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1 Webserver einrichten Der eigene Webserver Richten Sie in wenigen Schritten mit kostenloser Software einen Webserver auf Ihrem eigenen PC ein zum Beispiel als Testumgebung für Ihre neu erstellten Webseiten oder als Tauschserver im Freundeskreis Haben Sie zu Hause DSL, können Sie bequem einen Webserver einrichten. Um eigene Webseiten dort zu hosten oder den Server als Tauschbörse für Freunde und Bekannte oder gar als Spieleserver zu nutzen, brauchen Sie eine Flatrate, sonst wird es schnell ziemlich teuer. Auf einem eigenen Webserver stehen Ihnen zudem alle Techniken zur Verfügung, die Ihr Provider vielleicht gar nicht oder nur gegen Aufpreis anbietet. Aber auch ohne Flatrate kann ein eigener Webserver von Nutzen sein. Setzen Sie ihn beispielsweise als Testumgebung für Ihre Webseiten ein. Damit sparen Sie Geld, indem Sie fertige Seiten erst dann übertragen, wenn auch tatsächlich alles wie gewünscht funktioniert. Die Hardware-Anforderungen sind gering, Sie können auch einen alten Zweit- PC zum Webserver machen. Wollen Sie einen Webserver im Internet betreiben und gleichzeitig im Netz surfen, brauchen Sie zusätzlich einen Router, der aber vielen DSL-Paketen bereits beiliegt. Die benötigte Software zum Einrichten, Sichern und Überwachen des Webservers Inhalt Server-Software installieren S. 122 Der erste Test S. 123 MySQL konfigurieren S. 123 PHP Switcher S. 123 Ihr Server im Internet S.124 DynDNS einrichten S. 124 Client installieren S. 124 Automatisch verbinden S. Server überwachen S. Tauschbörse einrichten S.126 Zugriffsrechte regeln S. 126 Upload-Skript einsetzen S. 127 Server abschotten S. 127 Infokästen Das Xampp-Paket S. Was heißt eigentlich...? S.126 Router und Firewall konfigurieren S.127 Server-Software installieren: Wenn Sie diese Seite sehen, war die Installation des Webservers erfolgreich ist kostenlos. Sie finden alle erforderlichen Programme auf der com!-heft-cd 1 unter Praxis & Tuning. Server-Software installieren In weniger als fünf Minuten haben Sie Ihren Webserver installiert. Als Serversuite kommt Xampp zum Einsatz. Das Paket läuft auf allen gängigen Betriebssystemen, ist kostenlos und hat keine besonderen Hardware-Anforderungen. Xampp umfasst Apache, MySQL, Perl und PHP. Diese Programme sind bereits alle vorkonfiguriert in der Suite enthalten. Das X steht für ein beliebiges Betriebssystem, also etwa für Windows oder Linux. Kopieren Sie den Xampp- Installer auf Ihre Festplatte und rufen Sie die Datei dort auf. Bei der Sprachauswahl wählen Sie Deutsch, den Rest erledigt der Installer. In dem Verzeichnis, in dem Sie die Server-Software installiert haben, finden Sie ein Unterverzeichnis namens xampp. Dort rufen Sie die Datei setup_xampp.bat auf, um die Installation abzuschließen. Im Normalfall erscheint ein DOS-Fenster mit der Meldung, dass nichts zu tun ist. Wollen Sie auch Perl verwenden, etwa zur Programmierung von CGI-Skripts? Bei der Basisinstallation von Xampp wird MiniPerl 5.8.3, eine abgespeckte Version, automatisch mitinstalliert. Wollen Sie Perl komplett mit sämtlichen Perl-Modulen, installieren Sie zusätzlich die Datei perl-addon, die Sie ebenfalls auf der com!- Heft-CD 1 finden. Als Zielverzeichnis wählen Sie das Xampp-Verzeichnis. Rufen Sie nach der Installation von Perl unbedingt erneut die Datei setup_xampp. bat auf. Es erscheint ein DOS-Fenster, in dem Sie sich entscheiden müssen zwi- Der erste Test: Die Statusabfrage von Xampp gibt Auskunft darüber, welche Dienste gerade laufen und welche deaktiviert sind 122

