Todkrankes System? SONDERDRUCK aus Jg. 11/Nr. 2 Originaltitel: Mortally Wounded

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Todkrankes System? SONDERDRUCK aus Jg. 11/Nr. 2 Originaltitel: Mortally Wounded"

Transkript

1 Todkrankes System? Globale Finanz-, Wirtschafts- und Bankenkrise Systeme kämpfen ums Überleben, aber lohnt es sich wirklich und nachhaltig, sie aufrechtzuerhalten? SONDERDRUCK aus Jg. 11/Nr. 2 Originaltitel: Mortally Wounded Zwischen den führenden Zentralbanken der Welt gab es eine Serie geheimer Besuche, berichtete die Londoner Times. Ben Bernanke, Präsident der amerikanischen Federal Reserve, und [Mervyn] King von der Bank of England sollen maßgeblich dazu beigetragen haben, den Aktionsplan voranzutreiben. Die Feinarbeit leisteten dann ihre Marktspezialisten. Das massive Eingreifen der U.S. Federal Reserve der Zentralbank für die weltgrößte Volkswirtschaft in Zusammenarbeit mit der Bank of England, der Europäischen Zentralbank, der Schweizerischen Nationalbank und der Bank of Canada war ein Eingeständnis, dass das globale Finanzsystem in einem kritischen Zustand war und dass sie etwas tun mussten, um, wie die Zentralbanker es ausdrückten, erhöhtem Druck an den Märkten für kurzfristige Finanzierungen zu begegnen. Diese Treffen führten zu einer gemeinsamen Absichtserklärung der Zentralbanken der Welt, viele Dollarmilliarden in das System zu pumpen was auch fast unmittelbar nach der Erklärung geschah. Die Times beschrieb dies als gleichbedeutend damit, dass die Kavallerie der Zentralbanken vorreitet, um ein Massaker an den Geldmärkten abzuwenden. Das könnte nach Herbst 2008 klingen, geschah aber tatsächlich ein Jahr früher, zwischen November und Anfang Dezember Bis zum März 2008 hatte die Federal Reserve die Kreditmärkte mit Liquidität überflutet, wie es im Economist vom 22. März 2008 hieß, und Amerikas fünftgrößte Investmentbank Bear Stearns musste gerettet werden. Die Übernahme ihrer Schulden wurde als Rettung nicht nur von Bear Stearns gesehen, sondern der ganzen Wall Street des phänomenalen Bauwerks der modernen Finanzen, wie der Economist formulierte. Um die Konjunktur anzuregen und den drohenden Finanzkollaps abzuwenden, senkte die Federal Reserve dann den US-Tagesgeldsatz (den Zielsatz, zu dem Banken einander Geld leihen sollen). Die Woche nach dem 16. März war auch für die Europäische Zentralbank, die Bank of England, die Bank of Japan und andere Zentralbanken arbeitsreich; auch sie bemühten sich, in ihren Wirt-

2 schaftsräumen Liquidität zu schaffen, ohne eine Inflation zu bewirken. Bis Juli 2008 hatte eine unaufhaltsame Entropie das Finanzsystem der Welt erfasst. Im September rettete die US-Regierung Fannie Mae und Freddie Mac (die riesigen Hypothekeninstitute des Landes, die vom Staat unterstützt werden, aber in Privatbesitz sind), und zumindest in Amerika war die Furcht vor einem regelrechten Kollaps des US-Finanzsystems mit Händen zu greifen. Ebenfalls im September kamen der Bankrott von Lehman Brothers, der Verkauf von Merrill Lynch an die Bank of America und die Rettung der American International Group (AIG). Bis zum Jahresende ging das Massaker ununterbrochen weiter, und aus Furcht wurde Grauen, als wir einen kleinen Einblick in die wahrhaft globale Reichweite der Finanzkatastrophe erhielten, die sich vor uns ausbreitete. Kein Land, keine Bank war vor ihr sicher. Die Regierungen der Niederlande, Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz stellten Milliardensummen bereit, um wichtige Banken in ihren Ländern zu retten. Der britische Staat übernahm Kapitalbeteiligungen an der Royal Bank of Scotland und Lloyds TSB, während die USA ankündigten, bedeutende Aktienpakete von der Bank of America, JPMorgan Chase, Wells DIESES MAL IST ANDERS? Dass unsere globalen Finanz- und Bankensysteme schwer krank sind, ist nichts Neues. Seit über einem Jahr bombardieren uns die Medien mit aktuellen Meldungen über ihren immer kritischeren Zustand. In der Finanzpresse wurde die Epidemie, die nun Finanzinstitute und -märkte in aller Welt dahinrafft, als neue, aggressivere Variante der Infektionen dargestellt, die frühere Finanzkrisen ausgelöst haben. Diese Darstellung hat die reale, wenn auch unausgesprochene Befürchtung hervorgebracht, dass das System tatsächlich todkrank ist. Wie anders ist diese Krise nun? Überhaupt nicht, meinen Carmen M. Reinhart (Professorin für Volkswirtschaftslehre an der University of Maryland und früher Stellvertretende Direktorin der Forschungsabteilung des Internationalen Währungsfonds, IMF) und ihr Kollege Kenneth S. Rogoff (Professor für Volkswirtschaftslehre in Harvard und früher Chefvolkswirt und Forschungsdirektor des IWF). In ihrer im April 2008 veröffentlichten Studie This Time Is Different: A Panoramic View of Eight Centuries of Financial Crises kommen Reinhart und Rogoff zu dem Schluss: Die US-Subprime-Krise von ist kaum etwas Besonderes. Dieser Schluss basiert, wie sie es ausdrücken, auf einer,panoramischen Die Technologie hat sich verändert, die Körpergröße der Menschen hat sich verändert, und die Mode hat sich verändert. Doch die Fähigkeit von Regierungen und Anlegern zur Selbsttäuschung, die periodische Anfälle von Euphorie mit gewöhnlich tränenreichem Ende bewirkt, scheint eine Konstante geblieben zu sein. CARMEN M. REINHART UND KENNETH S. ROGOFF: THIS TIME IS DIFFERENT: A PANORAMIC VIEW OF EIGHT CENTU- RIES OF FINANCIAL CRISES Fargo, Citigroup, Morgan Stanley und Goldman Sachs zu kaufen. Auch Irland, Dänemark und andere Staaten mussten eingreifen, um ihre Finanzinstitute zu retten. Das wirtschaftliche Sturmtief tobte weiter um die Erde. Sogar die hoch profitablen chinesischen Banken und die bis dahin stabilen australischen Banken trafen Schutzmaßnahmen. Analyse der Geschichte der Finanzkrisen, von Englands Zahlungsunfähigkeit im 14. Jahrhundert bis zur aktuellen Subprime-Finanzkrise in den USA. Die Studie analysiert Auslands- und Inlandsverschuldung, Handelsbilanzen, BIP, Inflation, Wechselkurse, Zinssätze und Rohstoffpreise für 66 Länder in Afrika, Asien, Europa, Lateinamerika, Nordamerika und Ozeanien. VISION Jg. 11/Nr. 2 I Seite 2

