Stelen und Stille. Seite 2. Einweihung des Schulanbaus. CBG hilft der dritten Welt. Projekttage am Carl Bechstein Gymnasium.

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1 I N H A L T Einweihung des Schulanbaus Seite 2 CBG hilft der dritten Welt Seite 3 Projekttage am Carl Bechstein Gymnasium Seite 4 Schüleraustausch Seite 5 Thema: 8. Mai 1945 Seite 6-7 Prüfungen Klasse 10 Seite Stelen und ein unterirdischer Ort der Information erinnern an das entsetzlichste Verbrechen Nazi-Deutschlands (Bundestagspräsident Thierse) Foto : Winkler Das Porträt Ulrike Thüring Seite 9 Stelen und Stille Im Juni 1999 fasste der Deutsche Bundestag den Beschluss, ein Denkmal für die ermordeten Juden Europas im Zentrum Berlins zu errichten. Die Publizistin Lea Rosh hatte das Vorhaben schon 1988 angeregt und damit einen höchst kontroversen Diskussionsprozess ausgelöst. Auch der Entwurf des Mahnmals durch den New Yorker Architekten Peter Eisenman blieb bis zuletzt umstritten. Im April 2003 begann schließlich der Bau des Quadratmeter großen und 27,6 Millionen Euro teuren Mahnmals. 60 Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur, am 10. Mai 2005, wurde das Mahnmal feierlich eröffnet. Auch die Stadt Erkner und unser Gymnasium begingen in Gedenkstunden und Projekten den 60. Jahrestag des Ende des 2. Weltkrieges und der Befreiung vom Nationalsozialismus. Davon berichten wir in dieser Ausgabe, wie auch von Hilfsaktionen und Kinderpatenschaften unserer Schule sowie von den Kontakten zu unseren europäischen Schulpartnern. Und schließlich soll in der Rubrik Das Porträt zukünftig ein Schüler oder eine Schülerin vorgestellt werden... Redaktion Abiturprüfungen Seite 10 Was sonst noch geschah Seite 11

2 2 Ausgabe Partytime 19. März, 18 Uhr: Oh Mann... hoffentlich kommen wir da rein!, jammert meine Freundin. Aber das ist auch verständlich, denn wir wollen unbedingt sehen, wie die ehemaligen Abiturienten sich wieder sehen und die Aula durch den hohen Stimmungsfaktor bebt. Doch da diese Party für die Sekundarstufe II ist, kommen wir nur herein, wenn noch ein paar Plätze frei sind. Aber bis wir das erfahren, müssen wir noch über eine Stunde warten. Doch wir haben Glück: Vorbei an den etwas gestresst aussehenden Lehrern schleichen wir uns zielstrebig in die Aula. Dort geht es schon heiß her, da die Schulband in den Proben steckt. Endlich ist es soweit, Uhr. Zeit, die Gäste hereinzulassen. Es dauert auch nicht lange und der Raum ist von Menschen und Geräuschen gefüllt. Die Scheinwerfer beginnen zu leuchten und die Band eröffnet, nach der charmanten Ansage der Moderatoren Lennart Heuckendorf und Sarah Schümann, das Spektakel mit dem ersten Song: You can leave your head on. Das Publikum ist von Anfang an begeistert und so mancher bewegt sich zum schwungvollen Rhythmus mit. Zu den folgenden Tanz- und Gesangseinlagen gehören beispielsweise Jazzdance sowie die Interpretationen zweier Blues Brothers - Songs und Eigenkompositionen ehemaliger Abiturienten. Darüber hinaus stellen Schüler des DSP Kurses 11 pantomimische Variationen zum Thema: Gegeneinander, Miteinander, Nebeneinander vor. Ich glaube niemand versteht, um was es darin geht, trotzdem ist das eines unserer persönlichen Highlights dieses Abends. Es ist ziemlich amüsant und kurz darauf erfolgt auch schon der Jubel. Es ist einfach alles perfekt. Die Musik, das Licht, die fröhlichen Menschen... einfach eine tolle Atmosphäre, die für einen unvergesslichen Abend sorgt. Christina Wundschock, WP 9 Pantomimisches Foto: S. Schulze Festliche Einweihung des Schulanbaus Die Vorbereitungen laufen: Lennart Heuckendorf, Sarah Schühmann, Susanne Liebsch, Saskia Oswald bei den letzten Absprachen vor dem großen Auftritt Foto: Steffen Zmmermann Nach 13 Monaten Baulärm, Stress, genervten Schülern und Lehrern war es endlich soweit: Am 19. März 2005 wurden die Aula und vier Fachräume unseres Gymnasiums feierlich eingeweiht. An dem aufwändig gestalteten Festprogramm nahmen SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern sowie viele geladene Gäste der Region teil. Der Schulleiter Rüdiger Konertz, der anwesende Bildungsminister des Landes Brandenburg, Volker Rupprecht, der Landrat Manfred Zalenga sowie die für den Bau verantwortliche Architektin Marlis Kramski reflektierten in ihren Reden noch einmal Werdegang und Bedeutung des Bauvorhabens. Frau Beißer, Mitglied der Elternvertretung, sprach die sich verändernden Lern- und Lehrbedingungen in Erkners Schulen an. Musikalische Beiträge der Bläsergruppe (Leitung Musiklehrer Settili) steigerten die festliche Atmosphäre. Wer nur zurückschaut, sieht nicht, was auf ihn zukommt; Fragen nach der Zukunft müssen gestellt werden: Wie hat sich die Schulpolitik entwickelt - wohin fährt der Zug? Wer stellt die Weichen? Wir sagen, wir sind bereit weiterhin Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 zum Abitur zu führen. Die hohe Nachfrage der Elternhäuser bestätigt uns in unserem Angebot. Gelingt es ein eher strukturkonservatives Gebilde wie ein Gymnasium mit den sich fortentwickelnden reformorientierten Bildungszielen der Jetztzeit in eine fruchtbare Verbindung zu bringen? Schaffen wir im Kollegium den Sprung zu einer möglichst individuellen Förderung der Schüler? Gelingt ihre professionelle Hinführung zu eigenverantwortlichem und selbst gesteuertem Tun? Erkennen wir in dem Umstand, dass es nicht so ganz einfach ist, bei uns gute Noten zu bekommen, die Gefahr, dies für ein Qualitätssiegel guten Unterrichts zu halten? Ist die in Aussicht gestellte und von uns sehr befürwortete neue Selbstständigkeit von Schule der Silberstreif gesellschaftlicher, bildungspolitischer Entwicklung Elisabeth Brandt (Jahrgang 9) und The Vinh Weiske (Jahrgang 7) beeindruckten das Publikum am Klavier mit Beethoven- und Bachinterpretationen. Auch Tanja Mende und Susanne Liebsch (beide Jahrgang 12) überzeugten trotz spürbarer Nervosität. Der optisch und akustisch wirkungsvoll auftretende Schulchor entließ zum krönenden Abschluss mit dem Titel O Happy Day das Publikum in ein neues Kapitel unserer Schulgeschichte. In zwei weiteren Veranstaltungen am Nachmittag und am Abend feierten SchülerInnen und LehrerInnen unseres Gymnasiums dann gemeinsam den Abschluss des Baus, unter anderem wurden auch die Ergebnisse der vorangegangenen Projektwoche der Öffentlichkeit vorgestellt. Janet Ritzmann, Katja Großmann, WP 10 Fragen zur Zukunft unserer Schule Aus der Rede des Schulleiters Rüdiger Konertz anlässlich der Einweihung des Anbaus eine Schule des 21. Jahrhunderts - oder wird aus langjährigen Defiziten der Bildungsplanung eine marktgerechte Tugend gemacht, bei der alle Übergeordneten ihre Last behutsam, aber einseitig auf die Schultern der Reformwilligen legen? Ist der Schulbetrieb, so wie jetzt organisiert, ein Auslaufmodell? Auch für unsere Schule müssen diese Fragen gestellt und beantwortet werden. Erfolg hat auf Dauer nur, wer die Zufriedenheit der Menschen um sich herum im Auge hat. Weniges wird auf Dauer bleiben, was nicht kritischer Überprüfung standhält. Die Stimmen der Sirenen singen auch sanft in den Schulen: Klappt alles prima nicht daran rühren! Wissenschaftlicher betrachtet kann man von dem Null-Szenario ausgehen, das die Frage stellt: Was geschieht, wenn nichts geschieht? Die Antwort ist einfach, logisch und bekannt:: Nichts bleibt stehen, bleibt wie es ist. Es wirken auf den Bildungsauftrag der Schule viele Einflüsse, denen sie sich zu stellen hat. Wichtigstes Kriterium für die Schulentwicklung war und ist die Sicherung guten Unterrichts, der zu qualifizierten, individuellen Abschlüssen unserer jungen Menschen führt.

