Photovoltaik. Leitfaden für Kreditinstitute. Handbuch zur Prüfung und Finanzierung von Photovoltaikprojekten

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1 Photovoltaik Leitfaden für Kreditinstitute Handbuch zur Prüfung und Finanzierung von Photovoltaikprojekten

2 Impressum Herausgeber forseo GmbH Grünwälder Straße Freiburg Fon +49 (0) Fax +49 (0) Web Autoren Astrid Grell, Thomas Lang Gestaltung & Satz U 21 mediendesign, Hannover Druck Wuhrmann Druck & Service GmbH, Freiburg Copyright 2008 by forseo GmbH 1. Auflage, Oktober 2008 ISBN Fotos Titelseite (v.l.n.r.) Udo Kroener/fotolia.com; danielschoenen/fotolia.com; Yanik Chauvin/fotolia.com; Thaut Images/fotolia.com

3 Photovoltaik Leitfaden für Kreditinstitute Handbuch zur Prüfung und Finanzierung von Photovoltaikprojekten

4 Herausgeber forseo GmbH forseo ist ein unabhängiger Dienstleister für Fragen der Finanzierung nachhaltiger Energien. Zu unseren Kunden zählen Unternehmen aus dem Finanz- und Umwelttechnologiesektor. forseo vermittelt Kapital für Projekte, Start-ups und Unternehmen der Cleantech-Branche. Dabei verfügen wir über ein umfangreiches nationales und internationales Netzwerk in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Darüber hinaus berät forseo Kapitalgeber und Unternehmen beim Aufbau von Know-how für die Finanzierung nachhaltiger Energien, der Akquise öffentlicher Fördermittel und bei der Erschließung neuer Märkte. Wir veranstalten einschlägige Fachkonferenzen und Seminare, erstellen Auftragsstudien und Fachpublikationen.

5 Photovoltaik Leitfaden für Kreditinstitute Beteiligte Förderer badenova AG & Co. KG (Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz) Partner Deutscher Sparkassen- und Giroverband e. V. Gold-Sponsor Landwirtschaftliche Rentenbank Silber-Sponsoren Allianz Climate Solutions GmbH Colexon Energy AG Fronius Deutschland GmbH Raiffeisen Leasing AG KPMG Rechtsanwaltsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft mbh Sharp Electronics (Europe) GmbH, Solar Business Group Mitarbeit Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE Martin Bucher Projektentwicklungen MedienPartner erneuerbare energien Sonne Wind & Wärme Zusammen geht mehr. Unterstützer DZ Bank AG EnergieAgentur.NRW Photovoltaic Austria Swissolar

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7 Photovoltaik Leitfaden für Kreditinstitute Inhalt Vorworte 8 1. Einführung Der Leitfaden Marktentwicklung und Nutzungspotential Technologie und Energieertrag Solarzellen und -module Wechselrichter Energieertragsprognose (Projekt)Finanzierung Merkmale der Projektfinanzierung Beteiligte einer Projektfinanzierung Projektverträge Fördermittel Projektphasen und Finanzierungsprozess Wirtschaftlichkeit Investitionskosten Investitionsrechnung Cash-flow-Prognose Risikomanagement Management einzelner Projektrisiken Kreditsicherheiten Kreditsicherungspflichten Anhang Verwendete Literatur Weiterführende Informationen Checkliste zur Projektprüfung Kurzporträts der Beteiligten 78 7

8 Vorworte Als Energiedienstleister mit kommunaler Mehrheitsbeteiligung ist badenova nicht nur der Region Süd- und Mittelbaden verpflichtet, sondern in besonderem Maß auch dem Umwelt- und Klimaschutz. Das zeigt sich deutlich beim Thema Solarenergie. Seit nahezu 15 Jahren ist badenova der größte und beständigste Förderer von Photovoltaik in der Region. Ganz aktuell feiert die Stadt Freiburg das Erreichen der Zehn-Megawatt-Marke: Photovoltaikanlagen mit insgesamt zehn Megawatt Spitzenleistung sind in Freiburg installiert. Diese neue Erfolgsmarke in der Solarregion ist auch ein Erfolg badenovas. Über fünf Millionen Euro hat badenova durch verschiedene Förderprogramme und durch Zuschüsse aus dem badenova-stromprodukt regiostrom aktiv geleistet. Aber wir fördern nicht nur, wir betreiben auch selbst Solaranlagen, zum Beispiel über unsere Tochtergesellschaft regiosonne, die Sie im Leitfaden vorgestellt bekommen. Wir hoffen, dass die in diesem Leitfaden enthaltenen Informationen dazu beitragen können, die Nutzung der Solarenergie weiter voran zu treiben. Mathias Nikolay Vorstand, badenova AG & Co. KG 8

