Einführung in das Web 2.0 bzw. Social Media Zahlen zur Nutzung des Internets bzw. Social Media in Österreich... 9

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1 Inhaltsverzeichnis Einführung in das Web 2.0 bzw. Social Media... 8 Zahlen zur Nutzung des Internets bzw. Social Media in Österreich... 9 Ziele der Web 2.0-Nutzung Ausgewählte Social-Media-Tools Weblogs Social Networks Facebook Google Xing LinkedIn Twitter Twitter-Tipps fempowerment Checklist Foto- und Videodienste Flickr Picasa YouTube YouTube und Viralität Der Streisand Effekt

2 Viralität und Politik Pinterest Praktische Tools im Web E-Plattform (Ziele, Funktionen) Die Kehrseiten des Social Webs Frauenspezifische Fragen der Online-Reputation und der Karriereentwicklung Methode/Didaktik Andere Formate (Blended Learning Lernplattform sowie Videokonferenzen) Rechtliche Aspekte Datenschutz Urheberrecht Creative Commons Literatur Weiterführende Links

3 Vorwort Vernetzung ist kein Zauberwort Grenzüberschreitende Zusammenarbeit dient der Kompetenzerweiterung EU-Kommissarin Viviane Reding hat kürzlich gesagt: Das Talent und die Fähigkeiten der Hälfte der erwerbstätigen Bevölkerung, also der Frauen, nicht zu nutzen, ist ein wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Fehler!" Die Umsetzung der EU- Gleichstellungsstrategie muss aber in vielen kleinen und größeren Schritten geschehen. Wir freuen uns daher sehr, dass Sie sich für das Projekt "Frauen entscheiden / Donne che decidono" interessieren und Sie Ihre Kompetenzen im Bereich Social Media und digitaler Vernetzung erweitern möchten. Neben der Möglichkeit zur eigenen Präsentation auf der e-plattform bilden Social-Media-Schulungen einen Kernbereich des Projekts, mit denen digitale Vernetzungsmöglichkeiten in Form von Social Media Tools aufgezeigt werden - und wie Sie diese für eine Karriereentwicklung im Sinne von Vernetzung und Wissensaustausch einsetzen können. Zum Inhalt des Curriculums Dafür wurde dieses Curriculum als Handbuch für den Kompetenzaufbau erstellt. Sie finden darin eine Einführung in das Web 2.0 bzw Social Media. Dabei werden u.a. die Projektpartnerländer Österreich und Italien mit Zahlen hinsichtlich Internet- und Social Media-Nutzung dargestellt. Ebenso werden die Ziele der Web 2.0-Nutzung erläutert. Im Kapitel "Ausgewählte Social Media Tools" wird der Umgang mit Weblogs, Social Networks u.a. erläutert. Die Einführung in die Technik und den Umgang mit der e-plattform 1 soll deren Nutzung durch möglichst viele Frauen in den Partnerregionen sicherstellen. 1 Auch abrufbar unter:

4 Der zweite Schwerpunkt des Curriculums liegt auf der Verwendung von Social Media in der politischen Kommunikation sowie für die eigene Karriereentwicklung bzw für die eigene Online-Reputation. Abschließend werden rechtliche Aspekte beleuchtet, wie Datenschutz, Datensicherheit und Online-Recht. Beispiele, Literaturhinweise und weiterführende Links runden das Handbuch ab. Zielsetzungen des Projekts und des Kompetenzaufbaus: Auseinandersetzung mit Thematiken rund um das Thema Social Media, Gesellschaftspolitik, Politik von Frauen für Frauen Grenzüberschreitende Vernetzung mit Frauen aus den Partnerregionen Angebote des Projekts nutzen (e-plattform als Wissens- und Kompetenzdatenbank, Veranstaltungen im Rahmen des Projekts, Donne Online Corner...) Weitere Frauen begeistern und motivieren, ihre Kompetenzen transparent und somit für andere nutzbar zu machen In diesem Sinne wünschen wir: Viel Spaß und gute Vernetzung! Ihre Stabsstelle für Chancengleichheit, Anti-Diskriminierung und Frauenförderung beim Amt der Salzburger Landesregierung Romana Rotschopf Yvonne Kirchmauer Projektmanagement Salzburg Projektkoordination Salzburg Gleichbehandlungsbeauftragte - 4 -

5 Lernziele Dieses Curriculum soll beim Aufbau von Trainerinnenkompetenz zu den Themen Politische Kommunikation mit Social Media und Karriereentwicklung & Vernetzung für Frauen im Web 2.0 helfen. Durch praktische Beispiele werden die Grundlagen, Strategien und Konzepte für die moderne Kommunikation im Social Web vermittelt. Dieses Wissen soll helfen Web 2.0-Instrumente strategisch für den eigenen Erfolg in Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Vereinen einzusetzen. Das Curriculum bzw. der Lehrgang sollen helfen folgende Fragen zu beantworten: Welche Web 2.0 Dienste gibt es, und wie nutze ich sie? Welche sind für mich wichtig und richtig? Nach dem Seminar können die TeilnehmerInnen: Web 2.0-Anwendungen wie Wikis, Blogs und Profile auf sozialen Netzwerken selbst einrichten und pflegen Innovative Lehrszenarien für die eigene Lehre ausarbeiten und betreuen Ein Gesamtkonzept für die eigene Internetkommunikation erstellen Das neue Wissen nutzen für ihre Karriereentwicklung mit Web 2.0-Unterstützung Aktiv die Vernetzung von Frauen in Entscheidungspositionen unterstützen - 5 -

