4/10. Neues Projekt für Langzeitarbeitslose CARITAS IN EUSKIRCHEN. Caritas Bewerbungs- und Informationstreff

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1 CARITAS IN EUSKIRCHEN 4/10 REGIONALBEILAGE DES CARITASVERBANDES FÜR DAS KREISDEKANAT EUSKIRCHEN E.V. INHALT 2 Ehrenamt// Wir im 21. Jahrhundert 3 Gedanken// Wo alles anfing 4 Hilfen zur Arbeit// CABIT 5 Wohnungslosenhilfe// Aktion Obdach// Sozialtag für den Landtag 6 Rotaract übernimmt Bettenpatenschaft// Eine-Welt-Laden unterstützt burundikids e.v. 7 Sozialpsychiatrisches Zentrum// Besucher organisieren Freiluftmesse 8 Pflegende Angehörige geschult// Neue Auszubildende// Erster Spatenstich im Jugendzentrum Caritas Bewerbungs- und Informationstreff Neues Projekt für Langzeitarbeitslose

2 Franz Josef Funken Geschäftsführender Vorstand in Euskirchen Sozialcourage Danke! Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, Ihnen meine sehr verehrten Leserinnen und Leser zu danken. Zu danken für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen, welches Sie unserem Verband und unserer Arbeit auch in diesem Jahr erneut entgegengebracht haben. Auch in den wirtschaftlich turbulenten Zeiten, die gerade hinter uns liegen, haben Sie unsere Dienste und Einrichtungen für die Menschen in unserem Kreisdekanat, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind, durch Ihr Engagement tatkräftig unterstützt. Nur durch diese Unterstützung gelingt es uns, seit nunmehr sieben Jahren ein jährliches Finanzierungsdefizit von Euro aufzufangen und unsere Notschlafstelle für Wohnungslose weiter zu betreiben. Unsere Kindergruppe für Kinder aus suchtbelasteten Familien oder Familien mit einer psychischen Erkrankung gäbe es ohne Ihre Spendenbereitschaft heute nicht mehr. Der Hospizdienst, unsere Arbeit für junge Familien- all dies wäre ärmer und sähe ohne Ihre Spenden sicher ganz anders aus. Dafür möchte ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank aussprechen. Das Vertrauen, welches Sie unserem Caritasverband entgegenbringen, verpflichtet uns auch in Zukunft mit höchster Sorgfalt mit den uns anvertrauten Mitteln und Menschen umzugehen. Neben unserem Jahresbericht und den lokalen Medien, in welchem wir über die Verwendung unserer Spendenmittel regelmäßig Auskunft geben, berichten wir auch in unserer Hauszeitung immer wieder ganz bewusst über Spender und die Verwendung der Spendengelder. Für die Aktion Obdach hat sich die Einrichtung der Bettenpatenschaft als großer Erfolg erwiesen. Alle Betten haben im Laufe des Jahres ihren Paten oder ihre Patin gefunden. Nun neigt sich das Jahr dem Ende entgegen und wir sind erneut auf der Suche nach neuen und selbstverständlich auch alten Bettenpaten. Damit die Menschen ganz am Rande unserer Gesellschaft nicht ohne ein schützendes Obdach durch die kommenden kalten Monate gehen müssen - auch dafür ein aufrichtiges Danke! Senioren entdecken Medienkompetenz Wir im 21. Jahrhundert Renate Hoff, Christel Springer, Hedwig Hagemann und Ursel Klotz (von links) präsentieren ihrer Kollage Computer, Handy, zwanzig und mehr Programme im Fernsehen das sind eher Dinge mit denen Jugendliche sich auseinandersetzen sollten, für mich, in meinem Alter is dat nix mehr dies ist eine Aussage, die nicht selten in Seniorenclubs zu hören ist. Gerne kommen Frauen und Männer in einen der über vierzig Seniorenclubs im Dekanat Euskirchen, um bei Kaffee und Kuchen Abstand vom Alltag zu gewinnen und im Gespräch mit den anderen Besuchern die gute alte Zeit lebendig werden zu lassen. Genauso wichtig wie die Beschäftigung mit der Vergangenheit ist die Auseinandersetzung mit den Fragen der Gegenwart. Dabei stoßen Themen wie Patientenverfügung, Testament, Verbesserung des Wohnumfelds oder Sicherheit