Endbericht zum Projekt Coop.now

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1 Endbericht zum Projekt Coop.now Gestaltung eines ganzheitlichen industrieorientierten Kooperationsmodells für die RWTH Aachen Förderkennzeichen: 03VW6117 Projektzeitraum: * Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages ** Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor

2 Berichtsblatt Fördergeber Förderkennzeichen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 03VW Berlin Vorhabensbezeichnung: Coop.now Gestaltung eines ganzheitlichen industrieorientierten Kooperationsmodells für die RWTH Aachen Berichtszeitraum: Haushaltsjahr 2010/ 2011

3 Inhaltsverzeichnis AP 1: Aufnahme der Anforderungen seitens der Kooperationspartner... 2 AS 1.1: Inhaltliche Anforderungen... 2 AS 1.2: Organisatorische Anforderungen... 3 AP 2: Gestalten des Kooperationsmodells... 5 AS 2.1: Bestimmen der kritischen Erfolgsfaktoren... 5 AS 2.2: Analyse der aktuellen Kooperationsgestaltung... 6 AS 2.3: Ableiten von Maßnahmen... 8 AS 2.4: Abbildung des Kooperationsmodells AS 2.5: Ergebnisbeurteilung und Überarbeitung AS 2.6: Erarbeitung eines Kontrollmechanismus AP 3: Implementierung und Erfolgsmessung Seite 1

4 1. Aufzählung der wichtigsten wissenschaftlich-technischen Ergebnisse und anderer wesentlicher Ereignisse AP 1: Aufnahme der Anforderungen seitens der Kooperationspartner AS 1.1: Inhaltliche Anforderungen Die Aufnahme der inhaltlichen Anforderungen der Unternehmensperspektive erfolgte durch einen halbstandardisierten Fragebogen mit optionalen Antworten und Freitextfeldern für die Beantwortung. Der Fragebogen basiert auf acht wesentlichen Kooperationsfeldern zwischen Industrie und Universität (z.b. Forschung/ Entwicklung, Lehre, Aus- und Weiterbildung, Recruiting, formeller und informeller Austausch). An der Befragung haben 22 Unternehmen verschiedener Größenklassen (Großunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen, Start-Ups) teilgenommen. Die Antworten der empirischen Untersuchung können gemäß den Aspekten Forschung, Weiterbildung, Recruiting und Organisation geclustert werden. Bei der Forschung werden der Zugang zu Fördermitteln, Know-How und Equipment als wichtige Treiber für eine Kooperation genannt. Die Risikominimierung und -aufteilung stellen wichtige Motive für Forschungskooperationen dar. Bei Großunternehmen besteht ein Prozessentwicklungsfokus. Generell herrscht mangelnde Zahlungsbereitschaft bei Forschungskooperationen. Der Wunsch nach einer stärkeren Kooperation der Universitäten á la Forschungscluster wird ebenso angeführt, wie gemeinsame internationale Projekte und mehr Praxisnähe, insbesondere bei Jungassistenten. Beim Thema Weiterbildung kann festgehalten werden, dass Arbeits- und Interessengemeinschaften sowie Tagungen und Kongresse als deutlich wichtiger bewertet werden als klassische informelle Treffpunkte wie Café, Restaurant oder Bibliothek. Im Vergleich zwischen den Unternehmensgrößenklassen sind Seminare eher für Großunternehmen interessant. Für die befragten Unternehmen stehen beim Recruiting die Aspekte Reputationserhöhung und Werbung mehr im Vordergrund als die eigentliche Bindung der Studenten an das Unternehmen. Recruiting ist vor allem bei Großunternehmen von Interesse. Diese haben ein gesteigertes Interesse an Sponsoring, Lehre und persönlichen Kontakten zu Studenten. Zudem strahlen Recruitingaktivitäten auch auf andere Kooperationsfelder aus. Bei der Organisation wird ein besserer Kommunikationsfluss über die universitären Angebote gewünscht. Wünschenswert wäre aus Sicht der Unternehmen außerdem eine Verbesserung und Verkürzung der Dienstwege im Bereich Fördermittel- Seite 2

5 akquise, Projektmanagement und Vertragswesen. Außerdem wird eine personelle Kontinuität im Prozess der Akquise und beim Ausbau des Recruiting vermisst. Hier wird negativ genannt, dass die Mitarbeiter und Ansprechpartner an der Hochschule häufig wechseln. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass seitens der Unternehmen ein omnipräsenter Wunsch nach verbesserter Transparenz und Kommunikation seitens der Hochschule existiert. Sie wünschen sich im Rahmen von Kooperationen u.a. Kontinuität, bessere Abstimmung und Informationen. AS 1.2: Organisatorische Anforderungen Die Perspektive der RWTH Aachen bzgl. der Anforderungen an Industriekooperationen wurde durch eine interne Befragung erfasst. Mit einer Aufbereitung und Bewertung aktueller Kooperationsvorhaben wurden Problemfelder identifiziert. Für die Untersuchung wurden zehn Hochschulinstitutsleiter über alle Fakultäten hinweg in Interviews befragt. Es wird festgestellt, dass die Forschungskooperationen abhängig von der Konjunktur sind. Die Forschung der Befragten ist überwiegend anwendungsorientiert. Des Weiteren sind eine wachsende Konkurrenz, auch RWTH-intern, zu konstatieren sowie Disharmonien in der Verwendung der Ergebnisse. Zwischen Lehre und Forschung besteht oftmals ein Interessenkonflikt. Die Institute schließen mit ihren Kooperationspartnern ergebnisoffene Forschungsaufträge ab, d.h. sie garantieren lediglich ihre Prozesse, nicht aber Resultate. An Weiterbildungsprogrammen besteht, aufgrund der damit verbundenen Einnahmen, seitens der Institute ein gesteigertes Interesse. Dies gilt allerdings nur für den Fall, dass die Weiterbildung die Drittvolumina der Lehrstühle wesentlich erhöht. Das Thema Recruiting ist aus Institutsleitersicht für das Placement von Köpfen zum Ausbau der Netzwerke über das persönliche Netzwerk der Professoren interessant. Bei der Organisation liegt ein besonderer Fokus auf dem Ausbau eines Netzwerkes zur Kommunikation und Kooperation mit Unternehmen. Es wird der Wunsch nach einem besseren internen Kommunikationsfluss, der Etablierung eines Bindungsmanagements und dem Aufbau einer Vertriebsorganisation genannt. Es zeigt sich zudem, dass alle Befragten von der Drittmittelakquise abhängig sind. Gleichzeitig wird jedoch relativ wenig Zeit in den Aufbau eines Netzwerkes und die Industrie- Drittmittelakquise investiert. Die persönlichen Netzwerke gelten als wichtigstes Vermarktungsinstrument. Die Lehrstühle streben langfristige Kooperationen mit größeren Unternehmen an. Oftmals werden kleinere, unrentable Projekte als Einstieg gesehen. Seite 3

