Heft 226 I Juni 2014 Gemeinsam für ein faires und gerechtes Brasilien

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1 A 6677 ISSN Heft 226 I Juni 2014 Gemeinsam für ein faires und gerechtes Brasilien

2 INHALT 4 Indien Ressourcenhunger auf Kosten der Adivasi 7 Brasilien/Interview Wettlauf um Amazoniens Bodenschätze 9 Brasilien/Stimme aus dem Süden ASW-Partner fordern Einhaltung der Menschenrechte 11 Projektinfo Brasilien Indigene und Quilombolas vernetzen sich 12 Projektinfo Senegal Der Hirse gehört die Zukunft 13 Unser Standpunkt 14 Weltnachbar 16 Impressum Aktionstag Weltnachbarschaft Karten spielen für eine solidarische Welt Auch in diesem Jahr möchte die ASW alle Unterstützerinnen und Unterstützer herzlich einladen, spielerisch Spenden zu sammeln. Ob mit MauMau, Rommé, Skat oder auch Boule machen Sie den 28. September 2014 zu Ihrem Weltnachbartag und sammeln Sie Spenden für die Frauenprojekte der ASW. Laden Sie zu einem Spielenachmittag oder -abend ein. Kommen Sie mit Freunden, Familie oder Nachbarn zu einer geselligen Runde zusammen bei sich zu Hause, im Garten oder unterwegs. Spielen Sie um Einsatz oder bitten Sie nach dem Spiel um eine Spende. Regelmäßige SpielerInnen behalten ihr Spiel und die Regeln einfach bei. Hauptsache Sie haben Spaß, spielen am 28. September und spenden den Einsatz für die Frauenprojekte der ASW. Für weitere Informationen steht Ihnen Sonja Finkbeiner gern zur Verfügung. oder Tel Das Titelfoto dieser Ausgabe zeigt Creuza Maria Oliveira, Vorsitzende des Dachverbands der Hausangestelltengewerkschaften Brasiliens, FENATRAD, mit dem Ball der Gerechtigkeit. Wie sich Frau Oliveira und andere ASW-PartnerInnen für ein gerechtes Brasilien engagieren, lesen Sie auf Seite 9 Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.v. (ASW) Bereits 1957 gegründet, ist die ASW eine der ältesten unabhängigen entwicklungspolitischen Organisationen Deutschlands. Wir fördern Projekte in Afrika, Indien und Brasilien, die zur Stärkung von Frauen, dem Schutz der Umwelt und der Durchsetzung der Menschenrechte bei tragen. Die Projekte werden ausschließlich von PartnerInnen vor Ort angestoßen und ausgeführt. Spendenkonto BLZ Bank für Sozialwirtschaft IBAN DE BIC/SWIFT BFSWDE33BER Spenden sind steuerlich absetzbar 2 I Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014

3 EDITORIAL Liebe Leserinnen und Leser, die Welt guckt nach Brasilien: Mit dem Anpfiff zur Fußball-WM 2014 präsentiert sich die aufstrebende Wirtschaftsmacht der Weltöffentlichkeit als erfolgreiches Entwicklungsmodell. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt: Die städtische Bevölkerung hat im Vorfeld des Großereignisses die Medienpräsenz genutzt und durch massive Proteste auf die sozialen Ungerechtigkeiten in den Austragungsorten der Spiele hingewiesen. Wir als ASW wollen den Blick auf die Ungerechtigkeiten im ländlichen Brasilien lenken, die abseits des aktuellen Medieninteresses liegen. Mit unserer Kampagne Ball der Gerechtigkeit lassen wir Menschen aus ASW- Projekten zu Wort kommen, zeigen ihren Einsatz für eine gerechtere Gesellschaft und den Schutz der natürlichen Ressourcen. Insbesondere die traditionellen Gemeinschaften der Indigenen und der Quilombolas wehren sich in vielfältiger Form gegen Landnahme, Abholzung, Vertreibung und andere Menschenrechtsverletzungen. Sie schließen sich zusammen zum Beispiel zum Netzwerk FAOR, das wir in unserem Projektinfo vorstellen. Selbst für viele der fußballverrückten BrasilianerInnen aus der wachsenden Mittelschicht ist der Weltmeistertitel im eigenen Land inzwischen zweitrangig. Zu deutlich ist ihnen geworden, dass die wirtschaftlichen und sozialen Menschenrechte im brasilianischen Entwicklungsmodell mit Füßen getreten werden. Und dass die rücksichtslose Zerstörung von Wäldern und Flüssen in einer ökologischen Katastrophe enden wird. Spätestens jetzt ist der Ball uns Europäern zugespielt. Wenn wir eine in Zukunft lebenswerte Welt haben wollen, müssen wir das Prinzip Wachstum um jeden Preis stoppen. In Brasilien können wir heute dazu beitragen, indem wir uns solidarisch auf die Seite derjenigen stellen, die ihre Menschenrechte einfordern. (Seite 7-11) Solidarität haben auch Betroffene in Indien verdient. Durch das anvisierte Freihandelsabkommen der EU mit Indien trägt unser Rohstoffhunger auch dort zu Menschenrechtsverletzungen bei. (Beitrag auf Seite 4) Ihr Kommunikationsteam der ASW Mit dem Fahrrad nach Afrika an einem Tag Afrika in Brandenburg liegt nördlich von Berlin und ist an einem Tag mit dem Fahrrad gut erreichbar: 80 km ab Bernau und 55 km ab Eberswalde. Mit unserer Tour Gemeinsam nach Afrika sammeln wir bereits zum vierten Mal Spenden für unsere Projektpartner im Senegal und in Simbabwe. Los geht es am 30. August Wer im Vorfeld pro zu fahrendem Kilometer 2 Euro sammelt, ist dabei. Melden Sie sich an und fragen Sie Freunde, Bekannte und Verwandte, ob sie für Ihre Tour nach Afrika spenden. Unter finden Sie alle Informationen und ein Tool, mit dem Sie ganz einfach die Spenden für Ihre Radkilometer einwerben können. ASW-Partnerin Rakieta Poyga aus Burkina Faso in Dortmund und Frankfurt ABN, die Association Bangr-Nooma ( Wissen ist Macht ), klärt gegen Genitalverstümmelung auf, betreut Frauenkooperativen und leitet ein Ausbildungszentrum für Jugendliche. Rakieta Poyga koordiniert die von der ASW unterstützte Organisation und berichtet am 3. Juli in Dortmund und am 7. Juli in Frankfurt/Main von ihrer engagierten Arbeit. Seien Sie dabei! Genauer Ort und Uhrzeit der Veranstaltungen werden rechtzeitig auf unserer Homepage veröffentlich. Bei Fragen wenden Sie sich an Marek Burmeister: oder Tel: Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014 I 3

