Konsequenzen des Kapitel VI Entwurfs für Verrechnungspreisstrategien

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1 Konsequenzen des Kapitel VI Entwurfs für Verrechnungspreisstrategien 2. BvD Transfer Pricing Day in Frankfurt am Main Konkordiastr. 2 Wellener Straße Düsseldorf Fritzlar-Züschen Tel.:+49 (211) Tel.: +49(5622) Mob.:+49(1577)

2 Thesen Die immateriellen Wirtschaftsgüter sind künftig bereits bei der Erstellung der funktionalen Profile der Konzerngesellschaften detaillierter zu berücksichtigen und einer konsequenten wirtschaftlichen Betrachtung zu unterziehen. Das Ertragspotenzial von Konzerngesellschaften auf einen geringen, aber risikofreien funktionalen Gewinn zu beschränken, wird erschwert selbst wenn die Konzernstruktur sich überwiegend an Marktanforderung ausrichtet. Ein Profit-Split könnte für integrierte Gruppen Standard werden, wenn wesentliche Managementfunktionen und für den nachhaltigen Erfolg der Gruppe kritische Funktionen in speziellen Servicegesellschaften gebündelt werden. APAs dürften an Attraktivität gewinnen und sollten im Sinne der steuerlichen Fairness auch für mittelständische integrierte Gruppen vereinfacht werden. BvD Vortrag 2/33 contrabass

3 Die Anforderungen des Marktes bestimmen Strategie und Geschäftsmodell, um nachhaltig profitabel zu wachsen. Die Steuerstrategie ist damit nur einer von vielen Faktoren, die die Gestaltung von Verrechnungspreissystemen bestimmen. Konzernstrategie Anforderungen des Marktes Geschäftsmodell des Konzerns Funktionale Profile der Konzerngesellschaften Steuerstrategie Verrechnungspreismethoden gem. OECD Verrechnungspreissystem Inter-company Transaktionen Nachhaltig profitabel wachsen BvD Vortrag 3/33

4 Der Markt bestimmt damit auch, welche immateriellen Wirtschaftsgüter für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg einer integrierten Gruppe wesentlich sind. Systemlieferant Immaterielle Wirtschaftsgüter Lohnfertiger Akquiseprozess Fertigungsprozess Entwicklungsprozess Produktrechte Marke Auftragsentwickler Kunden / OEMs Eigentum des Kunden Das Produkt verkörpert die wesentlichen immateriellen Wirtschaftsgüter des Systemlieferanten BvD Vortrag 4/33

5 Prinzipiell sind immaterielle Wirtschaftsgüter für Verrechnungspreisanalysen deutlich weiter definiert als für Bilanzierungszwecke. Der vorliegende Entwurf präzisiert und erweitert die frühere Definition. OECD 2013 Transaktionen mit Gütern, Diensten und immateriellen Wirtschaftsgütern übertragen Werte/Vorteile von einem Unternehmen der Gruppe auf das andere. Alle Komponenten einer Transaktionen, die zum Wert beitragen sind zu berücksichtigen unabhängig davon, ob sie explizit erwähnt wurden. OECD 2010 Immaterielle Handelsgüter (Trade Intangibles) Immaterielle Marketinggüter (Marketing Intangibles) Immaterielle Vermögensgegenstände sind weder eine physische Sachanlage noch eine Finanzanlage; können kontrolliert eingesetzt und gekauft bzw. verkauft werden; werden in Transaktionen zwischen unabhängigen Parteien gesondert bewertet. Der Zugriff auf hochqualifizierte Teams ( assembled workforces ) z.b. in in Servicegesellschaften ist zu berücksichtigen! BvD Vortrag 5/33