6 AutorInnen David Röthler Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Salzburg, Abschluss mit Mag.iur David Röthler ist Jurist, Medienexperte und -journalist, und arbeitet als Berater für Social Media und EU-finanzierte Projekte. Sein besonderes Interesse gilt innovativen Modellen der Partizipation in der Bildung, Politik und dem Journalismus, bei der Generierung von Ideen (Crowdsourcing) oder der Finanzierung von Projekten (Crowdfunding). Er ist langjähriger Referent und Lehrbeauftragter bei zahlreichen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen wie u.a. Universität Salzburg, Pädagogische Hochschulen in Wien und Ludwigsburg. Der Einsatz von Online-Konferenz-Software in der Bildungs- und Projektarbeit war ein Schwerpunkt seines Engagements in den letzten Jahren. Er führte zahlreiche Webinare für Einrichtungen in Österreich und Deutschland sowie für europäische Kooperationsprojekte durch. Er ist Mitgründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens PROJEKTkompetenz.eu. Trainingsschwerpunkte: Social Media in Bildung, Politik, Journalismus, PR und Kreativwirtschaft David Röthler im Social Web: Blog: Weitere Präsenzen: https://www.facebook.com/david.roethler - 6 -

7 Caroline Schruff Studentin der Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg. Geboren 1986, gehört Caroline Schruff zur Generation der Digital Natives. Nach ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau mit Schwerpunkt Marketing entschied sie sich ihr Wissen auf eine breitere Basis zu stellen und nahm das Studium der Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg auf. Ihre Bachelorarbeit schreibt sie zum Thema Neue Arbeitsformen im digitalen Zeitalter, am Beispiel der CoWorking Spaces. Ihr Interesse liegt dabei auf die Auswirkungen von neuen digitalen Technologien auf die Art und Weise wie Menschen heute arbeiten. Neben ihrem Studium arbeitet sie als Assistentin für das Beratungsunternehmen PROJEKTkompetenz.eu. Caroline Schruff im Social Web: https://www.xing.com/profile/caroline_schruff,

8 Einführung in das Web 2.0 bzw. Social Media Die seit mehr als 20 Jahren existierende Infrastruktur des Internet verändert mehr und mehr die Gesellschaft. Online-Kommunikation, Partizipation und Vernetzung wurden für zahlreiche Menschen alltägliche Praxis. Mit dem Internet haben wir alle die Möglichkeit - unabhängig von den traditionellen Medien Zeitung, TV und Radio - unsere eigene öffentliche Präsenz zu gestalten. Das Web 2.0 erweitert diese um niederschwellige Interaktionsmöglichkeiten. Bertolt Brecht erhoffte sich von neuen technischen Entwicklungen in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts positive gesellschaftliche Veränderungen. In seiner so genannten Radiotheorie formulierte er vor rund 90 Jahren: Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen. Der Hörfunk könnte den Austausch, Gespräche, Debatten und Dispute ermöglichen. Das Web 2.0 ermöglicht nun im Gegensatz zum Radio die ZuhörerInnen tatsächlich sprechen zu machen und sie miteinander in Beziehung zu setzen. Web 2.0 ist ein im Jahr 2004 geprägter Begriff, der sich auf eine geänderte Nutzung und Wahrnehmung des Internets bezieht. Er fasste eine Reihe neuer technischer Entwicklungen im Internet zusammen, die das Web einfacher nutzbar, interaktiver und kollaborativer werden liessen. Die Bezeichnung Web 2.0 wird in letzter Zeit vom eher deskriptiven Begriff Social Media abgelöst, der in der Folge ausschließliche Verwendung findet. Social Media bieten die Sichtbarmachung sozialer Beziehungen in neuen Räumen, an deren Gestaltung die UserInnen teilnehmen können. Partizipation und Vernetzung unterstützen - 8 -

9 den Aufbau von Sozialkapital und sind somit ein wichtiger Aspekt für die persönliche Karriereentwicklung. eine Voraussetzung für Nachhaltigkeit. Ein Problem ist der nach wie vor existierende Digital Divide 2, wobei dieser weniger technischer sondern eher bildungskultureller Natur ist. Der Zugang zum Internet ist mittlerweile vielfach vorhanden. Wesentlich ist allerdings die sich hoffentlich entwickelnde Kultur hin zu einer aktiven Nutzung. Dann wird das Internet nicht ausgrenzen sondern nachhaltige regionale und globale Beziehungen zwischen Menschen stärken. Zahlen zur Nutzung des Internets bzw. Social Media in Österreich Das Internet wird in Österreich von 78% der Bevölkerung regelmäßig (mehrmals pro Woche) genutzt. Eine Differenzierung dieser Zahl nach Geschlecht zeigt, dass rund 84% der Männer aber nur rund 74% der Frauen zu den NutzerInnen gehören. Allerdings haben die Frauen die Männer bereits in den jüngeren Altersgruppen überholt bzw. knapp aufgeschlossen. 3 2 Ungleiche Verteilung der Chancen beim Zugang zum Internets aufgrund Bildung, Einkommen, Alter, Geschlecht und anderer Kriterien

10 Bei der Nutzung von Social Media ist die Geschlechterverteilung relativ ausgeglichen. Unter den Twitter-NutzerInnen finden sich mehr Frauen als Männern. 4 Facebook wird im Frühjahr 2012 von 2,3 Mio Menschen in Österreich über 18 Jahre genutzt. Davon sind 1,17 Mio Männer und rund 1,13 Mio Frauen. Insgesamt entspricht dies einer Quote von ca. 27 Prozent der Gesamtbevölkerung. 67% der Österreicher[Innen] können sich ihr Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen [...] Frauen mit 74% noch weniger als Männer mit 57%. 5 Dank immer weiter sinkende Kosten

11 für Mobiltelefonie und Smartphones 6 ist diese Tendenz weiterhin steigend denn inzwischen nutzen nur noch 4 Prozent der MobiltelefonbesitzerInnen ausschließlich zum telefonieren. (Abbildungsquelle: Die Studie von MMA ergab außerdem, dass ÖstereicherInnen sehr App-affin sind: Die Zahl der App-Store-User ist seit 2010 um 24% gestiegen: Bereits 72% nutzen App-Stores über das mobile Internet. Ein weiteres überraschendes Ergebnis, 70% der NutzerInnen 6 Smartphones für unter 200 :

