Betriebliche Mitarbeiterberatung als Unterstützungsinstrument. Dagmar Pieper, Stabsbereich Betrieb und Personal

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1 Betriebliche Mitarbeiterberatung als Unterstützungsinstrument Dagmar Pieper, Stabsbereich Betrieb und Personal

2 Agenda Aufgabenspektrum psychosoziale Beratung Angebote für Führungskräfte Präventionsangebote auf verschiedenen Ebenen Projekt Psychische Belastungen Beispiele 2

3 Vorstellung: Was hat mich in diese Gruppe geführt? Was möchte ich wissen? Was muss passieren, damit ich zufrieden hier raus gehe? 3

4 Aufgaben der Mitarbeiterberatung Psychosoziale Beratung: Konflikte und Probleme am Arbeitsplatz Depressionen, Ängste Stress und Erschöpfungszustände Abhängigkeitserkrankungen Vermittlung in weiterführende Behandlungsangebote (Stationäre und ambulante Rehabilitation, ambulante Psychotherapie, Fachärzte, Fachkliniken) Vermittlung an Schuldnerberatung 4

5 Beispiel 1: Ein Mitarbeiter arbeitet im Kundenzentrum. Er ist eingearbeitet worden. Zur Betreuung steht immer ein Teamleiter bereit, der ihn in schwierigen Situationen beraten oder ablösen könnte. Er war vorher als Fahrer tätig. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er hierher versetzt. Er ist sehr belastet durch: Angst sich zu verrechnen und ein Minus in der Kasse zu haben Ärger über schimpfende Kunden, die erhöhtes Fahrgeld zahlen sollen Irritation, wenn er nicht schnell eine Antwort auf die Fahrplannachfrage findet Lange Warteschlangen Ärger über Kollegen, die Kunden zu ihm schicken Er wendet sich an die Mitarbeiterberatung, weil er Panikattacken hat, wenn er zur Arbeit gehen muss. Er ist krankgeschrieben. Was können Sie tun? 5

6 Aufgaben der Mitarbeiterberatung Krisenintervention: Schwere Unfälle und Überfälle Akute Lebenskrisen- Trennung, Scheidung oder Tod eines nahestehenden Menschen 6

7 Aufgaben der Mitarbeiterberatung Führungskräfteberatung: Umgang mit Mitarbeiter/innen Bei gesundheitlichen Auffälligkeiten Bei Leistungsveränderungen Bei Konflikten Eigene Coachingthemen Führungskräfteseminare: Gesundheitsgespräche und Prävention Umgang mit psychischen Erkrankungen 7

8 Gute Voraussetzungen für Mitarbeiter/Sozialberatung Studium Soziale Arbeit oder Psychologie Umfassende Zusatzausbildung in einer Therapiemethode Schweigepflicht der Berufsgruppen nach 203 StGB Organisatorische Einordnung als Stabsstelle bei der Behörden- oder Unternehmensleitung Betriebliche/ Behördliche Erfahrung Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung, möglichst in einem verwandten Bereich (Beratung, Konfliktmoderation, Suchtarbeit) Verschwiegenes Büro Möglichkeit der Supervision 8

9 Beispiel 2: Ein Mitarbeiter aus dem Fahrdienst Bus kommt zu Ihnen. Er hatte kürzlich einige schwierige Situationen am Arbeitsplatz und ist so aufgelöst, dass er sich vom Bus ablösen ließ und zu Ihnen kam. Folgende Vorkommnisse beschreibt der MA: Kinder seien wieder in der Lichtschranke rumgetobt, so dass sich die Türen nicht schließen ließen. Er brüllte die Kinder an und setzte sie alle nach draußen Er ist unruhig und auch zu Hause gibt es öfter Stress Er schläft schlecht, wacht öfter auf Was können Sie tun? 9

10 Beispiel 3 Ein Mitarbeiter wird zu Ihnen geschickt vom Vorgesetzten. Er gerät oft in Streit mit anderen Kollegen. Danach ist er dann erstmal nicht aufzufinden. Er kommt aus dem Fahrdienst. Dort hatte er erst Angst Tunnelstrecken zu befahren. Dann konnte er auch oberirdische Linien nicht mehr ohne Angst bedienen. Der Betriebsarzt hat ihn fahrdienstuntauglich geschrieben. Der Mitarbeiter beschreibt folgendes: Er regt sich oft über die Kollegen auf. Danach muss er weinen und weiß nicht weiter. Deswegen versteckt er sich im Keller. Seine Frau hat ihn angesprochen, weil er sich oft zurück zieht. Er hat ständig Angst seine Arbeit nicht zu schaffen und deswegen seinen Arbeitsplatz zu verlieren Was können Sie tun? 10

11 Was macht die Mitarbeiterberatung? Krisenberatung AK Gesundheit Führungskräfteseminare Teamentwicklung Konfliktmoderation Begleitung Gruppenarbeit BEM Gespräche, Teilnahme Projekt psychische Belastungen Netzwerke schaffen Vermittlung von Kinder- und Pflegebetreuung Mitarbeiterberatung Reintegration nach längerer psychischer Erkrankung Vermittlung Psychotherapie und Reha Deeskalationstraining Gefährdungsbeurteilung psychische Belastungen Beratung nach schweren Unfällen 11

12 Ebenen der Prävention Primärprävention: Verhinderung von Risikofaktoren, setzt vor dem Ausbruch einer Erkrankung/Auffälligkeit ein. Sekundärprävention: Früherkennung und daraus abgeleitetes Handeln. Tertiärprävention: Behandlung von Erkrankungen 12

13 Präventionsebenen Primärprävention Teamentwicklung Begleitung Gruppenarbeit Netzwerke schaffen Deeskalationstraining Vermittlung von Kinderbetreuung und Pflegeaufgaben Sekundärprävention Führungskräfteseminare AK Gesundheit Gefährdungsbeurteilung Projekt Psychische Belastungen Tertiärprävention Vermittlung Psychotherapie BEM Verfahren Konfliktmoderation Beratung nach schweren Unfällen Reintegration nach längerer Erkrankung Vermittlung von Rehabilitationsmaßnahmen 13

14 Beispiel Arbeitsgruppe zu psychischen Belastungen Teilnehmer: Betriebsarzt Betriebsrat Fachkraft für Arbeitssicherheit BEM Beauftragte Mitarbeiterberatung Mitarbeiter/in Betrieb (Stadtbahn/Bus) 14

15 Beispiel Arbeitsgruppe zu psychischen Belastungen Überarbeitung der Projektleitfäden, breite Diskussion im Unternehmen Regelmäßige Deeskalationstrainings Jährlich Angebote zur Stressprävention Vermittlung von Psychotherapie, Vertrag mit einem Anbieter Überarbeitung des Stufenplans Sucht Individualcoaching für Fach- und Führungskräfte Führungskräfteseminar zum Umgang und Erkennen von psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz FK Seminar Gesund führen Verfahren Unfallnachbetreuung auf den Prüfstand Ideensammlung zur Förderung des sozialen Zusammenhalts Bildung einer Organisationseinheit zur Begleitung von Veränderungsprozessen BEM professionalisieren Innenstadtlinien teilen (Busverkehr) 15

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