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1 Beispiel Guter Praxis A. Allgemeine Informationen über das Unternehmen Unternehmen / Organisation Wozabal Management GmbH Anschrift Freistädter Straße 230 Stadt 4040 Linz Land Österreich Name Arno Friedl Funktion QM, SFK -Adresse Telefonnummer 0664/ Website Sektor / Branche (NACE) N Erbringung von sonstigen Dienstleistungen Publikation (falls Informationen zum Programm zur Förderung der Psychischen Gesundheit veröffentlicht wurden, bitte eine Quelle angeben) Anzahl der Beschäftigten (unternehmensweit) - 1

2 MitarbeiterInnen in OÖ, wo BGF-Projekt initiiert wurde - 2

3 B. Politik & Kultur: Beschreibung (max. 500 Wörter) Als Unternehmen, das bereits 1886 die ersten Spuren hinterlassen und sich seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und vergrößert hat, wird Nachhaltigkeit als eines der Grundprinzipien der Philosophie gesehen. Das bedeutet für Wozabal, dass für Kunden wirtschaftliche Lösungen mit ökologischem Nutzen und sozialer Akzeptanz realisiert werden. Denn nur wenn diese drei Aspekte langfristig aufeinander abgestimmt sind, kann eine nachhaltige Entwicklung gewährleistet werden. Verantwortungsbewusste Unternehmensführung heißt in der Unternehmensgruppe Wozabal, dass die Handlungen laufend reflektiert und im eigenen Einflussbereich ein positiver Beitrag geleistet wird. Voraussetzung dafür ist die Förderung und Befähigung von Menschen aber auch die Erhaltung der Gesundheit und die Erhöhung des Wohlbefindens. Das ist das wahrscheinlich nachhaltigste Investment und eine absolute Notwendigkeit, um den gesellschaftlichen Wandel und die derzeitigen wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen zu meistern. Gesundheit und Wohlbefinden sind die Grundlage für Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Gut ausgebildet, hochmotiviert und mit Verständnis für die Besonderheiten aller Unternehmensbereiche, handeln sie verantwortungsbewusst und ergebnisorientiert. Damit tragen sie entscheidend zum Erreichen der Unternehmensziele und somit zum Erfolg der Unternehmensgruppe bei. Schon immer wurde in der Unternehmensgruppe Wozabal die Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Mitarbeiter großgeschrieben. Im Jahr 2008 entschloss man sich ein ganzheitliches BGF-Projekt durchzuführen. Im Zuge des Projekts zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (=BGF) soll die betriebliche Gesundheitsförderung als Unternehmenskultur implementiert werden. Weitere Ziele, die im Zuge der Umsetzung des Projekts erreicht werden sollen sind z.b. die Verbesserung des Betriebsklimas, des Wohlbefindens, der Lebensqualität sowie die Erhöhung der persönlichen Gesundheitskompetenz der MitarbeiterInnen. Weiters sollen berufsbedingte und insbesondere auch psychische Belastungen reduziert werden. - 3

4 C. Organisation & Struktur: Beschreibung (max. 500 Wörter) Personelle Ressourcen: Im Zuge der betrieblichen Gesundheitsförderung gibt es eine Projekt- und Steuerungsgruppe bestehend aus Arbeitnehmervertretung (Projektleitung), Geschäftsführer, Sicherheitsfachkraft, Arbeitsmediziner und Personalmanagement. Zusätzlich dazu wird das Projekt von der OÖGKK begleitet. Die Aktivitäten und Förderungen zur psychischen und physischen Gesundheit werden in diesem Kreis geplant und der Geschäftsleitung vorgelegt. Darüber hinaus wird auch sehr viel Wert auf die Partizipation der MitarbeiterInnen gelegt: In den stattfindenden Gesundheitszirkeln werden gemeinsam mit Mitarbeitern aus allen Unternehmensbereichen Maßnahmen erarbeitet. Auch durch Vorschläge, mit denen die Beschäftigten direkt an die Projektgruppe herantreten, werden Maßnahmen entwickelt. Im 1. Halbjahr 2008 erfolgte die Ausbildung der Teammitglieder zum BGF-ProjektleiterIn bzw. zum BGF-GesundheitszirkelmoderatorIn. Zur Weiterbildung der Projektgruppenmitglieder nehmen diese an verschiedenen Veranstaltungen und Vorträgen teil. Auch durch bisherige persönliche Erfahrungen ist die Qualifikation und Vertrautheit mit dem Thema psychische Gesundheit sichergestellt. In diesem Bereich werden jedoch noch weitere Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung des Teams gesetzt. Finanzielle Ressourcen: Für die betriebliche Gesundheitsförderung werden finanzielle und zeitliche Ressourcen zur Verfügung gestellt. Die geplanten Maßnahmen werden in den standortbezogenen Maßnahmenlisten festgehalten. Eine regelmäßige Prüfung des Einsatzes der Ressourcen sowie der finanzierten Initiativen und Maßnahmen wird durchgeführt. - 4

