Helping Hands - Finanzierung. Handout-Sammlung für das Ideenpapier

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1 Helping Hands - Finanzierung Handout-Sammlung für das Ideenpapier

2 Gliederung 1. Investitionsplanung 2. Kapitalbedarfsplanung 3. Woher bekomme ich mein Geld? 4. Umsatz- und Kostenplanung Solltet ihr Fragen haben, steht euch das Team von futurego Sachsen- Anhalt jederzeit gern zur Verfügung: Telefon: Mail: Finanzierung Seite 2

3 1 Investitionsplanung Eines der wichtigsten Kapitel im Businessplan ist die Finanzierung. Die Finanzierung spiegelt eure Geschäftsidee in Zahlen wider und gibt Aufschluss darüber, ob sich das Vorhaben lohnt. Zu Beginn müsst ihr euch überlegen, welche Anschaffungen getätigt werden müssen, bevor es überhaupt losgeht. Braucht ihr vielleicht eine gemietete Werkstatt, in der ihr eure Produkte herstellt oder muss noch jemand eingestellt werden, der die Internetseite erstellt? Bei diesen Investitionen unterscheidet man zwischen langfristigen und kurzfristigen Investitionen sowie Gründungskosten. Beispiele für Gründungskosten: Beratung (z.b. Coachings, um einen Businessplan zu erstellen) Anmeldungen (z.b. beim Gewerbeamt) Genehmigungen (z.b. Nachweis einer fachlichen Qualifikation) Startkapital aufgrund der Wahl der Rechtsform (z.b. GmbH ist für die Anschaffung von Maschinen, Büroausstattung etc. verwendbar) Beispiele für langfristige Investitionen: Gebäude Maschinen Fahrzeuge Beispiele für kurzfristige Investitionen: Ware Büromaterial Werbekosten Miete Finanzierung Seite 3

4 Durch Leasing und Ratenkauf lassen sich hohe Ausgaben innerhalb einer kurzen Frist auf einen längeren und späteren Zeitraum verteilen. Unter Leasing versteht man einen Mietvertrag, beispielsweise für ein Auto. Hierbei müsst ihr aber beachten, dass diese Möglichkeit nicht für jede Investition möglich ist und zusätzliche Kosten verursacht. 2 Kapitalbedarfsplanung Dank der Investitionsplanung wisst ihr nun, wie viel Kapital ihr für die Gründung und die Anfangszeit benötigt. Der einfachste und oft preiswerteste Weg der Kapitalbeschaffung ist das Eigenkapital. Als Eigenkapital bezeichnet man das Geld, welches ihr selbst als Eigentümer des Unternehmens zur Verfügung habt. Oft jedoch reicht dieses Eigenkapital nicht für die Gründung aus, sodass es verschiedene Formen des Fremdkapitals gibt, die für euch in Frage kommen könnten. Wichtig ist, dass das Startkapital mindestens so hoch wie die Anfangsinvestitionen sein sollte. Besser wäre es jedoch, wenn das Startkapital höher ist, um in den Monaten, in denen noch keine Gewinne erwirtschaftet werden, trotzdem genügend Geld zu haben, um beispielsweise Rohstoffe einkaufen zu können. 3 Woher bekomme ich mein Geld? Es gibt verschiedene Formen von Fremdkapital, die je nach Geschäftsidee und Umständen für euch relevant sein können. Fremdkapital sind fremde Mittel, die von außen in das Unternehmen eingebracht werden. Naheliegend ist für die meisten ein Bankdarlehen. Nehmt ihr einen Kredit bei einer Bank auf, braucht die Bank eine Sicherheit. Dies kann beispielsweise eine Eigentumswohnung oder ein neues Auto sein. Zusätzlich fallen bei einem Bankkredit, abhängig von Höhe und Laufzeit, Zinsen an. Neben der monatlichen Rückzahlung des Kredits müsst ihr somit die zusätzlichen Zinsen beglichen. Zum Beispiel fallen bei einem Kredit in Höhe von ca. 5,3% Zinsen an. Insgesamt müsst ihr somit nicht nur die zurückzahlen, sondern auch die Zinsen in Höhe von 530. Finanzierung Seite 4

