewählt, die jeweils für ein wichtiges Thema in der Entwicklungszusammenarbeit stehen. Darunter fallen zentrale Themen wie Bildung, Menschenrechte, Ernährung und Wasser. Aber auch Bereiche wie fairer Handel und nachhaltiger Konsum, Mikrofinanz, gleiche Chancen für Frauen und Männer oder Erfolgskontrolle in der Entwicklungszusammenarbeit werden bildlich dargestellt und kommentiert. 50 Jahre sind ein halbes Jahrhundert Zeitgeschichte. Die Welt sieht heute anders aus als damals: Dank Der LED bedankt sich bei der Lotex Stiftung für die grosszügige Mitfinanzierung dieses Kalenders. Impressum Fotografien: Martin Walser (Kalenderbilder Februar, Juli, August, September, Oktober und Dezember) Helvetas Swiss Intercooperation: Tanja Demarmels (Kalenderbild Januar), Simon B. Obladen (Kalenderbilder April, November), Flurina Rothenberger (Kalenderbild März), UNCDF (Kalenderbild Mai), UN: Shehzad Noorani (Kalenderbild Juni) Gestaltung: Gassner.Grafisches Atelier, Vaduz Druck: BVD Druck und Verlag AG, Schaan Herausgeber: LED Entwicklungsdienst, Schaan

3 J A N U A R SCHULFERIEN WOCHE 05 WOCHE 03 WOCHE NEUJAHR BERCHTOLDSTAG HL. DREI KÖNIGE WOCHE 06 WOCHE 04 WOCHE MARIÄ LICHTMESS

4 F E B R U A R SCHULFERIEN WOCHE 09 WOCHE 07 WOCHE WOCHE 10 WOCHE 08 WOCHE 06 MARIÄ LICHTMESS FASNACHTS- DIENSTAG

5 M Ä R Z WOCHE 13 WOCHE 11 WOCHE WOCHE 14 WOCHE 12 WOCHE ST. JOSEF PALMSONNTAG SOMMERZEIT BEGINN

6 A P R I L SCHULFERIEN WOCHE 18 WOCHE 16 WOCHE KARFREITAG OSTERN WOCHE 19 WOCHE 17 WOCHE TAG DER ARBEIT OSTERMONTAG

7 M A I WOCHE 22 WOCHE 20 WOCHE AUFFAHRT TAG DER ARBEIT WOCHE 23 WOCHE 21 WOCHE MUTTERTAG PFINGSTEN PFINGSTMONTAG FRONLEICHNAM

8 J U N I WOCHE 27 WOCHE 25 WOCHE FRONLEICHNAM WOCHE 28 WOCHE 26 WOCHE

9 J U L I SCHULFERIEN WOCHE 31 WOCHE 29 WOCHE WOCHE32 WOCHE 30 WOCHE

10 A U G U S T SCHULFERIEN WOCHE 35 WOCHE 33 WOCHE STAATSFEIERTAG WOCHE 36 WOCHE 34 WOCHE

11 S E P T E M B E R WOCHE 40 WOCHE 38 WOCHE WOCHE 41 WOCHE 39 WOCHE 37 MARIÄ GEBURT

12 O K T O B E R SCHULFERIEN WOCHE 44 WOCHE 42 WOCHE WOCHE 45 WOCHE 43 WOCHE ALLERHEILIGEN SOMMERZEIT ENDE

13 N O V E M B E R WOCHE 48 WOCHE 46 WOCHE ALLERHEILIGEN WOCHE 49 WOCHE 47 WOCHE

14 D E Z E M B E R SCHULFERIEN WOCHE 53 WOCHE 51 WOCHE ST. NIKOLAUS WOCHE 01 WOCHE 52 WOCHE 50 MARIÄ EMPFÄNGNIS HEILIGER ABEND WEIHNACHTEN STEPHANSTAG SILVESTER NEUJAHR BERCHTOLDSTAG HL. DREI KÖNIGE

