Zielmarktanalyse Indonesien 2014

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1 Zielmarktanalyse Indonesien 2014 Netzgekoppelte Photovoltaik - Mit Profilen der Marktakteure -

2 Herausgeber: Deutsch-Indonesische Industrie- & Handelskammer (EKONID) Jl. H. Agus Salim No. 115, Jakarta P.O. Box 3151, Jakarta 10031, Indonesia Tel. : Fax : , info(at)ekonid.or.id Website : Kontaktperson/Projektleitung: Julia Larsen-Disney: Irnawati Autoren: Erdal Tetik, Wuranto, Christoph Müller von Blumencron Disclaimer: Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Herausgebers. Sämtliche Inhalte wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Für Schäden materieller oder immaterieller Art, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen unmittelbar oder mittelbar verursacht werden, haftet der Herausgeber nicht, sofern ihm nicht nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden zur Last gelegt werden kann. II

3 I. EXECUTIVE SUMMARY Vor dem Hintergrund einer stetigen politischen und sozialen Stabilisierung des Landes, befindet sich Indonesien inmitten eines rasanten Wachstumsprozesses. Bisher ist neben einer sehr niedrigen Elektrifizierungsrate festzustellen, dass die Stromversorgung Indonesien stark ungleich verteilt ist. Dies ist auf den mangelnden Ausbau des nationalen Stromnetzes zurückzuführen. Es wird prognostiziert, dass sich die Stromnachfrage bis 2030 verdreifachen wird. Ziel ist es, mit einem jährlichen Kapazitätszuwachs von MW diesem Nachfragewachstum bestmöglich nachzukommen. Zudem hat die Regierung einen Energieplan, die Vision 25/25, entworfen, der u.a. das Ziel beinhaltet, im Jahr 2025 einen Anteil von 25% alternativer Energien am Gesamtenergiemix Indonesiens zu erreichen. Dementsprechend wird auch die Solarenergie zunehmend für die Stromerzeugung genutzt werden Bisher war das nur ansatzweise der Fall. Denn bei einer Sonneneinstrahlung von 4,8 kwh/m²/h und der fünffachen Landesfläche Deutschlands ist das Solarenergiepotential Indonesiens enorm. Mit Blick auf diese Entwicklungen und mit der Einführung eines Modells für Einspeisetarife Mitte letzten Jahres zeigen sich bedeutende Potentiale für unabhängige Stromerzeuger im Sektor für netzgekoppelte Photovoltaik in Indonesien auf. Die Einspeisetarife verpflichten PLN zur Abnahme von Solarstrom, der von Solarkraftwerken an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wird. Betrachtet man dies im Zusammenhang mit den von Regierungsseite, im Zuge eines Großprojekts, initiierten und derzeit laufenden Ausschreibungen für den Bau von über 80 Solarkraftwerken in abgelegenen Gebieten mit einer Gesamtkapazität von 140, ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten wie deutsche Photovoltaikunternehmen hiervon profitieren können. III

4 Ziel der deutschen Photovoltaikhersteller muss es sein, die bestehenden Potentiale bestmöglich zu nutzen. Aufgrund der hochkomplexen Strukturen der indonesischen Wirtschaft und Politik sowie nicht zuletzt aufgrund der noch vorhandenen Korruption ist es jedoch sehr schwer, in den indonesischen Markt einzutreten. Aufgrund dessen ist die Zusammenarbeit mit einem lokalen Photovoltaikhersteller stark anzuraten, da dieser über das Know-How der Strukturen der Märkte sowie über das notwendige Netzwerk verfügt. Eine weitere Schwierigkeit stellt die Finanzierung von Solarprojekten dar, da es noch keine lokalen Finanzierungsmöglichkeiten gibt und die Banken in Anbetracht der langen Amortisationszeiträume einem Investment in Photovoltaiktechnologie zumeist sehr kritisch gegenüberstehen. Trotz Schwierigkeiten sollten deutsche Solarunternehmer unbedingt versuchen, sich in dem Markt zu etablieren, um so die vorhandenen Potentiale auch für das eigene Unternehmen nutzen zu können. IV

5 II. INHALTSVERZEICHNIS I. EXECUTIVE SUMMARY... III II. INHALTSVERZEICHNIS... V III. ABBILDUNGSVERZEICHNIS... VII IV. TABELLENVERZEICHNIS... VIII V. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS... IX 1.) Einleitung ) Politik und Wirtschaft im Überblick ) Indonesien auf einen Blick ) Politischer Hintergrund ) Wirtschaft im Überblick, Struktur und Entwicklung ) Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland ) Investitionsklima und Förderung ) Energiemarkt Indonesiens ) Entwicklung des Energiebedarfs ) Energieproduktion und deren Entwicklung ) Versorgungsnetz ) Energiepolitik ) Einspeisetarif für Solarkraftwerke ) Marktakteure ) Wettbewerbssituation ) Administrative politische Instanzen, Organisationen und Beratungsstellen V

6 3.6.3) Fachkräfte ) Netzgekoppelte Photovoltaik in Indonesien ) Netzgekoppelte Photovoltaikanlagen für den indonesischen Markt ) Photovoltaik-Freiflächenanlage ) Standortfrage für Photovoltaik-Freiflächenanlagen ) Gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen und Aufdachanlagen ) Der Markt für netzgekoppelte Photovoltaik in Indonesien ) Aktuelle Markteintrittschancen ) Capacity Quota ) Weitere aktuelle Projekte ) Markteintrittsstrategien ) Rahmenbedingungen des Markteinstiegs ) Förderprogramme und Finanzierungsmöglichkeiten ) Standards und Normen ) Steuern und Zollabgaben ) Markteintritt ) Vertriebswege ) Ausschreibungs- und Vergabeverfahren ) Marktbarrieren und Hemmnisse ) Handlungsempfehlungen VI. LITERATURVERZEICHNIS... X VII. ANHANG... XVI VI

7 III. ABBILDUNGSVERZEICHNIS Abbildung 1: Kartographie Indonesiens 5 Abbildung 2: Wirtschaftliche Entwicklung 2010 bis 12/ Abbildung 3: Ausländische Direktinvestitionen, Nettozuflüsse (in Mrd.) 16 Abbildung 4: Elektrifizierungsrate Indonesien vs. ASEAN-Staaten (Jahresende 2011) 24 Abbildung 5: Energieversorgung Indonesien 25 Abbildung 6: Strom- und Treibstoffsubventionen (in Billionen Rupien) 29 Abbildung 7: Ziele für Abbildung 8: Umgestaltung der nationalen Energieversorgung 32 Abbildung 9: Varianten netzgekoppelter Photovoltaik 46 Abbildung 10: Ressourcenpotential Solarenergie (in kw/m 2 /Tag) 48 Abbildung 11: Aufbau einer Photovoltaikanlage 50 Abbildung 12: Central inverter strategy 53 Abbildung 13: String inverter strategy 54 Abbildung 14: Funktionweise von Aufdachanlagen 57 Abbildung 15: Standorte der 80 Capacity Quotas 64 VII

8 IV. TABELLENVERZEICHNIS Tabelle 1: Basisdaten Indonesien 4 Tabelle 2: Außenhandel Indonesien 11 Tabelle 3: Wirtschaftsindikatoren/ Konjunkturdaten Indonesien 11 Tabelle 4: Außenhandel 12 Tabelle 5: Stromerzeugung nach Energieträgern Tabelle 6: Obergrenzen der Einspeisetarife für Strom aus Solarkraftwerken 33 Tabelle 7: PV-relevante Standards in Indonesien 70 Tabelle 8: Evaluierungspraxis des Angebotspreises 79 VIII

9 V. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ASEAN BIP BKPM BPPT BPS BSN BTS CDM DNI DPD EBTKE/DGRE ESCO FDI FiTs Golkar ICS IDR IPP Association of Southeast Asian Nations Bruttoinlandsprodukt Investment Coordinating Board of the Republic of Indonesia Badan Pengkajian dan Penerapan Teknologi Badan Pusat Statistik Badan Standardisasi Nasional Base Tranciever Stations Clean Development Mechanism Daftar Negative Investasi (Negativliste für Auslandsinvestitionen) Regionales Repräsentantenhaus Directorate General of New & Renewable Energy and Energy Conservation Energy Service Companies Ausländischen Direktinvestitionen Feed-in-Tariffs Partai Golongan Karya International Classification for Standards Indonesische Rupien Independent Power Producer IX

10 IUPTL KfW kw kwh kwp ESDM/MEMR METI MNO PD PDI PLN PT PPA PV SBY SHS SNI Electricity Business License for Public Use Kreditanstalt für Wiederaufbau Kilowatt Kilowattstunden Kilowattpeak Ministry of Energy and Mineral Resources Gesellschaft für Erneuerbare Energien Mobile Network Operator Partai Demokrat Partai Demokrasi Indonesia PT. Perusahan Listrik Negara Persero Perseroan Terbatas (Firma mit beschränkter Haftung) Power Purchase Agreement Photovoltaik Susilo Bambang Yudhoyono Solar Home System Standard National Indonesia X

11 1.) Einleitung Vergleicht man die geographischen Voraussetzungen zur Energiegewinnung mittels Photovoltaikanlagen zwischen Indonesien und Deutschland, so wird das enorme Potential des südostasiatischen Inselstaates deutlich. Mit einer fünffach größeren Landfläche und einer doppelt so hohen Sonneneinstrahlung (4,8 KWh/m 2 /Tag) werden die Bedingungen Deutschlands um ein vielfaches übertroffen. Hinzu kommt ein jährliches Wachstum der Stromnachfrage von ca. 10%. 1 Nachdem von politischer Seite zunächst andere Erneuerbare Energien (Geothermie, Wasserkraft, Biomasse) gefördert wurden, rückt die Solarenergie nun verstärkt in den Fokus politischer Entscheidungsträger. Dabei werden in erster Linie die Vorteile der photovoltaikbasierten Energiegewinnung vor dem Hintergrund der geographischen Inselstruktur des Landes gesehen und gefördert. Konkrete Pläne der Regierung und internationaler Geber sehen Finanzierungen für den Ausbau der PV-Kapazitäten in den nächsten 3 Jahren um das Zehnfache des aktuellen Volumens vor. Nachdem in der Vorgängerstudie Zielmarktanalyse 2013 Photovoltaik-Hybrid-Kraftwerke für den Off-Grid- und Mini-Grid-Einsatz speziell die Potentiale des indonesischen Energiemarktes in Bezug auf Nutzung von netzunabhängigen Photovoltaiksystemen aufgezeigt wurden, soll die vorliegende Studie zum einen in konkreter Form die Chancen identifizieren, die für deutsche Photovoltaikunternehmen im Bereich der netzgekoppelten Photovoltaik bestehen, und zum anderen aufzeigen, wie diese Chancen genutzt werden können. 1 Rohde, R. (2013) 1

