Ausgabe: Nr. 4/Dezember 2014 / Erscheint 4-mal jährlich Vorfreude

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1 PATENSCH SCHWEIZER PATENSCHAFT FÜR BERGGEMEINDEN PARRAINAGE SUISSE POUR COMMUNES DE MONTAGNE FT-POST PATRONATO SVIZZERO PER COMUNI DI MONTAGNA PADRINADI SVIZZER PER VISCHNANCAS DA MUNTOGNA Ausgabe: Nr. 4/Dezember 2014 / Erscheint 4-mal jährlich Rezept hervorgeholt, Einkaufsliste geschrieben, Zutaten besorgt und dann geht s los mit Guetzle. Manchmal sieht es dann in der Küche aus wie auf einer Baustelle, doch die Freude am gemeinsamen Arbeiten und die Aussicht auf die Leckereien, welche die Feiertage zusätzlich versüssen, überwiegen. «Vorfreude sei die schönste Freude», heisst es im Volksmund. Also der Weg von der Idee bis zur Erfüllung. Mit dieser Phase haben wir bei unserer Tätigkeit im übertragenen Sinn sehr häufig zu tun nicht in der Küche, sondern bei der Abklärung, Beratung und Begleitung von Projekten. Es gibt dafür zwar keine Rezepte, aber Erfahrung. Die Einkaufsliste muss jedes Mal neu kreiert werden, und die Zutaten sind höchst individuell. Das macht unsere Arbeit spannend. Auch in dieser Patenschaft-Post stellen wir Ihnen eine Reihe von Vorfreude Projekten vor, die unsere Experten abgeklärt haben und die sie weiterhin begleiten, bis zum Abschluss oder eben bis zur Erfüllung. Denn eigentlich dokumentieren die Projektbeschreibungen nicht nur Notwendigkeit und Lösungsansatz eines Vorhabens, sondern ebenso die Vorfreude. Die Abklärungen sind meistens intensiv und arbeitsreich, verbunden mit dem Austausch mit Persönlichkeiten in den Bergregionen aller Landesteile und immer zielorientiert. Wenn dann Sie, liebe Gönnerinnen und Gönner, ins Spiel kommen, wenn es sich abzeichnet, dass die Ideen finanziert werden und in Erfüllung gehen können, dass aus der Vorfreude Freude entsteht, dann haben wir miteinander das Ziel erreicht. Wir wünschen Ihnen für die kommenden Festtage und die Zeit danach viel Freude. PROJEKTNACHRICHTEN Courchapoix, JU: Neues Heizsystem Vättis, SG: Sanierung Wasserversorgung Glarus Süd, GL: Instandstellung Spiel- und Sportplätze Ferden, VS: Strassensanierung Someo, TI: Erneuerung Fussgängerbrücke Nufenen, GR: Sanierung Dorfbach Pigniu, GR: Ausbau Güterstrassennetz Arvigo, GR: Sanierung Alpstrasse Surava, GR: Sanierung Wasserversorgung PROJEKTRÜCKBLICK Bedretto, TI: Sanierung Alphütte Glarus Süd, GL: Tauffest Sernifit IN EIGENER SACHE Aktion «Münzen für Kinder» Bergkalender 2015 Weniger Post Patenschaft-Post online Zwei Arten von Einzahlungsscheinen Good News

2 Das neue Heizkonzept schafft nicht nur behagliche Wärme, es wirkt sich auch positiv auf die Kosten aus. Ein ökonomisches und ökologisches Heizsystem für die Schule von Courchapoix Mit der Fertigstellung der Wärmeisolation und der Verbesserung des Energiehaushaltes packt Courchapoix jetzt die zweite Etappe der Schulhaussanierung an. Courchapoix liegt eingebettet im Val Terbi, östlich von Delémont. Das Tal wird auch bezeichnet als «Modell des Paradieses, das der Schöpfer zufällig in eine Ecke des Juras gesetzt hat». Wer das Val Terbi je besucht hat, wird dieser Beschreibung zustimmen wer nicht, sollte es dringend nachholen. Dass das Dorf Courchapoix neben den landschaftlichen Schönheiten weitere Vorteile bietet, schätzen immer mehr Menschen die Zahl der Einwohner hat in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen. Weitsichtige Schulleitung Während es im Ort nur wenig Gewerbe gibt darunter eine Uhrengehäusefabrik, die Teile für das höchste Preissegment liefert erfreut sich die Schulanlage «des Oeuches» eines wachsenden Zustroms. Dazu trägt die weitsichtige Leitung bei: Der Kindergarten nimmt auch Kinder der Gemeinde Vermes auf, und eine Vereinbarung mit den Nachbargemeinden Corban, Mervelier und Montsevelier ermöglicht den Austausch der vier- bis zwölfjährigen Schüler. Von 2011 bis 2013 wurde das Gebäude, das 1983 gebaut worden war, isoliert. Gleichzeitig wurden mit dem gedeckten Pausenplatz, dem erweiterten Geräteraum und dem