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1 Landtag von Baden-Württemberg 15. Wahlperiode Drucksache 15 / Antrag der Abg. Sabine Kurtz u. a. CDU und Stellungnahme des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Entwicklung der Studiendauer Antrag Der Landtag wolle beschließen, die Landesregierung zu ersuchen zu berichten, 1. wie sich landesweit seit dem Sommersemester 2012 die Zahl der Studierenden entwickelt hat, die die überschritten haben; 2. wie sich landesweit seit dem Sommersemester 2012 die Zahl der Studierenden entwickelt hat, die ein Zweitstudium aufgenommen haben; 3. wie sich landesweit seit dem Sommersemester 2012 die durchschnittliche Studiendauer bis zum Bachelor- bzw. Master-Abschluss entwickelt hat; 4. welche Instrumente die Hochschulen besitzen, Studierende zur Einhaltung der zu motivieren; 5. wie sich die Verwaltungskostenbeiträge an den Hochschulen des Landes seit Sommersemester 2012 im Durchschnitt entwickelt haben; 6. inwieweit die von den Hochschulen erhobenen Verwaltungskostenbeiträge eine Staffelung nach sozialen Kriterien vorsehen Kurtz, Deuschle, Röhm, Schiller, Viktoria Schmid, Stächele, Dr. Stolz, Wacker CDU Eingegangen: / Ausgegeben: Drucksachen und Plenarprotokolle sind im Internet abrufbar unter: Der Landtag druckt auf Recyclingpapier, ausgezeichnet mit dem Umweltzeichen Der Blaue Engel. 1

2 Begründung Mit dem Sommersemester 2012 wurden in Baden-Württemberg die Studienbeiträge abgeschafft. Seitdem werden auch keine Langzeit- oder Zweitstudiengebühren mehr erhoben. Es stellt sich mithin die Frage, ob sich dies auf die Zahl der Studierenden ausgewirkt hat, die ihre überschritten haben bzw. die ein Zweitstudium aufgenommen haben. Stellungnahme Mit Schreiben vom 11. März 2014 Nr /6/1 nimmt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst zu dem Antrag wie folgt Stellung: Der Landtag wolle beschließen, die Landesregierung zu ersuchen zu berichten, 1. wie sich landesweit seit dem Sommersemester 2012 die Zahl der Studierenden entwickelt hat, die die überschritten haben; Die en der Studierenden werden flächendeckend seit dem Wintersemester 2010/2011 vom Statistischen Landesamt nur für das jeweilige Wintersemester erhoben. In Tabelle 1 sind die en der Studierenden seit dem Wintersemester 2010/2011 aufgeführt, für das Wintersemester 2013/2014 liegen noch keine Daten vor. Der Anteil der Studierenden, die außerhalb der studieren, variiert seit dem Wintersemester 2010/2011 geringfügig zwischen 16,3 % und 17,4 %. Tabelle 1 Anteil der Studierenden außerhalb der an den Hochschulen in Baden-Württemberg seit dem Wintersemester 2010/2011 Studierende insgesamt Studierende im Erst-, Zweitstudium (ohne Promotionen und "sonstige Abschlüsse") zusammen mit Angaben zur Anteil außerhalb der Wintersemester davon Die Studienanfänger werden vom Statistischen Landesamt im Sommer- und Wintersemester erhoben. In der Tabelle 2 sind die Studienanfänger im 1. Fachsemes - ter insgesamt und darunter die eines Zweitstudiums ab dem Sommersemester 2010 aufgeführt. Für das Wintersemester 2013/2014 liegen noch keine Daten vor. Wie Tabelle 2 zeigt, hat sich der Anteil der Studienanfänger eines Zweitstudiums zunächst von 2,4 % im Sommersemester 2010 auf 1,9 % im Sommersemester 2011 verringert, danach aber auf 4,3 % im Sommersemester 2013 erhöht. Auch in den Wintersemestern hat sich der Anteil der Studienanfänger eines Zweitstudiums zunächst von 1,8 % auf 1,4 % im Wintersemester 2011/2012 verringert und ist da- innerhalb der ausserhalb der 2010/ ,3% 2011/ ,4% 2012/ ,9% 2. wie sich landesweit seit dem Sommersemester 2012 die Zahl der Studierenden entwickelt hat, die ein Zweitstudium aufgenommen haben; 2

3 nach auf 2,2 % im Wintersemester 2012/2013 gestiegen. Insgesamt ist der Anteil der Studienanfänger eines Zweitstudiums an allen Studienanfängern gering. Tabelle 2 Studienanfänger (1. Fachsemester) im Zweitstudium an den Hochschulen Baden-Württembergs seit dem Sommersemester 2010 Semester Studienanfänger insgesamt Anzahl darunter Anfänger eines Zweitstudiums Anteil Sommer ,4% Winter 2010/ ,8% Sommer ,9% Winter 2011/ ,4% Sommer ,3% Winter 2012/ ,2% Sommer ,3% 3. wie sich landesweit seit dem Sommersemester 2012 die durchschnittliche Studiendauer bis zum Bachelor- bzw. Master-Abschluss entwickelt hat; Die Studiendauer von Hochschulabsolventen kann mit Hilfe der vom Statistischen Landesamt erhobenen Prüfungsstatistik ermittelt werden. Die aktuellsten Ergebnisse der Prüfungsstatistik beziehen sich auf das Prüfungsjahr 2012, das sich aus den Prüfungen des Wintersemesters 2011/2012 und des Sommersemes - ters 2012 zusammensetzt. Für den Zeitraum ab Sommersemester 2012 liegen noch keine Ergebnisse vor. Wie in der Landtagsdrucksache 15/ vom März letzten Jahres ausführlich dargestellt, gehen die Fachstudienzeiten wegen zahl - reicher Maßnahmen zur Studienzeitverkürzung und wegen der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge schon seit langem stark zurück (Schaubild). Fachstudiendauer an den Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg seit 1980 in Fachsemestern *) 14,0 13,0 12,0 11,0 10,0 9,0 Universitäten 8,0 7,0 Hochschulen für angew. Wiss. 6,0 *) einschließlich Abschlüssen von Zweit-, Aufbau- und Masterstudium. 1 Drucksache 15/3184 vom 7. März 2013: Bericht der Landesregierung zu einem Beschluss des Landtags; hier: Entwicklung der Studienzeiten und Maßnahmen zur deren Verkürzung. 3