12 An eine Beschreibung der politischen und wirtschaftlichen Situation schließt sich in Kapitel 3 eine Analyse des Energiemarktes Indonesiens an. Im Zuge der Analyse wird auf die Entwicklung der Energiebedarfs und der Energieproduktion sowie auf die Energiepolitik, das Versorgungsnetz und die relevanten Marktakteure eingegangen. Abgeleitet aus der Analyse erfolgt zu Beginn des vierten Kapitels eine kurze Beschreibung der technologischen Möglichkeiten in Bezug auf netzgekoppelte Photovoltaik in Indonesien. Chancen für deutsche Photovoltaikhersteller werden dann in Form von Beschreibung konkreter Projekte sowie der Identifizierung von weiteren Möglichkeiten, die Indonesiens Energiesektor bietet, aufgezeigt. Bevor im letzten Teil Handlungsempfehlungen für deutsche Unternehmen formuliert werden, befasst sich das fünfte Kapitel mit Markteintrittsstrategien. Diesbezüglich wird auf Rahmenbedingungen des Markteinstiegs sowie auf Vertriebswege, Ausschreibungs- bzw. Vergabeverfahren und auf Schwierigkeiten des Markteinstiegs eingegangen. Für die vorliegende Studie wurden neben der Auswertung von offiziellen Regierungsdokumenten, vergangener Studien, Beiträge in Rahmen öffentlicher Tagungen und Artikel aus Fachzeitschriften und der allgemeiner Presse verwendet. Außerdem wurden Interviews mit Unternehmen und Vertreten von Regierungsinstitutionen in dieser Studie verarbeitet. Daten sind in vielen Bereichen der indonesischen Wirtschaft nur sehr eingeschränkt verfügbar. Dies gilt ganz besonders für den noch kleinen Sektor der Solarwirtschaft. Viele dieser Arbeit zu Grunde liegender Informationen konnten daher nur über die Einschätzungen von im Markt involvierten Akteuren erfolgen. Dies gilt auch im Hinblick auf die darauf basierenden Analysen und Handlungsempfehlungen zu berücksichtigen. 2

13 2.) Politik und Wirtschaft im Überblick In diesem Kapitel wird ein grober Überblick über Indonesien gegeben. Es wird neben grundlegenden Informationen auf die politische Situation, die wirtschaftliche Entwicklung und Struktur und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Indonesien eingegangen. 2.1) Indonesien auf einen Blick Indonesien ist ein Land ethnischer Diversität und mit 240 Millionen Einwohnern weltweit die viertgrößte Bevölkerungsgruppe. Allein auf der Insel Java leben über 140 Millionen Menschen, was diese zu einer der am dicht besiedelten Regionen der Welt macht. Eine freie Religionswahl wird in Indonesien respektiert. Es gibt fünf staatlich anerkannten Religionen: den Islam (88%), Christentum (davon evangelisch 6% und katholisch 3%), Hinduismus (2%) und Buddhismus (1%). 2 Reichtum an natürlichen Ressourcen stärkt die Regierung und macht das Land profitabel für Investitionen. Gestützt durch niedrige Lohnkosten, das große Potential am lokalen Markt und nachhaltige soziale Stabilität, bietet Indonesien Chancen für konsumentenorientierte Firmen. Während der letzten drei Jahrzehnte hat die Wirtschaft des Landes erheblich von den Einnahmen aus den Öl- und Gasressourcen profitiert. Trotz der Wirtschaftskrise in Asien im Jahr 1997, gefolgt von Volksaufständen in Jakarta im Mai 1998, ist die indonesische Wirtschaft seit Mitte 2004, nach der Einführung einer warmer Investment Policy, auf gutem Kurs. Das 2 Auswärtiges Amt (2013) 3

14 Resultat ist wachsendes Vertrauen der Bevölkerung, verbesserte soziale und politische Stabilität sowie stabile makroökonomische Fundamente. 3 Tabelle 1: Basisdaten Indonesien Fläche Einwohner Bevölkerungsdichte 1,9 Mio. qkm 248Mio. 130 Einwohner/qkm Analphabetenrate Ca. 7,4% (2010) Geschäftssprachen Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftszusammenschlüssen Währung Durchschnittslohn (EUR/Monat) Bahasa Indonesia, English ASEAN, AFTA, APEC, ESCAP, ASEM, IDA, ILO, IFC, IMF, Unctad, Colombo-Plan, UNIDO, WTO Indonesian Rupiah (IDR) (=100 Sen) Wechselkurs: 1 EUR = ,1 IDR (Stand ) (Facharbeiter/Industrie je nach Branche (qualifizierter Angestellter/ Industrie je nach Branche) Quelle: GTAI (2013) 3 The Economist - Economist Intelligence Unit (2009), Indonesia Country Report

15 Abbildung 1: Kartographie Indonesiens Quelle: EKONID (2011) 2.2) Politischer Hintergrund Indonesien ist eine Mehrparteien-Präsidialdemokratie, geführt von einem Präsidenten und einem Vizepräsidenten, die für einen fünfjährigen Regierungszeitraum mehrheitlich und direkt gewählt werden. Der Präsident und Vizepräsident regieren unter Mitwirkung eines berufenen Kabinetts. Indonesiens Parlament (678 Abgeordnete) besteht aus einem Repräsentantenhaus (DPR) mit 560 Abgeordneten und besitzt Autorität zur Gesetzgebung, zur Haushaltsplanung und zur Überwachung der Implementierung der Gesetzgebung durch das Kabinett, sowie dem Regionalen Repräsentantenhaus (DPD) in Beratungsfunktion, bestehend aus 132 Abgeordneten, mit jeweils 4 Abgeordneten jeder indonesischen Provinz. Es gibt die säkularen Parteien, Golkar (Partai Golongan Karya) und PDI-P (Partai Demokrasi Indonesia), sowie die PD 5

16 (Partai Demokrat), welche zusammen fast 50 % der Sitze in der Legislative ausmachen. Parteien mit islamischer Ausrichtung machen etwa 25% der Sitze aus. 4 Susilo Bambang Yudhoyono (SBY) gewann im Jahre 2004 Indonesiens erste Präsidentschaftswahlen, was eine Fortführung des Demokratisierungsprozesses in Indonesien darstellt. SBY behält seine hohe Popularität aufgrund seiner Beharrlichkeit bei der Durchführung seiner Anti-Korruption Agenda sowie bei der Einführung wichtiger Wirtschaftsreformen, oft auch gegen Widerstand im Land. Bei den Wahlen im April 2009 schnitt die führende und von Präsident Yudhoyono geleitete Partei PD (Partai Demokrat) mit etwa 20% der Stimmen am besten ab. Für die von der PD angeführte Regierungskoalition ist die Wahl eine deutliche Bestätigung. Obwohl die PD ihre Position stärken konnte, wird die Partei weiterhin als Koalitionsführer regieren müssen, da eine Parlamentsmehrheit nicht erreicht werden konnte. Golkar, die im Anschluss an die Wahlen im Jahre 2004 Hauptkoalitionspartner waren, hat sich gegen die erneute Koalitionsbildung entschieden. 5 Indonesiens Präsident, Susilo Bambang Yudhoyono kam in den Präsidentschaftswahlen am 8. Juli 2009 auf etwa 60% der Stimmen, eine Weiterführung der Bemühungen im Bereich Anti- Korruption durch die Regierung kann demnach erwartet werden. Yudhoyonos Partei (PD) machte ab September 2009 die größte Partei im Repräsentantenhaus (Legislative), wobei das Zusammenhalten der Regierungskoalition weiterhin Schwierigkeiten mit sich bringen könnte. 6 4 Ufen, A. (2009) 5 Ufen, A. (2009) 6 GTAI (2009) 6

17 Die Präsidentschaftswahlen wurden in hohem Maße über wirtschaftliche Kernpunkte ausgefochten, was die zentrale Wichtigkeit von Armut, sozialer Wohlfahrt und Beschäftigung für die große Mehrheit der Wahlberechtigten reflektiert. Yudhoyonos Bestrebungen auch während seiner zweiten Amtsperiode der Korruption weiterhin entgegenzuwirken, stehen allerdings Gruppierungen in der Regierung und dem Repräsentantenhaus gegenüber, die wiederum versuchen, den Einfluss der Korruptionsgegner zu verringern. Im Jahr 2014 wird es wieder Präsidentschaftswahlen geben. Da Yudhoyono bereits einmal wiedergewählt wurde, wird es auf jeden Fall einen neuen Präsidenten geben. Wer dies sein wird ist noch unklar. Es wird davon ausgegangen, dass die politische Stabilität Indonesiens auch im Nachgang dieser Wahlen weiter bestehen wird ) Wirtschaft im Überblick, Struktur und Entwicklung 8 Mit einem realen BIP-Wachstum von um die 6%, Ressourcenreichtum, günstiger Bevölkerungsdemographie, Nähe zu anderen ASEAN-Märkten sowie hohem lokalen Marktpotential zählt Indonesien als größte regionale Volkswirtschaft zu den aufstrebenden Märkten in Asien, die, bei politischer Stabilität und kontinuierlicher Verbesserung der Infrastruktur durch hohe Investitionen, über starkes Entwicklungspotential verfügen und als Investitionsstandorte für internationale Unternehmen viel versprechende Chancen bieten. 9 7 Bayern LB (2012) 8 Necip C. Bagoglu (2011), GTAI Wirtschaft in Indonesien 9 EKONID (2012) 7

18 Die indonesische Wirtschaft zeigt sich stark und widerstandsfähig, mögliche neue Verwerfungen an den globalen Märkten dürften das Land aufgrund der noch relativ geringen Integration in die Weltwirtschaft weniger tangieren als die Nachbarländer in der Region. Hohe politische Stabilität begünstigt das Wirtschaftsklima und volkswirtschaftliche Indikatoren zeigen sich größtenteils positiv. Das Vertrauen der Konsumenten und Investoren ist generell groß, sodass weiterhin ein hohes BIP- Wachstum erwartet werden kann. Die reale Zunahme der Wirtschaftsleistung Indonesiens im Jahr 2013 betrug 5,78%. 10 Abbildung 2: Wirtschaftliche Entwicklung 2010 bis 12/2012 reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %; 1)Schätzung; 2) Prognose; 3) Waren und Dienstleistungen BIP Einfuhr 3) Investitionen Privater Verbrauch ) ) Quelle 1: Finanzministerium, Badan Pusat Statistik (2011), Indonesian Yearbook 2011 Die Haushaltspolitik Indonesiens ist konservativ geprägt mit einer vergleichsweise niedrigen Staatsschuld von rund 26,2% Anteil am BIP und einem Haushaltsdefizit von 1,8% Anteil am BIP. Die Unternehmensverschuldung und die Verschuldung der privaten Haushalte (durchschnittlich 7% Anteil an verfügbaren Einkommen) sind ebenfalls gering und bieten in Verbindung mit der 10 Channel News Asia (2014) 8