6 Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass der Wunsch der Hochschule in der Akquise langfristiger, umfangreicher Forschungsaufträge besteht. Trotz der Streubreite hinsichtlich der Fakultätszugehörigkeiten der befragten Institute hat die Befragung ein relativ homogenes Bild hervorgebracht. Mit Bezug auf die identifizierten Problemfelder wurden bestehende Kooperationsmodelle von Best-Practice-Universitäten analysiert. Als Benchmark dient die Stanford University. In den Bereichen Forschung, Weiterbildung und Recruiting werden sehr gute Beispiele und Möglichkeiten zur Transparenzschaffung nach außen gefunden. Durch ein Online-Portal gelingen die übersichtliche Darstellung wesentlicher Inhalte der möglichen Forschungsbereiche und die Bündelung der potenziellen Anfragen auf einen bestimmten Ansprechpartner. Der Überblick über generell mögliche Weiterbildungsoptionen ist einsehbar. Das dargestellte Angebot wird durch individualisierte Schulungsangebote erweitert. Im Hinblick auf mögliche Recruitingaktivitäten wird den interessierten Unternehmen volle Transparenz bzgl. Leistungen und Preise geboten. Hierbei werden drei Kooperationspakete in den Abstufungen Silber, Gold und Platin angeboten. Um zu einem objektiven Bild zu gelangen, wurden weiterhin Hochschulprofessoren anderer technischer Universitäten, nämlich der TU 9 (Verbund der neun führenden Technischen Universitäten Deutschlands) befragt. Abgerundet wurde diese Informationsaufnahme durch Befragungen der ETH Zürich sowie der Universitäten Köln, Bonn und Dortmund. Die Befragungen wurden, wenn möglich persönlich durchgeführt, da hierdurch bedeutungsvollere und ergänzende Informationen zugänglich wurden, als dies etwa bei Ausfüllung eines standardisierten Fragebogen oder einem Telefoninterview möglich wäre. Zusammenfassend lassen sich folgende Beobachtungen aus den halb-strukturierten Interviews darlegen: Nahezu alle Hochschulen bündeln ihre Kompetenzen in Forschungsschwerpunkten, Kompetenzfeldern, Forschungsinitiativen oder Forschungsclustern. Über die Bündelung wird das Profil der Hochschulen nach außen geschärft und die Sichtbarkeit erhöht. Dies gilt sowohl für die Sichtbarkeit in der wissenschaftlichen Gemeinschaft als auch für die Sichtbarkeit ggü. Partnern aus der Wirtschaft. Somit erhöhen die Hochschulen in der Außenwirkung die Transparenz bzgl. der spezifischen Kompetenzen. In Bezug auf die Befragung möglicher Kooperationsformate bestätigt sich das Bild, dass in der Forschung viele Kooperationsbeziehungen mit Partnern aus der Wirtschaft zunächst über kleinere, möglicherweise nicht allzu rentable Projekte aufgebaut werden, um dann in mittel- bis langfristige Kooperationen zu münden. Analog zum wachsenden Vertrauen nimmt auch der Ressourceneinsatz zu, was die modulare Struktur des entwickelten Kooperationsmodells belegt. Seite 4

7 Weiterhin bestätigten alle Befragten, dass neben den klassischen Kooperationsformaten Forschung und Entwicklung insbesondere auch die Bereiche Weiterbildung und Rekrutierung von besonderer Relevanz für die Unternehmen sind. Es ist anzumerken, dass nahezu alle Gesprächsteilnehmer erwähnten, dass Weiterbildung für außeruniversitäre Zielgruppen ein äußerst wichtiges und somit für die Hochschulen bedeutendes Kooperationsfeld sei, aber bislang noch nicht genügend ausgebaut ist. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Zum einen müssen in den Hochschulen Anreizsysteme geschaffen werden, die den Professoren einen Anreiz bieten, neben dem ihnen zugewiesenen Lehrdeputat zusätzliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsveranstaltungen durchzuführen. Zum anderen ist es aus Sicht einiger Befragter zeitlich nicht realisierbar, neben dem normalen Professorenalltag in solchen Programmen aktiv zu sein. Wieder andere Hochschulvertreter legten dar, dass eine Differenzierung auf dem Weiterbildungsmarkt gezielt auf Basis der jeweiligen Kernkompetenzen der Disziplinen erfolgen muss. Um dies weiter voranzutreiben, müsse aber zunächst der interne Kompetenzdefinitions- und -bündelungsprozess abgeschlossen werden. Ein weiterer Aspekt, der aus Sicht der Hochschulen Kooperationen mit Partnern aus der Wirtschaft attraktiv macht, ist das Ressourcensharing. Dies ist jedoch nur sinnvoll durchführbar, wenn die Bepreisung zu Vollkosten erfolgt und die Hochschule in der Kooperation nicht als verlängerte Werkbank wahrgenommen wird. Da seitens der Wirtschaft hier noch keine volle Akzeptanz herrscht, werden aktuell durch die Hochschulen Kooperationen, etwa in Form langfristiger F&E-Rahmenverträge oder Stiftungsprofessuren, zum Teil abgelehnt. AP 2: Gestalten des Kooperationsmodells AS 2.1: Bestimmen der kritischen Erfolgsfaktoren Die Ausarbeitung von erfolgsrelevanten Einflussgrößen von Hochschul- Industrie-Kooperationen erfolgt auf Basis der Befragungs- und Interviewergebnisse. Der größte Erfolgsfaktor ist in der Forderung nach Flexibilität zu sehen, so dass einzelne Kooperationselemente individuell konfigurierbar sind. Seite 5