Hochwasserschutz die Nutzung und Sicherheit optimiert. Die Patenschaft konnte dafür namhafte Gönnergelder vermitteln. Umstieg auf Holz als Energielieferant Thermografische Untersuchungen haben gezeigt, dass mit modernen Fenstern viel Energie gespart werden kann. Der Heizkessel 2 der Ölheizung ist veraltet eine gute Gelegenheit, auf eine Holzpelletheizung umzustellen, die heimisches Holz in Wärme umwandelt und im Gegensatz zum bisherigen System CO2-neutral ist. Damit erreicht Courchapoix gleichzeitig eine ökonomische und ökologische Verbesserung. Wertsteigerung und Einsparung Die Isolation und das neue Heizsystem stellen nicht nur eine Wertsteigerung der Schulanlage dar, sondern bringen auch finanzielle Einsparungen. So weist die Kostenaufstellung neben den Gesamtkosten von 520'000 Franken die Einsparung des Heizölverbrauchs von 50'000 Franken aus, und der Kanton leistet einen Subventionsbeitrag von 15'000 Franken für die Pelletheizung. An die Restkosten von 455'000 Franken konnten wir 70'000 Franken entgegennehmen. Wir sind guten Mutes, dass wir mit Ihrer Unterstützung dem sinnvollen Projekt zur Realisierung verhelfen können.

3 Neben der sicheren Wasserversorgung wird auch die Effizienz des Alpbetriebs gesteigert. Vättis sichert die langfristige Wasserversorgung seiner Alpen Die Futterbasis der Vättiser Alpen ist ausgezeichnet und der Betrieb ist in guten Händen. Jetzt aber muss die Wasserversorgung saniert werden. Vättis gehört zur politischen Gemeinde Pfäfers, die vom Boden des Rheintals bis hinauf zu den Gipfeln von Pizol, Piz Sardona, Ringelspitz und Calanda reicht. Es leben 1576 Menschen in dieser gebirgigen Landschaft, die nur einen Katzensprung von der Nationalstrasse A3 entfernt liegt. Die Gegend ist ein beliebtes Wandergebiet, was dem Tal einen bescheidenen Tourismus beschert. Nach einer langen Phase der Abwanderung haben in den letzten Jahren Bevölkerungszahl und Bautätigkeit wieder leicht zugenommen. 36 Vereine zeugen davon, dass das gesellschaftliche Leben gepflegt wird. Die Ortschaften Pfäfers, Valens, Vasön und Vättis haben ihre Schulen schon vor Jahren zusammengelegt. Die Ortsgemeinden hingegen bestehen weiterhin. Vielbeschäftigte Ortsgemeinde Die Ortsgemeinde Vättis nimmt viele Aufgaben wahr, so die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder, Allmeinden und Alpen, den Unterhalt der Meliorationen, der Ortsgemeindestrassen und der Flur-, Wald- und Wanderwege sowie die Betreuung der Wasserversorgung. Daneben fördert sie auch Vereine und Kultur. Gut geführte Alpen Die beiden Alpen Calvina und Ladils werden seit Jahren durch je ein Ehepaar mit viel Herzblut geführt. Die Milch der Alp Ladils ergibt jeden Sommer rund 4,2 t Käse und 320 kg Butter. Auf Calvina sömmern jeweils über 80 Mutterkühe und 145 Aufzuchtrinder. Gemäss dem alpwirtschaftlichen Bericht vom 6. März 2014 ist der Betrieb dank der ausgezeichneten Produktequalität mit der hochalpinen Futterbasis mit vielfältiger Flora langfristig gesichert. Aufwendige Bauarbeiten Mehrere Quellfassungen müssen saniert und mit neuen Reservoirs zur Speisung der Tränkebrunnen zusammengeschlossen werden. Etwa 20 neue Brunnen reduzieren die Distanz für die Tiere. Die Kosten sind jedoch beträchtlich, insgesamt 490'000 Franken. Aus den Subventionen von Bund und Kanton ergibt sich ein Beitrag von 230'800 Franken, an Eigenmitteln stehen 150'000 Franken zur Verfügung. Für den Restbetrag von 80'800 Franken muss die Ortsgemeinde aufkommen. Wir sind überzeugt, dass die Alpen langfristig zur Struktur des Tals beitragen und können Ihnen das Projekt bestens zur Unterstützung empfehlen. 3

