1. QUARTAL Im Dienste Ihres Vermögens. Seit ANLAGEPOLITIK Disinflation bleibt dominant

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1 INVESTOR 1. QUARTAL 2015 ANLAGEPOLITIK Disinflation bleibt dominant SCHWERPUNKT In eigener Sache eine Standortbestimmung Nebenwerte im Fokus Firmenportrait BERNEXPO GROUPE Im Dienste Ihres Vermögens. Seit 1868.

2 Inhalt 3 Editorial Anlagepolitik 4 Anlagestrategie 7 Trends & Prognosen 8 Konjunktur 11 Obligationen 12 Aktien 13 Rohstoffe 14 Portfolio-Strukturen 16 Empfehlungen Aktien & Aktienfonds nach Regionen 17 Technische Analyse Aktien im Fokus Vorsorge 18 Der Vorsorgeauftrag Schwerpunkt 20 In eigener Sache eine Standortbestimmung 22 Nebenwerte im Fokus Firmenportrait BERNEXPO GROUPE Diese Publikation dient ausschliesslich Informationszwecken. Sie stellt keine Offerte oder Aufforderung von Lienhardt & Partner Privatbank Zürich AG oder in ihrem Auftrag zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder mit ihnen verbundenen Finanzinstrumenten oder zur Beteiligung an einer bestimmten Handelsstrategie in irgendeiner Rechtsordnung dar. Die Äusserungen und Kommentare, inklusive jene in Bezug auf die Anlagestrategie, widerspiegeln die derzeitigen Ansichten der Verfasser. Anlagen in den in dieser Publikation erwähnten Anlagekategorien sind unter Umständen nicht für alle Empfänger geeignet. Sie stellen keine persönliche Empfehlung für einen bestimmten Anleger dar. Bevor ein Anleger ein Geschäft abschliesst, sollte er prüfen, ob sich das betreffende Geschäft angesichts seiner persönlichen Umstände und Ziele für ihn eignet. Für die in dieser Publikation enthaltenen Informationen wird keine Zusicherung bezüglich ihrer Richtigkeit oder Vollständigkeit abgegeben. Lienhardt & Partner Privatbank Zürich AG lehnt jegliche Haftung für Verluste infolge der Verwendung dieser Publikation ab. Jede in dieser Publikation erwähnte Anlageklasse ist mit Risiken behaftet. Die bisherige Performance einer Anlage ist kein verlässlicher Indikator für deren zukünftige Entwicklung. Performance-Prognosen sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse Diese Publikation darf nur in Ländern vertrieben werden, in denen der Vertrieb rechtlich erlaubt ist. Die hierin enthaltenen Informationen sind nicht für Personen aus Rechtsordnungen bestimmt, die solche Publikationen untersagen.

3 EDITORIAL Dr. Duri Prader CEO / Managing Partner Dr. Markus Graf Managing Partner Geschätzte Leserinnen und Leser Publikationen sind am Jahresende zumeist überflutet mit Beschreibungen über das, was in der Vergangenheit geschehen ist und mit Erklärungen gespickt, warum alles so kommen musste, wie es kam. Wir wollen das anderen überlassen und richten unseren Blick flugs nach vorne. In Bezug auf die Anlagestrategie bleibt die matchentscheidende Fragestellung im neuen Jahr dieselbe wie im alten: Erwartet uns Inflation, Disinflation oder gar Deflation? Aus unserer Sicht ist die Wahrscheinlichkeit einer Disinflation am grössten, was bei hoher Selektivität und Volatilität ungebrochen für Aktien spricht. Warum wir das so sehen, lesen Sie auf den Seiten 4 und 5. Zur Konjunkturlage lautet unsere Einschätzung in Kürze wie folgt: USA ist top, trotz erwarteten Zinserhöhungen. Europa dümpelt im konjunkturellen Niemandsland mit Reformstau dahin, obgleich die Europäische Zentralbank, China und Japan weiterhin für Unterstützung sorgen werden. Asien bleibt der Hoffnungsträger. Ausführlicheres hierzu finden Sie auf den Seiten 8 und 9. Ein besonderes Thema, das wir in dieser Ausgabe aufgreifen oder eher nur streifen, ist der Vorsorgeauftrag nach dem neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrecht. Susanne Kessler von Ins erläutert dieses neue und immer noch wenig bekannte Instrument, welches im Rahmen der persönlichen Vorsorgeplanung sinnvoll eingesetzt werden kann. «Urteilsunfähigkeit» ist zwar nur ein juristischer Fachbegriff; dahinter verbirgt sich aber immer ein ganzes Leben. Die beleuchteten Problemstellungen können jedermann in der einen oder anderen Form treffen. Handlungsbedarf ist daher immer gegeben. Im ersten Schwerpunktthema auf Seite 20 stellen sich unser Präsident des Verwaltungsrates und unser Vorsitzender der Geschäftsleitung Fragen zur Positionierung unserer Bank. Was ist der Anlass für dieses Interview? Die Antwort ist einfach. Wir haben nach vielen Jahren wieder eine Imagebroschüre über unsere Firma erstellt, die wir dieser Ausgabe des Investors beigelegt haben. Diese Gelegenheit wollen wir nutzen, um unser Geschäftsmodell und unsere Anlagephilosophie in den Fokus der Leser zu rücken. Wir zeigen auf, was uns speziell auszeichnet und uns von anderen Banken unterscheidet. Über Rückmeldungen oder Reaktionen zu unserer neuen Broschüre würden wir uns freuen. Das zweite Schwerpunktthema befasst sich turnusgemäss mit einer nicht an einer Börse kotierten Schweizer Firma, für deren Aktie Lienhardt & Partner den ausserbörslichen Handel gewährleistet. Sie kann über uns gekauft und verkauft werden. Die BERNEXPO GROUPE ist als Infrastrukturgesellschaft des Messeplatzes Bern der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt, obwohl ihr Aktionariat über die Kantonsgrenze hinaus breit gestreut ist. Es umfasst rund 800 Institutionen und Privatpersonen. Mehr zu dieser sehr solide und innovativ geführten Firma ab Seite 22. Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser, wünschen wir zum Schluss wie immer eine angeregte Lektüre, besinnliche Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Zürich, 5. Dezember