8 AS 2.2: Analyse der aktuellen Kooperationsgestaltung Die durchgeführte Analyse der aktuellen Kooperationsgestaltung der RWTH Aachen spiegelt sowohl positive als auch negative Effekte von berücksichtigten sowie zum Teil nicht beachteten Anforderungen der Industriepartner wider. Aus den Erkenntnissen dieses Projekts resultierend aus den in der Vergangenheit gemachten positiven und negativen Erfahrungen lassen sich bedeutende Rückschlüsse für die zukünftige Kooperationsgestaltung der RWTH Aachen mit Unternehmen verschiedener Größenklassen ziehen. Dabei sind insbesondere die identifizierten kritischen Erfolgsfaktoren zu beachten. Bestehende Partnerschaften der RWTH Aachen lassen sich anhand der Anzahl der beteiligten Partner auf der Seite der RWTH einerseits sowie der Industrieunternehmen andererseits strukturieren. So lassen sich typische bestehende Kooperationsformen zwischen einem bzw. einer Mehrzahl an Unternehmen mit einer oder mehreren RWTH Stellen identifizieren. Daraus ergibt sich eine viergliedrige Möglichkeit zur Einordnung der Kooperationen. 1) In Form eines gemeinschaftlichen Forschungszentrums betreibt ein Unternehmen mit einer RWTH-Einrichtung eine exklusive Forschungskooperation. Rechtlich ist diese Kooperationsform häufig an die RWTH-Einrichtung angegliedert. Ziel der Kooperation ist insbesondere die gemeinsame Forschung, Weiterbildung und Lehre in einem definierten Bereich, der dann vor Ort an der RWTH stattfindet und auf die Infrastruktur der RWTH zurückgreift. Ein mit Unternehmensvertretern und Hochschulangehörigen besetzter Lenkungsausschuss bzw. ein Advisory Board übt die Kontrolle aus. 2) Die Kooperation eines Unternehmens mit mehreren RWTH-Einrichtungen dient dem Ziel der strategischen Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen. Hierfür erfolgt ein häufiger Austausch zwischen einem auf Seiten des Unternehmens eingerichteten Company Liaison Office mit einem zentralen, dedizierten RWTH-Ansprechpartner für diese Kooperation. Die beteiligten Abteilungen auf Unternehmensseite stellen für die einzelnen Projekte Budgets zur Verfügung. Im Rahmen der Kooperation erfolgt eine vielfältige Zusammenarbeit, wiederum inkl. der Infrastrukturnutzung der RWTH. 3) Der Fall der Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen mit einer RWTH- Einrichtung erfolgt beispielsweise in Form eines Innovation Labs. Ziel ist wiederum eine gemeinsame Forschung, die vor Ort an der RWTH stattfindet und auf die Infrastruktur sowie das Wissen der RWTH zurückgreift. In diesem Fall stellen verschiedene Unternehmen Mittel für die Kooperation bereit, beispielsweise in Form von Mitgliedsbeiträgen. Als Gegenleistung erhalten diese neben der Beteiligung an Forschungsergebnissen auch Qualifizierungsangebote für ihr Personal. 4) Die umfangreichste Kooperationsform stellt eine Kooperation von mehreren Unternehmen mit mehreren RWTH-Einrichtungen dar. Für eine optimale Koordination Seite 6

