Stadtplatz Kloten Untersuchung des Abstimmungsverhaltens November 2008

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1 Stadtplatz Kloten Untersuchung des Abstimmungsverhaltens November 2008 Auftraggeber: Stadt Kloten (4836) Schwerzenbach, 11. November 2008 ISOPUBLIC Institut für Markt- und Meinungsforschung Susanne Vontobel Senior Consultant

2 2 V Management Summary Stichprobenstruktur Im Vergleich zur tatsächlichen Struktur der Stimmbevölkerung nahmen tendenziell mehr mittelalte und ältere (d.h. 55jährig und älter) an der Abstimmung teil, die jüngeren blieben dieser eher fern. Befürworter und Gegner unterscheiden sich in der Verteilung auf die Altersgruppen. Unter den Befürwortern sind tendenziell mehr mittelalte, unter den Gegnern eher mehr ältere Personen. So ist jeder zweite Gegner des Projekts älter als 55 Jahre, während es bei den Befürwortern nur 37% sind. Auch hinsichtlich Geschlecht ergeben sich Unterschiede: sind unter den Stimmberechtigten und stimmenden Männer und Frauen noch etwa gleich verteilt, sind unter den Befürwortern die Männer mit 58% in der Mehrheit. Abstimmungsverhalten Die deklarierte Abstimmungsteilnahme von 58% liegt wie zu erwarten über dem tatsächlichen Wert von 41%. Zum einen stellen wir uns gerne als engagierte Bürger dar, zum anderen war unter Umständen die Teilnahmebereitschaft an der Umfrage unter jenen, die auch abgestimmt haben, höher. Dieses deklarierte Abstimmungsverhalten divergiert nach Untergruppen beträchtlich: So nahm nur jeder Dritte jüngere Befragte teil, während 66% bzw. 72% der älteren Gruppen abstimmten. Die Beteiligung der Frauen lag bei 56%, bei den Männern stimmten 61% ab. Das von 56% der Stimmenden verworfene Projekt erreichte in der Befragung auch bei den einzelnen soziodemografischen Untergruppen keine Mehrheit. Klammert man jene aus, die leer eingelegt haben oder nicht mehr sagen konnten, wie sie gestimmt haben, so ergeben sich folgende Ablehnungswerte: In % abgelehnt TOTAL 56% Jahre 50% Jahre 52% 55 Jahre und älter 63% Männer 52% Frauen 61% Es sind demnach v.a. ältere Befragte und Frauen, welche sich mit diesem Projekt nicht anfreunden konnten.

3 3 Argumente Befürworter des Projektes gaben spontan (d.h. zunächst ohne Vorgabe von möglichen Antwortkategorien) an, dass der Stadtplatz nötig sei und endlich gemacht werden sollte (71%) also ein von der konkreten Projektausgestaltung eher unabhängiges Argument. Jüngere Personen und Männer nannten diese Überlegung tendenziell häufiger. Es sei etwas Neues, eine Bereicherung finden 22%, tendenziell mehr von den Frauen, die dafür gestimmt haben. Die Vielfalt der Möglichkeiten aufgrund des Daches nannten 17%, mittelalte und ältere Befürworter tendenziell häufiger, Personen, die sich gut informiert fühlen, sogar signifikant häufiger als der Durchschnitt. Interessant ist, dass 13% der Befürworter spontan auch negative Argumente nannten. Auf einen Befragten kommen im Durchschnitt 1.2 Pro-Argumente. Bei den Gegenargumenten ist das Spektrum breiter gefächert. Das Spitzenargument hohe Kosten, Finanzlage, Steuererhöhung wurde von 38% genannt, das Dach finden 29% als nicht passend bzw. überflüssig. 24% stossen sich am Material Beton, je 23% kritisieren, dass der Standort zu wenig durchdacht sei oder die Überbauung schlicht nicht gefalle. Im Mittelfeld liegen die Überlegungen betreffend bestehende Bäume bzw. Weihnachtsbaum und dass das Projekt unnötig sei, man solle das Geld besser anders einsetzen (je ca. 15%). Es folgt in der Rangfolge der Argumente die Angst, diese Lösung würde die Drogenszene anziehen und der Wunsch, eine begrünte (Pflanzen/Bäume), verkehrsfreie Zone zu kreieren (je ca. 10%). Dabei nannte das mittlere Alterssegment signifikant häufiger die (zu hohen) Kosten und den Wunsch nach einem grünen, verkehrsfreien Platz. Das Dach an sich finden tendenziell mehr Jüngere überflüssig, am Beton stören sich hingegen eher Personen ab 35 Jahren. Auch das Argument, man solle das Geld besser für anderes einsetzen, wird tendenziell häufiger von Jungen genannt. Bei den Geschlechtern gibt es keine signifikanten Unterschiede, sehr wohl aber Tendenzen: Männer betonen die Kosten, das Material und die Standortwahl etwas mehr, Frauen das Dach an sich bzw. das globale Gefällt nicht. Die Gegner des Projektes nannten deutlich mehr Argumente, nämlich durchschnittlich 2.1 Contra-Argumente, und nur 5% konnten spontan auch etwas Positives am Projekt finden.