im Alter durchaus auf das Interesse alter Menschen. Wie aber all die anderen Anforderungen der Gegenwart stärker ins Bewusstsein der Besucherinnen und Besucher genommen werden können - das war Thema eines Seminartages für Ehrenamtliche in Seniorenclubs in Maria Rast. Hierzu hatten Birgit Altmeyer vom Referat Altenseelsorge im Generalvikariat in Köln und Hermann-Josef Schneider beim Caritasverband zuständig für die Offene Altenarbeit am 28. September eingeladen. Unter der Überschrift Wir im 21. Jahrhundert ging es darum zu überlegen, wie aktuelle Ereignisse am Ort, die Tagespolitik, Wirtschaftsfragen, Werbung oder Fernsehserien zu Themen in den Seniorenclubs werden können. Hier nur einige der Tipps und Anregungen, die die Gespräche des Seminars bestimmten: das bewusste Sammeln von Zeitungsartikeln, Prospekten oder Zeitschriften, kann eine Möglichkeit sein ins Gespräch zu kommen, auch das Aufnehmen von Fernsehsendungen oder beliebten Serien kann genutzt werden, um in den Seniorentreffs einmal gemeinsam einen Fernsehnachmittag zu erleben. Eine für viele ältere Menschen vielleicht ungewohnte Methode, bei der auch Kreativität gefordert ist, ist die gemeinsame Gestaltung einer Collage. Dass dies durchaus mit viel Spaß verbunden sein kann, bewiesen die Seminarteilnehmer/innen zum Abschluss des Seminars in Maria Rast. HERMANN-JOSEF SCHNEIDER Seniorenclubs Kontakt und Infos: Hermann-Josef Schneider Caritas und Gemeinde Tel /

3 Sozialcourage Regionalbeilage des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Euskirchen e.v. CARITAS BEI UNS 3 Gedanken Wo alles anfing Msgr. Bernhard Auel Kreisdechant und Vorsitzender des Caritasrates In jenen Tagen kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes am Jordan taufen. So lesen wir beim Evangelisten Markus (1,9). Nazareth war die Heimat Jesu. Dort fing alles an. Dabei war dieser Ort zur Zeit Jesu eher ein unbedeutendes Kleindorf in Galiläa stellt Bargil Pixner fest, der einer der besten Kenner Galiläas war. Zur Zeit Jesu dürften dort vielleicht 100 bis 150 Einwohner gelebt haben. Der Ort war so unbedeutend, dass er außer im Neuen Testament nirgends erwähnt wird. Da, so Bargil Pixner, ist die Begründung des Wohnortes Nazareth fast mysteriös, heißt es doch beim Evangelisten Matthäus es sollte sich erfüllen, was durch die Propheten gesagt worden ist: Er wird Nazoräer genannt werden (2,23). Die Deutung dieses Namens nimmt Bezug auf ein Wort aus dem Propheten Jesaja, das wir aus dem Advent kennen und auch aus einem der wohl schönsten Weihnachtslieder, das mit dem Vers beginnt Es ist ein Ros entsprungen. Bei Jesaja heißt es: Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht (11,1). Das hebräische Wort für den Trieb ist nezer, auch übersetzt mit Spross. Im Ortsnamen Nazareth verbirgt sich nun genau dieses hebräische Wort. Orte dieses Namens wollen damit hinweisen auf die ihrer Bewohner aus der Sippe David, aus der einst der Messias geboren werden sollte. Darum, so Bargil Pixner, Mit dem Titel Nazoräer war also nicht so sehr der Heimatort Jesu gemeint, als vielmehr seine davidische Abstammung. Wer heute Nazareth besucht - ich konnte in diesem Jahr meinen Urlaub dort bei den Kleinen Brüdern des seligen Charles des Foucauld verbringen -, der findet eine quir- lige Stadt. Im alten Stadtteil rund um die Basilika der Verkündigung leben vorwiegend palästinensische Israelis, muslimische und auch viele christliche; in der Oberstadt Nazareth-Illit vor allem jüdische Israelis. Pilger aus aller Welt besuchen die Grotte unter der Basilika, an der an die Verkündigung des Engels an Maria erinnert wird. Hic verbum caro factum est Hier ist das Wort Fleisch geworden. Steht auf dem kleinen Altar geschrieben. Die griechischorthodoxe