Rundbrief 1. Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.v. Nachbarschaftsheime Bürgerzentren Soziale Arbeit Erfahrungen Berichte Stellungnahmen

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1 ISSN Jahrgang / Juni ,00 Rundbrief Nachbarschaftsheime Bürgerzentren Soziale Arbeit Erfahrungen Berichte Stellungnahmen In dieser Ausgabe: Die Wiederbelebung der Settlement-Häuser im Zeitalter der Globalisierung Dokumentation Fachtag : Aus Erfahrung gut Potenziale des Alters als ein Motor gesellschaftlicher Innovation Die Helsinki-Deklaration der IFS Bündnis für Familien von Wirtschaftsunternehmen und Nachbarschaftszentrum Stadteilzentren als starke Partner von Stadtteil- und Quartiersmanagement Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.v.

2 Der Rundbrief wird herausgegeben vom Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.v. Tucholskystr. 11, Berlin Telefon: Fax: internet: Redaktion: Herbert Scherer Gestaltung: newsign Werbeagentur GmbH Druck: Druckerei Alte Feuerwache GbR, Berlin Der Rundbrief erscheint halbjährlich Einzelheft: 5 Euro inkl. Versand Titelbild: Theater der Erfahrungen Theatergruppe Die Spätzünder : Szene aus dem Stück Die viehische Komödie,

3 Inhalt Miu Chung Yan: Brückenbau im fragmentierten Gemeinwesen: Die Wiederbelebung der Settlement-Häuser im Zeitalter der Globalisierung 4-13 Dokumentation Fachtag : Aus Erfahrung gut Potenziale des Alters als ein Motor gesellschaftlicher Innovation International Federation of Settlements and Neighbourhood Centres (IFS): Helsinki Declaration Neighbourhoods First: Making the world a better place ( Leben in Nachbarschaft Bausteine für eine bessere Welt ) 29 Karl-Fried Schuwirth: ANIA - Aktives Netzwerk im Alter Renate Wilkening: Bündnis für Familien von Wirtschaftsunternehmen und Nachbarschaftszentrum 34 Armin Emrich Eröffnung des Sprengelhauses 35 Dr. Eberhard Löhnert Stadteilzentren als starke Partner von Stadtteil- und Quartiersmanagement 36 Monika Schneider Grußwort zum 50jährigen Bestehens des NBH Urbanstr. 38 Nachbarschaftswettbewerb / Ankündigung Jahrestagung Vorwort: Die hier vorgelegte Ausgabe des Rundbriefs hat zwei Schwerpunkte, die einiges miteinander zu tun haben: Es geht um die Zukunftsfähigkeit des Modells Nachbarschaftshaus angesichts neuer Herausforderungen, denen sich unsere Gesellschaft gegenüber sieht. Der Aufsatz von Miu Chung Yan beschäftigt sich mit dieser Frage aus einer kanadischen, aber zugleich globalen Perspektive, er sieht die größte Stärke der Nachbarschaftshäuser ( Settlements ) in der Zusammenfassung von drei Funktionen, die sich gegenseitig ergänzen, stützen und in Bewegung halten: dem Angebot unmittelbar nützlicher sozialer Dienste, dem Gemeinwesenaufbau (Gestaltung nachbarschaftlichen Zusammenlebens im Wohnquartier) und dem Eintreten für soziale Reformen. Unser internationaler Dachverband IFS hat sich mit seiner Helsinki Declaration, die wir gleichfalls dokumentieren, in ähnlicher Weise in einem Grundsatzpapier positioniert. Unser Verband hat sich in letzter Zeit verstärkt Fragen zugewandt, die mit den demographischen Veränderungen zu tun haben, die ihre Schatten vorauswerfen und insbesondere unsere sozialen Sicherungssysteme unter einen enormen Veränderungsdruck stellen. Eines steht schon jetzt fest: unsere Gesellschaft wird es sich nicht länger leisten können, ihre älteren Mitbürger in ein ruheständlerisches Abseits zu schieben. Sie wird sie in ihre Mitte zurückholen müssen, weil ihre Potenziale gebraucht werden. Nachbarschaftshäuser, die sich seit Jahren, gestützt auf den Willen der älteren Menschen selber, für eine entsprechende Sicht der Dinge stark gemacht haben, stehen vor einer erweiterten Aufgabe, in der viele Chancen liegen. Wir dokumentieren im Innenteil dieses Rundbriefes einen Fachtag zum Thema, an dem sich unser Verband im April beteiligt hat und auf dem deutlich wurde, dass es einerseits eine breite Übereinstimmung in entsprechenden Zielsetzungen gibt, aber andererseits, abgesehen von den Nachbarschaftshäusern, nur wenige Strukturen, die schon jetzt für diese Zukunftsaufgabe gerüstet sind. Einer besonderen Beachtung empfehlen wir auf der letzten Innenseite dieses Rundbriefs dem Aufruf zur Jahrestagung Stadtteilarbeit, die vom November wieder in Hannover stattfinden und sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig unter dem Generalthema Stadtteilzentren im Wandel mit den Zukunftsaufgaben unserer Einrichtungen beschäftigen wird. Herbert Scherer

4 4 Miu Chung Yan, PhD Brückenbau im fragmentierten Gemeinwesen: Die Wiederbelebung der Settlement- Häuser (= Nachbarschaftsheime) im Zeitalter der Globalisierung Dr. Miu Chung Yan ist Assistenzprofessor im Department für Sozialarbeit und Familienstudien an der Universität von British Columbia in Vancouver, Kanada. Vor Abschluss seiner Dissertation war er zwölf Jahre lang als Sozialarbeiter und Sozialmanager in Hongkong und Toronto tätig. Sein aktuelles Forschungsinteresse hat drei Schwerpunkte: Integration von Migranten, Rolle von Nachbarschaftszentren beim Aufbau von funktionierenden Gemeinwesen, anti-repressive Sozialarbeit in interkulturellen Kontexten. Mit Kolleg/inn/en aus China arbeitet Dr. Miu Chung Yan zur Zeit an der Realisierung eines praktischen Projektes zur Gemeinwesenentwicklung und am Aufbau eines Studienganges für Sozialarbeiter in China. Einleitung Die Globalisierung mit ihren gewaltigen ökonomischen Implikationen hat die Rolle der Regierung, die u.a. darin bestand, ihre Bürger zu schützen, erschüttert und bedroht die Solidarität der schon geschwächten städtischen Gemeinwesen. Das Gemeinwesen wieder aufzubauen, haben liberale Kommunitarier als Aufgabe auf die Tagesordnung gesetzt. Das Nachbarschaftshaus, ein gemeinwesenorientiertes Modell für soziale Dienste, das die Funktionen der Dienstleistung mit der Stärkung des Gemeinwesens und dem Eintreten für sozialen Wandel verbindet, kann als eine gemeinwesenbasierte Organisation des dritten Sektors dazu dienen, solche Gemeinwesen wieder aufzubauen. Die Nachbarschaftshaus-(Settlement-)Bewegung hatte im ausgehenden 19. und im frühen 20. Jahrhundert eine große Wirkung in vielen zersplitterten, insbesondere armen, von Einwanderung geprägten Nachbarschaften, obwohl jede Einrichtung andere Schwerpunkte und Zielsetzungen hatte. Settlements als Gemeinwesenzentren oder Nachbarschaftshäuser wurden in der ganzen Welt ins Leben gerufen, um unterschiedlichen Gruppen, die jeweils in der gleichen örtlichen Umgebung leben, das Gefühl eines gemeinsamen Besitzes zu geben. In vielen nord-amerikanischen Städten sind solche Nachbarschaftshäuser immer noch in vielen verschiedenen Stadtvierteln tätig (Chesler, 1996; Fisher & Fabricant, 2002; Husock, 1993; Koerin, 2003). Jedoch hat eine Reihe von Faktoren dazu beigetragen, dass die Settlement-Bewegung als stagnierend beschrieben worden ist (Trolander, 1987). Dieser Aufsatz spricht sich dafür aus, dass im Zeitalter der Globalisierung soziale Aktivisten und Fachleute der Stadtteilentwicklung eine fließende Definition des Gemeinwesens zur Grundlage ihrer Überlegungen machen sollen, die davon ausgeht, dass im Gemeinwesen unterschiedliche Interessen strategische Gemeinsamkeiten suchen, während sie in anderen Aspekten im Wettbewerb miteinander stehen. Das Nachbarschaftshaus mit der ihm innewohnenden humanistischen, einbeziehenden und demokratischen Natur, die Kommunikation, Unterstützung und Solidarität unter den Einwohnern anregt, kann ein solider und wirksamer Dritter Sektor zur Rekonstruktion des Gemeinwesens im Zeitalter der Globalisierung sein. Der Aufsatz schlägt eine Reihe von Strategien für die Profession der Sozialarbeit vor, wie das Nachbarschaftshaus in seiner alten Funktion wiederbelebt werden kann. Das lokale Gemeinwesen im Zeitalter der Globalisierung Globalisierung, ein Begriff, der in den 80er Jahren populär wurde, beschreibt nicht nur ein facettenreiches soziales Phänomen, das schon lange existiert hat, sondern darüber hinaus und noch wichtiger die größere und umfassendere Qualität von gegenwärtigen Kontakt- und Austauschbeziehungen über die nationalen Grenzen hinaus (Albrow, 1993). Globalisierung impliziert ein Eine-Welt-System (Midgley, 2000), das alle Aspekte des Lebens berührt: Soziales, Bevölkerungsentwicklung, Politik, Kultur und Wirtschaft und das sich verschiedener Kanäle bedient: Internet, Massenmedien, internationale Wirtschaftsunternehmen und Finanzmärkte. Von allen Aspekten der Globalisierung hat die Wirtschaft, die die Entwicklung eines globalen Marktplatzes heraufbeschwört, die Meinungsführerschaft übernommen (Ife, 2000). Wie Giddens und Dahrendorf (2001) beobachten, weckt die Globalisierung Argwohn in dreierlei Hinsicht: Dominanz des Westens über den Globalisierungsprozess, die Rolle der Macht der Konzern oder das Eindringen des Marktes in zu viele Sphären des sozialen Lebens und die globale Ungleicheit (S.4). Die weltweite Ökonomie hat zu einer Zunahme der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheit geführt, nicht nur zwischen verschiedenen Ländern sondern auch im Innern jedes Landes. Während die ökonomische Globalisierung wegen ihrer negativen Auswirkungen auf die Entwicklungsländer als eine neue Form des Imperialismus beschrieben worden ist, hat sie ihre Hand unsichtbar auch dann im Spiel, wenn es um die Zunahme der sozialen Unterschiede in den entwickelten Ländern geht. Gegenwärtig leiden viele

