Applied Financial Management

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1 Finanzwirtschaftliche Kennziffern Applied Financial Management Grundlagen der Corporate Finance: Die wichtigsten Begriffe der Corporate Finance und ihre Bedeutung sind Ihnen vertraut. Unternehmung zwischen Bschaffungs-, Arbeits-, Absatz- und Fianzmarkt. Finanzmanagement entscheidet Kapitalverwendung, d.h. in welche Vermögensteile, in welchem Umfang und für welche Zeitdauer investiert wird. Ausserdem ist es verantwortlich für die Kapitalbeschaffung und Rückzahlung, die Kontrolle und Analyse der unternehmerischen Wertschöpfung, der Risikobewirtschaftung und der Finanzkommunikation. Sie verstehen das Grundprinzip der Bewertung von Investitionen, Unternehmen und Aktien und können damit einfache Bewertungsfälle lösen. Sie kennen die grundlegende Funktion der Finanzierung und die verschiedenen Finanzierungsarten. Zum einen wird zwischen Mittelherkunft (Innen- vs. Aussenfinanzierung) und Eigen, Fremdfinanzierung und Kapitalumschichtung unterschieden. Erhöhung der liquiden Mittel. Innenfinanzierung Aussenfinanzierung Eigenfinanzierung Selbstfinanzierung: Gewinnthesaurierung Beteiligungsfinanzierung (Agio + Aktienkapital) Fremdfinanzierung Finanzierung aus Rück- Kreditfinanzierung Kapitalumschichtung stellungen Finanzierung aus Abscheibungen Leasing, Factoring, Desinvestion Sie verstehen die Zusammenhänge zwischen Unternehmen und Finanzmärkten. Passiva: Fianzierung des Unternehmens. Unternehmung emittiert Wertpapiere (Aktien, Obligationen, Hybrids). Aktiva: Marktwert der Anlagen. Erwirtschaftet Cashflow der an Staat und Passiva zurückfliesst. Sie können Finanzkennziffern berechnen und interpretieren. Kennziffer Berechnung Aussage Netto Umlaufvermögen Intensität des Anlagevermögens Intensität des Umlaufvermögens Umlaufvermögen kurzfristiges Fremdkapital Finanzierungsüberschuss oder lücke? Finanzierung notwendig? Hohes Anlagevermögen ist anfälliger auf konjunkturelle Schwankugen und zeigt hohe Amortisationskosten. Druck auf effiziente Lagerbewirtschaftung. Eigenkapitalquote Fremdkapitalquote (oder Fremdfinanzierugnsgrad Finanzierungsrisiken Finanzierungsverhältnis Anlagedeckungsgrad I Wieviel vom Anlagevermögen gehört dem Unter-

2 Erfolgswirtschaftliche Kennziffern Anlagedeckungsgrad II Cash Ratio Quick Ratio Current Ratio Kapitalumschlag (KU) Umsatzrendite (UR) Eigenkapitalrendite (EKR oder ROE) Gesamtkapitalrendite (GKR) ROI nehmen bzw. kann kurzfristig nicht eingefordert werden? Liquiditätskennzahlen, z.b. wichtig für Lieferanten, der Zahlungsfähigkeit des Kunden kennen möchte. Wird mit dem vorhandenen Gesamtkapital viel oder nur wenig Umsatz erwirtschaftet? Gewinnanteil am Umsatz Rentabilität und Kosten des Eigenkapitals Rentabilität und Kosten des Gesamtkapitals Geldflussrechnung Aufschluss über Zu- bzw. Abluss von liquiden Mitteln. Gibt Informationen ob Unternehmung eine Innenfinanzierungslücke aufweist und diese mit Aufnahme von Fremd- oder Aktienkapital schliessen muss, oder ob sie einen Innenfinanzierungsüberschuss aufweist und keine Finanzierung von aussen notwendig hat, sondern den Überschuss Rückzahlen kann. Cashflow aus Geschäftstätigkeit > Nettoinvestionen Innenfinanzierungsüberschuss. Cashflow aus Geschäftstätigkeit < Nettoinvestionen Innenfinanzierungslücke. Berechnung Reingewinn + Abschreibungen + übrige nicht liquiditätswirksame Aufwendungen (Zunahme Kreditoren) + Veränderungen der Grössen des Nettoumlaufvermögens (Reduktion Debitoren) = Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (1) + Investitonen - Desinvestionen = Cashflow aus Investionstätigkeit (2) - Abbau von ReserveDividende + Zunahme Aktien- oder Fremdkapital = Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (3) = Veränderung flüssige Mittel (= 1+2+3) Sie können Unternehmensziele einordnen. Sicherheitsbewusste, rentabilitätsoptimierende und liquiditätssicherende Finanzpolitik unter Berücksichtigung von Wachstum, Unabhängigkeit, Steuern, Flexibilität und Image. Rentabilitätsoptimierung: Festlegung der Rentabilitäsgrössen (EKR, GKR, Umsatz), sinnvolle Höhe des Kapitaleinsatzes, optimale Finanzstruktur bzw. Feinstruktur des Fremdkapitals, Rentabilität der Investionen, möglichst hoher Cash-Flow.