9 Photovoltaik Leitfaden für Kreditinstitute Erneuerbare Energien werden als Wirtschaftsfaktor immer wichtiger. Die Finanzierung von Energieerzeugung aus Windkraft, Photovoltaik, Solarthermie, Biogas und Biomasse eröffnet allen Kreditinstituten ein neues und wachsendes Geschäftsfeld. Laut Angaben des Bundesumweltministeriums hat sich die Nutzung Erneuerbarer Energien auch 2007 sehr positiv entwickelt. Ihr Anteil am gesamten Primärenergieverbrauch beträgt derzeit rund 6,6 % und hat sich damit gegenüber dem Jahr 2000 fast verdreifacht. Die Stromgewinnung aus Erneuerbaren Energien hat inzwischen einen Anteil von rund 14 % erreicht. Durch Nutzung Erneuerbarer Energien und entsprechende Substitution anderer Energieträger sind 2007 schätzungsweise 110 Mio. Tonnen CO 2 -Emissionen vermieden worden. Der Klimawandel und die notwendigen Maßnahmen zu seiner Eindämmung lassen den sogenannten Erneuerbaren Energien künftig eine deutlich wichtigere Rolle in der Energieversorgung Deutschlands zukommen. Rund Beschäftigte sind in diesem Wirtschaftszweig tätig. In vielen Sparten der Erneuerbaren Energien ist die deutsche Wirtschaft technologisch im Weltmaßstab führend. Diesen Vorsprung gilt es zu halten und weiter auszubauen. Die Finanzierung Erneuerbarer Energien wird daher künftig mehr und mehr zum Alltagsgeschäft für viele Kreditinstitute werden. Sie wirft eine Reihe von neuen Fragestellungen bei der technischen Prüfung, Risikobeurteilung, Besicherung und Strukturierung von Finanzierungsinstrumenten auf. Nahezu alle Landesbanken, aber auch viele Sparkassen verfügen bereits über Erfahrungen mit der Finanzierung Erneuerbarer Energien. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) fördert den Erfahrungsaustausch unter seinen Mitgliedern und stellt Informationen zu dieser Thematik bereit. Wir unterstützen auch in verschiedenen Gremien und Verbänden den Gedankenaustausch unter allen Gruppen der Kreditwirtschaft und freuen uns deshalb, den vorliegenden Leitfaden empfehlen zu können. Denn um den Ausbau von Photovoltaikanlagen weiter voranzutreiben, bedarf es fundierter Informationen über Finanzierungsmöglichkeiten. Dieser Leitfaden bietet Ihnen einen guten Einstieg, um bei den Finanzierungsfragen für Photovoltaikanlagen eine eigene Einschätzung vornehmen zu können. Werner Netzel Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes 9

10 1. Einführung 1.1. Der Leitfaden Gemessen am gesamten Energieverbrauch in Mitteleuropa beträgt die solare Einstrahlung in dieser Region mehr als das Hundertfache. Energie also, die es zu nutzen gilt. Zwar trägt die Photovoltaik bislang einen nur geringen Teil zur Stromversorgung bei. Dafür sind aber die Wachstumsraten der photovoltaischen Energieerzeugung unter allen Energieformen am höchsten ebenso wie deren Kostensenkungspotential. Mit der Einführung des Stromeinspeisegesetzes und insbesondere des EEG hat sich der Markt in Deutschland rasant entwickelt. Inzwischen hat sich die Branche etabliert und professionalisiert, ist zu einer richtigen Industrie herangewachsen. Der Photovoltaik-Markt birgt somit ein enormes Potential für Wirtschaft und Finanzsektor. Größere Photovoltaikprojekte sind inzwischen Routine, sollten dies auch für Kreditinstitute sein. Eine Projektfinanzierung ist bei solchen Projekten die Regel. Von den Kreditinstituten wird entsprechendes Know-how hinsichtlich Technologie und Projektstrukturierung gefordert. Durch den Aufbau dieses Fachwissens können sich die Institute am Markt hervorheben und positionieren. Der vorliegende Leitfaden soll in erster Linie Firmenkundenberatern bzw. Kreditspezialisten von Banken und Sparkassen, aber auch Projektplanern und Beratern einen Überblick über die Prüfung und Finanzierung von Photovoltaikprojekten verschaffen. Aus dieser Zielsetzung ergibt sich der Aufbau des Leitfadens, dessen Kern aus den vier Hauptkapiteln Technologie und Energieertrag, (Projekt)Finanzierung, Wirtschaftlichkeit und Risikomanagement besteht. Ergänzt wird dieser Kern durch einen kurzen Überblick über den Markt und dessen Potential sowie durch eine Checkliste, die die Erfassung der wesentlichen Kriterien bei der Projektprüfung unterstützen soll. Eine Literatur- sowie eine Adressliste erleichtern die Suche nach weiterführenden Informationen. Praxisbeispiele sowie Beiträge Dritter (Partner, Sponsoren u. a.) veranschaulichen das Gesagte; sie sind farblich abgesetzt und somit vom Kerntext zu unterscheiden. Aufgrund des begrenzten Umfangs kann dieser Leitfaden nicht alle Informationen zum Thema in der notwendigen Ausführlichkeit behandeln. Eine Eingrenzung der Materie verstärkt jedoch den Fokus auf das Wesentliche. Geographisch ist der Leitfaden auf den gesamten deutschsprachigen Raum ausgerichtet, also auf Deutschland, Österreich und die Schweiz. Soweit nicht anders beschrieben, werden die Gegebenheiten in Deutschland dargestellt. Technologisch beschränkt er sich auf die marktreifen Technologien (kristalline Siliziumzellen und Dünnschichtzellen). Da der vorliegende Leitfaden schwerpunktmäßig die Projektfinanzierung thematisiert, werden nur größere PV-Anlagen ab einer Größenordnung von etwa 500 kw p aufwärts angesprochen. 10

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