12 könnten sich vorstellen über ihr Handy an Umfragen teilzunehmen (um ihre Meinung zu Musik, Plakaten, Mode usw. abzugeben). 7 (Abbildungsquelle:

13 Zahlen zur Nutzung in Italien In Italien bestehen starke regionale Ungleichheiten in Bezug auf IKT-Einsatz. Zum Beispiel besaßen im Jahr 2011 im Norden etwa 60% der Haushalte einen PC und über 57% hatten Zugang zum Internet zu Hause, während im Süden von Italien die Prozentsätze bei jeweils rund 53% und 48% einen deutlich geringeren Zugang zu IKT aufwiesen. Geschlechtsspezifische Unterschiede wurden nach und nach abgeschwächt: während im Jahr 2005 kaum mehr als ein Viertel (26,9%) aller Frauen das Internet nutzten, waren es im Jahr 2011 schon fast die Hälfte (46,7%), während bei Männer die Quote von 37,1% auf 56,6% stieg. 8 Die Facebook-Nutzung liegt in Italien bei 19 Mio. Davon sind 10,2 Mio Männer und 8,8 Mio Frauen. Fast 30% der Bevölkerung nutzen in Italien Facebook. 8 -

14 Ziele der Web 2.0-Nutzung Die Bezeichnung Web 2.0 (auch häufig Social Web genannt) umfasst technische, ökonomische, gesellschaftliche und rechtliche Aspekte. Der Begriff wird verwendet um die veränderte Verwendung des Internets als ein dezentral gesteuertes, soziales, interaktives und vor allem von Kollaboration geprägtes Medium zu beschreiben. Es beschreibt die verschiedene Medien und Technologien, die einzeln oder in einer Gemeinschaft für Austausch und Zusammenarbeit verwendet werden. Sie wandeln mediale, einseitige Monologe (one to many) in sozial-mediale Dialoge (many to many) 9. Sozialkapitalaufbau durch Vernetzung Die eigene Internetpräsenz trägt in zunehmendem Maß dazu bei, wie Einzelpersonen oder Unternehmen wahrgenommen werden. WählerInnen, KundInnen, KonkurrentInnen, potenzielle PartnerInnen, MitarbeiterInnen, AuftraggeberInnen und die Medienwelt, all diese Kontaktkreise könnten nach der eigenen Person im Internet suchen; die Frage ist: was finden sie? Die Internetpräsenz einer Person ist oft der erste Eindruck, der hinterlassen wird und hier gilt: "You never get a second chance to make a first impression! Es gibt viele Instrumente, die dabei helfen können die eigene Identität im Internet aufzubauen. Social-Media-Dienste bieten die Vorteile, dass sie online-basiert sind, das bedeutet es muss nichts heruntergeladen oder installiert werden um sie zu verwenden, als einzige Eintrittsbarriere ist meistens eine Anmeldung mit einer Adresse. Weiterhin sind diese Dienste in der Regel kostenlos oder zumindest kostengünstig, außerdem sind sie einfach zu bedienen und erfordern (unter Umständen!) keinen hohen Zeitaufwand bei der Pflege. Social-Media-Dienste sind ideal Kommunikationskanäle, denn wo würden Sie sonst die Möglichkeit haben mit so wenig Aufwand so viele Menschen zu erreichen? Über diese Dienste wird Ihnen ermöglicht:

15 Vernetzung mit den Zielgruppen Direktes Feedback von den Zielgruppen Innovative PR und Kampagnenformen sind möglich Themenmonitoring mit frühzeitiger Erkennung von Trends Kooperation In politischer Hinsicht ist das Web 2.0 ein effizientes Werkzeug um auf BürgerInnen zuzugehen und mit Ihnen in Dialog zu treten, nach wie vor werden aber hierfür traditionelle Medien vorgezogen. Für die nächste Generation von WählerInnen wird das Internet zunehmend zum Leitmedium, dessen Potenzial im politischen Bereich noch nicht vollständig erkannt wurde. Die führenden Dienste für Vernetzung und Kommunikation im Internet sind soziale Netzwerke. Diese bieten das was der Name vespricht, nämlich die Möglichkeit sich zu vernetzen. Diese sind nicht nur als Treffpunkte für FreundInnen und Verwandte zu sehen, sondern Plattformen um Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, beruflich wie privat 10. Die Bloggerin Stefanie Söhnchen, Kommunikationsberaterin, schreibt in ihrem Weblog, dass Individuen und Unternehmen, einen offenen und authentischen Eindruck erwecken, wenn sie mit einer menschlichen Stimme in Social Media agieren. Personally, I am a big fan of that. Being able to talk to someone whose name and smile you know makes it more likely that you won t resort to swear words or other inappropriate means to voice your dislike Wie diese beiden Bereiche gut getrennt werden können wird im Kapitel über Facebook anhand der Listen erklärt