6 Die geschickte Umsetzung eines Holding-Entrepreneur-Modells konnte bislang legal zur Optimierung der Steuerlast genutzt werden,... Holding (operativ) Holding Entrepreneur OECD 2010 Die Holding kann in einem Niedrig-Steuerland angesiedelt sein. Service Honorar R&D Honorar Services (Vertrieb, etc.) Produktverkäufe Auftragsentwicklung Werke / Lohnfertiger Das Verrechnungspreissystem belässt in den Service-Gesellschaften einen geringen jedoch risikofreien funktionalen Gewinn. Durch die Zahlungsströme liegt das wirtschaftliche Eigentum an allen immateriellen Vermögensgegenständen bei der Holding. Die Werke sind Lohnfertiger und erhalten ebenfalls einen risikofreien funktionalen Gewinn. Umsatz Kunden Steuerungs- und Führungsprozess Unternehmerischer Gewinn fällt nur auf der Holdingebene an Cash flows BvD Vortrag 6/33

7 diese Strategie wird erschwert, wenn der Entwurf in der vorliegenden Fassung umgesetzt wird. Holding Entrepreneur OECD Entwurf 2013 Holding (operativ) Die Holding kann in einem Niedrig-Steuerland angesiedelt sein. Service Honorar R&D Honorar Services (Vertrieb, etc.) Produktverkäufe Auftragsentwicklung Werke / Lohnfertiger Falls wesentliche Managementfunktionen in den Dienstleistungsgesellschaften verbleiben, ergibt sich daraus ein Anspruch auf einen Anteil am unternehmerischen Gewinn. Ein niedrigerer aber risikofreier Gewinn ist damit nicht mehr akzeptabel. Dies gilt u.u. auch für die Werke sobald sie wesentlich zur Entwicklung des Know-Hows beitragen. Umsatz Kunden Steuerungs- und Führungsprozess Profit-Split: verschiedene Gesellschaften erhalten eine Anteil am unternehmerischen Gewinn Cash flows BvD Vortrag 7/33

8 Übernimmt die Holding lediglich die Finanzierung, steht ihr nur noch eine risikoadäquate erwartete Kapitalverzinsung zu. Falls der erwartete unternehmerische Gewinn diese Verzinsung übersteigt, ist möglicherweise ein Profit Split erforderlich. Aktivitäten Holding Services Werke Entwickeln Pflegen Verbessern Schützen Schlüsselfunktionen kontrollieren Outsourcing kontrollieren Güter bereitstellen Güter bereitstellen Kosten und Risiken kontrollieren Übernahme der Finanzierung berechtigt zu einem risikoangepassten Zins auf das eingesetzte Kapital BvD Vortrag 8/33

9 Nur soweit die Holding auch den Großteil der relevanten Aufgaben selbst übernimmt, steht ihr der erwartete Ertrag aus den immateriellen Vermögensgegenständen zu. Aktivitäten Holding Services Werke Entwickeln Pflegen Verbessern Schützen Schlüsselfunktionen kontrollieren Outsourcing kontrollieren Güter bereitstellen Güter bereitstellen Kosten und Risiken kontrollieren Durch tatsächliche Übernahme der Funktionen wird die Holding zum Entrepreneur. BvD Vortrag 9/33

10 6 Schritte, die bei der Analyse von Transaktionen mit immateriellen Wirtschaftsgütern zu beachten sind (1). (i) Rechtlichen Eigentümer / Verträge identifizieren Beschreibung Der rechtliche Eigentümer (z.b. Patente, eingetragene Marken) hat im Gültigkeitsbereich das exklusive Nutzungsrecht. Insbesondere kann er andere von der Nutzung ausschließen. Nicht alle immateriellen Wirtschaftsgüter sind durch spezielle Gesetze geschützt. Bedeutung für die Verrechnungspreisermittlung Rechtliches Eigentum führt nicht automatisch zu einem Anspruch auf Erträge aus der Nutzung des immateriellen Wirtschaftsgutes. (ii) Parteien identifizieren, die zum Wert beitragen Schlüsselfunktionen: Entwicklungs-/Marketingprogramme definieren; Strategische Entscheidungen treffen Budgets kontrollieren Regelmäßige Qualitätskontrolle der Beiträge von Partnern (intern/extern) Schutz des immateriellen Vermögens Andere Funktionen Eingesetztes Kapital Risiken Entwicklung schlägt fehl Patent wird verletzt Andere Entwicklung entwerten das Wissen Das Primat des wirtschaftlichen Eigentums wird abgeschwächt. Entscheidend für den Anspruch auf unternehmerischen Gewinn sind nunmehr die ausgeübten Funktionen. Verträge und Managementprozesse sind zu prüfen, um die Verteilung der relevanten Aufgaben zu ermitteln. Risiken werden gesondert betrachtet, weil nicht alle Risiken zwangsläufig in der Gesellschaft liegen müssen, die die Entwicklung finanziert. BvD Vortrag 10/33