5 entwickelte Länder unter steigenden Arbeitslosenraten, wachsenden Einkommensunterschieden und dem Verlust von Arbeitsplatzsicherheit (Glyn, 1998). Ökonomische und soziale Auswirkungen der Globalisierung auf Nationalstaaten, Gemeinwesen und Individuen in den entwickelten Ländern sind enorm. Die ökonomische Globalisierung übt einen erheblichen Abwärtsdruck auf die jungen Nationalstaaten aus, die ihre Wirtschafts- und Sozialpolitik anpassen, um sich dem globalen Wettbewerb stellen zu können. Im Gegenzug haben viele westliche Regierungen die Erfahrung des globalen Wettbewerbs genutzt, um öffentliche Ausgaben, insbesondere Sozialausgaben zurückzufahren (z.b. McQuaig, 1999; Mishra, 1999). Traditionelle Funktionen des Staates sind umstrukturiert worden, um mit den Herausforderungen der Globalisierung umgehen zu können (z.b. Giddens, 1994, 1998; Ife, 2000). Zentralisierte wohlfahrtsstaatliche Systeme sind nicht mehr zu finanzieren. Das macht ein dezentralisiertes System unumgänglich, das den lokalen Gemeinwesen aufbürdet, einen Großteil der Last von Abhängigkeit und Sozialunterstützung zu schultern. Der Rückzug der staatlichen Wohlfahrtssysteme hat die Fürsorge-Funktion vom Staat auf alternative Unterstützungssysteme in der Zivilgesellschaft verlagert, ein Sammelbegriff für jede Form gesellschaftlicher Selbstorganisation jenseits des Staates (Hall, 1995). In seiner weitesten Bedeutung umfasst der Begriff den freien Markt (Bottomore, 1979), die meisten privaten oder frei-gemeinnützigen und selbst-verwalteten Agenturen, Institutionen und Bewegungen sowie informellen sozialen Netzen (Putnam, 2000). Konzeptionell ist die Zivilgesellschaft mehr als ein Gemeinwesen, wenn es um ihre Rolle in der sozialen Fürsorge geht. Das lokale Gemeinwesen mit der großen Menge sozialen Kapitals, das es in seinen umfangreichen informellen Unterstützungssystemen enthält, wird in der Regel als der wesentliche konstitutive Baustein der Zivilgesellschaft gesehen (Etzioni, 1993; Giddens, 1994; Putnam, 2000). Armitage (1991) stellt fest, dass ein Gemeinwesen einige unterscheidbare Funktionen hat, die es von seinen Mitgliedern fordert. Diese Funktionen können klassifiziert werden als Produktion, Verteilung, Konsum, Sozialisation, soziale Kontrolle, gegenseitige Hilfe und soziale Teilhabe. Etzioni (1993) betont, dass die gemeinnützige Natur des Gemeinwesens, in der Erscheinungsform von gegenseitiger Hilfe und sozialer Teilhabe, wichtig ist, um die vorherrschende Entfremdung und Demoralisierung der nach-traditionellen Gesellschaft in den entwickelten Ländern zu bekämpfen. Er schlägt einen Entwurf vor, wie die gemeinnützige Moralität dadurch wieder aufgebaut werden kann, dass die Gemeinwesen in den städtischen Gebieten wieder belebt werden. Giddens (1998) schlägt die Formulierung vor, dass Gemeinwesen praktische Mittel seien, um die soziale und materielle Instandsetzung von Nachbarschaften, Städten und Regionen zu befördern (S. 79), die unter den Auswirkungen der globalen wirtschaftlichen Entwicklung leiden. Ist das Gemeinwesen verloren? Noch ist das Gemeinwesen im Zeitalter der Globalisierung desorientiert. Wie Giddens (1994) beobachtet, ist die Solidarität des traditionellen lokalen Gemeinwesens, insbesondere in städtischen Gebieten, durch die wohlfahrtsstaatliche Politik geschwächt worden, die eine neue Form des Individualismus hervorgebracht hat institutionalisierten Individualismus der das Individuum als Basis für Rechtsansprüche auf Sozialleistungen überbetont. In der Folge beschleunigt die Individualisierung den Prozess der Entfremdung und Demoralisierung in der nach-traditionellen Gesellschaft (Etzioni, 1993). Diese Entfremdung findet ihren vollendeten Ausdruck im Life Stile des Vorstadtlebens, der eine beinahe normative Bedeutung in den meisten Metropolen bekommt (Putnam, 2000). Der Abwärtsdruck der Globalisierung setzt das geschwächte lokale Gemeinwesen zusätzlich unter Druck. Die globale Ökonomie führt zu einer höheren Mobilität des Kapital Investments und der menschlichen Ressourcen in bestimmten Berufen. Manche Gemeinwesen in städtischen Gebieten werden destabilisiert oder sogar auseinandergerissen als Folge des Niedergangs der örtlichen Industrie und der schnellen Kapitalbewegungen. Die Globalisierung ermuntert, bzw. zwingt Nationen, ihre Grenzen nicht nur für Handels- und Kapitalströme zu öffnen sondern auch für Migranten, Touristen, Medienkommunikation, Information und Kultur. In Nord-Amerika wurde schon Anfang der 80er Jahre festgestellt, dass die meisten Gemeinwesen in den städtischen Ballungsgebieten einen konstanten Zufluss von Neuankömmlingen erfahren als Folge von massiver innerer und äußerer Migration (Rivera & Ehrlich, 1981). Diese Tendenz dauert weiter an (Putnam, 2000). Das ursprünglich homogene Gemeinwesen wird in fragmentierte und vielfältige Einheiten zerlegt. Unterschiedlichkeit wird zur Norm in den meisten Metropolen in den entwickelten Ländern. In diesem Zusammenhang entstehen neue Identitäten. Und diese neuen Kräfte fordern die traditionelle soziale und moralische Ordnung heraus. Folgerichtig trägt die Globalisierung zu der postmodernen Disposition (Ife, 2000) bei, in der soziale und moralische Standards zweifelhaft sind. Es entstehen neue soziale Bewegungen in der Form von politischen und sozialen Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Identitäten. Im nach-traditionellen Zeitalter scheint die Idee des Gemeinwesens dahin zu schwinden, ausgehöhlt durch die makro-ökonomischen und globalen Kräfte, deren negative Folgen von 5

6 6 vielen Gemeinwesen auf der ganzen Welt verspürt werden. Die Menschen fragen sich immer wieder, ob das Gemeinwesen verloren, gerettet oder befreit ist (Smith, 1996, S. 253). Das fragmentierte und fremd gewordene Bild des Gemeinwesens kann fälschlich als Zusammenbruch der lokalen Gemeinschaft interpretiert werden (Putnam, 2000). Trotz des Einflusses der globalen Ökonomie, der hochtechnisierten Kommunikation, der hohen geographischen Mobilität und des rapiden Zuwachses an Neuankömmlingen sind die meisten Menschen immer noch an eine bestimmte Gegend gebunden: menschliche Bedürfnisse bleiben im Wesentlichen lokal und persönlich (Ife, 2000, S. 55). Insbesondere arme Menschen sind in ihren niedergehenden Nachbarschaften gefangen, denen es, wie Putnam (2000) beschreibt, an sozialem Kapital mangelt. Trotzdem sehnen sich die Menschen nach einem bedeutungsvollen humanen Lebensstil. Das Gemeinwesen ist, wie uns Ife (2000) versichert, immer noch eine bedeutsame Alternative, um sich den Auswirkungen der Globalisierung auf das Leben der Menschen zu widersetzen. Gemeinwesen neu denken Gemeinwesen ist eines der unklarsten und am wenigsten greifbaren Konzepte in der Sozialwissenschaft (Shore, 1993). Diejenigen, die den Zusammenbruch des Gemeinwesens verkünden, nehmen vielleicht an, dass ein Gemeinwesen eine in sich geschlossene, kohärente und statische Einheit ist, die als Gemeinschaft begriffen werden kann. Ein lokales Gemeinwesen kann idealisiert werden als eine integrierte, vor-industrielle kleine Nachbarschaft, in der soziale Beziehungen intim, anhaltend und vielfältig sind (Shore, 1993). Dieses idealistische Konzept, das von den Kommunitariern beschrieben wird, ist eine nostalgische Fehleinschätzung, die sich auf frühere Zeiten und Zusammenhänge bezieht. Es ignoriert die Tatsache, dass die Idee des Gemeinwesens weitgehend eine soziale Konstruktion darstellt, die nicht ausschließlich auf objektiven geographischen Grenzen beruht, sondern sich auf die Vorstellung einer Gruppe von Menschen bezieht, die sich als Mitglied eines Gemeinwesens verstehen (Anderson, 1991). Wie Rose klarstellt, ist das Gemeinwesen keine feste Größe sondern eine örtliche und situationsbedingte Konstruktion (Rose, 1999). Wir sollten uns ein stärker dynamisches Verständnis von Gemeinwesen im Zeitalter der Globalisierung zu eigen machen. Identität und Zugehörigkeit werden fließende und gedachte Größen und nicht zwangsläufig fest umrissen und in sich schlüssig (Leonard, 1997). Ife (2000) teilt diese neue Sicht auf das Gemeinwesen und schlägt vor, dass die Profession der Sozialarbeit das Gemeinwesen als eine fließende Konstruktion akzeptieren sollte, die eine ideale Basis für eine von kultureller Vielfalt und politischem Pluralismus geprägte nach-industrielle Gesellschaft darstellen könnte (S. 56). Aktive Bürgerschaft. Verknüpfung von Gemeinwesen, Zivilgesellschaft und Staat. Wie Giddens (1994) nahe legt, ist die Zivilgesellschaft auf der Ebene des Gemeinwesens entscheidend für den Kampf gegen die Globalisierung. Bürokratisierung, Professionalisierung und Zentralisierung haben in vielen Wohlfahrtsstaaten die Zivilgesellschaft unterdrückt und die Gemeinwesen geschwächt. Um die Zivilgesellschaft mit frischem Leben zu erfüllen, müssen neue Wege für lokales Verwaltungshandeln gefunden werden, damit die Menschen ihre persönlichen und sozialen Angelegenheiten auf der Ebene des Gemeinwesens managen können. Giddens (1998, 1994) schlägt deswegen vor, dass zur Ergänzung der staatlichen Funktionen, die vom Abwärtsdruck der Globalisierung geschwächt sind, das Gemeinwesen durch eine Partnerschaft gegenseitiger Ermöglichung und Kontrolle zwischen Regierung und Zivilgesellschaft wieder gestärkt werden muss. Nichtsdestoweniger entwickeln möglicherweise die Menschen im Zeitalter der Globalisierung nur ein Gefühl für das Gemeinwesen, wenn eine neue kulturelle Grundlage für ein solches Gefühl um einige wenige gemeinsame Werte und Institutionen gebildet wird, die Vielfalt und das Experimentieren mit unterschiedlichen Lebensstilen von Individuen und Gruppen erlauben sowie die Duldung eines nicht endenden Wettbewerbs zwischen verschiedenen kulturellen Traditionen (Perez-Diaz, 1995, S. 87). In anderen Worten: das Gefühl der Zugehörigkeit zum nach-traditionellen Gemeinwesen ist nicht durch Übereinstimmung sondern durch fortwährende Verhandlungen zwischen unterschiedlichen Interessen gekennzeichnet, die zeitweise im Wettstreit miteinander stehen, teilweise aber auch strategisch und in bestimmten Kontexten in Angelegenheiten, die von örtlicher oder persönlicher Bedeutung sind, kooperieren. Deshalb ist es nicht überraschend, dass die meisten neuen sozialen Bewegungen, rebellische Graswurzelgruppen, die sich zu Fragen wie demokratische Teilhabe, persönliche Freiheit, Bürgerrechte und Lebensqualität (Fisher & Kling, 1997) zusammen gefunden haben, immer noch ihren Schwerpunkt auf der Ebene des Gemeinwesens haben (Leonard, 1997). Durch Wahrnehmung und Anerkennung der Unterschiede zwischen den Menschen gewinnen sie im Gegenzug den Besitz über das Gemeinwesen zurück. Um das Gemeinwesen als einen aktiven Bestandteil der Zivilgesellschaft wieder zu verjüngen, ist die Beteiligung der Bürger über die Grenzen der unterschied-