4 Anlagepolitik ANLAGESTRATEGIE «Disinflation bleibt dominant» Dimitrios Manolidis Chief Investment Officer Überraschungen im 2014 Zu Jahresbeginn wird der Nachrichtenfluss üblicherweise von den neuesten Prognosen der Analysten und Ökonomen geprägt. Die Treffsicherheit von ökonomischen Prognosen ist jedoch auf Grund der komplexen Zusammenhänge und globalen Verflechtungen erfahrungsgemäss bescheiden. Ein kurzer Rückblick zeigt, wo der «Konsens» richtig, respektive falsch lag und welche neuen Trends sich etabliert haben. Für das Jahr 2014 können zwei grosse Überraschungen hervorgehoben werden: einerseits der Preiszerfall des Rohöls und andererseits die Entwicklung an den Obligationenmärkten. Der dramatische Kurseinbruch des Rohölpreises um 30% war nicht erwartet worden. Mehrere Gründe haben eine Rolle gespielt. Der Haupttreiber für diese Preisentwicklung ist das globale Überangebot. Die USA erleben gegenwärtig eine regelrechte «Energie Renaissance». Dank der Fracking-Technologie steigern die USA ihre Ölproduktion stetig. Damit sind sie praktisch energieunabhängig und neben Saudi-Arabien zum grössten sogenannten «Swing Producer» (Ausgleichs-Produzenten) aufgestiegen. Zudem hat Saudi-Arabien überraschend die Preise für US-Kunden gesenkt, um den Marktanteilsverlust abfedern zu können. Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise können schliesslich auch manipulative Eingriffe zur Schädigung Russlands nicht ausgeschlossen werden. Für die Obligationenmärkte dürften viele Marktteilnehmer von tendenziell steigenden Zinsen ausgegangen sein. Nachdem die US-Notenbank Mitte 2013 angekündigt hatte, das Quantitative Easing (QE) sukzessive zu reduzieren, wurde dies als die Trendwende der Zinsenentwicklung angesehen. Im Jahr 2014 erfuhren die Zinsen jedoch stetig neue Tiefststände. Dies hat viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuss erwischt, da noch tiefere Zinsen kaum vorstellbar waren und viele Investoren entsprechend auf kurze Laufzeiten gesetzt hatten. Disinflation bleibt dominant Inflation kann unterschieden werden in die gängige Konsumentenpreis-Inflation sowie die Vermögensinflation. Ein Blick auf erstere zeigt, dass Disinflation dominant bleibt. Die historisch hohe Liquiditätsflut diverser Zentral banken (FED, EZB, Bank of Japan) hat nicht zu einer höheren Inflation geführt im Gegenteil. Auf globaler Basis sind fallende Inflationsraten zu beobachten. Deflationäre Tendenzen scheinen hier die lockere Geldpolitik aufzuheben. Die Preisentwicklung bei Vermögenswerten zeichnet jedoch ein anderes Bild. Dort zeigt sich eine deutliche Anhaltender Abwärtstrend bei Zinsen 10-jähriger Staatsanleihen Dez 2012 März Juni Sep Dez März Juni Sep Dez Schweiz Eurozone USA Japan Quelle: Bloomberg / Lienhardt & Partner Privatbank Zürich 1,200 1,000 0,800 0,600 3,0000 2,5000 2,2923 2,0000 1,5000 0,436 1,0000 0,400 0,310 0,7440 0,5000 4

5 Anlagepolitik ANLAGESTRATEGIE Zunahme der Obligationen-, Aktien- und Immobilienpreise. Insbesondere die Obligationenmärkte stehen auf Rekordständen und stellen eine gefährliche Blase dar. Die Zentralbanken werden sich hüten, die Zinsen unkontrolliert steigen zu lassen, da ein Platzen dieser Obligationen- Blase enorme Verwerfungen mit sich bringen würde. Ob es in der längeren Frist gelingen wird, die grosszügige Liquiditätsversorgung zu reduzieren, ohne grösseren Schaden anzurichten, bleibt offen. Der ehemalige US- Noten bank-chef Alan Greenspan glaubt nach eigener Aussage jedenfalls nicht daran. Für den Moment ist jedoch nicht mit einer abrupten Trendwende zu rechnen, insbesondere aufgrund der anämischen globalen Konjunkturentwicklung. Japan befindet sich in einer Rezession, die Eurozone steht am Rande einer solchen und China zeigt ebenfalls Wachstumsschwächen. Gutes Umfeld für Aktien 4.5% 3.9% 4.0% 3.4% 3.5% 3.2% 3.0% 2.4% 2.5% 2.0% 1.5% 1.0% 0.5% Diese Entwicklungen sprechen weiterhin für schwache Rohstoffpreise. Für Konsumenten und die meisten Unternehmen ist dies positiv. Das deutet, bei weiterhin äusserst grosszügiger Geldpolitik, mittelfristig auf weiteres Aufwärtspotenzial an den Aktienmärkten. Trotz der starken Kursentwicklung an den Obligationenmärkten in den letzten zwei Jahren wurde an den Aktienmärkten mehr verdient. Die Luft für einen Obligationen-Investor wird bei den aktuell tiefen Zinsen immer dünner. Die 10-jährigen Eidgenossen notieren bei 0.3% und kommen der natür- Geschätzte Dividendenrenditen 2015 lichen Untergrenze von 0% näher. Vor diesem Hintergrund steigt der Druck weiter an, über eine Rotation in Aktien nachzudenken. Die Dividendenrenditen sind deutlich höher als die Zinsen. Eine solche Rotation ist nicht eine Frage des «ob», sondern vielmehr des «wann». Von Kapitalflüssen in Aktien dürften insbesondere die USA profitieren. Die positive Konjunkturentwicklung, die erste zu erwartende Zinserhöhung der FED nach vielen Jahren sowie die praktisch erreichte Energieunabhängigkeit und die globale Dominanz im hochinnovativen Technologiesektor ziehen weiteres Kapital an. Dies spricht mittelfristig für eine anhaltende USD-Stärke. Keine Einbahnstrasse Es ist davon auszugehen, dass die anstehende Zinserhöhung in den USA nicht spurlos an den Märkten vorbeigehen wird. Wir rechnen deshalb weiterhin mit erhöhter Volatilität. Auch bleiben diverse geopolitische Risiken wie z.b. die Ukraine-Krise auf der politischen Agenda. Beim aktuell tiefen Ölpreis erscheinen sie jedoch für die Konjunkturentwicklung weniger gefährlich. Der Ölpreis dürfte nur steigen, wenn die OPEC irgendwann doch noch deutliche Produktionskürzungen beschliesst oder die globale Konjunktur spürbar an Fahrt gewinnt. Die von Wachstumssorgen geplagte Eurozone könnte sowohl mit negativen als auch positiven Überraschungen aufwarten. Ein erneutes Aufflammen der «Euro-Krise» ist ebenso möglich wie ein positives Signal, z.b. bei Abschluss des Freihandelsabkommens (TTIP) zwischen der EU und den USA. Hier gilt es wachsam zu bleiben. Aus charttechnischer Sicht hat die kurze aber heftige Korrektur im Oktober unter der Oberfläche einigen Schaden angerichtet. Die überkauften Märkte sowie die schwache Marktbreite sprechen für eine anhaltende Selektivität. Insgesamt erachten wir Aktien als die attraktivste Anlageklasse, wobei mit spürbaren Bewegungen zu rechnen ist. Konsequentes Risikomanagement bleibt deshalb unabdingbar. Wir bleiben in Aktien investiert und favorisieren die USA sowie die Schweiz. Dabei setzen wir auf solide, global gut positionierte Unternehmen. Die Obligationenquote halten wir neutral gewichtet, die Rohstoff-Investments untergewichtet. Dow Jones Industrials DJ Euro Stoxx 50 Swiss Market Index Emerging Markets 0.0% Quelle: Bloomberg / Lienhardt & Partner Privatbank Zürich 5