3 Genezarthkirche Erkner CBG hilft der dritten Welt Die Welle, die in Süd-Ostasien ganze Landstriche von der Karte verschwinden ließ, bewegte die Welt. So auch unsere Schule. Gleich nach den ersten Meldungen über die Flutkatastrophe kam Herrn Falk, einem Musiklehrer des Gymnasiums, die Idee für ein Benefizkonzert. Und er schaffte tatsächlich, dass sich am um Uhr rund 600 Menschen in der Genezareth-Kirche in Erkner versammelten, um für die Flutopfer zu spenden. Die Organisation des Konzertes war zwar spontan, das Programm jedoch sehr gelungen. Die Eröffnung des Abends erfolgte durch die Pfarrerin C.Heilmann, danach hielt Herr Konertz eine kurze Ansprache. Es wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten, mit musikalischen Beiträgen von Solisten, unserem Schulchor, der Lehrerband und Musikstücken aus Klassik und Rock. Schüler des Grundkurses Geschichte verlasen bewegende Aussagen von Betroffenen der Flutkatastrophe und Helfern. Eine Textcollage von Susan Sonntag, vorgetragen von dem Geschichtskurs der Klasse 12, beschäftigte sich mit der Frage, ob die Medien uns wirklich die Schrecken der Katastrophe nahe bringen können. Jörg Vogelsänger, Mitglied des Bundestages, und Anna Prinz, Mitarbeiterin im Auswärtigen Amt, lobten in Ansprachen das Engagement der Schüler und waren sehr beeindruckt von dem Programm und der Darbie- Ausgabe Benefizkonzerte des Carl Bechstein Gymnasiums in der Genezarethkirche Erkner, der Schlosskirche Schöneiche und im Auswärtigen Amt Berlin helfen den Opfern der Flutkatastrophe Juliane Bauer (Jg. 11) sang für die Flutopfer tung. Der Abend war ein voller Erfolg und es kamen fast 6600 zusammen. Da das Programm so gut bei allen Besuchern ankam, wiederholten die Schüler und Lehrer die Darbietung noch einmal im Auswärtigen Amt in Berlin und in der Schloßkirche Schöneiche. Auch dort erhielten sie große Anerkennung. Der zusammengekommene Erlös ging über die Diakonie Katastrophenhilfe in die Stadt Machilipatnam in dem indischen Bundesstaat Andhra Pradeh. Schulleiter Konertz und Pastorin Heilmann denken nun über eine langfristige Zusammenarbeit mit der Organisation Brot für die Welt nach. Anica Schmidt, Laura Schulz WP 9 Liberius aus Tansania Bei einem abendlichen Ausflug ins Internet stieß Jana Großmann, Schülerin der 8c, auf eine Website, die sie sofort ansprach: Wir übernehmen eine Patenschaft. Es entstand die Idee für das Projekt Patenschaften in der dritten Welt. LER - Lehrerin Monika Günther erfuhr davon, war von der Initiative beeindruckt und wurde Betreuerin einer 10 köpfigen Gruppe mit SchülerInnen aus der Klasse 8c. Während der Projektage dokumentierten sie die Tätigkeiten verschiedener Hilfsorganisationen, wie World Vision und SOS-Kinderdorf. Kontakte zu diesen Organisationen entstanden mit dem Ziel eine Einzelkindpatenschaft übernehmen zu können. Und sie kam zustande. Kürzlich erhielt Jana Post aus Tansania, einem der ärmsten Entwicklungsländer der Erde: Mein Name ist Liberius. Ich bin am 29.Mai 1999 geboren und lebe in einer fünfköpfigen Familie. Ich lebe mit meinen Eltern Valentine (34) und Adeline (31) zusammen. Ich habe keine Brüder, aber drei Schwestern. Sie heißen Luminatha (7), Verdiana(4) und Adriana(1). Wir haben eine eigene Farm. Meine Eltern bauen Mais, Bananen, Süßkartoffeln, Kaffee und Erdnüsse an. Den Kaffee verkaufen wir. Für unser tägliches Essen kochen wir die Bananen und mischen sie mit Bohnen. Wir haben keine Tiere auf unserer 1/2 Ar großen Farm. Unser Haus hat ein Metalldach. Unser Wasser bekommen wir aus einem Brunnen in unserem Dorf. Von Arusha in Kagera, der Stadt im Word Vision Projekt, sind es bis zum nächsten Krankenhaus 942 Kilometer. Dein Freund Liberius. PS:Beim Schreiben assistierte der Projektmitarbeiter. Jana spendet jeden Monat einen Euro,auch die anderen in der Klasse. Zum Geburtstag von Liberius soll ein Paket mit Spielzeug verschickt werden.und natürlich wollen alle bald Liberius besuchen. Nadine Abu Al-Rub 3 Konstantin Otto und Felix Lieschke zusammen mit dem Schlagzeuger David Ananea von der BlueManGroup Fotos: Christin Vogelsänger

4 4 Ausgabe Zeit für Gedichte Ob wir es mit den Rezitatoren der Zukunft zu tun hatten, ist fragwürdig, dass es sich um die besten unserer Schule handelt, zweifelsohne nicht. Am dieses Jahres bot der Saal im Gerhart-Hauptmann-Museum wieder den würdigen Rahmen für die besten Rezitatoren der Schule. Zum Endausscheid der Klassen versammelten sich rund um die 22 Teilnehmer noch viele Zuschauer, sodass der kleine Raum regelrecht zum Gruppenkuscheln einlud. Die Teilnehmer, die bis ans Ende gelangten, überzeugten mit ihren Darbietungen so, dass es der Jury sicher nicht leicht fiel, sich zu entscheiden. Aber wie es so schön heißt: - Nur einer kann der Sieger sein- und demnach wurden diese nach einer kurzen Pause, die von Elizabeth Brandt mit ausgewählten Klavierstücken überbrückt wurde, der Presse verkündet. Die Gewinner dieses Rezi-jahres sind: In der Jahrgangsstufe 5-6 Thomas Pfeffermann (1. Platz) Tom Bähr (2. Platz) in der Jahrgangsstufe 7-8: Janine Bramowski (1. Platz) Laura Schorcht (2. Platz) Felix Günther (3. Platz); in der Jahrgangsstufe 9 und 10: Jette Beißer (1. Platz), Magdalena Raskopf (2. Platz) Janine Deutsch auf Platz 3. Außerhalb der Wertung und trotzdem- oder gerade deswegen- überzeugender als manch anderer trat Ingmar Fehrle mit Michail Sostschenkos Klassiker Die Kuh im Propeller auf. Das sind also die Gewinner 2004, bis wir die 2005er bekannt geben können, vergeht noch ein Weilchen. Wenn ihr nicht wisst, wie ihr die Zeit bis dahin überbrücken sollt, könnt ihr selbst ein paar Gedichte auswendig lernen. Vielleicht gehört ihr dann nächstes Jahr auch zu den glücklichen Gewinnern. Adina Berns Besser spät als nie Projekttage am Carl Bechstein Gymnasium Janet, Michel, Julia und Denise feilen an ihren Texten über die Projekttage. Eigentlich sollte der Anbau schon im Oktober eingeweiht werden, eigentlich sollten die Projekttage v. a. diesem Ereignis gewidmet sein und die kurze, aber bewegte Geschichte unseres Gymnasiums in möglichst vielen Facetten beleuchten...natürlich kam alles etwas anders: Der Tag der Einweihung wurde auf den 19. März verschoben, die drei unterrichtsfreien Tage davor waren nötig, um die drei verschiedenen Programme vorzubereiten. Aber nicht nur das- viele Lehrer und Schüler nutzten die Gelegenheit um endlich einmal etwas zu tun, was im Schulalltag normalerweise auf der Strecke bleibt, aber meist lehrreicher als manche Unterrichtsstunde ist. Was das sein kann? Geometrie ohne Zirkel, Stift und Anspitzer: Konstruiere die Mittelsenkrechte des Dreiecks ABC! Bei welchem Schüler löst diese Aufgabe nicht Vorfreude aus? Mit Bleistift und Zirkel wird die Aufgabe meist unmotiviert und unsauber gelöst. Dabei besitzen wir in unserer Schule das Programm DYNA GEO, das speziell zum Lösen solcher geometrischen Aufgaben programmiert wurde. DYNA GEO bietet im Gegensatz zur alten Stift - Zettel - Methode den Vorteil der Flexibilität, die den Schülern Zusammenhänge und Veränderungen besser verdeutlicht. Die Zeichnungen sind nicht unveränderbar, sondern können beliebig variieren. Mit Hilfe des Programms lösten und entwickelten die Schüler des Projektes verschiedene Aufgaben, natürlich motivierter als