9 sind hier sowohl auf Unternehmens- als auch auf RWTH-Seite zentrale Ansprechpartner notwendig, die beide Seiten in Form einer an eine Geschäftsstelle angelehnten Struktur vertreten. Eine Bündelung der Forschungspartner in Form einer GmbH ist denkbar. Mittel für die Kooperationsgestaltung werden insbesondere von den Unternehmen zur Verfügung gestellt. Aufgrund der Intensität orientieren sich entsprechende Kooperationen vor allem an den Profilbereichen der RWTH. Bei den Profilbereichen handelt es sich um ein Element der RWTH Aachen im Rahmen der Exzellenzinitiative zur Etablierung einer integrierten, interdisziplinären Hochschule. Innerhalb der acht definierten Profilbereiche 1 werden zukünftig insbesondere die Natur- und die Ingenieurwissenschaften stärker interdisziplinär zusammen arbeiten. Ziel dieser Kooperationen ist meist die anwendungsbezogene Forschung an mehreren Themenkomplexen über Disziplinen und Branchen hinweg. Nach der Durchführung der Interviews hat sich herausgestellt, dass Unternehmen oftmals nicht bewusst ist, welche Kooperationsmöglichkeiten mit einer Hochschule bestehen. Daher lassen sich insbesondere die Wichtigkeit der Transparenz über Ziele, Strategie, Methode und operative Kooperationsgestaltung sowie das Vorhandensein eines zentralen Ansprechpartners auf beiden Seiten als wesentliche Erfolgsfaktoren für eine funktionierende Kooperation übergreifend ableiten. Darüber hinaus ist ein klares Produktangebot in der anfänglichen Akquise notwendig, um verbindliche Absprachen treffen zu können. Dies trifft speziell auf die Hochschule zu. Hier steht neben der fachlichen Kompetenz auch die Projektmanagementerfahrung, besonders des zentralen Ansprechpartners, im Vordergrund. Das Fehlen dieser Voraussetzungen hat sich in der Vergangenheit als kritischer Faktor der Kooperationsgestaltung gezeigt. So konnten verschiedene, zunächst als hoffnungsvoll angesehene Kooperationsabsichten zwischen Unternehmen und Hochschule letztlich nicht umgesetzt werden. Gründe hierfür waren beispielsweise das Vorhandensein verschiedener, nicht optimal abgestimmter Ansprechpartner mit unterschiedlichen Kompetenzbereichen auf Hochschulseite und die damit verbundenen Abstimmungsschwierigkeiten und Komplexität. Zu viele Schnittstellen und verteilte Kompetenzen auf Unternehmensseite haben zum Teil ähnliche Effekte nach sich gezogen. Im Vorläuferprojekt Advanced Valorisation of Intellectual Property in Aachen (AVIPAC) wurde die Wichtigkeit einer konsistenten und umfangreichen Verwertungsstrategie sowie das Vorhandensein eines Beteiligungsmodells auf Hochschulseite identifiziert. Die Wichtigkeit dieser Themen wird durch die Ergebnisse des Coop.now-Projekts erneut herausgestellt. Hier sind insbesondere die Kompetenz des zentralen Ansprechpartners auf diesen Themengebieten sowie die entsprechende Aufnahme in das Vertragswerk zu nennen. 1 Die acht Profilbereiche sind: Computational Science & Engineering; Energy, Chemical & Process Engineering; Information & Communication Technology; Material Science & Engineering; Medical Science & Technology; Molecular Science & Engineering; Mobility & Transport Engineering; Production Engineering. Seite 7

10 Als Weiterentwicklung der existierenden Kooperationsmöglichkeiten ist auf Basis der Projektergebnisse die Etablierung eines innovativen, ganzheitlichen und industrieorientierten Kooperationsmodells notwendig. Dieses soll die Struktur der bisherigen Kooperationsgestaltung widerspiegeln, den Zielsystemen aller Beteiligten jedoch weiter entgegenkommen und Kooperationen sowohl in ihrer Breite als auch ihrer Tiefe nachhaltig erweitern. AS 2.3: Ableiten von Maßnahmen Auf Basis der ermittelten inhaltlichen und organisatorischen Anforderungen der Industriepartner sowie gesammelter Erfahrungen aus der bisherigen Kooperationsgestaltung wurden die drei übergeordnete Handlungsfelder Transparenz, Produkte und Prozesse identifiziert. 1) Schaffung von Transparenz über das im Kooperationsmodell neu entwickelte Kooperationsangebot der RWTH Aachen. Grundlegend hierfür ist insbesondere die informative und konkrete Informationsbroschüre, die im Rahmen dieses Projekts entwickelt wurde. Sie enthält eine übersichtliche Darstellung des Kooperationsangebots der RWTH, Beispiele erfolgreicher Kooperationen sowie die Nennung entsprechender zentraler Ansprechpartner und gibt darüber hinaus Hinweise auf den RWTH Campus als umfangreiches Kooperationsformat. Die Broschüre deckt die Kooperationsfelder Forschung & Entwicklung, Fort- & Weiterbildung sowie Recruiting & Sponsoring umfangreich ab. Darüber hinaus ist ein entsprechender Webauftritt geplant, der das Kooperationsangebot der RWTH einer breiten Anzahl an Unternehmen verschiedenster Branchen darlegen soll. Der Webauftritt ist an den allgemeinen Web-Relaunch der RWTH Aachen gekoppelt. Dieser stellt das Angebot nutzerorientiert dar, so dass die einzelnen Zielgruppen schneller die für sie relevanten Informationen finden. Die Abstimmungsgespräche für die Informationsbausteine für die Zielgruppe Wirtschaft haben bereits stattgefunden. Auf der neuen Webseite der RWTH sind nun die drei im Coop.now-Projekt herausgearbeiteten Kooperationsfelder zu sind. 2) Standardisierung der bisher häufig situativen Kooperationsgestaltung in Form von konkreten Kooperationsmodulen bzw. Kooperationsprodukten, die individuell zu jeweiligen Kooperationspaketen gebündelt werden können. So wird ein konkretes, modulares Angebot geschaffen, welches die Bedürfnisse von Unternehmen verschiedener Größenklassen abdeckt. Auf Basis der Projektergebnisse bzw. in der Vergangenheit gemachter Erfahrungen werden über verschiedene Kooperationsfelder hinweg Angebotspakete definiert. Hierzu ist eine Detaillierung der in AP1 und AP2 definierten Kooperationsfelder notwendig. Bestehende Produkte wurden geschärft und um neue Angebote ergänzt. Darauf aufbauend müssen neue, innovative Produktformate in Form Seite 8