7 lichen Interessen hinweg notwendig. Ein gemeinnütziger Ansatz, der auf dem guten Willen der Menschen beruht, ist notwendig, aber nicht ausreichend, um die Beteiligung der Bürger lebendig zu halten. Wie Sites (1998) feststellt, ist der Gemeinnützigkeitsansatz ein Wert, der sich selbst beschneidet, weil er die berechtigten unterschiedlichen Interessen in einem Gemeinwesen unterschlägt. Statt dessen muss die Beteiligung vor Ort die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Gruppen anerkennen. Die neue Bürgerschaft im lokalen Gemeinwesen muss eine Art aktiver Bürgerschaft sein, die auf einem ausgewogenen Verhältnis von Rechten und Fürsorglichkeit beruht (Drover, 2000) oder wie Giddens (1998) betont so etwas wie keine Rechte ohne die Übernahme von Verantwortung. Aktive Bürgerschaft kann dadurch befördert werden, dass die lokale Selbstverwaltung gestärkt wird, die den Menschen im Gemeinwesen mehr Entscheidungsmacht gibt. Die Förderung lokaler Initiative und öffentlicher Einmischung in die Planung wird die Erneuerung des Gemeinwesens voran bringen. Entscheidungswege von unten nach oben als ein Ausdruck von Demokratie sind entscheidend. Der kollektive Entscheidungsprozess im Gemeinwesen erfordert gegenseitige Hilfe und Unterstützung von Bewohnern, die unterschiedliche Interessen haben. Solidarität zwischen unterschiedlichen Gruppen beruht nicht auf metaphysisch vorausgesetzten moralischen Werten, sondern auf kontinuierlicher Aushandlung mittels derer die Menschen interagieren und miteinander in Dialog treten über Rechte und Verantwortlichkeit untereinander und im Verhältnis zur Regierung, wenn es darum geht, die sozialen und persönlichen Probleme zu lösen, die der globale Wettbewerb verursacht hat. Lokale Selbstverwaltung umfasst die organisatorische Bewältigung der Verteilung von Ressourcen. Es gibt viele Wege für die Regierung, ihre Politik umzusetzen und ihre Ressourcen dem lokalen Gemeinwesen zur Verfügung zu stellen. Zwischen dem Nationalstaat und der Zivilgesellschaft steht der Dritte Sektor. Dieser umfasst Nachbarschaftsinitiativen, Selbsthilfegruppen und Wohlfahrtsorganisationen. Diese sind immer aktive Partner der Regierung, insbesondere auf der Ebene des Gemeinwesens. Sehr oft kann ihre Interpretation und ihre Antwort auf die Regierungspolitik den politischen Prozess aktiv beeinflussen (Yan, 1998). Die Rolle des gemeinwesenbasierten Dritten Sektors ist wichtig, wenn man die Funktion des nach-traditionellen Gemeinwesens neu untersucht. Die Relevanz der Settlements /Nachbarschaftsheime Tatsächlich ist der gemeinwesenbasierte dritte Sektor immer ein wichtiger sozialer Mechanismus für die Aktualisierung lokaler Partizipation durch die auf der örtlichen Ebene gewählten Vorstände und durch die Einbeziehung von Freiwilligen / Ehrenamtlichen. Diese Formen lokaler Partizipation sind ein Erbe, das von den Settlement-Häusern übernommen worden ist. Anders als viele von den anderen nicht gemeinwesenbasierten gemeinnützigen Organisationen, zeichnet sich das Settlement-Haus durch seine funktionale Integration von Dienstleistung, Gemeinwesenaufbau und sozialer Veränderung aus (Fabricant & Fisher, 2002; Yan, 2002a). Diese Integration wird weiter charakterisiert durch ihre vier Wesensmerkmale: a) den nachbarschaftlichen Fokus, b) das traditionelle Engagement dafür, dass die Menschen sich ihr Gemeinwesen aneignen, c) den generationsübergreifenden Ansatz, und d) die tiefe Sensibilität und den Respekt für Verschiedenheit (Chesler, 1996). Diese Charaktereigenschaften zeigen deutlich, dass das Settlement- Haus nicht nur eine multifunktionale Servicefunktion hat, sondern auch eine gemeinwesenbasierte organisierende Agentur ist, die eine effektive Struktur lokaler Selbstverwaltung hervorbringen kann, durch die die Menschen in Angelegenheiten und politischen Zielsetzungen, die ihr Gemeinwesen betreffen, mitwirken können. Das Settlement-Haus Geschichte, Philosophie und Dienstleistungen Settlement-Häuser haben ihren Ursprung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, insbesondere in der englischsprachigen Welt (Ramey, 1992; Weil, 1997). Die Settlement-Bewegung mag in Nord-Amerika in den sechziger Jahren an Dynamik verloren haben, aber das Settlement-Haus als ein gemeinwesenbildender Ansatz hat sich über viele Entwicklungsländer verbreitet, z.b. Indien (Kaul, 1988), Hong Kong (Chow, 1980), Ost-Europa und China (Yan, 2002a). In vielen Ländern sind Settlement-Häuser in der neuen Form von Bürgerhäusern oder Nachbarschaftszentren starke nachbarschaftliche Einrichtungen, die einerseits einen Dienstleistungsmechanismus darstellen, mit dem auf soziale Problemlagen geantwortet wird, und andererseits Motoren der zivilgesellschaftlichen Entwicklung sind, die die Solidarität unter den Stadtteilbewohnern befördern (Mizrahi & Rosenthal, 1998). Der Erfolg des Settlement-Hauses hat sowohl mit seinen humanistischen und kommunitarischen Grundsätzen als auch mit dem ganzheitlichen Dienstleistungsmodell zu tun (Husock, 1993). Schon beim ersten Settlement-Haus, Toynbee Hall, war es ein vorrangiges Ziel des Settlement-Hauses, Zersplitterung und Gegensätze unter den Stadtteilbewohnern zu überwinden (Abel, 1979). Jane Addams, die Gründerin von Hull House, gründete die Settlement-Bewegung auf ein humanistisch philosophisches Fundament, indem sie als den philosophischen Kern dieser Bewegung die Solidarität der menschlichen Rasse (Addams, 1997) propagierte. Sie benannte drei Motive, die hinter der Settlement-Bewegung stünden: die Demokratie auf 7

8 8 das Feld des Sozialen auszuweiten, die volle Entfaltung aller Angehörigen der menschlichen Gattung zu fördern und die Humanität des Christentums neu zu beleben (Addams, 1999, S. 95). Für Addams sollte Demokratie nicht auf das politische Feld begrenzt bleiben. Sie sollte sich auch auf die Teilhabe im örtlichen Gemeinwesen erstrecken. Menschen lernen das Wesen der Demokratie durch ihre Mitwirkung im lokalen Bereich kennen. Dieser Prozess hat zum Ziel, Menschen zu einem Mehr an gesellschaftlichem Leben zu führen. Das zweite Motiv weist darauf hin, dass gegenseitige Hilfe unabdingbar ist, wenn die menschliche Gattung ihr volles Potential an Humanität entfalten will. Nur durch die gegenseitige Verknüpfung von Menschen über die Grenzen von Alter, Geschlecht, Klasse, ethnischer Herkunft, Rasse oder anderer Merkmale sei der Fortschritt der gesamten menschlichen Gattung möglich. Das dritte Motiv verweist auf ihre Überzeugung, die Verwirklichung der menschlichen Bestimmung liege in der brüderlichen Verbindung der Menschen zueinander. Für sie zeigt sich der Wert eines Menschen darin, wie er sich mit seinesgleichen verbindet und von welchem Engagement und welcher Sensibilität seine Haltung zu anderen geprägt ist (1999, S. 95). Zusammengefasst bedeuten diese Motive, dass Settlement- Häuser ein institutioneller Ausdruck von demokratischer Teilhabe, gemeinschaftlicher Verantwortung und Gegenseitigkeit sind. Die drei Motive werden durch ein Bündel von Dienstleistungen verwirklicht. Settlement-Häuser betrachten die menschlichen Bedarfe ganzheitlich und orientieren sich am Modell umfassender integrierter Dienste (Hillmann, 1960a; Irving, Parsons & Bellamy, 1995). Addams beschrieb die Dienste der Settlement-Häuser in vier Hauptkategorien: sozial, bildungsbezogen, humanitär und bürgerschaftlich (Lasch, 1965). Alles in allem decken sie den Bedarf von nahezu allen Mitgliedern des Gemeinwesens ab, gleich welchem Alter, welchem Geschlecht und welcher Bildungsschicht sie angehörten. Weil jedes Settlement-Haus in einer spezifischen Nachbarschaft tätig ist, werden die Dienstleistungen immer auf den konkreten Bedarf des jeweiligen Gemeinwesens zugeschnitten. Die Bedarfslage im Gemeinwesen kann sich ändern, und damit werden auch die Dienstleistungen bedarfsentsprechend angepasst. Die Dienstleistungen des Settlement-Hauses sind flexibel, rechtzeitig und lokal. Hillman (1960b) hat herausgearbeitet, dass die Settlement-Häuser, ohne ihre universalistischen Prinzipien zu verletzen, besonderes Expertentum in der Arbeit mit bestimmten Zielgruppen in Übereinstimmung mit der Charakteristik ihre Stadtteils entwickelt haben. Heute haben viele Settlement-Häuser Kindertagesstätten integriert, Beratungsdienste, Kliniken und Gesundheitszentren. Der umfassende integrierte Dienst des Settlement-Hauses dient nicht nur dazu, die Probleme von Individuen und Familien zu lösen, sondern ist auch ein Mittel, um das Ziel des Nachbarschafts- und Gemeinwesenaufbaus zu erreichen. Es ist ein ganzheitlicher gemeinschaftsstiftender Ansatz. Das Settlement-Haus: Kritiken und Vorhersagen Die Energie und Dynamik der Settlement-Bewegung beruhte auf der humanistischen Philosophie ihrer Begründer/innen wie Jane Addams, Lillian Wald und Helen Hall. In den heutigen Zeiten, haben sich alle Settlement-Häuser unterschiedlich entwickelt. In der Tat, angesichts der inneren Vielfalt und ihres unterschiedlichen historischen Horizontes sollten wir die bisherige Praxis der Settlement-Häuser nicht unkritisch betrachten. Zum Beispiel sind viele führende Mitglieder der Settlement-Bewegung zwar gegen den Rassismus aufgetreten und haben den Amerikanischen Chauvinismus kritisiert, aber sie haben doch an das traditionelle liberale Ideal von einer einheitlichen Amerikanischen Nation und Kultur geglaubt und sind deswegen eher für Anpassung als für Pluralismus eingetreten (Lissak, 1989). Folgerichtig hatten Hull House und viele andere Settlement-Häuser die Tendenz zu einem paternalistischen Verständnis von Integration: die unzivilisierten armen Einwanderer sollten empor gehoben, bzw. angepasst werden an die Errungenschaften der Viktorianischen Mittelklasse (Carson, 1990). Die Fortschrittliche Zeit, in der die Settlement-Bewegung ihre Blütezeit hatte, war gleichzeitig die Zeit der schärfsten Rassentrennung in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. Vor diesem historischen Hintergrund haben viele Settlement-Häuser, obwohl einige in schwarzen Wohngebieten (Lasch-Quinn, 1993) gebaut wurden, die schwarze Community ausgeschlossen und Rassentrennung praktiziert (z.b. Berman-Rossi & Miller, 1994; Lasch-Quinn, 1993). Die Settlement-Bewegung in Nord-Amerika hat sich im letzten Jahrhundert verändert. Besorgnis über den Niedergang dieser Bewegung wurde schon in den 1930er Jahren geäußert (Carson, 1990). Die Professionalisierung der Sozialarbeit wurde als Hauptursache der Schwächung von freiwilligem Engagement und Bürgerbeteiligung in den Settlement-Häusern identifiziert. Gewaltige Stadterneuerungsprogramme führten auch dazu, dass Gemeinwesen, auf die die Settlement- Häuser ihre Dienstleistungen ausgerichtet hatten, durcheinander gewirbelt wurden. Die Sozialreform- Strategie der Settlement-Häuser wurde als ein recht schwacher Ansatz zum Umgang mit der politischen Landschaft der Nachkriegszeit betrachtet, insbesondere während der Bürgerrechtsbewegung (Trolander, 1987). Schwerwiegender noch war die starke Abhängigkeit von leistungsvertraglicher staatlicher Finanzierung, die die gemeinwesenbildenden Funktionen der Settlement-Häuser geschwächt und ihren ganzheitli-