Überlieferung sieht dieses Ereignis eher an dem Brunnen in der Sankt Gabrielskirche; dort hätten die Frauen, so auch Maria, Wasser geholt. Unter der Josefskirche wird das Wohnhaus der Heiligen Familie lokalisiert. Ausgrabungen in einem benachbarten Haus zeigen ein Grab mit einem Rollstein, wie es zur Zeit Jesu üblich war. In jüngerer Zeit wurde bei Ausgrabungen unweit vom so genannten Marienbrunnen ein römisches Badehaus entdeckt, das die Bedeutung Nazareths zu frühchristlicher Zeit, vielleicht sogar schon zur Zeit Jesu noch einmal in neuem Licht erscheinen lässt. Die Synagogenkirche in den engen Gassen des Marktes erinnert an den ersten öffentlichen Auftritt Jesu, bei dem er freilich bald auf Ablehnung stieß, so sehr, dass man ihn aus der Stadt jagen wollte; einen steilen Berghang sollte er sich hinunterstürzen (Lukas 4,29). Am südlichen Stadtrand siedelt man dieses Ereignis an, unweit des großen Platzes, an dem Papst Benedikt bei seinem Besuch 2009 mit vielen tausend Menschen Gottesdienst gefeiert hat. Heute leben in dieser Stadt, wo die Menschwerdung Gottes ihren Anfang nahm, wo wir hingeführt werden auf das Geheimnis der Weihnacht, viele christliche Gemeinschaften, alle zusammen haben über die Konfessionsgrenzen hinweg ein marianisches Zentrum gegründet; viele Klöster laden ein zum Gebet und halten den Glauben wach an den, den wir anbeten als den lebendigen Sohn Gottes, als unseren Erlöser und Herrn. Nazareth - Basilika Grotte der Verkündung Fenster der Josefskirche Synagogenkirche

4 Eine ständig aktualisierte Jobbörse erleichtert die Suche nach dem passenden Job - Hilfe bei der Erstellung einer professionellen Bewerbung ist bei CABIT inklusive CABIT - Caritas Bewerbungs- und Informationstreff Selbsthilfe ebnet Weg zurück in den Job Auf reges Interesse stieß kürzlich der Stand der Caritas im Euskirchener City-Forum. In der guten Stube der Kreisstadt hatte die Arbeitsagentur zum ersten sogenannten Job-Speed-Dating geladen und viele Arbeitssuchende waren der Einladung gefolgt. Wir haben hier unser Projekt CABIT vorgestellt und waren von der Resonanz überwältigt, so der zuständige Fachbereichsleiter Reinhard Klinkhammer. Denn obwohl man selbst gar nicht als potenzieller Arbeitgeber auftrat, war das Interesse der Zielgruppe groß. An unserem Angebot muss also etwas dran sein, so Klinkhammer. Was genau aber verbirgt sich nun hinter CABIT? - CABIT steht für Caritas Bewerbungs- und Informationstreff. Wer arbeitslos ist, muss sich bewerben. Ohne PC- Kentnisse ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. Kein PC oder keine EDV- Kentnisse gleich keine Bewerbung - ein Teufelskreis. Um hier einen Ausweg zu finden, haben sich Caritas und ARGE EUaktiv Anfang des Jahres zu sammengetan und CABIT gegründet. Zu finden ist CABIT in Euskirchen in der Kapellenstraße. Hier haben alle Arbeits suchenden (insbesondere ALG-II-Empfänger) die Möglichkeit, am PC schriftliche Bewerbungen zu verfassen, eine ständig aktualisierte Jobbörse zu nutzen und sich über Selbstlernprogramme der Agentur für Arbeit wei ter zu qualifizieren. Im CABIT helfen Langzeitarbeitslose mit EDV-Kentnissen anderen Lanzeitarbeitslosen bei der professionellen Erstellung ihrer Bewerbungsunterlagen. Zudem sollen sie die Gelegenheit nutzen, für sich selbst geeignete Jobs zu finden. Der Vorteil für die Besucher ist, dass sie hier auf Wunsch professionelle und kostenlose Hilfe bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen erhalten. Die einmal erstellten Unterlagen erhalten die Bewerber dann auf einer CD, sodass sie ohne großen Aufwand weiterverwendet werden können. Das Erstellen von Bewerbungen (inkl. Bewerbungsmappe und Porto) erfolgt nur für Langzeitarbeitslose, die einen entsprechenden Gutschein der ARGE vorlegen können. Das Angebot der ständig aktualisierten Jobbörse steht dagegen allen interessierten Bürgern ebenso kostenlos zur Verfügung wie die Nutzung der Computer. CARSTEN DÜPPENGIESSER CABIT Kontakt und Infos: Reinhard Klinkhammer Hilfen zur Arbeit Tel / Reges Interesse fand CABIT im City-Forum beim Job-Speed-Dating PC und Internet stehen kostenfrei zur Verfügung