4 Die Kinder freuen sich auf die sanierten Spiel- und Sportplätze mit hohem Sicherheitsstandard. Glarus Süd stellt seine Spiel- und Sportplätze sicherheitsmässig instand Die Dörfer von Glarus Süd wollen Familien mit Kindern einen attraktiven Lebensraum bieten. Dazu gehören auch intakte und zeitgemässe Freizeitanlagen. Die Gemeinde Glarus Süd steht vor grossen Aufgaben. Die Fusion bringt hohe Investitionsaufgaben mit sich, die Steuerkraft ist nach wie vor gering. Von den drei Glarner Grossgemeinden ist sie die schwächste, muss aber für zwei Drittel der Fläche des Kantons aufkommen. Im Gemeindegebiet gibt es heute 35 Spiel- und Sportplätze. Traditionell wurden diese von Vereinen und Privaten im Frondienst erstellt und später der Gemeinde übergeben. Die Anforderungen in Bezug auf Sicherheit wurden dabei allerdings nicht immer erfüllt. Seit der Fusion ist die Gemeinde vollumfänglich für die Anlagen und damit auch für deren Betriebstüchtigkeit und Sicherheit verantwortlich. Anziehungskraft für Familien Glarus Süd will diese Verantwortung wahrnehmen. Intakte Spielplätze tragen zur Attraktivität der Gemeinde als Wohnort für Familien bei. So haben die Verantwortlichen ein Instandhaltungsund ein längerfristiges Planungskonzept erarbeitet. Das Kantonale Sportanlagenkonzept, die künftigen Schulstandorte und die Bevölkerung wurden mit einbezogen. Aus Kosten- und Kapazitätsgründen soll die Umsetzung über die nächsten drei Jahre verteilt werden. Aufgrund der Dringlichkeit wurde eine Prioritätenliste erarbeitet; die erste Etappe enthält die Sanierung von acht der zukünftigen 25 Spielplätze. Drei der Plätze befinden sich in Mitlödi, je zwei in Schwanden und Haslen und einer in Elm. Investition in den Nachwuchs Die Sanierung beinhaltet Reparaturen von Geräten, Standortverbesserungen, teilweise Neuanschaffung von Spielgeräten, Sitzgelegenheiten, Sicherheitsmassnahmen bei Fallschutzbelägen gemäss geltenden Vorschriften. Die Kosten für die erste Etappe sind auf 133'690 Franken veranschlagt. Der Einsatz des Zivilschutzes ist bereits zugesichert. Damit lassen sich 12'000 Franken einsparen. Subventionen sind für Spielplätze leider nicht möglich. Der Restbetrag von 121'690 Franken stellt für die Gemeinde eine zu grosse Belastung dar. Gerne unterstützen wir Glarus Süd bei den Anstrengungen, mit einem guten Umfeld für Familien die Bevölkerungszahl zu stabilisieren und damit die wirtschaftlichen Grundlagen zu verbessern. Dabei sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. 4

5 Mit der Sanierung der Güterstrassen wird eine solide Basis für die Sicherheit geschaffen. Der Schutzwald von Ferden wird dank rationeller Bewirtschaftung langfristig erhalten Der Unterhalt der Forststrassen zur Pflege der Lawinenschutzwälder gehört, zusammen mit der Trinkwasserversorgung und den Steinschlagverbauungen, zu den bedeutendsten Investitionen der Gemeinde. ersetzt werden. Die Forststrasse erhält eine Querneigung und zusätzliche Abschläge, damit das Wasser möglichst ungehindert ablaufen kann. Die Stützmauern sind alle noch in gutem Zustand. Die Arbeiten sollen bis 2015 ausgeführt werden. Es leben 256 Menschen in Ferden, dem Dorf gleich oberhalb Goppenstein am Ausgang des Lötschentals. Die meisten der Erwerbstätigen arbeiten zwar auswärts, es gibt aber auch etwas Handwerk und Industrie im Ort sowie 13 landwirtschaftliche Betriebe. Diese bearbeiten die Äcker und Wiesen rund ums Dorf, die zu den fruchtbarsten des Tales zählen. All das wird vom Färdawald und vom Restiwald vor Lawinen geschützt. Erschliessung von Wald und Alpen Schon lange vor dem Bau des Lötschberg-Eisenbahntunnels war der Lötschenpass eine wichtige Handelsroute, und rund um Ferden wurde im Laufe der Jahrhunderte Blei, Silber und Kohle abgebaut. Dem Schutzwald haben die Talbewohner immer Sorge getragen. In den Jahren 1934 bis 1964 wurden umfassende Aufforstungen und Verbauungen erstellt, anschliessend folgte der Bau der Forststrasse. Diese erschliesst nicht nur die 84 Hektaren Wald, sondern auch die darüberliegenden Alpen mit 220 Hektaren Weiden und rund 30 Hütten. Schwierige Finanzierung Die Kosten für die Instandstellung der Forststrasse stellen Ferden vor Probleme: Von den Gesamtkosten von 465'000 Franken sind nach Abzug der Bundes- und Kantonsbeiträge 148'800 Franken aufzubringen. Die Sanierung ist dringend notwendig die Strasse bildet die Grundlage für die rationelle Bewirtschaftung und damit die langfristige Erhaltung des gesunden Schutzwaldes. Die Unterstützung des Projekts ist eine gute Investition in die Zukunft. Die ersten 2000 Franken sind bereits bei uns eingegangen. Forstliche Nutzung Jetzt ist die waldbauliche Behandlung des Färdawaldes vorgesehen. Für die rationelle Nutzung muss die Strasse mit schweren Lastwagen mit Seilkrananlagen und für den Holztransport befahrbar sein. Diesen Ansprüchen genügt die Strasse nicht mehr. Das im Laufe der Jahrzehnte ausgewaschene Koffermaterial muss 5

