Sozialrendite kommunaler

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1 Sozialrendite kommunaler Wohnungsunternehmen 24. Juni 2011 Dr. Oliver Rottmann Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse Dr. Oliver Rottmann Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse 1

2 Gliederung des Vortrags: öffentliche Unternehmen Daseinsvorsorge externe Effekte kommunale Wohnungswirtschaft Konzept der Sozialrendite Beispiel zur Sozialrendite Dr. Oliver Rottmann Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse 2

3 Bedeutung öffentlicher Unternehmen Instrument staatlicher Leistungserbringung kein diametraler Gegenpol zur marktwirtschaftlichen Ordnung kein ordnungspolitisch konträres Konzept ergänzender Teil dualer Wirtschaftsordnung Funktionsweise Bindeglied zwischen Markt und Staat Beseitigung funktionaler Mängel des marktwirtschaftlichen Systems Sachzielorientierte Aufgabenwahrnehmung mit allokativer Funktion Erfüllung öffentlicher Aufgaben dienen dem allgemeinen gemeinschaftlichen Wohl (Daseinsvorsorge) Dr. Oliver Rottmann Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse 3

4 Daseinsvorsorge öffentlicher Unternehmen Begriffsinhalt: Leistungen, über den individuellen Nutzen eines Einwohners hinaus Sicherung der Lebensqualität aller Bürger Sicherung der gesellschaftlichen Entwicklung Güter, welche flächendeckend zu politischen Preisen anzubieten sind Begünstigung einer Monopolisierung der anbietenden Marktseite durch deren technischen Produktionsbedingungen Bereiche: reine Sozialstaatsrealisierung 1 illiberaler Charakter Art EG-Vertrag Abwasserentsorgung Abfallwirtschaft Verwirklichung der Grundrechte 2 Wasser- und denergieversorgung Öffentlich-rechtliche Bindungen [1997: Amsterdamer Vertrag] Dienstleistungen i t von allgemeinem Interesse bilden einen unverzichtbaren Bestandteil des europäischen Gesellschaftsmodells. Krankenhäuser Sparkassen Museen/Theater öffentlicher Garantstellung Personennahverkehr des Staates (Eigenproduktion Schulen vs. Wettbewerb) Altenheime 1 Vgl. Ronellenfitsch (2005), 2 Vgl. ebenda. S Dr. Oliver Rottmann Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse 4

5 Daseinsvorsorge öffentlicher Unternehmen Begriffsinhalt: nach Forsthoff [1938] Leistungen, Abhängigkeit über des den Bürgers individuellen von öffentlichen Nutzen eines Versorgungsleistungen Einwohners hinaus Sicherung keine wirtschaftspolitische der Lebensqualität Bedeutung aller Bürger des Wettbewerbs Sicherung der gesellschaftlichen Entwicklung Widerspruch zu heutigem Begriff Güter, welche flächendeckend nur zu politischen Preisen anzubieten sind Begünstigung einer Monopolisierung der anbietenden Marktseite durch deren technischen A-Priori-Dualismus: Produktionsbedingungen Umfang der Steuerung öffentlicher Aufgaben & öffentlicher Unternehmen je nach kommunaler Zielsetzung reine Sozialstaatsrealisierung 1 liberaler Charakter 1 Verwirklichung der Grundrechte öffentlich-rechtliche Bindungen Garantenstellung des Staates (Eigenproduktion vs. Wettbewerb) 1 Vgl. Ronellenfitsch (2005), S Dr. Oliver Rottmann Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse 5

6 Wirtschaftliche Anreize öffentlicher Unternehmen Aufgabenwahrnehmung die die Privatwirtschaft nicht übernehmen will die die Privatwirtschaft nicht effizient bereitstellen kann Hintergründe technische Marktgegebenheiten Meritorisierung (Sachziel- vs. Formalzieldominanz) Lückenbüßerfunktion nach T. THIEMEYER: fehlende betriebswirtschaftliche Anreize zur qualitativen & quantitativen i Bereitstellung solcher Leistungen durch Privatunternehmen Dr. Oliver Rottmann Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse 6

7 Wirtschaftliche Anreize öffentlicher Unternehmen Externe Effekte: = Auswirkung wirtschaftlicher Aktivität, die nicht dem Verursacher zurechenbar ist Negative negative Externe externe Effekte Effekte Rechtfertigung staatlicher Eingriffe iff (in den Preismechanismus) aus Effizienzgründen z.b. in Umwelt-, Sozialpolitik Positive positive Externe externe Effekt Effekte Generierung zusätzlichen positiven ii Nutzeneffekts auf Dritte Problem: keine adäquate Berücksichtigung des Effekts im Marktpreis fehlender Anreiz zum Leistungsangebot z.b. Pflege des städtischen Erscheinungsbildes, Stadtentwicklung Dr. Oliver Rottmann Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse 7

8 Kommunale Wohnungswirtschaft kommunale Externe Wohnungsgesellschaften Effekte: betriebswirtschaftliche sowie soziale und gemeinnützige Sichtweise auf den Markt Beispiele: Generierung einer Sozialrendite : = Wohnungsvermietung positiver externer Effekt an auf einkommensschwache das Wohnumfeld bzw. auf die gesamte Bevölkerungsschichten Kommune Vermeidung von Segregationseffekten in Quartieren Motivation: Bereitstellung von Einrichtungen zur quartiersspezifischen Nutzung betriebswirtschaftlicher Erfolg Maßnahmen Daseinsvorsorge: zur Steigerung Dauerhafte der Erhaltung Lebensqualität der Wohnverhältnisse in der gesamten nachhaltige Stadt Entwicklung und Substanzerhaltung/Substanz- spezifische erweiterung Serviceleistungen des Wohnumfeldes Formalziele (Gewinnmaximierung, Umsatzziele, Kapitalrenditen) Dr. Oliver Rottmann Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse 8

