WIFI Steiermark und AMS Steiermark fordern: Potential der Generation 50plus im Job muss besser genutzt werden

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1 WIFI Steiermark und AMS Steiermark fordern: Potential der Generation 50plus im Job muss besser genutzt werden Der Anteil der Arbeitnehmer aus der Generation 50plus steigt stark an, die Zahl der erwerbstätigen Personen in der Steiermark sinkt. Das Potential der Generation 50plus muss daher deutlich besser genutzt werden, sind WIFI und AMS Steiermark überzeugt. Unerlässlich dazu ist es, in Weiterbildungsmaßnahmen für die Generation 50plus zu investieren. Die Bereitschaft dazu ist hierzulande aber noch gering. Ganz anders in Skandinavien oder der Schweiz, wo sich 55- bis 64-Jährige bis zu 3,5 Mal so häufig weiterbilden als in Österreich. Das Potential der Generation 50plus wird am steirischen Arbeitsmarkt momentan zu wenig genutzt, betonen Peter Hochegger, Leiter des WIFI Steiermark und Karl-Heinz Snobe, Leiter des AMS Steiermark. Dies müsse sich rasch ändern, steigt doch der Anteil der Erwerbspersonen aus der Generation 50plus in der Steiermark bis 2050 laut Prognosen der Statistik Austria von derzeit rund 20 Prozent auf fast ein Drittel an, wohingegen die gesamte Zahl der Erwerbspersonen laut den Prognosen der Statistik Austria zurückgeht (siehe dazu Abbildungen 1 und 2 im Anhang). Die Steiermark ist nach Kärnten jenes Bundesland, in dem der Rückgang in den nächsten 20 Jahren am größten ist. Hinzu kommt, dass das Pensionierungsalter deutlich steigen wird. Geringe Bereitschaft zu Weiterbildungen für die Generation 50plus Diese demografischen Veränderungen machen es unerlässlich, dass das Potential der Generation 50plus besser genutzt wird. Damit diese Personen dem Arbeitsmarkt als kompetente Fachkräfte zur Verfügung stehen, bedarf es aber regelmäßiger Weiterbildungen. Hochegger und Snobe sind sich einig: Unser Pensionssystem wird sich in naher Zukunft stark verändern, das reale Pensionsantrittsalter wird deutlich steigen. Deshalb müssen wir mit Weiterbildungen dafür sorgen, dass die Arbeitsfähigkeit auch im Alter erhalten bleibt. Die Bereitschaft zu Weiterbildungsmaßnahmen ist momentan aber noch gering. Laut der Studie Weiterbildung 2012 im Auftrag der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB) gibt es allerdings in nur 17 Prozent der befragten 500 österreichischen Unternehmen Weiterbildungsschwerpunkt für Ältere, hingegen in 43 Prozent für Führungskräfte und in 33 Prozent für Lehrlinge. Auch am WIFI Steiermark beträgt der Anteil der Kursteilnehmer aus der Generation 50plus derzeit nur zehn Prozent und damit nur halb so viel wie der Anteil der Generation 50plus an den Erwerbspersonen in der Steiermark. Peter Hochegger, Leiter des WIFI Steiermark: Es ist höchste Zeit, dass Weiterbildungen weder von den Unternehmen noch von der Generation 50plus als notwendiges Übel gesehen werden, sondern als zwingend notwendige Konsequenz aus den demografischen Veränderungen und dem steigenden Pensionierungsalter. Wie wichtig Wissen und Qualifikation für eine lange Arbeitsfähigkeit sind, verdeutlicht auch das Modell Haus der Arbeitsfähigkeit des finnischen Wissenschaftlers Juhani Ilmarinen (siehe dazu Abbildung 7 im Anhang).

