Partnerschaften von Diözesen und Pfarrgemeinden mit Ländern der Dritten Welt Erfahrungen, Chancen, Aufgaben

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1 Harry Neyer (Hg.) Der ferne Nächste Partnerschaften von Diözesen und Pfarrgemeinden mit Ländern der Dritten Welt Erfahrungen, Chancen, Aufgaben Referate, Protokoll und Materialhinweise von der Jahrestagung der Diözesansachausschüsse "Mission, Entwicklung, Frieden" am 21./22. September 1990 in Königswinter Schriftenreihe Gerechtigkeit und Frieden der Deutschen Kommission Justitia et Pax D0K 32

2 Schriftenreihe Gerechtigkeit und Frieden Herausgeber: Deutsche Kommission Justitia et Pax Redaktion: Harry Neyer Der ferne Nächste Partnerschaften von Diözesen und Pfarrgemeinden mit Ländern der Dritten Welt - Erfahrungen, Chancen, Aufgaben. - Referate, Protokoll und Materialhinweise von der Jahrestagung der Diözesansachausschüsse "Mission, Entwicklung, Frieden" A m September 1990 in Königswinter. Hg. von Harry Neyer Schriftenreihe Gerechtigkeit und Frieden okurnentation ö Auflage 1994 Auslieferung: Justitia et Pax, Adenauerallee 134, Bonn Telefon (0228) , Telefax (0228)

3 Inhaltsverzeichnis Seite Zu den Autoren 4 Zur Einführung 5 Programm der Jahrestagung Protokoll der Jahrestagung Erstellt von Thomas Gerhards 9 Jakob Aigner Eröffnung und Einleitung der Jahrestagung Ergebnisse der Mini-Umfrage 23 Thomas Belke Wege suchen - Brücken schlagen - Hoffnung schenken: Die Partnerschaft der Erzdiözese Freiburg mit der Kirche Perus 25 Günter Bruder Die "10 Gebote" der Entwicklungszusammenarbeit 37 Wilhelm Otte Missionspartnerschaften von Gemeinden, Gruppen und Verbänden 39 Merkblatt für die Gestaltung von "Projektpartnerschaften" für Mission und Entwicklungshilfe Kurzbericht zum Stand der "Anderen Dienste im Ausland" nach Zivildienstgesetz 14b Materialien zum Thema "Partnerschaften" Informationen zu Projektpartnerschaften Informationen zu Partnerschaften der Diözesen 49 Teilnehmerliste der Jahrestagung

4 Die Autoren Thomas Belke (geb. 1961), Dipl.Theologe, studierte an der Universität Eichstätt Religionspädagogik und war ein Jahr in Peru im Rahmen der Gemeindepartnerschaft Dunningen-Chachapoyas tätig. Seine Diplomarbeit schrieb er über "Partnerschaft - ein kirchlicher Lernprozeß". Seit 1988 ist er Mitarbeiter im Referat Weltkirchliche Aufgaben des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg mit dem Schwerpunkt: Koordination und Begleitung der diözesanen Partnerschaft mit der Kirche Perus. Thomas Gerhards (geb. 1959), Dipl.-Theologe, Sozialwissenschaftler und Schreiner. War nach dem Studium in der Erwachsenenbildung, bei der Missionszentrale der Franziskaner, bei der Kampagne "Produzieren für das Leben - Rüstungsexporte stoppen" und als Schreiner tätig. Er bereitet sich zur Zeit bei der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) als Fachkraft für ein Projektvorhaben in Zaire vor. Wilhelm Otte (geb. 1932), Dr. phil., studierte Philosophie, Theologie, Anthropologie, Religionssoziologie und Afrikanistik. War 7 Jahre in der kirchlichen Missionsund Entwicklungsarbeit in Zentralafrika tätig sowie acht Jahre als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH). Gründer und Leiter des Arbeitskreises für interkulturelle Kommunikation (AKIK). Jetzt beim Internationalen Katholischen Missionswerk Missio in Aachen als Bildungsreferent tätig. Lehrauftrag für Entwicklungspolitik und internationale Kommunikation an der Fachschaft Ethnologie der Universität Trier.

5 - 5 _ Zur Einführung "Partnerschaft" ist in der Tat fast zum Modewort geworden. Unternehmer und Pfarrer, Familienväter und Polizeibeamte, Gemeindereferentinnen und Bankangestellte - alle wollen sich partnerschaftlich zu ihren Mitmenschen im näheren und weiteren Umfeld verhalten. Immer mehr wird bewußt, daß ein partnerschaftlicher Umgangsstil auch in der Kirche notwendig ist und von vielen erhofft wird, weil er nicht nur die mitmenschliche Begegnung erleichtert, sondern weil er letztlich der Würde des Menschen entspricht und die Identität des anderen achtet. Immer mehr bürgert sich der Begriff "Partnerschaft" auch ein für die zunehmenden Kontakte zwischen der Kirche hierzulande und in der Dritten Welt, zwischen Pfarrgemeinden, Diözesen, Schulen und Verbänden. Doch nicht alles, was sich mit dieser Bezeichnung schmückt, wird dem hohen Anspruch gerecht, den das Wort "Partnerschaft" signalisiert. Daher war es sicher an der Zeit, daß die Diözesansachausschüsse "Mission, Entwicklung, Frieden" in ihrer Jahrestagung 1990 erneut Fragen der Partnerschaften von Diözesen und Pfarrgemeinden mit Ländern der Dritten Welt erörterten. Welche Erfahrungen gibt es bisher? Welche Chancen weltkirchlicher Begegnung und interkultureller Kommunikation bieten Partnerschaften? Wie kann man sich darauf vorbereiten, welche Bedingungen müssen geschaffen werden, welche Fehler gilt es zu vermeiden? Welche Hilfen dazu sind "hilfreich"? Der vorliegende Bericht vermittelt die bei der Jahrestagung gehaltenen Referate und gibt die Überlegungen und Anregungen in Form eines Protokolls wieder. Schon 1986 hatten sich die Diözesansachausschüsse "Mission, Entwicklung, Frieden" mit dieser Thematik befaßt. Die damals etwas provozierend formulierte These "Partnerschaft ist kein Projekt, Partnerschaft ist eine Lebensweise" gab die richtige Orientierung: Die materielle und finanzielle Hilfe ist nicht Zweck der Partnerschaft, sondern sie sollte eingebaut sein in die partnerschaftlichenbeziehungen, in die menschlichen Begegnungen, in den geistigen Austausch. Es geht um den Menschen, der "immer mehr als eigentlicher Bezugspunkt des Handelns gelten muß" (Otte), gerade auch, wenn eine Partnerschaft aus dem Glauben geformt und aufgebaut wird. Beglückend nahe an der Zielvorstellung einer solchen Partnerschaft wäre es, wenn die Menschen hüben und drüben in dieser Partnerschaft eine Bestärkung ihres Glaubens erfahren dürften.

