Beworben hatte ich mich im Spätsommer 2010 auf ein Praktikum in der Multimedia/Textredaktion für die Mitte des Jahres 2012.

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1 I Vor dem Praktikum 1. Praktikumsbewerbung Nach meinem fünf monatigen Studienaufenthalt in Paris wollte ich gerne nochmal nach Frankreich, dieses Mal um die Arbeitswelt kennenzulernen und meine Sprachkenntnisse zu vertiefen. Eine Bewerbung bei ARTE bot sich an, weil es sich um ein deutschfranzösisches Unternehmen handelt, und ich nach meinem Studium der Komparatistik und Theaterwissenschaft gerne in der Film- und Fernsehbranche arbeiten möchte. Stellenanzeigen sowohl für Festanstellungen, als auch für Praktika sind auf zu finden. Auch Initiativbewerbungen können lohnenswert sein, wenn man zeitlich flexibel ist. Beworben hatte ich mich im Spätsommer 2010 auf ein Praktikum in der Multimedia/Textredaktion für die Mitte des Jahres Kontakt zu ARTE Erst im Januar 2011 kam ein Anruf der Pressestelle von ARTE G.E.I.E. aus Straßburg. Es handelte sich um einen anderen service (Abteilung), aber sie dachten, dass mein Profil besser dorthin passe. Nach mehreren Vorstellungsgesprächen, teilweise auf deutsch und französisch wurde ich zu der Pressereferentin des Musik, Theater, Tanz Bereiches verwiesen. Um das Praktikum stichfest zu machen fuhr ich im Februar zur persönlichen Vorstellung nach Frankreich. Die Vorstellung vor Ort ist meist nicht von Nöten (zumindest in der Pressestelle, anders in der Programmplanung oder im Vorstand) und es wird eigentlich meist per Telefon alles besprochen und die Bewerber ausgesucht. Bis zum Beginn des Praktikums stand ich in engem Kontakt mit der Personalabteilung, da zahlreiche Versicherungspapiere eingereicht werden mussten. 3. Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes Da ich ein Jahr zuvor schon in Paris studiert habe und somit der Sprache mächtig bin, habe ich nur an der LMU München noch einen Französischkurs belegt, um meine Sprachkenntnisse nicht einfrieren zu lassen. Viele andere organisatorische Notwendigkeiten erledigten sich durch den Frankreichaufenthalt und durch die Nähe Straßburgs zu Deutschland. Das Konto bei der BNP Paribas, das ich im Jahr zuvor eröffnet habe, war auf jeden Fall nützlich. Ohne ein ausländisches Konto kommt man aber auch gut zurecht. Einige andere Praktikanten sind alle paar Wochen zum Einkaufen und Geld abheben nach Kehl gefahren. Ein Konto ist aber deswegen sinnvoll, da man sonst kein Wohngeld (CAF) vom französischen Staat beziehen kann, zudem macht es das Bezahlen in der ARTE internen Cafeteria einfacher. Ein Konto eröffnen ist schnell und einfach und für Studenten auch zwei Jahre umsonst. Zudem ist die Carte Bleue zugleich eine Visa-Karte. Bei SFR kann man sich günstig eine Handy-Prepaidkarte mit Handy kaufen. Allerdings hatte meine WG ein Festnetztelefon, weswegen ich mir die französische Handynummer gespart habe. Vom französischen Festnetz aus kann man umsonst auf (fast) jedes europäische Festnetz telefonieren. Es empfiehlt sich vor einem Praktikum bei ARTE eine Woche lang immer mal wieder den Fernseher anzuschalten, um einen gewissen Überblick zu erhalten, was ARTE zeigt falls man sich noch nicht so