2 Eigener Webserver schen einer Installation mit und ohne mod_perl. Ersteres ist die bessere Wahl, da damit der Perl-Interpreter in den Webserver integriert wird. Fahren Sie also mit der Auswahl 1 fort. Die Installation des Webservers ist damit abgeschlossen. Der erste Test Der große Moment ist gekommen: Starten Sie zum ersten Mal Ihren eigenen Webserver. Rufen Sie dazu im xampp- Verzeichnis die Datei xampp_start.exe auf. Damit starten Sie Apache, das ist das eigentliche Server-Programm, und die Datenbank MySQL. Alternativ können Sie beide auch separat über apache_ start.bat und mysql_start.bat starten. Geben Sie nun oder in das Adressfeld Ihres Browsers ein. Haben Sie ein wenig Geduld; der Start des Servers kann etwas dauern. Schließlich erscheint die Startseite, auf der Sie als Sprache Deutsch wählen. Daraufhin gelangen Sie zu einer Webseite mit einigen Beispielen und Statusberichten. Wenn Sie im Menü auf Status klicken, sollten Sie außer bei SMTP Server und FTP Server, die beide deaktiviert sind, überall grüne Erfolgsmeldungen sehen. Die verschiedenen Demos zeigen Beispiele mit PHP, Perl und MySQL wie eine CD-Verwaltung oder ein Online- Telefonbuch. Klicken Sie jedes einmal an, um zu sehen, ob auch alles läuft. Sie haben nun eine komplette Testumgebung zur Verfügung, auf der Sie in aller Ruhe und ohne Online-Kosten an Ihrer Homepage feilen können, bevor Sie diese dann auf den Server Ihres Providers übertragen. MySQL konfigurieren Als nächsten Schritt schließen Sie eine Sicherheitslücke von MySQL. Standardmäßig heißt der Benutzer root, und es ist kein Passwort vergeben. Da dies jeder weiß, der Xampp kennt, ist Ihr Webserver von außen angreifbar. Sie beseitigen dieses Manko, indem Sie ein Passwort vergeben. Dazu rufen Sie zunächst auf der Startseite aus der Rubrik Tools das Programm PHP My Admin auf. Dieses vielseitige Werkzeug ermöglicht Ihnen die einfache Verwaltung von MySQL. Dort klicken Sie auf den Link Rechte und anschließend auf das Symbol rechts neben der Zeile, die mit dem Wörtern root localhost beginnt. In dem neuen Fenster markieren Sie im Abschnitt Kennwort ändern die Option Kennwort und tragen in das Feld daneben sowie bei Wiederholen das zu vergebende Passwort ein. Bestätigen Sie mit OK. MySQL konfigurieren: Mit PHP My Admin haben Sie die MySQL-Datenbanken im Griff Nun geschieht allerdings Folgendes: PHP My Admin verschließt Ihnen den Zugang, da das Programm von dem neuen Kennwort noch nichts weiß. Sie müssen es manuell in die Konfigurationsdatei eintragen. Diese heißt config.inc.php und liegt im Unterverzeichnis phpmyadmin des xampp-verzeichnisses. Öffnen Sie die Datei mit einem Text-Editor wie Wordpad, suchen Sie die Zeile $cfg['servers'][$i]['password'] = ''; // MySQL password (only needed und tragen Sie zwischen die einfachen Anführungszeichen nach dem Gleichheitszeichen das neue Passwort ein. Nun funktioniert PHP My Admin wieder. Wollen Sie das Demo-Programm CD- Verwaltung nutzen, müssen Sie das Passwort in die Datei cds.php im Verzeichnis \xampp\htdocs\xampp eintragen, und zwar in Zeile 4 zwischen den Anführungszeichen ohne Text mysql_connect ("localhost","root", ""); Software-Übersicht Programm Beschreibung Xampp Webserver-Paket Perl-Addon Skriptsprache DeeEnEs DynDNS-Client Auto Dial Up DFÜ-Verbindung Hold-The-Line 1.1b Verhindert