6 Felix Eidenbenz zum Thema «Die US Notenbank beendet das Quantitative Easing»

7 Anlagepolitik TRENDS & PROGNOSEN Liquidität Die hohe Liquidität bietet Flexibilität. Steigende Volatilität dürfte am Aktienmarkt Chancen eröffnen. Unsere Empfehlung: Wir empfehlen eine leicht erhöhte Liquidität zu halten. Obligationen Die Obligationenmärkte sind teilweise stark überkauft. Wir bevorzugen Europa vor den USA. Zentralbanken und Bankenregulierungen verzerren die Preisfindung. Die Zentralbanken halten das Risiko steigender Zinsen tief. Der auf Verfall gehaltene Anteil an Obligationen darf lange Laufzeiten enthalten. Geldmärkte Monate 12 Monate CHF 0.00 EUR 0.06 GBP 0.55 USD 0.23 JPY 0.11 Obligationenmärkte Monate 12 Monate CHF 0.30 EUR (Deutschland) 0.75 GBP 2.01 USD 2.28 JPY 0.44 Unsere Empfehlung: Wir empfehlen eine neutrale Gewichtung der Obligationenquote. Aktien Die Zentralbanken inflationieren die Aktienkurse. Die Bewertungen sind nicht mehr günstig und die Märkte daher anfällig auf Enttäuschungen. Das charttechnische Bild verlangt kurzfristig nach einer Korrektur. Wir rechnen mit steigender Volatilität und zunehmender Selektivität. Das langfristige Bild spricht weiterhin eindeutig für Aktien. Rückschläge bieten gute Einstiegsgelegenheiten. Risikoadjustiert favorisieren wir den US-Markt. Aktienmärkte Monate 12 Monate SPI Euro Stoxx FTSE S&P Topix MSCI Emerging Markets MSCI World Unsere Empfehlung: Wir empfehlen die Aktienquote neutral zu gewichten. USA und die Schweiz sind unsere favorisierten Märkte. Rohstoffe Ein Überangebot drückt auf die Preise. Der starke USD ist negativ für Rohstoffe. Technische Indikatoren lassen eine Gegenbewegung erwarten. Der Rohstoffkomplex ist als Portfoliodiversifikator interessant, bietet aber wenig absolutes Renditepotential. Gold ist nicht attraktiv. Rohstoffe Monate 12 Monate Rohstoffe (CRB) Gold (Unze) Unsere Empfehlung: Wir empfehlen die Rohstoffquote untergewichtet zu halten. 7

8 Anlagepolitik KONJUNKTUR Made in USA Das Konjunktur- wie auch das Börsenjahr 2014 waren «Made in USA». Ein Label, welches in Zukunft öfters auch wieder bei Industrie- und Konsumgütern anzutreffen sein dürfte. Die USA machen wirtschaftspolitisch vieles richtig die Konjunktur boomt und es ist vorläufig kein Ende des Wirtschaftszyklus in Sicht. Es liegt uns fern, das amerikanische Modell als perfektes Vorbild zu stilisieren. Insbesondere Europa würde es allerdings nicht schaden, sich wirtschafts politisch inspirieren zu lassen. Denn was für einen global synchronen und nachhaltigen Aufschwung weiterhin fehlt, sind Reformen in Europa. In den USA läuft es weiterhin hervorragend. Man darf von einem eigentlichen Boom sprechen. Im laufenden Jahr wurden so viele neue Arbeitsplätze geschaffen wie seit 1999 dem Höhepunkt der Dotcom Euphorie nicht mehr. Diese über 2 Mio. neuen Jobs haben den Arbeitsmarkt stark entlastet. Es sind steigende Reallöhne zu beobachten und in einigen Branchen ist es bereits zu Fachkräftemangel gekommen. Eine Situation, welche teilweise mit der Schweiz vergleichbar ist. Die deutliche Verbesserung der privaten Bilanzen ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Der amerikanische Konsument hat in den vergangenen Jahren seine Schulden nicht nur um durchschnittlich 21% reduziert, sondern auch zu Tiefstzinsen refinanziert. So ist der Schuldendienst von 18% auf 15% des Einkommens gefallen. Das scheint bescheiden, ist aber der tiefste Wert seit über 30 Jahren. Als weiterer Konsumtreiber wirkt der tiefe Benzinpreis. Der seit Jahresanfang um 30% gefallene Rohölpreis hat in den USA, im Gegensatz zur Schweiz, einen direkten und unmittelbaren Einfluss auf die Kaufkraft. Dieses Jahr ist der Preis für Benzin um 15%, seit dem Höchst im Jahr 2008 um 30% gefallen. Als Resultat dieser erfreulichen Entwicklung hat der US Konsument spürbar mehr Geld zur freien Verfügung, die Möglichkeit Schulden aufzunehmen und die Angst vor der Arbeitslosigkeit steht nicht im Vordergrund. Grosszügigen Weihnachtseinkäufen steht also nichts im Wege. Der Grund wieso wir das so betonen ist, dass der US- Konsument rund 15% des globalen BIP ausmacht, etwa gleich viel wie die gesamte Wirtschaftsleistung der Eurozone (inklusive öffentlicher Sektor und Unternehmen). Gemischte Signale aus Europa Aus Europa kommen weiterhin gemischte Signale. Die EZB tut was sie kann, um einen fruchtbaren monetären Rahmen zu schaffen. Die neuesten Aktionen machen aber doch eher einen etwas verzweifelten Eindruck, weil die EZB die tiefgreifenden strukturellen Probleme der Eurozone nicht lösen kann. Wir gehen nicht davon aus, dass ganz Europa wieder in die Rezession abrutschen wird. Eine deutliche Wachstumsbeschleunigung ist aber auch nicht in Sicht. Ein lustloses Wachstum von rund 1% scheint das wahrscheinlichste Szenario für die Eurozone. Der Französische Staat Als negatives Beispiel für die Komplexität der strukturellen Probleme muss einmal mehr Frankreich herhalten. In Frankreich hat die Produktivität über die letzten 50 Jahre massiv abgenommen, ebenso das Wachstum. Der Hauptgrund liegt im aufgeblähten Staat. In Frankreich macht Arbeitslosigkeit ist in der Eurozone viel höher als in den USA oder in England Neu geschaffene Arbeitsplätze pro Jahr in den USA 8 in Tausend Quelle: Bureau of Labor Statistics, Morgan Stanley Research USA Quelle: Eurostat, BLS, ONS Grossbritannien Eurozone 8