6 - 6 - In der Jahrestagung ist auch deutlich geworden, daß eine Partnerschaft Anforderungen und Aufgaben an beide Partner stellt: sie wächst nicht allein, sondern bedarf der behutsamen Pflege und Förderung. Es gibt Partnergemeinden, die hüben und drüben einen Baum gepflanzt haben, um diese Sorge und Pflege zu versinnbildlichen, denn gerade junge Pflanzen benötigen immer wieder einen Guß Wasser. So wurde auch besonders anerkennend herausgestellt, daß einige Diözesen die Partnerschaften von Gemeinden mit Beratung, Hilfe und Begleitung fördern. Daher hatten wir auch die Erzdiözese Freiburg gebeten, exemplarisch ihre Bemühungen in der Partnerschaft zur Kirche in Peru darzustellen. Es käme eigentlich jeder Diözese zu, in ähnlicher Weise Sorge zu tragen und Hilfen anzubieten, daß sich die Partnerschaften ihrer Pfarrgemeinden gut entwickeln. Wie immer diente die Jahrestagung auch dem Informationsaustausch zwischen den Diözesansachausschüssen und den kirchlichen Werken. Auch dieser Teil der Tagung ist im Protokoll dokumentiert. Für die Erstellung des Protokolls danke ich Herrn Thomas Gerhards sehr. Dank auch allen Referenten und Teilnehmern, die zum Gelingen der Jahrestagung beigetragen haben. Bonn, im Juli 1991 Harry Neyer

7 Deuticne offiniffion JuitiLia et. PGH Justitia et Pax, Kaiserstraße 163, 5300 Bonn 1 Der ferne Nächste Partnerschaften von Diözesen und Pfarrgemeinden zu Kirchen in den Ländern der Dritten Welt: Erfahrungen, Chancen, Aufgaben Arbeitstagung der Diözesansachausschüsse "Mission, Entwicklung, Frieden" am 21./22. September 1990 in Königswinter Programm Freitag, 21. September Uhr Uhr Anreise bis Uhr oder am Vorabend Eröffnung, Begrüßung, Einführung Msgr. Jakob Aigner Zielvorstellung, Aufbau und Förderung einer Partnerschaft der Diözese und der Pfarrgemeinden - Beispiel und Erfahrungen der Partnerschaft zwischen der Erzdiözese Freiburg und der Katholischen Kirche in Peru Referent: Thomas Belke, Erzbischöfliches Ordinariat, Freiburg Referat Weltkirchliche Aufgaben Uhr Partnerschaft als Notwendigkeit und Chance weltkirchlicher Orientierung Referent: Dr. Willi Otte, Missio Aachen Uhr Mittagessen Uhr. Aussprache zu den Referaten Uhr Kurzberichte und Informationen - Menschenrechte: eine notwendige Dimension in Partnerschaften (Gabriela M. Sierck) - Beispiel Aachen: Erfahrungen aus der Partnerschaft zu Kolumbien (Stephan Miethke) - Beispiel Münster: Erfahrungen aus der Partnerschaft zu drei Diözesen in Nord-Ghana (Hubert Lenich) - Partnerschaften: Erfahrungen aus der Sicht von Misereor (Klaus Piepel)

8 15.30 Uhr Vorschlag für Arbeitsgruppen (Kaffee in den Gruppen) Uhr Abendessen 1. Aufgaben auf diözesaner Ebene (Leitung: Hubert Lenich) 2. Umsetzung des Partnerschaftsgedankens in den Pfarrgemeinden (Leitung: Jürgen Schwitalla) 3. Zusammenarbeit im Aufgabenfeld Menschenrechte (Leitung: Lothar Harles) 4. Stellenwert der materiellen Unterstützung im Rahmen von Partnerschaften (Leitung: Thomas Belke) Uhr Berichte aus den Arbeitsgruppen Diskussion von Empfehlungen Zusammenfassung und Abschluß des Hauptthemas Uhr Geselliges Zusammensein Samstag, 22. September Uhr Eucharistiefeier 8.30 Uhr Frühstück 9.15 Uhr Informations- und Erfahrungsaustausch 1. "Weltkirche" auf dem Katholikentag Berlin 2. Andere Dienste nach 14b Zivildienstgesetz und Sozialer Dienst für Frieden und Versöhnung (SDFV) - Sachstand Kurzbericht: Pfarrer Seifert, Zentralstelle Pastoral der DBK 3. Planungen und Vorhaben von Justitia et Fax 4. Planungen und Vorhaben der kirchlichen Werke 5. Stand der Vorbereitungen für die 4. Vollversammlung der lateinamerikanischen Bischöfe 1992 in Santo Domingo (Dr. Hans Czarkowski) 6. Verschiedenes Uhr Abschluß, Auswertung und Kritik zur Tagung, Vorschläge für die Arbeitstagung Uhr Mittagessen Tagungsstätte Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK) der Stiftung Christlich-Soziale Politik, Johannes-Albers-Allee 3, 5330 Königswinter 1, Telefon (02223) 73-0 Veranstalter Deutsche Kommission Justitia et Pax, Kaiserstraße 163, 5300 Bonn 1, Telefon (0228) , FAX (0228) Leitung Msgr. Jakob Aigner, Geschäftsführer Justitia et Fax

9 9 PROTOKOLL Freitag 21. September 1990, Vormittag (Aufgrund von Verkehrsbehinderungen und damit verbundener verzögerter Anreise der Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurde zunächst der Tagesordnungspunkt 'Informations- und Erfahrungsaustausch' vorgezogen. Diese Beiträge sind im Protokoll erst an späterer, geeigneter Stelle zu finden, vgl. Tagesordnung.) Zur Begrüßung wies Msgr. Jakob Aigner, Geschäftsführer der Deutschen Kommission Justitia et Pax und Tagungsleiter, auf die aktuelle Bedeutung des Themas 'Partnerschaften' hin, da das öffentliche Interesse für die Dritte Welt angesichts der Entwicklungen in Osteuropa abnehme. Mit der Einladung zur Tagung wurde eine kurze Umfrage zum Thema an die Diözesen versandt. Die unvollständigen und unterschiedlichen Antworten lassen einige Tendenzen erkennen: - Ein Verständnis für Partnerschaften oder Patenschaften ist vorhanden. Das Spektrum reicht vom oberflächlichen Gebrauch bis hin zur theologischen Reflektion des Begriffes Partnerschaft. - Der Schwerpunkt liegt nach wie vor bei der materiellen Hilfe. Am schwierigsten scheint der spirituelle Austausch im Glauben. Entscheidend ist, wie stark die Diözesanleitung die Partnerschaft fördert. In keiner Diözese scheint exakt bekannt zu sein, welche Gemeinden wohin Partnerschaften unterhalten. - Oft ist die Partnerschaft von Einzelpersonen initiiert, die damit Filter und Vermittler für Informationen sind. In diesem Fall beschränkt sich die Partnerschaft auf materielle Zuwendungen. - Auf Gemeindeebene entsteht der Eindruck, daß die Partnerschaft von Einzelpersonen getragen wird. Auch dort, wo der Pfarrgemeinderat die Partnerschaft mitträgt, ist nicht sicher, daß sich dies auch im Gemeindeleben widerspiegelt. Der Text der Einführung steht auf Seite 23. ES FOLGT DER VORTRAG VON THOMAS BELKE (siehe Seite 25) ES FOLGT DER VORTRAG VON DR. WILLI OTTE (siehe Seite 39) (Anstelle seines vorbereiteten Vortrags trägt Dr. Otte einige Gedankengänge frei vor, das Manuskript ist auf S.39 zu finden) 1. In der entwicklungspolitischen Diskuss'on von Grundbedürfnissen wird häufig ein Begriff der Armut verwandt, der problematisch ist, da es keine 'Armut an sich' gibt, sondern vielmehr arme Menschen. Und Menschen haben nicht nur physische Grundbedürfnisse, sondern Menschen sind zutiefst geistig-religiös geprägt. Diese Dimension wird jedoch zumeist ausgeblendet, wenn es um Entwicklung geht. 2. Es fragt sich ob wir "Partnerschaft" erst jetzt entdecken. In anderen Kulturen haben wir Wege von Menschsein vor uns, die andere, alternative Wege des Menschseins sind. Denn "die Menschheit ist mehr, als nur eine Kultur ausfüllen kann". Aus dieser Sicht heraus ergibt sich, daß es keine unterentwickelten Menschen geben kann. Dies hat Folgen für die Entwicklungshilfe und die Entwicklungszusammenarbeit.