3 Liquiditätssicherung: Umsichtige Investionspolitik, ausreichende Kapitaldecke, vernünftiges Finanzierungsverhältnis, Fristenkongruenz der Aktiva und Passiva, liquiditätssicherende Eigenmittelpolitik, Sicherheitsbestand an liquiden Mitteln, liquiditätsschonende Lagerhaltungs- und Debitorenpolitik, laufende Sicherung des Cash- Flows, Schaffung potentieller Mittelquellen. Sicherheitsbewusstsein: Umgang mit den mit der Finanzierungsstruktur verbundenen Risiken. Sie kennen die verschiedenen Risiken der unternehmerischen Tätigkeit und die Strategien zu ihrer Bewältigung. Absatzrisiko: Gefahr, dass Produkte nicht abgesetzt werden können. Davon betroffen ist der Umsatz. Führt zu Wertverlusten des Lagers (Überschuldung) und fehlenden Einzahlungen (Illiquidität). Produktionsrisiko: Beeinträchtigt Bruttogewinn. Eventuell wegen Fehlinvestitionen (Überschuldung) oder zu hohe Produktionskosten (Illiquidität). Finanzielles Risiko: Tiefere Gewinn, verursacht durch Wertverluste der Aktiva (Überschuldung) oder zu hohe Fremdkapitalzinsen (Illiquidität) Sie können die potentiellen Problembereiche Illiquidität, Unterbilanz und Überschuldung unterscheiden und definieren. Unechte Unterbilanz: Verlust wird durch EK gedeckt. Echte Unterbilanz: Verlust wird durch EK und Reserve gedeckt. Überschuldung: Verlust kann durch Grundkapital (Reserve und EK) nicht gedeckt werden, m.a.w. Vermögen ist kleiner als Fremdkapitalforderungen. Innenfinanzierung und Dividendenpolitik Sie können die verschiedenen Finanzierungsarten systematisch einordnen. Selbstfinanzierung (als Eigenfinanzierung), Finanzierung aus Rücklagen (als Fremdfinanzierung) und die Finanzierung aus Abschreibungen (Kapitalumschichtung) sind Elemente der Innenfinanzierung, die zu einem Zufluss von liquiden Mitteln führen ohne auszahlungswirksamen Aufwand. Die Innenfinanzierung ist grundsätzlich der finanzwirtschaftliche Überfluss aus der Differenz zwischen Aus- und Einzahlungen einer Periode. Finanzierung aus Abschreibungen: Abschreibungskosten werden bei der Preissetzung einkalkuliert aber ohne dass sie zu einem auszahlungswirksamen Aufwand führen, d.h. ohne dass Geld aus der Unternehmung fliesst. Dies führt zu einem Überschuss an liquiden Mitteln. Finanzierung aus Abschreibung stellt Desinvestionsprozess dar und ist daher Teil der Finanzierungen aus Kapitalumschichtungen. Finanzierung aus Rückstellungen: Rückstellungen sind Teil des Fremdkapitals. Sie müssen über Umsatzerlöse verdient worden sein und als Einzahlungen der Unternehmung zugeflossen worden sein. Die Mittel aus den Rückstellungen hat das Unternehmen nur im Zeitraum zwischen Bildung und Auflösung der Rückstellung zur Verfügung. Überhöhte Rückstellungen sind Teil der stillen Selbstfinanzierung (s.unten). Selbstfinanzierung: s. unten. Sie kennen die Vor- und Nachteile der Selbstfinanzierung als wichtigste Quelle der Innenfinanzierung. Finanzierung aus Gewinnzurückhaltung. (Plow-back-ratio). Ausschüttungsanteil der Gewinne zunehmend am sinken. Offene Selbstfinanzierung: Ergibt sich aus ausgewiesenem Gewinn. Und wird offenen Reserven zugeführt und erhöht dadurch das ausgewiesene Eigenkapital. Stille Selbstfinanzierung: Erhöhung des Eigenkapitals, welche aber nicht in der Bilanz ersichtlich ist. Hat sowohl Fremd-, als auch Eigenkapitalfinanzierungscharakter. Diese Bewertungsreserven lösen sich duch Umsatzprozess laufen auf und führt zu

4 einer kontinuierlichen Finanzierungswirkung. Kein Finanzierungseffekt durch Bildung (!) stiller Reserven auf Grund Wertsteigerung von Aktiva (da kein Zufluss von liquiden Mitteln stattfindet, erst bei Auflösung). Vorteile: Ohne ausreichende Sicherheiten ist Selbstfinanzierung eventuell einzig mögliche Finanzierungsform, wenn andere kein weiteres Kapital zur Verfügung stellen wollen, lässt Unabhängigkeit von weiteren Eigentümern und Fremdkapitalgebern bewahren, keine Zweckbindung des Mittelzuschusses (Rückstellungen, Klauseln bei FK), keine Sicherheitsleistung notwendig (z.b. Pfand etc.), verstärkte Eigenkapitalbasis, Steuerbelastung aufschiebbar bei stiller Selbstfinanzierung. Nachteile: Einbehaltene Gewinne gelangen nicht auf den Finanzmarkt, fehlende Verpflichtung zu Zins- und Tilgungszahlungen verleitet eventuell zu unrentablen Investitionen, stille Reserven vermindern Aussagekraft von Bilanz und Erfolgsrechnung, zu starke Selbstfinanzierung erhöht eventuell Kapitalkosten der Unternehmung (Hebeleffekte mit Fremdfinanzierung). Sie kennen die wichtigsten Begriffe und Einflussfaktoren der Dividendenpolitik. Dividendentheorien: Modigliani-Miller-Theorem (Dividende irrelevant, aber realitätsferne Annahme), Bird-in-the-Hand (Aktionäre wollen gewichten Cash-Auszahlung stärker als Wachstum, wiederspricht ökonomischer Logik), Tax-Preference (Doppelbesteuerung von Gewinnen führt dazu, dass Dividende unerwünscht ist), Signalling (Dividende vermittelt Informationen über Gesundheitszustand der Firma), Klienteleffekt (Dividende abhängig von Aktionärsstruktur und deren Dividendenbesteuerung), Residualtheorie (Dividende nur dann, wenn Gewinn anderswo nicht billiger eingesetzt werden kann). Gründe für tiefe Ausschüttungsquote: Transaktionskosten, Besteuerung, Dividendenstabilität, bessere interne Investionsmöglichkeiten Gründe für hohe Ausschüttungsquote: Fehlen von anderen effizienten Einsatzmöglichkeiten (Investionen), keine Einkommenssteuer bei gewissen Anlegeren, Vermittlung asymmetrischer Information. Sie kennen die verschiedenen Ausschüttungsformen mit ihren Vor- und Nachteilen. (Bar-) Dividende: Ausschüttung in liquider Form zu Lasten von EK-Reserven. Steuerlich unattraktivstes Ausschüttungsverfahren, wegen Doppelbesteuerung, weil sowohl der Gewinn der Unternehmung bereits versteuert wurde und die Dividende nochmals versteuert werden muss. Nennwertreduktion: Der Nennwert der Aktien wird um gleichen Nennwert reduziert. Ausschüttung zu Lasten Aktienkapitals, weil Rückzahlung früher einbezahlten Kapitals, keine Einkommenssteuerfolge für natürliche Personen in der Schweiz. Allerdings begrenzt, weil Mindestkapital für AGs und Mindestnennwert 0.01 CHF. Beschränkt auch Möglichkeit in Zukunft Aktiensplits durchführen zu können. Die Nennwertreduktion führt aber auch gegenüber der Dividende zu Mehrkosten (Kapitalherabsetzungsverfahren mit Schuldenruf, Handelsregistereintrag, Revisionsbericht und öffentliche Beurkundung sowie Bankkommison). Abwägen zwischen Steuerersparnis für Aktionäre und Belastung der Erfolgsrechnung. Sinnvoll bei hohem Anteil an privaten Aktionären, weil Steuerersprarnis. Aktienrückkauf: Reduktion von Grundkapital und Reserven. Aktionär erhält Wahl, seine Aktie zu verkaufen. Flexibel einsetzbar eventuell Probleme mit Handelsliquidität. Begrenzt durch minimales Aktienkapital von CHF Anzahl zurückgekaufter Titel darf nicht mehr als 10% des Grundkapitals übersteigen. Steuerliche Konsequenzen: Ohne Kapitalherabsetzung nur Stempelabgabe. Mit Kapitalherabsetzung 35% Verrechnungssteuer auf Differenz zwischen Nennwert und Rückkaufspreis (rückforderbar) sowie direkte Bundessteuer für Differenz zwischen Nennwert und Rückkaufspreis (natürliche Personen) bzw. Differenz zwischen Rückkaufspreis und Einstandspreis (jur. Pers.) jeweils ohne Stempelsteuer.