9 chen Ansatz sozialer Dienste fragmentiert hat (Fabricant & Fisher, 2002; Koerin, 2003; Trolander, 1987). Ein Verständnis der Geschichte der Settlement-Häuser kann jeden Vorschlag für eine Wiederbelebung des Settlement-Hauses als wesentliches Element eines gemeinwesengestützten dritten Sektors für den Gemeinwesenaufbau nützen. Viele der hemmenden Faktoren, insbesondere die finanzielle Abhängigkeit, existieren weiterhin (Koerin, 2003). Allerdings muss das, was die Häuser in der Vergangenheit bedroht hat, im historischen Kontext verstanden werden. Trotz dieser Schwierigkeiten kann das alte Ideal des Settlement-Hauses von einem gemeinsamen Glauben an die Fähigkeit des Menschen zu Selbsthilfe, Selbstbestimmung und Wachstum; von der Wünschbarkeit und Möglichkeit konstruktiver sozialer Reformen und von der Bedeutung die Gelegenheiten, soziale Verantwortung zu übernehmen und auszuüben, für den Einzelnen und für die Gesellschaft als Ganze haben (Hillmann, 1960a, S. vi) weiterhin bewahrt und aufrecht erhalten werden. Dieser Glaube ist nicht irrelevant in einer nach-traditionellen Ära, in der menschliche gegenseitige Abhängigkeit und Selbstbestimmung als Prinzipien nebeneinander stehen, wenn es um die Suche nach dem Wohlbefinden des Individuums und seines Gemeinwesens geht. Das integrative Modell: Dienstleistung Gemeinwesenaufbau soziale Veränderung macht das Settlement-Haus auch einzigartig und bedeutsam für das fragmentierte Gemeinwesen im Zeitalter der Globalisierung (Fabricant & Fisher, 2002; Husock, 1993). Der folgende Abschnitt beschäftigt sich unter Berücksichtigung ihrer historischen Einzigartigkeit mit der Frage, welche Rollen und Funktionen Settlement-Häuser beim Gemeinwesenaufbau in der Ära der Globalisierung übernehmen können. Settlement-Haus: Gemeinwesenaufbau im Zeitalter der Globalisierung Ife (2000) stellt die These auf, dass die Hauptaufgabe der professionellen Sozialarbeit der Gemeinwesenaufbau sein sollte, um die städtischen Gemeinwesen angesichts zahlreicher Herausforderungen wieder zu beleben. Der Zweck des Gemeinwesenaufbaus kann verstanden werden als eine Kapitalanlage, die die Lebensqualität der Bewohner von einkommensarmen und einkommensschwachen Gemeinwesen erhöht, die als Nachbarschaften oder Sozialräume mit unterschiedlichen Nachbarschaften definiert werden (Ferguson & Dickens, 1999, S. 5). Die meisten gemeinwesenbildenden Ansätze haben zum Ziel, die Solidarität unter den Bewohnern zu entwickeln, das soziale Kapital des Gemeinwesens zu erhalten und zu verstärken sowie die Mitglieder des Gemeinwesens dahingehend zu organisieren, dass sie sich beteiligen, wenn es um Angelegenheiten und politische Entscheidungen geht, die in Bezug zu ihrem täglichen Leben stehen. Jedes gemeinwesen-aufbauende Projekt muss sich der Herausforderung stellen, die fragmentierten und unterschiedlichen Interessen im Gemeinwesen zu organisieren. Die Fragmentierung, die ein Resultat der Globalisierung ist, hat die lokalen Gemeinwesen zu Schauplätzen für Stadtpolitik und neue soziale Bewegungen gemacht (Hasson & Ley, 1994). Fisher und Kling (1997) fassen die Charakteristiken der neuen sozialen Bewegungen zusammen als: gemeinwesengestützt, fragmentierte Identitäten transzendierend, neo-populistische Vision von Demokratie (nicht hierarchische Interaktion), Kampf um kulturelle und soziale Identität, und Ausrichtung auf Gemeinwesen- Selbsthilfe und Empowerment. Die meisten dieser Charakteristiken sind in der Tat nicht notwendigerweise im Konflikt mit der ursprünglichen Philosophie und den Motiven der Settlement-Bewegung, obwohl es angesichts der ideologischen und historischen Differenzen falsch wäre, eine absolute Kompatibilität anzunehmen. Die neuen sozialen Bewegungen erkennen auch die Bedeutung der gegenseitigen Abhängigkeit an (Leonard, 1997), die eine genaue Entsprechung der ursprünglichen Philosophie der Settlement-Häuser und ihren auf eine humanistische Brüderlichkeit ausgerichteten Motiven darstellt. Mittlerweile hat Cox (2001), um auf die neuen sozialen Bewegungen zu antworten, vorgeschlagen, dass ein effektives Modell für gemeinwesenbezogenes Handeln im 21. Jahrhundert Folgendes enthalten sollte: (a) eine Beziehung herstellen zu der wachsenden Zahl von interessenbezogenen Bewegungen mit einer starken Betonung der politischen und ökonomischen Aspekte der Fragen, mit denen sie sich beschäftigen, und (b) effektive Wege finden, diese Bewegungen so zusammen zu bringen, dass sie zugleich die Unterschiede, die sie repräsentieren erkennen und anerkennen (S.45). Gemeinwesen-Aufbau, wie er vom Settlement-Haus praktiziert wird, hat als Grundlage die Idee der Einbeziehung. Trotz der in ihrer Geschichte aufzufindenden zeitweilig fehlenden Sensibilität gegenüber rassischer Diskriminierung kann das Settlement-Haus von heute eine nützliche Brücke über die unterschiedlichen Interessen im Gemeinwesen darstellen (Reinders, 1982). Die Brückenfunktion ist besonders wichtig für das nach-traditionelle Gemeinwesen, dieses fragmentierte Gebilde, von dessen Bewohnern man kein einheitliches Gefühl der Zugehörigkeit zum Gemeinwesen erwarten kann. Die Interessen der Menschen und ihre Vorstellungen vom Gemeinwesen sind unterschiedlicher als je zuvor. Das nach-traditionelle Gemeinwesen kann ausschließend und unterdrückend sein (Giddens, 1994). Um das Ziel der Einbeziehung zu 9

10 10 erreichen, bedarf es eines andauernden Dialogs, um vorübergehende Übereinstimmungen und strategische Solidarität zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen zu erreichen. Das Settlement-Haus kann eine physische Plattform für den Dialog bereit stellen. Der neutrale Boden eines Settlement-Hauses erlaubt ihm, die Funktion eines Wohnzimmers der Nachbarschaft darzustellen, in dem alle Mitglieder des Gemeinwesens unterschiedlicher Generationen, rassischer, kultureller oder Geschlechts- Zugehörigkeit sowie politischer Orientierung willkommen sind (Hiroto, Brown & Martin, 1997). Die physische Existenz eines Settlement-Hauses in einem Gemeinwesen stellt auch so etwas wie eine symbolische Gestalt des Gemeinwesens dar. Die architektonische Gestalt vieler Settlement-Häuser und ihre Geschichte der Arbeit mit den Menschen im Gemeinwesen ist eingewoben in die Erinnerungen vieler Generationen der Bewohner. Für Neuankömmlinge bieten die physische Gegenwärtigkeit und die Dienste des Settlement-Hauses einen physischen Eintrittspunkt für die Integration in das neue Umfeld. Nach dem Beispiel von Toynbee Hall sind viele Settlement-Häuser auch ein zentraler Punkt, an dem sich Menschen aller Schattierungen von Meinungen treffen und Probleme öffentlich diskutieren können (Irving u.a., 1995, S. 6). Das Settlement-Haus bietet vor Ort einen Platz für Menschen mit unterschiedlichen Interessen, an dem sie teilhaben, sich engagieren und sich über Bedürfnisse, Probleme und Lösungen und über die Zukunft des Gemeinwesens verständigen können. Soziale Reform und Entwicklung der Zivilgesellschaft sind wichtige Funktionen des Settlement- Hauses. Hull House und viele andere Settlement-Häuser waren z.b. hilfreich und wichtig in der Frühzeit der Arbeitsgesetzgebung und der Beschäftigungspolitik (Addams, 1999; Andrews, 1997). Das Settlement-Haus kann ein aktiver Faktor bei der Organisierung des Gemeinwesens (Communtiy Organizing) sein, insbesondere, wenn es darum geht, die sozialen Verhältnisse in belasteten Wohngebieten zu verbessern und etwas gegen Armut, schlechte Wohnverhältnisse, unzureichende Gesundheitssituationen und Arbeitslosigkeit zu unternehmen. Traditionell haben Settlement-Häuser Initiativen in der örtlichen Stadtplanung ergriffen, insbesondere in solchen Gemeinwesen, in denen es an Führungspersönlichkeiten, Fachpersonal und Einrichtungen mangelt (Hillmann, 1960a). Die Erfahrungen, die bei der Mitwirkung in den Settlement-Häusern gemacht und die Kenntnisse über das Gemeinwesen, die dabei gewonnen werden, geben den Bewohnern Macht. Durch den Ansatz der Gruppenarbeit haben Settlement-Häuser Menschen erfolgreich von anfänglicher nur auf die individuellen Interessen bezogenen Betroffenheit dazu gebracht, sich aktiv mit sozialen Fragen auseinander zu setzen (Yan, 2002b). Durch enge Beziehungen zu Universitäten und Akademien haben Settlement-Häuser ebenfalls eine Tradition, Forschungen und Untersuchungen im Gemeinwesen durchzuführen (Irving u.a., 1995). Durch programmatische Arrangements, wie z.b. Rathaustreffen, bieten Settlement-Häuser einen effektiven Weg, die öffentliche Meinungsbildung zu organisieren, die für die Formulierung der Regierungspolitik wichtig ist. Die pragmatische und humanistische Herangehensweise sowie das umfassende und ganzheitliche Diensleistungsmodell der Settlement-Häuser statten diese hundertjährige soziale Bewegung und ihre Nachfolger mit der anpassungsfähigen Infrastruktur aus, die Antworten auf die neu entstehenden Bedarfslagen der meisten Gemeinwesen von heute finden kann. Im Unterschied zu manch anderen Gemeinwesenarbeits-Ansätzen, die kommen und gehen, wenn ihre Aufgaben im Gemeinwesen beendet sind, sind die Settlement-Häuser eine auf Dauer angelegte Infrastruktur, mit einer Dienstleistungskapazität, die ihren Platz mitten im Gemeinwesen hat. Die Dauerhaftigkeit der Settlement-Häuser erlaubt ihren nicht nur, auf die tagesaktuellen Problemlagen im Gemeinwesen zu reagieren, sondern ermöglicht ihnen auch, sich mit der Planung künftiger Veränderungen zu beschäftigen. Mit ihrer Dienstleistungskapazität und professionellen Kenntnis können Settlement-Häuser auch schnell auf Bedarfslagen im Gemeinwesen reagieren und ein Vehikel dafür sein, gegenseitige Hilfe anzuregen und Netzwerkzusammenhänge zu stiften, und das auf eine flexiblere Art und Weise. Wenn die Regierung im Zeitalter der Globalisierung ihre sozialen Dienstleistungen dezentralisieren will, kann sie ihre Wohlfahrtsressourcen über die Settlement-Häuser verteilen und damit sicherstellen, dass ihre Bürger in den Genuss qualitativ hochwertiger sozialer Dienste kommen, wenn dabei zugleich ein angemessenes System örtlicher Leitung und Überwachung geschaffen wird (Wharf, 1998). Der Ansatz örtlicher Leitung und Überwachung würde durch die Demokratie vor Ort geschaffen, die vom Settlement- Haus etabliert wird. Auch wenn die meisten Settlement-Häuser von ausgebildetem Personal geleitet werden (Trollander, 1987), ist die lokale Demokratie, deren Ideal in die zivilgesellschaftliche Funktion der Settlement-Häuser eingebettet ist, in vielerlei Form erhalten geblieben. Insbesondere sind die Mitglieder des Gemeinwesens in ihrer Eigenschaft als Bürger, nicht als Klienten, aktiv beteiligt an der Gestaltung der Arbeit des Settlement-Hauses beteiligt: im Vorstands-Management, in Planung und Durchführung der Programme und in der Verwaltung (Klein, 1968). Freiwillige und ehrenamtliche Mitwirkung in einem Settlement-Haus ist eine Form von lokaler Demokratie, mittels derer die Mitglieder des Gemeinwesens