11 von Basis-, Standard-, und Premiumpaketen definiert und justiert werden. Best- Practice-Beispiele, z.b. der Stanford University vermitteln hierzu hilfreiche Ansätze. 3) Definition von Prozessen zur Verzahnung der Kooperationsfelder. Zwischen einzelnen Kooperationsfeldern muss eine bessere Verzahnung sichergestellt werden. Insbesondere sind Meldeschwellen zwischen einzelnen potenziellen Ansprechpartnern für Unternehmen für Fragen bezüglich Forschung & Entwicklung, Fort- & Weiterbildung sowie Recruiting & Sponsoring notwendig, um Kooperationen in ihrer Breite zu intensivieren. Ein Unternehmensbindungsmanagement muss entsprechend etabliert werden. Die drei priorisierten Handlungsfelder stellen die Basis des zukünftigen Kooperationsmodells der RWTH Aachen dar. Im Rahmen des Coop.now-Projekts konnten wichtige Erkenntnisse bezüglich ihrer Detaillierung gewonnen werden. Das abgeleitete Kooperationsmodell für die RWTH Aachen hat modellhaften Charakter und kann mit leichten Anpassungen auf andere technische Hochschulen übertragen werden. Seite 9

12 AS 2.4: Abbildung des Kooperationsmodells Durch das im Rahmen des Coop.now-Projekts entwickelten Kooperationsmodells werden drei Maßnahmen abgebildet: 1) Schaffung von Transparenz 2) Produktverbesserungen 3) Prozessverbesserungen Einen erster Schritt sowie eine Grundlage zur Schaffung einer erhöhten Transparenz über das Kooperationsangebot der RWTH stellt die im Projekt entwickelte Informationsbroschüre dar (siehe Anlage). Sie stellt die Angebote der RWTH übersichtlich dar und gibt einen Überblick über eine mögliche Kooperationsgestaltung in Bezug auf Kooperationsfelder und -module. Sie enthält Erfahrungsberichte zu bisherigen Kooperationen und stellt Kooperationsmöglichkeiten im Rahmen des RWTH Campus vor. Des Weiteren nennt die Broschüre konkrete Ansprechpartner für einzelne Kooperationsfelder zwischen denen eine Vernetzung und ein permanenter Austausch etabliert sind. Ein übersichtliches Glossar erklärt universitäre Fachtermini, die in den Kooperationsmodulen erwähnt werden. Im Rahmen von Gesprächen mit bestehenden sowie potenziellen neuen Kooperationspartnern kommt die Informationsbroschüre ab sofort zum Einsatz und dient so der offenen Außendarstellung der RWTH. In Zukunft soll dies um einen entsprechenden Webauftritt ergänzt werden. Beides wird fortlaufend weiterentwickelt und den veränderlichen Anforderungen von kooperierenden Industrieunternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen sowie Start-Ups angepasst. Das konkrete Angebot an Kooperationsmodulen bzw. einzelnen Produkten detailliert die drei Kooperationsfelder Forschung & Entwicklung, Fort- & Weiterbildung sowie Recruiting & Sponsoring. Innerhalb der einzelnen Felder umfasst es dabei Module von einer zunächst geringen bis zu einer vergleichsweise hohen Bindungsintensität der Kooperationspartner (siehe Abbildung 1). Innerhalb der Forschung & Entwicklung umfasst das Angebot dabei beispielsweise von der einzelnen Dienstleistung wie der Messung, Prüfung, Gutachter- oder Benchmarkingtätigkeit über einen einzelnen F&E Auftrag, umfangreicheren F&E Aufträgen inkl. der Vergabe von Facharbeiten und Dissertationsthemen bis hin zu nationalen und internationalen Großprojekten, Forschungsverbünden und Stiftungsprofessuren. Neben der Durchführung dieser Projekte sind insbesondere Projektkoordination und administrative Betreuung wichtige Bestandteile des Produktangebots. Im Bereich Fort- & Weiterbildung erstreckt sich das Spektrum von Fachvorträgen in Form von Impulsvorträgen zu themenbezogenen Fragestellungen über die Durchführung von Kolloquien, Seminaren und Workshops bis hin zu einem individualisierbaren berufsbegleitenden Studienprogramm bzw. Vor-Ort-Schulungen des Firmenpersonals. Seite 10

13 Der wichtige Bereich Recruiting & Sponsoring wird durch ein klares Angebot abgedeckt. Hier stellen insbesondere die Vermittlung von Kontakten sowie der Zugang zu Topstudenten wichtige Bestandteile dar. Die Möglichkeit zur Nutzung der RWTH Jobbörse sowie der Unternehmenswerbung auf dem Campus sind demnach Einstiegsprodukte, die durch die Möglichkeit zu individuellen Unternehmenspräsentationen wie After-Work-Veranstaltungen oder sonstigen Karriereevents ergänzt werden. Die Vergabemöglichkeit für Stipendien oder das Hörsaal- und Gebäudesponsoring sind entsprechende Kooperationsmodule mit einer intensiveren Bindung der Industriepartner, aber auch der RWTH. Bindungsintensität der Industriepartner Kooperationsfeld Kooperationsmodul Forschung & Entwicklung Dienstleistung: Messung/ Prüfung, Gutachtertätigkeit, Benchmark F&E-Auftrag, Kleines Projekt ohne konkrete Fachzuweisung F&E-Auftrag (ein Lehrstuhl), Projekt mit Fachbezug, Facharbeiten, Dissertationen F&E-Auftrag (mehrere Lehrstühle), Zentrales Projektmanagement Öffentlich geförderte Projekte (national & international) Großprojekte, Verbundforschung, Campus, Stiftungsprofessuren Aus- & Weiterbildung Fachvorträge (Impulsvorträge zu themenbezogen Fragen) Kolloquien, Konferenzen der Lehrstühle Workshops oder Seminare mit/ ohne Fachmessen Zertifikatskurse Berufsbegleitendes Bachelor-/ Masterstudienprogramm Individuelle In-House Schulung Recruiting & Sponsoring RWTH-Jobbörse (Stellenanzeigen schalten) Branding und Auslage von Firmeninfos an zentralen Laufflächen Unternehmenspräsentationen (After Work, Karrierefrühstück) Stipendien (inkl. Mentoring) Hörsaal- und Gebäudesponsoring Präsenz vor Ort Abbildung 1: Darstellung des Kooperationsmodells Neben der Schaffung eines konkreten, strukturierten Produktangebots stehen insbesondere der modulare Aufbau des Modells sowie die daraus resultierende Kombinierbarkeit im Vordergrund. Auf Basis der Kooperationsmodule ist die Definition von gebündelten Produkt- oder Angebotspaketen möglich, die individuelle Interessen und Anforderungen der Kooperationspartner abdeckt. Für die Anbahnung neuer Kooperationen wird somit eine Grundlage gelegt, auf der konkrete Vereinbarungen, über verschiedene Kooperationsfelder hinweg, getroffen werden können. Neue Unternehmen können zielgerichtet angesprochen werden, so dass bereits im ersten Gespräch ein konkretes Angebot unterbreitet werden kann. Beispielsweise kann ein großes Unternehmen mit einer Kombination aus einem F&E- Auftrag mit einem oder mehreren Lehrstühlen, einer Stiftungsprofessur, der Teilnahme an Konferenzen und Kursen der Lehrstühle sowie möglicher Campuswerbung, Unternehmenspräsentation und Vergabe von Stipendien angesprochen werden. Darauf auf- Seite 11