11 6 Schritte, die bei der Analyse von Transaktionen mit immateriellen Wirtschaftsgütern zu beachten sind (1). Beschreibung (iii) Konsistenz prüfen Geprüft wird, ob die tatsächlichen Transaktionen (iv) (v) Inter-co Transaktion identifzieren Verrechnungspreis gem. Fremdvergleichsprinzip ermitteln den vertraglichen Absprachen entsprechen. Transaktionen im Zusammenhang mit Entwicklung, Pflege, Verbesserung und Schutz des Know-Hows identifizieren Die dem Fremdvergleichsprinzip entsprechende Vergütung der beteiligten Gesellschaften festlegen. Bedeutung für die Verrechnungspreisermittlung Die Risikoverteilung, die sich aus den tatsächlichen Transaktionen ergibt, ist zu berücksichtigen. Es ergibt sich mindestens ein Anspruch auf eine Vergütung für Leistungen. Möglicherweise besteht auch ein Anspruch auf einen Anteil am Residualgewinn. (vi) Transaktion restrukturieren In Ausnahmefällen muss die Struktur der Transaktion den Erfordernissen des Fremdvergleichs angepasst werden. BvD Vortrag 11/33

12 Der residuale / unternehmerische Gewinn kann den einmaligen und wertvollen immateriellen Wirtschaftsgütern zugerechnet werden. Die summarische Bewertung muss unter Umständen durch zusätzliche Einzelbewertungen ergänzt werden. Aufteilung des Ergebnisses Immaterielle Wirtschaftsgüter 5,0 Mio. 4,5 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 5,0 3,0 0,8 0,5 0,7 Akquiseprozess Fertigungsprozess Entwicklungsprozess Produktrechte Marke Eigentum des Kunden 0,0 Funktionaler Gewinn EBIT Residuum Fertigung R&D Services EBIT BvD Vortrag 12/33

13 Der konsolidierte Gewinn(EBIT) abzüglich der funktionalen Gewinne ergibt den residualen Gewinn. Die funktionalen Gewinne werden aus Fremdvergleichen abgeleitet. Konsolidierte Betrachtung Aufteilung des Ergebnisses Mio Mio. 5,0 4,5 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 5,0 3,0 0,8 0, Umsatz Entwicklung Service Fertigung EBIT 0,5 0,0 0,7 Funktionaler Gewinn EBIT Residuum Fertigung R&D Services EBIT BvD Vortrag 13/33

14 Die Einzelbewertung immaterieller Wirtschaftsgüter wird in der Regel die Ertragserwartungen (z.b. DCF-Bewertung) berücksichtigen. Letztlich geht es um Ermittlung und Verteilung des Residualgewinns auf die Beteiligten. Gewinn aus der Nutzung der Technologie Funktionaler Gewinn (z.b. ROCE) Lizenzierung einer Fertigungstechnologie ,4 Die Lizenzgebühr regelt die Verteilung des zurechenbaren Residualgewinns ,8 0 Funktionaler Gewinn Residualgewinn BvD Vortrag 14/33

15 Grundlage des Fremdvergleichs sind die detaillierten funktionalen Profile der Konzerngesellschaften. Die Funktionen sind dabei so zu definieren, dass Aktivitäten, die sich auf einmalige und wertvolle immaterielle Vermögensgegenstände beziehen, gesondert ausgewiesen werden. GuV LF Werke IV R&D Gemeinsame Funktionen Services Sundry Servicegesellschaften HQ EP Operativer Gewinn (funktional) Bilanz Eingesetztes Kapital (funktional) Mögliche Aktivitäten im Zusammenhang mit immateriellen Wirtschaftsgütern BvD Vortrag 15/33