11 ihre Bürgerrechte und Verantwortlichkeiten bei den Entscheidungen, die ihr Gemeinwesen betreffen, ausüben können. Im Gegenzug befördert die lokale Demokratie das Gefühl, Eigentümer des Gemeinwesens zu sein. Dieses Eigentumsgefühl basiert auch auf der gegenseitigen Hilfe. Freiwillige und ehrenamtliche Mitwirkung, wie sie die Settlement-Häuser verstehen, ist nicht auf die Durchsetzung von Rechten beschränkt. Settlement-Häuser setzen sich für eine aktive Bürgerschaft ein ein ausgewogenes Verhältnis von Rechten und Hilfeleistung unter den Einwohnern. Die meisten Settlement-Häuser von heute sind multifunktionale Dienstleistungsunternehmen geworden, die in einem hohen Maße auf Regierungsunterstützung angewiesen sind und Ressourcen im Rahmen von ausdifferenzierten Regierungsprogrammen weitergeben. Nichtsdestoweniger hat die Unterstützung durch privates Geld, das vom Gemeinwesen in Form von Spenden aufgebracht wird, nach wie vor eine hohe Bedeutung (Chesler, 1996). Traditionell spielen die Settlement- Häuser ebenfalls eine Rolle bei der Koordination von Ressourcen, die von den Einwohnern in Form von Zeit, Geld, Material und Engagement eingebracht werden. Sie fassen sie zusammen und geben sie an diejenigen im Gemeinwesen weiter, die einen entsprechenden Bedarf haben. Settlement-Häuser, die auf diese Weise Ressourcen bündeln und die informellen Hilfenetzwerke verknüpfen, generieren auf effektive Weise soziales Kapital (Putnam, 2000). Das ist das Wesen der Settlement-Häuser: Solidarität zu verstärken und die Selbsthilfekräfte des Gemeinwesens durch die Beteiligung der Bürger auszubauen. In den Worten von Wharf und Clague (1997) liest sich das so: Settlement- Häuser sind kraftvolle Agenturen für Hilfeleistung und für die Entwicklung der Fähigkeiten eines Gemeinwesens (S. 321). Auswirkungen auf die Profession der Sozialarbeit Die Tradition der Sozialreform, die von der Settlement-Bewegung geerbt wurde, hat entscheidende Bedeutung für die Zielsetzung der Sozialarbeit (Abramovitz, 1998; Hayes, 1998; Haynes & White, 1999; Ife, 2000). Deswegen kann die Wiederbelebung des Settlement-Hauses und seiner Nachfolger, der Nachbarschafts- und Gemeinwesenzentren, nicht ohne eine Überprüfung des Selbstverständnisses der Sozialarbeit realisiert werden (Epstein, 1999; Specht & Courtney, 1994). Arbeit in Settlement-Häusern Nachbarschafts- oder Gemeinwesenzentren wird von Absolventen der Sozialarbeits-Ausbildungsstätten nicht mehr favorisiert. In einem Settlement-Haus zu arbeiten, kann im Vergleich zur klinischen Praxis niedriges Einkommen und Prestige bedeuten. Wir können natürlich die Regierung dafür kritisieren, dass sie den Settlement-Häusern nicht genügend Aufmerksamkeit und Geld zukommen lässt (Fabricant & Fisher, 2002; Koerin, 2003). Allerdings sollten wir auch unser eigenes Engagement für das Gemeinwesen und die Settlement-Häuser kritisch überprüfen, aus denen die professionelle Sozialarbeit hervorgegangen ist. Obwohl das Settlement-Haus einmal die Profession der Sozialarbeit hervorgebracht hat, hat sich die Profession von den Menschen im Gemeinwesen abgewandt (Trolander, 1987). Im Gegenzug hat das Settlement-Haus seine traditionelle Funktion als Agent des Gemeinwesenaufbaus verloren. Folgerichtig sind das Settlement-Haus und seine Nachfolger Gemeinwesen- und Nachbarschaftszentren das Stiefkind der professionellen Sozialarbeit geworden. Fabricant und Fisher (2002) vertreten die These, dass das Settlement-Haus dadurch wieder belebt werden kann, dass es ein strategisches Bündnis mit anderen Organisationen im Gemeinwesen schließt. Eine dieser Organisationen könnte die örtliche Sozialarbeits- Schule sein, die historisch eine wichtige Rolle in der Settlement-Bewegung gespielt hat. Die Wiederbelebung des Settlement-Hauses braucht die Unterstützung von Lehrenden an den Ausbildungsstätten für Sozialarbeiter/innen, damit unsere Lehrpläne so überarbeitet werden, dass sie einen größeren Anteil an praktischer Gemeinwesenarbeit enthalten; dass sie unsere professionelle Ausbildung wieder mit unserer Verpflichtung zu sozialem Wandel verbinden; dass sie unsere Studenten motivieren, Praktika oder freiwillige Arbeit in örtlichen Settlement-Häusern zu leisten; dass sie kostenloses Training für Mitarbeiter/innen von Settlement-Häusern anbieten, die keine formelle Ausbildung in Sozial- oder Gemeinwesenarbeit haben; und dass sie kostenlose professionelle Beratung für örtliche Settlement-Häuser für Programmgestaltung, Planung und Evaluation bereit stellen (Johnson, 1998). Wenn wir darin übereinstimmen, dass überzeugende Praxis ein Weg ist, unsere Dienstleistungsqualität und unser professionelles Engagement zu sichern, dann ist mehr Forschung und Literatur notwendig, um die Dienste der Settlement-Häuser zu verbessern, um ihre Errungenschaften zu zeigen und um eine empirische Basis für sozialen Wandel im Gemeinwesen zur Verfügung zu stellen. Der Erfolg der frühen Settlement-Häuser war eng verbunden mit der freiwilligen Unterstützung von den Universitäten (Carson, 1990; Irving u.a., 1995). Wenn die Profession der Sozialarbeit im Zeitalter der Globalisierung sich dem Ziel des Gemeinwesenaufbaus durch die Wiederbelebung des Settlement-Hauses verpflichtet, müssen wir vielleicht als erstes diese Zusammenarbeit zwischen Gemeinwesen und Universität wieder beleben. Schlussfolgerung Im Zeitalter der Globalisierung sind die Gemeinwesen nicht untergegangen, aber sie sind unterschiedlich, 11

12 fragmentiert und im Fluss. Um stark und verjüngt zu werden, brauchen die Gemeinwesen eine Form von Gemeinwesenaufbau, der die unterschiedlichen Interessen im Gemeinwesen überbrücken kann und eine Plattform für seine Mitglieder bietet, sich in permanenter Aushandlung mit dem Ziel strategischer Solidarität zu engagieren. Mit seinem geschichtlich verbürgten Erfolg bei der Brückenbildung über gesellschaftliche Unterschiede hinweg und bei der Generierung sozialen Kapitals, spielt das Settlement-Haus eine wichtige Rolle im Gemeinwesenaufbau unter den Bedingungen der Globalisierung. Die Wiederbelebung des Settlement-Hauses ist eine Verpflichtung auch für die Sozialarbeits-Profession, eine Profession, die ihre Wurzeln in der Settlement-Bewegung und eine Aufgabe im Gemeinwesenaufbau hat. Übersetzt von Herbert Scherer Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Haworth Press Inc. Das Original des Artikels ist unter dem Titel Bridging the Fragmented Community: Revitalizing Settlement Houses in the Global Era im Journal of Community Practice, Vol. 12(1/2) 2004 erschienen des englischen Originals Haworth Document Delivery Service: HAWORTH. Der Originaltext kann hier (gegen Gebühr) bezogen werden. address: Konditionen auf der Website von Haworth Press: http: //www.haworthpress.com/web/com Abel, E. K. (1979). Toynbee Hall, Social Service Review, 53(4), Abramovitz, M. (1998). Social work and social reform: An arena of struggle. Social Work, 43(6), Addams, J. (1999). Twenty Years at Hull House. Boston, MA: Bedford/St. Martin s. Albrow, M. (1993). Globalization. In W. Outhwaite & T. Bottomore (Eds.), The Blackwell Dictionary of Twentieth-Century Social Thought (pp ). England: Oxford: Blackwell. Anderson, B. (1991). Imagined Communities (2nd ed.). London and New York: Verso. Andrews, J. (1997). 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13 Fachtag: Potenziale des Alters Dokumentation Aus Erfahrung gut - Potenziale des Alters als ein Motor gesellschaftlicher Inovation 20. April bis Uhr Rotes Rathaus / Berlin Uhr Ankunft der Gäste, Kaffee und Imbiss Uhr Auftakt: Theater der Erfahrungen Uhr Begrüßung und Einleitung Dr. Heidi Knake-Werner, Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz Uhr Aktivsein für bürgerschaftliches Engagement André Schmitz, Staatssekretär, Chef der Senatskanzlei, Beauftragter für Bürgerschaftliches Engagement Uhr Im Fadenkreuz der Wirtschaft - ältere Menschen als Kunden und Mitwirkende Frank Leyhausen, MedCom, Bonn Uhr Age exchange and social engagement - a vision for the future Pam Schweitzer, Age Exchange, London Uhr Zwischenspiel: Theater der Erfahrungen Uhr Potenziale des Alters erkennen - ein überfälliger Paradigmenwechsel? Georg Zinner, Geschäftsführer Nachbarschaftsheim Schöneberg e. V Uhr Diskussion mit: - Dr. Petra Leuschner, Staatssekretärin für Soziales, Senatsverwaltung Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz - Dr. Dorothea Kolland, Leiterin Kulturamt Berlin-Neukölln - Siegfried Rehberg, BBU-Verband Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen e. V. - Dr. Christian Hanke, Sozialstadtrat Berlin-Mitte - Michael Freiberg, Stadtrat für Gesundheit Berlin-Neukölln - Oswald Menninger, Geschäftsführer Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband Moderation: Dr. Stefanie Schulze, Vorsitzende des Ausschusses Soziales und Gesundheit Uhr Schlusswort Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband Veranstalter: BERLIN NACHBARSCHAFTSHEIM SCHÖNEBERG E.V. Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.v. 13