gewöhnlich. Spurlos durch das CBG: Der Wunsch vieler Schüler: Durch einen Klick von Raum zu Raum. Dies verwirklichte das Projekt von Herrn Koschwitz, bei dem die Schüler einen virtuellen Rundgang entwickelten, der durch das Haus II und das Gelände führt. Dabei verwendeten sie Fotos der Schule, verknüpften sie auf dem PC und stellten sie auf einer CD zusammen. Foto: Redaktion In 80 Minuten durch Erkner: Ein Großteil der Schüler ist immer noch in dem Glauben, dass Erkner nur aus der Hauptstraße besteht, in Wirklichkeit jedoch gibt es dort noch sehr viel mehr interessante Plätze zu entdecken. So kann man z.b. mit nur 10 Minuten Fußweg vom Gymnasium aus nach Neuseeland gelangen. Von dort aus ist es dann auch nur noch ein Katzensprung nach Klein-Afrika. Das Projekt Stadtrallye entwickelte für die englischen Austauschschüler, die im August unsere Schule besuchen werden, verschiedene Aufgaben, mit deren Hilfe sie unsere Stadt erkunden werden. Diese kehren dann hoffentlich mit dem Gefühl, Erkner sei mehr als nur eine Nachbarstadt von Berlin, nach England zurück. Was ist eigentlich Onomastik: Mit diesen Fragen beschäftigten sich einige Schüler in der Projektgruppe von Herrn Löhn. Ihr Ziel war es, herauszufinden, welche Auffälligkeiten bei Namensgebungen zu erkennen sind. Dabei gingen sie auf die Herkunft und auf die Häufigkeit der Vornamen aus allen Klassenstufen ein. Sie erfassten diese Daten und werteten sie während der drei Projekttage gemeinsam aus. Die häufigsten Namen wurden dann in Hitlisten und auf Schautafeln präsentiert. So konnte jeder Schüler seinen Namen auch wieder finden. In anderen Räumen wurde Jazz oder Salsa getanzt, ein selbst geschriebenes französisches Theaterstück eingeübt oder an der Homepage gearbeitet, es wurden Bücher gewälzt und dann Scheren, Stifte und Klebstoff verzweifelt gesucht, um an Schaubildern für den Physik- und Biologieunterricht zu arbeiten und und und. Aber alle haben es geschafft: die Ergebnisse aus den Projekten konnten bereits am Sonnabend den Besuchern präsentiert werden. Projektgruppe Schulzeitung

5 Ausgabe Je ne regrette rien Französische Schüler zu Besuch in Erkner Mit vielen Tränen und großen Versprechungen endete am 19.März der diesjährige Schüleraustausch zwischen dem Lycée Boulogne sur Mer und unserem Gymnasium. Auch wenn ich mir diesen Abschied eine Woche zuvor nicht hätte vorstellen können. Die ersten Blicke waren zaghaft, die Gespräche verlegen, die Verständigung eher stockend. Obwohl schon vorher ein Kontakt über geschaffen wurde, war es anfangs schwer für beide Seiten. Viele Gewohnheiten des anderen wurden mit Skepsis beobachtet. Aber eine Woche Zusammenwohnen und das morgendliche Rennen um den Badezimmerplatz schweißen zusammen. Und in dieser einen Woche in Berlin haben wir viel gesehen und erlebt. Dazu gehörte der Besuch des Fernsehturms, des jüdischen Museums und anderer Berliner Sehenswürdigkeiten, die teilweise nicht einmal alle deutschen Schüler kannten. Zu der Frage nach dem Höhepunkt dieser Woche gab es geteilte Meinungen. Die einen waren vom Besuch im IMAX begeistert, die anderen fanden das Durchstöbern der Geschäfte am besten. Der Abschluss war ein Stadtrundgang in Erkner, den die deutschen Schüler ausgearbeitet hatten. Jedoch stand nicht nur Sightseeing auf dem Programm. Die französischen Schüler besuchten auch mit uns den Unterricht und machten eine Stadtrallye durch Erkner. Die Abende verbrachten wir meist in kleineren Gruppen gemeinsam. Nur am Freitagabend stellten uns Frau Meier und Frau Jannsen einen Raum zu Verfügung, in dem wir zum einem die Sieger der Stadtrallye kürten und zum anderen die ganze Woche noch einmal Revue passieren ließen. An dem darauffolgenden Samstag ging es dann gemeinsam zur Aulaeröffnung und zu den Projektpräsentationen, bevor am Abend die französischen Schüler verabschiedet wurden. Fazit: Schüleraustausch ist anstrengend und ermüdend aber trotzdem unbedingt zu empfehlen. Auch wenn die Unterschiede zwischen den Nationen größer sind, als man denkt, war der Austausch, wenigstens hierzulande, ein großer Erfolg. Johanna Ziesing, WP10 Wiedersehen in England - der Gegenbesuch nach Cheltenham Im April war es endlich soweit: Das lang ersehnte Wiedersehen mit unseren Freunden aus der St. Edward s School in Cheltenham war gekommen. Neben den fünf Schülern, die schon im Oktober Gäste aus England aufgenommen hatten, konnten vier weitere Schüler für die Fahrt nach England begeistert werden. So kamen wir am Sonntagnachmittag in der Schule an (vom Flughafen in Bristol wurden wir mit dem Schulbus abgeholt) und wurden von den Gastfamilien herzlich empfangen. Erster Programmpunkt am Frühabend war - very British - Tee. Am Montag hieß es früh aufstehen, denn es ging zu einem ersten Höhepunkt: London. Leider hatten wir dort nur wenig Zeit, aber durch Ablaufen der touristischen Attraktionen gewannen wir einen großartigen Eindruck von Britanniens Hauptstadt. Am Nachmittag des zweiten Tages begaben sich alle gemeinsam auf einen Stadtbummel durch Cheltenham. Diese Stadt erlangte seinerzeit durch ihre heilende Quelle (deren Wasser im Grunde ungenießbar sein soll) Berühmtheit und erfreute sich im frühen 19. Jahrhundert der jährlichen Besuche Seiner Königlichen Hoheit Georges IV. himself. Heute ist die Stadt wegen ihrer Regency-Bauten aus jener Zeit und ihrer Einkaufsmeilen landesweit bekannt. Die deutschen Besucher waren offenbar die Einzigen, die dem Schulbesuch am Mittwoch nicht ablehnend gegenüber standen. Nach der allmorgendlichen Registrierung im Klassenraum ging es zur Assembly. Hier wurde das letzte Schuljahresdrittel eröffnet. Einer katholischen Privatschule entsprechend standen außerdem Gebete und das Gedenken an den in den Ferien verstorbenen Papst auf dem Programm. Die Veranstaltung wurde mit einer Bannpredigt gegen den Kaugummi, in der dieser als awful substance verteufelt wurde, abgerundet. Hiernach trennten sich die Wege und man ging zum Unterricht des jeweiligen Austauschpartners. Hier erlebten wir zum Teil Überraschendes: Nicht selten ergingen sich die Lehrer in auf Doppelstunden ausgedehnten Monologen, natürlich ohne Pausen. Die Schuluniform erfüllte ihren Zweck nicht wirklich- vor der Versammlung achtete man noch penibel auf ordentlich sitzende Krawatten und Hemdsärmel, doch spätestens nach der zweiten Stunde wurde die Kleiderordnung stark gelockert, um nicht zu sagen aufgehoben. Der Tag endete um Uhr mit einer erneuten Anwesenheitskontrolle. Der Donnerstag Vormittag war ebenfalls der Schule gewidmet, am Nachmittag stand Shopping mit Frau Dr. Lembeck auf dem Programm. Im Schweinsgalopp ging es in die Stadt und nach einer Stunde genauso schnell wieder zurück, damit wir pünktlich zum Unterrichtsschluss kamen und uns wieder mit den Austauschpartnern treffen konnten. Diese mussten am Freitag alleine zur Schule, die Erkneraner gingen auf Exkursion nach Cirencester, das zu römischer Zeit die zweitgrößte Siedlung Britanniens war, und besichtigten dort das Stadtmuseum. Zum krönenden Abschluss fand am Abend in der Assembly Hall ein Jazzkonzert von Schülern der Schule und einer Bigband von außerhalb statt. Am nächsten Morgen musste die bittere Pille geschluckt werden, der Abschied stand an und kein Auge blieb trocken. Der Silberstreif: mindestens fünf Schülerinnen und Schüler aus St. Edward s werden im August nach Erkner kommen, der Kontakt zwischen denen, die nicht weiter am Austausch teilnehmen, bleibt bestehen und hoffentlich wird besonders auf englischer Seite für den Austausch geworben, damit diese hervorragende Idee nicht zu einer Eintagsfliege verkommt. David Löser, Jg. 11 Schüleraustausch Deutschland - Russland Zuerst hatte ich einige Bedenken, wie ich mit Alexej, meinem Gast aus Russland, zurecht kommen würde. Schließlich hatte ich mit meinem Russen noch nie ein Wort gewechselt. Doch glücklicherweise haben die russischen Schüler schon seit der 2. Klasse Deutschunterricht, sodass sie alle recht gut der deutschen Sprache mächtig sind, die einen mehr, die andern weniger. Alexej war eher einer der Letzteren. Er verstand mich zwar gut, hatte aber schon seine Schwierigkeiten sich auszudrücken. Doch wofür gibt es den Langenscheidt? Mit anderen deutschen und russischen Schüler und natürlich mit Frau Urban und Frau Fehrman unternahmen wir unter anderem eine Stadtrundfahrt durch Berlin, waren im Friedrichstadtpalast und im IMAX. Der herausragendste Tag für mich war aber der Ausflug nach Wernigerode im Harz, wo wir eine Nacht über blieben. Schönes Fachwerk, tolle Einkaufsgassen und eine recht moderne Unterkunft machten die Fahrt zu einem erholsamen Ausflug. Allem in allem war es ein gelungener und lustiger Schüleraustausch. Matthias Busse, WP 10 Sieger des Fremdsprachenwettbewerbes am CBG Englisch: Hendrick Lucka (Kl. 5) Ann Paulin Reibke (Kl. 6) Jacob Albrecht (Kl. 7) Tilman Kohls (Kl. 8) Konstanze Glander (Kl. 9) Karin Bokelmann (Kl. 10) Russisch: Marie-Luise Reule (Kl. 7) Max Jakisch (Kl. 8) Jana Szperlinski (Kl. 9) Dustin Hoffmeister (Kl. 10) Latein: Julia Pützschel (Kl. 10) 5

6 6 Ausgabe Friede kostet Mut, Kriege kosten Leben 60 Jahre ist es her, dass mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands der zweite Weltkrieg und damit Unterdrückung, Terror und Angst durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft ein Ende fanden. Zum Jahrestag des 8.Mai 1945 erinnert man sich in Erkner und Umgebung an die Geschehnisse, die weiter in den Köpfen von Überlebenden existieren und immer wieder vor Augen geführt werden, um vor dem Schrecken eines Krieges zu warnen. Brandenburg und das Berliner Umland wurde wie kaum eine andere Landschaft verwüstet und von Blut getränkt. In den Seelower Höhen standen sich im Sinne der Berliner Operation die Fronten aus Soldaten, Panzern, Flugzeugen und Geschützen gegenüber um den Krieg zu beenden. Dabei kam es in Hitlers Größenwahnsinn zu einer Vernichtung unvorstellbaren Maßes: Todesopfer auf den Hügelketten der Seelower Höhen, tote Deutsche in der nachfolgenden Kesselschlacht um Halbe, 1007 zerstörte Häuser allein in Erkner. Noch heute werden in den Wäldern Erkners Kriegstote geborgen, Flüchtlinge, die zwischen die Fronten gerieten, Soldaten. Fotos: Heimatverein Erkner Gardeoberstleutnant Sanin wird 1945 die Gemeinde Erkner kampflos übergeben Mit dem 60. Jahrestag gedenkt man der Opfer und schafft auch bei späteren Generationen ein deutliches Bild des Krieges. Katja Großmann, WP 10 Thema: 8. Mai 1945 Tag der Bef Erkner am Ende des II. Weltkriegs Eines der zerstörten Häuser in der Friedrichstraße Erkner 8. März Amerikanische Bomber fliegen in den frühen Nachmittagsstunden an und legen das Zentrum der Stadt in einem 30 minütigen Bombardement in Schutt und Asche Sprengbomben und 3500 Brandbomben zerstören das Wohnviertel des Ortszentrums, öffentliche Einrichtungen, Geschäfte und Arztpraxen. Auch das Netz der kommunalen Versorgungseinrichtungen wird schwer beschädigt. Von ehemals 1333 Häusern sind 1007 restlos zerstört oder unbewohnbar. 300 Menschen finden bei der Bombardierung den Tod, darunter 15 Zwangsarbeiter, 34 Besucher und 7 der in Erkner stationierten Soldaten. Eigentliches Ziel des Angriffs sind die SKF-Kugellagerwerke in Erkner, die zum wichtigsten Kugellagerwerk der deutschen Rüstungsindustrie geworden waren. Tatsächlich aber werden die Lager nur von vereinzelten Bomben getroffen und somit wird die Produktion kaum beeinträchtigt. Im Frühjahr 1945 droht Erkner die vollständige Zerstö- Am Ende dieses Krieges gibt es nur Verlierer Aber: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. Mit diesen Versen von Bertolt Brecht klang der erste Teil der Gedenkveranstaltung aus, die am 3. Mai 2005 aus Anlass des 60. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges in der Aula des Carl Bechstein Gymnasiums stattfand. Unter der Leitung des Deutsch- und Geschichtslehrer Jörg Schulze war diese schon während der Projekttage im März vorbereitet worden, in denen eine Gruppe von 20 Schülern an der Auswahl von Texten, Originaltönen und Bildern arbeitete, die als Materialgrundlage für die szenische Lesung diente. Die Texte waren fast alle dem dritten Band Abgesang von Walter Kempowskis Echolot entnommen. Darin werden die letzten 18 Kriegstage aus sehr unterschiedlichen Perspektiven beschrieben: So lassen z. B. deutsche Feldpostbriefe, Erinnerungen amerikanischer Soldaten an die Befreiung des KZs Dachau, Notizen des Dichters Gerhart Hauptmann, Briefe russischer Soldaten an ihre Familien sowie Berichte und Dokumente aus den letz- rung. Nach dem Willen der Nationalsozialisten soll Erkner zu einem Bollwerk gegen die heranrückende Rote Armee werden. Panzersperren werden an Brücken und auf Chausseen aufgestellt; Hitlerjungen und Volksturmleute heben Schützengräben aus und müssen den Umgang mit der Panzerfaust üben. Doch dem Ansturm der Roten Armee können die hektisch aufgestellten Kampfgruppen, wie die Panzerdivision Müncheberg, nicht entgegentreten. Befehlschaos, fehlende Materialien und Munition machen den Widerstand zwecklos. Jedoch kann Erkner der totalen Vernichtung durch größere Kampfhandlungen dank der verantwortungsvollen Haltung des deutschen Kampfkommandanten, Hauptmann Adolf Baumert, entrinnen. Da er keine Aussichten auf einen Sieg sieht, fordert Baumert seine 6. Kompanie auf, keinen Widerstand gegen die sowjetischen Soldaten zu leisten. Außerdem ordnet er an, die Munition in einem Bunker unter Verschluss zu nehmen. Als am 21. April 1945 die Rote Armee eintrifft, leistet die Kompanie mit einer Stärke von 600 Mann keinen Widerstand. Nach der Besetzung Erkners setzt der sowjetische Ortskommandant Gardeoberstleutnant Sanin zuerst den Lehrer Paul Bork als Bürgermeister ein. Ihm folgt nach einem Nervenzusammenbruch Franz Dames, dessen Aktionsradius jedoch durch die Kommandanturbefehle und -forderungen eingeschränkt ist. Sanin besetzt weitere wichtige wichtige Posten. Unter anderem ernennt er Wilhelm Krägenau (KPD) zum stellvertretenden Bürgermeister, besetzt Posten wie die des Bürovorstehenden, des Obmanns für Industrie und Handel und benennt einen Gemeinde- und einen Stellvertreter für die Erkneraner Wohnbezirke. Matthias Busse, WP 10 ten Tagen der Reichskanzlei die Wirren und Schrecken dieser Zeit lebendig werden. Carolin Klippstein, Madleen Adamski (Klasse 12), Sabrina Bramowski, Daniel Schewe und David Löser (11. Klasse) verlasen die Montage von Augenzeugenberichten aus den letzten Kriegstagen, unterstützt wurden sie von den Technikern Ingmar Fehrle und Alexander Kuntze aus der 10 c, die durch Bild- und Originaltonmaterial den Vortrag anschaulich machten. Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde mit dem Film Die Brücke ein weiteres beeindruckendes Zeugnis vom Schrecken und der Sinnlosigkeit der erbitterten Kämpfe in den letzten Tagen des Krieges geliefert. Es ist bedauerlich, dass trotz der Tragweite und der historischen Bedeutung des 8. Mai 1945 für Deutschland und die Welt diese Gedenkveranstaltung von den Schülerinnen und Schülern unserer Schule nur wenig besucht wurde. Sabrina, David, Kl. 11