16 Die Risiken, die die einzelnen Gesellschaften übernehmen, lassen sich in eine Reihe von Faktoren untergliedern und sind integraler Bestandteil der funktionalen Profile. Das unternehmerische Risiko ist mit den einzigartigen und wertvollen immateriellen Vermögensgegenständen verknüpft. Volumen Preis Mix Risikofaktoren Wechselkurs Stückkosten Forderungsausfall Gewährleistung Unternehmer Bestand Bezieht sich auf einmalige und wertvolle immaterielle Vermögensgegenstände. BvD Vortrag 16/33

17 Der Fremdvergleich liefert eine Bandbreite für die Verrechnungspreise. Diese Bandbreite spiegelt auch den Einfluss der immateriellen Wirtschaftsgüter auf das Ergebnis wider. Bandbreite der Gewinnauschläge auf Kosten (nach Anpassungen) Verrechnungspreis (Basis: Mittelpunkt) 0% 140 1% 2% 120 7,2 3% ,0 4% 4% 80 % 6,5% 5% 6% 7% ,0 118,2 9% 8% 9% 10% 20 0 CoS Mark-Up Preis Vergleichsunternehmen C3 C4 C5 C2 C6 C1 BvD Vortrag 17/33

18 Künftig könnte es sinnvoll sein, den Einfluss immaterieller Wirtschaftsgüter auf das Ergebnis empirisch zu analysieren. Empirische Analyse des Ergebniseffektes Immaterieller Wirtschaftsgüter CAPM Cluster Kausalitäten Eingesetztes Kapital der Vergleichsunternehmen ermitteln Kapitalmarktdaten (Risikoprämie, Branchen-β, risikofreier Zins) Unternehmen mit nachhaltiger Überrendite (Ergebnis höher als die Erwartungen gem. CAPM) identifizieren Ursachen analysieren Kausalmodell entwickeln. Der ökonometrische Ansatz erfordert große Stichproben! BvD Vortrag 18/33

19 Der Fremdvergleich erfordert Vergleichsunternehmen für Lohnfertigung, Import/Vertrieb, Auftragsentwicklung und sonstige Dienstleistungen. Die Vergleichsfirmen werden so gewählt, dass die für den wirtschaftlichen Erfolg relevanten immateriellen Wirtschaftsgüter vergleichbar sind. Auswahlkriterien Land Größe Branche Funktion Unabhängigkeit Jahresabschlüsse Universum möglicher Vergleichsunternehmen Die Länderauswahl orientiert sich an den Ländern in denen der Konzern aktiv ist. Größe kann über Umsatz und/oder Anzahl der Mitarbeiter gemessen werden. Die Branche und Funktionen lassen sich über die Gliederung der Unternehmen nach Wirtschaftszweigen identifizieren. Vergleichsunternehmen müssen mindestens transaktionsunabhängig sein. Aussagefähige Jahresabschlüsse (GuV, Bilanz) liegen für mehrere Jahre vor. Weitere Selektion Eliminiert Unternehmen deren Profil zu stark von den Funktionen und Risiken der Konzernunternehmen abweicht. BvD Vortrag 19/33

20 Praktisch hat es Vorteile, mit den Fremdvergleichsdaten die Gewinnaufschlagsmethode anzuwenden. Bevorzugt OECD Methoden Last resort Gewählte Methode Fremdvergleich Konzerngesellschaft Begründung Service Werke Holding Vermittler Vergleichspreis / IC-Finanzierung Kost Plus Dienstleistungen Auftragsentwicklung Lohnfertigung Vergleichspreis / Kost Plus Vergleichspreis / Kost Plus Gewinnaufschlag (TNMM) Zwingend erforderlich Gewinnaufschlag ausnahmsweise Vergleichspreis Der Vergleichsgewinn wird direkt ermittelt. Vereinfacht den Fremdvergleich (Buchhaltungspraxis, funktionale Anpassungen) Das CAPM kann zusätzlich zur Ableitung funktionaler Gewinne eingesetzt werden. Import / Vertrieb Vergleichspreis / Wiederverkaufspreis BvD Vortrag 20/33