3 Wie entsteht Geld? Die Steuerung großer Geldmengen beginnt im Regelfall mit Maßnahmen von Zentralbanken, doch die tatsächliche Geldschöpfung geschieht in Kreditinstituten, vor allem Geschäftsbanken. Banken schöpfen Geld, indem sie das Zahlungsversprechen eines Kreditnehmers monetisieren, d. h. zu Bargeld oder Giralgeld machen. Sagen wir, Sie beantragen einen Kredit für einen Autokauf. Wenn der Kredit bewilligt ist, schreibt Ihnen die Bank einen Betrag gut, mit dem Sie Ihr neues Auto bezahlen können. Der Vertrag, den Sie unterzeichnen, wenn Sie den Kredit arrangieren, ist im Wesentlichen ein Schuldschein, der Sie verpflichtet, Zahlungen zu leisten, bis der Kredit voll getilgt ist. In ähnlicher Weise nutzen Staaten ihre Zentralbankfazilitäten, um mit Schuldtiteln Geld zu schöpfen. Die Realität ist, dass das meiste neue Geld buchstäblich in Form von Schulden geschöpft wird sei es durch den Staat oder private Kreditinstitute. Die Behörden setzen dieser Geldschöpfung mithilfe von Vorschriften Grenzen, die als Mindestreservenanforderungen bezeichnet werden. Ohne diese Anforderungen könnten Banken ihr Vermögen vergrößern, indem sie einfach die Kreditvergabe zusammen mit den Investitionen ausweiten, solange sie genug Bargeld vorhalten, um alle Beträge auszuzahlen, welche die Eigentümer von Bankeinlagen zu Bargeld machen wollen und man nimmt immer an, dass dies weniger ist als die Gesamtheit der Sichteinlagen bei einer Bank. Kredite sind Verbindlichkeiten der Schuldner, aber Vermögenswerte der Kreditinstitute. Dies ist das sogenannte Mindestreserve- Bankwesen. Es begann vor Jahrhunderten mit Goldschmieden, die gegen eine Gebühr das Gold anderer Leute in ihren Kellergewölben verwahrten und den Eigentümern einen Hinterlegungsschein ausstellten. Dieser Schein wurde benutzt, um Gold oder Münzgeld zu holen, wenn es für ein Geschäft benötigt wurde. Es dauerte nicht lange, bis Käufer und Verkäufer herausfanden, dass es einfacher war, als Zahlungsmittel die Hinterlegungsscheine selbst zu verwenden, die dann als Noten bezeichnet wurden. So wurden die Noten als Geld akzeptiert. Aus Goldschmieden wurden Bankiers, als sie begannen, zinsbringende Kredite zu vergeben nicht das tatsächliche Geld in ihren Gewölben, sondern auf der Basis seines Wertes. Und diese zu Bankiers gewordenen Goldschmiede begriffen bald, dass sie mehr Noten ausgeben konnten, als das bei ihnen gelagerte Gold und Münzgeld wert war, weil immer nur ein Teil der ausgegebenen Noten gleichzeitig zur Einlösung vorgelegt wurde. Sie mussten nur genug Gold vorhalten, um die vorgelegten Noten einlösen zu können. Wenn ein Bankier nicht genügend Gold hatte, um das von ihm ausgegebenen Papiergeld einzulösen, war er zahlungsunfähig und bankrott. Was hierbei nicht übersehen werden sollte, ist der Umstand, dass diese Bankiers auf der Basis von etwas, das tatsächlich nicht existierte, Geld schöpften und Zinsen verlangten. Die Geldmenge, die von diesen frühen Bankiers und von Staaten über Schuldtitel geschöpft wurde, überstieg eindeutig die Fähigkeit der Realwirtschaft, diese Schulden zu bedienen. So kam es, wie die Daten von Reinhart und Rogoff zeigen (s. Hauptartikel), in der Geschichte des Bankwesens oft und früh zu derartigen Zahlungsausfällen. Heute verhält es sich bei aller technologischen Innovation nicht so viel anders. Wenn wir Geld in einer Bank einzahlen, bekommen wir eine digitale Note in Form einer Gutschrift. Wie ihre Vorgänger vergeben Banker von heute zinsbringende Kredite nicht aus den Einlagen, sondern auf der Basis des Wertes dieser Einlagen. Auch die heutigen Banken müssen darauf vorbereitet sein, auf Verlangen Guthaben in bar auszuzahlen. Ein weiteres Phänomen ist nicht verändert: Zahlungsausfälle von Banken wie diejenigen, die heute Märkte in aller Welt in den Abgrund reißen, halten unvermindert an. Wie viel Geld können Banken nun auf der Basis von Einlagen schöpfen? Die Obergrenze ergibt sich generell aus dem gesetzlichen Mindestreservensatz (in der Regel 10 Einheiten neues Geld für 1 Einheit vorgehaltenes Geld, doch diese Sätze variieren und waren schon viel höher als 10:1) zusammen mit dem Betrag der Bargeldreserven einer Bank. Weil aber diese Grenzen gewöhnlich anhand des Verhältnisses zwischen neuem Schuldengeld und in den Einlagen bereits vorhandenem Schuldengeld bestimmt werden und ihnen kein harter Wert wie Gold oder Silber zugrunde liegt, gibt es für die gesamte mögliche Geldschöpfung theoretisch nur eine reale Grenze: den tolerierbaren Verschuldungsgrad. SDA VISION Jg. 11/Nr. 2 I Seite 3

4 Perioden hoher internationaler Kapitalmobilität haben wiederholt internationale Bankenkrisen ausgelöst, nicht nur die berühmte Episode in den 1990er-Jahren, sondern historisch. CARMEN M. REINHART UND KENNETH S. ROGOFF: THIS TIME IS DIFFE- RENT: A PANORAMIC VIEW OF EIGHT CENTURIES OF FINANCIAL CRISES Für Reinhart und Rogoff sind die Daten eindeutig: Serien von Zahlungsausfällen sind nach wie vor die Norm; dabei liegen internationale Ausfallwellen meist viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte auseinander. Eine Analyse der Fakten ergibt, dass diese massiven Ausfallwellen in den vergangenen 200 Jahren etwa alle 50 Jahre vorkamen. Obgleich die Autoren den Zusammenhang nicht ansprechen, impliziert dieses Intervall u. a. eine generationenbezogene Komponente: Mindestens einmal während eines durchschnittlichen Menschenlebens erleben wir alle eine schwere internationale Finanzkrise; das System wird zu einer schmerzhaften Korrektur gezwungen, und der Zyklus beginnt von Neuem. Wenn politische Entscheidungsträger und Anleger meinen: Dieses Mal ist anders, ist das diesen Wissenschaftlern zufolge Illusion. Außerdem weisen sie darauf hin, dass Zahlungsausfälle oft Hand in Hand mit hoher Inflation, Wechselkurseinbrüchen und Geldentwertung gehen. Und historisch, schreiben sie, sind signifikante Wellen erhöhter Kapitalmobilität, wie wir sie in den vergangenen Jahrzehnten des 20. und den ersten sechs Jahren des 21. Jahrhunderts erlebt haben, oft von einer Serie inländischer Bankenkrisen gefolgt. Solche Ausfallperioden haben irgendwann ein Ende, wenn auch ihre Dauer unberechenbar ist. Laut Reinhart und Rogoff betrug die durchschnittliche Dauer von Ausfallepisoden im Zeitraum sechs Jahre. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es drei Jahre. Über die Gründe ließe sich diskutieren. Interessanter ist die aus den Daten hervorgehende Tatsache, dass die Länder, wenn eine Lösung für die Zahlungsausfälle gefunden und eine Umschuldung durchgeführt ist, alsbald wieder Fremdmittel aufnehmen d. h. noch mehr Schulden machen. Ein solches Verhalten weist alle Merkmale einer Sucht auf, und doch überlebt das System irgendwie. Aller Wahrscheinlichkeit nach auch dieses Mal. EIN BALANCEAKT Vielleicht geht es nicht darum, ob das System todkrank ist, sondern ob es von Grund auf fehlerhaft ist. Reinhart und Rogoff haben nahezu ein Jahrtausend der nationalen Verschuldung dokumentiert öffentlich und privat, die Zahlungsausfälle, Bankenpleiten, Außenund Binnenwertverluste von Währungen sowie Inflation bedingt. Doch warum führt sie zu diesen Problemen? Wenn Industrieländer Geldpolitik betreiben, ist es ihr Ziel, eine stabile Volkswirtschaft zu schaffen. Dies tun sie durch die Überwachung und Steuerung des Zinsniveaus und der Geldmenge. Die Regierungen verwalten ihre Staatsfinanzen und beeinflussen durch Besteuerung und Ausgaben der öffentlichen Hand häufig den Verlauf der Konjunktur. Die akzeptierte Struktur, mit deren Hilfe dies geschieht, ist das Zentralbankgeschäft, zu dessen primären Funktionen es gehört, sowohl die Geldschöpfung als auch die in der Volkswirtschaft umlaufende Geldmenge zu steuern. In der Theorie ist die in der Volkswirtschaft erforderliche Geldmenge diejenige Menge, mit der ein Gleichgewicht zwischen den produzierten Gütern bzw. Dienstleistungen und dem dafür bezahlten Preis erreicht wird. Stabilität ist erzielt, wenn die Werte bei einem Handel identisch sind: Der gezahlte Geldbetrag gibt den Wert des Gekauften korrekt wieder. Eine Hauptaufgabe der Zentralbanken besteht somit darin, durch Geldpolitik Preisstabilität herzustellen und aufrechtzuerhalten. Wenn die umlaufende Geldmenge höher ist als die Menge und mit ihr der Wert der produzierten Güter und Dienstleistungen, steigen die Preise und/oder die Produktion. Dies geschieht, weil mehr Geld da ist als Güter und Dienstleistungen zum derzeitigen Preis. Auch umgekehrt gilt: Wenn Geld verknappt wird, gehen die Preise in der Regel zurück. Geld sollte den Austausch von Gütern und Dienstleistungen erleichtern. Es VISION Jg. 11/Nr. 2 I Seite 4