5 Rückkaufvarianten: Anonymer Rückkauf, separate Handelslinie mit flexiblem Rückkaufsvolumen, Fixer Preis, Kaufofferte an Einzelaktionäre (schwierig wegen Gleichbehandlungsgebot für Aktienrückkäufe), Ausgabe von Putoptionen. Brauch Revisionsbericht, Schuldenruf, und Handelsregistereintrag bezgl. neuer Höhe des Aktienkapitals. Motive: Abbau von Überschussliquidität, Optimierung der Kapitalstruktur, Signalling, Veränderung des Aktionariats, Unternehmensumstrukturierung, Mitarbeiterentschädigung (Aufbewahrung als treasury stocks max. 6 Jahre) Reserven aus Kapitaleinlagen: Ausschüttung von liquiden Mitteln zu Lasten Agios entspricht wirtschaftlich einer Bardividende, ist aber ohne Einkommensteuerfolge für natürliche Personen. Begrenzt durch entsprechende Reserven. Beteiligungsfinanzierung Sie kennen die wesentlichen Unterschiede zwischen Eigen- und Fremdfinanzierung. Eigen- und Fremdkapital unterscheiden sich hinsichtlich der Kapitalüberlassungsdauer, der finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Kapitalgebern (var. Dividende Zinsverbot auf AK (OR 675) / fixe Zinsen bei FK), den Mitbestimmungsrechten, den Einschränkungen bezüglich der Verwendung des überlassenen Kapitals (EK: absolute Dispositionsfreiheit, FK: Negativklauseln, der Versteuerung (EK: Gewinnsteuer, FK: abzugsfähig). Sie wissen über die verschiedenen Arten und Eigenschaften von Aktiengesellschaften Bescheid. Für die Gründung einer Aktiengesellschaft (AG) bedarf es eines formellen Gründungsverfahrens, eine öffentliche Beurkundung (Notar) und eine Eintrag ins Handelsregister und mind. 3 Gründungsmitglieder. Das minimale Gesellschaftskapital beträgt CHF. Mindestens oder 20% des Gesellschaftskapitals müssen einbezahlt werden. Praktischerweise empfiehlt sich eine vollständige Einzahlung, da das zur Verfügung gestellte Kapital sogleich eingesetzt oder gewinnbringend angelegt werden kann. Im Vergleich zu anderen Rechtsform ist die Ausgestaltung der Statuten umfangreich. Die Wahl der Rechtsform wird von verschieden Faktoren beeinflusst: Haftung der Gesellschafter, Möglichkeit der Trennung von Management und Eigentum, Potential zur Kapitalbeschaffung, Besteuerung von Gewinnen, Flexibilität bei der Übertragung von Beteiligungen, Laufende Kosten im Zusammenhang mit der Rechtsform (Revision z.b. bei AG aufwendiger). Die AG zeichnet hebt sich durch diverse Besonderheiten von andern Rechtsformen ab: keine Verpflichtung der Kapitalbeteiligten, Aktienkapital als Ausschüttungssperrbetrag, Handelbarkeit der Beteiligung, Trennung der Unternehmer- und Kapitalgeberfunktion, klar strukturierte Organisation (GV, Revisionsstelle, Geschäftsleitung, Verwaltungsrat). Sie kennen die wesentlichen Eigenschaften aller Arten von Beteiligungspapieren, insbesondere auch die Auswirkungen von Stimmrechtsaktien. Zu unterscheiden sind Beteiligungspapiere mit Mitbestimmungsrechten (Namenund Inhaberaktien) als auch solche ohne Mitbestimmungsrechte (Partizipations- und Genussscheine). Die relative Preisdifferenz zwischen unterschiedlichen Beteiligungspapieren derselben AG nennt sich Ecart: In der Regel haben Papiere mit Beteiligungsrechten einen Aufschlag (Faustregel 3%), welches ökonomisch den Optionscharakter des Stimmrechts wiederspiegelt.

6 Inhaberaktie: Formlos übertragbar, Käufer (Besitzer) i.d.r. anonym gegenüber Unternehmung (z.t. obsolet wegen Meldepflicht bei Über- unterschreiten von 1%, 3%, 5% 10%, 20%, 1/3, ½ der Stimmrechte), Nennwert muss voll einbezahlt (liberiert) sein, leicht handelbar. Mindest-Nennwert: 1 Rp.. In der Schweiz ohnehin eher selten 2009 nur 20% der Publikums AG mit Inhaberaktien) Namenaktie: Um Mitwirkungsrechte wahrnehmen zu können, muss Aktionär im Aktienregister eingetragen sein (Unternehmung kennt ihre Geldgeber), müssen nicht vollständig liberiert sein, frei übertragbar, können Vinkulierungen beinhalten (bei kotierten AG nur noch erlaubt für max. Stimmrechtsbeteiligung, Zwang zur Bekanntgabe der wirtschaftlich Berechtigten, ausserdem Ausnahmen bei Immobiliengesellschaften), Stimmrechtsaktien sind möglich (max. 10mal niedrigerer Nennwert) minimaler Nennwert: 1 Rp. Folglich könnte im allgemeinen mit 1/11 des Kapitals, 50% der Stimmrechte kontrolliert werden. Partizipationsschein: Der Partizipationsschein ist hinsichtlich der Gewinnrechte der Aktie gleichgestellt, besitzt aber kein Mitwirkungsrecht. Hat den Vorteil, dass Eigenkapital beschafft werden kann, ohne dadurch eine Stimmrechtsverwässerung herbeizuführen (Familienunternehmen, Roche), ist v.a. im Ausland schlecht akzeptiert (Corporate Governance). Partizipationskapital darf nicht mehr als das doppelte des Aktienkapitals betragen. Minimaler Nennwert: 1 Rp.. Folglich könnte bei einer Kapitalstruktur PS à 22 NW, N à 1 und N oder I à 10 mit 1/33 des Eigenkapitals 50% der Stimmrechte kontrolliert werden. Genussschein: Verkörpern wie Partizipationsscheine nur Gewinn- aber keine Mitwirkungsrechte. Dürfen nicht gegen Einlagen ausgegeben werden und folglich auch nicht in der Bilanz ausgewiesen werden und haben auch keinen Nennwert. Geschenke. Sie können Veränderungen der Grundkapitalstruktur wie Aktiensplits, oder Einführung von Einheitsaktien beurteilen. Hat eine Firma nur eine Aktienkategorie mit dem selben Nennwert, spricht man von Einheitsaktien (Common Stocks). Eine Grundkapitalstruktur mit Einheitsaktien entspricht zunehmend dem Normalfall (2009: 86%). Die Schaffung einer Einheitsaktie bietet verschiedene Vorteile: Gleichbehandlung der Aktionäre, Transparenz der Eigentümersituation, Unternehmenskontrolle (Corporate Governance), einfachere realistischere Bewertung, höheres Agio bei Kapitalerhöhungen, Vereinfachte Anlegerentscheidungen (keine Auswahlmöglichkeiten), erhöhte Handelsliquidität, internationaler Standard, erleichtert Aktientäusche. I.A. Verminderte Kapitalkosten und Wertsteigerung für Aktionäre. Umgesetzt kann eine solche Schaffung von Einheitsaktie mittels Aktiensplits. Aktiensplits werden aber auch aus anderen Gründen durchgeführt: Öffnung des Aktionärskreises für Kleinanleger (fraglich, weil ohnehin in Fonds), verbesserte Liquidität, Anpassung des Aktienkurses an denjenigen der Konkurrenz für verbesserten Vergleich, Signalisierung positiver Zukunftsaussichten (Kurs wird nicht fallen sondern eher steigen), mehr Flexibilität bei Mitarbeiterbeteiligungen, Angleichung der Kurse bei Fusion mittels Aktientausch. Sie kennen die verschiedenen Arten von Kapitalerhöhungen. Zudem kennen Sie die unterschiedlichen Platzierungsverfahren. Ordentliche Kapitalerhöhung: Gewöhnliche Aktienkapitalerhöhung mit Vermögenszugang. Beschluss an der GV ohne Statutenänderung (erst nach Liberierung). Umfang nicht beschränkt. Bezugsrecht der alten Aktionären kann nur aus wichtigen Gründen aufgehoben werden. Gründe für Ord. Kapitalerhöhung: Finanzbedarf (Akquisition, Fälligkeit von Fremdkapital, Erhöhung EKQ, Rechtliche Gründe (Bankengesetz), Kapitalverwässerung. (Erhöhung mit Gratisaktien: Verwässerung, indirekte Dividendenerhöhung) Genehmigte Kapitalerhöhung: GV ermächtigt Verwaltungsrat, das Aktienkapital innerhalb einer bestimmten Frist (max. 2 J.) und eines bestimmten Umfangs (max. bis