4 4 Die Argumente gegen das Vorhaben wurden anschliessend auch gestützt abgefrag (d.h. als Antwortmöglichkeiten vorgelesen). Nach Angabe der befragten Gegner waren v.a. drei Argumente entscheidend für ihr Stimmverhalten: Das Material, die Investitionssumme und der aktuelle Baumbestand. Argument in % der Gegner Das Material des Daches also die Ausführung in Beton gefällt mir nicht 86% 9 Millionen für den Stadtplatz sind zu viel 83% Die jetzigen Bäume müssen stehen bleiben 74% Ein Dach für den Stadtplatz ist überflüssig 59% Die Gestaltung des Platzes gefällt nicht 58% Die Form des Dachs gefällt nicht 54% Die Art, wie der Verkehr am Stadtplatz vorbeigeleitet wird, ist nicht gut 46% Die Überdachung ist am falschen Ort vom Platz vorgesehen 44% Ein kleinerer Stadtplatz zwischen Square und Migros wäre ausreichend 43% Der Platz ist zu gross geplant worden 30% Das Projekt bietet zu wenig Parkplätze 29% Die Vorlage war zu kompliziert 21% Kloten braucht keinen Stadtplatz 19% Das Projekt hat zu viele Parkplätze vorgesehen 14% Kursiv: Dach-bezogene Argumente Die Projektgegner im mittleren Alterssegment stützen ihre Ablehnung breiter, d. h. auf eine grössere Anzahl von Argumenten, ab (im Mittel 7.2 Gegenargumente gegenüber 6.6 Argumenten im Gesamtdurchschnitt). Diese Gruppe und die älteren Befragten kehren das Material Beton und den jetzigen Baumbestand besonders hervor. Die mittlere Altersgruppe nannte auch das Dach an sich bzw. das Nicht-Gefallen des Platzes signifikant häufiger. Ältere Befragte kritisieren signifikant häufiger, dass die Vorlage zu kompliziert war, und sie kritisieren tendenziell häufiger die Verkehrsführung. Für jüngere Befragte kommt es deutlich weniger auf die Verkehrsführung an und sie wollen signifikant seltener einen kleineren Platz. Hingegen wurde das Kostenargument für sie zum wichtigsten Kriterium.

5 5 Ohne dass sich signifikante Unterschiede ergäben, neigen Frauen eher dazu, das Material und den Baumbestand als Contra-Argumente anzuführen, ebenso, dass ein kleinerer Stadtplatz besser wäre. Männer nannten tendenziell häufiger die Kosten, die Verkehrsführung bzw. die Standortwahl. Informationsgefühl Etwa ein Drittel der Abstimmungsteilnehmer hat sich sehr gut informiert gefühlt, weitere 50% eher gut (in Summe 87%). Diese subjektive Informiertheit erreicht bei der mittleren Altersgruppe sowie bei Männern Werte von über 90%. Haben sich bei der Abstimmung informiert gefühlt? In % sehr gut eher gut Summe Haben abgestimmt - ohne w.n./k.a. (n= 276) 36% 51% 87% Jahre (n= 51) 36% 49% 85% Jahre (n= 101) 39% 54% 93% 55 Jahre und älter (n= 123) 32% 49% 81% Mann (n=143) 40% 52% 92% Frau (n= % 50% 80% Als Informationsquelle dominierten Veröffentlichungen (Artikel, Leserbriefe) in der Presse (64%).