21 Statt einer starken Holding, können die Werke die notwendigen Leistungen auch direkt von Servicegesellschaften beziehen. Werke Entrepreneurs OECD 2010 Holding (nicht operativ) Die Holding übt keine operativen Funktionen aus. Service Honorar R&D Honorar Services (Vertrieb, etc.) OEMs /Kunden Auftragsentwicklung Werke Das Verrechnungspreissystem belässt in den Service-Gesellschaften einen geringen jedoch risikofreien funktionalen Gewinn. Durch die Zahlungsströme liegt das wirtschaftliche Eigentum an allen immateriellen Vermögensgegenständen bei der Holding. Die Werke teilen sich den unternehmerischen Gewinn der Gruppe. Umsatz Steuerungs- und Führungsprozess Profit-Split: verschiedene Gesellschaften erhalten eine Anteil am unternehmerischen Gewinn Cash flows BvD Vortrag 21/33

22 Ein wesentlicher Teil der relevanten Funktionen liegt dann bei den Werken der Gruppe. Aktivitäten Holding Services Werke Entwickeln Pflegen Verbessern Schützen Schlüsselfunktionen kontrollieren Outsourcing kontrollieren Güter bereitstellen Güter bereitstellen Kosten und Risiken kontrollieren Profit-Split zwischen den Werken! BvD Vortrag 22/33

23 Obgleich es gute Gründe geben kann, erfolgskritische Dienstleistungen zentral anzubieten, ist die steuerliche Akzeptanz noch nicht gesichert. Das Risiko steigt mit der Anzahl der Empfängerländer. Für Dienstleistungen gilt wie für immaterielle Wirtschaftsgüter ein zweiseitiger Nutzentest (Verkäufer/Käufer). Verbundener Anbieter Verbundener Käufer Service-Gebühr Nutzen-Test Kost-Plus Die Steuerbehörde bezweifelt, dass die Fee in adäquaten Verhältnis zum durch die Leistung gestifteten Nutzen steht. A BvD Vortrag 23/33 B

24 Solche Risiken dürften sich noch erhöhen, wenn Servicegesellschaften in den Profit-Split einbezogen werden müssen und sich aus dem Profit-Split Preisanpassungen ergeben. Falls die nach der Verteilung der Funktionen und Risiken erforderliche Aufteilung des unternehmerischen Gewinns der Gruppe nicht über Preise für Güter, immaterielle Wirtschaftsgüter und Dienstleistungen erreicht werden kann, müssen entsprechende Belastungen/Gutschriften steuerlich akzeptiert werden. Sollte der Entwurf so umgesetzt werden, dürften APAs erheblich an Attraktivität gewinnen. Im Sinne der steuerlichen Fairness sollte der Prozess für kleinere mittelständische Gruppen vereinfacht werden. BvD Vortrag 24/33

25 Back-Up Material - Geschäftsmodell Die Kunden fordern von Systemlieferanten hohe Entwicklungskompetenz, nahtlose Integration in ihre Wertschöpfungskette, die Übernahme erheblicher Risiken sowie ein zentrales Kundenmanagement. Entwicklungsund Fertigungskompetenz Integration in die Wertschöpfungskette Übernahme von Risiken Zentrales Kundenmanagement Je nach Kunde muss auch bei der Festlegung der technischen Produktspezifikation un - terstützt werden. Die Spezifikation muss dann so umgesetzt werden, dass möglichst niedrige Stückpreise / Stückkosten anfallen. Die Serienfertigung muss den hohen Qualitätsanforderungen entsprechen. Auf- und Ausbau globaler Fertigungskapazitäten, um die weltweiten Werke der Kunden im Rahmen von Abrufen kurzfristig beliefern zu können. Wesentliche Komponenten und Fertigungsschritte werden vom Kunden abgenommen. Änderung von Lieferanten und Verfahrensschritten bedürften oft der Zustimmung des Kunden. Der Lieferant finanziert die Produktentwicklung vor, während die Produktrechte stets beim Kunden liegen. Die Amortisation erfolgt über den Stückpreis ab Fertigungsbeginn. Das Volumenrisiko wird weitgehend auf den Lieferanten verlagert Vertraglich vereinbarte Preissenkungen (Anteil des Kunden an Effizienzgewinnen) stellen zusammen mit unerwarteten Rohstoffpreisänderungen ein erhebliches Kostenrisiko dar. Angebots- und Vertragsverhandlungen erfolgen zentral sowohl für die Entwicklung als auch für die Serienfertigung, die auch an unterschiedlichen Standorten erfolgen kann BvD Vortrag 25/33