5 sollte nicht das Gleichgewicht zwischen der Produktion und dem Marktwert der produzierten Güter stören. Die unzähligen aktuellen Probleme an den Immobilienmärkten sind ein gutes Beispiel dafür, wie zu viel Geld den Wert untergräbt. Geldgeber vergaben zinsgünstige Hypothekenkredite an viele Tausend Menschen, die sich den Schuldendienst nicht leisten konnten. Der erste Effekt dieses billigen Geldes war die künstliche Aufblähung der Eigenheimpreise. Als die Konjunktur zurückging und die Schuldner ihre Hypotheken nicht mehr bedienten, wurde der gesamte Immobilienmarkt destabilisiert. Das beschleunigte die aktuelle Krise im Finanzsektor. AUF SCHULDEN ANGEWIESEN Schulden sind natürlich ein grundlegender Aspekt jedes Wirtschaftssystems (s. Kastenartikel Wie entsteht Geld? ). Doch um zu erfassen, wie abhängig wir vom Schuldenmachen sind, müssen wir nur die Wirkung einer Kreditverknappung wie der gegenwärtigen beobachten. Wir sind süchtig nach Schulden als unserer auserwählten Methode, Wirtschaftswachstum und Wohlstand zu schaffen. Und solange wir das sind, werden wir immer wieder den Ausfallepisoden zum Opfer fallen, die zur historischen Realität dieses Systems gehören. Es ist eine Ironie, dass bei all dem Wohlstand, der Innovation, der Technologie und dem scheinbaren Gedeihen der Industriegesellschaften die meisten ihrer Mitglieder hoch verschuldet sind. Die Menschen, die tatsächlich all den realen Wohlstand in der Realwirtschaft produzieren, haben Schulden bei denen, die das Geld schöpfen, das diesen Wohlstand repräsentiert. Und wir sind nicht nur den Betrag eines Kredits schuldig, sondern auch Zinsen. Das Rätsel ist, dass Banken Geld in Höhe der Kreditsumme schöpfen, nicht aber der Zinsen. Dennoch sind Kreditnehmer rechtlich verpflichtet, aus einer Geldmenge, die im Grunde allein aus der Kapitalsumme besteht, die Kapitalsumme und Zinsen zurückzuzahlen. Es Der Korb mit reifem Obst Alle großen Reiche entwickeln komplexe Finanzsysteme für ihre wirtschaftliche Aktivität und ihre soziale Integration. Solche Systeme sind ein wesentlicher Bestandteil der wirtschaftlichen Überlegenheit dieser Reiche. In unserer Zeit vielleicht mehr denn je macht Geld uns mobil und integriert die ganze Welt. Als ein Instrument des Handels, der Lebensführung und der Wirtschaft muss Geld zuverlässig, stabil und allgemein als Zahlungsmittel anerkannt sein. Sir Thomas Gresham, ein englischer Finanzier des 16. Jahrhunderts und Berater der Königin Elisabeth I., formulierte dieses Prinzip, das heute als Greshams Gesetz bezeichnet wird. In einem Brief anlässlich ihrer Thronbesteigung im Jahr 1558 soll er ihr geschrieben haben: Gute und schlechte Münze können nicht zusammen umlaufen. Greshams Gesetz ist eines der wenigen Gesetze der Wirtschaftswissenschaft, die selten angefochten worden sind. Doch welchen Preis es hat, dagegen zu verstoßen, wurde nie gelernt. Historisch bestand schlechtes Geld primär aus minderwertigen Münzen Gold- oder Silbermünzen mit Anteilen anderer, weniger wertvoller Metalle. Eine weitere gängige Praxis war das Beschneiden von Münzen, um ihr Gewicht zu verringern. Mit dem Aufkommen von Banknoten wurde schlechtes Geld einfach dadurch geschöpft, dass man mehr Noten druckte als der Wirtschaftsleistung entsprach, und sie dann in Umlauf brachte. Geld kann auch durch das Einschleusen gefälschter oder fehlerhafter Produkte in die Wirtschaft minderwertig werden. Heute jedoch ist billiger oder exzessiver Kredit (Geld aus Schulden, dem kein Wert zugrunde liegt) die häufigste Form von schlechtem Geld und möglicherweise die schlimmste. Obgleich das Gesetz vom schlechten Geld Sir Thomas zugeschrieben wird, war er nicht der Erste, der dieses Prinzip formulierte. Der französische Bischof Nikolaus Oresimus lieferte im 14. Jahrhundert in De Moneta, seinem Traktat über Geld, eine detaillierte Erklärung der Funktion des Geldes und der mit schlechtem Geld verbundenen Probleme. Und der polnische Astronom Kopernikus trug in einer Denkschrift über gutes und schlechtes Geld, gerechte Preise und Währungsreform 1526 die Quantitätstheorie des Geldes vor. Doch mehr als 2000 Jahre vor Oresimus oder Kopernikus hatte der Prophet Amos schon im 8. Jahrhundert v.chr. die Verwendung von schlechtem Geld angeprangert. In seiner Anklage gegen das Königreich Israel schrieb er: Höret dies, die ihr die Armen unterdrückt und die Elenden im Lande zugrunde richtet und sprecht: Wann will denn der Neumond ein Ende haben, dass wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, VISION Jg. 11/Nr. 2 I Seite 5

6 dass wir Korn feilhalten können und das Maß verringern und den Preis steigern und die Waage fälschen, damit wir die Armen um Geld und die Geringen um ein Paar Schuhe in unsere Gewalt bringen und Spreu für Korn verkaufen? (Amos 8, 4-6, Lutherbibel 1984). Der Anlass dieser Beschuldigungen war eine Vision, die dem Propheten gegeben worden war, und in der er einen Korb mit reifem Obst gesehen hatte (Vers 1-2a). Diese Vision war ein Bild für den Zustand des Volkes. Das 8. Jahrhundert v.chr. brachte Israel und Juda eine Zeit wirtschaftlicher Erholung (das alte Königreich Israel war zwei Jahrhunderte zuvor, nach dem Tod des Königs Salomo, in zwei Königreiche geteilt worden). Obgleich beide Reiche großen Wohlstand genossen, war Israels Zeit als Volk zu Ende. Das ist die Botschaft der Vision vom Korb mit reifem Obst, die Amos gegeben wurde (Vers 2b-3). Israel war reif, das Unglück zu ernten, das es durch seine moralische Verderbtheit gesät hatte. Sein Niedergang wurde zum Teil durch die Verbreitung von schlechtem Geld an seinen Märkten ausgelöst. Händler verwendeten für ihre Waagen Gewichte, die zu leicht waren, d. h., sie gaben für das erhaltene Geld weniger Ware ab und es wurde fehlerhafte Ware verkauft. So wurde Israels Wirtschaft korrumpiert. Israel hatte keine Entschuldigung, denn viele Jahrhunderte zuvor, als ein im Entstehen begriffenes Volk, hatte es das Gebot erhalten: Ihr sollt nicht unrecht handeln im Gericht, mit der Elle, mit Gewicht, mit Maß. Rechte Waage, rechtes Gewicht, rechter Scheffel und rechtes Maß sollen bei euch sein (3. Mose 19, 35-36). Es war ein Gesetz, das den Umlauf von schlechtem Geld, das Durchsetzen ungerechter Preise und den Verkauf minderwertiger Ware verbot. ist die Zeitspanne zwischen der Schöpfung des Geldes als Kredit und seiner Rückzahlung, die verhindert, dass diese Fehlmenge zur Zahlungsunfähigkeit führt. Wenn eine Volkswirtschaft jedoch schlecht oder gar nicht funktioniert, wird diese Zeit knapp, und der grundlegende Systemfehler wird offenbar. Die Lösung dieses Problems bestand bisher darin, den Kredit zu erhöhen, sodass er nun das nicht bezahlte Kapital und auch die nicht bezahlten Zinsen umfasst. Und obgleich Schulden gelegentlich erlassen werden, müssen Menschen wie Das Gesetz des schlechten Geldes, Greshams Gesetz, gilt als ein Gesetz der Wirtschaftswissenschaft. Der Bibel zufolge ist schlechtes Geld aber eine Frage der Moral. Es ist nicht schwer zu verstehen, warum, wenn wir seine Auswirkungen auf die Beziehungen in der Gesellschaft sehen. Heute trauen Käufer und Verkäufer einander nicht; das Vertrauen der Bürger in ihre Regierungen ist schwächer denn je, während immer höhere Prozentsätze des persönlichen Wohlstands durch Steuern konfisziert werden und wir nun auf die verheerenden Folgen der Inflation warten; die Finanzinstitute haben jede Glaubwürdigkeit verloren (sogar untereinander); und die wirtschaftliche Aktivität, die für die Ordnung und den Wohlstand der Gesellschaft erforderlich ist, steht in vielen Ländern nahezu still. Geld, das einmal soziale Integration sogar weltweit möglich gemacht hat, ist nun eine Kraft, die soziale Desintegration bewirkt. Das reife Obst, das Amos sah, muss verlockend ausgesehen haben appetitlich reif und bereit, gegessen zu werden. Schlechtes Geld, und besonders billiger Kredit, kann einen ähnlichen Reiz haben: Es braucht nur genommen zu werden und kann sofort unsere Wünsche erfüllen. Doch das schlechte Geld, das heute umläuft, wird und kann keine gute Frucht bringen. Angesichts der Selbstnivellierung moralischer Gesetze ist es schwierig, sich vorzustellen, wie der ständig vermehrte Einsatz von solchem Geld Geld, das aus Schulden geschöpft wird und dem kein Wert zugrunde liegt das Problem, das es verursacht hat, beheben soll. Vielleicht hat Amos Vision mit ihrem uralten Bild uns heute etwas zu sagen. SDA auch Staaten, um wirtschaftlich zu funktionieren, immer mehr Schulden machen. Unser System ist so angelegt, dass es uns in eine unablässig eskalierende und unentrinnbare Spirale steigender Verschuldung zwingt. Das biblische Sprichwort ist wahr: Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Gläubigers Knecht. (Sprüche 22, 7) eine treffende Beschreibung des Finanzsystems dieser Welt. So viele Elemente dieses Systems bedürfen einer Überprüfung. Dass Zinsen auf Kapital erhoben werden, das nicht existiert (nur als Zahl auf VISION Jg. 11/Nr. 2 I Seite 6

