Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

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1 Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg Schulversuch Lehrplan für die Berufsfachschule Berufsfachschule zum Erwerb von Zusatzqualifikationen Ernährung, Erziehung, Pflege Fachbereich Erziehung Schwerpunkt Qualifizierung von Praxisanleiterinnen und -anleitern / Arbeit mit Erwachsenen in der Kindertageseinrichtung Die Ausbildung planen und durchführen Schuljahr 1 Der Lehrplan tritt am 1. August 2013 in Kraft.

2 2 Die Ausbildung planen und durchführen Vorbemerkungen Die öffentliche Diskussion über die kompetente Bildung, Erziehung und Betreuung des Kindes ( 22 SGB VIII) und damit auch die Bedeutung einer guten Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte nimmt in der Bundesrepublik Deutschland einen großen Raum ein. Professionalisierung im Bereich der Erziehung beschreibt einen Prozess der Begründung und Entwicklung einer eigenständigen beruflichen Identität. Dies kann nur in enger Verzahnung der unterschiedlichen Lernorte geschehen. Im Dialog mit allen am Lernprozess Beteiligten soll ein professionelles Selbstverständnis entstehen, das sich entsprechend der sich verändernden gesellschaftlichen Anforderungen weiterentwickelt. Anleiterinnen und Anleiter nehmen als Ausbildungsbegleiterinnen und -begleiter eine zentrale Rolle im dynamischen Interaktionsprozess der sozialpädagogischen Praxis ein. Die individualisierte didaktische Planung, Begleitung, Durchführung und Evaluation der komplexen Bildungsvorgänge bieten die Grundlage für eine gelingende pädagogische Praxis. Ein zentrales Anliegen der Ausbildung ist es, eine enge Verknüpfung von Theorie und Praxis sicherzustellen. Das Handlungsfeld Die Ausbildung planen und durchführen soll durch konkrete, praxisnahe Lernsituationen und durch theoretische Grundlagen die fachlichen, personalen und sozialen Kompetenzen der zukünftigen Anleiterinnen und Anleiter weiter entwickeln. Es soll sie auf die vielfältigen Anforderungen im Anleitungsprozess vorbereiten.

3 Die Ausbildung planen und durchführen 3 Lernfeldübersicht Schuljahr Ler n f e l d e i n h e i t e n Zeitrichtwert Gesamtstunden Seite Schuljahr 1 1 Den Anleitungsprozess vorbereiten, gestalten und reflektieren Kommunikation in der Anleitung Zeit für Leistungsfeststellung und zur möglichen Vertiefung

4 4 Die Ausbildung planen und durchführen

5 Die Ausbildung planen und durchführen 5 Schuljahr 1 Zeitrichtwert 1 Den Anleitungsprozess vorbereiten, gestalten und reflektieren 80 Die Schülerinnen und Schüler analysieren ihre eigene Sozialisation in Bezug auf berufliche Erfordernisse. Sie planen ihre zukünftige Rolle als Anleiterin oder Anleiter und entwickeln eine positive Einstellung zur Aufgabe der Praxisanleitung. Die Schülerinnen und Schüler beschreiben rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen einer Ausbildungseinrichtung und entwickeln ein Anleitungskonzept auf der Grundlage eines Ausbildungsplanes. Sie charakterisieren die berufliche Anfangssituation von Praktikantinnen und Praktikanten und formulieren gemeinsam mit ihnen zentrale Entwicklungsaufgaben für die Ausbildung. Die Schülerinnen und Schüler ermitteln die Eignung einer Praktikantin oder eines Praktikanten für den Beruf anhand von zu erstellenden Kriterien. Sie arbeiten die Bedeutung einer systematischen, fachlichen Begleitung der Praktikantinnen und Praktikanten mit den passenden Methoden heraus, dokumentieren ihre Lernfortschritte und bewerten ihren eigenen Führungsstil. Anhand von Evaluationen in den unterschiedlichen Ausbildungsphasen entwickeln sie ihr Anleitungskonzept weiter. Die Schülerinnen und Schüler entwerfen günstige Rahmenbedingungen für gewinnbringende Anleitungsgespräche und prüfen Grenzen im Anleitungsprozess. Reflexion eigener Sozialisation Rolle und Selbstverständnis der Praxisanleitung Institutionelle Rahmenbedingungen einer Praxisstelle Grundlagen der Ausbildung Erkennen der Eignung bei Praktikantinnen und Praktikanten Prozess und Methoden der Ausbildungsbegleitung Planung Anleitung Beobachtung Reflexion Dokumentation Evaluation Biografiearbeit und Selbstkonzept Rollenkonflikte, Bewältigungsmöglichkeiten, Grundhaltungen (Rogers), Theorie-Praxistransfer Rechtliche Rahmenbedingungen, Zielsetzung, Konzeption Ausbildungsplan, Prüfungsordnung, vgl. HF3 Kompetenzanalyse Vgl. HF2 Lernen am Modell, Lernbegleitung Erwartungsklärung, Treffen von Zielvereinbarungen Gegenseitige systematische Beobachtung Selbst- und Fremdeinschätzung, Videoanalyse Lerntagebuch Vgl. HF 3 Führungsstile

6 6 Die Ausbildung planen und durchführen Rahmenbedingungen für Anleitungsgespräche Grenzen im Anleitungsprozess Örtliche und zeitliche Gegebenheiten, gegenseitige Beobachtung im Arbeitsalltag, Reflexion Störungen, Möglichkeiten der Gesunderhaltung, Stressbewältigung, Burnout-Prävention, Achtsamkeit 2 Kommunikation in der Anleitung 40 Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden verschiedene Formen der Kommunikation und Interaktion und beschreiben deren Bedeutung für die Gestaltung sozialer Beziehungen. Sie analysieren Kommunikationsgeschehen auf der Grundlage verschiedener Kommunikationsmodelle und differenzieren zwischen gelungener und missglückter Kommunikation. Sie kennen Kommunikationstechniken, die zum Gelingen der interpersonalen Kommunikation beitragen, und wenden diese situationsangemessen an. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln eine auf ihre Praxis angepasste Feedbackkultur und entwerfen eine Vorgehensweise für kollegiale Fallberatungen. Grundlagen der Beratung, Kommunikation und Interaktion Erfolgreiche und gestörte Kommunikation Kommunikationsmodelle Konflikte und Konfliktgespräche Entwickeln einer Feedbackkultur Kollegiale Fallberatung Vgl. Watzlawick Z. B. Schulz von Thun Konfliktarten und -ebenen, Konfliktursachen, Prävention, Lösungsstrategien, Mediation, Rolle von Konflikten Kollegiales Feedback, Formen der Reflexion Kasuistik

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