4 DOSSIER INDIEN Entwicklungsterrorismus gegen die Armen Wie der Ressourcenhunger Indiens Adivasi drangsaliert Die rohstoffreichen Zonen Indiens decken sich weitgehend mit den Siedlungsgebieten der Adivasi. Viele der ersten BewohnerInnen Indiens sind daher von Vertreibung und Zwangsumsiedlung betroffen. VON JÜRGEN WEBER * Die Zahlenangaben zur Rohstoffindustrie in Indien sind entnommen aus: Alternativen aus dem globalen Süden zur EU-Rohstoff- und Handelspolitik. Hrsg. von Oxfam Deutschland e.v. u.a., Herbst 2012, S. 27 f. A us kosmischer Höhe zeigen ihre Satellitenbilder die Wälder und Flusstäler, wo die Armen leben. Sie [die globalen Konzerne] blicken herab und sehen überflüssige Menschen, die auf wertvollen Ressourcen sitzen. Irritiert (und verärgert) fragen sie sich: Was macht unser Wasser in ihren Flüssen, was macht unser Bauxit in ihren Bergen, was macht unser Eisenerz in ihren Wäldern? (Arundhati Roy) Indien ist mit mehr als Mineralvorkommen gesegnet und einer der weltweit führenden Produzenten wichtiger Bodenschätze wie Kohle, verschiedener Eisenerze und Bauxit. Zudem verfügt das Land über riesige unangetastete Vorkommen bedeutender Mineralien, Edelmetalle, Kupfer und Mangan. Der Beitrag der Bergbauindustrie zum Bruttoinlandsprodukt lag im letzten Jahrzehnt bei 2,2 bis 2,5 Prozent. Statistiken des indischen Ministeriums für Bergbau und Mineralien von 2011 zufolge, waren zwischen im Durchschnitt etwa eine halbe Million Menschen in der Bergbauindustrie beschäftigt. * Reichhaltige Vorkommen an mineralischen Rohstoffen und ein steigender Energiebedarf gelten gemeinhin als die Voraussetzung für Entwicklung und Fortschritt, für Schaffung von Arbeitsplätzen und die Bekämpfung von Armut und Hunger. Mit Erreichung der Unabhängigkeit von Großbritannien 1947, sollte Indien nach den Vorstellungen der politischen und wirtschaftlichen Elite zu einer modernen Industrienation entwickelt werden. Die für die Errichtung von Staudämmen, Infrastruktur, Stahl- und Schwerindustrie und das Anlegen großer Minen benötigten Ressourcen sowie billige Arbeitskraft fand man in den dicht bewaldeten Regionen mit weitläufigen Flusssystemen, die rund ein Viertel der geografischen Fläche Indiens bedecken. Die Gebiete der indischen Wälder, die mineralreichen Zonen, in den Prozent der natürlichen Ressourcen Indiens lagern, und die Wohngebiete der Adivasi, in die sie sich einst zurückgezogen haben, decken sich. In über Wald-Dörfern in Indien sammeln Adivasi (Hindi für erste BewohnerInnen ) Waldprodukte und bewirtschaften kleine Felder. Anfangs von der Britischen Ostindien-Kompanie und später vom indischen Staat kolonisiert, wurden diese Gebiete mit zunehmendem Druck der Entwicklung zugeführt ein häufig gebrauchter Euphemismus für Landnahmen und Zwangsumsiedlungen. Albtraum Fortschritt Land und Wälder stellen für die Adivasi nicht nur die Grundlagen ihrer stark an der Gemeinschaft orientierten Wirtschaftsweise dar, sie sind auch die Quellen ihrer Spiritualität, der sozialen und politischen Beziehungen und ihrer künstlerischen Tradition. In diesem 4 I Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014

5 DOSSIER INDIEN Konflikt prallen unterschiedliche Vorstellungen von gesellschaftlichem Fortschritt aufeinander: Den Adivasi geht es um die Bewahrung ihrer Existenzgrundlagen, Wirtschaftsweise und Kultur. In den Worten der Adivasi-Aktivistin und Journalistin Barla Dayamani aus Jharkhand: Wir wollen die Entwicklung unserer Identität und unserer Geschichte unserer sozialen Werte, Sprache und Kultur. Wir wollen, dass die verschmutzten Flüsse unverschmutzt sind. Wir wollen, dass brachliegendes Land sich in grünes verwandelt (...). Dies ist unser Modell von Entwicklung. Die Jagd nach den Ressourcen kommt für die BewohnerInnen der Wälder einem Albtraum gleich. Nichts bleibt übrig, wenn die Förderung eingestellt wird: Wälder, Berge und Flüsse und Gewässer sind verwüstet, die Böden unfruchtbar. Im sogenannten Mineralien-Korridor in den östlichen Bundesstaaten Chhattisgarh, Jharkhand und Odisha (Orissa) werden komplette Ökosysteme durch den Abbau von Kohle, Bauxit und Eisenerz zerstört. Die 50 größten Bergbaubezirke, in denen 85 Prozent aller Mineralien des Landes gefördert werden, sind nicht nur ökologisch heruntergewirtschaftet, sondern zählen auch mit zu den ärmsten Bezirken Indiens. Entgegen den gesetzlichen Bestimmungen werden der lokalen Bevölkerung nur selten Arbeitsplätze als Kompensation gewährt und auch in der rohstoffverarbeitenden Industrie gibt es keinen nennenswerten Bedarf an Arbeitskräften. Als Hilfskräfte werden die Dorf- und WaldbewohnerInnen häufig Opfer von Arbeitsunfällen. Gestorben wird aber auch auf den Zufahrtsstraßen zu den Minen und Sonderwirtschaftszonen, wo LKWs sich wie Perlen an einer Schnur aneinanderreihen. Menschenund Bürgerrechtsorganisationen berichten von tagtäglichen Menschenrechtsverletzungen seitens der Behörden und Sicherheitsfirmen, die bis hin zu Vergewaltigung und Mord reichen. Zwangsumsiedlung und Vertreibung für Großprojekte Um überleben zu können und nicht zu verhungern, sind einstmals weitgehend autarke Adivasi-Gemeinschaften heute auf Unterstützung von außen angewiesen. Weigern sie sich ihre Existenzgrundlage, wie bescheiden sie auch für Außenstehende sein mag, aufzugeben, werden sie mit Gewalt dazu gezwungen, fortzugehen. Besitz- und obdachlos geworden, landen die Familien und immer mehr junge Adivasi auf den Straßen der größeren Städte, auf der Suche nach irgendeiner Tätigkeit als TagelöhnerInnen und einfache Bedienstete. Der Bundesstaat Jharkhand mit einer großen Adivasibevölkerung ist besonders von Rohstoffausbeutung betroffen. Durch geplante Industrie- und Rohstoffprojekte könnten zusätzlich eine Million Menschen vertrieben werden. Die ASW unterstützt in Jharkhand die Adivasi-Gemeinschaft der Sabbar über den Partner YUVA (Foto Seite 4). Informationen über Landrechte und staatliche Förderprogramme sowie neue Ansätze zur Ernährungssicherung stehen im Zentrum. Auf kleinen Feldern bauen die Frauen der Dongria Kondh Kurkuma für den Markt an. Gladson Dungdung, Adivasi-Aktivist, Blogger und Buchautor, beziffert die Anzahl der Menschen, die in den letzten sechs Jahrzehnten durch Entwicklungsprojekte vor allem durch Bergbauprojekte in Indien von ihrem Land vertrieben wurden, auf 60 Millionen. Allein 25 Millionen von ihnen kommen aus Adivasi-Communities. Im Bundesstaat Jharkhand wurde zwischen 1951 und 1991 ein Drittel des Landes von Regierung und Privatwirtschaft für Bergbauprojekte erworben. Bei jedem Entwicklungsprojekt müssen Prozent der Adivasi und anderer lokaler Gruppen ihren Wohnort aufgeben, wobei etwa 25 Prozent der Betroffenen umgesiedelt oder entschädigt werden, ob angemessen oder nicht. Angaben des People s Tribunal on Environment and Human Rights zufolge waren in Jharkhand bis 2011 insgesamt 6,54 Millionen Menschen von Vertreibung und Zwangsumsiedlung betroffen, etwa die Hälfte davon Adivasi. Was mit den 75 Prozent entwurzelten Menschen geschieht, die keinerlei Entschädigungsleistungen erhalten, wird von den Behörden offiziell nicht dokumentiert. Staatliche Repression statt Rechtssicherheit Die Landnahmen und Zwangsmaßnahmen erfolgen, obwohl Land- und Waldrechte der Adivasi sowie gesetzliche Bestimmungen für die Regulierung und Erschließung von Minen existieren. Vom Gesetzgeber Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014 I 5