10 Man kann z.b. nicht von der afrikanischen Kultur sprechen, denn es gibt ungefähr 2000 verschiedene afrikanische Kulturen. Im Unterschied zum europäischen "aufgeklärtem" Denken vom Individuum her setzen afrikanische Kulturen anders an: Ganzheitlichkeit ist hier nicht die Summe von Einzelerfahrungen, sondern eine andere Wirklichkeitserfahrung des Volkes, das in seinem Lebensraum mit Gott verbunden und auf Gott bezogen ist. Daraus folgt, daß eine solche Lebenswelt geistig-religiös verwurzelt ist und sich damit eine starke, religiös verwurzelte Gemeinschaftsbezogenheit ergibt. Aus dieser Denkweise heraus wird in Afrika Kirche verstanden und erfahren. Kirche ist also ein existentiell notwendiger Teil des Lebens. Weltkirche ist daher existentielle Gemeinschaft für die Menschen dieser Kulturen. Ist diese Sicht von Kirche in Europa nicht gegeben, so bleibt jede Partnerschaft "von oben herab" und mißverständlich, da ein unterschiedliches Verständnis von Partnerschaft vorliegt. Daher kann der Begriff "Partnerschaft" in gewissem Sinne eine "Verführung" darstellen. Wenn wir uns also im Sinne von Partnerschaft auf diese Kulturen zubewegen, so müssen wir als wichtige Voraussetzung zunächst unsere eigenen Positionen überprüfen. Mögliche Ursachen für Mißverständnisse: - Afrikanische Kulturen sind WORT-Kulturen, keine Schriftkulturen, wie die unsere. Im Briefverkehr können sich daraus Probleme ergeben. Eine solche Partnerschaft erfordert direkte Begegnung, das Gespräch, sie braucht ein Gesicht. Allein durch schriftliche Kontakte kann keine Partnerschaft wachsen! Das Anliegen "Hilfe zur Selbsthilfe" ist falsch, so Dr. Otte. Es werden auf diese Weise unsere Wertvorstellungen auf andere Kulturen übertragen. Die Kenntnis von anderen Kulturen ist bei uns viel zu gering. - Es gibt einen "falschen Darwinismus" bei uns: Nämlich die Vorstellung, daß der Endpunkt der Entwicklung der weiße Mensch sei und alles andere Übergangsstadien dahin. In Bezug auf die christliche Religion bedeutet dies: Niemand muß Europäer werden, um Christ zu sein (Das Problem sei im Übrigen schon auf dem ersten Apostelkonzil in Jerusalem geklärt worden. Damals wurde beschlossen, daß niemand zuerst Jude werden mußte, um Christ zu werden). Dr. Otte betont: Der große überkulturelle Bezugspunkt ist Christus. Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesen Überlegungen? - Partnerschaft ist notwendig, und sie muß "gebaut" sein aus interkulturellem Verständnis. - Die personelle Seite der Entwicklungshilfe muß den Schwerpunkt bilden, da dabei Menschen in Kontakt kommen und kultureller Austausch stattfindet. - Dr. Otte sieht eine entscheidende Entwicklung in weltkirchlicher Richtung, bei der Europa ein immer kleinerer Teil sein wird. Bleiben wir bei der Auffassung, daß Entwicklung nur über Europa laufen darf, so wird es uns wie den Judenchristen gehen: sie verschwanden. - Entscheidender Motor für die Verbindung der Völker sind die 'Neltkirche und Glaube an Christus. Es bedarf also nicht einfach der Partnerschaft, sondern der interkulturellen Begegnung. Dazu gibt es keine Alternative.

11 Freitag, 21.September 1990, Nachmittag KURZBERICHTE UND INFORMATIONEN 1. MENSCHENRECHTE: EINE NOTWENDIGE DIMENSION IN PARTNERSCHAFTEN Frau Sierck (Deutsche Kommission Justitia et Pax, Bereich Menschenrechte): In den letzten Jahren haben sich die Formen der Menschenrechtsverletzungen und damit auch die Menschenrechtsarbeit verändert: Politische Gefangene (oder extralegale Inhaftierungen) stehen nicht mehr im Zentrum der Menschenrechtsarbeit, sondern politischer Mord, Entführung, Verschwindenlassen, Einschüchterungen usw. Diese Entwicklung macht die Arbeit schwieriger, weil viel mehr "kriminalistische Arbeit" erforderlich ist, um die Fälle zu recherchieren. Seit Einrichtung des Referates Menschenrechte bei Justitia et Pax ist die Inanspruchnahme von Informationen professioneller Menschenrechtsorganisationen (amnesty international, ACAT usw.) aufgrund ihrer Zuverlässigkeit stärker geworden. Das Referat Menschenrechte ist leider nicht in der Lage, alle Anfragen (d.h. Hilferufe) zu bearbeiten. So gab es z.b etwa 1000 Anfragen wovon 63 bearbeitet werden konnten. Daher schlägt Frau Sierck vor, die ivienschenrechtsarbeit bei Partnerschaften einzubinden. Sie bietet dazu die Hilfestellung des Referats Menschenrechte von Justitia et Pax an. 2. BEISPIEL AACHEN: ERFAHRUNGEN AUS DER PARTNERSCHAFT ZU KOLUMBIEN Herr Mietke stellt zusammen mit Herrn Kersting die Arbeit des Diözesanrats Aachen vor: Seit 25 Jahren wurde die Priesterausbildung in Kolumbien durch das Bistum und den BDKJ Aachen unterstützt gründete der Diözesanrat erstmals eine eigene Arbeitsgruppe zur Partnerschaft mit Kolumbien mit dem Ziel einer besseren Vernetzung all derjenigen, die sich in der Diözese mit dem Thema beschäftigten. Tätigkeiten der Arbeitsgruppe und des Diözesanrats: - Stellung von Material, Informationen, Referenten. - Sie geben mehrmals im Jahr ein Kolumbien-Info heraus; Erstinformationen für -Einsteiger', ferner für Gemeinden ein Informationsblatt und Hilfen zum Einstieg in eine Partnerschaft. - Menschenrechtsarbeit, da man zu den Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien einfach nicht schweigen kann. - Aktivitäten zum Tag der Menschenrechte. - Veranstaltungen über Kolumbien im Bistum Aachen mit Besuchern und Gästen aus Kolumbien. Udo Schäfer nahm für die Arbeitsgruppe an einer Besuchsreise von Pax Christi nach Kolumbien teil. Es wurde ein Solidaritäts-Fonds zur Unterstützung von Opfern von Menschenrechtsverletzungen eingerichtet. Sie informieren Politiker, die Bundesregierung und das Auswärtige Amt über Menschenrechtsverletzungen und versuchen darüber politischen Druck auszuüben. Jeden Monat wird ein "urgent-action"-fall (amnesty international) innerhalb der Diözese bearbeitet. - Sie suchen die Kooperation iiiit anderen kirchlichen und nichtkirchlichen Gruppen. Ein Höhepunkt war in diesem Jahr ein Kolumbien-Tag in Aachen mit 200 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Schwierigkeiten: - Die Arbeitsgruppe arbeitet sowohl ohne Einbindung in die Aachener Bistumsleitung als auch ohne Kontakt zur Hierarchie der kolumbianischen Kirche. - Aufgrund des Schwerpunkts Menschenrechte wird ein einseitiges Bild von Kolumbien vermittelt, das die Kultur und Schönheiten des Landes übersieht.