19 ausreichenden Liquidität am Geldmarkt gute Voraussetzungen für kreditgesteuerte Expansion sowohl im Investitions- als auch im Konsumsektor. 11 Die Inflationsrate Indonesiens lag Anfang Juli 2013 nach einem starken kurzfristigen Anstieg bei 8,6% 12, wobei man davon ausgeht, dass die Rate wieder sinken wird. Die Bank Indonesia (Zentralbank) hatte innerhalb der letzten Jahre Zinssenkungen vorgenommen mit dem Ziel die Konjunktur zu stabilisieren und Investitionen zu begünstigen. In den letzten Monaten jedoch wurde der Leitzins ebenfalls zweistufig wieder auf 6,5% angehoben. 13 Die Währung konnte, trotz Kapitalabfluss und Rückgang der Devisenreserven auf 98,1 Mrd. US$ (Juni 2013) 14 infolge der unsicheren Situation in der Eurozone, durch Interventionen der Zentralbank stabil gehalten werden. Im Investitionssektor stehen dem großen Nachholbedarf in der Infrastruktur und der nötigen Modernisierung der lokalen Industrie, die Investitionen in hohem Maße nötig machen und die Beteiligung privater Unternehmen in öffentlichen Projekten erfordern, noch zu geringe Investitionsanreize sowie ein hoher Bürokratieaufwand gegenüber. Trotz der eher schwierigen Investitionsbedingungen verzeichnete Indonesien im Jahr 2013 einen Rekordwert ausländischer Direktinvestitionen von 28,6 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 25% entspricht. Die Rangliste der Herkunftsländer von Direktinvestitionen wird von Japan angeführt (4,7 Mrd. US$ entspricht einer Veränderung von 91,7% zum Vorjahr), gefolgt von den Singapur (4,7 Mrd. 11 GTAI (2013) 12 (2013) Aussenwirtschaft Austria (2013) 9

20 $), den USA (2,4 Mrd. $), Südkorea (2,2 Mrd. $), Großbritannien (1 Mrd. $) und den Niederlanden (927 Millionen $). 15 Auch im Konsumsektor ist stetiges Wachstum zu beobachten. Der private Verbrauch ist real sowohl im Jahr 2012 als auch 2013 um jeweils 5,3% zum Vorjahr gestiegen. Der Staatsverbrauch nahm 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 4,6% zu. Gesamt erreichte der Verbrauch knapp 65% (56% privater Konsum und knapp 9% Staatskonsum) Anteil an der Verwendung des BIP und bleibt damit weiterhin die wichtigste Stütze für Konjunktur und Wachstum. 46% der rund 240 Mio. Indonesier sind laut offizieller Statistik unter 25 Jahre alt, wobei es 25 Mio. Teenager gibt. Außerdem sind die steigende Beschäftigung mit wachsenden Realeinkommen Stützen für weiteres Wachstum im Konsumsektor. Der Einzug westlicher Konsumgewohnheiten, die Veränderung des Lebensstils und die Aufgeschlossenheit neuen Produkten gegenüber, wie es vor allem bei der aufstrebenden städtischen Bevölkerung zu beobachten ist, lassen sowohl lokale Firmen als auch internationale Unternehmen profitieren. Investitionen aus dem Konsumgüterbereich steigen, das Warenangebot wird somit erhöht und wiederum neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Der Consumer Confidence Index der Zentralbank erreichte im Dezember 2013 den Stand von 116,5 Punkten, was über der 100 Punkte-Grenze liegt und somit eine positive Einstellung der Konsumentenschicht gegenüber dem Markt aufzeigt. Die erhöhte und weiterhin zunehmende Kaufkraft der Verbraucher sowie steigende Investitionen erhöhen die Importrate. Im Exportsektor führen die steigende lokale Industrieproduktion (+5,9% Veränderung real im Vorjahresvergleich) sowie Rohstoffnachfrage 15 BKPM (2014) 10

21 aus Asiatischen Nachbarländern zu einer vergleichsweise hohen Ratensteigerung. Dies führte zu einer Zunahme des Überschusses in der Handelsbilanz führt. Tabelle 2: Außenhandel, Indonesien (in Mrd. US$) Exporte , Importe Handelsbilanzsaldo (1.659) (0.064) Quelle: BPS-Statistics Indonesia (2013) Tabelle 3: Wirtschaftsindikatoren/ Konjunkturdaten Indonesien (* Prognose) Erdöl, Zinn, Erdgas, Nickel, Holz, Bauxit, Rohstoffe Kupfer, Kohle, Gold, Silber, ertragreicher Boden 16 Arbeitslosenquote 6,2% *(2012) 17 BIP, nominal 946,4 Mrd.* US$ (2013) 18 BIP je Einwohner 3816,8* US$ (2013) 19 Inflationsrate 4,3% (2012); 8,6% (2013); 5,6 %* (2014) 16 The Economist - Economist Intelligence Unit (2009), Indonesia Country Report GTAI (2013) 18 GTAI (2013) 19 GTAI (2013) 11

22 2.4) Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland Die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Indonesien und Deutschland erreichten 2012 ein Gesamtvolumen von 7 Mrd. EUR und repräsentieren damit, ausgehend vom Vorjahreswert (6,3 Mrd. EUR in 2011) ein Wachstum von gut 11,1%. Die deutschen Exporte nach Indonesien sind in 2012 um 47,6% auf ein Volumen von 3,1 Mrd. EUR angestiegen. Dem Wachstum des Exportvolumens stand im Jahr 2012 ein Rückgang des Importvolumens um 7% bzw. 3,9 Mrd. EUR gegenüber. 20 Die wichtigsten Ausfuhrgüter Deutschlands nach Indonesien waren Maschinen, chemische Vorund Enderzeugnisse, Geräte zur Elektrizitätserzeugung und verteilung, elektronische Bauelemente, Metalle, Kraftfahrzeuge und pharmazeutische Erzeugnisse. Aus Indonesien stammende Haupteinfuhrgüter waren hingegen Nahrungs- und Futtermittel, Textilien, landwirtschaftliche Erzeugnisse, elektronische Geräte, Schuhe und Erze. 21 Tabelle 4: Außenhandel (in Mrd. Euro, Veränderung in %) Deutsche Einfuhr 3,6 (+33,3) 4,2 (16,7) 3,9 (-7,1) Deutsche Ausfuhr 2,0 (+33,3) 2,1 (5,0) 3,1 (+47,6) Saldo -1,6-2,1-0,8 Quelle: GTAI (2013) 20 GTAI (2013) 21 Auswaertiges Amt (2013) 12

23 2.5) Investitionsklima und Förderung 22 Präsident Yudhoyonos (SBYs) erneuter Sieg bei den Präsidentschaftswahlen im Juli 2009 bestätigte den Reformkurs der Regierung. Auch die Auflösung der DP-Golkar Koalition, die der reformwilligeren DP nun mehr Freiraum und weniger Hindernisse bescheren sollte, konnte das Investitionsklima weiterhin verbessern. Korruption bleibt ein Problem in Indonesien, die Anti- Korruptionskampagne des Präsidenten kann jedoch graduell Erfolge verzeichnen und bleibt weiterhin Priorität der Regierung. Die Indonesische Investitionsbehörde BKPM hat ihre Rolle im Investitionsprozess insofern neu definiert, als dass sie nun als one-stop-shop agieren wird um Lizenzierungsabläufe unter einem Dach abzuwickeln, damit abzukürzen und zu vereinfachen. Wie diese neuen Verfahrensweisen tatsächlich in die Realität umgesetzt werden, ist allerdings noch nicht bestätigt. Es stellt sich die Frage, ob die BKPM die potentiellen Investoren bei der Kommunikation mit den verschiedenen Ministerien sowie bei der Beschaffung aller nötigen Lizenzen wirkungsvoll unterstützen kann, also die Frage nach möglichst effizienter Koordination mit Regierungsinstitutionen und regionalen Behörden, Die BKPM wurde noch nicht die vollständige Autorität aller Ministerien übertragen, was den Lizenzierungsprozess für ausländische Investoren unnötig verlängern kann, sollten weitere Ministerien mit eingebunden werden müssen. Der an die marktorientiertere Arbeitsweise der Investitionsbehörden anderer ASEAN Staaten angelehnte Reformierungsprozess der BKPM, durch weniger Einschränkungen und Regulationen einerseits und mehr Unterstützung und Kooperation andererseits ein freundlicheres Investitionsklima zu schaffen, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ob dies zu handfesten Resultaten in der Praxis führt, bleibt noch abzuwarten. 22 Vgl. nachfolgend: Eurocham (2011), Position Papers 2011, Chapter Investment 13

24 Kernpunkte im Investitionssektor sind unter anderem das Investitionsgesetz (UU25/2007) und die Negativliste, eine Aufstellung der Bereiche und deren Beschränkungen für ausländische Investoren- Präsidentenverordnungen Nr. 77/2007 und 111/2007, ersetzt durch die Präsidentenverordnung Nr. 36/2010 und die Präsidentenanweisung 5/2008. Das Investitionsgesetz Nr. 25/2007 wurde zum Zwecke der Schaffung von Transparenz und Klarheit verabschiedet und soll Schutz vor Zwangsenteignung bieten sowie die Möglichkeit der Zuflucht zu Internationalen Schiedsstellen geben. Zahlreiche Sektoren haben beschränkende Bestimmungen auf Eigentumserwerb sowie Kontrolle durch ausländische Investoren und die Einführung neuer, unklarer Restriktionen hat hier zu Rechtsunsicherheit bei potentiellen neuen und bereits existierenden Investoren geführt. Diese Haupthindernisse wurden teilweise erkannt und Vorschläge zur Vorgehensweise gemacht. Die 2010 herausgegebene modifizierte Negativliste (DNI), sieht einige Erleichterungen in Kernpunkten vor, wie beispielsweise die Erhöhung der Grenzwerte für ausländische Beteiligungen in einigen Bereichen, lässt aber noch zu vieles im Unklaren. Vor allem im Bereich Joint Ventures gibt es einige Unsicherheiten, da u.a. in den Premiumsektoren Energie und Rohstoffe, Finanzdienstleistungen sowie Telekommunikation Joint Ventures mit lokalen Partnern nötig sind und die prozentualen Beteiligungszahlen in den verschiedenen Sektoren nicht immer nachvollziehbar sind. Die DNI sieht prinzipiell vor, dass Geschäftstätigkeiten außerhalb ihrer Beschränkungen zugelassen sind, in der Realität hat hier jedoch die BKPM die Entscheidungsgewalt. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor für potentielle Investoren ist die Beschränkung der Negativliste auf drei Jahre. 14