7 Mit dem Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Direktive ist untersagt: die Aufstellung von Straßen- oder Landschaftsschildern, die darauf abzielen, die nationalsozialistische Partei aufrechtzuerhalten. Am 13. Mai 1946 ordnet dies der Alliierte Kontrollrat in seiner Direktive Nr. 30 an. In den Städten und Gemeinden Deutschlands werden die Beschilderungen ausgewechselt, besonders in der sowjetischen Besatzungszone werden Frauen und Männer des Widerstands gewürdigt. Auch einige Straßennamen in Erkner sollen an Menschen erinnern, die sich dem Nationalsozialismus entgegen stellten. Sollen. Denn so ganz bewusst und wissend Ausgabe reiung vom Nationalsozialismus Entfernt von Menschlichkeit Auf den Spuren der Straßennamen Erkners Franziska Schneider, Carsten Dänschel, Sven Pohle und Tobias Prêt entwarfen Tafeln für Straßenbeschilderungen in Erkner Foto: Chr. Vogelsänger Einige von uns wären im KZ Sachsenhausen wohl lieber in die Sperrzone gerannt und erschossen worden, als das durchzustehen, wovon wir, die zehnten Klassen, auf unserer Exkursion erfahren haben errichtet, diente der Ort der Konzentration politischer Feinde, der Inhaftierung von Kriminellen, Roma, Sinti, polnischen Gelehrten aber auch der Ausbildung von SS-Leuten. Als eines der ersten KZ war es zugleich Prototyp für weitere Internierungslager. Direkt an der Stadt gelegen, hätten wir das KZ über den Bahnhof und einen Marsch durch die Stadt erreichen können, aber uns standen zwei Busse zur Verfügung und die drei 10.Klassen folgten erst ab dem Gelände der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen den Spuren der Gefangenen zwischen 1936 und Über eine öffentliche Straße erfolgte damals der Zugang.Wir erreichten nach dem Durchschreiten des Wachgebäudes Turm A zunächst den Appellplatz. Hier wurde an jedem Morgen und Abend die Anwesenheit der Inhaftierten geprüft. Bei jedem Wetter, unabhängig von Kälte, Schnee, Regen oder Hitze mussten auch Kranke und Schwache Aufstellung nehmen. Ein Betreuer des Museums erzählte uns, der längste Appell habe 18 Stunden gedauert, da 2 Insassen fehlten. Außerdem war Strafestehen für die Nichtarbeitsfähigen üblich. Viele brachen zusammen oder starben an Erfrierungen. Für dieses Vorgehen wurde der verantwortliche Kommandant Rudolf Höß sogar befördert. Mit den Berichten unseres Begleiters über Einzelschicksale und den Alltag der Gefangenen konnten wir uns selbst ein Bild von der Zwangsarbeit und den Misshandlungen gegen biologisch oder rassisch minderwertig erklärte Menschen machen. In einer originalen Unterkunftsbaracke erzählt eine Ausstellung mit Briefen und Biografien von Häftlingen, über deren Aufenthalt in Sachsenhausen, der für viele 1945 in den Todesmärschen endete. Als die Rote Armee die Oder erreichte, wurde die Räumung des Lagers befohlen und somit der Tod für wichtige politische Gefangene, Marschunfähige und zu Schwache besiegelt. Danach diente das Gelände, welches konzeptiert war um symbolisch Kontrolle und Macht auszudrücken, als sowjetisches Speziallager. Bis aus dem Lager später eine Gedenkstätte und ein Museum wurde, waren nochmals über Menschen inhaftiert, darunter hauptsächlich Funktionsträger der NSDAP Menschen starben an den physischen und psychischen Belastungen der Gefangenschaft. Heute erinnert das Museum mit wechselnden Ausstellungen an die Rassenideologie im Nationalsozialismus. Die zehnten Klassen fanden diese Exkursion allein schon aus dem Grund lohnenswert um Opfern zu gedenken und um dieses Stück mahnende Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Katja Großmann gehen wenige Erkneraner durch ihre Straßen, das zumindest ist die Erfahrung von vier SchülerInnen des Leistungskurses Geschichte, die sich innerhalb eines Projektes mit dem Thema auseinandersetzten. Ziel der Projektgruppe um Franziska Schneider (Jg.13): Kurzinformationen auf kleinen Zusatztafeln ergänzen die Straßenschilder. Die Stadt Erkner reagierte positiv auf den Vorschlag der AbiturientInnen und beschloss die Finanzierung dreier Tafeln (Wollankstraße, Walter-Smol ka-straße und KarlTietzStraße). Am 21. April 2005 war es soweit: Anlässlich einer Gedenkstunde im Rathaus Erkner zum 60. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges und der Befreiung vom Faschismus enthüllt der Bürgermeister zusammen mit Franziska die Tafeln. Nachtrag: Die Initiative unserer SchülerInnen löste einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus, auch die Verdienste des außenpolitischen Sprechers der SPD-Reichstagsfraktion, Rudolf Breitscheid, und des Kommunisten Ernst Thälmann auf Zusatzschildern zu würdigen. Janet und Katja Ausstellungen zum Thema Denkmal für die ermordeten Juden Europas Ort der Information, täglich von Uhr Berlin- Tiergarten Die Stunde Null - ÜberLeben 1945 Museum Europäischer Kulturen Staatliche Museen zu Berlin Arnimallee 25, Berlin - Dahlem 08.Mai Januar : Der Krieg und seine Folgen Kriegsende und Erinnerungspolitik in Deutschland Deutsches Historisches Museum Berlin Mitte,Unter den Linden 28. April August 2005, Triumph und Trauma Sowjetische Erinnerung an den Krieg Deutsch-Russisches Museum in Berlin-Karlshorst 05. Mai August Berlin 1945: der private Blick Fotografien amerikanischer, britischer und französischer Soldaten, Alliierten Museum Berlin-Zehlendorf 3. Mai - 4. September 2005 Nach dem Krieg und vor dem Frieden Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen Mai - Dezember 2005 Berliner Kindheit zwischen 1945 und 2005 Stiftung Stadtmuseum Berlin Ephraim-Palais 8. Mai - 31.Juli 2005

8 8 Ausgabe Ein Jahr im Ausland Ein letzter Blick zurück auf die Familie, die einen bisher immer begleitet hat, dann geht es in den Sicherheitsbereich des Flughafens, um das Flugzeug zu betreten und auf sich allein gestellt neue Erfahrungen zu sammeln. Jedes Jahr entscheidet sich ein kleiner Teil der Schüler für ein so genanntes highschool-year, in einem fremden Land. An den vordersten Stellen rangieren USA, Kanada, Australien und Neuseeland, aber auch China, Japan, Brasilien, Schweden und Norwegen gewinnen an Beliebtheit. In den meisten Fällen leben die Gastschüler in einer Familie und besuchen dann eine Highschool in der Umgebung, aber auch ein Aufenthalt in einem Internat ist möglich. Wer nicht ein ganzes Jahr im Ausland verbringen möchte, der kann sich auch für ein halbes Jahr oder mehrere Monate entscheiden. Natürlich ist diese Zeit kein ununterbrochenes Abenteuer, trotzdem erleben die Gastschüler vieles, was sie zu aufgeschlossenen, weltoffenen und vorurteilsfreien Menschen werden lässt. Wer sich für ein solches Auslandsjahr interessiert, sollte sich früh bewerben, da die Teilnehmerzahl für einige Länder stark begrenzt ist. Bevor man sich für eine Organisation