4 4. welche Instrumente die Hochschulen besitzen, Studierende zur Einhaltung der zu motivieren; Den Hochschulen stehen durchaus Instrumente zur Verfügung, um Studierende zur Einhaltung der zu motivieren. In diesem Zusammenhang ist es auch entscheidend, dass Maßnahmen ergriffen werden, welche eine richtige Studienwahl und den Studienerfolg unterstützen bzw. die Abbrecherzahlen reduzieren helfen. Als wichtigste Maßnahmen sind zu nennen: 1. Ausbau der Studieninformation, Studienorientierung und Studienberatung: Umfassende Informationen und Beratungen sind Voraussetzung dafür, dass sich junge Menschen für ein ihren Interessen und Neigungen entsprechendes Studienfach entscheiden können. So informieren Studienbotschafter aus eige - nem Erleben über Studienfächer und -bedingungen an Schulen. Im Rahmen von BEST können Schüler/innen im Rahmen eines zweitägigen Entscheidungstrainings ihre Interessen, Fähigkeiten, Ziele und Werte kennenlernen und ihre Studienwahl optimieren. Strukturell wird dies unterstützt durch die Vernetzung von Beratungsangeboten und der Professionalisierung der Berater/innen in den Zentren für Beratung. 2. Die Ausschreibungen Willkommen in der Wissenschaft und die Studienmodelle individueller Geschwindigkeit sind darauf ausgerichtet, die Abbrecherquoten zu senken und den Studienerfolg zu verbessern. Es geht bei beiden Ausschreibungen darum, die Studieneingangsphase durch neue Konzepte zu stärken. Die Ausschreibungen setzen an der Passung mit dem Studienfach und der Motivation der Studierenden an. a. Die Studienmodelle bieten einen strukturellen Ansatz: Sie ermöglichen einen flexibleren Studienstart, z. B. durch Brücken- und Stützkurse wie im Rahmen des MINT-Kollegs, an dem sich das KIT und die Universität Stuttgart beteiligen, das auch bundesweit Beachtung und Anerkennung gefunden hat. b. Willkommen in der Wissenschaft fördert inhaltliche Innovationen, etwa projektorientiertes Lernen, problem- und praxisorientiertes Lernen, aber auch forschungsorientiertes Lernen. Der Ansatz des forschenden Lernens soll die Motivation gerade in der schwierigen Anfangs- und Umbruchsphase stärken, die ein Studienstart für jeden Einzelnen bedeutet. 3. Die wissenschaftliche modellübergreifende Wirkungsforschung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) zu den Stu - dienmodellen soll Aufschluss über Erfolgsfaktoren für eine gute Studienstruktur geben. Ein Abschlussbericht wird Ende 2014 erwartet. 4. Frauen stärker ansprechen: Um Frauen für ein Studium in den MINT-Fächern anzuregen (deren Abbruchquoten in den MINT-Fächern meist geringer sind als die der Männer), wurde eine Landesinitiative Frauen in MINT-Berufen in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung ins Leben gerufen. Sie soll verstärkt Gender-Aspekte in der MINT-Lehre verankern soll. So sollen Modifikationen an den Curricula und in der Didaktik angestoßen werden. 5. wie sich die Verwaltungskostenbeiträge an den Hochschulen des Landes seit Sommersemester 2012 im Durchschnitt entwickelt haben; Die Ist-Einnahmen aus der Erhebung des studentischen Verwaltungskostenbeitrags (vgl. Kapitel 1403 Titel 11131) beliefen sich im Jahr 2012 auf 23,488 Mio. Euro und im Jahr 2013 auf 35,002 Mio. Euro. Der Verwaltungskostenbeitrag wurde zum Wintersemester 2003/2004 mit einer Höhe von 40 Euro eingeführt. Mit dem Haushaltsbegleitgesetz 2013/2014 (Art. 3) wurde der bis dahin nicht erhöhte Betrag zum Sommersemester 2013 auf 60 Euro pro Semester angepasst. 4

5 6. inwieweit die von den Hochschulen erhobenen Verwaltungskostenbeiträge eine Staffelung nach sozialen Kriterien vorsehen. Die Höhe des Verwaltungskostenbeitrags nach 12 Landeshochschulgebühren - gesetz (LHGebG) ist im Gesetz auf 60 Euro pro Semester bzw. 120 Euro pro Studienjahr festgelegt (vgl. 12 Absatz 2 LHGebG). Eine Staffelung sieht das Gesetz nicht vor. In besonderen Härtefällen kann der Beitrag jedoch nach 1 Absatz 2 LHGebG i. V. m. 21, 22 Landesgebührengesetz gestundet oder erlassen werden. Bauer Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst 5

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