6 Mit einer Neukonstruktion der Brücke wird die sichere Überquerung der Maggia gewährleistet. Someo erneuert die Fussgängerbrücke Die Hängebrücke ist ein imposantes Bauwerk und die einzige sichere Verbindung über die Maggia. Doch sie hat im Laufe der Jahrzehnte gelitten. Das Einzugsgebiet von Someo wird seit jeher von der Maggia durchschnitten 1860 Hektaren Land und damit rund 60 Prozent des Gemeindegebietes liegen auf der rechtsufrigen Seite. Dazu gehören Weiden und Ställe, Wälder und auch die Alp- und Wandergebiete hoch oben in Alzasca. Der Lago d Alzasca gilt übrigens als der schönste See im Tessin. Dieser Gemeindeteil kann nur zu Fuss über die 380 Meter lange Hängebrücke erreicht werden; die weiteren Fussgängerbrücken befinden sich sechs Kilometer bergwärts respektive fünf Kilometer talwärts. Die Maggia, ein Naturerlebnis Die Brücke wurde 1944 erbaut. Sie ist die längste Brücke über die Maggia und schafft nicht nur die Verbindung der beiden Ufer, sondern erlaubt auch, die gewaltige Dimension und zerstörerische Kraft des Flusses bei Hochwasser zu erkennen. Vier Betonpfeiler tragen einen Metallsteg. Dieser ist mittlerweile ziemlich wacklig und gerät leicht in starke Schwankungen. Zudem ist die Eisenkonstruktion rostig. Der Ersatz ist nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für Touristen notwendig. Geplant ist eine Neukonstruktion, die neben der bestehenden Brücke gebaut wird. Anschliessend wird die alte rückgebaut. Wälder, Weiden und Alpen mit den dazugehörenden Gebäuden. Dank der Verpachtung von Land und Steinbrüchen kann es eine ausgeglichene Rechnung vorweisen (60'905 Franken Ausgaben, 61'357 Franken Einnahmen, Liquidität von 163'840 Franken und Schulden von 9'222 Franken). Die Kosten für die neue Brücke betragen 750'000 Franken. Die Abteilung für Verkehr des Kantons beteiligt sich mit 100'000 Franken (die Brücke ist Teil der Tessiner Wanderwege), die Gemeinde Maggia muss sich mit dem gleichen Betrag engagieren. Weitere 100'000 Franken leistet der Kanton für den Landschaftsunterhalt. Aus eigenen Mitteln und der Beteiligung der Grundeigentümer kommen 104'500 Franken zusammen, so dass das Patriziato noch 345'500 Franken beschaffen muss. Dazu ist es auf Hilfe angewiesen wir können Ihnen nicht nur die finanzielle Unterstützung empfehlen, sondern auch einen Gang über die eindrückliche Brücke. Dringend notwendige Massnahme Das Projekt liegt in der Hand des Patriziato di Someo, der Ortsbürgergemeinde. Someo und seine Fraktion Riveo ist die oberste Gemeinde der Fusionsgemeinde Maggia. Das Patriziato besitzt 6

7 Die Landwirte freuen sich auf die besseren Strassenverhältnisse. Nufenen saniert den Dorfbach und erneuert gleichzeitig die Erschliessungsstrasse Mit dem Bauprojekt erreicht Nufenen einen verbesserten Hochwasserschutz und die Zufahrtsstrasse nach Oberhüschera wird tauglich für die modernen Landwirtschaftsfahrzeuge. Nufenen an der San-Bernardino-Route hat eine bewegte Vergangenheit. Im 13. Jahrhundert von Walsern gegründet, war es lange Zeit der politische Hauptort im Rheinwald. Im 19. Jahrhundert wanderte ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung aus, weil der Splügenpass mit der Eröffnung der Gotthardbahn seine Bedeutung verlor lebten noch 136 Menschen im Dorf. Mit dem Bau der N13 und der damit verbundenen verbesserten Erschliessung nahm die Einwohnerzahl wieder zu. Heute zählt Nufenen 160 Einwohner. Die Landwirtschaft bildet nach wie vor den Haupterwerbszweig. Schon 1846 wurde die