16 Digitale Spaltung Der auf die 1990er Jahren zurückzuführende Begriff Digital Divide beschreibt nach Eva Johanna Schweitzer 12 the uneven distribution of information and communication technologies (ICT) in society. Dabei handelt es sich um eine Aktualisierung der Hypothese einer gesellschaftlichen Spaltung. Schweitzer unterscheidet drei Ebenen: Global divide Industrie- und Entwicklungsländer Social divide Verschiedene sozioökonomische Gruppen in einzelnen Ländern Democratic divide Nutzertypen in Hinsicht auf ihr politisches Engagement im Internet Die Unterschiede auf den verschiedenen Ebenen führen ihrer Meinung nach zu einer Verstärkung der sozialen Ungleichheiten und sind Ursache des persisting information or knowledge gap amid those people having access to and using the new media ( haves ) and those people living without ( have-nots ). Der Begriff steht für die Befürchtung 13 : dass die Chancen auf den Zugang zum Internet und anderen (digitalen) Informations- und Kommunikationstechniken ungleich verteilt und stark von sozialen Faktoren abhängig sind und dass diese Chancenunterschiede gesellschaftliche Auswirkungen haben: Wer Zugang zu modernen Kommunikationstechniken hat, hat bessere soziale und wirtschaftliche Entwicklungschancen. Um gegen diese Spaltung zu arbeiten, müssten Möglichkeiten geschaffen werden, den Zugang zum Internet zu erleichtern. Tom Alby 14 nennt zwei Faktoren, die wichtig sind für die Verbreitung des Internets: Zugangsgeschwindigkeit und Internet-Nutzungskosten. Als in den 12 Schweitzer, Eva Johanna (2008): Digital Divide. In: Encyclopedia of Political Communication. Sage Publications. Online unter: ( ) Alby, Tom (2008): Web 2.0. Konzepte, Anwendungen, Technologien. 3., überarb. Aufl. München: Carl Hanser Verlag

17 1990er Jahren das Internet immer mehr kommerzielle Anbieter fand, beliefen sich die Kosten auf über 100 im Monat. Dieser Preis errechnete sich unter anderem aus den Telefongebühren, Kosten für den Internetanbieter, Grundgebühren und Kosten für die in den unterschiedlichen Netzen angebotenen Inhalte. Die Kosten waren hoch, und die Leistung war niedrig. Zum Vergleich bietet heutzutage zum Beispiel Telering einen Surfstick für mobilen Internetzugang mit unlimitiertes Datenvolumen für monatlich Eine weitere Maßnahme um die digitale Spaltung zu verringern ist: Der Nutzen des Internets deutlich erkennbarer machen. Eine typische kritische Einstellung bei vielen neuen Medien ist: Ich brauche es nicht für mein alltägliches Leben 16. Es fällt schwer, den Nutzen eines neuen Mediums einzuschätzen ohne die Kompetenzen zu haben dieses zu bedienen wie die Beurteilung eines Buches durch Menschen, die nicht lesen können und auch noch nicht wissen, was Lesen ist. (ebd.). Vorteile der Nutzung von Social Media Das Googlen 17 von BewerberInnen, neuen Kontakten oder des eigenen Namens sind längst gängige Praktiken. Künftige ArbeitgeberInnen wollen wissen, was über potenzielle MitarbeiterInnen im Internet zu finden ist. Das Suchen des eigenen Namens in einer Suchmaschine hat sogar eine eigene Bezeichnung: Ego-Surfing. Was zuerst nach einer narzisstischen Kuriosität klingt, kann unter Umständen sehr nützlich sein. Das Ego-Surfing erlaubt es die Frage zu beantworten Was sehen potenzielle ArbeitgeberInnen/Kontakte/FreundInnen über mich, wenn sie mich im Internet suchen?. Es ermöglicht InternetnutzerInnen den eigenen Internetauftritt zu überwachen und ggf. zu kontrollieren. Eine kostengünstige Methode bei der Sie Einfluss auf diese Suchergebnisse Kubicek, Herbert/Welling, Stefan (2000): Vor einer digitalen Spaltung in Deutschland? Annäherung an ein verdecktes Problem von wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Brisanz. In: Medien- & Kommunikationswissenschaft, 48. Jg., H. 4, S Seit 2004 im Rechtschreibduden: mit Google im Internet suchen, recherchieren. Beispiele: ich goog[e]le mal schnell; er hatte ihren Namen, nach Informationen gegoogelt

18 nehmen können, ist die aktive Benutzung von Social Media. Ein Profil bei einem oder mehreren sozialen Netzwerken erhöht Ihre Chance gleich auf der ersten Seite von Google zu landen. Dies ist deswegen wichtig, weil Suchergebnisse auf später folgenden Seiten nur sehr selten angeklickt werden. Wenn Sie schnell gefunden werden können, vermittelt dies den Eindruck der erhöhten Internetkompetenz und ist außerdem eine kostengünstige Werbung für die eigenen Person. Übung: Geben Sie Ihren eigenen Namen bei Google ein, was finden Sie? (Tipp: benutzen Sie bei Suchanfragen Anführungszeichen, um die genaue Wortfolge zu finden, z.b. Vorname Nachname ) Hinweis: sollten Sie bei dieser Übung etwas finden, das nicht stimmt oder Sie in ein falsches Licht rücken lässt, schreiben Sie den BetreiberInnen der Website eine höfliche mit der Bitte diesen Beitrag zu korrigieren oder ggf. entfernen. Eine böse Nachricht kann die gegenteilige Wirkung erzeugen (und ggf. zu mehr schlechten Nachrichten führen). Von Online-Diensten, die kostenpflichtig das Monitoring der eigenen Online-Präsenz und - Reputation sowie die Löschung unerwünschter Eintöge anbieten, ist abzuraten