2 Schweiz und Skandinavien als Vorreiter Ländervergleiche bestätigen die positiven Auswirkungen der Weiterbildungsmaßnahmen auf die Arbeitsfähigkeit. AMS Steiermark-Leiter Karl-Heinz Snobe: Weiterbildungsmaßnahmen wirken sich nicht nur positiv auf die Mitarbeiterqualifikation aus und sind ein Wettbewerbsvorteil in Krisenzeiten, sie tragen auch dazu bei, dass die Mitarbeiter länger im Berufsleben bleiben, wie AMS- Studien bestätigen. In der Schweiz und in skandinavischen Ländern sind sowohl Erwerbstätigenquote als auch die Bereitschaft zur Weiterbildung laut der AMS-Studie Weiterbildung älterer ArbeitnehmerInnen des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft höher als in Österreich. Während in Österreich nur 43 Prozent der 55- bis 64-Jährigen erwerbstätig sind und der Durchschnitt der EU27 bei 49 Prozent liegt, arbeiten in Norwegen und der Schweiz rund 70 Prozent dieser Altersgruppe, in Schweden sind es 73 Prozent (laut Eurostat, Tabelle tsdde100, Zahlen für 2012; siehe dazu Abbildung 3 im Anhang). Was die Weiterbildungsquote der 55- bis 64-Jährigen betrifft, liegt Österreich mit sieben Prozent (in den letzten vier Wochen vor Erhebung) bzw. 35 Prozent (in den letzten zwölf Monaten vor Erhebung) ebenfalls deutlich hinter Skandinavien, Dänemark und der Schweiz. In der Schweiz sind diese Werte mit 23 Prozent rund 3,5 Mal (vier Wochen vor Erhebung) bzw. mit 56 Prozent rund 1,6 Mal (zwölf Monate vor Erhebung) so hoch (siehe dazu Abbildungen 4 und 5 im Anhang). Hinzu kommt, dass sich in der Schweiz die Weiterbildungsbeteiligung der 55- bis 64-Jährigen deutlich weniger vom Gesamtdurchschnitt unterscheidet als in Österreich. In Österreich ist die durchschnittliche Weiterbildungsbeteiligung im Gesamtdurchschnitt (25- bis 64-Jährige) mit 14 Prozent doppelt so hoch wie bei den 55- bis 64-Jährigen mit sieben Prozent. In der Schweiz hingegen beträgt die Differenz nur rund ein Drittel (30 Prozent bei den 25- bis 64-Jährigen, 23 Prozent bei den 55- bis 64-Jährigen). Siehe dazu Abbildung 6 im Anhang. Bildungsniveau und Rentenantrittsalter als mögliche Ursachen Die Ursachen für die Unterschiede im Weiterbildungsverhalten der Generation 50plus in Österreich und der Schweiz sind vielschichtig. Emanuel von Erlach vom Bundesamt für Statistik Schweiz nennt hier unter anderem das höhere Rentenantrittsalter der Schweiz sowie makroökonomische, sozialdemografische und soziokulturelle Faktoren. Die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen ist in der Schweiz beispielsweise deutlich höher als in Österreich (43 Prozent in Österreich, 70 Prozent in der Schweiz laut Eurostat Tabelle tsdde100), ebenso der Bevölkerungsanteil mit tertiärem Bildungsabschluss (19 Prozent in Österreich, 35 Prozent in der Schweiz laut OECD). Einen weiteren Unterschied sieht Erlach in den unterschiedlichen grundsätzlichen Einstellungen, begründet durch politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Rahmenbedingungen (beispielsweise Einstellung zur Weiterbildung, Neugierde etc.). Anhang: Anhang A: Abbildungen mit Zahlen zum Arbeitsmarkt (Abbildung 1 bis 3) Anhang B: Abbildungen mit Zahlen zum Bildungsverhalten (Abbildung 4 bis 6) Anhang C: Erläuterungen zum Modell Haus der Arbeitsfähigkeit (Abbildung 7) Anhang D: Info des AMS Steiermark zur Qualifizierungsförderung für Beschäftigte 45plus doppelpunkt PR- und Kommunikationsberatung GmbH Cornelia Kröpfl T: +43/664/ E: 2/6