12 BEISPIEL MÜNSTER: ERFAHRUNGEN AUS DER PARTNERSCHAFT ZU DREI DIÖZESEN IN NORD-GHANA (Diese Partnerschaft war bei der Jahrestagung 1985 schon thematisiert worden, vgl. Protokoll "Partnerschaften zur Dritten Welt" vom April 1986, herausgegeben von Justitia et Pax, Bonn) Herr Lenich berichtet: Es handelt sich um eine Partnerschaft des gesamten Bistums zu den drei Diözesen in Nord-Ghana in Absprache mit den Hilfswerken und der Bistumsleitung. Ghana wurde gewählt, weil aufgrund einer Umfrage festgestellt wurde, daß zu Afrika kaum Kontakte bestanden. Positiv wurde nach anfänglichem Zögern von den ghanaischen Partnern aufgenommen, daß der finanzielle Aspekt keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen sollte. Angestrebt wurde ein gegenseitiger Austausch über die jeweilige Einbindung in die eigenene Lebensbezüge. 15 Pfarrgemeinden sind inzwischen eine Partnerschaft eingegangen. In den Gemeinden gibt es Gruppen und Engagierte, die die Partnerschaft langfristig tragen. Wichtig ist ein klarer Beschluß des Pfarrgemeinderates. Erfahrungen: - Partnerschaft achtet die andere Kultur, hinterfragt eigene Werte und motiviert, für Menschenrechte einzutreten. Partnerschaft bringt Leben in die Gemeinde und erweitert deren Erfahrungshorizont. - Eine Partnerschaft kann nicht aufzwungen werden, sie muß langsam über Jahre wachsen. Die Partnerschaft lebt von der persönlichen Begegnung, erkaufen läßt sie sich nicht. Die Aufmerksamkeit für Ghanaer, die in Deutschland leben ist gestiegen. Größere Zusammenhänge kommen in den Blick: Rüstungsexporte, Asylfragen, Weltwirtschaftsordnung und Fragen der Glaubensverbreitung. - Wie wird die Partnerschaft gefördert? Durch Besuch einer Delegation der Diözese iviünster in Nordghana, Austausch von Priestern, durch einen Ghana-Rundbrief, Materialmappen und eine ivlediothek. Das Bistum war zudem bereit, sowohl die Bildungsarbeit als auch die Begegnungen finanziell zu fördern. 4. PARTNERSCHAFTEN: ERFAHRUNGEN AUS DER SICHT VON M1SEREOR Herr Piepel berichtet: Die Idee von Projektpartnerschaften entstand zwischen 1975 und 1980 mit der Zielvorstellung, konkrete Bezüge für die Menschen und Spender hier herzustellen, um so zur Bewußtseinsbildung beizutragen, da erfahrungsgemäß das Interesse an entwicklungspolitischen Fragen wächst, wenn konkrete Bezüge existieren. Die Projektpartnerschaften werden angeregt und betreut durch einen regelmäßigen Rundbrief und je nach Bedarf durch zusätzliche Unterlagen, Vorträge usw. Statistische Angaben: Es wurden 471 Projekte aus allen Kontinenten angeboten. Die Spenden kamen zumeist aus dem Bistum Limburg (ca DM) gefolgt von Köln, Aachen und Münster. Dabei wurden insgesamt 4,7 Mio DM aufgebracht. Eine Projektpartnerschaft ist streng zu unterscheiden von einer Partnerschaft: Bei der Projektpartnerschaft geht es um eine zeitlich begrenzte Finanzierung in einem überschaubaren Rahmen. Bei einer Partnerschaft handelt es sich dagegen um eine dauerhafte Verpflichtung, wobei finanzielle Gesichtspunkte eine untergeordnete Rolle spielen. Probleme: - Eine Konkurrenz beider Formen kann da auftreten, wo Diözesanpartnerschaften ohne Rücksprache mit den Hilfswerken betrieben werden. Manchmal wird die Fastenaktion der Hilfswerke auch dazu genutzt, für Partnerschaften der eigenen Pfarrei Spenden zu sammeln.