entscheidet, sollten Informationen eingeholt werden, da der Erfolg für den Schüler zum Teil auch von der Kompetenz des Unternehmens abhängt. Möglichkeiten sich zu informieren sind die Broschüren, die in Haus 1 ausliegen und verschiedene Seiten im Internet, wie zum Beispiel Weiterhin gibt es verschiedene Bücher für angehende Austauschschüler (z.b. Handbuch Fernweh ). Zusätzlich veranstalten sowohl die Organisationen, als auch die Schule Info- Abende. Alles in allem ist so ein Auslandsjahr durchaus empfehlenswert und lohnt sich nicht nur um die Note in Englisch aufzubessern. Karin Bokelmann, WP 10 Grußwort der Realschule Johannes R. Becher Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Schülerinnen und Schüler, seit Bestehen der Realschule werden jährlich vier, manchmal fünf 10. Klassen aus dem Schulleben verabschiedet. Das sind seit 1992 etwa Schüler. Mindestens 20% von ihnen haben das Abitur gemacht, ein Teil von ihnen davon auch am Carl Bechstein Gymnasium. Beim Durchblättern der Sonderausgabe des Bechstein-Journals anlässlich der Aulaeinweihung hab ich so manchen Namen in der Auflistung der Abi-Jahrgänge wieder entdeckt. Der eine oder andere besucht uns ja noch und erzählt vom Leben an der Nachbarschule oder berichtet stolz, was aus ihm wurde. Nicht jeder, der den Schritt gewagt, ist auch da ange- kommen, wo er hinwollte. Und andere wiederum, bei deren Verkündung: Ich gehe zum Gymnasium nach Abschluss der Zehnten. - die Lehrer nur mit den Augen rollten, haben gezeigt, dass es geht, wenn man nur will. Was man wird, hängt von den Umständen, was man geworden ist, von einem selbst ab. An dem Sprichwort ist schon was dran. Auch zum Abitur 2005/2006 wechseln wieder Schüler von der Realschule zum Carl Bechstein Gymnasium. Ich wünsche den Kolleginnen und Kollegen ein angenehmes Arbeiten mit unseren Ehemaligen (Nehmen Sie sie ruhig ordentlich ran!) Meinen Schülern wünsche ich eine gute, erfolgreiche Zeit am Gymnasium, damit ich auch ihren Namen später einmal in den Abi-Listen finde. Siegrid Riedel, Schulleiterin der Realschule Johannes R. Becher Alles im Griff? Prüfungen in Klasse 10 Lorelotte Kliefert und Robin Rieck aus der 10d in der Matheprüfung Die 10. Klasse Prüfung!!! Bei diesem Gedanken steht vielen Schülern der 10. Klasse der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Seit dem Sommer 2003 nehmen alle SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10 an Prüfungen in mindestens 4 Fächern teil. Dabei werden die Fächer Mathematik und Deutsch schriftlich und zentral in Brandenburg geprüft. In einer, spätestens Ende der Jahrgangsstufe 7 begonnenen Fremdsprache, findet eine mündliche Gruppenprüfung statt. Eine weitere mündliche Prüfung wird in einem anderen, selbst gewählten Fach absolviert. Kurz vor dem Beginn der Prüfungszeit sah man vielen Zehntklässlern eine gewisse Unruhe, ja sogar Angst vor zu schwierigen Aufgaben an. Sprach man jedoch mit Schülern, die die Prüfung schon hinter sich hatten, nah- Foto: Redaktion men sie die ganze Sache schon etwas lockerer. Viele Schüler waren mit der Vorbereitung im Unterricht durchaus zufrieden. Moritz aus der 10c fand zum Beispiel die Aufgaben in Deutsch leicht, er hatte sie sich schwerer vorgestellt. Seine Wahl fiel auf den Produktiven Umgang mit Texten, was genauer bedeutet eine Geschichte unter Beachtung vorgegebener Kriterien umzuschreiben. Andere entschieden sich für die Erörterungsaufgabe - es galt sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob Reisen wirklich bildet - oder die Gedichtinterpretation bzw. die Analyse eines Sachtextes. Die Arbeitszeit betrug 160 Minuten, was für viele Schüler- Innen durchaus ausreichte, für andere hingegen eher knapp wurde. Sarah Bochenek, WP 9

9 Ausgabe DAS PORTRÄT Ulrike Thüring, Jahrgang 12 Tut mir leid, ich hab wirklich keine Zeit, solche Entschuldigungen hört man oft von Seiten der Schüler unseres Gymnasiums. Ob es an den Anforderungen der Schule oder an hausgemachten Beanspruchungen durch eigene Hobbies liegt, wollen wir hier nicht hinterfragen. Dass das bei Ulrike Thüring keine billige Ausrede ist, ist zweifelsohne klar. Ulrike ist seit der elften Klasse auf unserer Schule. Zuvor lernte sie auf der Realschule Erkner. Wieso sie nicht schon früher auf das Gymnasium gegangen ist? Sie wusste nicht genau, ob sie hier, wenn sie nach der Zehnten abgehen würde, einen richtigen Abschluss bekommen könnte. Ich hab es mir zuerst auch nicht wirklich zugetraut, sagt sie. Nach dem Schulwechsel musste sie sich auch erst eingewöhnen, neue Freunde suchen, Anschluss finden. Das typische Klischee, dass ein Gymnasium schwerer als eine Realschule sei, sieht sie schon ein wenig bestätigt: Die Tests waren schon ein bisschen schwerer und auch das Anforderungsniveau ist höher. Wer kommt, wer geht? Fast geschafft! Nach den anstrengenden schriftlichen Prüfungen mussten die SchülerInnen der 10. Klasse nur noch die mündlichen Prüfungen bewältigen. Mindestens genau so haben sich die Schüler der benachbarten Realschule angestrengt, denn 15 von ihnen werden nach Klasse 10 voraussichtlich unser Gymnasium besuchen. Aber auch aus Neu Zittau, Rüdersdorf und sogar Berlin bekommen wir Neuzugänge. Dieses Jahr wollen insgesamt etwa 55 SchülerInnen von ausserhalb, so viele wie noch nie, das Carl Bechstein Gymnasium besuchen. Nur wenige verlassen unsere Schule, circa 10 Schüler gehen ins Ausland und nur ca. 6 Schüler gehen aus anderen Gründen ab. Fotos: Jenny Sieboldt Ulrike hat ein großes Hobby. Klassisches Ballett. Drei Stunden in der Woche opfert sie für das Training in der Ballettschule Balancé in Erkner. Und das schon seit elfeinhalb Jahren. Ihre Ballettlehrerin, Sabine Schlösser, beschreibt sie als eine talentierte und aufmerksame Schülerin. Sie lernt Choreographien schnell und sehr präzise. Während dieser Zeit hat sie schon in vielen Aufführungen mitgewirkt. Bereits im ersten Stück Max und Moritz (1996) war sie dabei. Zuletzt tanzte sie eine bedeutende Rolle in dem Märchen Ronja, unsere Räubertochter. Sie findet trotzdem auch noch Zeit für Leichtathletik und Jazzdance. Manch anderem wäre das viel zu stressig. Aber sie nutzt das Training um sich abzulenken. Es macht den Kopf frei, meint sie. Bei so viel Leidenschaft für das Metier kann man sich denken, dass dieses Mädchen auch einen tänzerischen Beruf ergreifen will. Sie möchte Tanzpädagogin werden, am liebsten an der Palucca-Schule. Josephine Ohmann, Julia Panzer, WP 9 Nächstes Jahr werden wir so wohl seche elfte Klassen haben. Für die Neubewerber hat das Zeugnis der diesjährigen 10. Klasse einen entscheidenden Einfluss. Auch dann liegt vor den SchülerInnen noch ein hartes Stück Arbeit, denn nicht alle können ihren bisherigen Notendurchschnitt halten- die Anforderungsmaßstäbe sind auf dem Gymnasium doch ein ganzes Stück höher. Deshalb ist das erste Halbjahr der 11. Klasse für die Neuankömmlinge zur Eingewöhnung eine Art Probehalbjahr, indem sie sich an den neuen Arbeits- und Bewertungsmaßstab gewöhnen können. Dana Valentin, WP 9