2 gut auskennt und was für Sendeplätze es gibt. Es ist auch sinnvoll die grobe Struktur des Fernsehsenders zu kennen (ARTE France, ARTE G.E.I.E. und ARTE Deutschland). 4. Unterkunft ARTE ist bei der Suche der Unterkunft für die Praktikanten behilflich. So hat mir meine Chefin schon bei dem Vorstellungsgespräch angeboten, ein Wohnungsgesuch in das Intranet des Unternehmens zu stellen oder dort nach einer passenden Unterkunft für mich zu suchen. Viele Mitarbeiter von ARTE vermieten selbst Zimmer an Praktikanten. Ich habe über die Seite eine Französin aus Straßburg gefunden, die zur gleichen Zeit, wie ich in Frankreich bin, ein Praktikum in München macht. Der Zimmertausch war naheliegend und ich bin froh es gemacht zu haben. Für ein Zimmer von ca. 15 qm, in der Nähe der Innenstadtinsel und des Hauptbahnhofes, zahlte ich 200 Euro im Monat. Ein Zimmer in einer WG kostet normalerweise zwischen 330 und 400 Euro. II Das Praktikum bei ARTE G.E.I.E. 1. Erwartungen zu Beginn Was ich erwartet habe: Fließend französisch sprechen und schreiben; eigene Texte verfassen bzw. es lernen; voll und ganz Bescheid wissen wie ARTE funktioniert; mich weiterzubilden; mit Databases und Programmen umgehen lernen; erfahren wie Programme ausgewählt werden und warum; wie diese produziert werden; ich wünschte mir Verantwortung und dass ich bei wichtigen Fragen mit eingebunden werde; dass ich eigene kreative Ideen an den Mann bringen kann; einen Baustein für nach dem Studium schaffen; integriert werden in das Straßburger Leben; nicht nur das Gefühl haben auf Durchreise zu sein; interessante Menschen kennenlernen; Freunde finden. Und so weiter und so fort 2. Der Einstieg in das Praktikum Meine ersten beiden Wochen waren etwas problematisch. Als ich das Praktikum also am 1. Ausgust begann, war die für mich zuständige Pressereferentin im Urlaub und die Mitarbeiterin die für mich zuständig war, hatte noch andere Pressemitarbeiter zu vertreten und deswegen nicht so viel Zeit für mich. Ich hatte Glück, dass zwar nicht meine Vorgängerin mich einlernen konnte, wie das sonst oft der Fall ist, sondern eine andere Praktikantin mich in Empfang nehmen konnte. Da sie nur die Hälfte der Woche mit in meinem Büro war, lernte ich schnell mich selbstständig mit Arbeit zu versorgen, an kleineren Aufgaben zu versuchen und in Ruhe den Konzern und in die Arbeitsabläufe und Sendeplätze meines zuständigen Bereiches Musik, Theater, Tanz kennenzulernen. Meine Hauptaufgabe war in der ersten Woche also erst einmal mich über ARTE und die Sendungen, die für mich relevant waren einzulesen und natürlich auch einzusehen. III Verantwortung des Praktikanten in der Presseabteilung 1. Aufgabenbereich des Praktikanten Im Endeffekt sind die Praktikanten der Presseabteilung Assistenten, also Zuarbeiter der Presseattachés. Auf neun Festangestellte kommen sechs Praktikanten. Mehr oder weniger machen wir alle das gleiche. Nur dass jeder einen anderen Bereich hat. Musik, Theater, Tanz hieß mein Bereich, zu dem auch Sendungen wie Tracks, ARTE Lounge, ARTE Live Web, Durch die Nacht mit und One Shot Not gehören. Die Hauptarbeit war das Erstellen sogenannter Pressedossiers

3 und Programminformationen für die deutsche Presse. Durch die Größe unseres Bereiches musste für jeden Monat ein Highlightsdossier (ca. 15 Seiten) erstellt werden, in dem die wichtigsten Ereignisse, Sendungen, Dokumentationen, Spielfilme und Übertragungen beschrieben wurden. Andere Dossiers beschäftigten sich mit Schwerpunkten (ca Seiten). Beispielsweise erstellte ich ein Dossier zum Liszt-Schwerpunkt anlässlich dessen 200. Geburtstags oder ein Dossier zu den Sendungen zur Wiedereröffnung des Bolschoi-Theaters in Moskau. Programminformationen hingegen sind einseitig und beziehen sich nur auf eine Sendung. Mit der Erstellung einer solchen Information geht einher: Das Design auswählen; die Besorgung der Bilder und Texte in der zuständigen Redaktion; Bilder- Recherche, falls keine vorhanden sind; gegebenenfalls Texte übersetzen oder selbst schreiben. Alle Elemente werden in InDesign zusammengefügt