7 zur Hälfte des bestehenden AK) zu erhöhen. Hierzu ist ein Quorum erforderlich (2/3 Stimmen, ½ Kapital). Statutenanpassung bei GV-Beschluss sowie nach jeder Erhöhung und nach Ablauf der Frist. Bisherige Aktionäre können nur bei wichtigen Gründen vom Bezugsrecht ausgeschlossen werden. Hat verglichen mit der ordentlichen Kapitalerhöhung den Vorteil, dass sie flexibler ist und keine erneute GV nötig ist bei Fusion o.ä.) Bedingte Kapitalerhöhung: Erhöhung des Aktienkapitals abhängig von Dritten, die mit Ausübung von Wandelanleihen oder Mitarbeiteroptionen die Anzahl ausstehender Aktien erhöhen. Quorum an GV nötig. Maximaler Umfang bis zur Hälfte des bisherigen Aktienkapitals. Anpassung der Statuten bei GV-Beschluss bzw. am Ende der Wandel- bzw. Optionsfrist. Kein Bezugsrecht für bisherige Aktionäre, lediglich Vorwegzeichnungsrecht. Platzierungsverfahren: Direkte Platzierung (kapitalsuchende Gesellschaft plaziert Titel selbst). Kommissionsweise Platzierung (Banken als Zahlungs- und Zeichnungsstelle, Risiko liegt immer noch bei der platzierenden Gesellschaft, Bank übernimmt lediglich technische Durchführung). Festübernahme (Bank kauft Firma alle neuen Titel ab und verkauft sie dann am Markt, hat den Vorteil dass Emittent sofort über den Erlös aus Kapitalerhöhung verfügen kann, Risiko liegt bei der Bank). Fixpreis / Tender (Auktion). Privat Platzierung. Sie können die verschiedenen Verwässerungseffekte bei einer Kapitalerhöhung berechnen. Kapitalverwässerung: Verwässerung des Kapitalanspruchs. [=(Aktienkapital + Agio)/ Anz. Aktien] vor und nach der Kapitalerhöhung. Gewinnverwässerung: Verwässerung des Gewinnanspruchs (abhängig von EKR). [= (Aktienkapital*EKR)/Anz. Aktien] vor und nach der Kapitalerhöhung. Stimmrechtsverwässerung: Verwässerung der Stimmrechte. [1/Anz. Stimmrechte] vor und nach der Kapitalerhöhung. Berechnung Bezugsrecht: a Aktien à Börsenkurs alt (B a ) n Aktien à Emissionspreis (EP) a+n Aktien à Börsenkurs neu (B n ) = Sie kennen die Erfolgsfaktoren und Merkmale eines Börsengangs. Die erstmalige Kapitalbeschaffung am öffentlichen, anonymen Kapitalmarkt nennt man Initial Public Offering (IPO) oder Going Public. Wobei bereits bestehende oder aber auch neugeschaffene Aktien öffentlich platziert werden. Die private Unternehmung wird dabei zur Publikums-Gesellschaft. Gründe für eine öffentliche Kapitalerhöhung sind die Erhöhung um die Zukunftssicherung und Wachstum zu ermöglichen, das Finanzierungsspektrum zu erweitern, grössere Unabhängigkeit von den bisherigen Kapitalgebern zu erlangen, Fusionen (durch Aktientausch) zu erleichtern, Nachfolgeprobleme zu lösen, Verteilung des Unternehmerrisikos, Umstrukturierung der Kapitalstruktur, Vereinfachung der Mitarbeiterbeteiligung, Verbesserung der Public Relations. Ausserdem erreicht man durch das IPO eine Kontrolle durch den Finanzmarkt. Für die Kotierung an der Schweizerbörse im Hauptsegment muss die Unternehmung mindestens schon bereits 3 Jahre alt sein (track record) und mindestens 25 Mio. Eigenmittel vorweisen. Von den ausstehenden Aktien muss mindestens ein Viertel oder 25 Mio. frei gehandelt werden können (free float). Für die Kotierung im Nebensegment muss sie mindestens 2 Jahre alt sein, 2.5 Mio. Eigenmittel vorweisen, mind. 20% bzw. 5 Mio. frei handelbare Aktien haben. Im Gegensatz zur Kotie-