10 10 Ausgabe Zentralabi, was ist das eigentlich?! Seit 2005 gibt es das Zentralabitur auch in Brandenburg, wie schon in neun anderen Bundesländern. Der Unterschied zum dezentralen Abitur liegt darin, dass nicht mehr die Schulen die Aufgaben stellen; nun gibt es landesweit einheitliche Aufgabenstellungen. Dadurch sollen die Leistungen der Abiturienten besser vergleichbar werden. In zehn von 16 Fächern (Deutsch, Englisch, Französisch, Geschichte, Geographie, Politische Bildung, Mathe, Physik, Biologie und Chemie) werden die gleichen Prüfungen geschrieben. Dabei absolviert man in seinen Leistungskursen je eine schriftliche Prüfung und in seinen Grundkursen eine mündliche und eine schriftliche Prüfung, wobei zu beachten ist, dass zwei der drei schriftlichen Abiturprüfungen in den Fächern Deutsch, Englisch oder Mathematik abgelegt werden müssen. Erstmalig steht den Abiturienten auch eine fünfte zusätzliche Prüfung zur Wahl. Bei dieser kann man sich zwischen einer mündlichen Prüfung zu einem selbst gewählten Schwerpunkt oder einer Facharbeit über ein persönlich ausgewähltes Thema entscheiden. Zunächst haben sich an unserer Schule 20 Schüler für diese fünfte Prüfungskomponente entschieden, letztendlich waren es aber nur sechs, die diese Möglichkeit genutzt haben. Gina und Luisa, WP 9 IMPRESSUM Beispielaufgabe aus dem Zentralabitur im Fach Deutsch Was wird im Abitur eigentlich genau verlangt? Als Beispiel wollen wir eine Aufgabe für den Grundkurs Deutsch vorstellen, die den Schülern zur Wahl stand, neben zwei weiteren Aufgaben, die sich auf literarische Texte aus verschiedenen Epochen bezogen. Die Redaktion Aufgabe: Analysieren Sie den Text Die deutsche Lebensmittelladenmusik von W. Kaminer. Bewerten Sie die Darstellung Kaminers im Kontext zeitgenössischer Sprachkritik. Wladimir Kaminer Die deutsche Lebensmittelladenmusik Mein Lieblingswort (2) Lob der Kombination Der Deutsche Sprachrat und das Goethe-Institut haben in einer internationalen Publikumsumfrage das liebste, schönste und kostbarste deutsche Wort gesucht.... In zehn Folgen, initiiert vom Kulturradio des RBB, schreiben hier nun deutsche Schriftsteller über ihre Wortwahl. Was heißt schon schön? Darüber werden sich einige Menschen nie einigen. Die einen sagen, Französisch sei als Sprache äußerst angenehm: Es höre wie eine Tonbandmassage an. Ich kenne aber auch einige, die Französisch nicht schön finden, sondern eher anstrengend. Die deutsche Sprache hat einen Vorteil, der unbestritten ist und keiner anderen Sprache so umfangreich gewährt wird: Deutsch ist lang und kann nach Belieben immer noch länger werden. Die Freiheit des Wortzusamensetzens steht zwar nicht im Grundgesetz, wird aber von allen Bevölkerungsgruppen oft und gerne in Anspruch genommen. Wie mit einem Legobaukasten mühelos aus einem Krokodil ein Flamingo gebaut werden kann, so lässt jedes deutsche Wort mit einem anderen Wort zusammenstecken, sogar mit einem ausländischen, da sind die deutschen Wörter total offen. Substantive lassen sich mit Adjektiven verknüpfen und umgekehrt, ebenso kann man neue Verben aus Substantiven ableiten und vice versa. Die Wortbildungen, die dabei entstehen, sind zwar nicht unbedingt im Duden zu finden, dafür aber werden sie sofort von allen verstanden. Der Nachteil ist: Als Ausländer lernt man diese Sprache nie aus. Der Vorteil: Man kann im Deutschen zur Not alles mit einem Wort sagen. Dazu noch mit einem selbst gebastelten die beste Taktik zur Überwindung von Kommunikationsschwierigkeiten. Übrigens ist jedes zweite Wort in meiner kleinen Sprachliebeserklärung nicht übersetzungsfähig. Im Russischen würde man für jedes dieser Wörter mindestens eine halbe Seite brauchen. Aber hier können sogar Kleinkinder mühelos Lernspielenzyklodädie aussprechen oder Freistellungsauftrag. Im Netz streiten sich die Internetnutzer oft darüber, was das längste deutsche Wort ist sie streiten erfolglos. Denn jedes Mal, wenn einer einen Vorschlag macht, setzt sofort ein anderer das Wort fort und so geht es immer weiter, bis das Wort nicht mehr ins Internet passt und aus dem Rechner herausfällt. Das heißt dann Computerwortausfall und basta. Als großer Freund der Knappheit nutze ich die zusammengeklappten Wörter als Überschriften für meine Geschichten: Die Lebensmittelladenmusik oder etwa Die Radioliebe. Auch Russendisko ist ein sehr deutsches Hybrid. Auf Russisch würde die Russendisko längst nicht so knackig klingen: Russkaja Diskoteka das mangelnde Angemutetsein schon programmiert. Oft lassen die langen Wörter Nichtigkeiten wichtig aussehen, und die Menschen, die sie benutzen, klingen redegewandt. Seit einiger Zeit stehe ich in einem Briefwechsel mit einem Berliner Bezirksamt. Als Adresse muss ich unter anderem das Wort Staatsangehörigkeitsangelegenheiten auf den Briefumschlag schreiben. Das ist momentan mein Lieblingswort. Es passt kaum auf die Briefumschlagsfreifläche, sieht total cool aus und hört sich sehr wichtig an. In Wirklichkeit geht es bei diesem ganzen Briefwechsel nur um eine einfache Einbürgerungsbescheinigungsausstellung also Kinderkram. Herausgeber: Carl Bechstein Gymnasium, Neu Zittauer Straße 1-2, Erkner Telefon Redaktion: Sabine Winkler, Astrid Zeiske Satz und Layout: Falk Flach, SLC-GmbH, Badstraße 2, Strausberg, Telefon Druck: SLC-GmbH Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für eingereichte Manuskripte und Fotos und behält sich das Recht der auszugsweisen und redigierten Wiedergabe vor. Veröffentlichungen müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Für das Design dieser Zeitung gelten die Bestimmungen der 2 und 31 UrhG in Verbindung mit den Werkvertragbestimmungen des BGB. Die Bestimmungen des UrhG gelten auch dann, wenn die nach 2 UrhG erforderliche Schöpfungshöhe nicht erreicht ist. Jede Nachahmung, auch von Teilen oder Details, ist unzulässig. Jede anderweitige oder weitergehende Nutzung von Text und Bild ist nur mit der ausdrücklichen Einwilligung der Redaktion gestattet. Auflage: 1300 Exemplare Ein bisschen Nachsicht ließ sie dann doch walten: Kathleen Becker führte als Richterin am letzten Schultag die Verhandlungen gegen einige Lehrer Foto: Sarah Bochenek

11 Ausgabe Chemiker aufgepasst Lampenfieber: Vincent Marzellier, Tom Bähr, Tobias Schuster, Nora Carstensen und Manon Weiske vor ihrer Aufführung Der Fischer und seine Frau Höre nicht auf deine dumme Frau! schallte es laut durch die vollbesetzte Aula. Unruhig steht der Chor der Leistungsprofilklasse 5 des Gymnasiums Erkner auf der Bühne. Die Zuschauer, Schüler aus der Erkneraner und Grünheider Grundschule, schauten gespannt auf die Szenerie. Die Jüngsten des CBG hatten unter Leitung von Herrn Stoye-Balk und Unterstützt von Frau Elsner und Frau Schulze ein Theaterstück der Extraklasse auf die Beine gestellt. Am war es dann endlich soweit, nach einer ca. zweimonatigen Vorbereitungszeit, in der Texte ge- Probelauf fürs Studium Foto: S. Schulze lernt, Kostüme und Bühnenbild gebastelt, aber auch viel gelacht wurde, hatten die SchülerInnen ihren großen Auftritt. Das bekannte Märchen Der Fischer und seine Frau handelt von einem treuen Fischer, seiner habgierigen Frau und einem Zauberfisch. Die Reaktion des Publikums war eindeutig: lautes Klatschen und fröhliche Gesichter. Am Abend fand noch eine zweite Aufführung für die Eltern der jungen Künstler statt. Gina, Luisa, Marie, WP 9 Endlich mehr Exkursionen und bessere Arbeitsmaterialien für unsere Schule. Das gehört unter anderem zu den Zielen des Kooperationsvertrags zwischen dem