5 D. Umsetzung: Beschreibung (max. 500 Wörter) Die Basis der Initiativen und Aktivitäten zur Betrieblichen Gesundheitsförderung bzw. auch zur Förderung der psychischen Gesundheit bilden die MitarbeiterInnenbefragung, die Krankenstandsanalyse und die Gesundheitszirkel, in denen die Beschäftigten Maßnahmenvorschläge erarbeiten. Obwohl die Umsetzungsphase noch nicht abgeschlossen ist und weitere Gesundheitszirkel abzuhalten sind, wurden bereits zahlreiche verhaltens- und verhältnisorientierte Maßnahmen zur Förderung der (psychischen) Gesundheit im Unternehmen umgesetzt: Ein wichtiger Bereich, insbesondere zur Förderung der psychischen Gesundheit, ist das Konfliktmanagement. Das Wozabal Konfliktmanagement-System ist eine konstruktive, betriebsinterne Konfliktregelung durch die Ausbildung von Mitarbeitern zu Konfliktlotsen. Es soll Störungen von Arbeitsabläufen und Arbeitsbeziehungen verringern und es ermöglichen, die positiven Anteile in jedem Konflikt zu erkennen und zu nutzen, sowie die negativen gezielt zu bearbeiten. Auch die Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsabläufe sind zentrale Themen im Unternehmen, die ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Förderung der psychischen Gesundheit leisten. So gab es beispielsweise Verbesserungen in Bezug auf die klare Regelung von Zuständigkeiten (z.b. Definition von Maschinenparten), die Einführung von regelmäßigen Besprechungen, die Einstellung von zusätzlichem Personal sowie die rechtzeitige Information über die Dienstpläne (insbesondere in Bezug auf die Wochenendarbeit), da diese Punkte in den Gesundheitszirkeln thematisiert wurden. Zudem sind die Beschäftigten selbst aufgerufen, ihre Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe zu analysieren und Veränderungen vorzuschlagen, um unnötige zu vermeiden, was nicht nur als Mittel zur Stressreduktion, sondern auch als Wertschätzung gesehen wird, weil die MitarbeiterInnen so merken, dass sie ein wichtiger Bestandteil sind und miteinbezogen werden. Im Bereich Aus- und Weiterbildung können die mitarbeiterinnenorientierte AbteilungsleiterInnenausbildung sowie die TeamleiterInnenausbildung genannt werden. Letztere spiegelt die Umstrukturierung Richtung Teamorientierung wider. Die Ausbildungen leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Wertschätzung, sondern fördern auch den Erfahrungsaustausch und das Miteinander. - 5

6 Im Bereich Stressmanagement werden gemeinsam mit dem Revital Aspach Pakete z.b. zur Stressbewältigung oder für den Rücken für die MitarbeiterInnen angeboten. Diese werden durch das BGF-Projekt in finanzieller Hinsicht unterstützt. Die Unterstützung beträgt je nach Betriebszugehörigkeit bis zu 80 %. In Bezug auf den Umgang mit Beschäftigten, die an psychischen Gesundheitsproblemen leiden, gibt es keine konkrete Regelung. Insbesondere die Belegschaftsvertretung und die Sicherheitsvertrauensperson stehen als Ansprechpersonen zur Verfügung. Explizite Rückkehrgespräche gibt es nicht, informelle Gespräche z.b. mit den Vorgesetzten sind aber natürlich möglich. Überaus positiv war z. B. der Workshop Gestalten und Bewegen in Enns in dem die Ergonomie am Arbeitsplatz betrachtet und Verbesserungsmaßnahmen besprochen wurden. So spielt das Heben und Tragen von Lasten bzw. die ergonomische Optimierung der Arbeitsplätze eine wichtige Rolle im Unternehmen. Im Zuge des BGF Projekts wird Wozabal im Jahr 2010 unternehmensweit rauchfrei. Für RaucherInnen werden Raucherplätze im Freien geschaffen, auch Rauchfreiseminare werden angeboten. Weiters werden regelmäßig Obst (im Sommer) oder regionale Suppen (im Winter) angeboten. Eines der wichtigsten Kommunikationsmittel, in dem auch über die Betriebliche Gesundheitsförderung berichtet wird, ist die viermal jährlich erscheinende MitarbeiterInnenzeitung. Sie wurde erstmals 2008 gedruckt und ist mittlerweile ein Fixbestandteil der internen Kommunikation auf Unternehmensebene. Weitere Mittel und Wege zur Kommunikation der Gesundheitspolitik sind die Sicherheitsausschusssitzungen, der Gesundheitsbericht oder eigens organisierte Veranstaltungen (z.b. zum Thema rauchfreies Unternehmen). - 6

7 E. Evaluation: Beschreibung (max. 500 Wörter) Die Evaluation der Initiativen zur Förderung der psychischen Gesundheit erfolgt im Zuge der allgemeinen Maßnahmenevaluation. So wird am Ende des Projektes die Wiederholung der MitarbeiterInnenbefragung und der Krankenstandsanalyse stattfinden. Weitere Mittel in diesem Bereich sind Feedbackbögen zur Beurteilung der Ausbildungsmaßnahmen sowie Arbeitsplatzevaluierungen, die regelmäßig stattfinden. Überdies erfolgt eine kontinuierliche Beurteilung der Maßnahmenlisten hinsichtlich Fortschritt und Abhandlung. Die Maßnahmenlisten werden an den Standorten sozusagen gelebt und sind fixer Bestandteil von Abteilungsbesprechungen sowie für alle MitarbeiterInnen auf Infotafeln einzusehen. Die wichtigsten zu erzielenden Ergebnisse sind die bessere Wahrnehmung der Wertschätzung durch die Unternehmensleitung an den Standorten sowie die Partizipation der Beschäftigten und die Tatsache, dass die Arbeit dadurch auch mehr Spaß macht. Als wichtigste Erfolgsfaktoren werden die Etablierung von MultiplikatorInnen im Unternehmen, die Partizipation der Beschäftigten und die durch Verständnis entstehende Eigendynamik genannt. Als Stolperstein wird die Priorisierung, die der Alltag mit sich bringt, gesehen. So wird sehr viel durch die Kerntätigkeit des Unternehmens bestimmt. Dennoch wird hier positiv hervorgehoben, dass schon viele Samen gesät wurden und die Betriebliche Gesundheitsförderung als wichtiger Bestandteil des Unternehmens etabliert werden konnte. - 7

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