5 Für Gründer gibt es spezielle Förderkredite. Hier muss nur in manchen Fällen eine Sicherheit geboten werden. Oft hilft der Staat sogar mit einer Bürgschaft. Zusätzlich fallen auch hier Zinsen an, jedoch sind diese meist niedriger als bei eurer Hausbank. Beispiele für diese Gründerkredite gibt es von der Investitions- oder der KfW-Bank. Die KfW-Bank ist die größte nationale Förderbank der Welt. Diese gewähren Investitionskredite an kleine und mittlere Unternehmen zu besonderen Konditionen und bis zu einer Höhe von So fallen bei einem Gründerkredit der KfW-Bank in Höhe von Zinsen von ca. 2,99% (299 ) an. Auch der Staat unterstützt Existenzgründer in verschiedener Weise. Neben Gründerkrediten und Coachings, beziehungsweise Zuschüssen zu einer Gründungsberatung, wird auch das EXIST-Gründerstipendium für Technologieunternehmen angeboten. Zudem gibt es auch Personalkostenzuschüsse, die in Anspruch genommen werden können. Business Angels sind private Investoren, die sich finanziell am Unternehmen beteiligen und euch gleichzeitig mit Wissen und Kontakten helfen. Oft sind Business Angels selbst erfolgreiche Gründer, die Geld und Wissen in junge Unternehmen einbringen. Als Gegenleistung erhalten sie einen Anteil der erwirtschafteten Gewinne. Je nach Geschäftsidee kann für euch auch ein Sponsoring eine attraktive Form des Fremdkapitals sein. Unter Sponsoring versteht man die Förderung in Form von Geld-, Sach- oder Dienstleistungen mit der Erwartung auf Gegenleistung. Gegenleistung ist oft eine Form der Werbung. So verweist ihr beispielsweise auf sämtlichen Flyern und anderen Werbemitteln auf den Sponsor. Die Gegenleistung muss für den Sponsor sinnvoll sein und Nutzen bringen. Überlegt euch also vor einem Sponsoring-Gespräch, welche Gegenleistung ihr anbieten könnt. Zum Beispiel kommen für ein Schülercafé als mögliche Sponsoring- Geber ortsansässige Bäckereien, Lebensmittelgeschäfte oder Hersteller von Saft und Limonade in Frage. Finanzierung Seite 5

6 Übung 1: Teilt euch in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe vertritt einen Fußballverein, der auf der Suche nach Sponsoren ist. Die zweite Gruppe besteht aus möglichen Sponsoring-Gebern. Überlegt Euch in einem ersten Schritt, welche (ortsansässigen) Firmen für den Verein in Frage kommen und warum. Sponsor 1: Begründung: Sponsor 2: Begründung: Sponsor 3: Begründung: Einigt euch in einem zweiten Schritt darauf, welche Formen von Sponsoring für die Firmen der Regionen sinnvoll sind und was die Gegenleistung des Vereins sein könnte. Firma 1: Art des Sponsorings: Gegenleistung: Firma 2: Art des Sponsorings: Gegenleistung: Firma 3: Art des Sponsorings: Gegenleistung: Finanzierung Seite 6