Freundeskreis Chemie Museum Erkner und dem Carl Bechstein Gymnasium Erkner. Weitere Punkte des Vertrages sind neue Vorträge und Projekttage zur Erweiterung der Chemiekenntnisse unserer Schüler. Im Gegenzug unterstützt die Schule die Projekte des Freundeskreises. Aber was verbirgt sich hinter dem Freundeskreis überhaupt? Bei dem Freundeskreis Chemie Museum Erkner handelt es sich um einen Verein, der unseren Jugendlichen die Chemiegeschichte Erkners näher bringen will. Aus diesem Grund führt der Verein Veranstaltungen durch, wie zum Beispiel die Riechakademie, welche Interessierte am 20. April in die Welt der Düfte einführte. Im Großen und Ganzen kann man gespannt sein, was uns dieser Vertrag in Zukunft bringen wird. Markus Dunkel, Maximilian Reinhold, WP 9 Gut in Form Was berührt uns das Massensterben der Flamingos? Und das hier in Erkner, wo es von Flamingos nicht gerade wimmelt. Diesen und anderen Problemen stellten sich die SchülerInnen der 12. und 13. Klassen Ende März am neu eingeführten Tag der Naturwissenschaften. Und wenn etwas neu ist, stellt sich die Frage, warum es eingeführt wurde und ob es wiederholt wird. Diese lässt sich auf der Stelle beantworten: Im September 2004 fertigten die Schüler der Klassenstufe 13 Facharbeiten an, in denen sie sich mit naturwissenschaftlichen Problemen auseinandersetzten. Ihnen sollte Gelegenheit gegen werden, die Forschungsergebnisse einem größeren Publikum vorzustellen. Die neue Aula bietet dafür endlich den geeigneten Rahmen. Um ein wenig studentische Atmosphäre in unserem Gymnasium zu schaffen wurden Fachkräfte aus Wissenschaft und Forschung eingeladen, die durch ihre Vorträge Einblick in die verschiedensten Probleme ihres Fachgebiets gaben. Und so kam es, dass die Zuhörer sich an den Amazonas versetzt sahen, denn ein Doktorrand des Leibniz-Institutes fand heraus, dass die Hauptnahrungsquelle der Flamingos, die Algen, mit der Chemikalie Phosphat vergiftet waren. Dieser Stoff zersetzt die Leber der Tiere und ist Ursache für deren massenhaften Tod. Nach der Pause, in der man die Möglichkeit hatte, die Schülerarbeiten aus den naturwissenschaftlichen Projekten näher zu begutachten, ging es mit den Schülervorträgen weiter: Felicitas Gruner sprach zum Beispiel über ihre Laborarbeit an Fischparasiten, Johanna Ohlrich und Arvid Telschow stellen ihre theoretischen Überlegung zur Klassifizierung der Farne vor und Sabrina Hahms beendete den ersten Block mit ihrem Vortrag über ein mathematisches Lösungsverfahren, Regula Falsi, mit dem man die Nullstellen von Funktionen näher bestimmen kann. Es folgten Schülervorträge in Informatik mit den Themen Schulbuchverwaltung, Datenerfassung und Auswertung von Sportwettkämpfen, in Chemie zu Fragen der chemischen Kampfstoffe und in Physik zum Licht als elektromagnetische Welle. Auch wenn noch nicht alles problemlos ablief, darf man auf ähnliche Veranstaltungen in den nächsten Jahren gespannt sein. Unter Mitarbeit von: Adina Berns, Ruben Kunert, Pascal Christiani, WP 9 Beim Jugend trainiert für Olympia Regionalfinale in der Leichtathletik trugen sowohl die Jungen als auch die Mädchen unserer Schule den Sieg davon (WK II, 15 und 16 Jahre). Sie sind damit für das Landesfinale, das am 16. Juni in Löwenberg stattfindet, qualifiziert. Bei den Fußballern hat es nicht ganz geklappt: sie wurden im Regionalfinale knapp von ihren Altersgefährten des Städtischen Gymnasiums Frankfurt geschlagen.

12 12 Ausgabe Theorie trifft Praxis: Sternfahrt 2005 bei Mercedes Mettchen Lernt man denn immer nur in der Schule? Diese Frage stellten sich wohl einige der zwölf Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 12, die sich für einen außerschulischen Auftrag anlässlich der Festveranstaltung von Mercedes Mettchen, der Sternfahrt 2005, meldeten. Da das Autohaus Mettchen sehr an einer Zusammenarbeit mit unserem Gymnasium interessiert ist, diese jedoch nicht ausschließlich auf Spenden und Werbeanzeigen beruhen soll, initiierten der Schulförderverein - vertreten durch Frau Dr. Lembeck, Herrn Mohr sowie dem Leiter des Autohauses Herrn Meißner - am 29. April bereits zum zweiten Mal den Einsatz von Schülern im Servicebereich ihrer Präsentationen. Im Rahmen der Sternfahrt - der Oldtimercorso führt dieses Jahr von Rostock, Leipzig und Dresden nach Magdeburg - fanden die Schüler ihren Tätigkeitsbereich sowohl bei der Begrüßung der Gäste, als auch bei der Parkplatzeinweisung der Teilnehmer und der Sicherung des VIP-Bereichs. Die Mitarbeiter wiesen uns freundlich und hilfsbereit in die jeweiligen Aufgaben ein, gaben uns dann jedoch die Möglichkeit diesen selbständig nachzukommen. Doch nicht nur die Verantwortung selbst, sondern insbesondere der Umgang mit Menschen bot interessante Praxiserfahrungen, die eine sinnvolle Ergänzung zum Schulalltag darstellte. Das Unternehmen war überdies sehr am Wohl der Schüler interessiert und zeigte sich nach ersten Einschätzungen recht zufrieden mit deren Arbeit. Die im letzten Jahr ins Leben gerufene Kooperation zwischen Schule und Unternehmen macht Hoffnungen auf eine weitere Vertiefung, wie z.b. mit angebotenen Praktikumsplätzen bzw. der Möglichkeit des Einblicks in bestimmte Berufsbilder. Damit stellt die Verbindung des CBG s und des Autohauses Mettchen nicht nur eine Bereicherung für den Schulförderverein und die Sekundarstufe II dar, sondern bietet auch jüngeren Schülern die Möglichkeit dem grauen Schulalltag zu entfliehen und in die große, weite Wirtschaftswelt zu schnuppern. Sabrina Hahm, Jg. 12 Ich bin jetzt erwachsen! Kann ich mich jetzt darüber freuen? Ein neuer Lebensabschnitt beginnt und meine Kindheit ist vorbei. Mit der neuen Freiheit kommt aber auch neue Verantwortung auf uns zu. Vieles, was früher die Eltern erledigten, muss man jetzt in die eigenen Hände nehmen. Das erste Geld ist noch nicht verdient, da soll man schon für sich selbst vorsorgen. Auch etwas auf die hohe Kante legen. So hatte man es sich aber nicht vorgestellt. Wie sollen die Träume erfüllt werden? Führerschein, Auto, Benzin, Kino, Freunde, Feten. Wie das eine machen, ohne das andere zu lassen. Hilfe bei der Lebensplanung gibt die SIGNAL IDUNA Gruppe. Welche Absicherung ist in der jetzigen Lebensphase die richtige? Berufsunfähigkeitsoder Erwerbsunfähigkeitsrente? Unfallversicherung oder Rentenversicherung? Was soll ich mit einer Lebensversicherung und ab wann braucht man eine Gut und sicher Wohnen! In Erkner umgeben von Wald und Seen. Mit der S-Bahn nach Berli n oder mit dem RE in 16 Minuten am Ostbahnhof. Wir vermieten (Kaltmiete ab 3,40 Euro pro m 2 Wohnfläche) Wohnungen verschiedener Größen und mit hohem Komfort! Sprechzeiten: Dienstag Uhr und Uhr Donnerstag Uhr Privathaftpflichtversicherung? Aber wann kaufe ich mir dann mein Auto und das muss dann auch noch versichert werden! Wie Ihr Eure Träume erfüllen könnt, das bespricht mit Euch der Versicherungsfachmann. Da sich Wünsche und Ziele, Familienplanung und gesetzliche Bestimmungen ständig verändern, ist es wichtig, alle zwei bis drei Jahre einen Versicherungscheck zu machen. So kann man auf Veränderungen reagieren und die Versicherungen anpassen. Telefon: (03362) Telefax: (03362) Internet: Wohnungsgesellschaft Erkner mbh Flakenseeweg Erkner

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