und angepasst. Das fertige Dossier wird, manchmal mit Ansichtsexemplaren versendet. Ein großes Dossier zu erstellen war eine zeitaufwändige Arbeit und ging aber mit der Zeit immer schneller, nachdem ich mit dem Programm besser zurecht kam und auch ein Gefühl für einen geeigneten Pressetext entwickelte. Die Auswahl und Zusammenstellung der Bilder hat mir dabei am meisten Spaß gemacht. En großes Projekt während meiner Zeit in Straßburg war das Erstellen der Pressespiegel zum Sommer of girls. Bei den Unmengen an Clippings zu den verschiedensten Konzerten, Spielfilmen, Dokus und Shows, die im Juli und August zu sehen waren, nahm die Ordnungsarbeit und das Zusammenstellen viel Zeit in Anspruch. Bis auf mit Pressedossiers und Pressespiegeln war auch mit dem DVD-Archiv beschäftigt, das gepflegt werden und verwaltet werden musste. Sonst bestand meine Arbeit aus Zuarbeiten für meine Chefin. Das konnte beispielsweise Recherche von Fotos, Adressen (Aktualisierungen), Inhalten sein, aber auch Übersetzungen oder Texte schreiben und Korrektur lesen. Letzteres nahm auch noch einen großen Teil meines Praktikums bei ARTE ein. Ich las sämtliche Texte und Dossiers, prüfte Daten und machte Design-Vorschläge. Mit Recherche war ich immer wieder beschäftigt. So durfte ich für das Banner, das vor dem ARTE- Gebäude hängt ein Motiv suchen. Dass schlussendlich aus meinen Vorschlägen ausgewählt wurde, hat mich sehr stolz gemacht. Für den Theaterfilm Kasimir und Karoline, der am 19. September ausgestrahlt wurde, und die Wiedereröffnungsgala des Bolschoi-Theaters am 28. Oktober, war ich jeweils für die Organisation von Kinovorführungen in Deutschland zuständig. Das beinhaltete den Mitentwurf der Einladungen, sowie deren Versendung und das Führen der Gästeliste. Bei einer Filmvorführung des Stummfilms Die Nibelungen von Fritz Lang, in einem Straßburger Kino stand ich hilfsbereit zur Seite, ebenso wie bei der Ausstellungseröffnung von Werken der Künstlerin Margret Eicher. 2. Anwendung bereits erworbener Fähigkeiten Für die Korrektur der Pressetexte kam es mir zu Gute, während meines Studiums viele Hausarbeiten geschrieben, die meiner Freunde korrigiert und sowohl in einem Verlag als auch bei einer Zeitung ein Praktikum gemacht zu haben. Das Studium der Theaterwissenschaft war auch hilfreich, da ich die Wichtigkeit der einzelnen Sendungen besser einschätzen konnte und allgemein die Struktur eines Textes zu erfassen.

4 3. Anforderungen Ich hatte, bis auf in den Urlaubswochen meiner Chefin, sehr viel zu tun und war stets ausgelastet. Da einige Aufgaben nicht drängten, hatte ich trotzdem ab und an Zeit mir eigene Aufgaben zu suchen, oder auch mal in eine andere Abteilung reinzuschauen. Mir hat das Praktikum sehr viel Spaß gemacht, da das Team wunderbar war und die Stimmung gut. Zudem konnte ich mein Allgemeinwissen immens erweitern. Jedoch sind einige Aufgaben eher unter dem Niveau eines Studenten. Das nennt sich wohl auch Praktikant. Gerade am Anfang missfiel mir das sehr, es wurde jedoch immer besser, da ich lästigere Aufgaben durch die Erfahrung schneller erledigen konnte und für neue Dinge Zeit hatte, zudem wurde auch das Vertrauen meiner Chefin in mich stärker und sie gab mir Aufgaben, bei welchen ich meine Stärken ausspielen konnte. 