3 Anhang A: Arbeitsmarkt Abbildung 1: Erwerbspersonen nach Alter, Geschlecht und Bundesländern 2011 bis 2050 (laut Hauptszenario), Statistik Austria Abbildung 2: Erwerbspersonen nach Alter, Geschlecht und Bundesländern 2011 bis 2050 (laut Hauptszenario), Statistik Austria Abbildung 3: Erwerbstätigenquote älterer Erwerbstätiger in % (55- bis 64-Jährige), Eurostat Tabelle tsdde100 doppelpunkt PR- und Kommunikationsberatung GmbH Cornelia Kröpfl T: +43/664/ E: 3/6

4 Anhang B: Bildungsverhalten Abbildung 4: Participation in education and training by sex and age (Allgemeine und berufliche Bildung innerhalb der letzten vier Wochen vor Erhebung, 55- bis 64-Jährige), Eurostat Tabelle trng_lfse_01, Anmerkung: Diese Statistik bezieht sich auf die nichtformale Bildungsaktivität. Zu den nichtformalen Bildungsaktivitäten gehören laut Statistik Austria Weiterbildungsveranstaltungen wie Kurse, Vorträge, Privatunterricht, Fernunterricht, offenes Lernen, Seminare, Workshops oder angeleitete Ausbildung am Arbeitsplatz. Formale Bildung bezeichnet hingegen Bildung im regulären Schul- und Hochschulwesen als Schülerin bzw. Schüler, Studierende oder Lehrling. Abbildung 5: Participation rate in education and training by age groups (Nicht-formale Bildung innerhalb der letzten zwölf Monate vor Erhebung), Eurostat Tabelle trng_aes_101, Abbildung 6: Participation in education and training by sex and age (Allgemeine und berufliche Bildung innerhalb der letzten vier Wochen vor Erhebung, 55- bis 64-Jährige im Vergleich mit 25- bis 64-Jährigen), Eurostat Tabelle trng_lfse_01, doppelpunkt PR- und Kommunikationsberatung GmbH Cornelia Kröpfl T: +43/664/ E: 4/6

5 Anhang C: Erläuterungen zum Haus der Arbeitsfähigkeit Ein breit gefasstes Verständnis von Arbeitsfähigkeit hat der finnische Wissenschaftler Juhani Ilmarinen mit seinem Modell Haus der Arbeitsfähigkeit dargestellt. Das Haus besteht aus vier Stockwerken, die aufeinander aufbauen: 1. der Gesundheit des Individuums, d.h., seines/ihres Leistungsvermögens 2. der Kompetenz, d.h., dessen/deren Fertigkeiten und Wissen 3. den Werten, d.h., Einstellungen und Motivationen 4. der Arbeit, d.h., deren Inhalten und Anforderungen, deren Umgebung etc. Gesellschaft Familie Freunde Work Ability Arbeitsbewältigungsfähigkeit Arbeit Umgebung Inhalte und Anforderungen Organisation und Gemeinschaft Management und Führung Werte Einstellungen Motivation Kompetenz Fertigkeiten Wissen Gesundheit körperl. und psychisches Leistungsvermögen Anmerkung: Fertigkeiten und Wissen (darunter fällt auch die Weiterbildung) sind lt. diesem Modell nach Gesundheit die wichtigste Basis für den Erhalt der Arbeitsfähigkeit. Abbildung 7: Haus der Arbeitsfähigkeit des finnischen Wissenschaftlers Juhani Ilmarinen doppelpunkt PR- und Kommunikationsberatung GmbH Cornelia Kröpfl T: +43/664/ E: 5/6

6 Anhang D: Info des AMS Steiermark zur Qualifizierungsförderung für Beschäftigte 45plus doppelpunkt PR- und Kommunikationsberatung GmbH Cornelia Kröpfl T: +43/664/ E: 6/6

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