7 dem Kontoauszug), sondern im Prinzip aus nichts erschaffen wird ist das wirklich moralisch? Dann die Vorstellung, wir könnten Jahr für Jahr endloses Wirtschaftswachstum schaffen, indem wir ständig unsere Zukunft verpfänden. Sagt uns nicht die Geschichte der vergangenen 800 Jahre (wie von Reinhart und Rogoff skizziert), dass in unserer nicht fernen Zukunft abgerechnet wird? Wenn wir das wissen und es dennoch der nächsten Generation überlassen, das Chaos aufzuräumen, kann das richtig sein? In der Beziehung zwischen Schuldner und Gläubiger hat der Gläubiger das Sagen und die Macht zur Unterdrückung. Kann es je gerecht zugehen, wenn es ein solches Machtgefälle gibt und das System keinen Ausgleich bietet? Sollten wir nicht durch Gesetze eine Struktur errichten, die jene Macht neutralisiert, um die Unterdrückung des Schuldners (gewöhnlich der Armen) zu verhindern? Schließlich fungiert die Aushebelung der Kreditnehmer durch Verschuldung als Grundmerkmal unserer Wirtschaft und als Motor ihres ständigen Wachstums. Aber die Realwirtschaft entwickelt sich nie so schnell, wie wir Kredit schöpfen, um die Wirtschaft zum Wachstum zu zwingen; so kommt es zu Zahlungsausfällen von Kreditnehmern. Es existiert indes noch ein größeres Problem. Um die Verschuldung, die wir schaffen, zu stützen, müssen wir in der realen Welt tatsächlich produzieren. Sie ist eine Welt endlicher Ressourcen. Wie lange und für wie viele der Bewohner dieser Erde können wir der Erde noch Ressourcen nehmen und sie in Müll umwandeln, ehe die Erde aufhört, Leben zu nähren selbst unseres (s. And Then What? in der Ausgabe Winter 2009 oder unter LOHNENDE PRINZIPIEN Eine Definition von Wahnsinn besagt, dass es wahnsinnig ist, wieder und wieder das Gleiche auf die gleiche Weise zu tun und dabei immer ein anderes Ergebnis zu erwarten. Nach dieser Definition sind 800 Jahre Wahnsinn eigentlich genug. Wie bereits angemerkt, gab es seit mindestens 200 Jahren ungefähr der Zeit der britischen und amerikanischen Vorherrschaft in der Finanzwelt etwa alle 50 Jahre eine globale Kreditausfallkrise. Dies bedeutet, dass jede Generation im Grunde für die Sünden einer anderen bezahlt. Da unendliches Wachstum in einer endlichen Welt wirklich unmöglich ist, warum nicht künftige Generationen schützen, indem wir ein System konstruieren, das sicherstellt, dass Kinder nicht die Schulden ihrer Eltern bezahlen müssen? Die enorme Verschuldung, die alle großen Nationen Europas gegenwärtig bedrückt und langfristig wahrscheinlich ruinieren wird, hat sich recht gleichförmig entwickelt. ADAM SMITH: AN INQUIRY INTO THE NATURE AND CAUSES OF THE WEALTH OF NATIONS (1776) Wie wäre es, wenn wir nicht länger Schulden anhäuften, um Wachstum zu erzwingen, sondern eine Struktur errichteten, in der die Kreditmärkte in bestimmten Abständen auf null zurückgestellt würden, z. B. alle sieben Jahre. Geldgeber würden bei der Kreditvergabe große Vorsicht walten lassen, denn sie wüssten, dass sie im Jahr des Neustarts noch ausstehende Beträge abschreiben müssten. Es gäbe keinen Anreiz, Kredite an Schuldner zu vergeben, die sie nicht innerhalb der vorgeschriebenen Zeit zurückzahlen könnten. Geldschöpfung zum Zweck der Spekulation an den Märkten wäre Vergangenheit. Es gäbe keinen Anreiz für eine zu hohe Bewertung der Sicherheit für einen Kredit (z. B. eines Hauses), um eine höhere Rendite für diesen Kredit zu erzielen. Und kein Geldgeber wäre motiviert, den Wert der Sicherheit für einen Kredit zu überzeichnen, um mehr Geld zu verleihen, als ein Kreditnehmer zurückzahlen könnte in der Hoffnung, diese Sicherheit in seinen Besitz zu bringen, denn sie müsste freigegeben werden, sobald die Schuld getilgt wäre. Eine solche Regulierung wäre ein sehr wirksamer Beitrag dazu, das Machtgefälle zwischen Schuldner und Gläubiger zu neutralisieren und viele der eklatanten Ungerechtigkeiten auszumerzen, die unser modernes System so leicht verursacht. Und sie würde eine Obergrenze VISION Jg. 11/Nr. 2 I Seite 7

8 für die Kreditfinanzierung der Wirtschaft setzen und die Kreditvergabe an die reale Leistung der Wirtschaft binden, sodass das Problem der Serien von Zahlungsausfällen, das wir seit mindestens 800 Jahren haben, aus der Welt geschafft würde. Die Errichtung dieses regulatorischen Rahmens würde eine vollständige Restrukturierung der Methode erfordern, nach der Kreditzinsen bemessen werden. In unserer Welt werden Zinsen für Geld verlangt, das als Schuld geschöpft wird aus nichts als dem Rückzahlungsversprechen des Kreditnehmers. Das bedeutet, unabhängig von dem nominalen oder angegebenen Zinssatz beträgt der reale Zinssatz eigentlich 100 %. Anders als in unserer Welt müsste die Höhe von Kreditzinsen vernünftig sein, ohne zusätzliche Gebühren, und sie müsste anhand des realen, in der Wirtschaft bereits vorhandenen Wohlstands bemessen werden. Dieses Merkmal beseitigt die Ungerechtigkeit, die entsteht, wenn Kreditgeber nur die Kapitalsumme eines Kredits schöpfen und in die Wirtschaft fließen lassen. Es ist unmöglich, die Kreditfinanzierung in einer Volkswirtschaft zu regulieren, ohne Immobilien zu berücksichtigen, denn auf Immobilien Land und Bauwerken beruhen unsere Volkswirtschaften. Die Regulierung in diesem Bereich beginnt damit, zu klären, wem das Land gehört. Erst dann kann ein vernünftiger Rahmen für die Nutzung und Erschließung, die Finanzierung und Veräußerung (Übertragung von Eigentumsrechten) von Land strukturiert werden. Kurz: Ehe wir die Ausgewogenheit erreichen können, die für eine tragfähige und stabile Wirtschaft in aller Welt erforderlich ist, müssen wir etwas verwirklichen, das radikal anders ist als das, was wir heute in unserer Welt sehen. Sie denken vielleicht, dass so radikale Reformen in dieser Welt unmöglich sind. Das denken wir auch. Die Ironie ist, dass die hier vorgeschlagenen Reformen schon vor Jahrhunderten umrissen und als Wirtschaftsplan für ein Volk im Entstehen vorgeschrieben wurden (s. die biblischen Erklärungen in 5. Mose 15 und 3. Mose 25). Sie waren das Rezept für Frieden und Wohlstand, das Gleichgewicht zwischen dem, was produziert wird, und dem, was gekauft und verkauft wird. Und wenn man weiter liest bis 3. Mose 26 oder 5. Mose 28, erkennt man, dass die Umsetzung dieser Regeln und Prinzipien vor der Knechtschaft schützte, die von Verschuldung kommt einer Knechtschaft, in der wir alle heute leben. (Die Bibel hat hierzu noch mehr Vernünftiges zu sagen; dies wird in einer künftigen Ausgabe von Vision behandelt werden.) Dieser Plan ist außerdem der Entwurf der Welt, die noch kommen wird, in der nicht ein durch den Willen des Volkes gewählter Mensch, sondern ein wahrer Messias über die Völker dieser Welt herrschen wird eingesetzt und gesalbt durch den Willen des Schöpfers. STEVEN D. ANDREWS AUSGEWÄHLTE QUELLEN 1 Federal Reserve Bank of Chicago, Modern Money Mechanics: A Workbook on Bank Reserves and Deposit Expansion (1992). 2 Carmen M. Reinhart und Kenneth S. Rogoff, This Time Is Different: A Panoramic View of Eight Centuries of Financial Crises (2008). Kostenloser Sonderdruck Vision-Sonderdrucke sind Übersetzungen aus der Zeitschrift VISION und werden als gemeinnütziger Beitrag zur Förderung einer zeitgemäßen christlichen Lebensweise kostenlos herausgegeben. Herausgeber: Stiftung VISION Bad Honnef Postfach 6234 Vertretungsberechtigt/verantwortlich für den Inhalt der deutschen Ausgabe: Winfried Fritz POSTANSCHRIFT: Stiftung VISION Postfach 6234 D Bad Honnef. INTERNET: Spenden zur Förderung dieses Werkes werden dankend entgegengenommen und sind in der BRD in gesetzlicher Höhe als Sonderausgabe absetzbar. (Commerzbank Bad Honnef Konto BLZ Aus dem Ausland: IBAN: DE BIC: COBADEFFXXX) Stiftung VISION Alle Rechte vorbehalten VISION Jg. 11/Nr. 1 I Seite 8