6 DOSSIER INDIEN ebenso anerkannt sind die sozialen und ökologischen Kosten durch Bergbau und Infrastrukturprojekte. Die betroffenen Communities müssen zudem bei den Planungen von Großprojekten auf ihren Ländereien genuin konsultiert werden und den Rodungs- und Bau - vorhaben zustimmen. Gleiches gilt bei der Planung von Umsiedlungen und der Auswahl neuer Siedlungsgebiete. Die Gesetze werden jedoch von nationalen und lokalen Behörden fortgesetzt missachtet, der Abbau von Rohstoffen findet quasi in einem rechtsfreien Raum statt. Auch das Ausmaß der staatlichen Repression gegenüber dem Protest und Widerstand der Adivasi ist erschreckend: Die Verfolgungsmaßnahmen reichen von der Plünderung und der Zerstörung von Dörfern und direkter Gewalt bis zu Massenanklagen wegen aufrührerischen Aktivitäten gegen den Staat. Durch den nicht erklärten Krieg niedriger Intensität des indischen Staates in Chhattisgarh, Jharkhand und Odisha gegen die maoistische Rebellion (Naxaliten) stehen Adivasi, Menschenrechtsgruppen und soziale Bewegungen unter dem Generalverdacht, die bewaffneten Aufständischen zu unterstützen. Tausende wurden schon verhaftet, in den Gefängnissen misshandelt und gefoltert, viele Adivasi und politische AktivistInnen bei sogenannten Encounter Killings von Polizei und Militär erschossen. Illusionslos analysiert der Politikwissenschaftler Amit Bhaduri die Verhältnisse in diesen Bundesstaaten: Die Regierung versucht, diese Gebiete in einem Krieg, den sie gegen die eigenen Bürger führt, zurückzugewinnen. Die konzerngeführte Entwicklung ist in einen Entwicklungsterrorismus gegen die Armen umgeschlagen, bei dem es im Kern um die natürlichen Ressourcen geht. Auch EU-Ressourcenhunger untergräbt die Rechte der Adivasi Ein Dorfvertreter (mit Karte) und ein Mitarbeiter der ASW-Partnerorganisation FARR erklären Ausmaß eines Bauxitminenprojektes Die ASW fördert in mehreren indischen Bundesstaaten Organisationen, die Adivasi bei der Einforderung ihrer Rechte politisch und juris - tisch unterstützen und ihre Gemeinschaften ökonomisch stärken. So hat die Gruppe FARR in Odisha (Orissa) den Dongria Kondh-Adivasi bei ihrem Kampf gegen eine drohende Bauxitmine zum Erfolg verholfen. In der jetzigen Form lässt sich unsere industrielle Lebens- und Arbeitsweise nur noch durch den Zugang zu bezahlbaren Rohstoffen aufrechterhalten. Doch dieser Zugang ist für die europäische Wirtschaft kritisch, wie die EU in ihrer Rohstoffinitiative von 2011 einräumt. In erster Linie versucht die EU deshalb weitere Liberalisierungen im Rohstoffsektor zu forcieren. Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien könnte die den Adivasi zustehenden Rechte weiter aushöhlen. Insbesondere die Regelungen zum uneingeschränkten Marktzugang, zur Beschränkung von Leistungsauflagen und wirtschaftlichen Bedürfnisprüfungen sowie Schiedsgerichtsverfahren gegen die Gastregierung hätten Einfluss auf das im Entwurf vorliegende neue indische Bergbaugesetz (Mines and Minerals Development and Regulation Act), welches erweiterte Rechte und zusätzlichen Nutzen für die vom Bergbau betroffenen Adivasi-Communities beinhaltet. Erhalten die Adivasi so wenig bedeutsame Unterstützung und wirkliche Solidarität von außerhalb wie bisher (Shankar Narayanan), scheint es unauf - haltsam, dass ihnen trotz ihres langjährigen Widerstands der Zugang zu natürlichen Ressourcen vollends geraubt wird und sie früher oder später in die Elendsviertel der Städte getrieben werden. Jürgen Weber ist im Vorstand der ASW erschien der von ihm mit herausgegebene Sammelband: Speak Up! Sozialer Aufbruch und Widerstand in Indien. Verlag AssoziationA, Berlin und Hamburg. 6 I Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014