15 BLICKWECHSEL Blicke wechseln und sich austauschen mit anderen Menschen: das war das Motto des LED-Seminars unter dem Titel BLICK- WECHSEL, das im Sommer 2001 mit Partnerorganisationen aus Lateinamerika in Liechtenstein stattfand. Dieser treffende Begriff zum Austausch auf Augenhöhe zwischen Menschen aus dem Süden und aus dem Norden steht seitdem auch für das LED- Magazin. Im Dezember 2001 erschien die erste Ausgabe des «Blickwechsel». Erfahrungsaustausch, gegenseitiges Lernen und Solidarität waren die ersten Themen des Magazins, das in der Folge zweimal jährlich erschien. Bis Ende 2014 publizierte der LED 27 Ausgaben zu wesentlichen Themen der Entwicklungszusammenarbeit. Zum 50-jährigen Jubiläum stellt der LED in diesem Kalender eine Auswahl der aussagekräftigen Titelbilder vor. Die «Blickwechsel» finden Sie auf der LED- Homepage: JANUAR FAIR UND NACHHALTIG KONSUMIEREN Das Thema Fairer Handel und nachhaltiger Konsum hat den LED immer wieder beschäftigt. Wichtig sind ihm dabei die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für gerechte Preise auf dem internationalen Markt und konkrete Handlungsmöglichkeiten für Einzelne. Durch Kaufentscheidungen können Konsumentinnen und Konsumenten Marktbedingungen beeinflussen und für gerechte Handelsbeziehungen sorgen. Die auf dem Foto abgebildete Bäuerin aus Westafrika wurde durch die Finanzierung des LED und Begleitung von Helvetas im Anbau von biologischer und fair gehandelter Baumwolle unterstützt. FEBRUAR BERUFSBILDUNG Diese zwei Lehrlinge aus Osteuropa absolvieren eine Berufsausbildung im Bausektor und wurden durch eine Projektunterstützung aus Liechtenstein gefördert. Der LED ist seit 2006 ebenfalls in Osteuropa im Bereich Berufsbildung tätig. Die Republik Moldau wurde 2005 als Schwerpunktland ausgewählt. Eine gute Berufslehre, die an die Bedingungen des Arbeitsmarktes angepasst ist, bildet die Basis für wirtschaftliche Entwicklung und schafft Lebensperspektiven für junge Frauen und Männer. Dies gilt nicht nur für Moldau, sondern weltweit und ist besonders in jenen Ländern wichtig, in denen die Mehrheit der Bevölkerung unter 25 Jahre alt ist. MÄRZ HERAUSFORDERUNG: GLOBALE ERNÄHRUNG «Der Mensch muss essen, will er leben.» So beginnt der Einleitungstext zur Wanderausstellung «Wir essen die Welt», die der LED in Zusammenarbeit mit Helvetas im liechtensteinischen Landesmuseum vom September 2014 bis Februar 2015 präsentierte. Die Ausstellung zeigt Zusammenhänge der weltweiten Produktion und des Handels von Nahrungsmitteln. Heute besteht die globale Herausforderung darin, die wachsende Weltbevölkerung ausreichend zu ernähren und die natürlichen Ressourcen dabei nicht zu übernutzen. Dafür setzt sich der LED in seiner Projekt- und Öffentlichkeitsarbeit ein. APRIL BOLIVIEN EIN STAAT IN UMBRUCH Bolivien ist ein Schwerpunktland des LED. In dieser Blickwechselausgabe mit den zwei Mädchen auf dem Titelbild wurden die Projekte vorgestellt, die der LED zusammen mit lokalen Partnerorganisationen durchführt. Zudem wurde das politische, soziale und wirtschaftliche Umfeld beschrieben. Bolivien ist ein Land im Umbruch, das versucht einen eigenständigen Weg als Vielvölkerstaat zu gehen. Der LED unterstützt diesen Prozess durch die Förderung von interkulturellen zweisprachigen Bildungsprojekten. MAI MIKROFINANZ Durch den Aufbau von Mikrofinanzinstitutionen können Kleinunternehmer/-innen wie diese afrikanischen Schneider Kredite aufnehmen, um einen Betrieb zu gründen oder auszubauen. Für herkömmliche Banken in Entwicklungsländern sind wirtschaftlich schwache Kunden nicht attraktiv, da sie zum Beispiel zu wenig Kapital als Garantie vorweisen können. Anlässlich des internationalen Jahrs des Mikrokredits 2005 beschloss der LED sich im Bereich Mikrofinanz zu engagieren. Zusammen mit der Regierung, der Universität Liechtenstein und privaten Akteuren aus Industrie und Finanzbranche gründete der LED die Microfinance Initiative Liechtenstein (MIL), um das Thema Mikrofinanz und soziale Investitionen auf dem liechtensteinischen Finanzplatz zu positionieren.