Sennereigenossenschaft Nufenen/Hinterrhein gegründet mit dem Zweck, die eigene Milch zu verarbeiten. Der Bergkäse, seit 1992 nach den Richtlinien von Bio-Suisse produziert, ist im In- und Ausland beliebt und begehrt. Zu eng und zu schwach In den letzten 15 Jahren hat Nufenen fast alle Werkleitungen und damit auch Strassen erneuert mit Ausnahme der Zufahrtsstrasse zu den Liegenschaften in Oberhüschera. Diese verläuft parallel zum Dorfbach und führt weiter zu den Wiesen oberhalb des Dorfes. Für die heutigen Landwirtschaftsfahrzeuge ist die Strasse zu schmal, der Kurvenradius zu eng, die Brücke musste bereits unterstützt werden und bei Regenfällen wird jeweils der Strassenkies weggeschwemmt. Zudem muss auch der Bach saniert werden, weil seine Trockenmauer-Seitenwände teilweise unterspült sind und einem starken Hochwasser kaum standhalten würden. Umsichtige Planung Der Nufener Gemeindevorstand hat ein Ingenieurbüro in Andeer beauftragt, verschiedene Varianten zu prüfen. Frühzeitig wurde auch die Abteilung Wasserbau des kantonalen Tiefbauamts einbezogen. Zur Ausführung kommt ein schlankes Projekt, bei dem das Erscheinungsbild des Bachs erhalten bleibt. Auch die Linienführung der Strasse wird nicht verändert, und sie bleibt weiterhin einspurig befahrbar. Die Kosten betragen total 615'000 Franken. Nach Abzug der Subventionen und Eigenleistungen verbleiben noch Restkosten von 261'000 Franken. Nufenen weist dank umsichtiger Führung der Finanzen Ende 2013 einen geringen Ertragsüberschuss aus. Allerdings werden Investitionen in den nächsten Jahren steigen, so dass die Gemeinde weiterhin auf die finanzielle Unterstützung Dritter angewiesen ist. 7

8 Vom neuen Güterstrassennetz werden alle profitieren. Pigniu sichert mit der Gesamtmelioration die zukünftige Landwirtschaft Heute gehören 180 Parzellen 37 Grundeigentümern. Mit der Melioration werden die Parzellen zusammengefasst und ein Güterstrassennetz ermöglicht die effiziente Bewirtschaftung. Pigniu liegt ziemlich abgelegen auf 1300 m ü. M. in einem steilen Seitental des Vorderrheins nordwestlich von Ilanz. Das war auch schon anders: Einst war der Weg über den Panixerpass eine bedeutende Handelsverbindung von Glarus nach Italien. Ab 1989 brachte der Bau des Stausees Lag da Pigniu, der zu den Kraftwerken Ilanz gehört, der Gemeinde eine verbesserte Infrastruktur. Der Bevölkerungsschwund konnte seither aufgehalten werden. Heute leben 30 Menschen im Ort und pflegen ein reges Gemeinschafts- und Vereinsleben. Seit Anfang 2014 ist Pigniu eine Fraktion der Gemeinde Ilanz/Glion. Effiziente Landwirtschaft Das 1798 Hektaren grosse Gemeindegebiet reicht bis hinauf zum Vorabgletscher. Ein grosser Teil davon ist allerdings unproduktiv, und 267 Hektaren sind Schutzwald. Rund 647 Hektaren umfasst die landwirtschaftliche Nutzfläche inklusive Alpen. Zwei Haupterwerbsbetriebe aus Pigniu und drei weitere aus dem Nachbardorf Andiast bewirtschaften die Nutzfläche. Damit das langfristig gesichert bleibt, ist Pigniu auf eine Melioration angewiesen die Landwirte müssen das Land mit Maschinen bearbeiten können. Melioration nach neusten Erkenntnissen Das Projekt sieht die Reduktion der Parzellierung und ein Güterstrassennetz vor. Aus Kostengründen werden Kunstbauten auf das Nötigste beschränkt, und zum Einsatz kommen natürliche 8 Materialien. Oberbau und Oberflächenbefestigung erfolgen nach neusten Erkenntnissen und hohen Standards, um die späteren Unterhaltskosten möglichst tief zu halten. Neben den Interessen der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Raumplanung werden auch die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes gebührend berücksichtigt. Dringendes Bedürfnis Pigniu ist finanzschwach. Die Beiträge von Bund, Kanton und aus dem interkommunalen Finanzausgleich decken einen wesentlichen Teil der Kosten: Vom Gesamtbetrag von 3'620'000 Franken muss die Gemeinde 315'300 Franken aufbringen. Die Notwendigkeit ist unbestritten und wir können Ihnen die Unterstützung des Projekts unbedingt empfehlen.