4. Übernahme von Verantwortung Wie schon gesagt, wurden meine Aufgaben mit der Zeit verantwortungsreicher. So half ich beispielsweise beim Einlernen der neuen Praktikanten, traf eigene Entscheidungen, ohne diese mehrmals absegnen zu lassen und ersetzte meine Chefin, wenn Sie im Urlaub oder auf Geschäftsreise war. 5. Rückmeldungen Die Mitarbeiter waren jederzeit für mich ansprechbar und sind auf meine Fragen und Wünsche eingegangen. Leider gab es oft nicht die Zeit mehr Fragen zu stellen. Die von mir erledigten Aufgaben wurden zwar besprochen, aber es ging meist um Verbesserungen, also Fehler meinerseits. Erst nach der Hälfte der drei Monate gingen meine Chefin und ich gemeinsam Mittagessen. Diese persönlicheren Treffen, in denen man aber auch über die Arbeit redet, halte ich für sehr wichtig und sie sollten regelmäßiger Bestandteil des Praktikantendaseins sein. Bei diesem Gespräch sprach sie begeistert über meine Arbeit und bestätigte mich. Wir sprachen auch über Probleme z.b. dieses, dass ich nicht wusste ob ich gute Arbeit mache, also nie gelobt wurde und konnten diese somit aus der Welt schaffen. Dieses Gespräch hat unser Arbeitsverhältnis noch einmal stark verbessert. 6. Lernfaktor Ich habe das, was ich alles lernen wollte, nicht gelernt. Meine Erwartungen waren aber auch zu hoch. Ich habe wenig am Computer dazu gelernt, aber im Schreiben und Beurteilen von Pressetexten, Marketingstrategien habe ich enorm hinzugelernt. Dennoch muss ich sagen, dass die Zeit mir mehr über Soft Skills beigebracht hat. Wie wichtig Kommunikation und Freundlichkeit, Kameradschaftlichkeit sind, habe ich enorm erfahren. Auch Hilfsbereitschaft und vor allem Geduld waren extrem wichtig. Ich habe mich selbst besser kennengelernt, wo meine Schwächen liegen, meine Stärken, aber auch wie ich meine Schwächen ausgleichen kann und meine Stärken besser umsetze. Ich wurde auch mit großen Selbstzweifeln konfrontiert und kann sagen, dass ich doppelt gestärkt zurück nach Deutschland gekommen bin. IV Die Zeit in Straßburg 1. Soziales Umfeld und soziale Integration Da insgesamt etwa Praktikanten in den verschiedenen Abteilungen von ARTE arbeiten, die selbst nur für 2-3 Monate in Strasbourg sind, ist es nicht schwierig, Kontakte zu knüpfen. Die Vielzahl an verschiedenen Menschen, die auch Anschluss suchen, macht den Freunde-find-Prozess jedoch schwieriger als gedacht. Meist wenn man ankommt, stößt man in Grüppchen, die sich schon länger

5 kennen oder es fällt schwer aufgrund der großen Gruppe tiefergehende Bekanntschaften zu schließen und das rege Kommen und Gehen der Praktikanten verhindert meiner Meinung nach ein ideales Arbeitsverhältnis. Ich bin trotzdem froh, dass ich es geschafft habe, in der kurzen Zeit das Beste an Möglichkeiten auszuschöpfen, was die Beziehungen zu den anderen Praktikanten betrifft, als auch mein Verhältnis zu ein paar wenigen Festangestellten. Durch meine Wohngemeinschaft habe ich versucht wenigstens ein bisschen das Straßburger Leben zu leben. Ich kann das nur jedem empfehlen, sich eine schon bestehende WG zu suchen, denn sonst bleibt man nur im ARTE-Clan stecken. Ein Sportverein, oder die Couchsurfing-Community, die sich jeden Mittwoch trifft, sind noch weitere Anknüpfungspunkte. 2. Die Sprache Dass es sich bei ARTE um ein deutsch-französisches Unternehmen handelt, und auch die Mitarbeiter sich zu etwa 50 % aus Deutschen und Franzosen zusammensetzen, hört man in den Gesprächen auf den Fluren, merkt man an dem Essen in der (sehr guten) Kantine, etc. Trotzdessen, dass das Unternehmen zweisprachig aufbaut ist und eigentlich jeder in seiner Muttersprache kommunizieren soll/darf, vor allem in den Sitzungen, herrscht das Französisch eindeutig vor. Seien es die Computerprogramme, die Tastatur, die Gespräche mit anderssprachigen Mitarbeitern am Telefon oder das Bestellen des Essens in der Kantine. Es wird häufiger französisch verwendet. In der deutschen Pressestelle steht trotzdem deutsch an erster Stelle, sodass es der Verbesserung der