9 Anlagepolitik KONJUNKTUR der öffentliche Sektor einen weit überdurchschnittlichen Anteil des BIPs aus, nämlich rund 55%. Der OECD Durchschnitt liegt bei 45%. Dies hat zur Folge, dass 55% der Wirtschaft suboptimal organisiert sind und dass der private Sektor durch zu hohe Steuern, eine zu hohe Regeldichte und zu viel Bürokratie gebremst wird. Die OECD hat z.b. berechnet, dass von den Lohnkosten eines Arbeitsplatzes 67% an den Staat gehen und lediglich 33% an den Lohnempfänger. Der Lohnempfänger bezahlt dann noch Einkommenssteuern auf den 33 %. Dies, in einem Umfeld ohne Wachstum zu ändern, ist sehr anspruchsvoll. Der Staat müsste theoretisch Stellen abbauen, Gesetze streichen und Steuern (auch für Unternehmen und Grossverdiener/Investoren) senken. Dies ist keine dankbare Aufgabe für einen gewählten Politiker. Da Frankreich rund 22% und Italien weitere 16% der Wirtschaftsleistung der Eurozone ausmachen, kann es nicht das Hauptszenario sein, kurzfristig eine Wachstumsbeschleunigung für Europa zu erwarten. Das Signal der Zentralbanken Wir alle erinnern uns an die berühmte Aussage des EZB Ratsvorsitzenden, als er an einer Pressekonferenz sagte, dass er weder die Eurozone noch den Euro auseinanderbrechen lassen werde. Er betonte, dass er «whatever it takes» tun werde. Ausserdem sagte er: «Believe me, it will be enough». Diese Worte haben Wirkung gezeigt. Seither sind die Zinsen für Staatsanleihen hochverschuldeter Staaten wieder auf sehr tiefen Niveaus und fast alle Staaten Europas haben wieder Zugang zum Kapitalmarkt. In Japan geschieht seit einiger Zeit Ähnliches. Die Bank of Japan pumpt enorm viel Geld ins System, um den Wechselkurs des Yen zu drücken und so die Wirtschaft und die Inflation anzukurbeln. Im Gegensatz zu Europa hat aber die Regierung von Shinzo Abe tiefgreifende Strukturreformen angekündigt. Die Chancen für positive Überraschungen aus Japan stehen deutlich besser, als dies in den vergangenen 20 Jahren der Fall war. Emerging Markets dominiert von China und den Rohstoffmärkten Emerging Markets müssen differenziert betrachtet werden. Wichtige Kriterien sind, ob eine reformwillige Regierung an die Macht gekommen ist und ob ein Land Roh stoffimporteur oder Exporteur ist. Asien profitiert von tiefen Rohstoffpreisen und es wurden in vielen Ländern neue, reformwillige Regierungen gewählt. Wir gehen zwar davon aus, dass sich das Wachstum im dominanten China auf 6.5% 7.0% abschwächen wird und trotzdem favorisieren wir Asien innerhalb der Emerging Markets. Denn wir sind überzeugt, dass die chinesische Regierung alles tut («whatever it takes»), um das Wachstum nicht stärker fallen zu lassen. Nur Tage nachdem leicht fallende Häuserpreise aus den wichtigsten chine sischen Städten gemeldet wurden, hat die chinesische Zentralbank überraschend die Leitzinsen gesenkt (erstmals seit zwei Jahren). Wie zufällig hat Draghi am darauffolgenden Tag das Wort ergriffen und nochmals betont, dass er wirklich alles tun werde, um die Inflationsraten zu erhöhen. Inflationiert werden vorderhand die Preise von Kapitalanlagen wie Aktien, Obligationen oder Immobilien. Für den Investor führt nichts an der Frage vorbei, wie sich die Zentralbanken in den nächsten Quartalen verhalten werden. Wird die FED ihre Politik strikt an der amerikanischen Wirtschaft ausrichten? Werden die EZB, die BoJ (Bank of Japan) und die PBoC (Peoples Bank of China) zusammen die globale Liquidität weiter ausweiten können, falls die FED und die BoE (Bank of England) die Schraube anziehen? Bleibt die Vorhersehbarkeit über das Verhalten der Zentralbanken so hoch wie bisher? Moderates Wachstum wie bisher Mit der Perspektive auf ein Quartal können einige relevante Schlussfolgerungen gezogen werden. Sicher ist, dass die Schleusen der Zentralbanken weit offen bleiben. In Europa werden wahrscheinlich keine politisch schwierigen und wegweisenden Entscheide gefällt. Die Wachstumsraten der grossen Wirtschaftsblöcke werden positiv ausfallen, aber keine entscheidende Beschleunigung erfahren. Aufgrund der verbrei teten Skepsis dürften die Unternehmensgewinne weiterhin positiv überraschen. Unser Hauptszenario eines globalen, moderaten Wachstums bleibt intakt. 9