7 INTERVIEW BRASILIEN Es geht um Land und Gold Interview mit Padre Edilberto Sena über den Wettlauf um Amazoniens Reichtümer Die brasilianische Regierung erarbeitet seit Ende 2013 ein neues Rahmengesetz für Bergbau. Was bedeutet dies für die Tapajós-Region, in der Sie leben? Edilberto Sena: Dies wäre eine Katastrophe. Und zwar für den ganzen westlich gelegenen Teil des amazonischen Bundesstaats Pará. Denn diese Region bildet das Herzstück für den Mineralbergbau. Dort gibt es alles: Bauxit, Gold, Mangan, Kalk, Phosphat. In der Nähe gibt es zudem Uran, Blei all diese Mineralien sind im Fokus der Bergbaukonzerne. Und die brasilianische Regierung will mit dem neuen Bergbaurahmengesetz eine breite Allianz zufriedenstellen. Das ist für sie eine Frage des Machterhalts. So schließt Dilma Rousseff Koalitionen mit den übelsten Kräften des ganzen Landes. Neben den Großgrundbesitzern, die das Soja- und Rindergeschäft kontrollieren, sind das die Bergbaukonzerne. Sie üben mächtigen Druck auf die Regierung aus, Bergbauanträge zu bewilligen und Förderlizenzen zu erteilen. Und die betroffenen Gebiete liegen in indigenen Territorien. Die Konsequenzen dieses neuen Bergbaugesetzes werden weitaus schlimmer sein, als alles, was wir bisher erlebt haben. Die brasilianische Umweltorganisation ISA hat errech - net, dass derzeit Bergbaukonzessionsvorhaben allein für indigenes Territorium auf die Bewilligung warten, davon betroffen wären 152 indigene Territorien. Was werden die Indigenen davon haben? Padre Edilberto Sena, 71, setzt sich mit dem Movimento Tapajós Vivo gegen die zunehmende Inwertsetzung Amazoniens ein. Er wurde 1972 zum Priester geweiht und versteht sich als Befreiungstheologe. Seine Widerstandsbewegung gehört dem ASW-unterstützten Netzwerk FAOR an. Ähnlich viel wie vor 500 Jahren: Die Portugiesen gaben ihnen Töpfe, Glasperlen und anderes Glitzerzeug. Heute verspricht man ihnen einen Anteil, aber der wird ein Tropfen dessen sein, was die Konzerne da abschöpfen. Nehmen wir den Fall der kanadischen Bergbaufirma Belo Sun Mining Corporation. Ein Bundesrichter hat die Umweltgenehmigung für das Belo Sun -Gold- Projekt am Xingu-Fluss in direkter Nachbarschaft zum Belo Monte-Staudamm vorerst gestoppt. Was will Belo Sun dort? In den nächsten zehn Jahren wollen sie dort 50 Tonnen Gold rausholen. Die Regierung lässt den Staudamm Belo Monte bauen, die große Flussbiegung, die Volta Grande, zu 80 Prozent trockenlegen und dann kommt Belo Sun leichter an das Gold ran. Und zum Trennen des Goldes nutzen sie Zyanid höchst giftig. Deshalb hat die Staatsanwaltschaft die Klage eingereicht und der zuständige Richter hat dem stattgegeben. Aber wir kennen die Macht eines solchen Konzerns. Wir wissen, was da alles hinter den Türen abläuft. Allein im Falle Belo Monte sind 20 Klagen der Bundesstaatsanwaltschaft gegen die Zulässigkeit des Projektes anhängig und die schmoren in einer Schublade bei den zuständigen Gerichtshöfen gab es bereits massive Proteste von Indigenen. Was waren die Hintergründe? Die brasilianische Verfassung garantiert ihnen ihr Recht auf Territorium. Aber die Großgrundbesitzer, das Agrobusiness und die Bergbaukonzerne üben massiven Druck aus, die Größe der Territorien zu beschneiden. Jetzt haben sich die Indigenen auf nationaler Ebene zusammengeschlossen, um für ihre Rechte zu kämpfen. Im April 2013 sind sie in den Nationalkongress gestürmt und haben ihre Forderungen genannt: Dies sind die Rechte, die uns die Verfassung zuschreibt. Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014 I 7

8 INTERVIEW BRASILIEN Gegen die Verletzung der Landrechte indigener Gemeinschaften formiert sich Protest. Das Foto zeigt Frauen und Männer der Munduruku, die sich an der Besetzung der Baustelle Belo Monte beteiligten. Foto: Letícia Leite / ISA Und wir verlangen, dass diese eingehalten, respektiert und umgesetzt werden! 2013 ein neues Rahmengesetz für den Bergbau, 2012 ein neues für den Wald. Und nun sollen der Indigenenbehörde FUNAI auch noch Kompetenzen entzogen werden. Was steckt dahinter? Dies ist alles der gleiche Prozess: Es geht darum, den Indigenen ihre Rechte zu entziehen und die Interessen der Großgrundbesitzer zu befriedigen. Noch obliegt die Entscheidung über die Demarkation indigenen Territoriums direkt der Präsidentin und die FU- NAI bereitet den ganzen Entscheidungsprozess vor. Der brasilianische Nationalkongress blieb bislang von diesem Prozess ausgeschlossen. Aber die Großgrundbesitzerfraktion im Kongress übt auch hier Druck aus, um die Rolle der FUNAI zu schwächen und den Kongress zu beteiligen. Und Dilma Rousseff will die Stimmen dieser Fraktionen im Kongress nicht verlieren, also kommt ihre Regierung den Großgrundbesitzern, den Agrarkonzernen und den Bergbauunternehmen entgegen. Reden wir zum Abschluss über Ihre Region, den Tapajós. Was sind die Pläne Brasílias für diese Region? Allein am Tapajós-Fluss plant die Regierung Rousseff den Bau von sieben Wasserkraftwerken. An den beiden Zuflüssen, die sich zum Tapajós vereinen, sind weitere elf Staudämme geplant: acht am Juruena und Das von Edilberto Sena koordinierte Rádio Rural de Santarém erreicht mit seiner wöchentlichen Sendung über soziale und politische Fragen, Umwelt und Menschenrechte rund HörerInnen. Es ist vor allem bei abgelegen wohnenden Indigenen, FlussbewohnerInnen und KleinbäuerInnen beliebt. drei am Teles Pires. Einer am Teles Pires wird bereits gebaut. Zusammen sind das 18 Wasserkraftwerke. Was bedeutet das? Schauen wir uns die Staustufe an, die Santarém am nächsten gelegen ist: Allein diese eine 36 Meter hohe Staumauer schafft einen Stausee von 730 Quadratkilometern. Im Tapajós-Gebiet sollen Hektar des Nationalparks geflutet werden. Ein Irrsinn, den Dilma Rousseff mit einer Unterschrift lös - te: Die brasilianische Verfassung schreibt vor, dass jeder Nationalpark unantastbar ist, aber sie hat im Januar vergangenen Jahr ein Dekret unterzeichnet, das den Nationalpark um genau das zu flutende Gebiet verkleinert. Aber Brasilien hat 2004 die ILO-Konvention 169 zum Schutze indigener Völker ratifiziert... Die ILO-Konvention 169 schreibt vor, dass die betroffenen Indigenen nach vorangegangener Information konsultiert werden müssen. Dies ist ja auch der Grund, warum die Bundesstaatsanwaltschaft die 20 Klagen gegen Belo Monte eingereicht hat. Aber die brasilianische Regierung behilft sich seit Jahren mit einem Trick und der besteht in einem kleinen Wort: nicht bindend. Die ILO-Konvention schreibt die Konsultation mit dem Ziele vor, ein Übereinkommen mit den Indigenen zu erzielen. In Brasilien führen sie da ein paar Anhörungen durch, aber faktisch machen sie, was sie wollen, denn sie interpretieren die Konsultation als nicht bindend. Und das ziehen sie durch: Das haben sie am Rio Madeira mit den Staudämmen Santo Antônio und Jirau so gemacht, das machen sie am Xingu mit Belo Monte und die Staudämme am Tapajós werden die nächsten sein. Und wenn dann alles fertig gebaut ist und wenn dann irgendwann in der Zukunft die Klagen der Bundesstaatsanwaltschaft zur nicht erfolgten Konsultation der betroffenen Indigenen auf dem Tisch des Obersten Gerichtshofs liegen, dann wird die Regierung vor dem Obersten Richter sagen: Ja, das ist schwierig, wissen Sie, wir haben da einen Formfehler begangen.... Aber die Staudämme stehen dann fertig gebaut in der Landschaft. Als vollendete Tatsache. Das Interview führte Christian Russau, freier Journalist sowie Mitarbeiter des Forschungs- und Dokumentationszentrums Lateinamerika, FDCL. 8 I Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014