19 Social Web und Politik Das Internet aus politischer Sicht ist wie die altgriechische Agora auf der sich die BürgerInnen versammelten um über ihre Anliegen zu diskutieren. Während es auf dem Marktplatz noch möglich war wichtige Entscheidungen zu treffen, wird diese Funktion heutzutage von VertreterInnen der BügerInnen im Parlament übernommen. Es hat sich langsam eine Politikverdrossenheit in vielen Demokratien breit gemacht. Einzelnen BürgerInnen wurde es immer schwieriger ihren Stimmen Gehör zu verschaffen, was bei vielen zu einer Distanzierung gegenüber der Politik geführt hat. Das Social Web bietet sich durch seine Offenheit und unvergleichbare Reichweite als ideale Plattform für politische Diskussion und Meinungsbildung im Vorfeld der durch die gewählten VertreterInnen zu treffenden Entscheidungen.. Es macht die politische Szene damit vielfältiger, greifbarer und leistet einen wichtigen Beitrag für die politsche Bildung. Weiterhin, begünstigt das Social Web eine partizipatorische Demokratie und vereinfacht es interessierten BürgerInnen sich am politischen Geschehen zu beteiligen. Im folgenden Kapitel werden einige prominente Beispiele vorgestellt, die beweisen, dass seit dem Aufkommen des Social Webs teilweise ein Umdenken in der Politik begonnen hat. Trotz aller Kritik ist das demokratische Potenzial des Internets nicht zu übersehen. Neben Exekutive, Legislative und Justiz galten bislang die Medien als vierte Gewalt der modernen Demokratien. Diese können zwar nicht direkt zu einer Änderung der Politik beitragen, wohl aber öffentliche Diskussionen initiieren und somit Veränderungen anregen. Allerdings hat der Ruf des Journalismus zunehmend durch Blogs und weitere neue Formen der Berichterstattung zu kämpfen. Durch das Internet verlieren die traditionellen Medien ihre Funktion in der exklusiven Interessenvermittlung der Politik und ihre exklusive Überwachungsfunktion wird immer häufiger angezweifelt.. Ein aktuelles Beispiel für die erfolgreiche Nutzung dieser Werkzeuge ist die Piratenpartei, die für ihre offene Kommunikationspolitik und Transparenz bekannt ist. Sie wirbt für Ihr Konzept einer Liquid Democracy, einer Mischform aus direkter und indirekter Demokratie,

20 wobei WählerInnen in die demokratischen Entscheidungsprozesse der Partei direkt eingebunden werden. Die Piratenpartei versteht sich als Repräsentantin der Digital Natives, jene Generation die mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien aufwachsen. Der Unique Selling Point 18 der Piraten ist ihr relativ selbstverständlicher Umgang mit den Instrumenten der Online-Kommunikation. Ob Facebook, Twitter, Blogs, Podcasts oder Piraten-Wiki, sie nutzen die Tools ihrer Generation, und finden nicht zuletzt dadurch Zuspruch. Diese Partei bringt frischen Wind in die Politik, der inzwischen von Schweden, über Deutschland nach Österreich weht. Wenige Wochen nach ihrem Gründungsparteitag hat die Österreichische Piratenpartei, mit fast vier Prozent der Wählerstimmen, ihren ersten Sitz im Gemeinderat der Stadt Innsbruck erhalten. 19 Die Piraten geben den WählerInnen wieder das Gefühl zurück, dass die Demokratie auch Sache der einzelnen BürgerInnen ist. JedeR kann somit zum EntscheidungsträgerIn am digitalen Marktplatz werden, wenn er oder sie das möchte. Das Social Web ist für politsche Arbeit eine wichtige und nicht zu unterschätzende Plattform. PolitikerInnen anderer Parteien nutzen es inzwischen zunehmend als Plattform für Selbstvermarktung, wobei der Kommunikationsfluss häufig noch sehr einseitig ist und wesentliche Aspekte des Social Webs, nämlich Kommunikation und Vernetzung, dabei verloren gehen. Auch wenn das Web 2.0 als günstige Alternative zu traditionelle Kampagnen erscheint, sollte nicht an den falschen Ecken gespart werden. Denn, wer sich auf diese Medien einlässt muss sich entweder selber umfassend damit auskennen, oder eine Person bzw. ein Team dafür engagieren, das damit umgehen kann. Das Social Web ist von flachen Hierarchichen und Kommunikation auf gleicher Augenhöhe gekennzeichnet. Der informellere Ton sollte aber nicht den Eindruck erwecken, dass das Geschriebene weniger wichtig ist als zum Beispiel offizielle Pressemeldungen. Im allgemeinen wird die politische Öffentlichkeit durch das Social Web für viele greifbarer. Es gehört auch eine große Portion Mut dazu, die eigenen politischen Aktivitäten auf das Internet auszuweiten. Denn es muss damit gerechnet werden, unter ständiger Beobachtung 18 Marketing-Terminus: Ein Leistungsmerkmal, womit sich ein Angebot klar vom Wettbewerb abhebt

21 zu sein. Jeder Fehltritt oder unüberlegte Aussage kann in kürzester Zeit unangenehme Folgen haben. Außerdem können Kampagnen unerwartete Ergebnisse erzielen. Wie dieses Beispiel aus Deutschland: Im Kanzleramt wurde letztes Jahr ein interessantes Experiment gestartet - Angela Merkel im Bürgerdialog. Die Online-Community wurde auf der Plattform aufgerufen, Vorschläge zu drei Fragen 20 einzusenden. InternetnutzerInnen konnten dann per Mausklick darüber abstimmen, welche 10 Vorschläge (bzw. die Personen die sie vorgeschlagen haben) im Herbst diese im Kanzleramt mit der Kanzlerin diskutieren werden. Die Hürde zum mitmachen wurde bewusst niedrig gehalten und die Konsequenz war, dass die Ergebnisse manipuliert wurden. Aus über Vorschlägen machten es Cannabis legalisieren und offene Diskussion über den Islam (aus islamkritischer Sicht) in die besten zehn. Ein fragwürdiges Resultat für ein Experiment, das unter Umständen wesentlich produktivere Ergebnisse hätte erzielen können. Vorbild vieler dieser politischen Maßnahmen ist häufig der amerikanische Wahlkampf Denn dieser machte erstmals deutlich, welches Potenzial für politische Aktivitäten das Social Web bietet. Das Wahlkampfteam um Barack Obama entschied sich dafür (unter anderem) Twitter als Informationskanal zu verwenden. Auch wenn es nicht Barack Obama selber war, der die Kurznachrichten verfasste, war der Auftritt souverän und gewann schnell an Beliebtheit. Dieser auf den ersten Blick sehr einfache Dienst, der das Verfassen von Nachriachten mit lediglich höchstens 140 Zeichen zulässt, spielte eine sehr wichtige Rolle in der Kommunikationsstrategie des Wahlkampfes. Der Mut auf untraditionelle Weise Millionen von WählerInnen über diesen Weg anzusprechen zahlte sich aus. Mit 14 Millionen Follower (dazu Glossar) ist der jetzige Präsident der USA noch immer der beliebteste Politiker auf Twitter. 21 Im selben Jahr in dem Obama den Wahlkampf in den USA gewann, erreichte allerdings in Österreich die Partei SPÖ über Facebook und Twitter noch nicht einmal ein Prozent der 20 Wie wollen wir zusammenleben? Wovon wollen wir leben? Wie wollen wir lernen?