Trennung Servers Alive 4.1 Überwacht Webserver Auto Site Passwords Legt Benutzerkonten an Upload Lite 3.23 Upload-Skript auf Heft-CD Praxis & Tuning und ebenso in der Zeile 65 bei if(!mysql_connect("localhost", "root","")) PHP-Switcher Bei PHP ist inzwischen Version Standard. Einige Skripts funktionieren in dieser Version aber nicht. Wollen Sie stattdessen mit PHP arbeiten, fahren Sie den Server herunter, indem Sie die Datei xampp_stop.exe aufrufen, und starten Sie die Datei php_switch.bat aus dem gleichen Verzeichnis. Danach fahren Sie Ihren Server wieder hoch. Ein Klick auf phpinfo() informiert Sie über die aktuell aktive PHP-Version. Ihre Webseiten legen Sie in das Verzeichnis htdocs. Dort befindet sich bereits die Startseite, die zu den Demo-Seiten im xampp-unterverzeichnis weiterleitet. Benennen Sie diese um in _index.html und legen Sie Ihre eigene Homepage in dieses Verzeichnis. Perl-Skripts legen Sie in das Verzeichnis cgi-bin. Preis Donation Trial Trial Webadresse Seite

3 DynDNS einrichten: Geben Sie Host-Namen und IP-Adresse an, um einen neuen Host anzulegen Ihr Server im Internet Die lokalen Demo-Seiten haben Sie ja bereits in Ihrem Browser gesehen, aber sind sie auch über das Internet erreichbar? Um das herauszufinden, benötigen Sie Ihre IP-Adresse. Diese erfahren Sie, indem Sie in einem DOS-Fenster den Befehl ipconfig aufrufen, oder online auf der Seite Geben Sie die nun die IP-Adresse in der Art in Ihren Browser ein. Voilà! Jetzt steht dem Einsatz Ihres Webservers im Internet eigentlich nichts mehr im Wege. Doch sind noch zwei Hürden zu überwinden: Zum einen unterbrechen manche DSL-Provider die Verbindung automatisch nach 24 Stunden oder nach einer gewissen Leerlaufzeit. Zum anderen erhalten Sie bei jeder Einwahl eine andere IP-Adresse aus dem Adressenreservoir des Providers, so dass Ihr Webserver im Internet praktisch nicht zu finden ist. Für beides gibt es einfache und kostenlose Lösungen. DynDNS einrichten Nutzen Sie einen der zahlreichen dynamischen DNS-Dienste. Diese arbeiten so, dass sie die dynamische IP-Adresse Ihres Servers mit einer festen statischen Adresse verknüpfen. Unter dieser ist der Rechner dann stets erreichbar, ganz gleich welche IP-Adresse der Provider ihm zuteilt. Am bekanntesten ist DynDNS, doch unterscheiden sich die Anbieter nur wenig in ihrem Angebot. Mit dem Service DynDNS gibt Ihr Server über ein kleines Programm seine jeweilige IP-Adresse bekannt, die dann automatisch mit dem entsprechenden Domain-Namen verknüpft wird. Zudem erhalten Sie bis zu fünf Webadressen als Subdomain von DynDNS. Das bedeutet, Sie können zwar keine Adresse in der Art erhalten, stattdessen aber etwa Auf diese Weise spart man sich immerhin die Kosten für eine Domain, da der Dienst komplett ist. Einen neuen Account bei DynDNS anzulegen, ist schnell erledigt: Surfen Sie zu und klicken Sie oben rechts auf Sign Up Now. Füllen Sie die entsprechenden Felder aus, und klicken Sie auf Create Account, um den Vorgang abzuschließen. Sie erhalten daraufhin umgehend eine von DynDNS. Darin finden Sie einen Link, den Sie anklicken, um den Service freizuschalten. Nun können Sie sich bei DynDNS einloggen, indem Sie Ihren Benutzernamen und das Passwort oben rechts auf der Startseite in die Login-Felder eintragen. Sind Sie eingeloggt, wechseln Sie über die horizontale Navigationsleiste zum Reiter Account und klicken auf Account Setup, um den Service zu konfigurieren. Sie sehen