5 Sozialcourage Regionalbeilage des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Euskirchen e.v. CARITAS BEI UNS 5 Notunterkunft im kommenden Winter noch wichtiger als sonst Aktion Obdach bittet um Hilfe Die Nächte werden länger, die Temperaturen fallen schon unter den Nullpunkt. Einige Meteorologen prognostizieren gar den härtesten Winter seit 100 Jahren. Jetzt beginnt für die Wohnungslosen wieder die schwierigste Zeit des Jahres und die Notschlafstelle, welche die Caritas im Auftrag der Stadt Euskirchen betreibt, gewinnt für die Betroffenen noch mehr an Bedeutung. Diese Notunterkunft konnte die Caritas in den letzten Jahren nur dank der großartigen Spendenbereitschaft der Bevölkerung aufrechterhalten. Denn seit 2003 muss der Wohlfahrtsverband eine jährliche Finanzierungslücke von Euro durch Spenden und Eigenmittel abdecken. Dies kann nur mithilfe vieler Menschen gelingen. Sie tragen mit ihren Geldspenden, Kranzgeldern, den Erlösen von Geburtstagen, Jubiläen oder Firmenfesten maßgeblich dazu bei, dieses hohe Defizit auszugleichen. Auch die Kommunalpolitik und die hiesige Geschäftswelt haben ein Herz für die Obdachlosen und schenken ihnen immer wieder ihre Unterstützung. Die Regionalgas Euskirchen, Pfeifer & Langen, Z.EU.S, der Wasserversorgungsverband Euskirchen-Swisttal, der Lions-Club Nordeifel, der Musikverein Harmonica Sound, der Kindergarten St. Matthias, die Katholischen Frauen aus Palmersheim, der Kirchenchor der Pfarrei St. Cäcilia in Stotzheim, der Euskirchener Karnevalsprinz Otto I., der Verein Helfende Hand - sie alle und noch viele andere mehr haben die Notschlafstelle im vergangenen Jahr unterstützt. Es ist eine wirklich schöne Erfahrung zu sehen, dass so viele Menschen nicht nur die Bedürftigkeit anderer erkennen sondern auch bereit sind, einen Beitrag zu deren überlebensnotwendiger Unterstützung zu leisten, so Caritas-Chef Franz Josef Funken. Einen engagierten Beitrag leisten auch die Obdachlosen selbst: Sie fertigen unter Anleitung des Sozialpädagogen Markus Niederstein und der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Karin Schütz während des gesamten Jahres ansprechende Dekos und liebevoll gestaltete Kinderspielzeuge aus Holz, die dann auf dem Knollenfest und dem Weihnachtsmarkt in Euskirchen (in diesem Jahr ist die Aktion Obdach vom bis zum auf dem Weihnachtsmarkt) verkauft werden. Der Weihnachtsmarkt ist für die Aktion Obdach viel mehr als nur der finanzielle Gewinn aus den gefertigten Produkten: Hier treffen Obdachlose, hilfsbereite Bürger und örtliche Kommunalpolitiker aufeinander. Mitglieder aller Fraktionen des Stadtrates klappern am Verkaufsstand und in der Fußgängerzone mit der Sammelbüchse. In der Vorweihnachtszeit 2009 ging die Caritas mit den Bettenpatenschaften neue Wege: Spender haben die Möglichkeit, für 500 Euro ein Jahr lang die Patenschaft über ein Bett in der Notschlafstelle zu übernehmen und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur dauerhaften Sicherstellung dieses so dringend benötigten Hilfsangebots. Institutionen, Vereine und mehrere Einzelpersonen wurden für ein Jahr Pate. DANKE DAFÜR! Der erste Dauerbettenpate, ist der Verein FairZülpich, der mit den in seinem FairCafé erwirtschafteten Geldern nicht nur Projekte in der Dritten Welt, sondern auch vor der eigenen Haustür unterstützt. Nun bricht