22 potenziellen WählerInnen. Heute beträgt die theoretische Reichweite über 2,7 Millionen WählerInnen in Österreich. 22 Die allgemeine Haltung gegebenüber dem Mikro-Blogging- Dienst ist im deutschsprachigem Raum noch eher zurückhaltend, obwohl gerade über Twitter MultiplikatorInnen und JournalistInnen erreicht werden können. Dies kann wahrscheinlich darauf zurückgeführt werden, dass hier die prominente Zugpferde fehlen, die in den USA die Verwendung von Twitter einem anderen Stellenwert verliehen haben. Prominente Persönlichkeiten wie Tom Hanks, Ashton Kutcher und Lady GaGa waren (vermutlich) unbezahlte WerbebotschafterInnen, die die Verwendung von Twitter im Alltag verfestigt haben. (Abbildungsquelle: ) Traditionelle Medien rücken immer weiter in den Hintergrund, denn einseitige Informationskampagnen reichen nicht mehr aus um die Stimmen der BürgerInnen zu sichern. Über das Internet können Botschaften nun direkt und verändert veröffentlicht werden und ermöglichen eine Zwei-Wege-Kommunikation zwischen Politik und BürgerInnen

23 Aufbau von Karriere im Social Web Auch wenn die Piratenpartei für ihren ungewöhnlich schnellen Einzug in die Politik bekannt ist, ist der traditionelle Weg doch wohl eher üblich. Um an die Spitze der politischen Karriereleiter zu gelangen ist noch immer der lange Weg, auch Ochsentour genannt, notwendig. Wobei dieser Weg nicht mehr Jahrzehnte andauern muss, wie wir an den Beispielen Sebastian Kurz (25, ÖVP), Silvia Fuhrmann (30, ÖVP) oder Laura Rudas (31, SPÖ) erkennen. Es ist dieser Weg der für Glaubwürdigkeit und Vertrauen sorgt - das wichtigste Kapital der PolitikerInnen. Das demokratische Potenzial des Social Webs kann instrumentalisiert werden um dieses Kapital zu steigern. Das oberste Gebot ist dabei: Transparenz - Ein Manager verdankt seine Karriere neben der eigenen Leistung meist der Förderung und Protektion weniger; die Machtkämpfe, die er führt, finden in überschaubaren Zirkeln statt. [...] [In der Politik] findet fast jeder Schritt, auch jeder Machtkampf öffentlich statt, im Ortsverein genauso wie im Bundeskabinett. Die Legitimation des Managers basiert auf Zuwachs, die des Politikers auf Zustimmung. Die öffentliche Auseinandersetzung, der Streit, ist dabei kein lästiges Übel, sondern konstitutiv genauso wie der oft als faul gescholtene Kompromiss. Anders als das Dax-Unternehmen lebt die Demokratie in ihren Verfahren, nicht nur von ihrem Ergebnis. 23 Drei Stichwörter sind maßgeblich für Aktivitäten im Social Web: Dialog Transparenz Authentizität Unter Berücksichtigung dieser Stichpunkte werden Ihnen in den folgenden Kapiteln die wichtigsten Social-Media-Tools vorgestellt. Zusammen mit Anleitungen zu deren

24 Anwendung werden Ratschläge gemacht wie Sie diese nutzen können um Ihre politische Karriere zu unterstützen. Ausgewählte Social-Media-Tools Weblogs Weblog ist eine Wortzusammensetzung aus Web und Blog. Ein Weblog ist eine Art Logbuch im Internet, und wird oft - nicht ganz zu Recht - mit einem traditionellen Tagebuch verglichen. Im Gegensatz dazu sind Blogs in der Regel öffentlich und dienen der Interaktion und Vernetzung mit den Zielgruppen. Blogs können sehr unterschiedlich sein, wobei sich BloggerInnen z.b. durch die Fokussierung auf bestimmte Inhalte oder Schreibstile abheben. Multimedialität durch das Einbinden von Videos, Audios und Fotos lässt Blogs zu einem attraktiven, persönlich gestaltetem Medium werden. Ein Weblog erlaubt die Darstellung eigener Aktivitäten in einer - aufgrund der Chronologie - prozesshaften Weise. Weblogs sind von kommerziellen Diensten wie Facebook und Twitter unabhängig und haben daher ein besseres Potenzial hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit. Allerdings werden Social Networks üblicherweise zum Vertrieb der Inhalte verwendet. Weblogs sind aufgrund ihrer Struktur sehr suchmaschinenfreundlich und werden daher von Google besonders gut gereiht. Blogs sind für politische Aktivitäten von besonderem Interesse. Sie gelten als unabhängigere Form der Berichterstattung, die nicht der wechselseitigen Abhängigkeit von Politik und Journalismus unterworfen sind. Blogs erhalten zum Teil große Aufmerksamkeit und finden auch in den Massenmedien Erwähnung. Die starke Vernetzheit in der Blogosphäre (dazu Glossar) kann dazu führen, dass Themen mehrfach aufgegriffen werden und kritische öffentliche Debatten auslösen. Skandale und Machtmissbräuche wurden schon oft durch Blogger oder sogenannte Watchblogs aufgedeckt. Das prominenteste Beispiel hierfür ist Bildblog.de. In diesem Blog werden durch Eigenrecherche oder Hinweise von LeserInnen Fehler in der Berichterstattung oder ungenügend recherchierte Artikel und Schleichwerbung aufgedeckt und an den Pranger gestellt. Bildblog hat monatlich über eine Million LeserInnen