nun eine übersichtliche Seite, auf der Sie bequem alles Nötige einstellen. Im Bereich Your Hosts and Zones klicken Sie in der Zeile Dynamic DNS auf Add Host. In das Feld Hostnamen tragen Sie den gewünschten Domain-Namen ein. Den vorderen Teil können Sie frei wählen, den hinteren Teil bestimmen Sie aus einer Liste möglicher Endungen wie dyndns.org oder homelinux.net. In das Feld IP-Address tragen Sie die IP-Adresse Ihres PCs ein. Dorthin leitet DynDNS Seitenaufrufe aus dem Internet weiter. Sie finden die IP- Adresse Ihres Rechners heraus, indem Sie an der Eingabeaufforderung (über Start, Ausführen) cmd und dann ipconfig eingeben. Wie Sie vorgehen, wenn Sie einen Router einsetzen, lesen Sie im Kasten Router und Firewall konfigurieren. Setzen Sie ein Häkchen bei Enable Wildcard, können Sie neben dyndns.org auch dns.org verwenden. Nach einem Klick auf Add Host erhalten Sie eine Zusammenfassung, und ab sofort leitet DynDNS Anfragen an die gewählte Domain zu Ihrem Webserver weiter. Probieren Sie es aus: Geben Sie Ihre neue Domain in den Browser ein. Sie sehen Ihre eigene Homepage oder die Datei index.html aus dem xampp-verzeichnis, wenn Sie Ihre Daten noch nicht übertragen haben. Client installieren: DeeEnEs führt genau Buch, ob die IP-Aktualisierungen ordnungsgemäß funktionieren Client installieren Falls der Provider Ihre Verbindung trennt, weiß DynDNS nicht mehr, an welche IP-Adresse es Seitenanfragen weiterleiten soll. Im Prinzip müssten Sie die neue IP- Adresse jedes Mal neu von Hand eintragen. Das ist zu umständlich. Deshalb installieren Sie im nächsten Schritt ein Programm, das Ihnen diese Arbeit abnimmt. Wählen Sie bei DynDNS den Menüpunkt Dynamic DNS und aus dem Untermenü Clients. Sie erhalten eine Liste von Programmen, die diese Aufgabe erledigen. Welches Programm Sie auswählen, ist im Prinzip beliebig, da alle ähnlich funktionieren. Achten Sie darauf, dass es sich um Freeware handelt, die auf Ihrem Betriebssystem läuft und möglichst auch in Deutsch vorliegt. Als Beispiel verwenden Sie DeeEnEs (www.palaciocristal.com/products/deeenes, Donationware). Entpacken Sie die deutsche 124

4 Eigener Webserver Sprachdatei in das gleiche Verzeichnis wie das Hauptprogramm. Starten Sie DeeEnEs, erscheinen zwei Fenster. Stellen Sie unter Eigenschaften sicher, dass bei Startet automatisch mit Windows ein Häkchen gesetzt ist. Bei IP-Erkennung über wählen Sie Web-Basierend, die übrigen Angaben können Sie unverändert übernehmen. In das andere Fenster tragen Sie Ihre DynDNS-Kontooptionen ein, also bei Server die Domain-Endung, für die Sie sich entschieden haben, bei Subdomain den variablen Teil und bei Benutzername und Passwort die Angaben, mit denen Sie sich bei DynDNS anmelden. Fortan übermittelt das Programm nach einer Unterbrechung der Verbindung und einem erneuten Login die entsprechend aktualisierte IP-Adresse an DynDNS. Das Programm checkt die Verbindung standardmäßig alle zehn Minuten. Manuell tun Sie dies über Erzwinge IP-Aktualisierung im Pop-up- Menü des Programms aus der Taskleiste. Bei Problemen mit DeeEnEs stellen Sie zunächst die Internet-Verbindung her und starten den Server, bevor Sie DeeEnEs aufrufen. Automatisch verbinden Die automatische Aktualisierung der IP- Adresse ist damit geregelt. Bleibt noch die Frage, wie Sie sich nach einer Verbindungstrennung wieder neu verbinden. Dafür sorgt ein Programm, das einen Verbindungsabbruch bemerkt und sich sofort wieder neu