25 Die Präsidentenanweisung Nr. 5/2008, die zusätzlich unter Berücksichtigung von Zeit- und Kostenfaktor Lizenzierungsprozesse vereinfacht, Genehmigungszeiträume für PTs (Perseroan Terbatas, Firma mit beschränkter Haftung) auf 7 Tage reduziert sowie Online-Systeme für Zertifizierungsprozesse einsetzt, richtet sich an Ministerien unter anderem mit dem Ziel, Hindernisse abzubauen und das Investitionsklima zu verbessern, übergeordnet soll die wirtschaftliche Entwicklung vorangetrieben werden. Um das Investitionsklima zu verbessern und die nötigen Investitionen vorantreiben zu können, sind weitere Verbesserungen durch die Regierung nötig. Die Regulatoren benötigen mehr Transparenz und Berechenbarkeit, Unsicherheitsfaktoren müssen beseitigt werden. In der Doing Business Klassifizierung der Weltbank fällt Indonesien auf den Rang 128. Indikatoren deuten dennoch auf eine kontinuierliche Zunahme der Ausländischen Direktinvestitionen (FDI) mit steigender Tendenz hin. Im ersten Quartal 2013 sind die Investitionen erneut um 27,2% angewachsen im Vergleich zum ersten Quartal Ein weiterer Anstieg der FDI wird erwartet, insbesondere nach der Aufwertung Südostasiens größter Volkswirtschaft durch zwei internationale Rating-Agenturen. 23 Indonesia - investments (2013) 15

26 Abbildung 3: Ausländische Direktinvestitionen, Nettozuflüsse (in Mrd.) Quelle: World Bank (2012) Die indonesische Regierung will 2014 deutlich mehr Haushaltsmittel für die Realisierung von Infrastrukturprojekten bereitstellen. 24 Damit sollen die Konjunktur gestärkt und Wachstumsperspektiven erweitert werden, zumal Engpässe in der Verkehrs- und Energieinfrastruktur die wichtigsten Hindernisse für die weitere wirtschaftliche Entwicklung darstellen. Parallel zur Anhebung der öffentlichen Investitionen werden auch steuerliche Anreize für private Investoren verbessert. 25 In der Frage der steuerlichen Investitionsförderung gab es Mitte 2011 einen ersten Durchbruch, der potenzielle Investoren hoffnungsvoll stimmen kann. Dabei geht es um die von 24 Rohde, R. (2014) 25 Necip C. Bagoglu (2011), Basisdaten Indonesien 16

27 Finanzminister Agus Martowardojo verkündete Einkommensteuerbefreiung für große kapitalund arbeitsintensive Projekte in fünf Industriebereichen für eine Laufzeit von fünf bis zehn Jahren. Demnach können Unternehmen in den Sektoren Grundmetalle, Erdölraffinerien, Petrochemie, erneuerbare Energien und Telekommunikationsanlagen mit einem Investitionsvolumen von jeweils mindestens 1 Bill. Rp (rund 82 Mio. Euro) seit dem eine Steuerbefreiung beantragen. 26 Zusätzlich zu den genannten Steuerbefreiungen will die Regierung nach Angaben von Wirtschaftsminister Hatta Rajasa Steuerermäßigungen bis zu insgesamt 30% über einen Zeitraum von Sechs Jahren für 128 spezifizierte Industriezweige gewähren. Dabei muss eine Firma, welche die Vergünstigungen in Anspruch nehmen will, entweder mindestens 50 Mrd. Rp investieren und 300 Arbeitsplätze schaffen oder mindestens 100 Mrd. Rp investieren und 100 Arbeitskräfte beschäftigen. Außerdem muss sie für die Inanspruchnahme der Steuererleichterung mindestens einen der von der Regierung vorgegebenen zehn Kriterien genügen (darunter Engagement in unterentwickelten Gebieten, Technologietransfer, Umweltschutz, Forschung und Innovation). 27 Im Jahr 2010 wurde von der indonesischen Regierung der Green Investment Fund über einen Betrag von ca. 1 Milliarde US-Dollar zur Unterstützung der Finanzierung von Infrastrukturprojekten, die die Treibhausgasemissionen verringern, bereit gestellt. Neben lokalen Banken, die ihre Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien verstärkt haben, bieten auch zahlreiche internationale Entwicklungshilfe- und Finanzinstitutionen, wie beispielsweise die KfW, Finanzierungskonzepte, unter anderem in Form von Soft Loans an. 26 Necip C. Bagoglu (2011), Basisdaten Indonesien 27 Necip C. Bagoglu (2011), Basisdaten Indonesien 17

28 Indonesien profitiert als Schwellenland vom Clean Development Mechanism (CDM) im Rahmen des Kyoto Protokolls, in dem sich Indonesien zu einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 26 Prozent (mit internationaler Unterstützung werden sogar 41 Prozent angestrebt) verpflichtet hat. Die Möglichkeiten genutzt. 28 in diesem Bereich werden bisher nur unzureichend 3.) Energiemarkt Indonesiens Der Energiemarkt Indonesiens wächst parallel mit der Bevölkerung sowie der Wirtschaft. Um diese Entwicklung aufzuzeigen werden im Folgenden der Energiebedarf sowie die Energieproduktion Indonesiens und deren Entwicklung analysiert. Außerdem wird näher auf die Strukturen des Versorgungsnetzes und die Energiepolitik eingegangen. Der letzte Teil dieses Kapitels befasst sich mit allen relevanten Akteuren des indonesischen Energiemarktes. 3.1) Entwicklung des Energiebedarfs Vor dem Hintergrund des starken Bevölkerungswachstums einerseits sowie einem dynamischen Wachstum der Wirtschaft andererseits wird der Energiebedarf Indonesiens in den kommenden Jahren rasch anwachsen. Im Zeitraum von hat der Stromverbrauch um nahezu 75% zugelegt. Für die starke Zunahme des Verbrauchs verantwortlich (69% Zuwachs bei 41% Gesamtanteil). waren insbesondere Privathaushalte Denn auf der einen Seite wurden immer mehr Dörfer an das Stromnetz angeschlossen und auf der anderen Seite nahm die Ausstattung der Haushalte mit elektrischen Geräten in der rasch 28 Necip C. Bagoglu (2011), Basisdaten Indonesien 18

29 wachsenden Mittelschicht enorm zu. Ebenfalls einen starken Anteil am Zuwachs hatte das Dienstleistungsgewerbe (66% Zuwachs bei 18% Gesamtanteil), was unter anderem darin begründet liegt, dass in verschiedenen Großstädten zahlreiche großflächige, hellbeleuchtete und klimatisierte Shoppingmalls gebaut wurden. Einen geringeren Anteil am Nachfragewachstum hatten der Industriesektor (36% Zuwachs bei 35% Gesamtanteil) sowie der öffentliche Sektor (66% Zuwachs bei 6% Gesamtanteil). 29 Die rapide Ausdehnung der kaufkräftigen Mittelschicht treibt die lokale Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen enorm an und somit auch das Wirtschaftswachstum Indonesiens. So erfährt Indonesiens Wirtschaft weiterhin ein rasantes Wachstum mit einer Rate von 5,8% für das gesamte Jahr Mit diesen Entwicklungen geht wiederum eine steigende Nachfrage von Haushalten, Industrie und Regierung für Elektrizität einher. Der anschwellende Strombedarf Indonesiens belastet die existierenden Produktionskapazitäten und Versorgungsnetze, weshalb es einem weitgehenden Ausbau der derzeitigen Kapazitäten bedarf, insbesondere in Richtung der Erneuerbaren Energien. Hier unternimmt die Indonesische Regierung bereits Anstrengungen den Fokus auf das breite Vorkommen an natürlichen Ressourcen zu rücken, wenngleich auch der Großteil des Stroms aus fossilen Energiequellen gewonnen wird. Durch aktuelle von Regierungsseite angestoßene Projekte wie etwa der Bau von 80 Solarkraftwerken, das 1000 Islands-Project und die Inbetriebnahme von drei neuen Geothermiekraftwerken in diesem Jahr mit einer Gesamtkapazität von 62 MW, will die Regierung die Nutzung alternativer Energiequellen erweitern Rohde, R. (2013) 30 The Jakarta Globe (2014) 19

30 Nach Aussage von PLN s Direktor für Planung und Risikomanagement Murtaqi Syamsuddin war für das Jahr 2013 ein Anstieg des jährlichen Energiekonsums von 9% zu erwarten. Indonesiens National Energy Council geht davon aus, dass sich diese Entwicklung fortsetzt und sich die Gesamtnachfrage nach Strom bei einem Wachstum von jährlich 10% bis 2030 verdreifacht. 31 An diesem Wachstum werden weiterhin zu einem großen Teil die privaten Haushalte beitragen. 3.2) Energieproduktion und deren Entwicklung Nach Aussag des Direktors von PLN, hat sich Kapazität der Energieerzeugung von 30 GW in 2009 auf 46 GW in 2013 erhöht. Die Regierung beabsichtigt, dass bis zum Jahre 2025 eine Kapazität von 135 GW ereicht werden soll. Um dem Anstieg der zuvor dargelegten Gesamtnachfrage nach Strom gerecht zu werden, plant die indonesische Regierung für das Jahr 2014 eine Stromkapazität von zusätzlichen 5000 MW zu instaliieren. Hierbei wird die Hälfte dieses Volumens von dem staatlichen Energieunternehmen PLN implmentiert, wobei die andere Hälfte des Volumens, also Projekte mit einer Gesamtkapazität von 2500 MW, an privat geführte Unternehmen im Energiesektor ausgeschrieben wird. Ziel der Regierung ist es, dieses starke Wachstum über die nächsten Jahre beizubehalten. 31 Rohde, R. (2013) 20