10 Felix Eidenbenz zum Thema «Europa bremst die Weltwirtschaft»

11 Anlagepolitik OBLIGATIONEN Europäische Deflationstendenzen Die anhaltenden Deflationstendenzen in Europa erhöhen den Druck auf die EZB für weitere Massnahmen. Die Kerninflation ist im vergangenen Oktober auf einen historischen Tiefststand von 0.7% gefallen. Auch die Inflationserwartungen zeigen nach unten. EZB-Chef Mario Draghi hat in seiner Rede am Frankfurter Bankkongress vom 21. November 2014 nochmals betont, dass die EZB alles Notwendige tun wird, um die Inflation und die Inflationserwartungen so schnell wie möglich zu erhöhen. Wie im Konjunkturteil näher beschrieben, rechnen wir damit, dass sich Europa noch für Jahre in einem historischen Tiefzinsumfeld befinden wird. Seit Anfang November 2014 kauft die EZB Covered Bonds. Bis zum 19. November 2014 wurden solche Papiere im Umfang von EUR 10.5 Mrd. erworben. Seit dem 21. November 2014 kauft sie nun auch Kreditverbriefungen, sogenannte ABS (asset backed securities). Die neuen Massnahmen zielen darauf ab, Kredite an Nicht-Finanzunternehmen zu vergünstigen und damit die Kredit vergabe zu begünstigen. Das Ziel der EZB, für tiefere Zinsen innerhalb der Eurozone zu sorgen, wurde bereits erreicht und wird weiter kompromisslos verfolgt. Weitere Verflachung der Zinskurve Die weltweiten Massnahmen der Notenbanken lassen die Renditen unaufhörlich weiter fallen. So notieren beispielsweise die Renditen von europäischen und japanischen Staatsanleihen auf immer neuen historischen Tiefstständen. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe von Spanien notierte Ende November bei unter 2%, diejenige von Italien bei knapp über 2% und das deutsche Pendant bei unter 0.8%. Wir sehen kein Ende dieser Tendenz und rechnen damit, dass sich diese Entwicklung vorderhand fortsetzen wird. Somit dürfte das lange Ende der Zinskurve weiter fallen (siehe Grafik). Aufgrund dieser starken Verflachung der Zinskurve entwickeln sich die Preise der kurzlaufenden Obligationen (kürzer 4 Jahre) teilweise rückläufig, während die längeren Laufzeiten in den vergangenen Monaten deutliche Preissteigerungen verzeichnen konnten. Seit Sommer erhöhen wir die durchschnittliche Duration schrittweise durch selektive Zukäufe von Unternehmensanleihen mit längeren Laufzeiten. Mittels Staffelung der Fälligkeiten erreichen wir die gewünschte Zielduration, welche aktuell moderat kürzer als die unsere Benchmark ist. Wir bevorzugen nach wie vor Unternehmensanleihen mit einem Rating von mindestens Investment Grade (BBB-) und investieren bewusst nicht in Staatsanleihen. In diesem stark manipulierten Zinsumfeld empfehlen wir Obligationen-Investoren eine durchschnittliche Duration von mindestens 4 bis 5 anzustreben, um Preisverluste zu vermeiden. Verflachung der Zinskurven weltweit J 5J 8J 11J 15J 20J 25J 25J 30J 40J 50J Schweiz (CHF) Spanien (EUR) Japan (JPY) US Dollar Swaps Deutschland (EUR) Italien (EUR) Grossbritannien (GBP) Quelle: Bloomberg / Lienhardt & Partner Privatbank Zürich AG Empfehlungen Regionen & Länder Gewichtung Taktik vs. BM 1 Duration BM Duration Strategie vs. BM Schweiz Neutral 6.63 Jahre moderat kürzer Europa Übergewicht 6.16 Jahre moderat kürzer Schwellenländer Untergewicht 6.40 Jahre moderat kürzer 1 BM Benchmark 11

12 Anlagepolitik AKTIEN Stabiles Fundament Das Fundament für Investitionen in Aktien ist je nach Markt mehr oder weniger stabil. Die Gewinne der Unternehmen steigen, die Erwartungen an die Gewinne werden übertroffen, die Bewertungen sind nicht zu hoch und im wichtigsten Markt USA überraschen auch die Konjunkturdaten positiv. Zentralbanken treiben Je mehr die Zentralbanken intervenieren, desto weniger stark beeinflussen Fundamentaldaten den Verlauf der Aktienmärkte. Wie im Konjunkturteil erwähnt, versuchen die Zentralbanken mit aller Macht, Wachstum und I nfl a t i o n zu stimulieren. Bei der Vermögensinflation hat das bereits gut funktioniert. Als Investor ist es meistens unklug, sich gegen den Strom zu stellen, insbesondere wenn der Fluss Hochwasser führt. So lange alle relevanten Zentralbanken dieser Welt die Liquiditätszufuhr so hoch lassen, werden Aktienkurse nicht signifikant fallen. Zudem spricht auch aus konjunktureller Sicht wenig für ein Ende des Bullmarktes. Aufwärtsrisiken der EU Politik Da es aber eindeutig ist, in welche Richtung die Politik gehen muss, bestehen nicht zu unterschätzende Aufwärtsrisiken. Sobald erste politische Reformschritte erkennbar werden, könnten die europäischen Aktienmärkte mit einer intensiven Bewegung nach oben reagieren. In den Aktienindizes vieler Schwellenländer wurde bereits viel (Reform-)Fantasie eingepreist. Nun müssen die neuen Regierungen Resultate liefern. Mit dem Näherkommen des ersten Zinsschrittes der FED steigt ausserdem das Risiko grösserer Geldabflüsse aus Emerging Markets Aktien und damit einhergehenden Kurskorrekturen. Die PBoC, die BOJ und die EZB werden jedoch ver suchen dies auszugleichen, indem sie den Markt mit Liquidität versorgen. Auf der Sektorenebene erwarten wir weiterhin das grösste Potential im Technologiesektor. Innerhalb des Sektors bevorzugen wir Titel, welche vom Endkonsumenten profitieren. Unsere beiden weiteren favorisierten Sektoren sind Gesundheit und Nicht-zyklischer Konsum. Unter dem fallenden Ölpreis haben die Aktienkurse des Energiesektors stark gelitten. Es wurden Projekte zurückgestellt und Investitionen reduziert. Das traf den Ölausrüstungs- und den Ölservicesektor besonders hart. Entsprechend tief sind die Bewertungen. Wir erachten es als unwahrscheinlich, dass der Ölpreis nochmals signifikant und nachhaltig tiefer notiert. Der Energiesektor mit seinen sehr ansprechenden Dividendenrenditen könnte einer der überraschend gut rentierenden Sektoren im Jahr 2015 sein. Unsere Portfolios waren bisher kaum in diesem Sektor investiert dies könnte sich ändern. Positionierung Wir sind mit einer neutralen Aktienquote investiert. Dabei fokussieren wir stark auf striktes Risikomanagement indem wir verlusttragende Positionen früh verkaufen. Die technische Analyse ist ein sehr probates Hilfsmittel um diese Strategie konsequent umzusetzen. Der Wermutstropfen dieser Strategie ist, dass je höher die Volatilität in einem steigenden Markt, desto grösser das Risiko, dass das Markttiming leidet. Es lässt sich kaum vermeiden, dass die Portfolios im langen volatilen Aufwärtstrend einmal von einer Kursrally nicht im vollen Ausmass profitieren, weil nahe des letzten Tiefpunktes eine kapitalschützende Reduktion der Aktienquote vorgenommen wurde. Diese Opportunitätskosten nehmen wir in Kauf, um in einer grösseren Korrektur die Verluste stark zu begrenzen. Kapitalerhalt ist immer wichtiger als Rendite. Empfehlungen Regionen & Länder Gewichtung Taktik vs. BM 1 Bevorzugte Sektoren/Regionen & Länder (nach Priorität) Schweiz Leichte Übergewichtung Gesundheit, Versicherungen, Technologie Europa Untergewichtung Gesundheit, Nicht-zyklische Konsumgüter, Versicherungen USA Starke Übergewichtung Technologie, Gesundheit, Nicht-zyklische Konsumgüter Schwellenländer Leichte Untergewichtung Asien 1 BM Benchmark 12