14 bauend lassen sich weitere Kooperationswünsche modular ergänzen. Die Kooperationspakete bieten dazu aufbauend auf der Definition von Mindestanforderungen an eine Beteiligung bzw. entsprechende Finanzierungshöhe auf Basis ermittelter relativer Wichtigkeiten der Kooperationsmodule die Möglichkeit zu einer entsprechenden Bepreisung. So wurden beispielsweise Basis-, Standard- und Premiumpakete definiert, die den Kooperationspartnern angeboten werden können. Ein derartiges Konzept ist bereits bei namhaften Universitäten, wie bspw. der Stanford University, etabliert. Diese Pakete decken in der Regel alle angesprochenen Kooperationsfelder ab und sichern so eine breite Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und RWTH in mehreren Bereichen. Sie verringern die Einstiegshürden in der Anbahnungsphase von Kooperationen, da einem klar definierten Angebot ein klar definierter, belastbarer Preis gegenübersteht, der das Angebot nicht nur transparent, sondern auch kalkulier- und vergleichbar macht. Auf diese Art und Weise kann auch ein durch das Management der Kooperationen anfallender Verwaltungsaufwand durch Unternehmensmittel abgedeckt werden. Für Unternehmen hat eine Paketlösung zudem den Vorteil, dass in einem Paket sowohl die inhaltliche Zusammenarbeit abschließend geregelt ist, als auch sichergestellt wird, dass die Voraussetzungen für eine reibungslose administrative Abwicklung auf Hochschulseite gebündelt und somit verbessert werden. Durch die Anpassung der Prozesse innerhalb der RWTH wird in der Implementierungsphase eine effiziente und effektive Anwendung des Kooperationsmodells sichergestellt. Hier sind insbesondere die bereits im vorherigen Kapitel erwähnten Meldeschwellen zwischen Ansprechpartnern sowie das einzuführende Unternehmensbindungsmanagement in Form eines Relationship Management Systems zu nennen. Übergeordnetes Ziel ist ein laufender Abgleich zwischen Anforderungen der Industrie und Möglichkeiten der Hochschule im Rahmen ihres originären Auftrags. Die wird durch die Schaffung von Transparenz, konkreten, bepreisten Angebotsprodukten und - paketen sowie durch die Optimierung der Prozesse innerhalb der Hochschule erreicht. AS 2.5: Ergebnisbeurteilung und Überarbeitung Die kontinuierliche Ergebnisbeurteilung und Überarbeitung der Ergebnisse des Projekts, insbesondere in Hinblick auf das entwickelte Kooperationsmodell, wurde während der Projektlaufzeit sichergestellt. Dies ist durch die fortlaufende kritische Reflexion der Projektpartner in regelmäßigen Projekttreffen auf operativer Ebene sowie die mehrmals im Jahr abgehaltenen Regelkreistreffen auf strategischer Ebene erfolgt. Hier wurden insbesondere Anmerkungen, Kommentare und Verbesserungsvorschläge der, durch den Prorektor für Wirtschaft und Industrie vertretenen, Hochschulleitung aufgenommen und in der Projektbearbeitung umgesetzt. Wichtige Impulse für den Projektfortschritt waren besonders Hinweise auf die Entwicklung innovativer Kooperationsformate wie Seite 12