25 Installation eine Weblogs Das Einrichten eines eigenen Blogs verlangt keine besonderen Kenntnisse. Anbieter wie Google (blogger.com) oder Wordpress (wordpress.com) bieten standardisierte, kostenlose Blogsysteme an. Solche Blogs benötigen keine Installation, sie können direkt und innerhalb von wenigen Minuten im Internetbrowser eingerichtet werden. Einrichtung in blogger.com

26 Einrichtung in wordpress.com Installation auf eigenem Server Die professionelle Variante ist es allerdings ein Weblog auf einem eigenen bzw. gemieteten Serverplatz unter eigener Domain einzurichten. Dazu muss üblicherweise Open-Source- Software (dazu Glossar) wie Wordpress 24 oder Serendipity 25 heruntergeladen und auf dem gemieteten Web-Server (dazu Glossar) installiert werden. Dies verlangt etwas mehr Kenntnisse, ist aber üblicherweise auch in ca. 30 Minuten zu schaffen. An jährlichen Kosten für den Serverplatz und die Domain ist mit rund 25 /Jahr zu rechnen

27 Installationsanleitung für Wordpress 26 : Entpacke das Paket, das du heruntergeladen hast. Öffne die Datei wp-config-sample.php mit einem einfachen Texteditor (Notepad, Windows-Editor, jedoch nicht Word oder OpenOffice Writer!) und füge die erforderlichen Datenbankdaten und die Sicherheitsschlüssel ein. Diese Datei jetzt unter dem neuen Namen wp-config.php abspeichern. Übertrage alle Dateien auf den eignen Server. Starte die Installation, indem du zu der Seite install.php surfst. Sie liegt relativ zu den Daten, die du hochgeladen hast, im wp-admin Ordner. Da wir den Pfad zu Ihrer Datei nicht wissen können, musst du das folgende Beispiel entsprechend anpassen. Beispiel: Passwort merken, welches du bei der Installation eingegeben haben! Übung: Finden Sie ein Weblog, das Ihnen gefällt bzw. das von einer Frau geführt wird und dem Aufbau von Online-Reputation dienen soll. Nehmen Sie Kontakt zur Bloggerin z.b. in Form eines Kommentars auf. Abonnieren Sie den RSS-Feed des Blogs in Ihrem RSS-Reader. Unterscheidung Blog/Forum/Wiki Blog Umgekehrt chronologische Sortierung (neuste Beiträge am Beginn der Seite) Fixe AutorIn oder AutorInnen Beiträge können kommentiert werden Oft zu einem einzigen Themengebiet

28 Diskussionen nicht vordergründig - werden in den Kommentaren geführt, können aber fallweise dennoch sehr ausführlich sein Originaleintrag kann nicht verändert werden Forum Chronologische Sortierung Neuste Beiträge am Ende der Seite JedeR kann etwas beitragen (ggf. ist eine Anmeldung erforderlich) Dezentralisierter Inhalt alle können einen neuen Diskussions- Thread (eigentlich Faden ) zu einem beliebigen Thema eröffnen Diskussionen sind vordergründig und werden direkt in den Threads geführt Wiki Besteht aus vielen Beiträgen, oft zu unterschiedlichen Themen (Beispiel: Wikipedia) Beiträge werden in Zusammenarbeit erstellt Ältere Versionen von Beiträgen können wiederhergestellt werden JedeR kann üblichweise jeden Beitrag. editieren (ggf. ist eine Anmeldung erforderlich) Beiträge werden untereinander verlinkt (Stichwörter können zu anderen Beiträgen verlinkt werden) Diskussionen als Ergänzung zu den Beiträgen sind auf eigenen Seiten möglich Einige zu beachtende Punkte bei der Einrichtung eines Blogs: Auch wenn die Freude groß ist, und Sie möglichst schnell Ihr Blog bewerben möchten, sollten Sie vorerst möglichst eine Handvoll Beiträge publizieren. Auch in der Blogosphäre gilt: der erste Eindruck zählt. LeserInnen wollen ein Gefühl für den Schreibstil und die Inhalte bekommen, um anschließend entscheiden zu können ob sie dieses Blog weiterfolgen möchten. Ein Blog mit nur einem einzelnen Eintrag welcher als Willkommensgruß dient, wird schnell in Vergessenheit geraten

29 Blogroll 27 einrichten. Diese ist vergleichtbar mit einem Blick ins Bücherregal bei FreundInnenen und lässt erahnen welche Interessen der/die AutorIn noch haben. Impressum, Kontakt, Über mich eintragen Testen 28 Weitere Tipps: Quellen würdigen Keine negativen Bemerkungen über ArbeitgeberIn Auf Kommentare eingehen; Kommentarfunktion ist Dialogangebot (Bitte haben Sie nicht allzu optimistische Erwartungen, dass viele Kommentare geschrieben werden. Das hängt sehr vom Thema und von der Aufmerksamkeit ab, die mit dem Weblog erreicht wird.) Beteiligung an der Diskussion auf anderen Blogs Bleiben Sie authentisch Weniger ist mehr - Beiträge sollten wirklich nur lesenswerte Inhalte haben, nicht einfach schreiben weil Sie schon länger keinen Beitrag verfasst haben Beiträge sollten regelmäßig erscheinen, aber auch nicht zu selten (ein Mal pro Monat) Aussagekräftige Titel für Beiträge wählen Gute Fotos und Videos einfügen (Optimale Größe 29 : 640x480 Pixel, zwischen 72 und 96 dpi 30 ) Vernetzungsmöglichkeiten zu anderen Social-Media-Diensten in Form des Facebook-Gefällt-Mir-Buttons usw. anbieten. Nüchtern bloggen (nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen das Bewusststein trübenden Mitteln, da alles was einmal online ist sofort von Suchmaschinen gefunden werden kann.) 27 Eine Blogroll ist eine Linkliste zu anderen Blogs Um Bilder zu verkleinern, können Sie das Windows-Programm Paint benutzen. Fortgeschritteneren UserInnen sei Irfanview empfohlen, das kostenlos heruntergeladen werden kann 30 dpi oder dots per inch geben an wie viele Bildpunkte in einem Viereck von 2,54 x 2,54 cm (ein Zoll), angezeigt werden. Ein Computerbildschirm kann nur zwischen 72 und 96 dpi darstellen