8 rung im Hauptsegment muss sie nicht nach IFRS oder US-GAAP sondern darf auch nach FER ihre Rechnungslegung durchführen. Für ein erfolgreiches können die folgenden Voraussetzungen genannt werden: Qualität und Kontinuität des Managements, transparente und nachvollziehbare Unternehmenspolitik und Strategie, gute und nachhaltige Ertragskraft, gesunde Finanzlage, ausreichender Bekanntheitsgrad und vor allem auch eine echte Bereitschaft zur Öffnung (keine Vinkulierungen oder stimmrechtslose Beteiligungen etc.) mit einer gesunden Corporate Governance. Ablauf eines IPOs: Auswahl der Partner (Banken, Revisionsstelle), Schaffung der Kotierungsvoraussetzungen (s.o.), Anpassung der Reglemente und Statuten, Eintrag ins Handelsregister und Beantragung der Börsenkotierung, Entscheid über Art und Stückelung der auszugebenden Aktien, Wahl des Timings der Emission (abhängig von andere IPOs, Marktsituation, Geschäftsgang), Publizitätsarbeit, Investorensuche, eventuell bookbuilding (s.u.), Bewertung der Beteiligungen und Festlegung des Emissionspreises (Pricing), Lieferung und Zahlung der Aktien. Ein Problem stellt vor allem das Pricing dar: wegen der Gefahr der Verwässerung sind Altaktionäre an einem hohen Emissionspreis interessiert wohingegen die federführende Bank und die Neuaktionäre auf Grund des Risikos einen niedrigeren Preis vorziehen. Doch ein Marktpreis fehlt und ein objektiver Wert muss geschätzt werden. Multiples, Vergleiche mit ähnlichen IPOs, DCF-Methode aufgrund Analytikerprognosen der zukünftigen Cash-flows (Base Case) oder Managementprognosen (Company Base) sind übliche Bewertungsverfahren. Dennoch ist die Bewertung eine Orientierungsgrösse und auch abhängig von der Börsenverfassung. Um ein Underpricing zu vermeiden (weil zu billiges Eigenkapital und/oder unbefriedigte Nachfrage) sind eine höhere Flexibilität beim Preis mittels Tenderverfahren (Auktion) oder Bookbuilding (Umfrage über Preis Festlegung der Preisspanne) und mehr Flexibilität bei der Anzahl Titel (Mehrzuteilungsoptionen = Greenshoe) Massnahmen gegen ein solches Underpricing. Neben dem Underpricing als Opportunitätskosen hat eine Aktienemission auch andere Kosten: Kommission für Konsortium (i.d.r. 3-4% des Erlöses), Eidg. Emissionsabgabe (1% des Erlöses), Druck der Inserate und andere Public Relation Massnahmen, Börseneinführungs- und Kotierungsgebühr sowie jährliche Kommission für Einlösung der Dividendencoupons. Kreditfinanzierung und Substitute Grundsätzliche Eigenschaften der Fremdfinanzierungsinstrumente sind das fehlend Mitspracherecht und Erfolgsbeteiligung der Gläubiger, die befristete Kapitalüberlassungsdauer (mit Ausnahme von Perpetuals), feste Verpflichtung der Schuldner zu Zins- und Kapitalrückzahlungen (feste Liquiditätsbelastung) und zudem die Tatsache, dass die Zinszahlungen im Gegensatz zur Dividende als Betriebsaufwand verbuchbar sind und dabei eine Steuervorteil (tax shield) bewirken. Entscheiden für die Vergabe von Fremdkapital ist die Kreditwürdigkeit des Schuldners: (Rechtliche) Kreditwürdigkeit (Darf die Person einen Kredit aufnehmen? Fähigkeit/Legitimation als Zeichnungsberechtigte/ Juristische Person), Persönliche Kreditwürdigkeit (Will sie den Kredit zurückzahlen? Integrität/Verhalten des Schuldners in der Vergangenheit), Wirtschaftliche Kreditwürdigkeit (Kann sie den Kredit zurückzahlen? Ausreichende Ertragskraft, Sicherheiten). Sie kennen die verschiedenen Gestaltungselemente und Instrumente der Fremdfinanzierung sowie ihre Bedeutung. Die Fremdfinanzierung kann unterschiedlich gestaltet werden: Umfang, Währung, Lieferung der Finanzierung (Lieferant, Kunde, Banken, Institutionelle Anleger), Entstehung (aktiv aufgenommen: Bankschulden etc., passiv aufgenommen: Lieferantenkredite Transitorische Passiven, Rückstellungen), Verbriefung (unverbrieft: Kre-

9 dit, Darlehen; verbrieft=handelbar: Obligationsanleihen), Kreditlimite, Fristigkeit (langfristig: >5 Jahre, kündbar in 6 Monaten; mittelfristig: 1 bis 5 Jahre, kündbar in 3-6 Monaten; kurzfristig: <1 Jahr ohne Kündigung). Zeitperiode der Zinssatzanpassung (Roll-over-Basis, variable Verzinsung, Festkredit), Sicherung (Blankokredit, Lombardkredit, Bürgschaftskredit, Schuldbrief etc.), ergänzende Rechte (Wandel- /Optionsanleihen), Auflagen (Vertragsbedingungen und Convenants wie Besicherungsverbot=Negativklausel, Ausschliesslichkeitsklausel, Finanzielle Convenants Verletzung der Convenants hat Einfluss auf Darstellung der Fristigkeit des FK, weil Bank kündigen kann). Lieferantenkredit: Stundung des Kaufpreises der Ware durch den Lieferanten, der zum Kreditgeber wird, kaum Zins, höchstens Skonto von 2% bei Zahlung innerhalb 10 Tagen = ca. 36% p.a. Zins. Wer den Skonto ausnützen kann, hat die Dividende zur Hälfte schon verdient. Kundenanzahlung: Abnehmer als Kreditgeber Zahlung der Ware teilweise oder vollständig. Hat den Vorteil, dass dadurch das Abnahmerisiko für den Produzenten minimiert ist und bei einer grossen Auftragsproduktion eine Finanzierungshilfe zur Verfügung steht. Kontokorrentkredit: Klassische kurzfristige Kreditform. Vorteilhaft bei laufendem (revolvierendem) Kreditbedarf. Flexible Inanspruchnahme mit Kreditlimite (eig. wie Kreditkarte). Lombardkredit: Kredit gegen Faustpfand von 50% bis 90% des Kreditbetrags, je nach Handelbarkeit des Faustpfandes. Muss ohne grosses (Liquiditäts-) Risiko verwertbar sein. Beispiele: Effektenlombard: Verpfändung fungibler (= handelbarer) Wertpapiere, Warenlombard (Verfügungsmacht über Lager muss sichergestellt sein z.b. mit Schlüssel), Forderungslombard (vertragliche Ansprüche wie z.b. Lebensversicherungspolicen), Edelmetalllombard (Goldbarren, Münzen, etc.) Bankkredit: Mittel- bis langfristiges Fremdkapital hauptsächlich zur Finanzierung des Anlagevermögens, fester Betrag mit Sicherheiten (Ausnahme Hypothekarkredit). Kassenobligationen (Kassenschein): mittelfristige, verzinsliche Schuldverschreiben am Schalter (daher oft Banken). Flexibles Instrument, Üblicherweise auf Inhaber ausgestellt, Laufzeit von 3 bis 8 Jahren, kein Börsenhandel Notes: Serienmässige Emission en bloc. Direktplatzierung des Unternehmens, oft mit Wandel- und Optionsrechten, kein Börsenhandel und daher auch keine Prospektpflicht. Vorteil: kostengünstig und flexibel einsetzbar. Sie kennen die verschiedenen Arten von Anleihensobligationen, ihre Eigenschaften und die damit in Zusammenhang stehenden Begriffe. Straight Bond: Normalfall. Fester Schuldbetrag (Nominalwert), periodisch fixe Zahlung (Coupon). Nachrangige Anleihe: Forderungsanspruch rangmässig hinter den übrigen Gläubigern, bei Liquidierung der Unternehmung werden zuerst ranghöhere Fremdkapitalschulden bedient. High Yield (Junk) Bond: Anleihe eines Emittenten mit schlechter Bonität (BB+ und tiefer). Ewige Rente (Perpetuität): Anleihe mit unbeschränkter Laufzeit. In der Schweiz äusserst selten und kommt ohnehin nur für erstklassige Schuldner in Frage. Sehr hohes Zinsrisiko. P=C/R Zero Bond: Reines Diskontpapier, ohne Couponzahlung. In der Schweiz äusserst selten und nur für erstklassige Schuldner interessant. Auch relativ hohes Preisrisiko für Gläubiger. Kein Couponrisiko (Reinvestitionsrisiko). Vorteil für Unternehmen: keine Cashflowbelastung, Geld steht langfristig zur Verfügung. P=C/(1+R) t Floater (Floating Rate Note): Variable Verzinsung mit periodischer Anpassung (meistens mit Basis LIBOR). Vorteilhaft für langlaufende Geldmarktanlage. Kaum Kursrisiko aufgrund Zinsschwankungen (Duration=0). Gelegentlich Zinsobergrenze (cap) oder -untergrenze (floor) oder beides (collar). Realzinsanleihe als Sonderfall der FRN.