13 Misereor ist nicht in der Lage, zu den hiesigen Projektpartnern kontinuierlichen Kontakt zu halten, weil jährlich fast 500 Projekte von 2 1/2 Personalstellen betreut werden. - Misereor wird zunehmend mit "Entwicklungsruinen" konfrontiert, die von Pfarrgemeinden auf eigene Faust gefördert wurden. Oft wird erst dann fachlicher Rat bei den Hilfswerken geholt, wenn das Projekt nicht funktioniert oder Gelder nicht entsprechend eingesetzt wurden oder einfach verschwanden. Dies gilt jedoch weniger für diözesane Partnerschaften als für "wilde" Gemeindepartnerschaften, die über private Kontakte, Reisen usw. entstanden sind. Daher sein Appell: Bei allen größeren Projekten sollte darauf hingewiesen werden, daß die Hilfswerke um fachlichen Rat gebeten werden, uni ein Scheitern der Projekte zu vermeiden. Er verweist auf das mit Zustimmung der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebene merkblatt für die Gestaltung von Projektpartnerschaften (siehe Seite 43). AUSSPRACHE zum Vortrag von Herrn Belke: Frage nach der Größenordnung der Partnerschaften der Erzdiözese Freiburg und nach dem Partner in Peru: BELKE: Es gibt etwa 1000 Gemeinden in der Erzdiözese, davon haben 90 Kontakt nach Peru. Darüberhinaus gibt es noch weitere Partnerschaften von Gemeinden in andere Länder. Partner ist die gesamte Kirche von Peru, da es dort ungefähr genauso viele Gemeinden gibt wie in der Erzdiözese Freiburg. War der Vortrag Programmatik oder empirischer Befund? BELKE: Sein Vortrag beschrieb Partnerschaften, die etwa ein Drittel aller Partnerschaften der Erzdiözese ausmachen. Teilweise wird unter Partnerschaft aber auch von beiden Seiten eindeutig Finanzhilfe verstanden. Der Punkt der materiellen Hilfe ist aus seiner Sicht der schwierigste: Einerseits sollten finanzielle Zuwendungen in angemessener Form integriert sein, andererseits sollten sie nicht alles dominieren. Wer in Peru weiß von der Partnerschaft mit Freiburg, und nach welchen Prioritäten werden Kontakte vermittelt? Wer ist die Kontaktperson in Peru? BELKE: Die Partnerschaft wird von der peruanischen Bischofskonferenz begrüßt, und die Anfragen kommen von Bischöfen, die z.b. eine Liste der ärmsten Gemeinden nach Freiburg sandten. Das heißt, es wurde durch die Partnerschaft materielle Zuwendung E artet. Die Kontaktperson/Vermittler für die Partnerschaften in Peru ist ein Deutscher. Leider gibt es bisher noch keinen Peruaner für diese Aufgabe. Die Auswahl der Gemeinden durch eine deutsche Kontaktperson wurde für problematisch gehalten. Die Kirche in Peru ist sehr unterschiedlich orientiert. Sie schwankt zwischen Befreiungstheologie und Opus Dei. Gibt es dadurch nicht Probleme? BELKE: Ja, es gibt Probleme. Von Freiburg aus versuche er daher, "passende" Gemeinden miteinander in Kontakt zu bringen.

14 Weshalb gibt es in den Regionen von Peru, die von der Terrorbewegung "Leuchtender Pfad" kontrolliert werden, keine Partnerschaften? BELKE: Die Partnerschaften wurden aufgebaut, als sich diese Regionen schon im Kriegszustand befanden, von daher gab es dorthin von vornherein Kommunikationsprobleme. zum Vortrag von Dr. Otte: (der allerdings nicht mehr anwesend war) Es wurde an einen Gedanken von Oswald von Nell-Breuning erinnert: "Die Voraussetzung von Solidarität ist die existentielle Gemeinschaft." zum Kurzbericht über die Partnerschaft mit Ghana: Welchen Stellenwert sollen finanzielle Zuwendungen bei einer Partnerschaft spielen? LENICH : Finanzielle Zuwendungen waren zu Beginn der Partnerschaft nicht vorgesehen. Werden solche heute doch praktiziert, so muß sichergestellt sein, daß beide Seiten diese Hilfe wünschen und daß zweitens ein konkretes Projekt vorliegt. SCHWAB: Eine Partnerschaft sollte sich am persönlichen Kontakt festmachen, nicht an finanziellen Zuwendungen. Zu Beginn der Partnerschaft wurde in den Gemeinden viel diskutiert, ob eine Besuchsreise wichtiger sei, als eine Spende, bis die Leute einsahen, daß eine Partnerschaft unbedingt "ein Gesicht" brauche, also den persönlichen Kontakt erfordere. ARBEITSGRUPPEN AG 1 Aufgaben auf diözesaner Ebene AG 2 Umsetzung des Partnerschaftsgedankens in den Pfarrgemeinden AG 3 Zusammenarbeit im Aufgabenfeld Menschenrechte AG 4 Stellenwert der materiellen Unterstützung im Rahmen von Partnerschaften BERICHTE AUS DEN ARBEITSGRUPPEN BERICHT AG 1: AUFGABEN AUF DIÖZESANER EBENE Welche Strukturen sind auf Diözesanebene notwendig? - Ein Trägerkreis von beteiligten Verbänden - Ein Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamtlichen, denn bloße Verwaltungsapparate verhindern eine echte Partnerschaft Eine Partnerschaft ist in verschiedener Intensität möglich. Oft besteht ein zu hoher Anspruch nach deutscher Perfektion, diese flächendeckend für die Diözese zu organisieren. Die Partnerschaft kann helfen, die eigenen Strukturen kritischer zu sehen. Eine Partnerschaft muß persönlich sein. Gegenseitige Besuche sind wichtig.

15 BERICHT AG 2: UMSETZUNG DES PARTNERSCHAFTSGEDANKENS IN DEN PFARRGEMEINDEN - Eine Liste mit Umsetzungsideen aus der Diözese Münster wurde für gut befunden, wäre aber ergänzungsbedürftig. - Die finanzielle Ebene sollte von der Partnerschaft getrennt werden. Mehr Gewicht sollte dagegen auf ein Überdenken des eigenen Lebensstils der Gemeinde gelegt werden: "Anders leben, damit andere leben!" - Auf Gemeindeebene könnte dann ein Solidaritätsfonds geschaffen werden, der in Zusammenarbeit mit Misereor Projekte des Partners finanziert. BERICHT AG 3: ZUSAMMENARBEIT IM AUFGABENFELD MENSCHENRECHTE - Bei den existierenden diözesanen Partnerschaften handelt sich in der Mehrzahl um Länder, in denen Menschenrechte mißachtet und verletzt werden. - Vertreter von Sachausschüssen MEF aus Mainz, München und Trier wollen die Einbeziehung von Menschenrechtsfragen in die Partnerschaft in nächster Zeit an einem Einzelfall versuchen. Beim Diözesanrat Aachen gibt es schon seit einigen Jahren in Bezug auf Kolumbien eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Justitita et Pax. - Es wird angeregt, daß auch Sachausschüsse anderer Diözesen Menschenrechtsarbeit in ihre jeweiligen Partnerschaften einbeziehen sollten. BERICHT AG 4: STELLENWERT DER MATERIELLEN UNTERSTÜTZUNG IM RAHMEN VON PARTNERSCHAFTEN Die Arbeitsgruppe entwickelte fünf Thesen: 1. Die Spendenmentalität ist ein pädagogisches Problem in Partnerschaften. Ausgangspunkt ist dabei, daß Mission schon seit Generationen als Geldbeziehung bestand, daß Spenden aller Art 'für die Mission' gesammelt wurden. 2. 'Geld in der Partnerschaft muß thematisiert und reflektiert werden. Ein Verzicht auf finanzielle Zuwendungen in der Anfangsphase einer Partnerschaft kann die gegenseitigen Beziehungen wachsen lassen. 3. Geld gehört zur Partnerschaft dazu. Wesentlich ist aber, wie es 'kanalisiert' wird: - Um Wohlstandsinseln zu verhindern, ist es wichtig, das Geld in Absprache mit den Ortskirchen zu transferieren. - Ziel ist eine regionale Entwicklungsplanung, keine Störung einer solchen regionalen Entwicklung. - Eine Möglichkeit ist das Splitting von Spenden, wobei 50% der Partnergemeinde zugehen und die andere Hälfte der zuständigen Diözese. - Wichtig ist auch die Fachberatung durch die Hilfswerke, die auch die Abwicklung und 'Kanalisierung' der Gelder übernehmen können. 4. Kein Geld ohne politische Solidarität! Politische Solidarität bedeutet: Menschenrechtsarbeit, Bemühungen um Bewußtseinsbildung, Änderung des eigenen Lebensstils, entsprechend Umgang mit Asylbewerbern hier usw. Diese Bedingung gilt deshalb, weil Geld sehr schnell eine Entschuldigungsfunktion einnehmen kann und Spendensarnlung der schnellen Entlastung des Gewissens und der Vermittlung von Erfolgserlebnissen dient, wogegen Bildungsveranstaltungen oftmals keine konkreten Resultate erbringen und sichtbare Erfolge vermissen lassen. (Prof. Metz, bezeichnete Geld z.b. als "achtes Sakrament mit saivatorischer Funktion". 5. Wir können spirituelle Impulse aus den Partnerkirchen nicht kaufen! Deutsche Gemeinden müssen ihre Identität, ihre Probleme und Erfahrungen in die Partnerschaft einbringen (z.b. ein ausführlicher brieflicher Austausch über das jeweilige Gemeindeleben mehrmals im Jahr). Die Gefahr der Idealisierung des kirchlichen Lebens der Dritten Welt muß ebenfalls gesehen werden.