30 Auswahl lesenswerter Weblogs: Weblog von Jana Herwig Weblog von Andrea Mayer-Edoloeyi Mädchenmannschaft Denkwerkstatt Für SpezialistInnen: Der Dienst If this then that die Verknüpfung verschiedener Social- Media-Dienste. So kann ein Blog beispielsweise automatisch mit Twittereinträgen, Flickr- Fotos und so weiter gefüllt werden. Weitere Information dazu zum Beispiel im Blog von Robert Lender: Ebenso interessant ist der Blogeintrag des Studenten Luca Hammer, der hier berichtet, wie vernetzt seine Social-Media-Nutzung ist und welche Rolle dabei sein Weblog spielt

31 Social Networks Das Social Web zeichnet sich vor allem durch zwei Hauptfunktionen aus, die Pflege von sozialen Beziehungen und die Gestaltung sowie Verbreitung von Inhalten durch die UserInnen. Die Vernetzung über so genannte soziale Netzwerke lässt die Welt ein wenig kleiner erscheinen, der Spruch jeder kennt jeden über sechs Ecken wird hier offensichtlich. Eine Studie des weltweit größten Social Networks Facebook ergab, dass jedes Mitglied bei Facebook jedes andere inzwischen über 4,74 Ecken kennt (2008 waren es noch 5,28) 31. Einige Merkmale von sozialen Netzwerken sind: Registrierung mit einer -adresse ist erforderlich Persönlicher Auftritt ist in der Form eines Profils, mit Benutzerphoto und ggf. Benutzername Das Profil hat ein Standardformat, dessen Inhalt aber nicht Aufbau sich verändern lässt Kommunikation findet über öffentliche oder private Nachrichten statt, bei Facebook auch in einem Chat Bekanntschaften lassen sich oft in Listen nach Grad der Bekanntschaft sortieren (enge FreundInnen, Familie, Geschäftsbeziehungen) Daten werden online gespeichert Social Networks werden genutzt um Inhalte und Informationen zu teilen (Photos, Videos, Empfehlungen, Veranstaltungshinweise) Facebook Kaum acht Jahre (2004) ist es her seit Mark Zuckerberg das soziale Netzwerk Facebook ins Leben gerufen hat. Zunächst war die Nutzung des Netzwerkes auf Studierende der Harvard University beschränkt, doch dies weitete sich schnell auf andere Universitäten aus. 31 https://www.facebook.com/note.php?note_id=

32 Heute ist es laut Alexa.com die meistbesuchte Webseite der Welt nach Google, im Januar 2012 verzeichnete Facebook 845 Millionen aktive NutzerInnen. Das Motto von Facebook lautet: Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen. Das soziale Netzwerk wird aber nicht nur von Privatpersonen genutzt um soziale Kontakte zu pflegen, zahlreiche Unternehmen und Organisationen haben das Potenzial von Facebook erkannt um den direkten Kontakt und Dialog zu ihren Zielgruppen herzustellen. Selbst die mächtigste Frau der Welt, Angela Merkel, ist bei Facebook. Obwohl (oder vielleicht weil) sie ihr Profil nicht persönlich führt, wirkt es sehr professionell. Von Angela Merkel wird dabei regelmäßig in der dritten Person gesprochen, sodass kein falscher Eindruck von Authentizität entsteht

33 Aber auch in Österreich zeigen Politikerinnen auf dem sozialen Netzwerk ihre Präsenz, wie hier zu sehen, die Facebook-Seite von Eva Glawischnig (Bundessprecherin und Klubobfrau der Partei Die Grünen ). Im Dezember 2011 wurde die Facebook- Timeline (deutsch: Chronik ) aktiviert. Facebook bietet den NutzerInnen die Möglichkeit mit dieser Funktion die eigene Lebensgeschichte

34 über das Profil erzählen zu können. Sogenannte Lebensereignisse können der Chronik hinzugefügt werden, diese reichen vom beruflichen Werdegang bis hin zu Knochenbrüchen. Die Umstellung ist teils auf heftige Kritik gestoßen, denn vor allem VerbraucherInnen- und DatenschützerInnen sehen die Chronik als einen weiteren Schritt in Richtung gläserner Mensch. 32 Facebook ist in den letzten Jahren unter anderem wegen der Unübersichtlichkeit der Privatsphäre-Einstellungen in die Kritik 33 geraten. So hat vor allem das Thema Datenschutz die Schlagzeilen der negativen Berichterstattung über Facebook dominiert. 32 Chronik.html 33 Die Kritik an Facebook hat in der englischen Version von Wikipedia einen eigenen Beitrag:

35 (Abbildung: Kritik über Facebook auf Wikipedia) Facebook bietet sich als ideale Plattform zur Vernetzung für Kontakte jeglicher Art. Ich will nicht, dass alle sehen, was ich am Wochenende mache, mag eine Kritik sein zur Verwendung von Facebook zur Vernetzung, allerdings gibt es dafür einfache Lösungen: es müssen nicht alle Details der persönlichen Lebens geteilt werden und Kontakte können in unterschiedliche Listen einsortiert werden, je nach Bekanntschaftsgrad. Sie können für die einzelnen Listen bestimmen wie viel diese Kontakte von Ihrem Profil sehen können

36 Facebook bietet standardmäßig vier Kontaktlisten an, in denen neue und bestehende Kontakte sortiert werden können

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