10 Wandel- und Optionsanleihen: siehe unten. Asset-backed securities: Ähnliche Aktiven, wie Studentenkredite, Kommerz- oder Hypothekarkredite einer Bank werden an ausgelagertes special purpose vehicel (SPV) verkauft. Refinanzierung durch Ausgabe von Anleihen. Stückelung in Rangikeit und Bonität, hauptsächlich Toprating. Vorteil: Kreditrisiken werden an Kapitalmarkt übertragen, Bank hat kein Risiko mehr. Das dadurch erreichte Ausserbilanzgeschäft ermöglicht tieferen Eigenmittelbedarf. Sie können Verfallsrendite und Wert einer Anleihensobligation berechnen und wissen über die wichtigsten Einflussfaktoren Bescheid (Sicherheiten, Rating, etc.). Straights: dirty price (d.h. inkl. Marchzinsen) Rendite auf Verfall (yield to maturity): Verdichtet Grundinformation einer Anleihe zu einer Zahl. Nachteil: Vernachlässigt unterschiedliche Fristigkeit der Zahlungsströme, Impliziert Wiederanlage der Zinsen zu gleichen Bedingungen, fehlende Aussage über Restlaufzeit, berücksichtigt Schuldnerqualität, Ratings, Negativklauseln etc. nicht. Ausserdem durch den Couponeffekt verzerrt, bei verschiedenen Obligationen mit gleichem ytm aber unterschiedlichem Coupon, hat eine Änderung der Marktrendite unterschiedliche Auswirkungen ytm lediglich eine andere Art den Preis einer Obligation anzugeben. Berechnung (Näherung): ytm =. Duration: Nach Zahlungsströmen gewichtete Laufzeit einer Obligation. Misst die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer. Duration ist kürzer, umso kürzer die Restlaufzeit, umso höher der Marktzinssatz, umso höher der Coupon. Modifizierte Duration als Masszahl der Zinselastizität des Bondpreises [= -D/(1+r)]. Ungenauigkeit der Duration ist nicht gefährlich, weil sie bei steigende Zinsen den Verlust überschätzt und bei fallenden Zinsen den Gewinn unterschätzt. Taylor-Approximation an die konvexe Preis-Marktzins-Funktion einer Obligation. Durch Immunisierung (oder Duration-Matching) kann sich beispielsweise eine Bank ihr Eigenkapital durch Anpassung der Durationen der Aktiv- und Passivpositionen ihrer Bilanz gegenüber Zinsänderungsrisiken immunisieren. D(Aktiva) = D(Passiva EK). Eine andere Möglichkeit wäre die Verwendung von Zinsswaps. Berechnung: Unsicherheitsfaktoren: Unsicherheitsfaktoren beeinflussen Preis einer Obligation. Vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeiten, Schuldnerrisiko, Kurs- und Zinsrisiko, Inflationsrisiko, Liquidierbarkeit. Rating: AAA bis BBB- = Investment grade; BB+ bis D speculative grade /junk AAA: Beste Schuldnerqualität BBB: Angemessene Zahlungsfähigkeit. Evtl. wirtschaftliche Entwicklungen könnten Tilgung und Zinsen beeinträchtigen. BB: Spekulative Charakteristiken B: Spekulative Anleihe CCC: Hohe Gefahr der Zahlungsunfähigkeit CC: Hochspekulative Anleihe C: Emittent steht kurz vor der Zahlungsunfähigkeit D: Schuldner befindet sich im Verzug Sie kennen die wesentlichen Merkmale von Leasing und Factoring. Factoring und Leasing als Spezialfall der Kapitalfreisetzungsfinanzierung. Leasing: Leasing als vertragliche Vereinbarung zwischen Leasingnehmer (lessee - braucht Anlage aber besitzt sie nicht) und Leasingnehmer (lessor besitzt Anlage aber braucht sie nicht), wobei ersterer berechtigt ist, die geleaste Anlage zu gebrauchen. Als Gegenleistung entrichtet er an den lessor eine periodische Zahlung, der die Anlage besitzt. Die Finanzierung ist somit direkt an eine Investition geknüpft.

11 Vorteile des Leasings: Durch das Leasing lässt sich Anlagevermögen freisetzen (abhängig von Buchungsvorschriften), Verbesserung der Liquidität, verbesserte Bilanzkennzahlen, 100%ige Fremdfinanzierung, weniger umständlich als Kreditaufnahme, Steuervorteile (allerdings auch bei Fremdfinanzierung), erleichterte Kostenplanung wegen fixen Monatsraten, fristenkongruente Finanzierung, kein Zinsänderungsrisiko, teilweise einzige Finanzierungsalternative, keine Unsicherheit über Restwert, Erweiterung des Kapitalgeberkreises. Leasingsentscheid abhängig von Eignung für Unternehmen (für kleine und mittlere Unternehmen mit hohen Fremdkapitalkosten günstig, für grosse kapitalschaffungsstarken Firmen eher teuer aber verbesserter Fremdkapital-Mix), Steuerkonstellation, Qualitative Faktoren. Doch die Leasingsanalyse ist in der Praxis nur schwierig durchführbar. Sale-and-Lease-Back als Kapitalfreisetzungsfinanzierung. Das Operating Leasing bezeichnet eher kurzfristige Verträge, die von beiden Parteien jederzeit innerhalb gewisser Fristen gekündigt werden können, wobei keine festen Grundmietzeiten vorgesehen sind. Es handelt sich um normale Mietverhältnisse. Die Kosten für ein operatives Leasing werden der verursachenden Stelle belastet. Das Financial Leasing hingegen zeichnet sich durch eine festgelegte Grundmietzeit aus, innerhalb der der Vertrag von keiner der beiden Parteien gekündigt werden darf. Diese Grundnutzzeit liegt i. d. R. zwischen 50% und 75% der eigentlichen betrieblichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstandes. Das Investitionsrisiko trägt der Leasingnehmer, der zudem für die Reparatur und Instandhaltung zuständig ist. Factoring: Debitoren einer Firma werden von einem Factor abgekauft und verschwinden aus der Bilanz was zu einer einmaligen Kapitalfreisetzung führt. Vorteil: Einsparungen bei Debitorenbuchhaltung, Kreditprüfung, Mahnwesen, Auskünften und Betreibungen, Verringertes Debitorenausfallrisiko. Nachteil: Kundendaten werden weitergegeben. Ungeeignet für Firmen mit barzahlenden Kunden oder Kunden mit kurzen Zahlungszielen. Grosse Firmen können Debitorenverwaltung selber kostengünstig abwickeln. Weiteres: Finanzierung durch Kapitalfreisetzung (Aussenfinanzierung durch Kapitalumschichtung): Dauerhafte Kapitalfreisetzung dank Verkauf von nicht betriebsnotwendiger Aktiva (Wertpapiere, Immobilien, etc.), dank effizienterer Lagerbewirtschaftung (Reduktion der Lagerbestände), sonstige Rationalisierungsmassnahmen. Weitere Möglichkeit ist die Auflösung von stillen Reserven (Verkauf von Aktiva zu einem höheren Preis als in den Buchwerten). Diese Kapitalfreisetzung hat allerdings nur einen einmaligen Finanzierungseffekt. Spezialfälle Factoring und Leasing (Sale-and-Lease- Back). Optionen Sie kennen die Fachbegriffe, die im Zusammenhang mit derivativen Finanzinstrumenten verwendet werden. Bei Finanzinstrumenten unterscheidet man zwischen Basisinstrumente (Aktien, Indizes, Oblitgationen, Geldmarkt- und Währungsanlagen sowie (Roh-)Waren ) und Abgeleitete Instrumente, sogenannte Derivative. Zu diesen zählen Termingeschäfte (Forwards und Futures), Optionen (verbriefte (Warrants) und unverbriefte) und Swapgeschäfte und die daraus konstruierten Kombinationsgeschäfte. Hybride Instrumente sind z.b. Options- und Wandelanleihen. Verwendet werden die derivativen Finanzinstrumente hauptsächlich wegen den daraus ermöglichten Absicherungsmöglichkeiten (Risikotransfer bzw. im Idealfall vernichtung), als Spekulationsmittel (Hebelwirkung) und Ausnutzung von Arbitragemöglichkeiten. Derivative haben einen hohen ökonomischen Nutzen, sie erlauben Risikotransfer (- vernichtung) und damit eine selektive Absicherung von bestimmten Risiken, sie füh-