9 Ohne die Sanierung der Alpstrasse können die landwirtschaftlichen Betriebe wohl kaum existieren. Arvigo saniert die Alpstrasse zum langfristigen Erhalt der Landwirtschaft Eine schmale Bergstrasse erschliesst die Weiden, Wälder und Alpen oberhalb Arvigo. Doch sie ist in schlechtem Zustand und muss gesichert und verbreitert werden. Das kleine Dorf Arvigo ist weitherum bekannt: Gneisplatten aus seinen Steinbrüchen finden Anwendung an vielen Orten in der Schweiz. Das feingeschieferte Gestein eignet sich dank seiner Qualität gut für den Strassen- und Gartenbau und wegen seiner lebendigen Aderung auch für dekorative Zwecke. Der Steinbruch ist ein wichtiger Arbeitgeber im Calancatal, hat aber auch zur Folge, dass die Hauptstrasse wegen Sprengarbeiten öfter gesperrt ist. Nur wenige Arbeiter wohnen in der Gemeinde, und die Abwanderung ist seit Jahrzehnten unaufhaltbar. Aktuell zählt Arvigo 85 Einwohner. Erhalt der Landwirtschaftsgebiete Oberhalb von Arvigo, auf 1280 m ü. M., befindet sich der Weiler Landarenca, erreichbar mit der Seilbahn ab dem Dorf Selma. Hier hat sich ein bescheidener Tourismus etabliert, und von da gelangt man auch in die höher gelegenen Landwirtschaftsgebiete. Zwei örtliche Landwirte und eine Landwirtin aus der Nachbargemeinde bewirtschaften das Gebiet mit Rindvieh und Ziegen. Eine Landwirtschaftsstrasse führt nach Pian. Sie wurde in den 1950er- Jahren gebaut und ist mittlerweile nicht nur holprig und ohne genügenden Unterbau, sondern auch zu schmal. Die effiziente Nutzung der Berghänge ist aber Voraussetzung für den Erhalt der landwirtschaftlichen Betriebe die Nachfolge ist gesichert wie auch für den Schutz vor Vergandung und Verwaldung. Einsatz von Eigenmitteln Die Sanierung der Strasse sieht die Sicherung des Untergrunds und eine Verbreiterung auf 2,50 m vor. Das Material wird vor Ort gebrochen und zubereitet. An die Kosten von 220'000 Franken kann Arvigo 30'000 Franken aus eigenen Mitteln beitragen. Diese Mittel stammen aus einem historischen Armenfonds, den die Gemeinde für Unterhaltszahlungen an viele auswärtige Bürger zweckgebunden unterhalten hatte. Seit der neuen Gesetzgebung von 1996 müssen diese Mittel nicht mehr separat ausgewiesen werden und Arvigo kann einen Teil davon für Infrastrukturaufgaben einsetzen. Nach Abzug der Subventionen von Bund und Kanton bleiben aber noch 54'000 Franken zu finanzieren. Mit Ihrer Hilfe können wir Arvigo dabei unterstützen, seine Landwirtschaft zu erhalten und seine Finanzen für weitere Infrastrukturen einzusetzen. 9

10 Schon bald kann das Trinkwasser wieder bedenkenlos konsumiert werden. Surava packt die dringende Sanierung seiner Wasserversorgung an Die Trinkwasserversorgung von Surava ist gemäss Inspektionsbericht des Amts für Lebensmittelsicherheit in einem schlechten Zustand und genügt den gesetzlichen Anforderungen nicht mehr. konzept auszuarbeiten und in die Praxis umzusetzen sowie ein Sanierungskonzept mit Terminangaben für die Umsetzung zu erstellen. Surava hat ein Projekt erarbeitet, das die gesamte Sanierung in vier Etappen vorsieht, die bis 2017 realisiert werden. Surava, an der Durchgangsstrasse von Tiefencastel Richtung Landwassertal und Albulapass, hat eine Geschichte mit vielen Kapiteln. Der Name verweist auf die romanische Vergangenheit. Seit dem 12. Jahrhundert sassen verschiedene Herren und Vögte auf der Burg Belfort oberhalb des Dorfes. Im Schwabenkrieg 1499 verbrannten die Bündner die Burg, seither