9 STIMME AUS DEM SÜDEN Gemeinsam für ein faires und gerechtes Brasilien Engagierte PartnerInnen der ASW stellen sich und ihre Wünsche anlässlich der WM vor Was ich mir anlässlich der Fußball-WM in unserem Land wünsche? Das ist doch klar: Ich wünsche mir eine Welt, in der Frauen und Männer die gleichen Rechte haben und auch so behandelt werden. Eine Welt ohne Gewalt und Ausbeutung von Frauen und Kindern, und ohne Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe. Dafür kämpfe ich in Brasilien bei FENATRAD. Den Ball der Gerechtigkeit hier in meiner Hand gebe ich gerne weiter an die vielen anderen Menschen, die gemeinsam für mehr Gerechtigkeit in Brasilien und anderswo auf der Welt kämpfen. Creuza Maria Oliveira ist Gründerin und Vorsitzende des Dachverbands der Hausangestelltengewerkschaften Brasiliens, FENATRAD. Seit 20 Jahren kämpft sie für die Würde zehntausender Frauen, die teilweise unter sklavenähnlichen Bedingungen in den Haushalten der bessergestellten brasilianischen Familien arbeiten. Die Fußball-WM 2014 wurde am 12.Juni eröffnet. Bereits im Vorfeld berichteten die Medien über Proteste in den großen Städten Brasiliens. Diese richten sich gegen die Preissteigerungen, gegen die Vertreibung aus Stadtteilen und gegen die militärische Besetzung der Favelas. Und natürlich gegen die Absurdität, dass Milliarden für neue Fußballstadien ausgegeben werden, während die staatlichen Schulen und das Gesundheitswesen völlig am Boden liegen. Aus den ländlichen Armutsregionen im Nordosten und in Amazonien war nur sehr wenig zu hören. Doch es sind gerade diese abgelegenen Gebiete, in denen die wichtigen Zukunftsfragen Brasiliens und der Welt gestellt und beantwortet werden: die immer weiter fortschreitende Vernichtung von Regenwäldern, die Schädigung der Biodiversität, die Vergiftung von Flüssen, die Zerstörung der Existenzgrundlagen zehntausender Menschen Um jenen, die sich dort für eine lebenswerte Zukunft einsetzen, eine Stimme zu geben, haben wir zur Weltmeisterschaft die Kampagne Unser Ball der Gerechtigkeit ins Leben gerufen. Wir haben unseren kleinen Fußball verschiedenen engagierten Menschen aus unseren Projekten gegeben und sie gefragt, was sie sich für ihre Projektarbeit wünschen und in welchem Brasilien sie gerne leben wollen. Drei dieser Menschen stellen wir Ihnen auf der folgenden Seite vor. Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014 I 9

10 STIMME AUS DEM SÜDEN Haraldo Pinto Espirito Santo ist seit 1996 bei der Indigenenpastorale CIMI und aktives Mitglied von FAOR. Ana Maria Sousa Reis engagiert sich seit 1992 beim Fórum Carajás und ist Mitglied von FAOR. Ich arbeitete bei der Pastorale und wollte irgendwann Sozialarbeit außerhalb meiner Gemeinde machen. Ich dachte sogar daran, nach Afrika zu gehen. Über den Hinweis einer guten Freundin kam ich zu CIMI. Das Engagement mit den indigenen Gemeinschaften empfinde ich persönlich als soziale Arbeit. FAOR gibt dem ganzen noch eine politische Ebene. Früher waren es Kämpfe um die Erlangung der Indigenen-Rechte und heute kämpfen wir darum, diese Rechte, die in der Verfassung garantiert sind, nicht wieder zu verlieren. Das ist die größte Herausforderung. Zur Fußball-WM wünsche ich mir, dass die Menschenrechte vollständig respektiert werden, besonders das Recht auf Gesundheit, Bildung und menschenwürdiges Wohnen für die benachteiligte Bevölkerung Brasiliens. Ich bin aus der Quilombola-Gemeinde São Pedro in Maranhão. In die Hauptstadt São Luís kam ich sehr jung, um als Hausangestellte zu arbeiten. Ich habe es geschafft, ein kleines Stück Land zu kaufen, wo ich heute noch wohne. Ich bin alleinerziehende Mutter, habe zwei Söhne und eine Adoptivtochter. Besonders mag ich die Arbeit mit Jugendlichen und Frauen. Ich koordiniere das FAOR-Jugendprojekt Ijé Ófè. Als wir das Projekt starteten, kamen die Jugend lichen mit gesenktem Kopf. Heute nehmen sie aktiv teil, kennen ihre Rechte und können sich selbst verteidigen. Das macht mich sehr zufrieden und glücklich. Zur Fußball-WM wünsche ich mir mehr Landtitel für die Gemeinschaften, damit ökologische Sammelwirtschaft nicht durch Monokulturen der Großgrundbesitzer verdrängt wird. Lázaro José da Silva Verçosa kämpft beim Movimento XINGU mit. Ich bin vor 50 Jahren in Altamira geboren und wuchs unter armen Verhältnissen auf. Trotzdem hatte ich schon immer das Bestreben zu kämpfen und glücklich zu sein. Ich bin Lehrer im staatlichen Schuldienst gewesen und jetzt in Rente. Schon bevor das Movimento Xingu gegründet wurde, habe ich mich in kirchlichen Gruppen für das Wohl der Menschen hier und den Erhalt ihrer Umwelt und Lebensgrundlagen engagiert. Dann bin ich zum Movimento gekommen. Und jetzt weiß ich: Menschen, die sich sozial engagieren und für andere einsetzen, entwickeln sich auch selbst weiter und machen einen Reifeprozess durch. Einen besonderen Augenblick werde ich nie mehr vergessen: als es durch unseren Protest und die eingeleiteten Gerichtverfahren einen Baustopp von Belo Monte gab. Auch wenn es nur ein kurzer Aufschub war, aber es war wie Honig auf der Zunge. Zur Fußball-WM wünsche ich mir ein Brasilien frei von Staudämmen, Vertreibung und ungerechter Verteilung des Reichtums. 10 I Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014