bald ein neues Jahr an und die Obdachlosen hoffen auf neue (oder gerne auch alte) Paten. LYDIA HONECKER Wohnungslosenhilfe Kontakt und Infos: Lydia Honnecker Tel / ,-23 Sozialtag für den Landtag Praktikant für einen Tag Den alten und neuen Landtagsabgeordneten aus dem Erzbistum Köln die soziale Arbeit näher zu bringen, dies war das Anliegen der Aktion Ein Sozialtag für den Landtag des Diözesan Caritasverbandes Köln. Der Euskirchener CDU Landtagsabgeordnete Klaus Voussem nahm dieses Angebot an und verbrachte einen Tag in den Einrichtungen der Caritas-Wohnungslosenhilfe. Voussem sägte gemeinsam mit einem Besucher der Tagesstätte Weihnachtsschmuck aus, besuchte die Notschlafstelle, half bei der Auszahlung des Arbeitslosengeld II Tagessatzes an die Besucher der Tagesstätte, informierte sich über das Streetworkprojekt MO.S.ES und half bei der Essenausgabe. Diesen Blick in die Praxis kann ich wirklich nur jedem empfehlen, so Voussem abschließend. Den Hinweis von Caritas-Chef Franz Josef Funken, dass diese Hilfe Geld kostet, aber leider, wie die meisten ambulanten Hilfsangebote schlecht finanziert sei, nahm Voussem auf: Ich setze mich seit Längerem dafür ein, derartige soziale Angebote nicht mehr als freiwillige Leistung der Kommunen einzustufen, sondern zu Pflichtaufgaben zu machen. Denn wenn eine Kommune in finanzielle Schieflage gerät, müssten freiwillige Leistungen häufig gekürzt oder gar gestrichen werden. Und zwar unabhängig davon, ob die Kommune dies will oder nicht, so Voussem. Packte tatkräftig mit an - der Euskirchener Landtagsabgeordnete Klaus Voussem während seines Praktikums in der Caritas- Wohnungslosenhilfe

6 6 CARITAS BEI UNS Regionalbeilage des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Euskirchen e.v. Sozialcourage Jugendorganisation der Rotarier wird Bettenpate der Caritas-Notschlafstelle Rotaract engagiert sich für Wohnungslose Caritasmitarbeiterin Lydia Honecker inmitten der Clubmitglieder von Rotaract - der Nachwuchsorganisation der Rotarier Mitglieder des Rotaract-Clubs Voreifel waren kürzlich zu Besuch in der Caritas- Wohnungslosenhilfe um sich über die Arbeit des Wohlfahrtsverbandes und die Situation wohnungsloser Mitbürger in Euskirchen zu informieren. Bernhard Becker, Leiter des Fachbereiches Suchtund Wohnungslosenhilfe sowie seine Kollegin Lydia Honecker nahmen sich viel Zeit, um alle Fragen ihrer Gäste zu beantworten. Neben ihrem Wissensdurst hatten die Vertreter des Clubs aber auch noch eine freudige Überraschung für die Caritasmitarbeiter im Gepäck die Übernahme einer Bettenpatenschaft in der Notschlafstelle. Die Notunterkunft, welche die Caritas im Auftrag der Stadt Euskirchen betreibt, bietet Obdachlosen einen verlässlichen, trockenen und warmen Schlafplatz. Die Mitglieder von Rotaract, der Nachwuchsorganisation der Rotarier, engagieren sich sowohl lokal als auch international für soziale Projekte. Mit der Patenschaft für ein Bett in der Notschlafstelle fördern wir ganz bewusst ein lokales Projekt für Menschen in Not vor unserer Haustür, so Schatzmeisterin Anke Halbekann. Die Notunterkunft leidet unter einem jährlichen Finanzierungsdefizit von Euro, welches hauptsächlich durch Spenden ausgeglichen werden muss. Seit der Vorweihnachtszeit 2009/10 bietet die Caritas Spendern die Möglichkeit, für 500 Euro ein Jahr lang die Patenschaft über ein Bett in der Notschlafstelle zu übernehmen. Der Rotaract-Club Voreifel ist offen für neue Mitglieder, die den Verein bei der Umsetzung sozialer Projekte unterstützen möchten. Interessierte sollten zwischen 18 und 30 Jahren alt sein und können sich unter über den Verein und seine Ziele informieren. CARSTEN DÜPPENGIESSER Neue Ware eingetroffen - auch aus Burundi Weihnachtsangebote im