Sprachkenntnisse nicht wirklich sehr dienlich ist. Jedoch muss man sagen, dass auch durch die französischen Sendungen und durch die Gespräche mit den Kollegen eine gewisse Lockerheit im Sprachumgang trainiert wird. 3. Praktisches Wie die Wohnpreise in München, so verhält es sich mit dem Fahrrad in Straßburg. Es ist einfach das Praktischste. Die Stadt ist nicht groß, flach und es gibt viele Fahrradwege. Man kann sich ein Fahrrad auf Flohmärkten kaufen oder auch bei Vélhop (am Hauptbahnhof oder in der Innenstad) mieten. Als unter 26-jähriger Student zahlt man, außer 150 Euro Kaution, nur 19 Euro im Monat oder 29 für drei Monate. Es gibt verschiedene Supermärkte zum Einkaufen. Super U und Monoprix beispielsweise sind die besseren, aber leider auch die teureren. Billiger einkaufen kann man bei Simply und Norma. Ein Abstecher in die Peripherie zum Sportgeschäft Décathlon und dem Secondhand Emmaüs ist auf jeden Fall zu empfehlen. Der erste Sonntag im Monat sollte auf jeden Fall genutzt werden, denn nur dann kann man umsonst den Turm der Cathédrale besteigen oder in eines der Museen. Besonders zu empfehlen ist das Tomi Ungerer-Museum oder das Musée d art moderne et contemporaine. Es gibt eine Jugendkarte zu kaufen, mit der man ein Jahr lang vergünstigt auf Konzerte (in der Laiterie) und ins Theater kann. Selbst wenn man nicht so lange bleibt, aber gerne am kulturellen Leben teil hat, kann es sich lohnen. Manchmal gibt es aber auch Angebote über die ARTE interne billeterie. Wie schon erwähnt ist Straßburg ein relativ teures Pflaster. Essen und Trinken gehen ist für Studenten nicht gerade billig. Es lohnt sich zur Happy Hour hinzugehen. Meist ist diese direkt zum

6 Feierabend. Die Clubs haben in Straßburg für die deutschen Verhältnisse meist nicht sehr lange auf. Dafür gibt es unzählige netten Kneipen und Cafés. Mit dem Lac du Baggersee im Süden und noch einem See im Norden von Straßburg ist im heißen August (oder manchmal auch April) für Abkühlung gesorgt. Eine Tram fährt fast direkt zum Baggersee, aber auch mit dem Fahrrad ist es nicht weit. Man sollte sich auf keinen Fall von der Umgebung, der daneben liegenden Autobahn abschrecken lassen, die hört, riecht und sieht man nicht. Wer im Sommer ins Elsass kommt, sollte sich an einem Wochenende auf jeden Fall die Route du vin vornehmen und sich ein Weinfest anschauen. Ganz geschickt ist mit dem Zug und Fahrrad im Gepäck nach Sélestat zu fahren und von dort aus die Tour beginnen. Auch die Vogesen mit der Route des Crêtes und den kleinen Seen und Burgen ist ein Ausflug wert. Colmar mit dem Isenheimer Altar ist nur eine Stunde entfernt, ebenso wie Freiburg im Breisgau, Basel etc. nicht weit sind. Mit dem TGV ist es zudem nur ein Katzensprung nach Paris und eine Stunde Fahrt nach Stuttgart. Man sollte aber auf keinen Fall das Praktikum unterschätzen. Die Arbeitszeiten sind zwar geregelt und meine waren mit von 10 bis 18 Uhr sehr human, aber es bleibt trotzdem weniger Zeit Dinge zu unternehmen, als man denkt. V Schlusswort Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Ablauf meines Praktikums und meine Erwartungen sind überwiegend erfüllt worden. Ich habe viel über mich selber gelernt, etwas das ich zuvor nicht erwartet hatte. Die Praktikumsdauer halte ich für etwa zu kurz, da es einige Wochen braucht, bis man in die Abläufe eingearbeitet ist und vollkommen selbstständig agieren kann. Ein Praktikum von 4 oder 5 Monaten Dauer wäre sicher sinnvoll gewesen. Trotzdem konnte ich das Leben und die Arbeit dort so sehr genießen, dass ich mit zwei weinenden Augen gegangen bin.

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