verbindet. Als Beispiel kommt Auto Dial Up zum Einsatz, das Sie kostenlos bei load.htm erhalten. Das Programm erfordert keine Installation, Sie starten es einfach per Doppelklick. Es erscheint als Symbol in der Taskleiste. Klicken Sie dieses doppelt an, gelangen Sie zur Konfiguration. Wechseln Sie zum Reiter DFÜ/ Automatisch verbinden: Hold-The-Line verhindert eine Trennung wegen mangelnden Datenverkehrs Automatisch verbinden: Diese Optionen verwenden Sie bei Auto Dial Up Internet und wählen Sie aus der Liste Ihre DSL-Verbindung. Ist sie nicht dabei, so klicken Sie auf den Button zum Editieren und tragen die entsprechenden Angaben ein. Bei den Optionen aktivieren Sie Main Auto Run und Auto DialUp, deaktivieren Verzögerung und stellen bei AutoPing- Intervall Minuten-Intervall ein. Schließen Sie mit einem Klick auf DFÜ erlauben (grünes Symbol). Es gibt noch einen anderen Weg: Dabei versuchen Sie zu verhindern, dass der Provider die Verbindung wegen zu langer Leerlaufzeiten unterbricht. Das com!- Tool Hold-The-Line sorgt dafür, dass in bestimmten Zeitintervallen etwas Datenverkehr stattfindet, um eine Unterschreitung des Leerlauflimits zu umgehen. Die Bedienung von Hold-The-Line ist kinderleicht. Nach dem Start verankert sich das kleine Tool mit einem Ampel- Icon in der Taskleiste neben der Uhr und macht erst einmal nichts. Benötigen Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt eine stabile Verbindung, klicken Sie einmal mit der linken Maustaste auf die Ampel. Diese schaltet dann von Rot auf Grün und sendet nun in frei einstellbaren Zeitabständen ein paar zusätzliche Datenpakete. Ein weiterer Klick schaltet die Ampel von Grün auf Rot und Hold-The-Line ist wieder deaktiviert. Zur Konfiguration klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Ampel, woraufhin sich der Konfigurationsdialog öffnet. In der ersten Zeile legen Sie unter Timing fest, in welchen zeitlichen Abständen zusätzlicher Datenverkehr erfolgen soll. Bei der Auswahl stehen Ihnen Werte von einer Sekunde bis hin zu 30 Minuten zur Verfügung. Unter Optionen können Sie schließlich noch festlegen, ob beim Systemstart Hold-The- Line automatisch starten soll. Das Alternativ-Tool Flatrate Steckdose (www.iopus.com/de/ freeware/flatrate) funktioniert in der gleichen Art. Server überwachen Die besten Programme nützen nichts, wenn Sie es gar nicht mitbekommen, wenn auf Ihrem Webserver etwas schief läuft. Setzen Sie daher ein Tool zur Überwachung ein Hyperspin (www.hyperspin.com) oder Servers Alive (www.woodstone. nu). Bei Letzterem klicken Sie nach dem Start auf Add, um einen neu zu überwachenden Server einzutragen. Bei Server name tragen Sie Ihre Webadresse ein. Geben Sie bei Host ID eine Zahl ein, die bei mehreren Servern den Überblick erleichtert. Bei Connect via ist in der Regel _LAN_ bereits voreingestellt. Nun legen Sie als Nächstes die Art der Überwachung fest. Hier haben Sie die Auswahl zwischen mehreren Methoden. Um das beliebte Ping zu verwenden, wechseln Sie zum Reiter Check und wählen aus der Liste Check to use den Eintrag Ping. Schließlich aktivieren Sie IP Ping Das Xampp-Paket Die Server-Software Xampp Version (win32) von Apachefriends.org enthält folgende Programme: Apache (Webserver) MySQL (Datenbank) PHP PHP Pear PHP-Switch win MiniPerl (abgespecktes Perl) SQLite (Datenbank) PHP My Admin pl1 (Datenbankverwaltung) ADODB 4.52 (Datenbankschnittstelle für PHP) Mercury Mail Transport System v4.01a (Mail-Server) Filezilla FTP Server Webalizer (Logfiles-Auswerter) Zend Optimizer (PHP-Optimierer)