thront sie als Ruine über der Ortschaft. Im 19. Jahrhundert galt Surava mit Zwiebackfabrik, Zündholzfabrik, Mühle, Schmiede, Sägerei, Färberei und Kalkofen als kleines Industriezentrum. Bereits 1869 hatte Surava mit der Nachbargemeinde Brienz/Brinzauls fusioniert; nach 14 Jahren trennte man sich aber wieder. Weitere Kapitel folgen: Anfang 2015 wird Surava zusammen mit den Gemeinden Alvaneu, Alvaschein, Brienz/Brinzauls, Mon, Stierva und Tiefencastel zur neuen Gemeinde Albula/Alvra fusionieren. Wasser als Grundlage für das Gemeindeleben Die Gesamtkosten betragen 1'000'000 Franken. Der Kanton leistet einen Beitrag an das Löschwasser. Die Restkosten betragen 508'602 Franken ein happiger Betrag für die Gemeinde in der Finanzkraftgruppe 4. Im Hinblick auf die Sanierung hat Surava die Wasserzinsen bereits 2010 verdoppelt, eine weitere Gebührenerhöhung steht bevor. Trotzdem ist Surava auf Unterstützung angewiesen. Wir können Ihnen das Projekt ans Herz legen. Wir konnten bereits 140'000 Franken entgegenehmen. Wer hilft weiter? Gesetzlich vorgeschriebene Anforderungen Vor einem gewichtigen Kapitel steht Surava jetzt: die Sanierung der Trinkwasserversorgung. Ein grosser Teil der Anlagen wurde 1970 erstellt die Quellen wurden nur oberflächlich gefasst, das Reservoir «Pro Quarta» hat weder Abdichtung noch Isolation, Fernsteuerung und Qualitätsüberwachung; die Brunnenstube «Plaz Buanogn» muss von Hand gesteuert werden, die Felsenquelle «Caltgera» kann den Wasserbedarf des Quartiers nicht abdecken. Die Leitungen befinden sich in kritischem Zustand. Gemäss Verfügung des Kantons ist auch ein Qualitätssicherungs- 10

11 PROJEKTRÜCKBLICK Das Leben auf der Alp wurde für Mensch und Tier wesentlich erleichtert. Das Patriziato di Bedretto modernisiert die Alpe di Corno Für die Sanierung der Alphütte konnte die Gemeinde Bedretto mit der weiter oben gelegenen SAC-Hütte zusammenspannen und kam so zu einer günstigen Lösung. Das Val Bedretto hat schon immer einen etwas eigenen Weg eingeschlagen. Schon vor dem Jahr 1227 löste es sich von der Gemeinde Airolo. Während Jahrhunderten profitierte das Tal von der Handelsroute über den Nufenenpass im Norden und den San- Giacomo-Pass im Süden. Heute zählt die Gemeinde Bedretto auf dem Papier 89 Einwohner im Winter aber sind es kaum mehr als 25. Die Nufenen-Passstrasse ist dann gesperrt, und wegen Lawinen ist das Tal oft von der Aussenwelt abgeschnitten. Im Sommer hingegen kommen zahlreiche Touristen ins Tal von hier aus startet man zu erlebnisreichen Berg- und Höhenwanderungen auf beiden Talseiten. Den Alpbetrieb verbessern Das Patriziato di Bedretto, also die Ortsbürgergemeinde, wurde 1761 gegründet. Deren Aufgaben sind immer noch sehr umfangreich von den insgesamt 7519 Hektaren Gemeindegebiet sind 875 Hektaren Wald und 2302 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche. Mit der Sanierung der Alpe di Corno will nun das Patriziato den Alpbetrieb verbessern. Initiator des Projektes ist die SAC-Hütte Corno Gries. Diese muss ihre eigene Strom- und Wasserversorgung verbessern. Die Gelegenheit ist günstig, denn die etwas tiefer gelegene Alp kann auf das Projekt einsteigen und muss sich an den Kosten nur anteilsmässig beteiligen. Gleichzeitig will das Patriziato mit dem Einbau von WC, Dusche und Kochnische die Hütte für den Hirten verbessern. Ebenso legt sie eine Milchleitung zur Alpkäserei Cruina. Eine günstige Gelegenheit Die Kosten für