9 Konzepte zur Berechnung von Mehrwerten Konzept der Sozialrendite Was ist Sozialrendite? Hintergrund: Konzept der nachhaltigen Entwicklung (Hintergrund: Privatisierungsdruck) Corporate Social Responsibility (CSR) Induzierung positiver oder Vermeidung negativer externer Effekte Meritorisierung Konzept der Triple Bottom Line: + betriebswirtschaftlicher Erfolg sozialer Erfolg klassische Rendite Sozialrendite + ökologischer Erfolg ökologische Rendite = Unternehmenserfolg Stadtrendite Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse Dr. Oliver Rottmann 9

10 Konzepte zur Berechnung von Mehrwerten Konzept der Sozialrendite unternehmerische Ziele betriebswirtschaftlich sozial ökologisch GuV Renditen?? Marktanteile möglichst vergleichbare Messkonzepte Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse Dr. Oliver Rottmann 10

11 Konzepte zur Berechnung von Mehrwerten Konzept der Sozialrendite unternehmerische h Rechtfertigung ti der Berechnung einer Sozialrendite: erweiterte Unternehmensziele (v.a. in öffentlicher Eigentümerschaft) unternehmerischer Erfolg wird durch die betriebs- wirtschaftlichen Kennzahlen nicht vollständig abgebildet Berechnung der Sozialrendite fasst die vielfältigen Aktivitäten ität der Unternehmen im sozialen Bereich zusammen griffige g Kommunikation nach innen und außen Fortschreibung möglich Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse Dr. Oliver Rottmann 11

12 Studien zur Mehrwertberechnung Abgrenzung Anpassung des der Systems Sozialrendite für die nach Studie SCHWALBACH der VSWG/ Leipziger Plattform des Kompetenzzentrums Folgewirkungen (Steuermehreinnahmen, Kostenvermeidung, Ökologie) soziale Aktivitäten im Wohnumfeld betriebswirt- schaftlicher Erfolg Mitglieder- rendite Sozialrendite 1 Sozialrendite 2 Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse Dr. Oliver Rottmann 12

13 Studien zur Mehrwertberechnung Anpassung des Systems für die Studie der KoWo Erfurt des Kompetenzzentrums soziale Aktivitäten und andere positive Wirkungen im Wohnumfeld zusätzliche Leistungen für die Mieter betriebswirtschaftlicher Erfolg Mieterrendite Sozialrendite Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse Dr. Oliver Rottmann 13

14 Methodik für die Studie der KoWo Erfurt Erforderliche Abgrenzung aus drei Perspektiven: zeitlich räumlich sachlich 1 Jahr 2010 Erfurt nachvollziehbare, belastbare und messbare Komponenten Bewertungsansätze Personalaufwand (standardisierter di i t Kostensatz t und Zeitaufwand) laufender Sachaufwand Investitionsausgaben statt Abschreibungen entgangene Erlöse (Opportunitätskosten) anonyme Aggregation und Gesamtdarstellung der sozialen Rendite für Unternehmensgruppe Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse Dr. Oliver Rottmann 14

15 Methodik für die Studie der KoWo Erfurt Bewertungsprobleme Bewertung des Nutzens der Maßnahmen problematisch, da keine Marktprodukte Ermittlung eines zahlungsorientierten Vorteils für die Mieter und das städtische Umfeld nur im Ausnahmefall direkt nachweisbar inputorientierte Bewertung (Aufwendungen) als praktikable Zweitbestlösung vgl. VGR Öffentlicher Sektor wären Aufwendungen nicht angefallen, hätte sich das betriebswirtschaftliche Ergebnis entsprechend erhöht Abgrenzung Compliance vs. Freiwilligkeit illi i Abgrenzung betriebswirtschaftlich motiviertes Ziel vs. sozial motiviertes Ziel Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse Dr. Oliver Rottmann 15

16 Methodik für die Studie der Initiative mehrwert Beispiele für Komponenten der Mieter- und Sozialrendite aktives Management sozialer Probleme (z.b. Schuldnerberatung, Konfliktmanagement) Modernisierung (z.b. barrierereduzierte Umbauten, Senkung der Betriebskosten) Überlassung von Flächen zur quartiersspezifischen Nutzung (z.b. Vereine, Nachbarschaftstreffs usw.) Integration (z.b. Geringqualifizierte, Menschen mit Behinderung) gesellschaftliches Engagement (z.b. Unterstützung Vereine, Seniorenarbeit, Kinder- und Jugendarbeit) Sponsoring (z.b. Spenden, Kultur) Stadt- und Quartiersentwicklung (z.b. Gestaltung städtisches Umfeld, Sicherheit) Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse Dr. Oliver Rottmann 16

17 Kompetenzzentrum für Öffentliche Wirtschaft und Daseinsvorsorge 24. Juni 2011 Dr. Oliver Rottmann Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse Dr. Oliver Rottmann Dipl.-Vw./Dipl.-Kfm. Mario Hesse 17

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