26 Back-Up Material - Geschäftsmodell Die Bewertung der Chancen und Risiken von Kontrakten (AkquiseProzess) ist für den Erfolg ebenso wichtig,... DCF Basis Annahmen und Parameter Kundenanforderungen Technische Spezifikation Lieferland Erwartetes Volumen Zielstückpreis Zieleinsparungen AkquiseProzess Saldo Einnahmen Ausgaben (Periode) Nettoausgaben Technisch-wirtschaftliche Bewertung Werk wählen R&D Budget -400 Anlageinvestitionen -600 Erwartetes Volumen Jahre Jahre Materialpreise Verkaufspreis Beauftragung Deckungsbeitrag BvD Vortrag Nettoeinnahmen Produktionsbeginn Ende der Serienfertigung Vertragslaufzeit: 9 Jahre 26/33

27 Back-Up Material - Geschäftsmodell wie die Umsetzung des Projektes (Produktentwicklung und Serienfertigung) nach Erteilung des Auftrages. Entwicklung Produkt entwickeln Verfahrenstechnik Anlagen beschaffen Produktion anfahren Projekt- und Nachtragsmanagement Serienfertigung Serienfertigung Fertigungs- Know-How Kosten senken Die Verfahrenstechnik für die Serienfertigung ist integraler Teil der Produktentwicklung. Die Stückkosten werden wesentlich in der Entwicklungsphase bestimmt, wenn der Material- und Rohstoffanteil am Produktwert hoch ist (z.b. 70%). Zum Fertigungs-Know-How gehört u.a.: neue Produktlinien effizient anzufahren; die Fähigkeit, Serienfertigungen an den von den Kunden gewünschten Standorten aufzubauen; Die Fertigung muss an Standorten erfolgen, die gut in die Wertschöpfungskette der Kunden integriert werden können. BvD Vortrag 27/33

28 Back-Up Material - Geschäftsmodell Es kann daher sinnvoll sein, Vertrieb, Entwicklung und andere Unterstützungsleistungen in speziellen Gesellschaften zu bündeln. Verhandlung Holding Holding NLD IC Darlehen Services Services IC Darlehen Dividenden Service Service 01 GER Service 02 FRA R&D Werke Werk 01 Werk 02 Werk 03 Werk 04 Werk 05 Werk 06 Werk 07 Werk 08 Werk 09 Werk 10 ESP MEX FRA ROU CZE CHN RSA RUS Produkt : Lizenzvereinbarungen Kunden (OEMs, 1 st tiers) BvD Vortrag 28/33

29 Back-Up Material - Geschäftsmodell Ein solches Geschäftsmodell führt zu einer Vielzahl von Transaktionen zwischen den Servicegesellschaften und den Werken. R&D: allgemeine Entwicklungsaufgaben Project related R&D/tooling Dienstleistungen Lizenzgebühren 2011 data 6,6 6,9 Holding 7,0 6,7 NLD Service 01 DEU Services R&D 2,5 Service 02 FRA 0,5 6,7 0,7 0,6 1,3 1,4 0,6 0,9 1,5 0,1 0,6 0,6 0,3 0,7 0,1 0,4 1,8 0,4 1,8 0,7 0,6 1,2 1,3 1,6 0,9 1,4 0,1 0,1 / 0,0 / 0,0 / 0,0 / 0,1 / 0,0 / 0,3 / 0,0 Werk 01 Werk 02 Werk 03 Werk 04 Werk 05 Werk 06 Werk 07 Werk 08 Werk 09 Werk 10 ESP MEX FRA ROU CZE CHN RSA RUS 24,7 20,1 43,7 47,5 22,6 29,3 46,9 46,1 10,0 3,3 314,9 294,2 Verkäufe an Kunden 3,9 16,8 BvD Vortrag 29/33