11 PROJEKTINFO BRASILIEN Indigene und Quilombolas vernetzen sich FAOR bringt Minderheiten in Brasilien zusammen, die von Rohstoffausbeutung bedroht sind Damit FAOR diese wichtige Vernetzungsarbeit fortsetzen kann, bitten wir Sie um eine Spende. Kennwort: Perspektiven Brasilien Kennnummer: 6001 Konto Bank für Sozialwirtschaft BLZ IBAN DE BIC/SWIFT: BFSWDE33BER D ie Männer kamen ohne zu fragen vorbei und boten den DorfbewohnerInnen Geld an. Manche haben die 40 Euro genommen. Doch sie wussten nicht, was auf sie zukommt. Die Männer fingen sofort an, neben den Häusern nach Gas zu bohren. Fernanda Silva Soares kommt aus dem Quilombo-Dorf Supapinho. Das wurde unlängst von Technikern aufgesucht, denn in dem Gebiet soll nach dem Fracking- Verfahren Gas gefördert werden. Supapinho ist kein Einzelfall. Viele Quilombos, die Siedlungen der Nachfahren ehemals entflohener Sklaven, liegen in rohstoffreichen Gebieten. Ihr Land ist daher im Visier von Akteuren eines lukrativen Rohstoffgeschäfts. Fernanda Silva Soares weiß jetzt, dass auch Quilombola, BewohnerInnen von Quilombos, traditionelle Landrechte haben. Denn sie nimmt an dem Ausbildungsprojekt Ijé Ófè von FAOR teil, das junge Quilombolas für Aufgaben in ihren Gemeinden qualifiziert. Wir und die indigenen Gemeinschaften müssen uns zusammen zur Wehr setzen, sagt sie selbstbewusst. Diese Chance hatten sie und ihre jungen MitstreiterInnen im März 2014 auf einer von FAOR in der Hauptstadt Brasilia organisierten und der ASW unterstützten Veranstaltung. Es ging um die Auswirkungen von Energiewirtschaft und Bodenschatzabbau auf das Leben der traditionellen Gemeinschaften. Und um Menschenrechte. Denn diese werden mit dem beschleunigten Wettlauf um die wertvollen Rohstoffe Amazoniens immer häufiger verletzt. FAOR vernetzt die geographisch weit verstreut liegenden Gemeinden und Organisationen von Indigenen, Quilombolas und anderen traditionellen Gemeinschaften in Amazonien und stärkt sie bei der nachhaltigen Nutzung ihrer Ressourcen. Wer sich kritisch über die Regierung äußert, begeht schon ein Verbrechen, schildert Guilherme Carvalho von FAOR die Situation. Kürzlich wurden im Bezirk Jacareacanga 70 indigene Lehrer entlassen. Diese gehören der Ethnie der Munduruku an, die sich gegen die Pläne der Regierung auf ihrem Territorium stellt. Am Fluss Tapajós sollen in den nächsten Jahren eine ganze Reihe von Staudämmen errichtet werden. Trotz der zunehmenden Bedrohungen halten die Munduruku an ihrer Position fest. Wir kämpfen dafür, dass wir von den Regierenden respektiert werden. Sie halten sich nicht an die Verfassung. Manchmal habe ich den Eindruck, dass unsere Gesetze in Brasilien nichts mehr gelten, sagt Josias Munduruku auf der FAOR-Veranstaltung, an der auch Fernanda Silva Soares teilnahm, und die VertreterInnen aller Gruppen von Betroffenen zusammenbrachte. Dabei war auch Hélio Alves da Silva aus Altamira. Er war einst Fischer. Bis die Bauarbeiten für den Staudamm Belo Monte begannen. Nun ist er ohne Fischfang und Haus. Und ohne Arbeit. Aber er gibt nicht auf: Man merkt bei allen die hier sind, dass sie die gleichen Probleme haben. Darum müssen wir zusammenhalten. Allianzen entstehen auf solchen Treffen. Das stärkt das Netzwerk und hilft den kleinen, oft verstreut liegenden Minderheitengruppierungen bei der Durchsetzung ihrer Rechte. FAOR ist jetzt schon bei den Vorbereitungen des Panamazonischen Sozialforums, das Ende Mai in Macapá stattfinden wird. Hier kommen auch Vertreter der amazonischen Nachbarländer mit den Engagierten von FAOR zusammen. Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014 I 11

12 PROJEKTINFO AFRIKA Der Hirse gehört die Zukunft Vierte westafrikanische Saatgutmesse 2014 in Senegal B äuerliche Gemeinschaften nutzen eine unglaubliche Vielfalt an Sorten von Nahrungsmitteln, die ihren unterschiedlichsten Agrarsystemen angepasst sind. Sie sind Profis für die Produktion, für den Erhalt, die Aufbewahrung und für die Vermehrung von Djimini teilten: Angepasste alte Sorten von Getreide, Hülsenfrüchten und Gemüse bringen den Bauern langfristig stabilere Erträge als industrielle Sorten. So tragen sie auch zur Ernährungssouveränität bei, die als Ziel ebenfalls in der Abschlusserklärung benannt ist. Daher waren sich alle einig, dass es darum geht, den Versprechungen der Agrarmultis, die neuerdings Afrika im Visier haben, zu widerstehen. ASPSP (Association sénégalaise de producteurs de semences paysannes) setzt sich für die Bewahrung regional angepasster, teils vom Aussterben bedrohter Nutzpflanzen ein und stärkt so die Ernährungssouveränität. Saatgut. Doch Bauerngemeinschaften werden nicht konsultiert, wenn es darum geht, Agrarpolitik oder Saatgutprogramme zu formulieren. Im Gegenteil, es werden sogar Gesetze verfasst, die die Verwendung und Verbreitung bäuerlichen Saatguts kriminalisieren. So steht es in der Erklärung von Djimini 2014, dem Abschlusspapier des vierten westafrikanischen Saatguttreffens, das im März im Senegal stattfand. Gut zwei Jahre nach dem letzten westafrikanischen Treffen brachte das von der ASW unterstützte Saatgutnetzwerk ASPSP in Djimini im südlichen Senegal wieder zahlreiche VertreterInnen von 50 Bauernorganisationen aus acht westafrikanischen Ländern zusammen. Mit dabei war diesmal auch eine starke Delegation der indischen Organi sation Deccan Development Society, DDS, bis 2005 von der ASW unterstützt. 300 Bauern und Bäuerinnen tauschten sich über vier Tage aus, gaben ihr Saatgut an andere weiter und nahmen an Plenartreffen und Arbeitsgruppen teil. Ganz im Sinne der Erklärung agierten sie als Profis in Sachen Saatgut. Welcher Standort passt zu meiner mitgebrachten Kulturpflanze? Wie lange dauert ihre Reife? Wie verhält sie sich bei extremer Dürre? Mit Antworten auf solche Fragen konnten Senegalesische Bauern die rote Zwiebel Galmi, die in den Bergen Malis gezüchtet wurde, erfolgreich auf ihren Äckern heimisch machen. Wichtig ist zudem ein Wissen, das alle Teilnehmer in In Trockengebieten Afrikas ist Hirse das Getreide der Zukunft Nachdem 2011 verschiedene Reissorten und traditionelle Getreidespeicher im Mittelpunkt standen, galt diesmal das Interesse der Hirse. Denn diese wird aus Sicht der Organisatoren der Saatgutmesse das Nahrungsmittel der Zukunft sein. Hirse kommt mit deutlich weniger Niederschlägen aus als Mais oder Reis, hat einen hohen Nährwert, es gibt zahlreiche Sorten für unterschiedlichste Standorte und Hirse lässt sich ganz vielfältig zubereiten. Um von Erfahrungen mit Hirse auf einem anderen Kontinent zu profitieren, hatte ASPSP die KollegInnen von DDS aus Indien eingeladen. DDS begründete dort ein landesweites Bündnis zur Förderung des Hirseanbaus (Millet Network of India) und argumentierte, Hirse werde bald das wichtigste Nahrungsmittel der westafrikanischen Trockengebiete sein. Daher sei die Bewahrung der Sortenvielfalt besonders wichtig. Entsprechend groß war das Interesse an der Präsentation der Inderinnen und Inder. Nach dem Vortrag besuchten zahlreiche BauernvertreterInnen den Infostand von DDS, diskutierten weiter, fragten nach und ließen sich Hirsesaatgut zeigen. In kleinen Workshops, zusammen mit senegalesischen Frauen, kochten die Männer und Frauen aus dem Deccan-Hochland unterschiedliche Hirsegerichte und ließen die TeilnehmerInnen der Saatgutmesse probieren. Es schmeckte und machte deutlich: Der Hirse gehört die Zukunft. Damit sich ASPSP weiter für eine sichere Ernährung einsetzen kann, bitten wir Sie um Ihre Spende: Kennwort: Perspektiven Afrika Kennnummer: 8001 Konto Bank für Sozialwirtschaft BLZ IBAN DE BIC/SWIFT: BFSWDE33BER 12 I Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014