5 und beginnen im Hauptfenster mit Start die Überwachung. Ist Ihr Server nicht mehr erreichbar, so erscheint in der Taskleiste ein Stop-Zeichen. Bei Hyperspin handelt es sich um eine Online-Überwachung des Webservers. Wollen Sie diesen Dienst nutzen, surfen Sie zu der Seite und melden sich zunächst an, indem Sie auf Free Signup klicken. Tragen Sie in die Felder die entsprechenden Daten ein und beenden Sie den Vorgang mit dem Button Sign Me Up. Anschließend klicken Sie auf Add a Test, um einen neuen Server einzutragen, den Hyperspin überwachen soll. Über Monitor a new server und einen Mausklick auf Next gelangen Sie zu der Eingabemaske, in die Sie unter Hostname / IP address Ihren Domain-Namen eintragen. Mit einem Klick auf Next startet die Überwachung mit einem Intervall von fünf Minuten, über den Reiter Monitor gelangen Sie zu den jeweiligen Berichten. Server überwachen: Mit Hyperspin sehen Sie, wann Ihr Webserver nicht erreichbar war Tauschbörse einrichten Der Server brummt mit Ihrer Homepage oder als Testumgebung, und eigentlich können Sie zufrieden sein. Aber wie wäre es denn, den Server zusätzlich als Tauschbörse mit Freunden und Bekannten einzusetzen, um Dateien jeder Art zu tauschen? Damit nicht jeder x-beliebige Surfer Daten auf Ihren Webserver hoch- oder von dort herunterladen kann, richten Sie besondere Verzeichnisse und Benutzerkonten ein. Dafür ist beim Apache-Server htpasswd zuständig. Da dies aber ziemlich kompliziert ist, greifen Sie besser zur Trial-Version des Tools Auto Site Passwords, die Sie unter finden. Nach dem Start legen Sie einen neuen Benutzer an, indem Sie auf den Button Add user klicken, das ist das Symbol mit dem angehängten Pluszeichen. Vergeben Sie einen Login-Namen und ein Passwort. Mit Expire on können Sie eine Art Haltbarkeitsdatum für das Konto festlegen oder mit Disable ein bereits angelegtes Benutzerkonto deaktivieren. Mit OK legen Sie den neuen Benutzer an. Schließlich speichern Sie die Angaben über Save (Diskettensymbol) in der internen Datenbank des Programms. Nun müssen Sie Apache noch mitteilen, wo er die Benutzerkonten findet. Dazu klicken Sie zunächst auf Export.Aktivieren Sie MD5 als Verschlüsselungsalgorithmus und tragen Sie in das Feld To File als Name htpasswd ein. Über Browse können Sie die Datei auch gleich an den richtigen Ort legen. Am besten richten Sie einen zentralen Tauschordner im Verzeichnis htdocs ein, also dort, wo Ihre Webseiten liegen. Nennen Sie es beispielsweise tausch. Mit einem Klick auf Export legen Sie die Datei an. Zugriffsrechte regeln Im nächsten Schritt bestimmen Sie die Rechte der Benutzer. Dazu legen Sie eine Datei namens.htaccess an. Beachten Sie den Punkt am Beginn des Dateinamens. Um diese Datei erzeugen, müssen Sie bei Was heißt eigentlich? Apache: Gratis-Webserver-Programm, das unter Open-Source-Lizenz verfügbar ist. Webserver-Pakete werden oft Lampp oder Wampp genannt, da sie neben Apache zusätzlich noch MySQL, Perl und PHP mitbringen. Der erste Buchstabe kennzeichnet das Betriebssystem..htaccess und htpasswd: Die Datei.htaccess verwaltet Zugriffsrechte und schützt Webordner vor unautorisiertem Zugriff. Die entsprechende Passwortdatei heißt htpasswd. Darin stehen der Benutzername und das verschlüsselte Passwort. IP-Adresse: Eine IP-Adresse besteht aus vier Zahlen zwischen 0 bis 255, die durch Punkte