16 AUSSPRACHE ZU DEN GRUPPENBERICHTEN: Die Aussprache bezieht sich im wesentlichen auf drei Punkte: - Stellenwert und Art der Menschenrechtsarbeit. - Wie können politische Dimensionen Eingang in die Partnerschaftsarbeit finden? - Stellenwert finanzieller Zuwendungen bei Partnerschaften. Stellenwert und Art der Menschenrechtsarbeit: - Ms!z Fi. Ai_gner weist darauf hin, daß es auch eine mögliche Form temporärer Partnerschaft sei, ein konkretes Menschenrechtsproblem zu verfolgen. - Von mehreren Seiten wird das Verständnis der Menschenrechtsarbeit kritisiert, Menschenrechtsverletzungen gehen weit über das Problem von Folter, Mord und individueller Verfolgung hinaus. Eigentlich gebe es Menschenrechtsverletzungen unterschiedlicher Art in allen Ländern. Man denke nur an soziale, kulturelle oder ökonomische Menschenrechte. Insofern gebe es bei jeder Partnerschaft die Möglichkeit zu Menschenrechtsarbeit. Dies sei deswegen von Bedeutung, weil so eine Verengung des Partnerschaftsgedankens vermieden werde und generelle Probleme des Partnerlandes thematisiert werden. - Frau Sierck weist darauf hin, daß dies allerdings Konflikte mit dem eigenen Ordinariat oder mit der Ortskirche des Partners hervorrufen könne. Auch sei es schwierig, Menschenrechtsarbeit abstrakt anzugehen. Erst wenn konkrete Personen betroffen sind, das Unrecht einen Namen bekommt oder klar sichtbar wird, dann entsteht Betroffenheit und Aktivität. Konkrete Ansatzpunkte sind daher wichtig. - Heftige Kritik zu dieser Sichtweise äußert Pfarrer Ghansah (Ghana): Man könne in Europa viel von Menschenrechtsverletzungen reden, aber es würde nicht bedacht, daß die Täter gestützt würden: Durch die USA, UdSSR oder Europa, von denen sie Waffen und andere Geräte (z.b. Polizeiausrüstung) bezögen. Wenn man Menschenrechtsarbeit machen wolle, dann hier in Europa! Nötig sei ein Verbot von Rüstungsexporten, Kontrolle von Fluchtgeldern, usw. Pf r. Ghansah fragt, weshalb viele Eltern in Entwicklungsländern ihre Kinder nicht ernähren können, obwohl sie viel und hart arbeiten? Der eigentliche Grund sei, daß ihnen die Strukturen der Weltwirtschaft kein menschenwürdiges Einkommen ermöglichen! Daher seine Meinung: Hier, in Europa, muß Menschenrechtsarbeit beginnen, und nicht mittels Petitionen und Briefen, gerichtet an Regierungen in der Dritten Welt. - Msgr. Aigner entgegnet, daß viele Anfragen mit der Bitte um Hilfe aus den betroffenen Ländern selbst kommen. Man könne nicht warten, bis irgendwann eine neue Weltwirtschaftsordnung errichtet wird. Natürlich sei dies notwendig, aber man müsse eben auch aktuell und direkt aktiv werden. Es sei wirklich erschreckend, wie oft das Gewehr G3 (gefertigt von oder mit Lizenz der deutschen Firma Heckler und Koch) in solchen Ländern zu sehen sei. Dies müsse endlich unterbunden werden. Leider gebe es zuviel Angst bei kirchlichen Institutionen, dieses Problem des Rüstungsexports anzufassen. Justitia et Pax machte die Erfahrung in Bezug auf Südafrika, daß eine eigene entsprechende Initiative lange von oben abgeblockt wurde. Es müsse in dieser Hinsicht wirklich mehr geschehen. Aber: Es bedarf daneben vor allem auch Gruppen, die sich konkreter Einzelfälle annehmen. - Frau Sierck ergänzt, daß eine solche Menschenrechtsarbeit oft eine "Durchlauferhitzerfunktion" habe. Bei der Befassung mit Menschenrechtsverletzungen tauche die Frage nach den Ursachen der Menschenrechtsverletzungen auf. Die Beteiligung deutscher Banken und Industrieunternehmen, als Finanziers und Waffenlieferanten einer verbrecherischen Regierung werde festgestellt. Umfassendere Fragestellungen kommen also ganz von selbst. Wie können politische Dimensionen Eingang in die Partnerschaftsarbeit finden? Die Form traditioneller christlicher Zuwendung zu den Armen ist das Geben von Almosen. Wie könne man z.b. Gruppen, die jahrelang "Häkeldecken für Tansania"