13 UNSER STANDPUNKT Schlechte Aussichten für Indien VON JÜRGEN WEBER Dass die Indische Volkspartei (BJP) die Wahlen gewonnen hat und mit Narendra Modi nun den indischen Premierminister stellt, ist beunruhigend. Die BJP gehört dem Sangh Parivar an, jener Familie von Institutionen und paramilitärisch organisierten Sturmtruppen, die sich der Errichtung einer einzigen, wahren Hindu-Nation verpflichtet sehen. Modi wird vorgeworfen, als Chief Minister des Unionsstaates Gujarat direkt an dem Massaker an der muslimischen Bevölkerung im Jahr 2002 beteiligt gewesen zu sein. Seine Äußerungen, es solle künftig keine Zugeständnisse an Minderheiten geben, wie die in der Verfassung garantierten Reservierungen bei Arbeitsplätzen und in Bildungseinrichtungen, zielten vor allem auf die etwa 140 Mio indischen Muslims. Die Hindu- Nationalisten des Sangh Parivar bedrohen Frauen, wenn diese versuchen, aus den patriarchalen Verhältnissen auszubrechen, sie verhöhnen und beleidigen Menschen mit nicht heterosexueller Orientierung, religiöse Minderheiten, Dalits (Kastenlose) und Adivasi (Indigene). Die BJP und ihre Verbündeten vertreten eine rechtsnationale und neoliberale Politik, die bei Investoren Narendra Modis Entwicklungmodell: Eine Gefahr für Indiens Minderheiten? (Demonstrierende Dalits, ASW-Partner ISM) gut anzukommen scheint. Und dies, obwohl in Gujarat, das Modi nicht müde wird als Entwicklungsmodell anzupreisen, die Mangelernährung bei Kindern höher und die Schulbildung für Mädchen geringer ist, als im Durchschnitt aller Unionsstaaten. Die Forderung der wirtschaftlichen Elite nach einer Herrschaftsordnung, die auf einem leistungsorientierten kapitalistischen Wettbewerb basiert und bei der die Existenz grundlegender gesellschaftlicher Ungleichheiten nicht in Frage gestellt wird, befördert kommunalistische Spannungen und Kasten-Denken. Modis Regierung ist eine ernste Gefahr für alle, die gegen diese Politik Widerstand leisten, für Frauen ebenso wie für religiöse Minderheiten. Gen-Reis schadet dem Geschäft VON ISABEL ARMBRUST 1994 kam in den USA mit der Antimatschtomate Flavr- Savr die erste genetisch veränderte Ackerfrucht auf den Markt. Seither wurden immer neue transgene Pflanzen für den kommerziellen Anbau zugelassen aber auch viele Projekte der Agrarkonzerne nach Protesten von KonsumentInnen gestoppt. Kritische Teile der Gesellschaft und Konzerne wetteifern seit 20 Jahren um den längeren Atem. Bei genauem Hinsehen sind es vor allem für Tierfütterung, Herstellung von Agrosprit und Gewinnung von Textilfasern gezüchtete Pflanzen, die von ihren Herstellern durchgesetzt werden konnten. Insbesondere Genmais, -soja und -baumwolle haben seither die Äcker der Welt erobert. Bei direkten Nahrungsmitteln wie Weizen, Reis und Gemüse ist die Lage anders musste z.b. Monsanto die Vermarktung transgenen Weizens einstellen, weil große Weizen-Aufkäufer wie die italienische Mühle Grandi Molini den gesamten Import aus Ländern mit Gen-Weizen-Anbau aussetzen wollten verhinderten Proteste der indischen Zivilgesellschaft die kommerzielle Zulassung einer transgenen Aubergine. 10 Jahre nach den amerikanischen Weizenexporteuren sorgen sich nun Indiens Reisexporteure um Marktchancen im Ausland. Im April haben sie sich gegen neue Feldversuche mit transgenem Reis ausgesprochen. Die hatte die indische Aufsichtsbehörde für Gentechnik GEAC kurz zuvor genehmigt. Wie viele Feldversuche jetzt auch immer stattfinden: Jede genkritische Stimme aus dem Wirtschaftssektor freut uns doppelt. Denn in diesem Kampf zwischen Konzernen und KonsumentInnen trägt nicht das stärkere Argument den Sieg davon. Sondern Macht. Immer wenn die Macht der Verbraucher die Nahrungsmittelindustrie zu einem Nein zwingt, wenn ihnen die Agrarkonzerne das Geschäft verderben, ist das ein kleiner Hoffnungsschimmer. Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014 I 13