31 Tabelle 5: Stromerzeugung nach Energieträgern 2010 Energieträger Anteil (in %) Kohle 40,1 Gas 32,6 Diesel, Heizöl 11,3 Wasserkraft 10,4 Geothermie 5,5 Biomasse 0,1 Quelle: PLN (2013) Im Jahr 2010 basierten mehr als 95% des Primärenergieverbrauchs Indonesiens auf der Nutzung fossiler Brennstoffe, während Elektrizität insgesamt zu 84% aus fossilen Brennstoffen (Kohle 40,1%, Erdgas 32,6% und Diesel/Heizöl zu 11,3% (vgl. Tabelle 5)) erzeugt wurde. Demzufolge werden bereits 16% der gesamten Elektrizität in Indonesien mithilfe alternativer Energien bereitgestellt. Etwa zwei Drittel dieses Anteils wurden aus der Nutzung von Wasserenergie und knapp ein Drittel des mithilfe erneuerbarer Energien erzeugten Stroms wurde durch die Nutzung von Erdwärme gewonnen. Lediglich 0,1 Prozent des insgesamt erzeugten Stroms wurden aus der Nutzung von Biomasse gewonnen. Solar- und Meeresenergie hingegen wurden noch nicht in signifikanten Mengen genutzt. 32 Mit der rasch zunehmenden Stromnachfrage geht insbesondere bei Beibehaltung des aktuellen nationalen Energiemixes eine rapide Abnahme der produzierten Reserven an fossilen Brennstoffen einher. Dadurch würde Indonesien, nachdem bereits im Jahr 2004 mit dem Import von Öl begonnen wurde, mittel- beziehungsweise langfristig auch in den Bereichen 32 Rohde, R. (2013) 21

32 Erdgas und Kohle vom Nettoexporteur zum Nettoimporteur werden. Dies hätte unter anderem zur Folge, dass sich die Abhängigkeiten zu ausländischen Lieferanten verstärken würden. Ein vollständiges Aufbrauchen der fossilen Ressourcen Indonesiens ist jedoch in naher Zukunft nicht zu erwarten. Laut Berechnungen des MEMR werden unter Annahme des Ausbleibens neuer Funde die heimischen Ölressourcen im Jahre 2034, die Erdgasvorkommen 2066 und die Kohlebestände erst 2094 aufgebraucht sein. 33 Im internationalen Vergleich ist Indonesien den absoluten Zahlen nach gut gerüstet in Bezug auf die Vorräte fossiler Brennstoffe. Diese Aussage ist vor dem Hintergrund des lokal rasant steigenden Energiebedarfs und der hohen Bevölkerungszahl jedoch zu relativieren. Neben den Vorräten an fossilen Energieträgern hat Indonesien aufgrund der geographischen Strukturen zusätzlich enorme Potentiale im Bereich alternative Energien. Die unterschiedlichen Quellen erneuerbarer Energien wurden 2003 von der Regierung in kommerziell entwickelte (Biomasse, Wasserkraft und Erdwärme), beschränkt entwickelte (Sonnenenergie und Windenergie) und im Forschungsprozess befindliche (Meeresenergie) Technologien unterteilt. Besonders hoch ist das Potential bei der Nutzung von Wasserenergie. Das MEMR geht hier von mehr als 75 GWp Gesamtpotential bei klassischer Wasserenergie aus, von denen zurzeit etwa 7% genutzt werden. Zusätzlich wird angenommen, dass bei der Nutzung von Mikro-Hydro Power ein Potential von einem GWp besteht, wobei die Hälfte davon bereits genutzt wird. Außerdem schätzt das MEMR etwa 28 GW ungenutzte Kapazitäten im Bereich Geothermie sowie Potentiale von 48 GWp im Bereich Bioenergie. Die Nutzung von Windkraft weist aufgrund der geographischen Begebenheiten in Indonesien im Vergleich zu den anderen Energieträgern geringe Potentiale auf. Hingegen bestehen enorme hohe Potentiale bei der Nutzung von 33 EKONID (2012), S.30 22

33 Solarenergie. Aufgrund der Intensität der Sonneneinstrahlung können durchschnittlich 4,8 kwh/m2/tag an Strom über das ganze Jahr hinweg erzeugt werden. Da diese Möglichkeit der Stromerzeugung in der Vergangenheit in Indonesien nur ansatzweise verwandt wurde, bestehen extrem hohe Potentiale verglichen mit den anderen alternativen Energieträgern ) Versorgungsnetz Die Elektrifizierungsrate Indonesiens lag im Jahr 2011 bei 73,7%, Mitte des Jahres 2012 bei 75% und im Jahr 2005 lag sie bei gerade mal 62%. Damit hat Indonesien auch im Jahr 2013 mit einer Elektrifizierungsrate von rund 77%, die niedrigste Elektrifizierungsrate aller großen asiatischen Wirtschaftsmächte. Der Rückstand Indonesiens im Bereich Stromversorgung wird besonders deutlich, wenn man die Elektrifizierungsrate mit anderen aufstrebenden Volkswirtschaften der ASEN-Staaten vergleicht. 35 (Vgl. Abb.5) 34 EKONID (2012), S Rohde, R. (2013) 23

34 Abbildung 4: Elektrifizierungsrate Indonesien vs. ASEAN-Staaten (Jahresende 2011) Indonesien Philippinen Vietnam Thailand Malaysia Singapur Elektrifizierungsrate in % Quelle: Aseanenergy (2013) Die niedrige Elektrifizierungsrate geht mit einer starken regionalen Ungleichverteilung der Versorgung mit elektrischer Energie einher. Die Leitungsnetze in Indonesien sind in mehrere regionale Systeme unterteilt. Das Java-Bali-Madura Netz ist das größte im Land und wird durch zahlreiche große Kraftwerke und Lastzentren unterstützt. Auf Sumatra existiert ein eigenes Verbundsystem in den Provinzen Riau, West-Sumatra, Süd- Sumatra und Jambi. Ein weiteres existiert in den Provinzen Nord Sumatra und Aceh. Die anderen Gebiete verfügen nicht über ein eigenes Verbundsystem. Unter den 26 Haupt - Elektrifizierungssystemen sind mindestens 15 in mangelhaftem Zustand. So traten Fälle auf, in denen Spannungsabfälle nicht vermieden werden konnten. Auf diese Bereiche fallen etwa zwei Drittel der gesamten Stromerzeugungskapazitäten ab. Dementsprechend gibt es besonders im Osten Indonesiens Gebiete, die nur unzureichend oder gar nicht an das Netz angeschlossen sind. (vgl. Abb. 6) Das ist unter anderem auf die 24

35 fragmentierte orographische Struktur dieser Gebiete zurückzuführen, da sich die Vielzahl an kleineren Inseln im Osten nur schwierig an das Stromversorgungsnetz anschließen lassen. 36 In der Folge der mangelhaften Energieversorgung haben sich vor allem im Osten viele Unternehmen und Privathaushalte Dieselgeneratoren zugelegt, um die Versorgung des eigenen Unternehmens mit Strom sicherzustellen. Es sind keine einheitlichen und verlässlichen Zahlen zu finden bezüglich der Gesamtzahl an Dieselgeneratoren, die von Unternehmen und Privathaushalten genutzt werden. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass etwa Dieselgeneratoren landesweit in Betrieb sind. 37 Abbildung 5: Energieversorgung in Indonesien Quelle: PLN Statistics (2012) 36 gtz (2009) 37 Differ Group (2012) 25

36 Der Betrieb der Dieselgeneratoren bietet zwar relative Versorgungssicherheit ist jedoch sehr teuer. Die Produktion einer Kilowattstunde kostet zu aktuellen Preisen 2500 Rp. Der durchschnittliche Preis für eine von PLN bezogene Kilowattstunde beträgt demgegenüber weniger als 800 indonesische Rupien. Zusätzlich schädigen die Dieselgeneratoren die Umwelt, sie sind laut und sie stellen durch das Managen der Sicherstellung von kontinuierlicher Stromversorgung eine Zusatzbelastung für die Unternehmen dar ) Energiepolitik In der Verfassung der Republik Indonesien ist festgelegt, dass die Regierung auf die allgemeinen Bedürfnisse der Bevölkerung achten muss (Artikel 33). Daher wird der Strommarkt Indonesiens vom staatseigenen Unternehmen PT. Perusahan Listrik Negara Persero (PLN) nach wie vor dominiert. PLN war für lange Zeit der einzige Anbieter von Elektrizität und ist zwar nicht mehr alleinig immer noch für die Erzeugung und die Übertragung, aber auch für die Verteilung und die Einspeisung der Energie im gesamten Land zuständig. Das staatseigene Unternehmen wird vom Ministerium für Energie und Rohstoffe, dem Finanzministerium und dem Ministerium für staatliche Unternehmen reguliert und überwacht. Es wird jedoch schon seit Anfang der achtziger Jahre versucht, eine Liberalisierung des indonesischen Energiemarktes herbeizuführen. Andeutungsweise standen dem Privatsektor bereits 1985 die Möglichkeiten zur Erzeugung von Elektrizität offen. Jedoch musste Indonesien bis in die frühen Neunziger Jahre warten, als die 38 Dapice, D. et al., 2011, S.4f. 26

37 notwendigen Begleitgesetze verabschiedet wurden, die privaten Unternehmen den Status eines Independent Power Producer (IPP) zusicherten. 39 Präsident Suharto bewilligte 1990 den ersten von vielen darauf folgenden IPPs. Aufträge für IPPs werden durch Ausschreibungswettbewerbe vergeben, jedoch ist die Vergabe in Ausnahmesituationen auch schon auf direktem Wege erteilt worden. So zum Beispiel bei Projekten mit erneuerbaren Energien, in Energiekrisen oder bei Minen- oder Projekterweiterungen. IPPs müssen entsprechend den Bedingungen der Energie- Verkaufsvereinbarungen oder Power Purchase Agreement (PPA) bewirtschaftet werden. In diesen Verträgen sind hauptsächlich der Stromverkaufspreis und die Vertragsdauer regelt. IPPs wird eine Lizenz zum Geschäftsbetrieb für die öffentliche Nutzung erteilt. ( IUPTL - Electricity Business License for Public Use). Diese können neben den einheimischen auch ausländische Privatunternehmen erhalten, wenn diese nicht zu mehr als 95% in ausländischem Besitz sind. Die IUPTL Lizenz ist durch die Präsidentenanweisung 36/2010 geregelt und gilt für Anlagen mit einer Stromerzeugungskapazität von über 10 MW. Sie wird entweder von der Zentral- oder der Regionalregierung erteilt. Durch diese Lizenz hat die Regierung das langjährige Vertriebsmonopol von PLN beseitigt, indem es private Stromerzeuger berechtigte, regionale Tarifdifferenzierungen vorzunehmen, den Strom an inländische Endverbraucher zu verkaufen sowie Export zu betreiben. Lediglich in Gebieten, wo bereits ein Netz von PLN vorhanden ist, hat das staatliche Unternehmen weiterhin das Vertriebsmonopol. Durch die Liberalisierung erhofft sich die Regierung mehr private Investitionen und ein gleichzeitiges Verbessern der 39 World Resources Institute, Navroz K. Dubash (2002), Power Politics, Equity and Environment in Electricity Reform 27