Inhalt. Money makes the world go round 5. Die Banken 17. Was Geldmärkte ausmacht 31

Inhalt. Money makes the world go round 5. Die Banken 17. Was Geldmärkte ausmacht 31 2 Inhalt Money makes the world go round 5 Warum es ohne Geld nicht geht 6 Geld ist nicht gleich Geld 7 ede Menge Geld: die Geldmengen M1, M2 und M3 8 Gebundene und freie Währungen 10 Warum es deneuro gibt

Mehr

Zuerst eine Warnung! Nichts außer der Liebe, hat so viele Leute verrückt gemacht wie das Grübeln über das Wesen des Geldes (Benjamin Disraeli,

Zuerst eine Warnung! Nichts außer der Liebe, hat so viele Leute verrückt gemacht wie das Grübeln über das Wesen des Geldes (Benjamin Disraeli, Zuerst eine Warnung! Nichts außer der Liebe, hat so viele Leute verrückt gemacht wie das Grübeln über das Wesen des Geldes (Benjamin Disraeli, 1804-1881) Frühes Geld (1) «Ursprünglich soll der Wert eines

Mehr

Geld, Geldschöpfung, Preise und die Rolle der Nationalbank

Geld, Geldschöpfung, Preise und die Rolle der Nationalbank Geld, Geldschöpfung, Preise und die Rolle der Nationalbank iconomix-fachtagung Bern, 7. September 2013 Carlos Lenz, Leiter Inflationsprognosen, SNB Zürich Was ist Geld? Wer schöpft Geld? Was hat Geldschöpfung

Mehr

Globale Finanz- und und Wirtschaftskrise

Globale Finanz- und und Wirtschaftskrise Globale Finanz- und und Wirtschaftskrise Prozentuale Veränderung des des BIP* BIP* im Jahr im Jahr 2009 2009 im Vergleich im Vergleich zum Vorjahr, zum Vorjahr, Stand: Stand: April 2010 April 2010 * Bruttoinlandsprodukt,

Mehr

Die weltweite Finanzkrise aus mikroökonomischer Sicht

Die weltweite Finanzkrise aus mikroökonomischer Sicht Die weltweite Finanzkrise aus mikroökonomischer Sicht Stefan Simon Hanns-Seidel-Stifung Inhalt Finanzkrisen Freier Markt und Markt- bzw. Staatsversagen Fehlentwicklungen bei der aktuellen Krise Diskussion

Mehr

Eine andere unsichtbare Hand des Marktes

Eine andere unsichtbare Hand des Marktes Eine andere unsichtbare Hand des Marktes Prof. Dr. Jürgen Kremer 2012 Die Polarisierung der Gesellschaft Ursachen und Reformvorschläge Prof. Dr. Jürgen Kremer (2012) Eine andere unsichtbare Hand Polarisierung

Mehr

HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER. Wirtschaft

HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER. Wirtschaft Seite 1 von 5 http://www.faz.net/-gqq-6xfsx HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER Wirtschaft Aktuell Wirtschaft Wirtschaftswissen

Mehr

Finanzkrise 2007-2008. von Verena Köck

Finanzkrise 2007-2008. von Verena Köck Finanzkrise 2007-2008 von Verena Köck Inhalt Ursachen Niedrige Zinsen Änderungen im Bankensystem Billige Kredite und Immobilienboom Chronologie Verstärkungsmechanismen Loss Spiral und Margin Spiral Interbankenmarkt

Mehr

Kap. 4.4 Die aktuelle Finanzkrise

Kap. 4.4 Die aktuelle Finanzkrise Kap. 4.4 Die aktuelle Finanzkrise Chronologie der Finanzkrise (I) Ende 2006: amerikanische Banken vermelden erstmalig große Zahlungsausfälle auf dem Immobilienmarkt Juni/Juli 2007: Der Markt für Wertpapiere,

Mehr

Das heißt: Der Großteil unseres Geldes ist eigentlich wertlos.

Das heißt: Der Großteil unseres Geldes ist eigentlich wertlos. Die tatsächlichen Ursachen der Eurokrise lassen sich herausfinden, wenn man sich unser Geldsystem anschaut. Ein Kollaps ist bei unserem heutigen Geldwesen unvermeidbar, weil das Geldsystem fest eingebaute

Mehr

Wem aber gehört die deutsche Zentralbank mit dem Namen Bundesbank?

Wem aber gehört die deutsche Zentralbank mit dem Namen Bundesbank? Diese zwei Fragen sind eng miteinander verknüpft. Geld wird aus dem Nichts erschaffen, und zwar von zwei unterschiedlichen Parteien: den Notenbanken und den Geschäftsbanken. Geld entsteht ausschließlich

Mehr

Grundlagen der Volkswirtschaftslehre Übungsblatt 12

Grundlagen der Volkswirtschaftslehre Übungsblatt 12 Grundlagen der Volkswirtschaftslehre Übungsblatt 12 Robert Poppe robert.poppe@uni-mannheim.de Universität Mannheim 3. Dezember 2010 Überblick 1 Das monetäre System (Kapitel 29): Aufgabe 1 und Aufgabe 3

Mehr

die Schweiz vor zukünftigen Finanzkrisen schützen!

die Schweiz vor zukünftigen Finanzkrisen schützen! die Schweiz vor zukünftigen Finanzkrisen schützen! Kann man das? Ja, man kann! Indem wir die wesentliche Ursache der Finanzkrisen beseitigen: Die Banken erzeugen 90 Prozent unseres Geldes - nämlich sämtliches

Mehr

4. Auflage. Kapitel VIII: Liquidität. Eine Einführung in die Theorie der Güter-, Arbeits- und Finanzmärkte Mohr Siebeck c.