15 z.b. Kooperationspakete, die verstärkte Berücksichtigung von Anforderungen der Hochschulseite und Abstimmung mit einer Reihe von Professoren sowie die Entwicklung eines Preismodells. Während des Projekts wurden Best-Practice-Vergleiche mit führenden internationalen Universitäten wie beispielsweise der Stanford University und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) durchgeführt. Wichtige Schlussfolgerungen sind in die Projektergebnisse eingeflossen. Zudem wurden Vertreter der TU9-Universitäten (TU Berlin, TU Braunschweig, TU Darmstadt, TU Dresden, Leibniz Universität Hannover, Karlsruhe Institute of Technology, TU München, Universität Stuttgart) zu ihren Erfahrungen im Bereich Unternehmenskooperation sowie einzelnen Projektergebnissen interviewt. Im Rahmen der Projektimplementierung sind weitere Diskussionen mit Vertretern der TU9-Universitäten sowie der IDEA-League (ETH Zürich, TU Delft, Imperial College London, Paris Tech) vorgesehen, die einen kontinuierlichen Austausch über aktuelle Entwicklung im Kooperationsbereich, Best-Practice-Beispiele sowie die Weitergabe und den Transfer der Projektergebnisse sicherstellen sollen. AS 2.6: Erarbeitung eines Kontrollmechanismus Neben der Definition und Umsetzung der drei erarbeiteten Handlungsfelder Transparenz, Produkte und Prozesse ist während und nach der Implementierungsphase ein Kontrollmechanismus notwendig, der das Erreichen der Projektergebnisse sicherstellt und eine nachhaltige Messung des Erfolgs des Kooperationsmodells durch die Hochschule ermöglicht. Der entwickelte Kontrollmechanismus orientiert sich dabei an den drei Handlungsfeldern. 1) Die Schaffung der Transparenz lässt sich zunächst anhand der Fertigstellung, Verbreitung und Aufnahme der Informationsbroschüre sowie in Zukunft durch die Nutzerzahlen und generierten Kontaktanfragen des Webauftritts messen. Die Informationsbroschüre soll in individuellen Gesprächen eingesetzt werden, wobei insbesondere bei ihren ersten Anwendungen die Resonanz der Adressaten zu beobachten und zu dokumentieren ist. Hier stehen zunächst qualitative Aspekte im Vordergrund. Quantitative Aspekte über ihren Einsatz in Gesprächen, die Anzahl an Kontaktanfragen an die in ihr genannten Ansprechpartner sowie positives bzw. negatives Feedback der Adressaten sind darüber hinaus nachzuhalten. 2) Auf der Seite der Kooperationsmodule, -produkte und -pakete ist zunächst die abschließende Produktentwicklung sicherzustellen. Je Kooperationsfeld sind diese, sofern noch nicht gänzlich geschehen, im Detail zu definieren. Dabei müssen Kosten- und Kapazitätsaspekte berücksichtigt werden. Aufbauend auf der Produktdefinition ist der Seite 13

16 Einsatz bei bestehenden Kooperationen sowie die zukünftige Nutzung durch Unternehmen verschiedener Größenklassen zu dokumentieren und zu quantifizieren sowohl einzeln als auch in Form von Angebotspaketen. Darauf aufbauend lassen sich Nutzungsprofile einzelner Kooperationsmodule verfeinern und die entsprechenden Resultate in überarbeiteten Angebotsprodukten umsetzen. Eine regelmäßige, jährliche qualitative und quantitative Besprechung/ Bewertung der Angebotspakete ist notwendig, um sicherzustellen, dass das Angebot nach wie vor den Anforderungen der Partner entspricht. 3) Auf der Seite der Prozessverbesserungen enthält der entwickelte Kontrollmechanismus insbesondere eine regelmäßige Beobachtung der Einhaltung definierter Meldeschwellen zwischen Ansprechpartnern verschiedener Kooperationsfelder. Hier dient das zu implementierende Unternehmensbindungsmanagement als Grundlage für eine transparente Darstellung der Kooperationsintensität einzelner Unternehmen sowie vorhandener Verbesserungsmöglichkeiten. Hieraus werden konkrete Kontaktierungs- und Erweiterungsvorschläge für bestehende Kooperationen generiert und ihre Einhaltung nachgehalten. Eine regelmäßige Überprüfung der Ergebnisse des Kontrollsystems durch die Hochschulleitung sichert die Einhaltung der definierten Maßnahmen sowie ein rechtzeitiges Gegensteuern bei eventuell auftretenden kritischen Herausforderungen. AP 3: Implementierung und Erfolgsmessung Die in Arbeitspaket 3 beschriebene Implementierungsphase sah eine Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmenpakete innerhalb der RWTH Aachen vor. Im Detail wurden drei Handlungspfade für eine ganzheitliche Verbesserung der Kooperationsfelder zwischen Hochschule und Unternehmen verfolgt: Transparenz Erhöhung der Sichtbarkeit von Dienstleistungen/ Kompetenzen der Hochschule nach innen und außen, Prozesse Verbesserte Verständigung innerhalb der Hochschule und Aufbau eines Customer Relationship Management CRM für Hochschulen und Institute, Produkte Darstellung der Leistungsportfolios der RWTH Aachen nach außen sowie des Mehrwerts einer Kooperation mit der RWTH Aachen herausstellen. Bei der Erarbeitung wurden interne und externe Anspruchsgruppen berücksichtigt. Als Seite 14