38 Elektrifizierung ländlicher Gebiete. 40 Der Anteil des Stroms, der nicht von PLN erzeugt wird an der gesamten Stromkapazität Indonesiens lag im Jahr 2012 bei 25,24%. 41 Wenn das relevante Geschäftsgebiet mehrere Provinzen umfasst, es sich bei der Geschäftseinheit um ein staatliches Unternehmen handelt, die Geschäftseinheit ihren Strom an einen Inhaber einer IUPTL Lizenz verkauft oder, wenn die Geschäftseinheit ihre Übertragungsleitung an einen solchen least, dann muss die Lizenz von der Zentralregierung erteilt werden, da die Energie wahrscheinlich an PLN weiterveräußert wird. Auch im Jahre 2010 wurde versucht, die Liberalisierung weiter voranzutreiben. Im Januar 2010 wurde das Gesetz durch die Verordnung 4/2010 ergänzt und beschleunigte die Diversifikation der Energiequellen. 4/2010 zielt ausdrücklich darauf ab, private Investoren für die Finanzierung von Kraftwerken und den dazugehörigen Überlandleitungen zu gewinnen. PLN soll durch die Verordnung dazu verleitet werden, die von privatwirtschaftlich betriebenen Kraftwerken erzeugte Elektrizität einzukaufen. Die Leistung der Kraftwerke und wo sich diese befinden sollen ist in der Verordnung Nr.2 /2010 des Ministeriums für Energie und Rohstoffe dargelegt. Neben dem stetigen Vorantreiben der Liberalisierung des Elektrizitätsmarktes hat die indonesische Regierung im vergangenen Jahrzehnt versucht, die Wirtschaft mithilfe einer Subventionierung der Treibstoffpreise anzukurbeln. Dadurch hat Indonesien die weltweit geringsten Treibstoffpreise, was zu einem kräftigen Schub des Konsums geführt hat. Wie zuvor angedeutet, konnte seit dem Jahre 2004 die wachsende Nachfrage nicht mehr mithilfe der nationalen Fördermenge gedeckt werden, wodurch Indonesien zum Nettoimporteur von Öl 40 Bagoglu N. (2009), S PLN Statistics (2012) 28

39 wurde. Denn etwa 85% der Ölfelder im Land hatten bereits ihr Fördermaximum erreicht, weshalb es bei gleichzeitig schlechter werdender Qualität zunehmend aufwendiger wurde, Öl zu fördern. Der rasante Anstieg der weltweiten Ölpreise in Kombination mit der steigenden Nachfrage nach Treibstoff stellte sich mit der Zeit als regelrechte Belastung für den Staatshaushalt dar. Aufgrund dessen konnten teilweise staatliche Investitionen in anderen Bereichen wie der Sozialpolitik nicht getätigt werden. Im April 2012 hat die Regierung daraufhin eine Kürzung der Stromsubventionen um 30% durchgesetzt, was in der Abbildung 6 durch den Verlauf der Grafik ersichtlich ist. Abbildung 6: Strom- und Treibstoffsubventionen (in Billionen Rupien) Stromsubventionen Treibstoffsubventionen Quelle: Finanzministerium, Badan Pusat Statistik (2011), Indonesia Yearbook 2011 Jedoch hat die indonesische Regierung bereits 1982 erkannt, dass es nötig ist, vor dem Hintergrund schwindender Ressourcen im Bereich der fossilen Brennstoffe, mithilfe eines neuen energiepolitischen Konzepts eine Diversifizierung der Energiequellen vorzunehmen. Nachdem eine Vielzahl von Strategien entwickelt wurde und unwirksame präsidiale Dekrete erlassen wurden, formulierte die Regierung 2003 erstmals konkrete Anweisungen für eine 29

40 Grüne Umweltpolitik. Die Grüne Umweltpolitik stellte erstmals einen institutionellen Rahmen zur Verfügung, in dem Unternehmen arbeiten konnten, und war gleichzeitig der Start der Sozialisierung von energiepolitischen Themen. In der Folge hat die Regierung 2005 den Energieplan entworfen, der einen Leitfaden zur Bestimmung aller anstehenden Entwicklungsstrategien des Energiesektors darstellte. Das Dokument enthält eine Reihe von Programmen, darunter den Abbau von Stromsubventionen, die Schaffung von Anreizprogrammen sowie die Einführung einer Kohlenstoffsteuer. Der Energieplan war der erste ernsthafte Versuch der Regierung die Nutzung erneuerbarer Energien im nationalen Energiemix zu fördern folgte dem Energieplan ein Dekret des Präsidenten zur Einführung einer nationalen Energiepolitik. Die Idee der Energiediversifizierung wurde durch das Aufstellen eines Fahrplans mit Zielsetzungen, die bis zum Jahr 2025 erreicht werden sollen, genau festgelegt. Der für 2025 angestrebte Energiemix ist in Abb. 7 grafisch dargestellt. Abbildung 7: Ziele für 2025 Oel Gas Kohle Biokraftstoffe Geothermie Wind, Solar, Wasser verfluessigte Kohle 5% 5% 5% 2% 20% 33% 30% Quelle: EKONID (2012) 30

41 Die in der Grafik abgebildeten Zielsetzungen wurden bereits einige Male neu festgelegt, wobei ein Anstieg des Anteils der erneuerbarer Energien festzustellen ist. (Vgl. Abb. 8) Zur gleichen Zeit hat die indonesische Regierung Verordnungen herausgegeben, um die Entwicklung alternativer Energiequellen zu fördern. Hierbei sollte erwähnt werden, dass dabei der Schwerpunkt auf dem On-Grid Bereich liegt und die Nutzung von Erdwärme und Wasserkraft besonders hervorgehoben wird. In der zweiten Hälfte des Jahres 2011 formulierte die indonesische Regierung den nationalen Energiemix neu. Dieses Vision 25/25 genannte Strategiepaper hat zwei wesentliche Ziele: (1) Energieeinsparung und (2) Energiediversifizierung 42. Um sein Energiemanagement zu verbessern, verpflichtete sich die Regierung zu: Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien bis 2025 auf 25% Reduzierung der anteiligen Energienachfrage von Unternehmen um 33,85% Da der Plan, sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite anzuvisieren, äußerst umfangreich ist, bedarf es wichtiger Investitionen und anderer unterstützender Maßnahmen. Viele Fürsprecher der Vision 25/25 raten der Regierung dazu, die Ölsubventionen zu senken oder ganz aufzuheben und ein ähnliches Subventionssystem für die erneuerbaren Energien einzuführen. Während die Implementierung von Subventionen in der Tat dazu führen würden, die Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer gegenüber fossilen Energien zu erhöhen 43, stellt die Tatsache, dass verschiedene Ministerien eng miteinander kooperieren müssten, eine weitere Herausforderung dar. 42 Directorate General for Renewable Energies and Energy Conservation (2011) 43 Oleh M. Sarwani (2011), Renewable Energy needs incentives in Bisnis Indonesia 31

42 Abbildung 8: Umgestaltung der nationalen Energieversorgung Nationaler Energiemix 2010 "Vision 25/25" Öl 1,50% 3,29% Öl 25% 30% Gas 26,38% 21,90% 46,93% Gas Kohle Erdwärme 22% 23% Kohle Wasserkraft New and Renewable Energies Quelle: Eigene Darstellung nach EKONID (2012) So würde das Ministerium für Energie und Bodenschätze zum Beispiel die Hilfe des Finanzministeriums benötigen, um Anreize für Investitionen durch Unternehmen zu schaffen. Ein weiterer Vorschlag besteht darin, die Ziele für das Jahr 2025 in jährliche Ziele umzuformulieren, um den tatsächlichen Fortschritt besser kontrollieren zu können. Einen ersten Versuch, die Implementierung der Vision 25/25 von Regierungsseite voranzutreiben, stellte zum Beispiel die vorherig beschriebene Verordnung 4/2010 dar, die darauf abzielt, private Investoren zu gewinnen, die bereit sind, Kapital für den Bau neuer Kraftwerke und der dazugehörigen Überlandleitungen zur Verfügung zu stellen. 32

43 3.5) Einspeisetarif für Solarkraftwerke In den letzten Monaten, hat das Ministerium für Energie und Bodenschätze (MEMR) unter der Verordnung No. 17/2013 neue Einspeisetarife oder auch Feed-in-Tariffs (FiTs) für Strom aus Solarkraftwerken erlassen. Hierbei handelt es sich um zwei Höchstpreise, die sich durch den Anteil an lokalen Komponenten an dem Photovoltaik-Modul ergeben wie Tabelle 6 darlegt. Tabelle 6: Obergrenzen der Einspeisetarife für Strom aus Solarkraftwerken Max. Einspeisetarif (<40% lokale Komponenten) US$ 0.25/kWh Max. Einspeisetarif ( 40% lokale Komponenten) US$ 0.30/kWh Anmerkungen Die 40%-Grenze wird durch die EBTKE Generaldirektion überprüft Quelle: PwC (2013), MEMR (2013) Investoren, die weniger als 40% lokale Komponenten für Ihre Solarmodule implementieren, können einen Maximalpreis von US$ 0.25/kWh beim Verkauf des Stroms an das staatlich geleitete Unternehmen PLN erlangen. Bei einer Nutzung von 40% oder mehr lokalen Komponenten für die Solarmodule, kann ein Maximaler Verkaufspreis von US$ 0.30/kWh erwirtschaftet werden. Zu beachten ist jedoch, dass der letztendliche Preis pro kwh auch unter 0.25/kWh bzw. 0.30/kWh liegen kann, da die Projekte für Solarkraftwerke seitens der indonesischen Regierung in einem Ausschreibungsverfahren vergeben werden, an dem mehrere Unternehmen teilnehmen und um die Vergabe der Projekte konkurrieren. Der Gewinner der Ausschreibung wird unter Umständen bereit sein den Strom zu einem geringeren Preis an PLN zu verkaufen. Demnach sind die Einspeisetarife, wie sie in der derzeitigen Verordnung No. 17/2013 des MEMR postuliert sind, lediglich als Obergrenzen oder auch Ceiling Prices für die entsprechenden Einspeisetarife zu betrachten. 44 Ausführlichere Informationen zu den Auschreibungs- und Vergabeverfahren finden sich im Kapitel PwC (2013), EKONID (2013) 33

