Benutzerinterviews. Entwicklung und Auswertung von. für die Konzeption innovativer Intranets. Karsten Wendland, Hochschule Aalen

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1 Entwicklung und Auswertung von Benutzerinterviews für die Konzeption innovativer Intranets Karsten Wendland, Hochschule Aalen Early Bird Workshop MiPo

2 Überblick Warming-Up: Kommunikation Kulturzwiebel nach Hofstede Themenzentrierte Interaktion (TZI) 2

3 Kommunikation 3

4 Sender-Empfänger-Modell nach Shannon Noise" Rauschen" Source Encoder Message Destination Recorder Quelle" Sender" Signal" Empfänger" Adressat" Z1" Z! Z2! gemeinsamer Zeichenvorrat" 4

5 Reflexive Überlagerung verbal" K1! K2! nonverbal" 5

6 Intersubjektive Kommunikation 4-Seiten-Modell von Friedemann Schulz v. Thun 6

7 4-Seiten-Modell Beispiele: Beifahrer: Du, die Ampel ist grün Im Besprechungsraum: Das Fenster ist ja auf 7

8 Überblick Warming-Up: Kommunikation Kulturzwiebel nach Hofstede Themenzentrierte Interaktion (TZI) 8

9 Die Kulturzwiebel Geert Hofstede niederl. Kulturpsychologe und Sozialwissenschaftler Studie: Befragung von ca IBM-Mitarbeitenden in 53 Ländern (1968 und 1972) Statistische Auswertung: gemeinsame Probleme in verschiedenen Ländern aber von Land zu Land unterschiedliche Lösungen. Kultur ist die kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet. 9

10 Die Kulturzwiebel nach Geert Hofstede Werte und Normen erlernt, verbindend/abgrenzend, unsichtbar, beeinflussen Verhalten und Denken Rituale Handlungen, Abläufe, um ihrer selbst willen ausgeführt (Begrüßungsformen, Darstellung von Ehrerbietungen, ) Helden Personen, die hohes Ansehen genießen, populär oder berühmt sind, Vorbilder, Leitfiguren Symbole deutlich sichtbar : Worte, Ausdrücke, Gesten/ Körpersprache, Kleidung, 10

11 Kulturdimensionen nach Hofstede 5 Meta-Dimensionen der Werte-Kategorie: 1. Machtdistanz (Power Distance Index - PDI) 2. Individualismus und Kollektivismus 3. Masculinity versus Femininity (MAS) 4. Unsicherheitsvermeidung (Uncertainty Avoidance Index - UAI) 5. Lang- oder kurzfristige Ausrichtung (Long-Term Orientation - LTO) Kritik am Modell: Fokus explizit auf Unternehmenskulturen regionale und ethnische Unterschiede nicht berücksichtigt 11

12 Kulturdimensionen nach Hofstede Machtdistanz: hoch Erziehung zu Gehorsam Initiativen gehen von Vorgesetzten aus Die Mächtigen genießen Privilegien niedrig Erziehung zur Gleichberechtigung Vorgesetzte erwarten Eigeninitiative Alle haben dieselben Rechte Individualismus Menschen sorgen für sich und ihre direkte Kernfamilie Aufrichtige Meinungsäußerungen werden geschätzt Direktes Kommunizieren (Informationen wie in Schlagzeilen) Kollektivismus Menschen gehören zu Gruppen (z.b. Familie, Schule, Firma), denen gegenüber sie loyal sind Meinungen werden zum Wohl der Harmonie zurückgehalten Indirektes Kommunizieren (Informationen liegen zwischen den Zeilen) 12

13 Kulturdimensionen nach Hofstede Maskulinität Strenge Rollenverteilung zwischen Mann und Frau Betonung von Leistung und Wettbewerb Sympathie mit den Leistungsträgern Femininität Rollenverteilung und Geschlecht hängen nicht zwingend zusammen Betonung von Solidarität und der Qualität von Beziehungen Sympathie mit den Schwachen Unsicherheitsvermeidung: stark Unsicherheit ist eine Bedrohung und muss bekämpft werden schwach Unsicherheit gehört zum Leben dazu Viele detaillierte Regeln und Strukturen So wenig Regeln wie möglich Pünktlichkeit ist wichtig Zeit ist ein Orientierungsrahmen 13

14 Kulturdimensionen nach Hofstede Langfristige Orientierung Zukunftsorientiert Traditionen entwickeln sich mit den Gegebenheiten weiter Beharrlichkeit, Ergebnisse werden langsam erreicht kurzfristige Orientierung Gegenwartsorientiert Respekt für Traditionen Erwartung rascher Ergebnisse Kulturdimensionen für 60 Länder liegen vor. 14

15 Ergebnis Arbeitsphase 1: 15

16 Überblick Warming-Up: Kommunikation Kulturzwiebel nach Hofstede Themenzentrierte Interaktion (TZI) 16

17 Systematisierte Anforderungsanalyse Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn ICH WIR ES die einzelnen Personen mit ihren Anliegen und Befindlichkeiten die Gruppe, das Miteinander der Personen (Interaktion) die Aufgabe, das Ziel der Gruppe Globe das organisatorische, physikalische, strukturelle, soziale, politische, ökologische, kulturelle engere und weitere Umfeld der Gruppe 17

18 Systematisierte Anforderungsanalyse Axiome der TZI: Der Mensch ist eine psycho-biologische Einheit. Er ist auch Teil des Universums. Er ist darum autonom und interdependent. Autonomie (Eigenständigkeit) wächst mit dem Bewusstsein der Interdependenz (Allverbundenheit). Ehrfurcht gebührt allem Lebendigem und seinem Wachstum. Respekt vor dem Wachstum bedingt bewertende Entscheidungen. Das Humane ist wertvoll, Inhumanes ist wertbedrohend. Freie Entscheidung geschieht innerhalb bedingender innerer und äußerer Grenzen. Erweiterung dieser Grenzen ist möglich. 18

19 Systematisierte Anforderungsanalyse Postulate der TZI: Sei dein eigener Chairman/Chairwoman, sei die Chairperson deiner selbst! Störungen und Betroffenheiten haben Vorrang! Verantworte dein Tun und Lassen persönlich und gesellschaftlich! 19

20 Systematisierte Anforderungsanalyse Verwendung von TZI für die IT-Anforderungsanalyse 1. Belegung der TZI-Kategorien (Ich / Wir / Es / Globe) aus dem Anwendungskontext TZI-Kategorie Ich Wir Es / Thema Globe Belegung Assistent der Geschäftsführung Unternehmensleitung MiPo-Bereich für neue Mitarbeiter Branche durchlebt ein Tief 20

21 Systematisierte Anforderungsanalyse Verwendung von TZI für die IT-Anforderungsanalyse 1. Erarbeitung von Zusammenhangsfragen zwischen den Kategorien zum Ist-Zustand 2. Erarbeitung von Zusammenhangsfragen zwischen den Kategorien zum Soll-Zustand ( Fantasiefragen ) ICH THEMA ICH WIR WIR THEMA ICH GLOBE WIR GLOBE THEMA - GLOBE IST SOLL 21

22 Systematisierte Anforderungsanalyse Verwendung von TZI für die IT-Anforderungsanalyse 3. Durchführung eines qualitativen Leitfadeninterviews auf Basis der Fragenblöcke 22

23 Ergebnis Arbeitsphase 2: 23

24 Systematisierte Anforderungsanalyse Beispiele / Handout Fallbeispiel Firma XY Arbeitsblätter Bericht Optimal Solutions for Hospital Websites 24

25 Feedback: Prof. Dr. Karsten Wendland XING: 25

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