Weltladen Die Vorweihnachtszeit steht vor der Tür, viele Menschen sind nun auf der Suche nach kleinen und großen Geschenken für Ihre Lieben. Warum n i c h t einmal Fair schenken u n d damit nicht nur sich sowie der Familie und Freunden, sondern auch Menschen in den ärmsten Ländern der Welt ein Weihnachtsgeschenk machen? Ein solches bitterarmes Land ist Burundi in Afrika. Der Verein burundikids e.v. unterstützt dort mit verschiedenen Projekten die Hilfe zur Selbsthilfe. Insbesondere junge Mütter und Kriegswaisen profitieren davon. Die Caritas Euskirchen ist seit der vergangenen Vorweihnachtszeit Partner des Vereins und verkauft Produkte, die in Burundi von den Betroffenen selbst hergestellt wur- den. Der Erlös aus diesen Verkäufen geht eins zu eins nach Burundi. HERMANN-JOSEF SCHNEIDER Eine-Welt-Laden in der Caritasgeschäftsstelle, Wilhelmstraße 52, Euskirchen Öffnungszeiten: Mo bis Do: 8 bis 13 u. 14 bis 17 Uhr Fr: 8 bis 13 u. 14 bis Uhr

7 Sozialcourage Regionalbeilage des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Euskirchen e.v. CARITAS BEI UNS 7 Der Vorsitzende des Vereins Fair Zülpich, Klaus Juschka (Mitte) freute sich über die Patenschaftsurkunde, die er vom Geschäftsführenden Vorstand der Caritas, Franz Josef Funken (2.v.l.) überreicht bekam Feierten gemeinsam die heilige Messe im Grünen - Besucher der Tagesstätte für psychisch Erkrankte und Gäste der Seniorentagespflege Besucher des SPZ oganisieren Freiluftmesse für sich und andere Messe in Gottes freier Natur Rund 50 psychisch Erkrankte, Angehörige, Caritas-Mitarbeiter sowie die Gäste der Senioren-Tagespflege des Wohlfahrtsverbandes feierten am Zusammenfluss von Erft und Veybach einen außergewöhnlichen Gottesdienst unter freiem Himmel. Wir wollten einen besonderen Platz für besondere Menschen, so beschreibt Chrissi Schmitz ihre Motivation, eine Freiluftmesse in den Euskirchener Erftauen auf die Beine zu stellen. Schmitz ist Besucherin der Tagesstätte des Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ) der Caritas und psychisch krank. Seit etwa einem halben Jahr haben wir hier ein regelmäßiges Besucher-Café, so Caritas-Mitarbeiter Sebastian Seifert. In dieser Runde wurde die Idee einer Freiluft- messe geboren und von den psychisch Erkrankten weitgehend in Eigenregie umgesetzt. Wir werden hier so prima betreut, da wollten wir einfach einmal Danke sagen, etwas Besonderes auf die Beine stellen, berichtet Schmitz. Ein Thema war schnell gefunden, so Mitorganisatorin Marietta Burggraf: Schöpfung und Menschenwürde, da bot sich eine Messe unter freiem Himmel einfach an. Psychiatrieseelsorger Willi Wisskirchen, der einmal im Monat ein Gruppenangebot im SPZ vorhält, für die Idee zu gewinnen war ein Leichtes, wie die Organisatoren berichten. Ich fand den Gedanken sehr reizvoll und habe gern zugestimmt, so der Geistliche. Überhaupt kam viel Arbeit auf uns zu, berichtet Tagesstätten-Besucherin Anke Werner. Über sieben Wochen traf man sich regelmäßig, um alles zu planen und umzusetzen. Am Tag der Messe lag die Logistik in den Händen von Tagesstätten-Besucher Peter Messerschmidt, der diese Aufgabe gemeinsam mit Sebastian Seifert souverän meisterte. Alles klappte prima, besonders haben wir uns über die positive Resonanz der Gottesdienstbesucher gefreut, so Messerschmidt. Was unsere Besucher hier geleistet haben zeigt, dass Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für psychisch erkrankte Menschen möglich ist, das sie über Potenzial und Fähigkeiten verfügen. Dies stärkt ihr Selbstbewusstsein und ist deshalb ganz besonders wichtig, so Seifert abschließend. Sozialpsychiatrisches Zentrum Kapellenstr. 14, Euskirchen Telefon: 02251/ Kontakt- und Beratungsstelle Tel / Tagesstätte Tel / Zurecht sichtlich stolz auf ihre Leistung waren die Organisatorinnen und Organisatoren der Freiluftmesse in den Erftauen