6 6 Etwas über 30% bildeten sich ihre Meinung aus der Diskussion mit Freunden und Bekannten (37%) bzw. den Abstimmungsunterlagen (33%, signifkant häufiger Jüngere). Informationsveranstaltungen wurden von jedem Vierten, Flugblätter von jedem Achten genannt. Das Modell im Stadthaus (7%), Internet (5%, mehr Männer) und Gewerbeausstellung (5%, mehr Frauen) waren nur für wenige Befragte relevant. Weiteres Vorgehen Hinsichtlich weiterer Vorgangsweise gibt es drei Lager: 31% möchten umgehend ein neues Projekt ohne Dach, 29% ein neues Projekt mit Dach, 27% plädieren für eine Denkpause. Dabei gibt es nach Alter signifikante Unterschiede: So plädieren jüngere Befragte klar häufiger für ein neues Dachprojekt (41%), mittelalte für ein neues, dachloses Projekt (43%) und ältere für eine Denkpause (35%). Die bisherigen Befürworter forcieren zu 48% ein neues Projekt mit Dach, 25% bevorzugen eine dachlose Variante. Die bisherigen Gegner präferieren zu 37% ein Projekt ohne Dach, zu 34% eine Nachdenkpause.

7 7 Empfehlungen Grundsätzlich unterstützen die Personen, die an der Abstimmung teilnahmen, einen Stadtplatz. So finden 71 Prozent der Befürworter spontan, ein Stadtplatz sei nötig und sollte endlich gebaut werden. Und bei den Gegnern stimmen nur 19 Prozent der Aussage zu, dass Kloten keinen Stadtplatz benötige. Dass die Stimmberechtigten (bzw. die Stimmenden) einem Stadtplatz durchaus positiv gegenüberstehen zeigen auch die Antworten auf die Frage nach dem weiteren Vorgehen. Lediglich 7 Prozent der Befragten finden, dass die Stadt nichts Neues für den Stadtplatz konzipieren soll. Um die jetzigen Gegner vom Projekt zu überzeugen, ist an drei Punkten anzusetzen: dem Material des Daches, den Kosten und an einer Integration des heutigen Baumbestandes ins Projekt. Man muss sich allerdings bewusst sein, dass heutige Projektgegner eine Lösung ohne Dach favorisieren zumindest finden fast zwei von fünf, dass die Stadt einen Vorschlag ohne Dach erarbeiten solle (lediglich 15 Prozent wünschen sich ein überarbeitetes Projekt mit Dach). Demgegenüber sind etwa die Hälfte der heutigen Projekt-Befürworter von einer Lösung mit Dach überzeugt: sie wünschen sich einen weiteren Projektvorschlag mit Dach. Ebenso favorisieren die Jüngeren einen Stadtplatz mit Dach. Was sich anhand der Befragunsresultate sicherlich schliessen lässt: eine Neuauflage des Projekts ist gewünscht. Insgesamt sprechen sich nur gut ein Viertel der Befragten für eine Denkpause aus; 7 Prozent finden das Projekt generell unnötig. Demgegenüber votieren 60 Prozent der Befragten dafür, dass die Stadt ein neues Projekt ausarbeitet. Ob dieses allerdings mit oder ohne Dach konzipiert werden soll, lässt sich aus den Umfrageresultaten weniger gut erschliessen der Anteil der Befragten, welche ein neues Projekt mit Dach bzw. eines ohne Dach befürworten, ist je etwa gleich.

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