7 4 Umsatz- und Kostenplanung Für die Umsatz- und Kostenplanung überlegt ihr euch zunächst, welche Betriebskosten bei der Umsetzung eurer Geschäftsidee anfallen. Denkt hierbei nicht nur an die Rohstoffe, die direkt in das Produkt oder die Dienstleistung eingehen, sondern auch an eine mögliche Büroausstattung, Werbung oder notwendige Versicherungen. Die anfallenden Kosten lassen sich in fixe und variable Kosten unterscheiden und bilden zusammen die Gesamtkosten. Fixe Kosten sind der Teil der Kosten eines Produktes/einer Dienstleistung, die unabhängig von der produzierten/verkauften Stückzahl gleich bleiben. Beispiele für Fixkosten: Lohn (egal ob ihr euer Produkt verkauft, die Mitarbeiter müssen bezahlt werden) Mieten Variable Kosten hingegen ändern sich mit der produzierten Stückzahl. Beispiele für variable Kosten: Rohstoffe, die im Endprodukt verarbeitet werden Energiekosten Nun überlegt ihr euch auf Grundlage des relevanten Marktes, wie viel Umsatz ihr in den einzelnen Quartalen und Jahren machen werdet. Den Umsatz könnt ihr mit folgender Gleichung berechnen: Umsatz = Stückpreis x verkaufte Menge So wisst ihr, wie viel Geld ihr im Quartal/Jahr einnehmt. Wenn ihr von eurem Umsatz die Kosten abzieht, wisst ihr, ob ihr Gewinn oder Verlust gemacht habt. Ab welcher verkauften Stückzahl ihr Gewinn macht, berechnet man mit dem Break-Even-Punkt (Gewinnschwelle). Finanzierung Seite 7

8 Für die genaue Berechnung des Break-Even-Punktes könnt ihr diese Formel nutzen: Fixe Kosten (Preis pro Stück - variable Kosten) Die Gewinnschwelle ist der Punkt, an dem Umsatz und Kosten für ein Produkt gleich hoch sind und somit weder Gewinn noch Verlust erwirtschaftet wird. Wird die Gewinnschwelle überschritten, werden Gewinne erwirtschaftet. Wird sie unterschritten, macht ihr Verluste. Diesen Punkt könnt ihr entweder für das zu verkaufende Produkt/die Dienstleistung genau bestimmen oder ihr verweist in der Tabelle auf das Quartal/Jahr, in dem zum ersten Mal Gewinn gemacht wird. Kosten Erlöse Umsatz Finanzierung Seite 8

9 Übung 2: Max und Lena haben für ihr Schülercafé eine Umsatz- und Kostenplanung aufgestellt. Jedoch haben sie einige Dinge vergessen. Überlegt, welche Kosten die Beiden vergessen haben und berechnet danach den Gewinn/Verlust und gebt an, wann der Break-Even-Punkt erreicht ist. Um ihren Umsatz zu planen, haben sie für die Produkte, welche sie anbieten werden, die Preise festgesetzt. Sie wollen für belegte Brötchen und Kuchen jeweils 1,00 und für ein Getränk 0,80 verlangen. Im ersten Quartal rechnen sie damit, dass sie 60 Getränke, 180 belegte Brötchen und 72 Stück Kuchen verkaufen. Im zweiten Quartal wollen sie 70 Getränke, 220 belegte Brötchen und 104 Stück Kuchen verkaufen. Im dritten Quartal wollen sie 110 Getränke, 280 Brötchen und 122 Stück Kuchen und im vierten Quartal 110 Getränke, 290 belegte Brötchen und 140 Stück Kuchen verkaufen. Die Getränke werden in großen Flaschen gekauft und in Pappbecher an die Mitschüler weiterverkauft. Die Brötchen wollen die beiden selbst belegen und dann verpackt verkaufen. Da sie die Bäckerei um die Ecke überzeugen konnten, sponsert diese ihnen täglich die benötigten Brötchen. Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage soll ab dem dritten Quartal eine Klassenkameradin eingestellt werden. Sie wird für die Unterstützung beim Brötchen schmieren 10,00 pro Quartal bekommen. Wenn die Beiden ausreichend Gewinn erwirtschaften, wollen sich auch Max und Lena ein Gehalt zahlen. Da die beiden von der Schule einen Raum zur Verfügung gestellt bekommen, fallen weder Miet- noch Stromkosten an. Finanzierung Seite 9

10 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Ertrag Umsatz 300,00 520,00 Aufwand Miete 0 Strom 0 Gesundheitszeugnis 30,00 Post/Telefon 20,00 20,00 20,00 20,00 Gesamtkosten Gewinn/Verlust Der Break-Even-Punkt wird im. Quartal erreicht. Finanzierung Seite 10

11 Quellen Finanzierung Seite 11

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