8 CARITAS IN EUSKIRCHEN 8 CARITAS BEI UNS Regionalbeilage des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Euskirchen e.v. Sozialcourage Freuten sich gemeinsam über ihre Zertifikate - die Aboslventen des Pflegekurses der Caritas Euskirchen Angehörige absolvierten Pflegekurs Erfolgreich abgeschlossen Neun Teilnehmer konnten sich jetzt über den erfolgreichen Abschluss ihres Kurses für pflegende Angehörige freuen. Caritas- Pflegedienstleiter Stephan Hürtgen händigte die Zertifikate in den Räumen der Pflegeschule des Marien-Hospitals-Euskirchen aus. Hier hatten sich die Teilnehmer zuvor in drei Modulen ihre Zertifikate erarbeitet. Die praktischen und gut verständlichen Hilfestellungen und Pflegetipps behandelten Mobilisation und Bewegung sowie den Einsatz von pflegerischen Hilfsmitteln. Außerdem war die grundpflegerische Versorgung, wie etwa die Ganzkörperwaschung, richtiges Baden und Duschen oder Lagertechniken bei Bettlägerigkeit Thema. Schließlich werden Fragen rund um Essen und Trinken sowie der Umgang mit Inkontinenz besprochen. Die einzelnen Module wurden von erfahrenen, examinierten Fachkräften geleitet. Neben dem Vermitteln der Unterrichtsinhalte war auch die Möglichkeit zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch Bestandteil des Kurses. Pflegende Angehörige stellen ihre eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten häufig hinten an, richten ihr Leben ganz auf die Betreuung der Angehörigen aus, berichtet Hürtgen. Da tue es einfach gut, einmal mit anderen über seine Situation zu sprechen, sich mit Menschen austauschen zu können, die sich in einer ähnlichen Situation befänden. Die Teilnehmer waren denn auch sichtlich angetan von der qualifizierten, fachlichen Information und der vertrauensvollen Atmosphäre während des Kurses. CARSTEN DÜPPENGIESSER Erster Spatenstich am neuen Jugendzentrum Caritas und Stadt bauen auf ein gemeinsames Haus für die Jugend ARBEITSPLATZ CARITAS Die Caritas Euskirchen nimmt ihre Verantwortung für die Zukunft junger Menschen ernst. Und zwar nicht nur als Träger der freien Wohlfahrtspflege, sondern auch als Ausbildungsbetrieb. Der Wohlfahrtsverband beschäftigt seit Beginn des neuen Ausbildungsjahres im September 2010 drei Azubis, die den Beruf Kauffrau/-mann für Bürokommunikation erlernen. Waldemar Fellauer ist bereits seit 2009 dabei. Neu hinzugekommen sind Julia Griemsmann und Laura Jabusch. Sie werden in den nächsten Jahren die Verwaltungen der einzelnen Fachbereiche durchlaufen und so den Verband gut und umfassend kennenlernen. Das Redaktionsteam der SoCo-Euskirchen hat sich vorgenommen, unsere Azubis auf ihrem Weg zu begleiten und regelmäßig über ihren Werdegang im Verband zu berichten. TANJA ENGEL 9.90 Euro Das ideale Weihnachtsgeschenk Erlös zugunsten der Caritas-Demenzhilfe Bestellungen unter: 02251/ IMPRESSUM Herausgeber: Caritasverband für das Kreisdekanat Euskirchen e.v. Redaktion: Carsten Düppengießer (verantwortlich) Redaktionsteam: Maria Surges, Josef Heinen, Hermann-Josef Schneider, Monika Stoffers, Tanja Engel Caritasvorstand Franz Josef Funken, Kreisdechant Msgr. Bernhard Auel und Bürgermeister Dr. Uwe Friedl legten sich kürzlich gemeinsam ins Zeug. Der erste Spatenstich an der ehemaligen Schützenhalle markierte den Beginn der Umbaumaßnahmen, an deren Ende im Frühsommer 2011 ein neues Jugendzentrum für die Kreisstadt stehen wird. Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Caritas-Geschäftsstelle, Wilhelmstraße 52, Euskirchen, Tel / Fotos: Caritas Euskirchen Fotos Seite 3: B. Auel Layout: Carsten Düppengießer

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