14 WELTNACHBAR WELTNACHBAR ASW-Partner ruhen sich nicht auf dem Erreichten aus ASW-Spender Christian Hüffmeier über seine Eindrücke von der Spenderreise in den Senegal An der Arbeit der ASW-Projektpartner im Senegal hat mich besonders die Verbindung von Ökologie und Landwirtschaft beeindruckt. Bei allen Projekten fand ich positiv, wie die MitarbeiterInnen darauf aus sind, ihre Arbeitsund Wirkungsbereiche auszuweiten, auf andere Menschen, andere Dörfer. Statt sich auf dem Erreichten auszuruhen. Sie sind alle guten Muts, dass sie es schaffen. Was ich vor Ort gesehen habe und was eine große Wirkung bei mir hinterlassen hat: Die ASW bezieht die Leute vor Ort ein und sie trauen sich auch, über ihre Arbeit kritisch nachzudenken. Sie sagen, das und jenes ist nicht gut gelaufen, und man findet gemeinsam Wege, es besser zu machen. Ich wurde durch die Reise ermutigt, künftig auch anderen zu sagen: Ihr könnt für die ASW spenden, die macht eine gute Arbeit. Cristian Hüffmeier, ASW-Spender Die Saatgutmesse des senegalesischen ASW-Partners ASPSP war ein Programmpunkt der diesjährigen SpenderInnenreise. Unser Spender Christian Hüffmeier war dabei. Projektpatenschaften gehören zu meinem Leben Seit 1968 lebe ich in Südbaden und im Dezember 1968 kam unsere Tochter Andrea zur Welt. Ich war damals Student und wurde irgendwie auf die ASW aufmerksam. Aus Freude über unser erstes Kind beschlossen wir spontan, eine Patenschaft für ein Kind in der Dritten Welt zu übernehmen. Fünf Jahre später wurde unser Sohn Florian geboren und wir nahmen noch eine zweite Patenschaft dazu. Als die ASW sich von Kinderpatenschaften abwandte und über negative Effekte auf die lokalen Gemeinschaften informierte, wandelten wir unsere Patenschaften in Projektpatenschaften um. Ich habe immer mit Freude feststellen können: diese Patenschaften gehören einfach zu meinem Leben dazu und waren immer möglich, auch als es finanziell eng war, z.b. als Studentenpaar mit Kind. Und ich hoffe, ich kann sie noch sehr lange beibehalten. Ich freue mich sehr darüber, dass ich gerade an die ASW geraten bin, der ich hier für ihre segensreiche Arbeit herzlich danke. In meinem Leben habe ich viel Glück gehabt, auch wenn es immer wieder weniger schöne Zeiten gab. Und da habe ich mich entschlossen, die Vollendung des 70. Lebensjahres mal größer zu feiern und dabei auf Geschenke zu verzichten. Stattdessen bat ich alle meine Gäs te um eine Spende zugunsten des Projekts INDIENS FRAUEN, GEMEINSAM GEGEN GEWALT. Ich denke, ich habe damit einigen meiner 85 Gäste viel Nachdenken erspart und mir selbst viel Mühe mit der Würdigung von Dingen, die ich weder brauche, noch essen oder trinken will; habe vielen das gute Gefühl vermittelt, etwas Sinnvolles getan zu haben. Ich freue mich, dass ich mit meinen 70 Jahren noch so gut drauf bin, in einem Land leben kann, das so viele Möglichkeiten bietet, und dass ich auch anderen helfen kann, denen es nicht so gut geht wie mir. Hans Reidl an seinem runden Geburtstag Hans Reidl, Denzlingen, am I Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014

15 WELTNACHBAR WeltnachbarInnen in Landshut sammeln 1000 Euro für indische Frauen Anlässlich des internationalen Frauentags hatte der Arbeitskreis Partnerschaft mit der Dritten Welt Landshut zu einem Infoabend geladen. Die ASW-MitarbeiterInnen Sonja Finkbeiner und Detlef Stüber informierten über die Arbeit indischer ASW-Partnergruppen und zeigten auf, was diese vor Ort gegen die allgegenwärtige Diskriminierung der Frauen und gegen Gewalt tun. Am Ende überreichte uns Steffi Schuster im Namen der engagierten WeltnachbarInnen aus Bayern einen Scheck im Wert von 1000 Euro. Das Geld wird speziell den Frauen stark benachteiligter Adivasigemeinschaften zugute kommen. Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für die Unterstützung aus Landshut. Lesetipp für WeltnachbarInnen: Indiens verdrängte Wahrheit Indien tötet jährlich rund zwei Millionen Frauen, lässt 1,7 Mio. Kinder am Hunger sterben und duldet 700 Mio. dauerhaft Hungernde. Im Sekundentakt kommt es zu schweren Menschenrechtsverbrechen aller Art und Indien wird von Kriminellen mitregiert. Gegen ein Drittel der Angehörigen der Politiker kaste laufen Strafverfahren und Shinig India mit lockenden Investitionsmöglichkeiten für deutsche Firmen ist nichts anderes als ein Trugbild. Die größte Demokratie ist korrupt bis ins Mark und ein völlig rechtloses und unkalkulierbares System verhindert jeden Fortschritt. Nicht nur Investoren sind betroffen: Gerade die Ärmsten müssen bestechen, um ein Krankenhausbett, eine Gasflasche, einen Schulplatz zu erhalten. Starker Tobak. Die beiden langjährigen Asien-Korrespondenten Georg Blume und Christoph Hein haben Beobachtungen und Einschätzungen wie diese zu einem Buch zusammengetragen. Ihre Streitschrift liest sich wie eine Abrechnung. Sie richtet sich gegen ein System der Ungeheuerlichkeiten, denen, wie sie finden, kaum jemand etwas entgegensetzt. Nicht in Indien und auch nicht im Norden. Ihr Indienbuch soll dazu beitragen, dass die Welt und wir hier in Deutschland Indien mit realistischeren Augen sehen und den Menschen in Indien Solidarität zukommen lassen. Sie könnten damit Erfolg haben. Die Diskriminierten brauchen unsere Unterstützung und die Verantwortlichen müssen mit deutlichen Worten und Taten zu einem Umdenken und vor allem auch UmHandeln gezwungen werden. Nur so besteht die Chance, dieses extremst menschenverachtende System zu stoppen. Georg Blume/Christoph Hein: Indiens verdrängte Wahrheit. Streitschrift gegen ein unmenschliches System. Edition Körber-Stiftung, 2014, 200 S. WELTNACHBAR sein WELTNACHBARN leben oft weit auseinander und fühlen sich doch einander nah. Sie begegnen sich auf Augenhöhe und mit Wertschätzung. Sie leben eine solidarische Welt und übernehmen Verantwortung für eine global gerechte Zukunft. Gemeinsam mit vielen Menschen leben wir diese Weltnachbarschaft. Hier berichten wir über sie. Werden Sie Weltnachbar. Engagieren Sie sich für die ASW, werden Sie Fördermitglied oder schreiben Sie uns von Ihren Aktionen und Ihrem Engagement für die ASW. Wir freuen uns. oder Solidarische Welt Nr. 226, Juni 2014 I 15

16 Vertriebsstelle Solidarische Welt, Potsdamer Straße 89, Berlin, Postvertriebsstück, Entgelt bezahlt IMPRESSUM Herausgeberin: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.v. ASW, Potsdamer Straße 89, Berlin, Telefon: , Erscheinungsweise vierteljährlich: Der Verkaufspreis der Zeitschrift ist für Mitglieder im Mitgliedsbeitrag enthalten. Jahresabonnement 10 Euro. Redaktion: Isabel Armbrust (Redaktionsleitung), Marek Burmeister, Sonja Finkbeiner, Michael Franke, Detlef Stüber, Imke-Friederike Tiemann, Silke Tribukait, Tobias Zollenkopf Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder der Herausgeberin wieder. Grafik: Natalie Friedinger, Berlin Ulrike Kleine/Grips medien GmbH&Co.KG Bildnachweis: ASW (falls nicht anders angegeben) Druck: Oktoberdruck AG, Berlin Gedruckt auf 100% Recyclingpapier Bereits 1957 gegründet, ist die Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.v. eine der ältesten entwicklungspolitischen Organisationen Deutschlands. Wir fördern Projekte in Afrika, Indien und Brasilien, die zur Stärkung von Frauen, dem Schutz der Umwelt und der Durchsetzung der Menschenrechte beitragen. Die Projekte werden ausschließlich von PartnerInnen vor Ort angestoßen und ausgeführt. Wir sind politisch, wirtschaftlich und religiös unabhängig und finanzieren uns überwiegend über Spenden von Privatpersonen. Für eine Welt, die zusammenhält

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