12 ren zu einer Kostenersparnis, verbessern wegen der Standardisierung der Transaktionskosten und der beschleunigten Preisfindung die Liquidität, sie erhöhen wegen den aus der Preisfindung ableitbaren Informationen die Informationseffizienz und ermöglichen eine breitere Diversifikation, synthetisierte Leerverkäufe und Leverage. Termingeschäft: Zahlung und Lieferung zu einem späteren Zeitpunkt Kassageschäft: Zahlung und Lieferung bei Vertragsabschluss. Optionen sind asymmetrische Terminkontrakte. Der Käufer einer Option ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, zu dem im Voraus festgelegten Basiswert (Strike) zu kaufen (respektive zu verkaufen). Der Verkäufer (auch Stillhalter oder Schreiber) einer option ist hingegen verpflichtet die Option zu erfüllen. Standardisierte Optionen nennt man Traded Options, verbriefte (nicht standardisierte Optionen werden als warrants bezeichnet. Der Innere Wert (max[0;basiswert-strike]*bezugsverhältnis oder )einer Option misst wie stark die Option in the money ist. Die Prämie (X+C/A - S) misst den Preisaufschlag eines Aktienerwerbs über eine Calloption gegenüber einem direkten Kauf beziehungsweise den Mindererlös eines Verkaufs über Putoptionen gegenüber dem direkten Aktienverkauf. Put-Call-Parität: Im Verfallszeitpunkt gilt: S + P = C + X Vor Verfall gilt: S + P = C + Xe rt Gilt die Put-Call-Parität nicht bestünde die Möglichkeit, das Preismissverhältnis durch Arbitrage auszunützen (shorten der zu teuren Position, kaufen der zu billigen Position). Sie kennen die Preisbestimmungsfaktoren von Optionen. Einflussfaktor Call Grund Put Grund Greek Delta, Wert des Underlyings steigt money in-the-money stärker in-the- weniger stark + - Gamma, Omega weniger stark stärker in in-the- Höherer Strike Zunahme der Volatiliät des Underlyings höhere Dividende + Zinssatz + Restlaufzeit + - in-the-money Gewinnpotential nimmt zu Verlustpotential bleibt 0 Underlying fällt (um Dividende) stärker als erwartet. Weniger in-the-money Bei Replikation ist aufgenommener Kredit billiger (short postion tiefer) Volatilität über Laufzeit grösser + + -? money Gewinnpotential nimmt zu Verlustpotential bleibt 0 Underlying fällt (um Dividende) stärker als erwartet. Stärker in-the-money Bei Replikation ist vergebener Kredit billiger (long positon tiefer) Gegenläufige Effekte. Volatilität gesamthaft grösser aber auch tieferer Barwert des vergebenen Kredits (long position tiefer) Vega (Kappa) - Rho Theta

13 Black-Scholes-Modell: Annahme, dass Shortpositon uneingeschränkt und kostenlos möglich ist, sonstige Abwesenheit von Transaktionskosten und Steuern, gilt nur für Europäische Optionen, keine Dividendenzahlung des Underlyings möglich, kontinouierliche Aktienkursveränderungen ohne Sprünge, bekannter und risikoloser (!) Zinssatz, normalverteile Aktienrenditen (!). Sie verstehen die speziellen Begriffe, die im Zusammenhang mit Optionen verwendet werden. Die griechischen Buchstaben (Greeks) gelten als Risikokennzahlen von Optionen. Sie messen den Einfluss von den Einflussfaktoren auf den Optionspreis. Delta (Preis des Basistitels): Erste Ableitung der BSM-Formel nach dem Preis. Liegt zwischen 0 und 1 (für Calls) und -1 und 0 (für Puts). Umso näher bei 0 umso stärker out-of-money, umso näher bei 1, umso stärker in-the-money glit als Ausübungswahrscheinlichkeit am Verfallstag und misst um wieviel sich der Optionspreis in CHF bei einer Erhöhung des Basistitels um 1 CHF verändert. Gamma (Preis des Basistitels): Zweite Ableitung der BSM-Formel. Misst Veränderung der Ausübungswahrscheinlichkeiten (Delta) bei einer Erhöhung des Aktienkurses um 1 CHF. Wichtig für die Anpassung des Deltahedgings, maximaler Wert bei at-the-money Optionen, weil da stärkste Preisschwankungen. Omega (Relativer Preis des Basistitels: Elastizität des Preises, misst Hebelwirkung einer Option. Grösser als 1 (für Calls), kleiner als -1 (für Puts). Um das wievielfache verändert sich der Optionspreis bei einer 1% Erhöhung des Underlyings. =Delta*S/C. Gross für kurze Laufzeiten und Optionen, die out-of-money sind. Theta (Restlaufzeit): Misst Wertveränderung pro verstrichene Zeiteinheit. Ist in aller Regel negativ (Verkürzte Restlaufzeit verhindert Chance, dass Option stark in-themoney ist. Bsp. Theta = -12 p.a. heisst nach einem Jahr hat die Option (c.p.) 12 weniger Wert. Rho (risikoloser Zinssatz): Von untergeordneter Bedeutung vor allem bei out-ofmoney Optionen und kurzer Restlaufzeit. Bsp. Rho = 30 heisst bei einer Erhöhung des Zinssatzes um 1 Prozentpunkt (z.b. von 4% auf 5%) erhöht sich der Wert der Option 0.01*30=0.30 CHF. Vega oder Kappa (Volatilität): Immer positiver Wert. Bedeutendster Faktor bei der Bestimmung des Optionspreis. At-the-money maximal. Um welchen Betrag ändert sich der Optionswert bei einer Volatilitätsveränderung um 100 Prozentpunkte? Bsp.: Vega=20 heisst wenn die Volatilität von 22% auf 25% steigt, erhöht sich der Wert der Option um (25%-22%)*20=3%*20=0.03*20=0.60 CHF Sie können Payoff-Diagramme interpretieren und zeichnen. - Options- und Wandelanleihen Sie verstehen die Motive der Kapitalbeschaffung durch Options- und Wandelanleihen. Wandel- und Optionsanleihen ermöglichen dem Besitzer einer Obligation zusätzlich das Recht Eigenkapital zu beziehen im Rahmen einer bedingten Kapitalerhöhung. Das Gesamtpaket ist hierbei wegen des zusätzlichen Rechtes natürlich höher als eine normale Obligation und erhöht (wegen der negativen Zins-Preis-Relation) die