4. Auflage. Kapitel VIII: Liquidität. Eine Einführung in die Theorie der Güter-, Arbeits- und Finanzmärkte Mohr Siebeck c. 2. Bank und Eine Einführung in die Theorie der Güter-, Arbeits- und Finanzmärkte Mohr Siebeck c Kapitel VIII: Liquidität Inhaltsverzeichnis 2. Bank und 2. Bank und Das vorangehende Kapitel beschäftigte

Mehr

Geld, Preise und die EZB

Geld, Preise und die EZB Geld, Preise und die EZB MB Gebrauch von Geld Funktionen von Geld Tauschmittel Ohne Geld müssten Transaktionen durch Tauschhandel (Naturaltausch) durchgeführt werden Problem der Doppelkoinzidenz der Wünsche

Mehr

Was Sie schon immer über Wirtschaft wissen wollten

Was Sie schon immer über Wirtschaft wissen wollten Rainer Hank Hg. Erklär'mir die Welt Was Sie schon immer über Wirtschaft wissen wollten ^ranffurterallgemeine Buch Inhalt Warum ist die Wirtschaft unser Schicksal? 9 Geld regiert die Welt 1 Warum brauchen

Mehr

Das macht die Bundes-Bank

Das macht die Bundes-Bank Das macht die Bundes-Bank Erklärt in Leichter Sprache Leichte Sprache Von wem ist das Heft? Das Heft ist von: Zentralbereich Kommunikation Redaktion Externe Publikationen und Internet Die Adresse ist:

Mehr

Geldschöpfung, Finanzmärkte, Wachstumszwang. Prof. Dr. Mathias Binswanger

Geldschöpfung, Finanzmärkte, Wachstumszwang. Prof. Dr. Mathias Binswanger Geldschöpfung, Finanzmärkte, Wachstumszwang Prof. Dr. Mathias Binswanger Kontroverse um Wachstum Argumente für Wirtschaftswachstum Wachstum sorgt dafür, dass es den Menschen immer besser geht. Wachstum

Mehr

DIESES MAL IST ALLES ANDERS

DIESES MAL IST ALLES ANDERS CARMEN M. REINHART & KENNETH S. ROGOFF DIESES MAL IST ALLES ANDERS Acht Jahrhunderte Finanzkrisen INHALTSVERZEICHNIS Tabellen... 12 Abbildungen... 16 Infoboxen... 22 Vorwort... 23 Danksagung... 35 Einleitung:

Mehr

Die Notenbank feuert aus allen Rohren Die Nationalbank rechnet mit einer tiefen Rezession und sieht Deflationsgefahren

Die Notenbank feuert aus allen Rohren Die Nationalbank rechnet mit einer tiefen Rezession und sieht Deflationsgefahren News Aktuelles aus Politik, Wirtschaft und Recht 13.03.09 Nationalbank Die Notenbank feuert aus allen Rohren Die Nationalbank rechnet mit einer tiefen Rezession und sieht Deflationsgefahren Die Nationalbank

Mehr

Das Welt- Währungssystem

Das Welt- Währungssystem Das Welt- Währungssystem Helga Wieser & Corina Wallensteiner Überblick Bimetall-Standard Gold Standard (1870-1914) Zwischenkriegszeit (1918-1939) Warum funktionierte Bretton Woods nicht? Wie sieht es heute

Mehr

Internationale Ökonomie II. Vorlesung 7:

Internationale Ökonomie II. Vorlesung 7: Internationale Ökonomie II Vorlesung 7: Übersicht: Das internationale Währungssystem bis 1973 Prof. Dr. Dominik Maltritz Gliederung der Vorlesung 1. Ein- und Überleitung: Die Zahlungsbilanz 2. Wechselkurse

Mehr

Die weltweite Finanzkrise: Gefahr der Ansteckung? Daniel Friedrich Memo- Sommerschule 2008

Die weltweite Finanzkrise: Gefahr der Ansteckung? Daniel Friedrich Memo- Sommerschule 2008 Die weltweite Finanzkrise: Gefahr der Ansteckung? Daniel Friedrich Memo- Sommerschule 2008 Verhalten sich Finanzmärkte rational? Milton Friedman (1953): Unmöglichkeit destabilisierender Spekulation: -

Mehr

für die Kalkulation von Gebühren, Mieten, Pachten und Darlehen / Krediten. Die Silberwährung bestand nicht

für die Kalkulation von Gebühren, Mieten, Pachten und Darlehen / Krediten. Die Silberwährung bestand nicht für die Kalkulation von Gebühren, Mieten, Pachten und Darlehen / Krediten. Die Silberwährung bestand nicht aus Münzen, sondern aus rohen Barren. Sie wurde also nicht als Geld in unserem Sinn behandelt,

Mehr

Notwendigkeit einer Vollgeldreform

Notwendigkeit einer Vollgeldreform 1 Notwendigkeit einer Vollgeldreform Über uns Die Monetative e.v. gemeinnütziger Verein mit Gründung 2012 Ca. 80 Mitglieder: Professoren, Lehrer, Unternehmens- und Steuerberater, Künstler, Politikwissenschaftler,

Mehr

Bankenrettung Ist das nötig, und wenn ja, wie am Besten?

Bankenrettung Ist das nötig, und wenn ja, wie am Besten? Bankenrettung Ist das nötig, und wenn ja, wie am Besten? Prof. Richard A. Werner, D.Phil. (Oxon) Centre for Banking, Finance University of Southampton Management School werner@soton.ac.uk 18. Juni 2012

Mehr

WAS IST EINE BANK? Banken und Finanzkrisen

WAS IST EINE BANK? Banken und Finanzkrisen Bankenkrisen Das Bankengeschäft ist mit Risiken verbunden Im Kerngeschäft der Banken sind Risiken unvermeidlich. Zahlt ein Schuldner einen Kredit nicht zurück, muss die Bank diesen Verlust decken können.

Mehr

Geldmengen und Geldpolitik

Geldmengen und Geldpolitik Geldmengen und Geldpolitik 1. Bilanz der Notenbank Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist für die Geldpolitik der Schweiz zuständig (Bundesverfassung Art. 99,2). Dies zeigt sich auch in der Bilanz der

Mehr

Tagebuch Internet-Blog. Datum: 3. März 2009 Fach / Thema: Volkswirtschaft Dozenten: Dörig Roman, roman.doerig@doerigausbildung.ch

Tagebuch Internet-Blog. Datum: 3. März 2009 Fach / Thema: Volkswirtschaft Dozenten: Dörig Roman, roman.doerig@doerigausbildung.ch Tagebuch Internet-Blog Datum: 3. März 2009 Fach / Thema: Volkswirtschaft Dozenten: Dörig Roman, roman.doerig@doerigausbildung.ch Themenschwerpunkte / Vorgehensweisen: Repetition Begriffe: Der Wirtschaftsmensch-

Mehr

5. GELD- UND FINANZMÄRKTE

5. GELD- UND FINANZMÄRKTE 5. GELD- UND FINANZMÄRKTE 1 LERNZIELE KAPITEL 5 1. Was ist Geld und woran erkennt man es? 2. Was versteht man unter einem makroökonomischen Geldmarkt? 3. Was versteht man unter Geldangebot und Geldnachfrage?

Mehr

Sebastian Kunze. Geld. arbeitet. nicht. Ein Aufklärungsbuch über unser Geldsystem

Sebastian Kunze. Geld. arbeitet. nicht. Ein Aufklärungsbuch über unser Geldsystem Sebastian Kunze Geld arbeitet nicht. Ein Aufklärungsbuch über unser Geldsystem 1 2 Vorwort Seit 2008 sehen wir eine Abfolge von Krisen, die kein Ende zu nehmen scheint. Immobilienkrise, Bankenkrise, Wirtschaftskrise,

Mehr

Basel 3: Die Rückkehr der Bankregulierer

Basel 3: Die Rückkehr der Bankregulierer Basel 3: Die Rückkehr der Bankregulierer Am Hauptsitz der Universalbank Hey Mann, warum so niedergeschlagen? Hast du die Nachrichten über die neue Basel 3 Regulierung gelesen? Die wollen das Bankkapital

Mehr

Makroökonomie I: Vorlesung # 13. Geldangebot und Geldpolitik II

Makroökonomie I: Vorlesung # 13. Geldangebot und Geldpolitik II Makroökonomie I: Vorlesung # 13 Geldangebot und Geldpolitik II 1 Vorlesung # 13 1. Zusammenfassung 2. Der Geldschöpfungsprozeß (Wiederholung) 3. Logik der Geldpolitik 4. Details: Wie steuert die Zentralbank

Mehr

OESTERREICHISCHE NATIONALBANK EUROSYSTEM. HANDBUCH DER OeNB ZU GELD UND GELDPOLITIK. Kapitel 3: Finanzwesen und Banken DIDAKTIK

OESTERREICHISCHE NATIONALBANK EUROSYSTEM. HANDBUCH DER OeNB ZU GELD UND GELDPOLITIK. Kapitel 3: Finanzwesen und Banken DIDAKTIK OESTERREICHISCHE NATIONALBANK EUROSYSTEM HANDBUCH DER OeNB ZU GELD UND GELDPOLITIK Kapitel 3: Finanzwesen und Banken DIDAKTIK Wiederholungsfragen: 1. Welche Aufgaben haben Banken? 2. Nennen Sie drei Spezialbanken.

Mehr

Geld ist ein Anspruch auf Geld

Geld ist ein Anspruch auf Geld Geld ist ein Anspruch auf Geld Arne Pfeilsticker, 4.1.2013 Vorbemerkungen Geld wird in der Regel ü ber seine Funktionen innerhalb der Volkswirtschaft definiert, aber nicht ü ber das, was Geld ist. Hier

Mehr

EUD-konkret 2/2010. Häufig gestellte Fragen zur Finanzkrise Griechenlands. 1. Warum braucht Griechenland Geld?