17 gemacht haben, dazu bringen, entwicklungspolitische Dimensionen der Armut dort zu erkennen? Dieser Schritt könnte von diözesanen Partnerschaften vorangebracht werden. Die Ansichten dazu sind unterschiedlich: Das bloße Almosengeben sollte akzeptiert werden, allerdings sollten immer wieder andere Impulse in die Gruppe eingebracht werden. Solche Fragen würden erst mit der Zeit problematisiert. Pf r. Ghansah (Ghana) meint dagegen, daß die Einstellung des "irgendwie Reifens" einfach falsch sei: "Wenn man vom Geld redet, dann muß man von Recht reden!" Menschenrechtsarbeit an Einzelfällen sei ebenso Gift wie Spenden, die zur Entlastung des Gewissens und zur Verschaffung von Erfolgserlebnissen dienten. Es wird betont, daß das Problem der Waffenexporte angegangen werden müsse. Die christliche Kampagne gegen Rüstungsexporte, bei der u.a. auch Pax Christi mitmache, wolle in diesem Jahr gezielt auf den Daimler-Konzern einwirken, um seine Beteiligung an Rüstungsexporten (u.a. auch in den Irak) zu kritisieren und um eine Änderung der Geschäftspolitik des Konzerns anzustreben. Leider sei die Erfahrung zu machen, daß es in Diözesansachausschüssen MEF leichter sei, für Einzelfälle von Menschenrechtsverletzungen Unterstützung zu finden, als z.b. für diese Daimler-Kampagne. Stellenwert finanzieller Zuwendungen bei Partnerschaften Herr Lenich (Münster) ergänzt zu den Thesen der Arbeitsgruppe 4 und aus der Erfahrung der Partnerschaft Münster - Nordghana: - Geld soll weniger in Projekte als in die Qualifizierung von Menschen investiert werden. - Erst dann soll Geld eine Rolle in der Partnerschaft spielen, wenn dies auch von beiden Seiten gewollt ist und ein konkretes Vorhaben ansteht. - Zur Realisierung des Projekts der Partnergemeinde gehöre auch das gemeinsame Tun bis hin zur gemeinsamen Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten (z.b. Verkauf von Produkten der Partnergemeinde oder Anfertigung von Kunstgegenständen oder sakralen Gegenständen für die Partnergemeinde (z.b. Coesfelder Kreuz)). Hier gelte es, phantasievoll zu sein. RESÜMEE VON PRÄLAT A1GNER: Er findet die Anregung der ersten Arbeitsgruppe wichtig: "Wir müssen in der Partnerschaft einfach anfangen, den Weg gemeinsam zu gehen. Der Weg entsteht beim Gehen." Wenn wir miteinander gehen, dann tauchen Fragen nach Weltwirtschaft, Menschenrechtsverletzungen oder Rüstungsexporten automatisch auf. Auch sollen wir uns nicht einbilden, daß Europa die Probleme der Dritten Welt zu lösen habe. Dr. Otte habe in seinem Vortrag gesagt: " Bilden wir uns doch nicht ein, Europa sei das Zentrum der Kirche! Die Mehrzahl der Katholiken lebt inzwischen in der Dritten Welt." Insgesamt wird eines Tages der Schwerpunkt und das Zentrum der Menschheit der Süden sein. Auf diese Entwicklung werden wir uns einstellen müssen. Ein Anfang, dem gerecht zu werden, ist der Aufbau von Partnerschaften in Länder der Dritten Welt. Aufbau einer Partnerschaft mit den Menschen, die nicht nur im Glauben unsere Schwestern und Brüder sind. Eine perfekte Partnerschaft werde es dabei kaum geben, und wie Dr. Otte vortrug, kann eine solche Beziehung nie eine echte Partnerschaft auf gleicher Ebene werden. Aber gerade dies soll für uns "ein Stachel im Fleisch" sein, der uns bewegt, die unterschiedlichen Ebenen mittels Partnerschaften aufzubrechen. "Wir müssen die menschen sich entwickeln lassen." Angesichts der globalen Probleme und angesichts der Größe der Dritten Welt sollten wir uns nicht einschüchtern lassen, sondern im kleinen diese Aufgabe angehen, damit vielleicht irgendwann auch die großen Probleme der Welt einer Lösung näher bringen, denn "der Weg entsteht beim Gehen".

18 SAMSTAG 22. September 1990 Eucharistiefeier 1NFORMATIONS- UND ERFAHRUNGSAUSTAUSCH 1. WELTKIRCHE AUF DEM KATHOLIKENTAG BERLIN Eindrücke: - Neu war, daß sich die beteiligten Gruppen in Form eines Dorfes unter einer gemeinsamen Aufgabe zusammenfanden. - Das Spektrum angebotener Veranstaltungen war gut, die Beteiligung zufriedenstellend. - Die Halle war gut gelegen, jedoch sehr groß. - Die ZDF-Sendung zum Katholikentag zeigte in der Halle Weltkirche leere Ränge. Die Größe der Halle lag an der Fehleinschätzung der Anzahl von DDR-Besuchern. - Als erste gemeinsame Veröffentlichung von und an BRD- und DDR-Katholiken wurde ein Faltplakat zum Thema "2/3 Welt oder eine Welt für alle" herausgegeben. - Besucher aus der DDR verhielten sich zurückhaltend, fragten nicht von selbst an Ständen oder in Veranstaltungen; sie mußten angesprochen werden oder hatten Angst, Petitionslisten zu unterzeichnen. - Auf der gut moderierten Menschenrechtsveranstaltung (Sa.) begeisterte Kardinal Arns die Besucher förmlich mit jedem Wort. Erfahrung für die Zukunft: Prominente Personen prägen entscheidend die Veranstaltungen. - Andere Veranstaltungen waren teils schlecht moderiert und langweilig dargeboten. - Die großen Themen: Abrüstung, Atomenergie, Ökologie waren nicht mehr so virulent. Ein Trend zu mehr Innerlichkeit, weg von euphorischen Großveranstaltungen war zu spüren. - Ein größerer Abstand der Katholikentage als zwei Jahre (z.b. vier Jahre) wäre besser. - 'Eine Welt für Alle' - Woche: Hat wenig gebracht, außer der TV-Woche,die eine gewisse Vorbereitung leistete. - Für weltkirchlicher Veranstaltungen des Katholikentages werden fast nur deutschsprachige Ausländer eingeladen. Dies führt zu einer Art "Inzucht" und spiegelt nicht das Spektrum der Weltkirche wider. Wie kann dies geändert werden? - Der Katholikentag 1992 (Karlsruhe) soll Europa zum Thema haben. Wichtig ist, daß das Thema "500- Jahre Eroberung bzw. Evangelisierung Lateinamerikas" berücksichtigt wird. 2. ANDERE DIENSTE NACH 14b ZIVILDIENSTGESETZ D SOZIALER DIENST FÜR FRIEDEN UND VERSÖHNUNG ( FV) (Dieser Punkt war teils am Freitag vorgezogen worden und ist wegen der Übersichtlichkeit hier im Protokoll wiedergegeben) Die Idee dieses Dienstes (SDFV), der als freiwilliger Dienst neben Wehr-, Ziviloder Entwicklungsdienst stehen soll, geht auf die Würzburger Synode zurück. Herr Sollich (Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe - AGEH)) stellt die Ergebnisse einer Untersuchung vor, die die AGEH im Auftrag von Justitia et Pax zu diesem Dienst Mitte diesen Jahres durchgeführt hat: - Der Großteil der bestehenden Dienste geht in Richtung Dritte Welt. - Die meisten Vermittlungen sind Ergebnis einer Partnerschaft. - Dies praktizieren: 6 Diözesen Missionsorden (missionar auf Zeit) Pfarrgemeinden Vereine