44 3.6) Marktakteure 3.6.1) Wettbewerbssituation Die Wettbewerbssituation im Markt für Solarenergie Indonesiens lässt sich am besten beschreiben durch eine Gegenüberstellung des durch den indonesischen Staat geprägten Marktsegments und des privatwirtschaftlich geprägten Marktsegments. Im Wettbewerb um Regierungsprojekte sind folgende Erfolgsfaktoren festzustellen: Notwendig ist ein etabliertes, vertrauensvolles Geschäftsverhältnis zu Personen der Institution, die die Projekte vergibt. Dies ist notwendig, um ausreichende und aktuelle Informationen zu relevanten Ausschreibungen zu bekommen sowie einen reibungsloseren Prozess zu fördern. Zudem ist festzustellen, dass bei Regierungsprojekten in der Regel Produkte mit Kostenvorteil technischen Lösungen mit Qualitätsvorteil vorgezogen wurden. Aufgrund dieses Preisunterschiedes haben bei vergangenen Regierungsprojekten insbesondere letztere hohe Absatzzahlen erzielt. Aufgrund der längerfristigen ökonomischen Interessen werden im kommerziellen Markt insbesondere an die Qualität der Produkte Ansprüche gestellt. Gerade die negativen Erfahrungen mit minderwertigen PV-Produkten führen hier aktuell zu einer verstärkten Nachfrage nach funktionell verlässlichen Lösungen, u.a. damit das Vertrauen in die Photovoltaiktechnologien im Energiemarkt wieder gestärkt wird. Diese Entwicklung wird voraussichtlich auch bei laufenden und zukünftigen Regierungsprojekten zu beobachten sein. In Indonesien selbst werden bisher noch keine Solarzellen hergestellt, allerdings sind mittlerweile sechs Unternehmen in der weiterverarbeitenden Solarindustrie tätig und führen somit zum Beispiel Laminierungen und Rahmungen der Solarmodule durch. Zu diesen Unternehmen gehören PT LEN, PT AZET, PT SUP (Surya Utama Putra), PT SPU und PT 34

45 Adyawinsa. Ausführliche Profile von diesen und weiteren Unternehmen sind im Anhang zu finden. Viele andere Anbieter arbeiten eng mit ausländischen Zulieferern zusammen, von denen oft auch technische Weiterbildungen der lokalen Fachkräfte ausgehen. In der Weiterbildung herrscht weiterhin großer Bedarf, vor allem in Bezug zu technisch anspruchsvolleren Großanlagen, wie sie in aktuellen Regierungsprojekten geplant sind. Aufgrund der rasant ansteigenden Nachfrage nach Solarprodukten ist davon auszugehen, dass die lokale Industrie den Nachfragebedarf nicht decken kann. Hier liegt somit eine große Chance für deutsche PV-Unternehmen, sich profitabel aufzustellen. Zu weiteren wichtigen Akteuren im PV-Markt Indonesiens zählen neben dem Verband der größeren in der Modulherstellung tätigen Unternehmen (APAMSI) der Verband der Bauträger für netzgekoppelte Photovoltaik APSURYA, sowie die Gesellschaft für Erneuerbare Energien (METI). Diese Gruppen vertreten nicht nur die Interessen der lokalen Industrie, sondern die PV allgemein und können als gute Plattformen für einen weiteren Informationsaustausch betrachtet werden. Die Marktstruktur ist durch PLN entscheidend geprägt. Das staatliche Unternehmen vergibt nicht nur umfangreiche Projekte und trifft oft wichtige marktpolitische Entscheidungen, sondern es ist auch der potentielle Geschäftspartner für die Abwicklung von Power Purchase Agreements. Im politischen Kontext gilt das Direktorat für neue und erneuerbare Energien im MEMR mit dem Generaldirektorat für Erneuerbare Energien und Energieeinsparung (EBTKE) als einflussreichster Akteur. Relevant für PV-Unternehmen sind zudem die verschiedenen Ministerien, Provinz- und Distriktregierungen, die über Ausschreibungen Projekte mit größerem Bedarf an PV-Produkten nachfragen. 35

46 3.6.2) Administrative politische Instanzen, Organisationen und Beratungsstellen 1. MEMR (Ministerium für Energie und Bodenschätze) Beschreibung der Institution: Das Ministerium und die ihm unterstellten Behörden sind für die Regulierung des gesamten Energiesektors in Indonesien zuständig. Das MEMR ist darüber hinaus verantwortlich für die Entwicklung eines Energie-Masterplans, die 10-Jahres-Bewertung der Angebots- und Nachfragemacht, die Investitionen in Energiequellen, die Finanzierungspolitik sowie die Planung der Nutzung von erneuerbaren Energien. Zu den weiteren Aufgaben des Ministeriums gehört die Vergabe von bestimmten Geschäftslizenzen für Anlagen und Lizenzen für den Elektrizitätssektor. Die Entwicklung der Erneuerbaren Energien wird von der DGEEU, der Generaldirektion für Elektrizität und Energienutzung ( Directorate General of Electricity and Energy Utilization ) und von der EBTKE/DGRE, der Generaldirektion für erneuerbare Energien und Energieeinsparung ( Directorate General of New Renewable Energy and Energy Conservation ) durchgeführt. Projekte im Bereich PV: Errichtung von Solarenergiesystemen in Zentraljava, den Karamunjawa- Inseln, Jepara und des ländlichen Elektrizitätsnetzes im Jahre Es besteht eine Kooperation mit der japanischen Regierung bezüglich der Nutzung von erneuerbaren Energien, einschließlich Solarenergie. Im Rahmen dieses Projekts findet seit dem Jahr 2000 die jährliche Konferenz Indonesia Japan Energy Round table statt. 2. DGEEU ( Directorate General of Electricity and Energy Utilization / Generaldirektion für Elektrizität und Energienutzung ) 36

47 Beschreibung der Institution: Führt den Vorsitz über das Komitee zur Elektrifizierung der ländlichen Gebiete, welches für das Verwalten des gesamten Elektrizitätssektors und die Sicherstellung der ressortübergreifenden Koordination und Kooperation für Angelegenheiten des staatlichen Programms zur Elektrifizierung ländlicher Gebiete zuständig ist. Darüber hinaus koordiniert und unterstützt die DGEEU die Projektentwicklung Purchase Agreement ) des SPPAs ( Small Power Projekte im Bereich PV: Die DGEEU führte von 2008 bis 2011 ein Forschungsprojekt durch, organisiert von der australischen University of New South Wales, mit dem Anliegen, Barrieren für erneuerbare Energien in ländlichen Teilen Indonesiens durch gemeinschaftliches Capacity Building zu beseitigen. Die DGEEU beteiligte sich an diesem Projekt, welches von der australischen Behörde im Rahmen von Entwicklungshilfe finanziert wurde EBTKE ( Direktorat Jenderal Energi Baru Terbarukan dan Konservasi Energi ) oder auf Englisch DGRE ( Directorate General of New & Renewable Energy and Energy Conservation / Generaldirektion für neue & erneuerbare Energien und Energieeinsparung) Beschreibung der Institution: EBTKE hat die Aufgabe Richtlinien und technische Standards im Feld der erneuerbaren Energien und der Energieeinsparung zu formulieren und zu implementieren. EBTKE ist ebenfalls zuständig für die Aufstellung von Normen und Ausschreibungsverfahren und kriterien im Sektor für erneuerbaren Energien. 45 EKONID (2012) 37

48 Projekte im Bereich PV: Im Ausschreibungsverfahren für die capacity quotas ist EBTKE das leitende und durchführende Organ. Hierbei evaluiert und bewertet EBTKE die Bewerbungen im Zuge der Ausschreibungen und ernennt schließlich auch den Gewinner. Außerdem ist EBTKE beteiligt an der Organization von diversen Messen und Seminaren wie etwa EBTKE Convex 2012, Indo Hydro 2011, Indo Solar, Indo Geothermal, bezogen auf den Sektor der erneuerbaren Energien. 4. PLN ( Perusahaan Listrik Negara ) Beschreibung der Institution: PLN ist der einzige Energieversorger Indonesiens. Das Unternehmen befindet sich in Eigentum des Staates und ist zuständig für die Erzeugung, Übertragung, Verteilung und die Versorgung der Energie. Seit dem Jahr 2002 ist die Energieerzeugung auch für private Unternehmen möglich, jedoch sind alle Energieproduzenten dazu verpflichtet, das existierende Netz von PLN zu nutzen. PLN wird vom Ministerium für Energie und Bodenschätze (MEMR), dem Finanzministerium sowie dem Ministerium für staatliche Unternehmen reguliert und überwacht. Im Jahr 2012 hat PLN 149 Terawattstunden erzeugt. Projekte im Bereich Solar: PLN ist besonders aktiv in netzunabhängigen Solarprojekten realisierte PLN ein Großprojekt über 100 Solarkraftwerke auf kleinen Inseln im Osten Indonesiens im Rahmen eines Vorgängerprojektes des 1000-Islands-Projektes. Das primäre Ziel des 1000-Islands-Projektes ist der Bau von 1000 netzunabhängigen PV-Elektrizitätswerken, die erneuerbare Energien zur Stromerzeugung nutzen, um an abgelegenen Orten den Einsatz von Diesel zu minimieren oder vollständig einzustellen. PLN betreibt auch netzgekoppelte 38

49 Photovoltaikprojekte wie beispielsweise der Bau einer Solaranlage mit einer Kapazität von 100 kw in Banda Naira. 5. DEN ( Dewan Energi Nasional / Nationales Energie Gremium) Beschreibung der Institution: Das Gremium wurde 2009 eingerichtet und formuliert die nationale Energiepolitik, den nationalen Energie-Masterplan sowie den Vorgehensplan bei Energiekrisen und die Überwachung der Richtlinien des gesamten Energiesektors. Es koordiniert die Art, die Menge und den Ort der Energiequellen, die zurückgehalten werden. Das Gremium wird vom Ministerium für Energie und Bodenschätze geleitet. Projekte im Bereich PV: Das DEN arbeitet mit der CPPCC ( Chinese People s Political Consultative Conference / Politische Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes) zusammen. Zusammen versuchen sie, grüne Energien, wie Photovoltaik und Windenergie zu fördern sowie den Umweltschutz durch Beseitigung von Atomkraft voranzutreiben BAPPENAS ( National Development Planning Agency / Nationale Planungsagentur) Beschreibung der Institution: Die Hauptaufgabe ist die Planung der Entwicklung Indonesiens. Die Einheiten und Aufgaben, die im Zusammenhang mit dem Energiesektor stehen, sind die Folgenden: - Amt für Elektrizität, Energieentwicklung und Bergbau: Zuständig für die Priorisierung von Projekten für erneuerbare Energien, spezielle Elektrifizierungsprojekte in ländlichen 46 EKONID (2012) 39