30 Back-Up Material - Geschäftsmodell Die wirtschaftlichen Vorteile einer solchen Zentralisierung / Aufgabenteilung zwischen den Gesellschaften einer Gruppe sind vielfältig. Bewertung Entwicklung Einkauf Service- Gesellschaften Projektmanagement Auswahl von Kunden und Projekten entsprechend der Ertragsund Wachstumsstrategie der Gruppe. Hochquallifizierte Entwickler sind Voraussetzung, um neue Produkte stückkostenoptimiert zu entwickeln und die Notwendigkeiten der Serienfertigung frühzeitig zu berücksichtigen. Die Nachfrage aller Werke nach Rohmaterial und Komponenten zu bündeln, führt zu günstigeren Konditionen (Volumeneffekt) Exzellente Projektmanagementfähigkeiten sind erforderlich, um die Entwicklungsaufgaben fristgerecht zu bewältigen Nachträge zu verhandeln und das Budgetrisiko zu steuern. Nutzen: Kosteneinsparungen und besser qualifizierte Mitarbeiter Werke Serienfertigung Hervorragende Fertigungsfähigkeiten sind erforderlich, um: Qualitätsstandards einzuhalten kurze Anlaufzeiten neuer Produkte zu erreichen Rüstzeiten gering zu halten und den Fertigungsprozess nachhaltig zu verbessern. Exzellente Serienfertigung BvD Vortrag 30/33

31 Back Up Material Immaterielle Handelsgüter (trade intangibles) sind oft das Ergebnis aufwendiger und riskanter Forschung und Entwicklung, denn nicht jede Entwicklung wird ein wirtschaftlicher Erfolg. Immaterielle Handelsgüter Patente Designs etc. Modelle Know-How Computer software Betriebsgeheimnisse Rechtlicher Eigentümer Wirtschaftlicher Eigentümer Rechtliches und wirtschaftliches Eigentum fallen in einer integrierten Gruppe nicht notwendig zusammen. Der rechtliche Eigentümer meldet das entsprechende Schutzrecht an und wird bei Rechtsverletzungen tätig. Das wirtschaftliche Eigentum, also das Recht das jeweilige Know-how zu nutzen, hat derjenige, der die Entwicklung finanziert hat und das wirtschaftliche Risiko von Fehlschlägen trägt. Quelle: OECD Transfer Pricing Guidelines, 2010, Chapter VI BvD Vortrag 31/33

32 Back Up Material Immaterielle Marketinggüter sind nicht nur das Resultat von Marketingaktivitäten, sondern sind auch mit der Qualität des damit verbundenen Produktes bzw. der Dienstleistung verbunden. Immaterielle Marketinggüter Markenzeichen Vertriebskanäle Kundenlisten Markennahmen Know-How etc. Betriebsgeheimnisse Rechtlicher Eigentümer Wirtschaftlicher Eigentümer Rechtliches und wirtschaftliches Eigentum fallen in einer integrierten Gruppe nicht notwendig zusammen. Der rechtliche Eigentümer meldet das entsprechende Schutzrecht an und wird bei Rechtsverletzungen tätig. Das wirtschaftliche Eigentum, also das Recht das jeweilige Know-how zu nutzen, hat derjenige, der die Entwicklung finanziert hat und das wirtschaftliche Risiko von Fehlschlägen trägt. Quelle: OECD Transfer Pricing Guidelines, 2010, Chapter VI BvD Vortrag 32/33

33 Profil, Dipl.-Volkswirt Selbständiger Unternehmensberater/Interimsmanager International Transfer Pricing Economist Interim CFO mit den Schwerpunkten Finance und Operations speziell in mittelständischen Konzernen Turnaround manager Projekte Lehraufträge Branchen Neugestaltung des Verrechnungspreissystems eines Automobilzulieferers mit 10 Werken und 2 Servicegesellschaften. Prozessunterstützung mit Gutachten zur Verteidigung von Verrechnungspreissystemen Erarbeiten und Umsetzen eines globalen Service Agreements für einen globale Telekommunikationsgesellschaft International Transfer Pricing Project Management Automobilindustrie Verfahrenstechnik IT/Software-Lösungen Bau- und Stahlbau Medizintechnik Elektrotechnik BvD Vortrag 33/33 contrabass

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