19 Alle Träger eines solchen Dienstes wünschen dringend eine zentrale Servicestelle, die bei der Vor- und Nachbereitung, Vertragsgestaltung und Versicherung sowie Öffentlichkeits- und Lobby-Arbeit subsidiäre Hilfe leistet. - Abgelehnt wurde dagegen die Einführung eines neuen zentralen Dienstes neben den Bestehenden. Daraus folgt, daß die Kommission Justitia et Pax überlegen sollte, wie eine solche Servicestelle eingerichtet werden kann. (Die Bedarfsfeststellung "Soziale Dienste für Frieden und Versöhnung" ist bei Justitia et Pax veröffentlicht, siehe Seite 20) Winfried Seifert (Zentralstelle Pastoral der Deutschen Bischofskonferenz, Referat Zivildienstseelsorge) berichtet über den Stand eines Dienstes nach ZDG 14b bzw. eines Sozialen Dienstes für Frieden und Versöhnung (SDFV): (Ein schriftlicher Bericht ist auf Seite 47 dem Protokoll beigefügt) - Der hohen Nachfrage nach einem solchen Dienst stehen nur wenige Einsatzplätze entgegen. - Ein Dienst nach 14b im INLAND ist nicht möglich. - Die AGEH unterstützt bei der Vorbereitung u.a. durch Ermöglichung von Sprachkursen. - Ein Dienst nach ZDG 14b ist allerdings nur ein Element eines SDFV. - Die Schwierigkeit der Einrichtung einer Servicesteile liegt weniger in der Einsicht der Notwendigkeit, sondern bei der Frage der Finanzierung. Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) nimmt die Frage erst auf die Tagesordnung, wenn mindestens die Hälfte der Diözesen dies wünscht. - Anlaufstelle für Informationen, Nachfragen und Mitteilungen zu diesem Thema ist vorerst das Referat Zivildienstseelsorge der Zentralstelle Pastoral der Deutschen Bischofskonferenz. (Die Deutsche Kommission Justitia et Pax hat die AGEH gebeten, eine zentrale Service und Beratungsstelle für die SDFV einzurichten. Die Stelle soll im Laufe des Jahres 1991 ihre Tätigkeit aufnehmen.) AUSSPRACHE: Im Bistum Limburg wird die Einführung eines Sozialen Dienstes nach 14b vorbereitet. Frage: Welche Kosten fallen an? Erfahrung in Freiburg: Die Gesamtkosten eines Einsatzes (Vorbereitung, Flug, Versicherung und Aufenthalt) belaufen sich für eine Dauer von 17 Monaten auf DM. Von den Kosten übernahm ein Drittel die Diözese, ein Drittel die entsendende Pfarrgemeinde und ein Drittel der Freiwillige selbst und Förderer. Pro Jahr kostet kostet die günstigste Haftpflicht-, Renten- und Krankenversicherung 1750 Divi. Die Pallottiner behandeln die Freiwilligen wie Mitarbeiter und haben einen Aufwand von DM im Monat. Frage nach Dienstträgern im Ausland: Der Träger hier in der Bundesrepublik ist entscheidend. Der konkreten Einsatzort ist sekundär. Das Bundesministerium (BiviJFFG) fordert vorn Träger eine Einsatzbeschreibung, die eine sozial-caritative Tätigkeit nennt. Pastorale Arbeit z.b. wird nicht genehmigt. Im Bistum Aachen steht die Gründung eines Trägerkreises für einen freiwilligen sozialen Dienst bevor. Das Bistum übernimmt die Trägerschaft, die gesamte Versicherung, Verwaltung und finanziert die Vorbereitung und Auswertung. Erfahrungen mit der Vorbereitung: Die Vorlaufzeit (Klärungen, Vorbereitung und Sprachkurs) dauert etwa ein Jahr, z.b. im Bistum Rottenburg-Stuttgart findet ein missionarischer Kurs zur Vorbereitung über sechs Wochenenden statt.

20 Anregungen: - Die Dauer von derzeit mindestens 17 Monaten ist zu kurz. Eine Einsatzmöglichkeit besteht daher nur da, wo die Aufgabe in ein umfassendes Projekt oder eine Partnerschaft eingebettet ist. - Die Aufbringung der Kosten soll hier und nicht durch den Einsatzpartner erfolgen. - Das Alter der Freiwilligen kann problematisch sein, von Schulabgängern wird abgeraten. - Ein solcher Dienst darf nicht nur anerkannten Kriegsdienstverweigerern offenstehen, sondern als freiwilliger Dienst auch allen anderen Interessierten (Männern und Frauen). 3. PLANUNGEN UND VORHABEN VON JUSTITIA ET PAX Msgr. Aigner berichtet, daß die Struktur der Deutschen Kommission Justitia et Pax aufgrund der bevorstehenden Auflösung der entsprechenden Kommission der Berliner Bischofskonferenz neu überdacht werden muß. - Es gibt die Idee der Bildung von regionalen Kommissionen Justitia et Pax (Nord-, Süd-, Ost-). - Nach seiner Meinung darf die neue Kommission nicht noch größer werden (derzeit 30 Mitglieder). 4. PLANUNGEN UND VORHABEN DER KIRCHLICHEN WERKE MISEREOR Herr Piepel (Misereor) berichtet: - Die Fastenaktion 1991 wird das Thema "Frauen" diesmal am Beispiel von Thailand behandeln. - Es wird an einer Vermarktung von alternativem Kaffee im großen Stil geplant ähnlich dem Beispiel des Max Havelaer-Kaffees in den Niederlanden (Marktanteil 3%). Man überlegt noch zu zwei Konzepten: Entweder Einführung eines Gütesiegels für Kaffee oder Installierung einer eigene Kaffee-Marke als ethischem Produkt. Von Seiten der Produzenten wird eine stärkere Vermarktung gewünscht. IVIitträger einer zu gründenden Vermarktungsorganisation sind u.a. KED der EKD, Misereor, GEPA, Friedrich-Ebert-Stiftung, DGB. Es werden auch Gespräche mit den Landesregierungen von NRW, Hessen, sowie mit Kaffeeröstern und Importeuren geführt. Die Chancen wurden von einem Marktforschungsinstitut als günstig bezeichnet. Ein "Modellversuch" in Tübingen (Gottlieb Supermärkte) und Würzburg (Kupsch) hat in einem halben Jahr einen Marktanteil von 25% erzielt. Die Erfahrung in den Niederlanden zeigt auch, daß dadurch keine Konkurrenz zu Dritte-Welt-Läden entsteht. ADVENIAT STAND DER VORBEREITUNGEN FÜR DIE 4. VOLLVERSAMMLUNG DER LATEINAMERIKANISCHEN BISCHÖFE 1992 IN SANTO DOMINGO Dr. Czarkowski (Adveniat) stellt einen Entwurf des CELAM zur Vorbereitung der 4. Vollversammlung in Santo Domingo vor. In drei Teilen behandelt er die Geschichte Lateinamerikas. Das Papier wird derzeit sehr kontrovers diskutiert. Rückmeldungen dazu werden vom CELAM gesammelt und von einer Redaktionsgruppe weiter bearbeitet. Die Diskussion geht u.a. darüber, inwiefern die Beschlüsse von Puebla abgeschwächt worden seien. Fragen der Partnerschaft und des Austauschs zwischen Europa und Lateinamerika werden in dem Dokument kaum angesprochen. Ein besonderer Punkt ist die afroamerikanische Pastoral:Diese Gruppe ist bislang zu sehr vernachlässigt worden. In Brasilien hat die CNBB in der Vergangenheit schon u.a. eine eigene Liturgie erarbeitet, die aber von Rom nicht genehmigt wurde.

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