Wasser-, Strom- und Milchleitung sowie die Sanierung der Alphütte betragen insgesamt 188'300 Franken. Die Subventionen von Bund und Kanton machen 126'041 Franken aus, es bleiben Restkosten von 62'259 Franken. Das Patriziato hat zwar finanzielle Reserven ihm stehen aber grosse Aufwendungen bevor: In zwei Jahren muss eine Inert-Material-Deponie, die heute noch Einnahmen bringt, geschlossen werden. Dabei werden hohe Kosten erwartet. Weiter stehen Aufgaben wie Aufforstungen und Lawinenschutz laufend an. Die Gelegenheit, mit der SAC-Hütte gemeinsame Sache zu machen, kommt also wie gerufen die Alpe di Corno kann zu einem relativ günstigen Preis langfristig gesichert werden. Dank der grosszügigen Unterstützung unserer Gönner konnte dieses Vorhaben finanziert werden. 11

12 PROJEKTRÜCKBLICK Was gibt es Schöneres als lachende Kinderaugen? Eine frohe Tauffeier am neu geschaffenen Spiel- und Begegnungsort in Elm Ein Tauffest der besonderen Art fand am Sonntag, 5. Oktober, bei der Kirche in Elm statt: Der 28 Tonnen schwere Stein, ein Sernifit, der bisher im Sernfbach gelegen hatte und seiner Form wegen als Sernfrössli bekannt war, erhielt den Namen «Martinsrössli». «Gib mir einen Namen», so lautete der Aufruf, den wir in der Patenschaft-Post vom Juni veröffentlicht hatten. Darin war die Geschichte des Steins geschildert. Rund 300 Millionen Jahre alt ist er, und er gehört zum UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona. Seine Form erinnert an ein Pferd, und seit Jahrzehnten trafen sich immer wieder junge Menschen dort verliebte, bekümmerte, glückliche... Jetzt liegt der Stein bei der Kirche Elm und ist Teil des neuen Spiel- und Begegnungsortes, der Jung und Alt, Einheimische und Besucher zusammenbringen soll. Den Aufruf versandte auch die Vereinigung Pro Elm an rund 1300 Schulen. Verbunden war er mit einem Wettbewerb, zu gewinnen gab es Tagespässe inklusive Verpflegung im Schneeparadies Elm. Rund 400 Einsendungen gab es, und die Jury ermittelte den schönsten, sinnigsten, zutreffendsten Namen. Vom Platz vor der Kirche sieht man hoch oben das sogenannte Martinsloch, ein geologisches Phänomen, dahinter liegt die Martinsmad, eine Wiese, die der heilige Martin jeweils gemäht haben soll, und ganz in der Nähe entspringt die Martinsquelle. Was gab es also Naheliegenderes, als dem Stein den Namen «Martinsrössli» zu geben hatten doch nicht weniger als sechs Einsenderinnen und Einsender diesen Namen vorgeschlagen! An einer schlichten, aber herzlichen Feier, geleitet von alt Ständerat Kaspar Rhyner, Präsident von Pro Elm, taufte der Pfarrer Beat Wüthrich den Stein. Selbstverständlich waren auch Gotte und Götti anwesend: Maya Ziegler aus Schwanden freute sich, dass der neu geschaffene Ort auch ein Kraftort sei und überbrachte ein Hufeisen als Glücksbringer, und Werner Blumer, Patenschaftsexperte, überreichte seinem steinernen Göttikind eine Fotosammlung. Die Elmer sollen dem Rössli jeweils die dazu passenden Geschichten erzählen. Vom ersten Moment an nahmen die Kinder den Stein in Besitz: Sie klettern und rutschen, sie sitzen und springen und zwischendurch scheinen sie ganz andächtig das Material zu spüren, und dann wird aus dem harten Stein ein Tresor voller Geschichten. Wir wünschen Elm viele interessante Begegnungen. Dank dem grosszügigen Engagement von Gönnerinnen und Gönnern konnten wir mit Franken zum Erfolg des Projekts beitragen. 12

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