14 Fremdkapitalkosten eines Unternehmens. Längerfristig betrachtet sind allerdings Verluste durch Opportunitätskosten möglich fass die Basiswerte stark an Wert gewinnen und die Einlösung der Eigenkapitalbezugsrächte für Altaktionäre massive Verwässerungseffekte auslösen. Wegen der rechtlichen Einordnung als Fremdkapital bringen sie einem Unternehmen Steuervorteile. Anleihen mit Eigenkapitalbezug werden hauptsächlich von Firmen von tiefer Bonirät und bei gedrückten Kapitalmarktverhältnissen ausgegeben. Für die Emission muss der Basiswert allerding börsenkotiert sein und einen möglichst liquiden 2 -Markt aufweisen und ausserdem Kurspotential haben. Die Altaktionäre müssen bereit sein Veränderung von Stimmengewicht, und Verwässerungseffekte hinnehmen. Ausserdem muss die emittierende Unternehmung bezüglich des Eigenkapitalzuflusses flexibel sein. Sie kennen ihre spezifischen Vor- und Nachteile gegenüber anderen Finanzierungsinstrumenten. Wandelanleihe vs. normale Anleihe: vor Einlösung tiefere Fremdkapitalkosten (+), bei steigendem Aktienkurs Opportunitätskosten bei Einlösung (-), bei sinkendem Aktienkurs evt. keine Einlösung und von Zinsersparnis profitiert (+). Wandelanleihe vs. Aktienkapitalerhöhung: Eigenkapitalzufluss unsicher (-), bei steigendem Aktienkurs höherer Zufluss (+), bei sinkendem Aktienkurs Opportunitätsverlust, weil kein EK-Zufluss (-). Wandel- und Optionsanleihen als mittlere Variante zwischen normalem EK und FK. Sie können Options- und Wandelanleihen voneinander abgrenzen. Optionsanleihe: Bei der Emission von Obligationen erhält jede Obligation eine bestimmte Anzahl an Optionsscheinen (sog. Warrants), die zum Bezug von Eigenkapital berechtigen. Bei ausländischen Anlegern ist Bezugspreis häufig in Fremdwährung festgelegt, sodass für Emittent kein Wechselkursrisiko besteht. Merkmale von Optionsanleihen sind: tieferer ytm als straights, Optionsscheine separat handelbar (Obligation cum, Obligation ex, Optionsschein), Verwässerungsschutz (Bei der Ausgabe neuer Wandelrechte dürfen nach OR bereits bestehende Wandelrechte nur beeinträchtigt werden, wenn die gleiche Beeinträchtigung auch die Aktionäre trifft. Andernfalls ist der Wandelpreis zu senken oder den Berechtigten auf andere Weise ein angemessener Ausgleich zu gewähren Schutz vor Kapitalerhöhung), Optionsbezugspreis wird bei Ausübung bar bezahlt, Frist i.d.r. 2 bis 5 Jahre, Obligations CF-Rechte werden normal weitergezahlt bis Ende ihrer Laufzeit. Optionen führen im Gegensatz zu Optionsscheinen, die vom Unternehmen ausgegeben werden, nicht zu einer Kapitalerhöhung, weshalb es auf Grund des fehlenden Kapitalzuflusses nicht zu Verwässerungseffekten kommt und die Optionen teurer sind als vergleichbare Optionsscheine. Preis: [Wert straight Bond] + [Wert Optionsschein] = [Wert Optionsanleihe] Wandelanleihe: Die Wandelanleihe ist eine Obligation die den Besitzer ermächtigen, beim Eintritt festgelegter Bedingungen, die Obligation in Aktien umzutauschen. Wie Optionsanleihe tieferer ytm (und damit tiefere FK-Kosten) als vergleichbare Straight Bonds. Beinhalten oft vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten während der ganzen Laufzeit der Obligation (zwischen 5 und 15 Jahre, folglich ist das Wandelrecht eine amerikanische Option), Wandelrecht wird nicht separat gehandelt, ohne Wandlung wird die Obligation normal weitergezahlt. Für Altaktionäre oftmals Vorwegezeichnungsrecht. Grundsätzlich ist der einzige Unterschied zwischen einer Optionsanleihe und einer Wandelanleihe einzig der, dass bei der Optionsanleihe die Obligation nach Ausübung der Option weiterhin besteht und die Coupons und Nennwert bis Ende der Laufzeit der Option gezahlt werden und die Handelbarkeit des Eigenkapitalbezugsrechtes.

15 Sie kennen Terminologie und Preisbestimmungsfaktoren von Options- und Wandelanleihen und können ihren fairen Wert abschätzen. Der Wert der Wandelanleihe ergibt sich aus drei Bestimmungsfaktoren (Wert der Anleihe, Wandelwert (Wert der zugrundeliegenden Aktien: Anz. Aktien * Kurs), Optionswert ( Anleihe und Wandelwert als Untergrenze, i.d.r. grösser als Untergrenze, weil noch einen Zeitwert vor Verfall, Wandelprämie als wichtiges Beurteilungskriterium). Berechung der Wandelprämie: Erster Teil der Formel ist dabei die Wandelparität, die den Preis des Aktienerwerbs via Wandelanleihe zeigt. Den Aufpreis gegenüber dem direkten Erwerb ist die Wandelprämie, deren Wert tendenziell dann hoch ist, wenn die Wandelanleihe vorwiegend Obligationscharakter hat (weil sie stark out-of-the-money ist), wenn die Wandelperiode noch lange dauert, wenn eine hohe Volatilität erwartet wird oder die Rendite der Wandelanleihe im Vergleich zur Aktie hoch ist.

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