14 Fachtag: Potenziale des Alters Aus Erfahrung gut Zum Auftakt der Veranstaltung singt das Theater der Erfahrungen ein schwungvolles Lied, in dem es heißt: Ihr werdet euch noch wundern, die Alten ziehn durch s Land... Und so, wie die älteren und alten Damen vor den Zuhörern mitreißend swingen, kann man sich durchaus vorstellen, dass sich dadurch einiges verändern könnte, wenn die Alten durch s Land ziehen. Mit 88 Jahren sind wir noch gut in Schuss..., wahrhaftig, sie halten sich nicht nur beweglich auf den Beinen, sondern strahlen sogar optimistische Kraft aus. Die Theatergruppe Die Spätzünder spielt Szenen aus ihrem Stück Die viehische Komödie, in dem es um Alleinsein, die Bereitschaft zum Sterben und um Profiteure der unerfahrenen Gutwilligkeit vieler alter Menschen ging. Ein sehr alter Kranich, der Letzte seiner Familie, hat sich entschlossen, das Ende seines Lebens nicht an der Müritz, sondern in Berlin zu verbringen. Noch einmal mit letzter Kraft das Abenteuer zu suchen und vielleicht auch Freunde zu finden.: Noch mal verrückt sein und aus allen Ängsten fliehn. Auf dem Friedhof trifft er auf eine Ratte, die sich als Beerdigungsunternehmer durchschlug. Wie hier zwei Welten aufeinander prallen der clevere, skrupellose Organisator stimmungsvoller Beerdigungs- Events und der zarte, weltfremde Kranich das hat professionelles Niveau. Begrüßung und Einleitung Dr. Heidi Knake-Werner, Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz: Was soll ich jetzt noch zu Potenzialen des Alters sagen, wo wir hier gerade so eindrücklich erleben konnten, welche Potenziale in dieser Stadt vorhanden sind. Der Senatorin liegt daran, dass in der Gesellschaft die Erfahrungen alter Menschen sehr viel stärker als Erfahrungs-Schatz erkannt und genutzt werden. Dass hier Veränderungen nötig sind, das spüren wir alle. Und angesichts der demographischen Entwicklung und der damit verbundenen sozialpolitischen Herausforderungen muss eine moderne Seniorenpolitik Rahmen dafür schaffen, dass das Altern in Würde sichergestellt wird. Und das heißt immer auch: sich einmischen, Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen zu ermöglichen. Bisher standen im Zusammenhang mit alten Menschen Fragen der Pflege und Versorgung im Mittelpunkt. Und das bleibt selbstverständlich ein sehr wichtiger Bereich. Aber es wäre verheerend, die Fragen des Alterns auf diese Fragen zu reduzieren. Immer noch hat die Gesellschaft ein schlechtes und falsches Bild von alten Menschen, was sich in Schlagworten wie Überalterung und Vergreisung niederschlägt. Die Vielfalt der Lebenslagen der älteren Generation muss hingegen in den Blick gerückt werden. Wie auch im letzten Gesundheitsbericht in Zahlen belegt ist, heißt Altwerden eben nicht mehr nur Krankheit und Pflegebedarf. Altsein bedeutet mehr und mehr auch Aktivität und sich einmischen. Frau Dr. Knake-Werner betont, dass die große Gruppe der aktiven 50- bis 80jährigen, die heute in der Wahrnehmung der Gesellschaft einfach ausgeblendet wird, mit all ihren Aktivitäten zur Kenntnis genommen werden muss. Denn diese Gruppe wird im Jahre 2050 die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Es gilt, in den kommenden Jahren Bedingungen zu schaffen, die für die jung gebliebenen Alten attraktiv sind, die sie in soziale Prozesse einbinden, die ihnen verantwortungsvolle Aufgaben anvertrauen. Wenn dies nicht gelingt, besteht die Gefahr, dass das gesellschaftliche Zusammenleben in dieser Stadt aus der Balance gerät und dass soziale Netze, die wir mehr denn je brauchen, zerfallen. Die Senatorin ist davon überzeugt, dass sich nicht jeder ältere Mensch ein Leben als Oma im Schaukelstuhl oder als Opa im Gemüsebeet wünscht. Im Gegenteil: Die meisten Älteren wollen heute viel mehr, sie sind vielfältig interessiert und heute mit Dingen beschäftigt, für die ihnen früher die Zeit und die Kraft fehlten. Gerade die Älteren kombinieren ihr Können und ihre Fähigkeiten mit Erfahrung, Solidität und Kontinuität. Und ist es nicht so, dass wir uns alle genau so die eigene Zukunft vorstellen möglichst gesund, sozial eingebunden und selbstbestimmt? Bei einer aktivierenden Seniorenpolitik kommt es darauf an, das gesellschaftliche Engagement älterer Menschen zu fördern, die Bereitschaft, etwas für sich selbst, aber auch für andere zu tun, positiv aufzugreifen. Es gibt von der Sozialverwaltung geförderte Koordinierungsstellen, die diese beiden Aufgaben in sinnvoller Weise bündeln: Hilfebedarf anmelden und sich ehrenamtlich einbringen. Wer sich ehrenamtlich betätigt, tut das aus einem sozialen, politischen, gesellschaftlichen Anliegen heraus. Egal, ob er seinem pflegebedürftigen Nachbarn zur Seite steht oder ob er oder sie wie die Spielerinnen und Spieler des 14

15 Fachtag: Potenziale des Alters Theaters der Erfahrungen dies tun ihre Lebenserfahrungen und ihre politischen Anliegen mit lauten und leisen Tönen der Öffentlichkeit nahe bringen; ob sie mit Schülerinnen und Schülern im gemeinsamen Workshop darüber reden, was sie als Ältere in den Zeiten von Krieg und Unterdrückung erleben mussten. Ob im Sport, auf sozialkulturellem Feld, beim Vorlesen in der Schule, der Nachhilfe im Jugendfreizeitheim, beim Generationen übergreifenden Dialog über unterschiedliche Wohnbedürfnisse die Liste des möglichen Engagements ist lang und die Zahl der Engagierten groß. Und die Bereitschaft zum Mitmachen ist viel größer, als allgemein angenommen wird. Sie in Praxis umzusetzen, dazu sind Ermunterung und eine unterstützende Infrastruktur nötig, wie sie beispielsweise die Stadtteil- und Nachbarschaftszentren bieten. Mit anderen Worten: Wir können und müssen die Gruppe der engagierten älteren Menschen dazu einladen, gemeinsam mit uns die gesellschaftlichen Aufgaben zu lösen. Die Senatorin versichert, dass die Lebenslagen der älteren Menschen in Berlin ein Schwerpunkt zukünftiger Senatspolitik sein werden. Den Veränderungen in den Lebensgewohnheiten und bedürfnissen dieser wachsenden Bevölkerungsgruppe soll Rechnung getragen werden, und wir werden sie auch weiterhin im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten fördern. Die Verwaltung will im Hinblick auf eine ganzheitlich strukturierte Altenpolitik gemeinsam mit den institutionalisierten Seniorenvertretungen prüfen, in welcher Richtung Veränderungen im Sinne einer besseren Partizipation der älteren Bevölkerung notwendig sind. Die Berliner Seniorenpolitik wird auch in Zukunft von dem Grundsatz geprägt sein, ein Altern in Würde zu ermöglichen. Dazu ist es unerlässlich, die Selbständigkeit, Selbstbestimmung und Teilhabe der älteren Generation zu erhalten und zu stärken und dabei auch die unterschiedlichen Interessen von Frauen und Männern zu berücksichtigen. Das gilt ganz besonders für das Wohnen im Alter. Hier existieren mitlerweile unterschiedliche alternative Wohnformen als Alternative zur Heimunterbringung. Die Weiterentwicklung professioneller Hilfesysteme, die auch bei umfangreicher werdendem Hilfe- und Pflegebedarf ein Leben in der selbst gewählten Häuslichkeit und Nachbarschaft ermöglicht, ist eine wichtige unterstützende Zukunftsaufgabe. Auf Grund der Vereinzelung der Gesellschaft werden soziale Netzwerke teilweise familiäre Strukturen ersetzen müssen. Selbstorganisation, Selbsthilfe, ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement müssen auch deshalb gefördert werden. Die Lebenserfahrung und das Erfahrungswissen der älteren Generation sind häufig unvollständig genutzte gesellschaftliche Potenziale, die es zu erhalten und zu reaktivieren gilt. Darauf kann und sollte die Gesellschaft nicht verzichten. Nicht zuletzt sieht der Senat auch eine Aufgabe darin, den in Berlin lebenden älteren Menschen ausländischer Herkunft die Teilhabe an den kulturellen, sozialen und gesundheitlichen Angeboten zu ermöglichen. In nur 5 Jahren wird sich die Zahl der über 65jährigen Migrantinnen und Migranten auf verdoppelt haben. Frau Dr. Knake-Werner weist darauf hin, dass diese Bevölkerungsgruppe verstärkt auf die Dienste der offenen und stationäre Altenhilfe angewiesen sein wird. Weshalb sie dringend einer intakten Informations- und Beratungsinfrastruktur bedarf. André Schmitz, Staatssekretär, Chef der Senatskanzlei, Beauftragter für Bürgerschaftliches Engagement: Aktiv sein für bürgerschaftliches Engagement Dieses Thema vereint die europäischen Länder, es reicht weit über den Berliner Horizont hinaus. Große Metropolen erfüllen beim Blick auf die sich wandelnden Gesellschaften die Funktion eines Seismographen, hier erkennt man Entwicklungsprozesse und Trends früher als in ländlichen Gebieten. Man kann bei nüchternem Blick auf die Metropolen auch früher Schlussfolgerungen ziehen und Konzepte für eine Gesellschaft des langen Lebens entwickeln, sogar innovative Modelle in die Praxis umsetzen. Das ist allerdings mit Risiken verbunden, denn es gibt keine Blaupausen für die Probleme und Risiken, die wir in den nächsten Jahrzehnten mit alternden Gesellschaften bewältigen müssen. Und dabei können wir auf alte Erfahrungen nicht zurückgreifen. Darin sieht Herr Schmitz allerdings auch die Chance, neue Modelle zu erproben. Berlin hat schon heute hochaltrige Menschen, d.h. sie sind über 80 Jahre, wovon älter als 90 Jahre sind. Schon in den 80er Jahren war deutlich, dass Europa am Anfang dieses Jahrtausends weltweit die geringste Geburtenrate und den höchsten Anteil älterer Menschen aufweisen würde. Die Europäische Kommission hat darauf mit dem Konzept des Lebenslangen Lernens geantwortet. Dessen Grundgedanke ist, dass Bildung nicht an Altersgrenzen Halt machen darf, sondern alle Bürgerinnen und Bürger daran Anteil haben sollen. Die komplementäre Erweiterung dieses Konzeptes, steht unter dem Motto: Aktiv alt werden am Arbeitsplatz. Im Hinblick auf einen absehbaren Arbeitskräftemangel scheint dieses Konzept wirtschaftlich sehr sinnvoll zu sein. Daher wird die Europäische Kommission in der nächsten Legislaturperiode einen Schwerpunkt auf interdisziplinäre Projekte der Alterserforschung konzentrieren. Hierbei wird auch Berlin, als Stadt des Wissens und der Forschung wieder gefragt sein. Gleichzeitig entwickelte die Europäische Kommission eine Anti-Diskriminierungspolitik, 15