EUD-konkret 2/2010. Häufig gestellte Fragen zur Finanzkrise Griechenlands. 1. Warum braucht Griechenland Geld? EUD-konkret 2/2010 Häufig gestellte Fragen zur Finanzkrise Griechenlands 1. Warum braucht Griechenland Geld? 1 2. Warum setzt sich die Europa-Union Deutschland für die Unterstützung Griechenlands ein?

Mehr

Stand: 14 07 2011. nformationen s dem BundesfinaPunkt. nzministerium. BankenaBgaBe

Stand: 14 07 2011. nformationen s dem BundesfinaPunkt. nzministerium. BankenaBgaBe Stand: 14 07 2011 IAuf auden nformationen s dem BundesfinaPunkt. nzministerium. BankenaBgaBe ausgabe 03 2010 AUSGANGSPUNKT Die Finanzmärkte Lebensadern moderner Volkswirtschaften Die Krise der internationalen

Mehr

Österreichische Geld- und Währungspolitik 1969-1999. Dr. Johann Kernbauer Wirtschaftsuniversität Wien Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Österreichische Geld- und Währungspolitik 1969-1999. Dr. Johann Kernbauer Wirtschaftsuniversität Wien Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Österreichische Geld- und Währungspolitik 1969-1999 Dr. Johann Kernbauer Wirtschaftsuniversität Wien Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Inhalt Währungspolitisch relevante Ereignisse Historischer

Mehr

Exkurs: Führt Monetisierung von Staatschulden zu Inflation?

Exkurs: Führt Monetisierung von Staatschulden zu Inflation? Exkurs: Führt Monetisierung von Staatschulden zu Inflation? Monetisierung von Staatschulden kann erfolgen durch... Ankauf von Staatsschulden auf dem Primärmarkt (der EZB verboten) Ankauf von Staatsschulden

Mehr

1 Extreme Armut. 1.1 Milliarden Menschen leben in extremer Armut, von weniger als einem Dollar am Tag. Wo in der Welt herrscht die größte Armut?

1 Extreme Armut. 1.1 Milliarden Menschen leben in extremer Armut, von weniger als einem Dollar am Tag. Wo in der Welt herrscht die größte Armut? 1 Extreme Armut 1.1 Milliarden Menschen leben in extremer Armut, von weniger als einem Dollar am Tag. Wo in der Welt herrscht die größte Armut? A. Hauptsächlich in Afrika und Asien. B. Hauptsächlich in

Mehr

Übungen Teil 1: Geld, Kredit, Umlaufgeschwindigkeit, Bankbilanz, Liquidität & Solvabilität

Übungen Teil 1: Geld, Kredit, Umlaufgeschwindigkeit, Bankbilanz, Liquidität & Solvabilität Übungen Teil 1: Geld, Kredit, Umlaufgeschwindigkeit, Bankbilanz, Liquidität & Solvabilität Allgemeine Informationen Die Übungen finden in 14-tägigem Rhythmus statt abweichende Termine werden in der Vorlesung

Mehr

UE5: Fragen zu Geldpolitik

UE5: Fragen zu Geldpolitik UE5: Fragen zu Geldpolitik 1) Was ist das vorrangige Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) und welche geldpolitischen Instrumente werden eingesetzt für die Erreichung dieses Ziels? 2) a) Woraus besteht

Mehr

Inflation. Was ist eigentlich../inflation u. Deflation

Inflation. Was ist eigentlich../inflation u. Deflation Inflation Unsere Serie Was ist eigentlich... behandelt aktuelle und viel diskutierte Themen, die beim Nicht-Spezialisten eine gewisse Unsicherheit hinterlassen. Wir wollen das Thema jeweils einfach und

Mehr

Makroökonomik [PROTOLL VOM 17.06.2015]

Makroökonomik [PROTOLL VOM 17.06.2015] Finanzmärkte Die große Rezession Durch die große Depression hat die Regierung den Banken Regulierungen vorgeschrieben, damit es nicht wieder zu einer solchen Finanzkrise kommt. Die Banken haben versucht

Mehr

OESTERREICHISCHE NATIONALBANK EUROSYSTEM. HANDBUCH DER OeNB ZU GELD UND GELDPOLITIK. Kapitel 1: Geld DIDAKTIK

OESTERREICHISCHE NATIONALBANK EUROSYSTEM. HANDBUCH DER OeNB ZU GELD UND GELDPOLITIK. Kapitel 1: Geld DIDAKTIK OESTERREICHISCHE NATIONALBANK EUROSYSTEM HANDBUCH DER OeNB ZU GELD UND GELDPOLITIK Kapitel 1: Geld DIDAKTIK Wiederholungsfragen: 1. Was ist die Funktion des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel? 2. Welche

Mehr

Löse Dich von dem Ding Geld Bild.

Löse Dich von dem Ding Geld Bild. Löse Dich von dem Ding Geld Bild. Die Zahl selbst ist dein Geld, eine Zahl ist kein Ding, es ist eine Information. Drei Teilnehmer, zwei Geld Kreisläufe. Ein Kredit wird vergeben (Geldschöpfung) Bei der

Mehr

auf die Kreditvergabe der Banken Professor Dr. Bernd-Joachim Kruth Lehrstuhl für Finanzmanagement

auf die Kreditvergabe der Banken Professor Dr. Bernd-Joachim Kruth Lehrstuhl für Finanzmanagement Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Kreditvergabe der Banken (Rating und Reporting) Professor Dr. Bernd-Joachim Kruth Lehrstuhl für Finanzmanagement Agenda 1. Finanzmarktkrise: Entwicklung 2. Finanzmarktkrise:

Mehr

Aufgaben zum Zinsrechnen, Nr. 1

Aufgaben zum Zinsrechnen, Nr. 1 Aufgaben zum Zinsrechnen, Nr. 1 1.) Berechnen Sie die jährlichen Zinsen! a) 42 T zu 9 % d) 36 T zu 6¾ % b) 30 T zu 7½ % e) 84 T zu 9¼ % c) 12 T zu 7¼ % f) 24 T zu 9¼ % 2.) Berechnen Sie Z! a) 2.540 zu

Mehr

Struktur des Geldangebots-/ Kreditangebotsprozesses

Struktur des Geldangebots-/ Kreditangebotsprozesses Makro II, Prof. Dr. T. Wollmershäuser Kapitel 1 Bankensystem: ein preistheoretisches Geldangebotsmodell Version: 12.1.212 Die Rolle von Banken Struktur des Geldangebots-/ Kreditangebotsprozesses Geldnachfrage

Mehr

Geld regiert die Welt. wer aber eigentlich regiert das Geld?

Geld regiert die Welt. wer aber eigentlich regiert das Geld? Geld regiert die Welt wer aber eigentlich regiert das Geld? Geld regiert die Welt wer aber eigentlich regiert das Geld? Jeder strebt nach Geld, geht dafür arbeiten, möchte es erlangen und besitzen ein

Mehr

Problemdimensionen im Weltfinanzsystem. Welche wesentlichen Parameter bestimmen die Stabilität bzw.

Problemdimensionen im Weltfinanzsystem. Welche wesentlichen Parameter bestimmen die Stabilität bzw. - 1 - Problemdimensionen im Weltfinanzsystem Dirk Solte Welche wesentlichen Parameter bestimmen die Stabilität bzw. Instabilität des Weltfinanzsystems? Das erste Kriterium ist die Liquidität, also die

Mehr

EINE BANK OHNE ZINSEN

EINE BANK OHNE ZINSEN EINE BANK OHNE ZINSEN Wenn sich ein Kunde Geld bei einer westlichen Bank leiht, also einen Kredit aufnimmt, muss er Zinsen an die Bank zahlen. Bei einer islamischen Bank ist dies anders. Sie verleiht das

Mehr

Ihre Funktion: Leitung Finanzen CFO

Ihre Funktion: Leitung Finanzen CFO Seite 1 Ihre Funktion: Leitung Finanzen CFO Als zuständige Person werden Sie sich in erster Linie mit den Zahlen der Unternehmung auseinander setzen. Es ist also wichtig, dass Sie einen ersten Überblick

Mehr

Download. Klassenarbeiten Mathematik 8. Zinsrechnung. Jens Conrad, Hardy Seifert. Downloadauszug aus dem Originaltitel:

Download. Klassenarbeiten Mathematik 8. Zinsrechnung. Jens Conrad, Hardy Seifert. Downloadauszug aus dem Originaltitel: Download Jens Conrad, Hardy Seifert Klassenarbeiten Mathematik 8 Downloadauszug aus dem Originaltitel: Klassenarbeiten Mathematik 8 Dieser Download ist ein Auszug aus dem Originaltitel Klassenarbeiten

Mehr

Zinssätze. Elisabeth Köhl. 14. Jänner 2009. Technische Universität Graz

Zinssätze. Elisabeth Köhl. 14. Jänner 2009. Technische Universität Graz Technische Universität Graz 14. Jänner 2009 Inhalt der Präsentation: 1 Allgemeines 1 Zinsen und Zinsesrechnung 2 Zinssatz 1 Effektiver Zinssatz 2 Nomineller Zinssatz 2 Verschiedene 1 Schatzzins 2 LIBOR/EURIBOR

Mehr

Abstract. zur Diplomarbeit Von der Subprime-Krise zur Finanzkrise

Abstract. zur Diplomarbeit Von der Subprime-Krise zur Finanzkrise Abstract zur Diplomarbeit Von der Subprime-Krise zur Finanzkrise Die weltweite Finanzkrise ist seit 2007 das dominierende Thema in den internationalen Medien. Auch heute vergeht kaum ein Tag, an dem nicht

Mehr

Kredite + Finanzierung. Ist es nicht egal, wofür man einen Kredit aufnimmt?