getrennt sind, etwa Damit ist jeder Internet-Rechner eindeutig adressierbar. Bei der Verbindung ins Internet erhalten Sie dynamisch eine IP-Adresse aus dem Adress-Pool des Providers. MySQL: Open-Source-Datenbank; ihre Verwaltung erfolgt meist mit PHP My Admin. Windows einen kleinen Umweg gehen, da der Windows-Explorer Dateinamen mit einem Punkt am Anfang nicht akzeptiert: Legen Sie zunächst eine neue Textdatei an mit dem Namen htaccess.txt und benennen Sie diese um in htaccess. Öffnen Sie diese mit dem Windows-Editor Wordpad funktioniert nicht, wählen Sie speichern unter und stellen Sie als Dateityp Alle Dateien ein. Nun können Sie die Datei unter dem Namen.htaccess speichern. NAT: Network Address Translation; ein Verfahren, das die vom Provider zugewiesene IP- Adresse in den IP-Adressbereich des lokalen Netzes umsetzt und Letzteres dadurch schützt. Perl: Skriptsprache, die häufig für CGI-Programme verwendet wird. PHP: Serverseitige, in HTML eingebettete Skriptsprache zur Erstellung von dynamischen Webseiten. Ping: Steht für Packet Internet Groper. Ping ist ein kleines Programm, das die Erreichbarkeit von Computern testet. Es schickt dazu ein Signal an den Zielrechner und zeigt an, wie lange es dauert, bis das Echo zurückkommt. Router: Ein Router verbindet über zwei oder mehr Netzwerk-Schnittstellen Netzwerke, etwa ein LAN und das Internet. Er sorgt dafür, dass Anfragen aus dem lokalen Netz weitergeleitet werden und die Antwortpakete wieder zurück zum richtigen PC des lokalen Netzes gelangen. 126

6 Eigener Webserver Öffnen Sie die Datei mit einem Text-Editor und schreiben Sie Folgendes hinein: AuthType Basic AuthName "Administrationsbereich" AuthUserFile C:\Programme\Apache\ xampp\htdocs\auth\htpasswd # AuthGroupFile require valid-user Eine Beispieldatei finden Sie auf der Heft- CD. AuthName gibt an, wie das Passwort- Abfragefenster heißt. Bei AuthUserFile geben Sie den Pfad zu der Datei htpasswd an, die Sie bereits angelegt haben. Der Eintrag AuthGroupFile ist mit dem Zeichen # auskommentiert, diese Angabe benötigen Sie nur, wenn Sie über eine Gruppendatei verschiedene Nutzer in Gruppen zusammenfassen und mit einheitlichen Rechten ausstatten möchten. Die letzte Zeile require valid-user sagt Apache, dass er den Zugriff nur erlauben soll, wenn ein korrekter Benutzername samt Passwort angegeben wird. Schließlich kopieren Sie die Datei.htaccess in das Tausch-Verzeichnis fertig! Nun können alle Freunde und Bekannten, die einen gültigen Benutzernamen haben, Dateien von Ihrem Webserver über das Internet herunterladen. Dies ist zunächst eine Einbahnstraße, denn noch kann niemand etwas bei Ihnen hochladen. Upload-Skript einsetzen: Nach dem erfolgreichen Upload stehen die Dateien in Ihrem Tausch-Verzeichnis zur Verfügung Zugriffsrechte regeln: Mit dem Tools Auto Site Passwords legen Sie bequem neue Benutzer an Upload-Skript einsetzen An dieser Stelle kommt ein kleines Perl- Skript ins Spiel, das den Datei-Upload koordiniert. Auf der com!