16 Fachtag: Potenziale des Alters die das Alter als möglichen Diskriminierungsgrund mit einbezieht. Das ist ein wichtiger Impuls zum Abbau von Vorbehalten gegenüber älteren Menschen. Die Verwaltungsressorts in Berlin in diesem Punkt enger zu verknüpfen, anstatt das Problem nur einem Ressort zuzuschieben, sieht der Staatssekretär dabei als eine der großen Aufgaben an. Um Anregungen für Lösungsmöglichkeiten zu finden, kann man sich durchaus auch in anderen Ländern umschauen. So ist etwa die Stadt Baltimore in den USA zu einer Modellstadt für eine alternde Gesellschaft ernannt worden. Dort sollen alle Ressorts der Stadtverwaltung, von der Bau-, Wirtschafts- und Verkehrsplanung bis zu den klassischen Ressorts der Gesundheits- und Sozialplanung Außerordentliches und Vorbildliches leisten, um zukunftsweisende Modelle für alle Städte der Vereinigten Staaten zu erproben. Das sollte man sich einmal näher anschauen, denn man kann schließlich nicht alles immer selber erfinden. Für Berlin sieht Staatssekretär Schmitz eine reelle Chance, Trendsetter für Europa zu werden. Es gibt in dieser Stadt genügend Potenziale, um hier auch mit Ihrer Hilfe Akzente zu setzen, an deren Umsetzung wir dann gemeinsam arbeiten können. Frank Leyhausen, Unternehmensberater MedCom, Bonn: Im Fadenkreuz der Wirtschaft ältere Menschen als Kunden und Mitwirkende Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat ein Aktionsprogramm für Senioren aufgelegt, durch das mit Betrieben und Non-profit-Unternehmen, gemeinsam mit Senioren neue Produkte zu entwickeln. Es befassen sich inzwischen sehr viele Bereiche mit der Zielgruppe alter Menschen. Auch Unternehmen sind inzwischen an den Älteren interessiert, denn im Jahr 2050 werden sie mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland ausmachen. Heute schon ist jeder dritte Mensch 50 Jahre und älter. Alte Leute haben durchschnittlich gesehen relativ hohe Vermögensbestände, ein Grund für Banken, sich mit ihnen zu befassen. Auch die monatliche Kaufkraft ist in dieser Altersgruppe überdurchschnittlich hoch. Hinzu kommt, dass gerade Ältere vielen sich schnell verändernden Dingen des Lebens relativ hilflos gegenüberstehen. Weshalb sie auf Beratungs- und Schulungsservice angewiesen sind, den sie auch bereit sind zu bezahlen. Daraus folgert Frank Leyhausen,... dass es für Unternehmen wieder Sinn macht, sich mit ihren Kunden auseinander zu setzen und nicht nur Produkte auf den Markt zu werfen. Denn ältere Menschen sind in ihrer großen Mehrzahl anspruchsvolle Kunden, die nicht nur Geld haben, sondern auch die Zeit, sich intensiv mit ihren Konsumwünschen zu beschäftigen. Und sie haben Lebenserfahrung, die dazu führt, dass sie letztendlich sehr genau wissen, was sie wollen. Verkäufer schrecken häufig vor so einer Konfrontation zurück. In Köln gibt es einige Beispiele dafür, die sehr unterschiedlichen kleinen Zielgruppen der über 50jährigen in ihrer Eigenschaft als Kunden differenziert anzusprechen. So gibt es etwa Discount-Bestatter. Oder es gibt einen Seniorentag im Pascha, dem größten Bordell in Köln. Aber auch im Service-Bereich hat sich dort etwas getan. Wenn man davon ausgeht, dass heute viele technische Produkte einen viel kürzeren Lebenszyklus haben, bedeutet das, dass die Verbraucher ständig neu Bedienung und Anwendung von Geräten lernen müssen. Das größte Manko beim Verkauf von Produkten ist in den Augen von Herrn Leyhausen die mangelnde Beratung älterer Kunden. In der Unsicherheit von älteren Menschen bei der Informationsbeschaffung wen kann ich fragen, wem kann ich glauben, was und wo kaufe ich, welches Produkt wird meinem Bedarf gerecht, wie gehe ich damit um liegt andererseits ein großes Potenzial. Wir, die MedCom, wollen eine Wirtschaft, die Menschen unterstützt. In diesem Sinne beraten wir Unternehmen, die neue Produkte verkaufen wollen, dass sie ihr Geld auch in die notwendige Beratung der Käufer stecken müssen. Man hat etwa herausgefunden, dass jeder Zweite, der ein Handy kaufen will, eine Kaufblockade hat, weil er nicht versteht, wie es funktioniert und worin die Unterschiede zwischen diesem und jenem Modell bestehen. Da muss die Industrie doch schon selber sehen, dass hier etwas getan werden muss, meint Herr Leyhausen. Er hat selber die Erfahrung gemacht, dass fast durchgängig die in der Regel jungen Verkäufer von Mobilfunk ältere Kunden in ihrem Informationsbedarf nicht ernst nehmen. Als Konsequenz davon hat MedCom zusammen mit Vodafone eine Grundlagen-Fibel geschrieben, worin erklärt wird, was das Handy überhaupt ist. Das hat ihnen innerhalb eines Jahres Presse-Anfragen gebracht, und es wurden Broschüren angefordert, großteils auch von Senioreneinrichtungen. Das war offensichtlich für ältere Leute sehr hilfreich. Und natürlich ist so etwas auch konsumfördernd. Aber natürlich entscheidet der Kunde selber, wenn er die Funktionsweise einmal verstanden hat, für welches Produkt er letztlich sein Geld ausgibt. Gemeinsam mit Vodafone, der Deutschen Seniorenliga und Volkshochschulen wurden Handy-Kurse entwickelt für Einsteiger jeden Alters. Mit dieser Art von Marketing, so meint Herr Leyhausen, kann man auch sehr gut Non-profit-Organisationen stützen. Auch Bildungsträger müssen sich in diesen Zeiten knapperer Budgets Gedanken darüber machen, Finanzierungsmöglichkeiten für die Umsetzung ihres Bildungsauftrags aufzutun. Die Gewinner dieses Projektes waren 16

17 Fachtag: Potenziale des Alters in erster Linie die älteren Menschen, die sich durch die Handy-Schulung ihren Platz in einem Bereich der modernen Technikwelt erobern konnten. Viele waren danach in der Lage, anderen ihr frisch erworbenes Wissen mit großem Einfühlungsvermögen weiter zu vermitteln. Frank Leyhausen stellt zum Schluss noch einmal die Grundprinzipien seiner Arbeit zusammen: Produkte erklären mit Kunden Produkte entwickeln nicht nur darauf schauen, was sich verkaufen lässt, sondern auch fragen, was die Leute wollen. Unsere Gesellschaft versenkt gerade einen ganzen Erfahrungsschatz, indem sie Menschen mit 58 Jahren in Frührente schickt. Pam Schweitzer, Age Exchange, London: Age Exchange and Social Engagement a Vision for the Future Pam Schweitzer begann ihre Arbeit vor 23 Jahren als Erinnerungsarbeit mit älteren Menschen. Sie wollte jedoch nicht etwa das Gedächtnis der Leute trainieren und verbessern, sondern sie war an ihren Erinnerungen interessiert. Die Engländerin kommt von der Theater- und Erziehungsarbeit. Also dachte sie beim Zuhören, wenn 80Jährige ihre Geschichten erzählten: Erstens würde daraus ein tolles Theaterstück werden. Und außerdem sollten Jugendliche sich diese Geschichten anhören, daraus könnten sie viel über die Vergangenheit lernen. So begann sie mit der Produktion von Theaterstücken in Schulen, wo junge Menschen sich die Geschichten von Alten anhörten und dann daraus Theaterszenen schrieben. Für junge Menschen war das eine wunderbare Möglichkeit, etwas über ihre Vergangenheit zu lernen und zu verstehen, woher sie kommen. Warum ist gerade das Theater ein so gutes Mittel zum Verständnis zwischen Jung und Alt? Ich glaube, wenn man aus dem Leben eines Menschen eine Theateraufführung machen will, dann muss man dieses Leben wirklich gut verstehen. Man muss es in sich aufnehmen, zu einem Teil der eigenen Erfahrung machen und es dann überzeugend spielen. Um das Leben eines anderen Menschen zutiefst zu verstehen, ist es notwendig, sehr viele Fragen zu stellen und sehr aufmerksam auf die Antworten zu hören. Zum anderen mussten die jungen Schauspieler ständig auf den alten Menschen sehen und immerzu fragen, ob sie etwas richtig verstanden hatten oder nicht. Denn der alte Mensch ist in dieser Situation der Experte, der Experte seines eigenen Lebens. Ich erzähle Ihnen dieses, weil ich denke, dass eine ganze Reihe von Initiativen für alte Menschen sich dieses Erfahrungsschatzes und des Expertentums nicht bewusst sind und sie nicht nutzen, obwohl ihnen doch dieser Reichtum zur Verfügung steht. Nachdem sie einige Jahre aus den Erinnerungen alter Menschen Theater gemacht hatte manchmal mit professionellen Schauspielern, manchmal mit Laien oder auch mit alten Leuten selber entschloss sie sich, in London-Blackheath ein Zentrum der Erinnerungen zu eröffnen, und zwar ein Nachbarschaftszentrum, wo Jung und Alt zusammentreffen können. Im Laufe der letzten zwanzig Jahre machte sie dort die Erfahrung,... dass es sehr, sehr viele Arten gibt, alte Menschen zu ermutigen, in diesem Zentrum einen Beitrag zu leisten für das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen und Generationen. Ein Beispiel hierfür sind ständig wechselnde neue Ausstellungen zum Thema Erinnerung, auch mit audio-visuellen Displays. So werden die verschiedensten Menschen die ganze Zeit involviert, z.b. Menschen, die an der Themse gearbeitet haben, der seinerzeit ein sehr emsiger Fluss mit viel Verkehr und Lagerhäusern war. So kommen laufend Leute in das Zentrum, die von den Erfahrungen der Älteren lernen und daran ihre Freude haben. Als ich 1987 dieses Zentrum eröffnete, glaubte ich, es würde nur ein Experiment für ein Jahr sein. Ich dachte, dass nur wenige Leute kommen würden, nur Wenige gerne Geschichten von sich selbst erzählen würden. Das war ein Irrtum. Denn sehr bald schon waren es zwischen und Menschen jährlich, die hereinkamen. Warum kamen sie, was war in ihren Augen das Besondere hier? Pam Schweitzer glaubt, dass sie in eine ausgesprochen anregende, ermutigende Umgebung 17

18 Fachtag: Potenziale des Alters 18 kamen. Sie konnten einfach zur Tür hereinspazieren, wo sie in einem kleinen Nachbarschafts-Museum alles ansehen, anfassen, oft sogar riechen können. Und sie können darüber reden und auch eigene Aspekte einbringen und mitmachen. Die Menschen kommen auch, weil sie hier Wertschätzung erfahren. Sie können hereinkommen und eine Tasse Tee trinken und sich einfach als Teil einer Gemeinschaft fühlen. Und nicht etwa als Teil einer separierten Gruppe alter Leute an einem separierten Ort. Bei uns gibt es etwa 60 Ehrenamtliche, die alle ältere Menschen im Alter zwischen 55 und 80 Jahren sind. Jeder hat eine feste Zeit in der Woche, zu der sie oder er kommt und bei all den verschiedenen Aktivitäten hilft und mitmacht. Sie leiten in diesen festen Zeiten in einer kleinen Gruppe gemeinsam das Zentrum. Einige von ihnen arbeiten auch in Schulen und nehmen am Unterricht teil. In den letzten 5 Jahren hat sich Pam Schweitzer darauf konzentriert, speziell mit zwei Gruppen von alten Leuten zu arbeiten: die eine sind ältere Menschen von ethnischen Minderheiten; die andere Gruppe sind Demenzkranke, die noch in ihren Familien leben oder auch bei anderen Menschen. Sie erinnern sich sehr wohl an Dinge, die lange zurückliegen, und wenn diese Erinnerungen auf Interesse stoßen und für andere wertvoll sind, haben sie das Gefühl, dass sie noch immer etwas zu geben haben und dass sie noch Teil der Gemeinschaft sind. London ist eine sehr bunt durchmischte multikulturelle Stadt. Und da gibt es jetzt auch sehr viele ältere Leute. Manche Menschen sehen das als Problem an. Für andere wiederum ist gerade das eine Chance. Es wurden Theaterstücke entwickelt von alten Leuten aus ethnischen Minderheiten, von denen nicht alle Englisch sprechen, gemeinsam mit jungen Leuten, und zwar mit sehr viel Erfolg. Es sind afrikanische alte Menschen in die Schulen gegangen, angetan mit ihren prachtvollen bunten Gewändern, um dort davon zu erzählen, wie das war, in einem afrikanischen Dorf aufzuwachsen. Sie haben den Kindern von der Bedeutung ihrer afrikanischen Namen erzählt. Es gibt so viel Erfahrungsaustausch und sehr viel Lebenswissen zu vermitteln, und das ist für das Identitätsgefühl der Kinder sehr wichtig. Das Leben kann für alte Menschen sehr einsam sein, besonders für solche aus ethnischen Minderheiten. Wir haben in London sehr viele Treffpunkte für die verschiedensten Gruppen geschaffen. Dort treffen sie auf Menschen, mit denen sie die gleichen Erfahrungen, die gleichen Vorlieben für Essen oder Musik teilen. Viele gehen da hin, um sich geborgen zu fühlen und dann gehen sie auch irgendwann raus, um Kinder zu treffen, Weiße, Leute aus unterschiedlichen Kulturen. Schritt für Schritt geht das vor sich. Und es verändert Einstellungen und Haltungen gegenüber dem Fremden. Die Menschen empfinden es nach solchen Begegnungen eher als positiv, in einer multikulturellen Gesellschaft zu leben. Da Pam Schweitzer nun vor der Tatsache steht, in allernächster Zeit selber zu den Alten und Rentnern zu gehören, fragt sie sich, ob irgendjemand sie dann noch brauchen wird. Wem kann sie dann etwas von ihrer vielen Zeit geben? Und welche Qualitäten sollte ein Ort haben, an dem sie ihre Zeit einbringen möchte? Sie könnte sich vorstellen, dass sie zunächst mal nur ein bisschen machen würde, um zu sehen, ob es ihr gefällt. Sie würde sich nicht sofort verpflichten wollen, für die nächsten zehn Jahre jeden Tag dort zu verbringen. Und sie würde zwar einerseits gern etwas Neues machen aber es wäre auch schön, wenn ihre speziellen Fähigkeiten gefragt wären. Und sie hätte sehr gern auch junge Menschen um sich, nicht immer nur Alte. Sie möchte neue Freundschaften schließen. Ein bisschen Verantwortung tragen wäre gut aber nicht zu viel. Und ich glaube, ich würde da, wo ich arbeite, auch gern etwas zu sagen haben. Das würde mir das Gefühl geben, dass ich wirklich ein Teil wäre von dieser Organisation, in der ich arbeite. Etliche andere Dinge wären ihr noch wichtig, wie etwa, alle Reisekosten erstattet zu bekommen, wenn sie für die Organisation unterwegs wäre; oder auch dass sie umsonst Tee trinken und ein Sandwich essen dürfte. Und sie möchte, wenn sie eine regelmäßige Verpflichtung eingeht, nicht darauf festgenagelt bleiben, sondern Dinge selber entwickeln und eigene Initiativen ergreifen können. Mit anderen Worten: Ich würde als Ehrenamtliche in einer Organisation ein Albtraum sein. Und während sie den Zuhörerinnen ihren Konflikt darstellt, viele Jahre mit Ehrenamtlichen gearbeitet zu haben und jetzt bald vielleicht selber eine von ihnen zu sein, kommt sie lachend zu der Erkenntnis: Ich glaube, ich will gar nicht als Ehrenamtliche arbeiten. Ich werde lieber am London-Marathon teilnehmen und ein ganzes Jahr darauf verwenden, mich dafür zu trainieren.

