Kundenkredit (d.h. Vorauszahlung durch Kunden)

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1 Examenskurs BBL Kreditarten Kurzfristige Kredite Lieferantenkredit - Warenkredit - Einrichtungskredit Kundenkredit (d.h. Vorauszahlung durch Kunden) Bankkredite - Kontokorrentkredit - Diskontkredit - Lombardkredit - Akzeptkredit - Avalkredit Mittel- und langfristige Kredite gewerbliche / private Baufinanzierung Investititonskredite - standardisierte Investitionskredite - Individualkredite - Schuldscheindarlehen Weitergeleitete Kredite

2 Examenskurs BBL Weitergeleitete Kredite Kredite unter dem Obligo der Hausbank Durchgeleitete Kredite Kredite ohne Kreditrisiko der Hausbank Treuhandkredite Kreditgew. im eigenen Namen Durchlaufende Kredite Kreditgew. im fremden Namen Verwaltungskredite

3 Examenskurs BBL Rentierliche Titel e r w o r b e n a n offenen Märkten nicht-offenen Märkten (open markets) (negotiated markets) K e n n z e i c h e n Bonität wird nicht nur vom Erwerber beurteilt, sondern auch von anderen, ggf. sogar Einordnung des Kreditnehmers in klar definierte Bonitätsklassen (Ratings) Nahezu vollkommener Wettbewerb, praktisch keine Spielräume bei der Festlegung von Preisen und Verzinsung Ja-Nein-Entscheidung Nur Marktrendite, kein Absatzverbund Bedienbarer Kundenkreis ist begrenzt Kunde hat seinen Kreditbedarf i.a.r. selbst kompetent geklärt Bonität muß vom Erwerber beurteilt werden, über bonitätsverbessernde Maßnahmen kann verhandelt werden Eher monopolistischer oder oligopolistischer Wettbewerb, Konditionen sind Gegenstand von Verhandlungen Entscheidung ist Ergebnis von Verhandlungen Neben Rendite oft noch Nebeneffekte auf Absatz anderer Produkte (Cross Selling, Kuppelproduktionsansatz der Bankkostenrechnung) Bank kann grundsätzlich auf relevante Bedürfnisse jedes Kunden eingehen Kunde hat seinen Kreditbedarf vielfach nicht kompetent geklärt

4 Examenskurs BBL Kreditrisiken ) Ausfallrisiko / Bonitätsrisiko 2) Liquiditätsrisiko 3) Besicherungsrisiko 4) Zinsrisiko 5) Geldwertrisiko 6) Wechselkursrisiko Zinsrisiko, Geldwertrisiko und Wechselkursrisiko determinieren den Umfang, mit dem das Ausfallrisiko schlagend wird. Der Ausfall selbst löst den Schaden aus, nicht etwa die Veränderung der Komponenten Zins, Geldwert und Wechselkurs. Die Komponenten 4) bis 6) sind keine Kreditrisiken, sie sind Bestandteile des Ausfallrisikos. Liquiditätsrisiko Wird eine Annuität zu spät gezahlt, so bedeutet dies finanzmathematisch, daß weniger als zunächst vereinbart bzw. erwartet gezahlt wurde. Das Liquiditätsrisiko ist demnach Bestandteil des Ausfallrisikos.

5 Examenskurs BBL Besicherungsrisiko Ein Besicherungsrisiko liegt dann vor, wenn die Gefahr besteht, daß vorhandene Sicherheiten nicht den erwarteten Liquidationserlös erbringen. Dies ist irrelevant, solange das Kreditengagement störungsfrei verläuft. Das Besicherungsrisiko ist demnach ebenfalls Bestandteil des Ausfallrisikos. Frage: Prüfschema: Sind 4-6 eigentlich Kreditrisiken? Welcher Wert der Kreditposition ergibt sich ) bei störungsfreiem Verlauf a) wenn sich nichts ändert; b) wenn sich der Marktzins, der Geldwert oder der Wechselkurs ändert? 2) bei Ausfall, a) wenn sich nichts ändert; b) wenn sich der Marktzins, der Geldwert oder der Wechselkurs ändert? Bezogen auf USD-Kredit: ) a) kein Problem b) Schutz vor Verlust durch Hedging bei störungsfreiem Verlauf kein zusätzliches Kreditrisiko durch USD-Kredit 2) a) kein Problem, derselbe Verlust wie beim DM-Kredit b) wenn der Wechselkurs steigt mehr Ausfall, wenn der Wechselkurs sinkt weniger Ausfall. Durch den Ausfall ist die geschlossene USD-Position zu einer offenen USD-Position geworden Schutz durch Option

6 Examenskurs BBL Bezogen auf einen Festzinskredit: ) a), b); 2) a) kein Problem 2) b) wenn die Zinsen sinken, kann eine Ersatzposition am Markt nur zu ungünstigeren Bedingungen gekauft werden. Bezogen auf den Geldwert: ) a), b); 2) a) kein Problem 2) b) wenn der Geldwert abnimmt, ändert sich zwar nominal nichts, aber real. Fazit: In allen drei Fällen hat nur der Ausfall einen Schaden ausgelöst, nicht die Veränderung der Komponenten. Die Wechselkurs-, Zins- und Geldwertentwicklung beeinflussen nur den Umfang des Ausfalls. 4-6 sind demnach keine Kreditrisiken! Ergebnis: Das Kreditrisiko besteht ausschließlich aus dem Ausfallrisiko/Bonitätsrisiko.