17 interne Anspruchsgruppen werden Mitarbeiter der Hochschulverwaltung und Lehrstühle verstanden, externe sind Unternehmen, Verbände und sonstige Institutionen. Die Produktspanne umfasst Forschungsdienstleistungen und forschungsnahe Dienstleistungen für Start-Ups bis hin zu Großunternehmen. Das Leistungsspektrum und die dazugehörigen Ansprechpartner sollten für Unternehmen direkt erkennbar und kontaktierbar sein. Hochschulen müssen in Zeiten nahezu stagnierender Staatsausgaben für Bildung und Forschung neue Finanzierungsquellen ausmachen, um kostenintensive Forschung auf dem Hochtechnologiesektor durchführen zu können. Stetige Impulse aus der Wirtschaft helfen außerdem dabei, die Anwendungsrelevanz der Lehre und Forschung zu überprüfen und zu steigern. Unternehmen müssen aufgrund des internationalen Wettbewerbs Innovationen hervorbringen und durch Nachwuchs neue Impulse im Unternehmen erhalten. Die Wirtschaft kann sich von einer engen Kooperation mit der Wissenschaft die Sicherung ihrer Innovationsfähigkeit versprechen, die die Unternehmen auf ihrem Weg zur Technologieführerschaft unterstützt. Die Wissenschaft ist an Themen interessiert, die sowohl eine unternehmerische als auch eine gesellschaftliche Relevanz darstellen. Die Wirtschaft und die Wissenschaft sind jeweils Gemeinschaften, die ihren eigenen internen Regeln folgen, ihre eigene Sprache und Kultur besitzen und über unterschiedliche Zielsysteme verfügen. Das Produktangebot untergliedert sich seinerseits erneut in drei weitere Kategorien: Forschung & Entwicklung, Aus- & Weiterbildung und Sponsoring & Recruiting. Die Kategorien Aus- & Weiterbildung und Sponsoring & Recruiting lassen sich durch einen klar definierten Leistungsumfang sehr einfach bepreisen. Im Gegensatz dazu steht die Kategorie Forschung & Entwicklung, die durch einen individuellen Leistungsrahmen keine einheitliche Bepreisung ermöglicht. Hier sind die unterschiedlichen Tagessätze von Instituten innerhalb der Auftragsforschung anzuführen. Des Weiteren sind die Anforderungen je nach Branche durchaus unterschiedlich und lassen einen einheitlichen Preiskatalog innerhalb eines modularen Baukastens nicht zu. Ein Teilschritt der Implementierung ist die Erstellung einer Kooperationsbroschüre, die Unternehmen einen neuen Ansatzpunkt bieten soll, mit der RWTH Aachen in Kontakt zu treten. In der Broschüre werden auf 32 Seiten nicht nur die RWTH Aachen und die Kooperationsmatrix vorgestellt, sondern auch Best-Practice-Beispiele von bereits bestehenden Kooperationen. Weitere Implementierungsschritte wurden noch nicht durchgeführt, da eine Integration in die Hochschulstruktur erforderlich ist. Für diese Phase sind Änderungen innerhalb der Hochschulorganisation erforderlich, was eine Kulturveränderung hin zum Dienstleister voraussetzt. Diese Phase kann nur sukzessive und in kleinen Schritten geschehen und ist für die zweite Jahreshälfte 2012 avisiert. Die Verabschiedung erfolgt durch verschiedene Gremien der RWTH. Die Erfolgsmessung ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, da die Maßnahmen noch nicht umgesetzt wurden. Seite 15

18 2. Vergleich des Stands des Vorhabens mit der ursprünglichen (bzw. mit Zustimmung des Zuwendungsgebers geänderten) Arbeits-, Zeit- und Ausgabenplanung Das Projekt lief gemäß Zeitplan. Durch die Erarbeitung haben sich zwei zusätzliche wesentliche Arbeitsschritte ergeben: Abgleich der unternehmensseitigen Anforderungen an Kooperationsformate mit Fähigkeiten und Bereitschaft der Hochschule durch insgesamt 10 Interviews und 11 Fragebögen Erarbeitung eines absoluten Pricing-Modells für Kooperationsangebote Die zusätzlichen Arbeitsschritte wurden in das Arbeitspaket 1 und 2 integriert und bearbeitet. 3. Haben sich die Aussichten für die Erreichung der Ziele des Vorhabens innerhalb des angegebenen Berichtszeitraums gegenüber dem ursprünglichen Antrag geändert (Begründung)? Mit Ausnahme von AP3 (s.o.) lief das Projekt gemäß der Vorhabensskizze. 4. Sind inzwischen von dritter Seite Ergebnisse bekannt geworden, die für die Durchführung des Vorhabens relevant sind (Darstellung der aktuellen Informationsrecherchen nach Nr. 2.1 BNBest-BMBF 98)? Es existieren zahlreiche Initiativen von Universitäten Industriekooperationen zu fördern, jedoch geschieht dies in der Regel bislang noch nicht über in der Hochschule strukturell verankerte Formate. 5. Sind oder werden Änderungen in der Zielsetzung notwendig? Nein. Seite 16

19 6. Fortschreibung des Verwertungsplans. Dieser soll, soweit im Einzelfall zutreffend, Angaben zu folgenden Punkten enthalten (Geschäftsgeheimnisse des Zuwendungsempfängers brauchen nicht offenbart werden): Erfindungen/Schutzrechtsanmeldungen und erteilte Schutzrechte, die vom Zuwendungsempfänger oder von am Vorhaben Beteiligten gemacht oder in Anspruch genommen wurden, sowie deren standortbezogene Verwertung (Lizenzen u.a.) und erkennbare weitere Verwertungsmöglichkeiten. Das Projekt hat keine Schutzrechte generiert. Wirtschaftliche Erfolgsaussichten nach Projektende (mit Zeithorizont) z.b. auch funktionale/wirtschaftliche Vorteile gegenüber Konkurrenzlösungen, Nutzen für verschiedene Anwendergruppen/-industrien am Standort Deutschland, Umsetzungs- und Transferstrategien (Angaben, soweit die Art des Vorhabens dies zulässt). Keine Angabe. Wissenschaftliche und/oder technische Erfolgsaussichten nach Projektende (mit Zeithorizont) u.a. wie die geplanten Ergebnisse in anderer Weise (z.b. für öffentliche Aufgaben, Datenbanken, Netzwerke, Transferstellen etc.) genutzt werden können. Dabei ist auch eine etwaige Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen, Firmen, Netzwerken, Forschungsstellen u.a. einzubeziehen. Die Kooperationsformate sowie die sich daraus ergebenden Kooperationspakete und -module sind weitestgehend auf andere technische Hochschulen in Deutschland übertragbar. Sie haben Modellcharakter. Dies wurde insbesondere aus den Interviews ersichtlich, die im Zuge von AS 1.2 durchgeführt wurden. Wissenschaftliche und wirtschaftliche Anschlussfähigkeit für eine mögliche notwendige nächste Phase bzw. die nächsten innovatorischen Schritte zur erfolgreichen Umsetzung der Ergebnisse. Die Projektergebnisse werden nach Projektabschluss kontinuierlich weiterentwickelt und umgesetzt. Dies gilt insbesondere für die neu entwickelten Kooperationsformate. Seite 17

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