50 Gebieten, die Festlegung des Umfangs der staatlichen Unterstützung und der Ernennung staatlicher Projektpartner. - Ermöglicht und finanziert die Durchführung von Public Private Partnership (PPP) Projekten. - Private Sector Cooperation Centre (PKPS): Ermöglicht die Kooperation bei Infrastrukturprojekten zwischen der Regierung und privaten Investoren. - Central Java Coal Fired Power Plant (CJCPP): Pilotprojekt für PPP Projekte im Stromsektor Projekte im Bereich PV: MP3EI Projekt, welches aus 17 Infrastrukturprojekten besteht. Im Rahmen dieser Infrastrukturprojekte soll unter anderem die Energieversorgung abgelegener Regionen Indonesiens verbessert werden. Um das zu erreichen sollen vor allem alternative Energien eingesetzt werden Finanzministerium Beschreibung der Institution: Das Ministerium ist zuständig für das Aufstellen des Finanzplans für den Energiesektor, bevor dieser von der Legislative genehmigt wird. Es macht Vorschläge für steuerliche Anreize, Subventionen im Energiebereich und Darlehensvereinbarungen für das staatliche Energieunternehmen PLN sowie sämtliche staatlichen Zusagen bezogen auf Energieprojekte. Neben diesen routinemäßigen Aufgaben, spielt das Finanzministerium eine wichtige Rolle in der Zusammenarbeit mit multilateralen Institutionen wie der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank. Es hat die Errichtung des Indonesian Clean Technology Fund (CTF) initiiert, welches Projekte zur Errichtung sauberer Energien in Indonesien mit 47 Coordinating Ministry For Economic Affairs (2011) 40

51 einem Volumen von 250 Millionen US Dollar finanziert. Das Ministerium hat mittlerweile die Rolle der führenden Agentur bei Projektvorschlägen eingenommen. Projekte im Bereich PV: Beschleunigung des Masterplans und Erweiterung des MP3EI Projektes : Errichtung von Solarsystemen eines Pumpspeichers in Ciskoan im Volumen von 1000 MW ( Upper Cisokan Pump Storage ), eines Solarkraftwerkes in Timika (Papua), in Miangas (150 kwp) und in Sebatik in Ost Kalimantan (200 kwp) BKPM (Die für Investitionen zuständige Koordinierungsstelle) Beschreibung der Institution: BKPM bietet ganzheitliche Dienstleistungen im Bereich der Lizenzierung sämtlicher Elektrizitätsprojekte einschließlich fortlaufender Projekte, die private Teilnahme erfordern, an. Die Institution ist primär eine Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Regierung. Sie ist damit beauftragt, einheimische und ausländische Direktinvestitionen durch das Herstellen eines dafür förderlichen Investitionsklimas voranzutreiben. Dabei hat die Behörde vor allem das Ziel, hochwertige Investitionen zu generieren, die dazu im Stande sind, die soziale Ungleichheit zu beheben und Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Die BKPM bietet Investoren auch die Vermittlung von Geschäftspartnern an. 9. BPPT (Ministerium für Forschung und Entwicklung) Beschreibung der Institution: Zuständig für die Durchführung von Technologieforschung und - entwicklung. Das BPPT ist in der Pilot- und Vorverkaufsphase von Projektentwicklungen involviert. 48 EKONID (2012) 41

52 Projekte im Bereich PV: Forschungs- und Labortests über den Nutzen von Solarenergie im Januar des Jahres Außerdem Errichtung eines Solarstromsystems in der Region Sumba Barat Daya und Installation eines Solarenergie-Kraftwerks zur Bereitstellung von Beleuchtungen für Häuser in Desasukatani, West Java Im Jahr 1991 wurde mit Hilfe des Präsidenten- Fonds ( Banperes ) 3445 SHS in 15 Provinzen Indonesiens eingerichtet baute das BPPT ein Solarkraftwerk auf Basis eines Hybridsystems in der Provinz Gorontalo NC-CDM ( National Commission for Clean Development Mechanism / Nationale Kommission für den Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung) Beschreibung der Institution: Nationale Behörde für eine saubere Entwicklung der Umwelt nach dem Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen ( United Nations Framework Convention on Climate Change / UNFCCC). Es vertritt neun staatliche Stellen: (1) Umwelt; (2) Energie und Bodenschätze (3) Forstwirtschaft; (4) Industrie; (5) Außenwirtschaft; (6) Innerstaatliche Angelegenheiten; (7) Transport; (8) Landwirtschaft; und (9) die Nationale Planungsagentur. 11. IRES ( Indonesian Renewable Energy Society / Indonesische Gesellschaft für Erneuerbare Energien) / METI (Masyarakat Energi Terbarukan Indonesia) Beschreibung der Institution: Es handelt sich um ein Kommunikations-, Beratungs-, und Kooperationsforum für Experten, mit dem Ziel den Gebrauch und den Nutzen erneuerbarer Energien zu fördern, um der nationalen Nachfrage nach Energie nachzukommen. Die Mitglieder 49 EKONID (2012) 42

53 sind Wissenschaftler, Pädagogen, Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde, Geschäftsleute, Organisationen, NGO s und andere Stakeholder. Projekte im Bereich PV: Organisation von World Renewable Energy Regional Congress and Exhibition (WRERCE) unter Leitung des World Renewable Network (WRN) alle zwei Jahre. Das Forum ist Veranstalter von Konferenzen, Seminaren, Workshops und Schulungen. 12. GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) Beschreibung der Institution: Die Vorgängerinstitutionen der GIZ sind seit 1975 im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Indonesien aktiv. Die drei Hauptaufgabenfelder der GIZ sind der Kampf gegen den Klimawandel, die Entwicklung des privaten Sektors und die Unterstützung bei der Entwicklung von Good- Governance-Strukturen sowie Programmen zur politischen Dezentralisierung. Projekte im Bereich PV: Kooperation mit der Deutsch-Indonesischen Industrie- und Handelskammer im Rahmen des Projektentwicklungsprogramms (PEP) und der Exportinitiative Erneuerbare Energien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), Renewable Energy Support Programme for ASEAN (ASEAN-RESP) und Least Cost Renewables in Indonesia (LCORE) KFW (Deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau) 50 EKONID (2012) 43

54 Beschreibung der Institution: Finanzierung von weltweiten Investitionen von deutschen Privatleuten sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen mit dem Ziel die deutsche Wirtschaft zu fördern und anhaltende Investitionen in die kommunale und soziale Infrastruktur sicherzustellen, um strukturelle Veränderungen und eine Verbesserung des Allgemeinwohls herbeizuführen. 14. APAMSI (Gesellschaft Indonesischer Hersteller von Solarmodulen) Beschreibung der Institution: Das Ziel der Gesellschaft ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von einheimischen Herstellern und Produkten. APAMSI unterstützt das Netzwerk der Unternehmen im Solar-Bereich und erstellt technische Normspezifikationen für Solarmodule. Organisation von Schulungen zu den Themen, Testverfahren und Preisgestaltung sowie eine Ausstellung zur Solarenergie. Projekte im Bereich Solar: Experten-Workshop im Januar 2012 unter der Teilnahme von Elektroingenieuren. Austausch von Informationen über Solarenergie und Anwendungen wie Solarladeregler, bidirektionale Wechselrichter oder Fernüberwachungssysteme APERLINDO (Asosiasi Industri Perlampuan Listrik Indonesia) Beschreibung der Institution: APERLINDO wurde im Jahr 1980 von Geschäftsleuten aus dem Bereich der elektrischen Beleuchtung gegründet. Die Gesellschaft ist seinen Mitgliedern durch das Geben von Handlungsempfehlungen sowie durch das Sammeln und Verbreiten von 51 EKONID (2012) 44

55 Informationen behilflich. Darüber hinaus fördert APERLINDO die Mitglieder und deren Produkte durch Ausstellungen, Workshops, Symposien und regelmäßig erscheinenden Publikationen einem breiteren Publikum und Markt, lokal und global, zugänglich zu machen. Die Gesellschaft nimmt an bilateralen Kooperationen teil, zusammen mit den Ministerien für Handel und Industrie sowie dem für Energie und Bodenschätze, um die Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit der nationalen Industrie zu verbessern ) Fachkräfte Die Verfügbarkeit von Fachkräften im Bereich der Solarwirtschaft in Indonesien variiert bezüglich der spezifischen Expertise. Die größeren Unternehmen beschäftigen die in der Branche notwendigen und entsprechend zertifizierten Mitarbeiter aus dem Bereich der Elektromechanik, sowie Bau und Montagewesen. Spezifische PV-bezogene Ausbildungsprogramme gibt es bisher in Indonesien nicht. Es gibt Hinweise, dass Kurse im Bereich der erneuerbaren Energien an der Universität UPH in Jakarta und der Universität Udayana auf Bali geplant werden. Aktuell decken die indonesischen PV- Unternehmen ihren Qualifikationsbedarf über interne Trainingskurse, Trainern ihrer internationalen Geschäftspartner ab. teilweise auch mit Ein Mangel an Fachkräften gibt es durchweg im Bereich der Planung (Design), Konstruktion und Betrieb größerer PV-Kraftwerke, gerade auch in Bezug zur Hochspannungstechnik. Zudem ist aktuell keine Produktionskapazität für die entsprechenden Anlagen vorhanden. Die großen Wachstumsaussichten in diesem Bereich deuten auf die Notwendigkeit von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen hin, auf die deutsche Unternehmen in ihren Kooperationsvorhaben mit lokalen Unternehmen vorbereitet sein sollten. 45

56 4.) Netzgekoppelte Photovoltaik in Indonesien Eine signifikante Eigenschaft netzgekoppelter Photovoltaiksysteme ist die Verbindung der Photovoltaikanlage zum öffentlichen Stromnetz, was diese deutlich von netz-autarken Photovoltakanlagen (Insel-Anlagen) mit autonomer und netzferner Stromversorgung, unterscheidet. Im Englischen werden netzgekoppelte und netzungebundene Photovoltaiksysteme mit den Bezeichnungen Photovoltaic-On Grid bzw. Photovoltaic-Off Grid unterschieden. Durch den Anschluss zum öffentlichen Stromnetz benötigen netzgekoppelte Photovoltaiksysteme, im Gegensatz zu Photovoltaik Insel-Anlagen keine Stromspeicherung mittels Batterien. Der überschüssige Strom, der beispielweise bei Gebäudeintegrierten Photovoltaikanlagen und Aufdachanlagen über den Eigenverbrauch hinausgeht, kann, sofern das nötige Regelwerk hierzu bereits besteht, an den Betreiber des öffentlichen Stromnetzes abgeführt und verkauft werden. Abbildung 9: Varianten netzgekoppelter Photovoltaik Quelle: EKONID (2014) 46

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