7 Examenskurs BBL Kreditsicherheiten Bürgschaft Garantie Schuldbeitritt Zession - Einzelabtretung - Rahmenabtretung Pfandrecht - Pfandrecht an Sachen an beweglichen Sachen an Grundstücken - Pfandrecht an Rechten Sicherungsübereignung

8 Examenskurs BBL Funktion von Sicherheiten. Sicherheiten reduzieren Ausfallhöhe und -wahrscheinlichkeit bei gegebener Kapitalstruktur und Erwartungsstruktur des Unternehmens (Risikoreduktionsfunktion). 2. Sicherheiten sollen es der Bank erlauben, Klarheit über die persönliche Kreditwürdigkeit zu erlangen. Durch die Bestellung von Sicherheiten gibt der Kunde zu erkennen, daß er sich wie ein ordentlicher Schuldner verhalten wird (Sanktions-, Disziplinierungsfunktion). 3. Sicherheiten sollen Informationskosten bei Kreditentscheidung und -überwachung begrenzen. Bei hinreichend guter Besicherung braucht sich die Bank über die Erwartungsstrukturen keine Sorgen zu machen (aber: 8 KWG). 4. Sicherheiten haben eine Informationsbegrenzungs- und damit auch eine Innovationsschutzfunktion. 5. Sicherheiten sollen die Abwicklungskosten beim Ausfall reduzieren (Kostenreduktionsfunktion).

9 - 7 - Examenskurs BBL Ermittlung des umsatzbedingten Nettofinanzbedarfes Symbolverzeichnis TR t K V A B m g b Umsatz in Periode t Kapital Vermögen umsatzabhängige Vermögensposition umsatzabhängige Passivposition Umsatzrendite Wachstumsrate des Unternehmens Thesaurierungsquote -b Ausschüttungsquote TR EFN PEFN I Umsatzänderung External Funds Needed (erforderlicher externer Finanzierungsbedarf) Percent of External Funds Needed (erforderlicher externer Finanzierungsbedarf in % der Umsatzentwicklung) Nettofinanzbedarf in % der Umsatzes

10 Examenskurs BBL Es gilt: TR = g TR TR 2 = TR (+g) PEFN I EFN( TR) EFN( TR) EFN = TR A B = TR TR = V( TR) K( TR) A B = TR - TR - b m TR TR 4243 TR umsatzabh. umsatzabh. Thesaurierungs- Erhöhung Erhöhung betrag in Periode t 2 der Aktiva der Passiva EFN( TR) = EFN = I g TR EFN = I g TR b m EFN = (I g EFN g TR b m = I g I TR - b m TR b m TR b m TR b m) g TR b m (+ g) b m g TR 2

11 Examenskurs BBL b m PEFN = I g b EFN = PEFN TR m Beurteilung der Umsatzmethode Vorteile - einfach zu handhaben - mathematisch einfach - Kennzahlensystem - Determinanten des externen Finanzbedarfes werden deutlich - Umsatzwachstum determiniert Finanzbedarf (= in der Praxis beobachtbares Phänomen) - Daten sind stabil (Ist das wirklich ein Vorteil?)

12 Examenskurs BBL Nachteile - feste Kennzahlenverhältnisse (alle Determinanten mit Ausnahme des Umsatzes sind konstant) - - Umsatz = 0 Bestand = 0 (d.h. nur das Transaktionsmotiv der Bestandshaltung findet Berücksichtigung) - andere Bestandshaltemotive bleiben unberücksichtigt (Spekulationsbestände, Vorsichtsbestände, exogen bedingte und losgrößendegressionsbedingte Pufferbestände) - Umsatzrendite hängt auch ab von Reifegrad des Produktes (Stichwort: Produktlebenszyklus) Kapitalstruktur - Annahme, der Finanzbedarf werde zunächst durch die Thesaurierung von Gewinnen gedeckt, dieses Verhalten führt u.u. zu einer suboptimalen Kapitalstruktur Alternative Ansätze: Regressionsmethoden, Zeitreihenmodelle Literatur zur Umsatzmethode: J. Fred Weston; Thomas E.Copeland, Managerial Finance, 9. Aufl., New York 992, S (Achtung!! Ergänzung!) Aufgaben: SS99 (7a), WS98/99 (6a), SS 97 (a)

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