16 JUNI MENSCHENRECHTE UND ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT «Der LED steht ein für eine Welt, in der Frauen und Männer ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können und die Menschenrechte für alle gelten.» Dieser Satz steht im LED-Leitbild. Menschenrechte gelten für ALLE. Das schliesst auch Kinder und Jugendliche ein. Der LED setzt sich mit seinen Projekten dafür ein, dass Mädchen und Jungen das gleiche Recht auf Bildung erhalten, dass Kinder vor missbräuchlicher Arbeit geschützt werden oder dass das Menschenrecht auf Nahrung und sauberes Trinkwasser gewährt wird. Diese Blickwechselausgabe erschien 2008 anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. JULI ERFOLGSKONTROLLE IN DER ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT Wie können Entwicklungsprozesse wirkungsvoll geplant werden? Wie können Erfolge und Auswirkungen gemessen werden? Welche Methoden und Ansätze sind erprobt? Welche haben sich besonders bewährt? Erfolgskontrolle ist ein wichtiges Instrument für Entwicklungsorganisationen wie den LED, um aufzuzeigen, worin die Fortschritte in der Projektarbeit liegen. Dabei geht es nicht nur darum, das Richtige zu tun, sondern das Richtige RICHTIG zu machen. Das Bild zeigt eine Laborantin im LED-Projekt «La Morina» in Peru, wo durch Initiative der Liechtensteiner Ordensschwester Rebecca Frick eine früchteverarbeitende Fabrik aufgebaut wurde, die in der Region Arbeitsplätze schafft. AUGUST INTERKULTURELLE ZWEISPRACHIGE BILDUNG Die zwei Mädchen aus dem Hochland von Peru lernen mit Unterrichtsmaterial in ihrer eigenen Muttersprache Quechua. Später kommt die Amtssprache Spanisch dazu. Durch die interkulturelle zweisprachige Bildung erzielen die Kinder grössere Lernerfolge. Damit sich die Kinder mit den Lerninhalten identifizieren können, werden kulturelle Eigenheiten in den Unterricht einbezogen. Interkulturelle zweisprachige Bildung ist eine Sektorstrategie des LED. Grund dafür ist die sprachliche und kulturelle Benachteiligung indigener Volkgruppen im offiziellen Bildungssystem. SEPTEMBER GLEICHE CHANCEN FÜR FRAUEN UND MÄNNER Dieses Foto einer jungen Apothekerin aus Mosambik steht in dieser Blickwechselausgabe für Chancengleichheit von Frauen und Männern in allen Bereichen. In der Entwicklungszusammenarbeit ist es sehr wichtig, dass alle Mitglieder einer Gesellschaft in Veränderungsprozesse einbezogen werden. Dabei geht es um Mitspracherecht und aktive Beteiligung beider Geschlechter, die in unterschiedlichen Kulturen ganz verschiedene soziale Rollen übernehmen können. In der Entwicklungszusammenarbeit spricht man auch von «Gender Mainstreaming», das die durchgängige Berücksichtigung beider Geschlechter in allen Massnahmen beinhaltet. OKTOBER MILLENNIUMS-ENTWICKLUNGSZIELE EINE ZWISCHENBILANZ Im Jahr 2000 hat die UNO acht Entwicklungsziele definiert, die bis 2015 erreicht werden sollen. Das erste der sogenannten Millenniums-Entwicklungsziele ist die Halbierung des Anteils der Menschen, die von weniger als 1,25 Dollar pro Tag leben, und derjenigen, die Hunger leiden. Zusätzlich zur Halbierung der bittersten Armut wurden Verbesserungen in Bildung und Gesundheitsversorgung, in der Gleichstellung der Geschlechter und im Zugang zu Trinkwasser gefordert. Zwei Jahre vor Ablauf des Millenniums-Zeitplans berichtete der LED über die Zwischenergebnisse und stellte dar, in welcher Weise er durch seine Projektarbeit zur Erreichung dieser Entwicklungsziele beiträgt. NOVEMBER BURKINA FASO BILDUNGSPROGRAMME IM LAND DER AUFRICHTIGEN In dieser Blickwechselausgabe stellte der LED sein westafrikanisches Schwerpunktland Burkina Faso vor und die Entwicklungsprogramme, die er dort zum grossen Teil im Bildungsbereich, aber auch in der Ländlichen Entwicklung unterstützt. Burkina Faso, das in der lokalen Bezeichnung «das Land der aufrichtigen Menschen» bedeutet, gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Das Sahelland weist eine der höchsten Analphabetenrate auf. Rund 70 % der Erwachsenen können nicht lesen und schreiben. Das Land hat zwar einige Fortschritte im Bildungsbereich gemacht, vor allem was die Einschulung der Kinder betrifft (diese hat sich von 57 % im Jahr 2005 auf 81 % im Jahr 2013 erhöht), dennoch steht Burkina Faso vor grossen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. DEZEMBER GESUNDHEIT Eine junge Frau aus Mosambik wartet vor einem sogenannten «Casa de Mae espera» (Haus für werdende Mütter) auf die bevorstehende Geburt ihres Kindes. In den ländlichen Gebieten Mosambiks sind die Krankenhäuser und Geburtsstationen oft sehr weit von den Wohnorten der Familien entfernt. Damit die Frauen von einer medizinisch ausgebildeten Hebamme begleitet werden können, wohnen sie ein paar Tage vor und nach der Geburt in der Nähe der Gebärstation. Dadurch kann das Risiko für die Mutter und das Kind, bei oder nach einer Geburt zu sterben, stark gesenkt werden. Dies ist ein Aspekt einer funktionierenden Gesundheitsversorgung in einem Land, in dem drei Ärzte auf Einwohner kommen.

Datensicherungskalender

Datensicherungskalender Tätigkeit 01.01. Neujahr 02.01. W2 03.01. 04.01. 05.01. T1 W2 zur Bank 06.01. Hl. Drei Könige 07.01. T3 08.01. T4 09.01. W3 10.01. 11.01. 12.01. T1 W3 zur Bank 13.01. T2 14.01. T3 15.01. T4 16.01. M2 17.01.

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