-heft-cd 1 finden Sie in der Rubrik Praxis & Tuning unter Upload Lite 3.23 das Skript upload.cgi, das Sie zunächst an Ihre Gegebenheiten anpassen. Dazu öffnen Sie die Datei mit einem Text-Editor. In der ersten Zeile geben Sie den Pfad zur Datei perl.exe an, etwa #!F:\Programme\Apache\xampp\perl\ bin\perl.exe. Die Angaben im Skript sind jeweils einmal für Windows und einmal für Linux. Machen Sie bei der Variablen $dir in der ersten Instanz ein Kommentarzeichen # davor und entfernen Sie dieses in der zweiten Instanz. Dort tragen Sie den Pfad zum Tausch-Verzeichnis ein, in das die Dateien hochgeladen werden sollen. Den Backslash schreiben Sie dabei doppelt, etwa $dir = "F:\\Programme\\Apache\\ xampp\\htdocs\\tausch"; Schließlich geben Sie noch den URL an: $folder = "http://com-magazin. homeunix.org/tausch/"; Die Variable $max begrenzt die zulässige Dateigröße. So ist sie mit $max=100000; auf 100 Megabyte limitiert. Darunter geben Sie den Domain-Namen an: $domain = "domain.dyndns.org"; Fügen Sie in der Liste der erlaubten Dateitypen bei Bedarf weitere hinzu oder erlauben Sie mit ALL alle. Speichern Sie die Datei und verschieben Sie diese in das Verzeichnis cgi-bin. Nun brauchen Sie noch ein Webformular, mit dem Ihre Freunde Dateien auf Ihren Server laden. Ein Beispiel finden Sie in der Datei demo.html auf der Heft-CD 1. Das Formular können Sie auch direkt in eine Ihrer Webseiten kopieren. Wichtig ist, im <form>-tag den Pfad zu dem Perl-Skript anzugeben in der Art <form action="http://com-magazin. homeunix.org/cgi-bin/upload.cgi" method="post" enctype="multipart/ form-data"> Außerdem müssen die Formularfelder Namen in der Art FILEn haben, wobei n eine beliebige Zahl ist. Rufen Sie nun die Datei demo.html im Browser auf, so erscheinen zwei Eingabefelder. Dort navigieren Sie über Durchsuchen zu den gewünschten Dateien und laden sie mit submit hoch. Im Erfolgsfall erhalten Sie eine Übersicht der Dateien im tausch-verzeichnis. Server abschotten Sichern Sie Ihren Server gegen unliebsame Besucher, die Ihre Daten ausspionieren oder die Kontrolle über Ihren Server übernehmen wollen. Setzen Sie einen Virenscanner ein und sorgen Sie dafür, dass die Virendefinitionen aktuell sind, denn der beste Scanner nützt nichts, wenn er den Virus gar nicht finden kann. Ein guter, für den privaten Einsatz kostenloser Virenscanner ist Antivir PE (www.free-av.de). Auch der Einsatz einer Firewall ist sinnvoll. Windows XP bringt zwar eine Firewall mit, diese sollten Sie aber besser deaktivieren und stattdessen etwa die kostenlose Sygate Personal Firewall (www.sygate.de) einsetzen. Andreas Dumont Router und Firewall konfigurieren Befindet sich Ihr Webserver hinter einem Router, müssen Sie diesen zunächst konfigurieren, bevor Sie den Server übers Internet erreichen. Dazu teilen Sie dem Router mit, dass er alle Anfragen, die über Port 80 kommen, auf Ihren Webserver weiterleitet. In der Regel verfügt der Router über eine NAT-Funktion (Network Address Translation). Einige Router haben die Funktion Dynamische IP. Hier tragen Sie die Zugangsdaten von DynDNS ein. Damit meldet der Router bei jedem Internet-Zugang die IP an DynDNS. Hat Ihr Webserver-PC etwa die IP- Adresse , tragen Sie diese im Konfigurationsmenü des Routers bei Private IP ein, bei Privater Port und Public Port jeweils 80 und als Typ TCP. Für Router, die diese Funktion nicht bieten, verwenden Sie einen DynDNS-Client wie DeeEnEs. Wenn Sie eine Software-Firewall betreiben, müssen Sie dort Apache den Gang nach draußen gewähren. Am einfachsten starten Sie den Server einmal bei aktiver Firewall. Diese fragt Sie dann sofort, ob Sie dem Programm erlauben wollen, als HTTP zu arbeiten und Verbindungen nach draußen herzustellen. Antworten Sie mit Ja und setzen Sie ein Häkchen bei dem entsprechenden Feld, damit sich die Firewall Ihre Antwort merkt. 127

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