19 Fachtag: Potenziale des Alters Georg Zinner Potenziale des Alters erkennen - ein überfälliger Paradigmenwechsel? Wir möchten dazu beitragen, dass sich in der Politik, in der Fachwelt und in der praktischen Arbeit ein Denken durchsetzt, das sich der Aktivierung, dem bürgerschaftlichen Engagement und dem Tatendrang der älteren Menschen verpflichtet fühlt. 1. Wenn wir uns heute in Berlin umschauen und die Seniorenarbeit betrachten, so fällt es schwer, darin deutlich gesetzte fachliche oder politisch-strategische Gestaltungselemente zu entdecken. Zwar gibt es alle Anstrengungen, eine ausreichende Infrastruktur für pflegebedürftige, zumeist hochbetagte Menschen zu schaffen, die Entwicklung dringend benötigter neuer Wohn- und Pflegeformen bleibt aber eher der engagierten- Initiative Einzelner und dem einen oder anderen Investor oder Vermieter überlassen. Dort, wo große Einheiten nicht gefragt sind, lohnt es sich offensichtlich nicht, weder für die Betreiber, noch für die Wohnungsbaugesellschaften, noch für die politisch und fachlich-planerisch Verantwortlichen, zu investieren oder gestaltend tätig zu werden. Dabei wäre es so einfach: Wählen wir zur anschaulichen Beschreibung ein kleines Dorf. Dort gibt es vielleicht in jeder 10. Familie einen pflegebedürftigen Angehörigen. Unter großen Mühen und Anstrengungen organisiert jede der Familien für sich mitunter auch unter Einschaltung eines Pflegedienstes die hauswirtschaftliche und pflegerische Versorgung: morgens, mittags, abends. An sieben Tagen in der Woche, 365 Tage im Jahr. In dem Dorf wohnen 50 Familien, so dass wir von 5 pflegebedürftigen Menschen ausgehen können. Würden sich diese fünf Familien zusammentun und gemeinsam ein Haus oder eine große Wohnung im Dorf anmieten, dann könnten sie gemeinsam professionelle Pflegekräfte engagieren und eine Betreuung rund um die Uhr sicherstellen. Die Angehörigen wären psychisch und physisch entlastet. Das familiäre Stresspotential würde sich vermindern und als Besucher in der Pflegewohnung wären sie eine willkommene Abwechslung. Die Pflegebedürftigen selbst wären zu keiner Zeit allein und fühlten sich sicher. Einige rüstige Senioren aus dem Dorf übernehmen für die Wohngemeinschaft zudem allerlei Aufgaben: sie kaufen ein, lesen vor, übernehmen Spaziergänge und Ausflüge und sie sorgen dafür, dass auch die jüngere Generation einspringt und mithilft: bei Reparaturen, bei Renovierungen, beim Ein- und Auszug und auch bei manchem Pflegedienst. So könnte Pflege gemeinsam organisiert - kostengünstig und menschlich gestaltet werden. Nur auf dem Dorf? Nein, genauso kann es sich in der Stadt auch ereignen. Ersetzen wir das Dorf einfach durch den Wohnblock. Warum können unsere Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften nicht geeignete Wohnungen zur Verfügung stellen und sich zum Beispiel der Nachbarschaftszentren bedienen, um für ihre Mieter zu sorgen und vorzusorgen? Diese sind in der Lage ehrenamtliches Engagement hierfür zu organisieren und verfügen zum Teil auch über eigenen ambulante Pflegedienste oder arbeiten mit befreundeten Diensten zusammen. Warum ich das hier anführe? Weil ich damit sagen will, dass die Dinge kleinräumig strukturiert - oft einfacher liegen, als sie sich von oben betrachtet, insgesamt ansehen. Bürgerschaftliches Engagement stellt sich zudem wie von selbst ein, wenn Kreativität und Gestaltungswillen sich auch auf diese unspektakulären, nur scheinbar zu kleinteiligen Lösungen, konzentrieren würde. Also jedem Berliner Wohnblock bitte seine Pflegewohngemeinschaft! Ich frage mich seit langem, warum die Wohnungsbaugenossenschaften und -gesellschaften noch nicht auf diesen Dienst für ihre Mieter gekommen sind. Nicht einmal dann, wenn ihnen die Organisation dafür abgenommen werden würde, wie ich persönlich feststellen mußte. 2. Beenden wir den Ausflug in die Pflege, nicht ohne anzumerken, dass ein großer Teil der Lösung der Pflegeprobleme gerade in der Nutzung der Potentiale des Alters liegt. Denn viele unserer rüstigen alten Menschen sind bereit, sich zu engagieren, ob als gesetzlich bestellte Betreuer, als Mitarbeiter im Besuchs- oder Hospizdienst oder als den Alltag erleichternde Nachbarn von Pflegebedürftigen und selbstverständlich und vor allem auch als Angehörige. Was also spricht dagegen, die rüstige, gut ausgebildete, zum guten Teil auch finanzkräftige und unternehmungslustige Generation der jungen Alten einzuladen und zu bitten, unsere drängender werdenden Probleme bei der Versorgung Pflegebedürftiger lösen zu helfen und damit das Versprechen zu geben, bzw. zu erhalten, dass man eines Tages auch selbst eine entsprechende Hilfe erwarten kann und darf. Es gibt heute keinen Grund mehr dafür, Freiwilligen- und Zivildienste auf Jugendliche zu beschränken. Dass das Bundesfamilienministerium nun Modellprojekte startet, die ausdrücklich auch Erwachsene und die ältere Generation einladen, einen Freiwilligendienst abzuleisten, ist also durchaus zu begrüßen. In Berlin wird 19

20 Fachtag: Potenziale des Alters 20 dieser Freiwilligendienst für Erwachsene vom Paritätischen Wohlfahrtsverband übrigens in Zusammenarbeit mit einigen Nachbarschaftszentren umgesetzt, deren Kompetenz zur Gewinnung und Förderung vielseitigen ehrenamtlichen Engagements bekanntermaßen außergewöhnlich hoch ist. 3. Versuchen wir eine Beschreibung der Seniorenarbeit in Berlin außerhalb der Pflege, so ist es außerordentlich schwer, Profiliertes darzustellen. Schauen wir uns nach der Infrastruktur um, so wissen wir, dass die zahlreichen bezirklichen Seniorentagesstätten eben nicht die zentralen Anlaufstellen für Angelegenheiten und Aktivitäten der Senioren in der Nachbarschaft oder im Stadtteil sind. Die bezirklichen Sozialkommissionen mit ihrem System des Besuchdienstes anlässlich von runden Geburtstagen sind in der Öffentlichkeit kaum bekannt und dass deren Mitgliedern Aufwandsentschädigung zusteht, aber anderen Besuchsdiensten nicht, oder zu schlechteren Konditionen, ärgert diese und ist naturgemäß auch nur schwer zu verstehen. Mit den Sozialkommissionen von heute kümmert im Verborgenen vor sich hin, was richtig bedacht und gelenkt der Öffentlichkeit als positives Beispiel von Engagement im Alter dargestellt werden könnte. Bei manchem Sozialstadtrat wird man den Eindruck nicht los, dass Seniorenarbeit für ihn noch immer Kaffee und Kuchen und ein paar nette Worte zum Weihnachtsfest bedeuten. Jedenfalls habe ich nicht den Eindruck, dass Berlins Sozialstadträte ernsthaft und systematisch daran arbeiten, Senioren in großem Umfang und nachhaltig dafür zu gewinnen, aktiv an der Lösung unserer gesellschaftlichen Aufgaben mitzuwirken. Selbsthilfe in der Altenarbeit eine schon lange gebrauchte Begrifflichkeit für eine Gruppe von Initiativen, die sich vornehmlich in der 80er Jahren vorgenommen haben, eingefahrene Bahnen zu verlassen und die Dinge sozusagen als Experten in eigener Sache in die Hand zu nehmen. Dafür steht das Sozialwerk Berlin, dafür stehen bundesweit die Grauen Panther, dafür stehen Offensives Altern als Initiative für gemeinsames Wohnen im Alter oder auch Miteinander Wohnen e.v. und andere, die, bei allen Verdiensten, allerdings nie zu einer breiten Selbsthilfebewegung der Älteren geworden sind. Nehmen wir als letztes Beispiel das Programm Erfahrungswissen älterer Menschen nutzen, ein Programm aus den achtziger Jahren, aus dem interessante Projekte entstanden: das Werkhaus Anti-Rost, Stadtführer, Schreibwerkstätten, auch das Theater der Erfahrungen. Das Programm wollte die Fertigkeiten, Fähigkeiten und eben Erfahrungen alter Menschen für die Gesellschaft, für die Allgemeinheit nutzbar machen und setzte damit damals schon genau dort an, worüber wir heute wieder diskutieren: bei den Potentialen des Alters. Wie so vieles, litt auch dieses Programm an den Eigenheiten kleiner Projekte, die sich nur ungern mit Partnern, beispielsweise den Stadtteilzentren, zusammentun und auf Dauer dann doch zu sehr von einzelnen Personen abhängig sind. Und es fehlte an der entschlossenen Steuerung der Politik dieses Programm zum Standard der Berliner Seniorenarbeit zu entwickeln! Schließlich noch einen Blick auf die Form der Altenarbeit, die im Verschwinden begriffen ist. Während in den Nachbarschaftszentren noch vor zwei Jahrzehnten festgefügte und straff geführte, auch selbstorganisierte Seniorengruppen in größerem Umfangt existierten, haben sich diese heute weitgehend aufgelöst in Hobbygruppen, in Sport- und Bewegungsangebote, in interessenorientierte Freizeitaktivitäten sehr häufig ehrenamtlich geführt oder gemeinschaftlich organisiert. Wie selbstverständlich finden sich Senioren das sind jedenfalls unsere Erfahrungen - auch in den ganz normalen Kurs- und Gruppenangeboten für Erwachsene ein und ganz selbstverständlich sind sie auch überall dort zu finden, wo ehrenamtliches Engagement benötigt wird und zwar ebenfalls nicht als eigene altershomogene Gruppe, sondern als selbstverständlicher Bestandteil derjenigen, die sich für ein Ziel engagieren. 4. So verschwindet zwar eine Form, keinesfalls aber das Engagement, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann: So finden sich heute Senioren in den Kindertagesstätten um dort vorzulesen und Märchen zu erzählen oder den Garten zu pflegen, sie sind im Jugendfreizeitheim als Schularbeitshelfer tätig genauso wie im Türkischen Frauenladen KIDÖB oder im Treffpunkt für die Arabischen Frauen und Mädchen Al Nadi wo sie den Mädchen bei den Schularbeiten helfen und Konversationsgruppen leiten, um das Deutsch der Frauen zu verbessern. Sie sitzen in Büros des Nachbarschaftsheims und setzen ihre beruflichen Fertigkeiten ein, unterstützen Demenzkranke und ihre Angehörigen im Rahmen

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