13 Anlagepolitik ROHSTOFFE Preiszerfall im Erdöl Seit Anfang Juli 2014 hat der Erdölpreis bereits einen Drittel seines Wertes eingebüsst. Was sind die Gründe für die Talfahrt und wird der Preis zerfall des Erdöls noch weitergehen? Das Hauptargument für den Preiszerfall des Erdöls sehen wir nach wie vor im Überangebot. Neben den herkömmlichen Erdölproduzenten gesellen sich mit den USA (US Shale) und Kanada (Oil Sands) zwei weitere wichtige Anbieter hinzu, welche sich allerdings unkonventionellen Erdölförderungen bedienen. Kommt hinzu, dass der wiedererstarkte Irak seine Förderquote jährlich steigern kann. In der OPEC-Statistik ( Organisation erdölexportierender Länder) wurde diese Quote jedoch seit einiger Zeit nicht mehr berücksichtigt. Des Weiteren könnte auch die im Herbst aufkeimende Angst einer global konjunkturellen Abschwächung Druck auf den Erdölpreis ausgeübt haben. Zu guter Letzt darf auch die Saisonalität nicht ausser Acht gelassen werden. Sind die Sommermonate doch eher negativ für den Erdölpreis. Im Gegensatz zu den Verbrauchern dürfte die OPEC langfristig nicht an einem so tiefen Preis interessiert sein. Die Spekulationen, dass die OPEC tiefe Preise wolle, um den neuen Konkurrenten zu schaden, sind kaum zutreffend. Die Produktionskosten der unkonventionellen Fördermethoden sind aufgrund des technischen Fortschrittes stetig gesunken. Es müsste ein Preis von US-Dollar anvisiert werden, was wohl kaum das Ziel der OPEC sein kann. Eine Möglichkeit, den Zerfall zu stoppen, könnte in der Drosselung der Fördermenge liegen. Doch das ist nicht so einfach. Die Produzenten hätten gerne höhere Preise. Dafür müssten sie die Produktion reduzieren, wozu jedoch keiner gewillt ist. Jeder Staat verfolgt seine eigenen Interessen und würde gerne seine Marktanteile ausweiten. So kommt es, dass selbst mit einem solchen Beschluss im Jahr 2015 nicht sichergestellt wäre, dass sich alle Länder daran halten würden. Denn die Disziplin der OPEC-Mitglieder nimmt stetig ab. Quotenänderungen in grösserem Ausmass brauchen zudem etwa 3 Monate, bis sich ihre Wirkung entfaltet. Was sind also mögliche Auslöser, die den Ölpreis stützen respektive wieder nach oben treiben könnten? Eine tatsächliche Eindämmung der Förderquote der OPEC könnte sich mittelfristig, trotz Bedenken der Durchführbarkeit, positiv auf den Erdölreis auswirken. Auch die zurzeit vernachlässigten geopolitischen Risiken könnten wieder in den Vordergrund treten. Libyen hat nach wie vor keine intakte Regierung. Dies führt zu Intransparenz und erschwerten Bedingungen bezüglich der Prognostizierbarkeit und Koordination der Fördermenge. Was zur Folge hat, dass die Produktion volatiler wird und womöglich den Preis nach oben treiben könnte. Zu guter Letzt spielen auch beim Erdöl die Zentralbanken eine gewisse Rolle. Die chinesische Zentralbank beispielsweise senkte jüngst die Leitzinsen, um die Konjunktur zu stabilisieren. Auch die EZB wird mit ihren Programmen weiter versuchen, die Wirtschaft zu stützen. Sollten die Pakete ihre Wirkung entfalten und die Volkswirtschaften stärker wachsen, dürfte sich dies langfristig aufgrund der steigenden Nachfrage positiv auf den Erdölpreis auswirken. Gold verliert weiter an Glanz Gold hat seit seinen Höchstständen im Jahr 2011 rund 37 % seines Wertes in USD verloren. Darüber hinwegtrösten konnte auch die kurzfristige technische Gegenbewegung nicht. Der einstige «Safe-Haven» konnte seinem Ruf nicht gerecht werden und hat sich als schlechte Werterhaltungsanlage herauskristallisiert. Gründe dafür gibt es viele. Die temporäre Eindämmung der Euro-Krise, das Auslaufen des QE (Quantitative Easing) in Amerika und der wiedererstarkte US-Dollar sind nur die wichtigsten Punkte. Wir haben uns bereits vor einigen Wochen gänzlich vom gelben Metall getrennt und sehen auch für die nahe Zukunft keine nennenswerten Gründe, die für ein Engagement sprechen. Ebenso dürfte der gesamte Rohstoffsektor angeschlagen bleiben und bedarf für höhere Kurse einer starken Belebung der Weltwirtschaft. Prognostizierte OPEC-Fördermengen Quelle: OPEC World Outlook / Morgan Stanley 13

14 Anlagepolitik PORTFOLIO-STRUKTUREN REFERENZWÄHRUNG CHF 1.QUARTAL 2015 Taktische Asset Allocation in Prozenten Konservativ Übergewicht 1 Untergewicht 1 Rohstoffe 3.0 % Liquidität 7.0 % Anlagekategorien CHF EUR USD EM TOTAL Aktien 25.0 % Liquidität Obligationen Aktien Rohstoffe Total Obligationen 65.0 % Taktische Asset Allocation in Prozenten Ausgewogen Rohstoffe 3.0 % Liquidität 7.0 % Anlagekategorien CHF EUR USD EM TOTAL Liquidität Obligationen Aktien 50.0 % Obligationen 40.0 % Aktien Rohstoffe Total Taktische Asset Allocation in Prozenten Aktien Liquidität 10.0 % Anlagekategorien CHF EUR USD EM TOTAL Liquidität Aktien Total Aktien 90.0 % 1 Veränderungen Die farblich gekennzeichneten Veränderungen der Anlagestruktur sind taktischer Natur. Veränderungen aus Konsistenzgründen werden nicht angezeigt. Aufgrund der neuen Struktur, kennzeichnen wir in dieser Ausgabe die Abweichungen relativ zur Strategie. Grau entspricht einem Übergewicht, Beige einem Untergewicht. 14

15 Bezug ab Dezember 2015 Vier exklusive Villen in Aesch, ZH Zimmer m² Nettowohnfläche Die Villen sind eingebettet in eine idyllische, parkähnliche Umgebung an der Haldenstrasse 46a-d in 8904 Aesch. Umgeben von Bauernhöfen und Einfamilienhäusern, präsentieren sie sich sehr ruhig gelegen inmitten von Wiesen und Feldern, mit herrlichem Blick ins Grüne. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Gerne stehen wir Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung. Lienhardt & Partner Privatbank Zürich AG IMMOBILIEN-GALERIE Tel Mail: 15

16 Anlagepolitik EMPFEHLUNGEN AKTIEN & AKTIENFONDS NACH REGIONEN Schweiz ABB CH CHF Halten DKSH CH CHF Kaufen EMMI CH CHF Halten KABA CH CHF Kaufen KUEHNE & NAGEL CH CHF Kaufen LEONTEQ CH CHF Kaufen LOGITECH CH CHF n.a. 2.5 Kaufen NESTLE CH CHF Halten NOVARTIS CH CHF Kaufen PARTNERS GROUP CH CHF Kaufen ROCHE CH CHF Kaufen SCHINDLER CH CHF Kaufen SFS GROUP CH CHF n.a. 2.6 Kaufen STRAUMANN CH CHF Halten SWISSCOM CH CHF Kaufen SWISS RE CH CHF Kaufen U-BLOX CH CHF Kaufen ZURICH INSURANCE GROUP CH CHF Kaufen AMG SUBSTANZWERTE SCHWEIZ CH CHF n.a. Kaufen Europa BAYER DE EUR Kaufen BRITISH AMERICAN TOBACCO GB GBp Halten DELHAIZE GROUP BE EUR Kaufen ERICSSON SE SEK Kaufen INDITEX ES EUR Kaufen INGENICO FR EUR Kaufen MUENCHENER RUECKVERSICHERUNG DE EUR Kaufen RECKITT BENCKISER GB GBp Halten TOTAL FR EUR Halten VODAFONE GB GBp Kaufen LYXOR ETF STOXX HEALTH CARE EU EUR n.a. Halten COMSTAGE ETF STOXX INSURANCE EU EUR n.a. Kaufen USA AMERICAN TOWER US USD Kaufen APPLE US USD Kaufen DANAHER US USD Kaufen GOOGLE US USD n.a Halten HOME DEPOT US USD Kaufen INTEL US USD Kaufen MICROSOFT US USD Kaufen NIKE US USD Kaufen PROCTER & GAMBLE US USD Kaufen UNION PACIFIC US USD Kaufen VF CORP US USD Kaufen WABTEC US USD Kaufen WAL-MART STORES US USD Kaufen WALT DISNEY US USD Kaufen SOURCE ETF US CONSUMER STAPLES US USD n.a. Kaufen SOURCE ETF US HEALTH CARE US USD n.a. Kaufen SOURCE ETF US TECHNOLOGY US USD n.a. Kaufen SOURCE ETF US ENERGY US USD n.a. Kaufen Schwellenländer Land/ Währung Kurs Performance P/E-Ratio Dividenden- Markt- Empfehlung Region YTD Rendite kapitalisierung GAM STAR NORTH SOUTH EM EM USD n.a. Halten DB X-TRACKERS MSCI EM ASIA EM USD n.a. Halten Das Anlageuniversum der Anlagekategorie Aktien und Aktienfonds der Lienhardt & Partner Privatbank Zürich AG umfasst die Anlageregionen Schweiz, Europa, Grossbritannien, USA, Japan und Übrige (Schwellenländer, Pazifik ex Japan, Non-EUR Länder ex GB). Die Empfehlungen sind per angegebenen Stichtag gültig, können jedoch jederzeit und ohne vorgängige Ankündigung ändern. 16

17 Anlagepolitik TECHNISCHE ANALYSE AKTIEN IM FOKUS Logitech Die Kursentwicklung von Logitech zeigt eine grosse Tassenformation (cup & handle). Das minimale Preisziel dieser Formation liegt bei CHF 25. Allerdings braucht es hierfür zuerst einen überzeugenden Ausbruch über den wichtigen Widerstand von CHF 15. Eine Kauflimite über diesem Niveau ermöglicht es von einem allfälligen Ausbruch zu profitieren. Bis dahin bleibt die Aktie jedoch in Lauerstellung. Das sich zunehmend verbessernde Momentum stimmt für einen mittelfristigen Ausbruch positiv Münchener Rückversicherung Die Aktie der Münchener Rückversicherung hat nach einer 10-jährigen Seitwärtsphase den Ausbruch über EUR geschafft. Je länger eine solche Konsolidierungsphase 250 dauert, umso kräftiger ist in der Regel der Ausbruch. Die Aktie scheint sich jedoch auf dem Weg zum minimalen Preisziel von EUR 220 Zeit zu lassen. Dies ist auch am anämischen Momentum zu sehen. So lange der Titel über EUR 145 notiert, bleibt das Kursbild positiv und spricht für weitere Kursgewinne Wal-Mart Der lange Chart von Wal-Mart zeigt im Jahr 2012 einen Ausbruch der Aktie aus einer 12-jährigen Konsolidierungsphase. Das anvisierte Preisziel liegt bei USD 100. In den letzten zwei Jahren hat der Titel diesen Befreiungsschlag in einem symmetrischen Dreieck verdaut. Solche Forma - tionen sprechen für eine Fortsetzung des vorangehenden Trends. Kürzlich ist die Aktie aus diesem Dreieck ausgebrochen und dürfte damit weiter nach oben tendieren. Das Momentum bleibt für Wal-Mart ebenfalls unterstützend Aktienkurs Momentum-Indikator Quelle: Bloomberg / Lienhardt & Partner Privatbank Zürich 17

18 Vorsorge SELBSTBESTIMMUNG TROTZ GESCHÄFTSUNFÄHIGKEIT DER VORSORGEAUFTRAG IM PRIVATEN RISIKOMANAGEMENT «Besondere Bedeutung gewinnt der Vorsorgeauftrag für vermögende Menschen mit Liegenschaftenbesitz, für Alleinstehende und für unverheiratete Paare.» lic.iur. Susanne Kessler von Ins Unabhängige Beraterin, Pfäffikon SZ Ein Bekannter erzählte mir kürzlich von einem langjährigen Freund, der in fortgeschrittenem Stadium demenzkrank ist. Er hatte von seiner Gattin ein internationales Firmenimperium geerbt. Es ging um die Frage einer geeigneten Anschlusslösung nach dem Aufenthalt im Akutspital. Seine Kinder waren unterschiedlicher Meinung. Einer der Söhne plädierte für ein Heim, während eine Tochter die Pflege zu Hause vorzog. Der Gerontopsychiater, der den Entscheid zu verantworten hatte, machte angesichts des Streits zwischen den Nachkommen eine Gefährdungsmeldung an die «Kindes- und Erwach senenschutz behörde» (KESB). Da kein Vorsorgeauftrag vorlag, traf die Amtsstelle interdisziplinäre Abklärungen über den Gesundheitszustand, die Familien- und Vermögenssituation des Mannes. Man kam zum Schluss, dass die vorhandenen Betreuungsressourcen bei Unterbringung zu Hause besser genutzt werden konnten. Aufgrund des Schwächezustandes und der Schutzbedürftigkeit des Patienten wurde eine Beistandschaft errichtet. Ein Sohn stellte sich als Beistand zur Verfügung, was die KESB jedoch unter Hinweis auf Interessenkonflikte ablehnte. Die Berufsbeistände ihrerseits waren angesichts der komplexen Vermögenssituation überfordert. Die KESB beauftragte daraufhin einen Rechtsanwalt mit der Erstellung des Inventars als Grundlage der Vermögensverwaltung. Seither reist er zum Anwaltstarif von Firmensitz zu Firmensitz um die Welt. Nach dem standardisierten Verfahren wird das Mandat des Vermögensverwalters aufgehoben. Sämtliche Bankeinlagen müssen zur Kantonalbank transferiert werden. Alle Anlagen, die nicht der «Verordnung des Bundesrates über die Vermögensverwaltung im Rahmen einer Beistandschaft» (VBVV) entsprechen, werden liquidiert und entsprechend dem staatlich verordneten Korsett neu angelegt. Hätte der Kunde vor seiner Erkrankung einen Vorsorgeauftrag verfasst, wäre es nicht zu diesem langwierigen und kostenintensiven Prozess gekommen. Seit zwei Jahren ist das neue Erwachsenenschutzrecht in Kraft. Es hat das über 100-jährige Vormundschaftsrecht abgelöst. Der Gesetzgeber verfolgte dabei das Ziel, Privatautonomie und Familiensolidarität zu stärken. Aus den Vormundschaftsbehörden wurden professionelle Fachbehörden (KESB). Diesen gehören Juristen, Sozialarbeiter, Pädagogen und Psychologen, aber keine Vermögensverwalter an. Sie haben keine Erfahrung, wie mit grösseren Vermögen umzugehen ist. Der Vorsorgeauftrag bietet Schutz für die Zeit der Hilfsbedürftigkeit. Er ist ein geeignetes Mittel, um die Kontinuität der Vermögensbewirtschaftung bis zum Tod sicherzustellen. Besondere Bedeutung gewinnt er für vermögende Menschen mit Liegenschaftenbesitz, für Alleinstehende und für unverheiratete Paare. Mit dem Vorsorgeauftrag kann die Errichtung einer Beistandschaft verhindert werden. Die Behörde hat somit keine Möglichkeit, die gewachsenen Vertrauensbeziehungen zur Bank, zum Vermögens- und Liegenschaftenverwalter in Frage zu stellen. Zweckmässig abgefasst ist der Vorsorgeauftrag ein effizientes, ressourcenschonendes Instrument des privaten Risikomanagements. Er schützt vor bürokratischen Reibungsverlusten. Nutzen wir die neuen Gestaltungsmöglichkeiten des Vorsorgeauftrags, solange wir munter und entscheidungsfreudig unterwegs sind. 18

19 SCHWERPUNKT In eigener Sache eine Standortbestimmung Nebenwerte im Fokus Firmenportrait BERNEXPO GROUPE

20 Schwerpunkt IN EIGENER SACHE EINE STANDORTBESTIMMUNG Christian Lienhardt Präsident des Verwaltungsrates Dr. Duri Prader Vorsitzender der Geschäftsleitung Lienhardt & Partner Privatbank Zürich AG hat eine neue Firmenbroschüre erstellt, die dieser Ausgabe des Investors beiliegt. Hat sich die Bank verändert? Christian Lienhardt: Die Antwort lautet ja und nein. Als unabhängige und äusserst solid finanzierte Bank leben wir unsere Grundwerte Ehrlichkeit, Leistung und Respekt bei allem, was wir tun und das schon sehr lange. Unser Leitsatz lautet daher auch: Im Dienste Ihres Vermögens. Seit Wir verstehen uns als Treuhänder und unabhängiger Berater des Kunden, nicht als Verkäufer. Das ist, was gleich geblieben ist. Was hat sich denn verändert? Duri Prader: Verändert hat sich über die letzten Jahrzehnte die Zusammensetzung des Vermögens von uns Schweizern. Nach wie vor bestehen private Guthaben zu einem wesentlichen Teil aus Bankvermögen und Immobilien. Auf diesen beiden Gebieten waren und sind wir seit jeher tätig. Seit 1985 das BVG Obligatorium eingeführt worden ist, binden aber die Vorsorgegelder einen immer grösseren Teil des Sparkapitals. Wir sind alle bis zu einem gewissen Grad zu bevormundeten Sparern geworden. Aus diesem Grund widerspiegeln nun drei Bereiche in unserem Geschäftsmodell diese Vermögensaufteilung: Private Banking, Immobilien sowie neu Vorsorge. Wie lässt sich Ihr Dienstleistungsangebot in diesen Bereichen umschreiben? Christian Lienhardt: Im Private Banking bieten wir Vermögensverwaltungsmandate, Anlageberatung und Hypotheken an sowie als Spezialität den Handel mit nicht kotierten Schweizer Aktien. Im Immobilienbereich sind wir tätig als Immobilienverwalter und bewirtschaften unsere eigenen Renditeliegenschaften. Darüber hinaus betreiben wir im Raum Zürich einen exklusiven Immobilienmakler und offerieren Dienstleistungen als Bauherrentreuhänder. «Als unabhängige und äusserst solid finanzierte Bank leben wir unsere Grundwerte Ehrlichkeit, Leistung und Respekt.» Im Vorsorgebereich bieten wir insbesondere Kunden von grossen Versicherungen die komplette Abwicklung von Bankdienstleistungen an, führen Vorsorgestiftungen und bieten mit unseren Partnern für Freizügigkeitsguthaben sowie Säule 3a Gelder individuelle Anlagestrategien an. Dieses umfassende Angebot ist ziemlich einmalig in der Schweiz. Wie unterscheiden Sie sich aber in den klassischen Bereichen des Private Bankings und der Immobiliendienstleistungen von den zahlreichen Mitbewerbern? Duri Prader: Wir können in wenigen Worten skizzieren, was uns als Anbieter in diesen Dienstleistungen auszeichnet. Beginnen wir beim Private Banking: Wir verfolgen eine leicht verständliche und transparente Anlagephilosophie, agieren immer aus der Sicht eines Schweizer Anlegers und machen nie Experimente. Das lehrt uns die Erfahrung. Unser kompromissloses Risikomanagement hat sich in der Vergangenheit bezahlt gemacht. 20

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