Kredite + Finanzierung. Ist es nicht egal, wofür man einen Kredit aufnimmt? Investition eller Mittel, mit dem Ziel, Gewinne zu erwirtschaften. Konsum Privater Verzehr oder Verbrauch von Gütern. Ist es nicht egal, wofür man einen Kredit aufnimmt? 1 Finanzierung von Konsum oder

Mehr

Makroökonomie. Prof. Dr. Thomas Apolte. Lehrstuhl für Ökonomische Politikanalyse. Sommersemester 2011. Scharnhorststr.

Makroökonomie. Prof. Dr. Thomas Apolte. Lehrstuhl für Ökonomische Politikanalyse. Sommersemester 2011. Scharnhorststr. Makroökonomie Sommersemester 2011 Lehrstuhl für Ökonomische Politikanalyse Scharnhorststr. 100, Raum 114 1. EINFÜHRUNG 2 VORLESUNG: DI, 8 10 UHR DO, 8 10 UHR ÜBUNG: DO, 12 14 UHR ALLE VERANSTALTUNGEN IM

Mehr

MURMANN MURMANN PUBLISHERS

MURMANN MURMANN PUBLISHERS DER GROSSE SCHULDEN BUMERANG Ein Banker bricht das Schweigen Wolfgang Schröter Unter Mitarbeit von Jens Schadendorf MURMANN MURMANN PUBLISHERS Inhalt Vorwort 9 Anstatt einer Einleitung: Grund zum Jubeln

Mehr

http://www.teleboerse.de/992304.html?tpl=druck

http://www.teleboerse.de/992304.html?tpl=druck 1 von 5 02.04.2009 23:14 Freitag, 11. Juli 2008 Kolumne von Raimund Brichta Beim Geld geht es um die Wurst Die wenigsten Leute haben schon einmal dabei zugesehen, wie Wurst gemacht wird. Und das ist auch

Mehr

informieren Steht die Schweiz vor einer Hyperinflation? Tagung der Finanzverwaltern/innen der Thurgauer Gemeinden, 24.

informieren Steht die Schweiz vor einer Hyperinflation? Tagung der Finanzverwaltern/innen der Thurgauer Gemeinden, 24. informieren Steht die Schweiz vor einer Hyperinflation? Tagung der Finanzverwaltern/innen der Thurgauer Gemeinden, 24. Oktober 2013 Inflation Was genau ist Inflation eigentlich? Definition Inflation Inflation

Mehr

Das Geldangebot. 2.1 Wichtige Begriffe. 2.2 Geldschöpfung und -vernichtung. 2.3 Das Multiplikatormodell. 2.4 Die endogen bestimmte Geldmenge

Das Geldangebot. 2.1 Wichtige Begriffe. 2.2 Geldschöpfung und -vernichtung. 2.3 Das Multiplikatormodell. 2.4 Die endogen bestimmte Geldmenge Universität Ulm 89069 Ulm Germany Dipl-WiWi Sabrina Böck Institut für Wirtschaftspolitik Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften Ludwig-Erhard-Stiftungsprofessur Wintersemester 2007/2008

Mehr

Konstruktionsseminar

Konstruktionsseminar Geld und Spiele Konstruktionsseminar Konstruieren Sie ein Spiel mit Zentralbank (wie EZB oder FED) Prof. Klaus Bastian {bastian@imn.htwk-leipzig.de}, Prof. Hans-Ulrich Niemitz {niemitz@r.htwk-leipzig.de}

Mehr

VOLLGELD INITIATIVE DIE. Eine verblüffend einfache Lösung. Unser Finanzsystem muss dringend reformiert werden.

VOLLGELD INITIATIVE DIE. Eine verblüffend einfache Lösung. Unser Finanzsystem muss dringend reformiert werden. DIE VOLLGELD INITIATIVE Eine verblüffend einfache Lösung VOLLGELD statt SCHULDSCHEINE Unser Finanzsystem muss dringend reformiert werden. Seit der Finanzkrise 2008 ist dies gemäss Umfragen die mehrheitliche

Mehr

A n a l y s i s Finanzmathematik

A n a l y s i s Finanzmathematik A n a l y s i s Finanzmathematik Die Finanzmathematik ist eine Disziplin der angewandten Mathematik, die sich mit Themen aus dem Bereich von Finanzdienstleistern, wie etwa Banken oder Versicherungen, beschäftigt.

Mehr

Der Staatsbankrott kommt!

Der Staatsbankrott kommt! MICHAEL GRANDT Der Staatsbankrott kommt! Hintergründe, die man kennen muss KOPP VERLAG -Inhaltsver-zeiGhnis- Vorwort 13 1. Am Anfang ist die Zukunft 19 2. Die Macht der US-Hochfinanz 22 2.1 Die Federal

Mehr

Kann eine Wirtschaft auch ohne Wachstum funktionieren? Prof. Dr. Mathias Binswanger

Kann eine Wirtschaft auch ohne Wachstum funktionieren? Prof. Dr. Mathias Binswanger Kann eine Wirtschaft auch ohne Wachstum funktionieren? Prof. Dr. Mathias Binswanger Inhalt 1. Historischer Überblick 2. Traditionelle Argumente für Wachstum 3. Wie kommt es zu einem Wachstumszwang? 4.

Mehr

Bitcoin und virtuelles Geld

Bitcoin und virtuelles Geld Bitcoin und virtuelles Geld Gliederung 1. Allgemeines 1.1.Entstehung 1.2. Verbreitung und Kurs 1.3.Eigenschaften 1.4.Anonymität vs Pseudonymität 1.5.Erwerb von Bitcoin 2. Welche Idee steht dahinter? 2.1.

Mehr

DIESES MAL IST ALLES ANDERS

DIESES MAL IST ALLES ANDERS CARMEN M. REINHART & KENNETH S. ROGOFF DIESES MAL IST ALLES ANDERS Acht Jahrhunderte Finanzkrisen TEIL I FINANZKRISEN: EIN OPERATIVER LEITFADEN Der Kern des»dieses Mal ist alles anders«-syndroms ist einfach.

Mehr

Von der Niedrig- zur Negativzins-Welt

Von der Niedrig- zur Negativzins-Welt Von der Niedrig- zur Negativzins-Welt Wellenreiter-Kolumne vom 02. November 2014 Ein Hypothekendarlehen mit 10jähriger Laufzeit ist in Japan für 1,3 bis 1,5 Prozent zu haben. Daran hat sich in den letzten

Mehr

Die heimliche. EntEignung. So schützen Sie Ihr Geld vor Politikern und Bankern

Die heimliche. EntEignung. So schützen Sie Ihr Geld vor Politikern und Bankern Die heimliche EntEignung So schützen Sie Ihr Geld vor Politikern und Bankern FBV Michael Rasch Michael Ferber Inhalt Vorwort 13 Prolog Die Retter der Welt sind zum Risiko geworden 17 Einleitung Die grossen

Mehr

Geld leihen Lehrerinformation

Geld leihen Lehrerinformation Lehrerinformation 1/7 Arbeitsauftrag Ziel Material Die SuS lesen einen kurzen Text zum Thema. Sie bearbeiten Fragen dazu auf einem Arbeitsblatt. Im Klassengespräch werden die Vor- und Nachteile von Krediten

Mehr

Makroökonomie I/Grundlagen der Makroökonomie

Makroökonomie I/Grundlagen der Makroökonomie Makroökonomie I/Grundzüge der Makroökonomie Page 1 1 Makroökonomie I/Grundlagen der Makroökonomie Kapitel 4: Geld- und Finanzmärkte Günter W. Beck 1 Makroökonomie I/Grundzüge der Makroökonomie Page 2 2

Mehr

Matthias Moll. K Das Prinzip einer Bad Bank

Matthias Moll. K Das Prinzip einer Bad Bank Matthias Moll K Das Prinzip einer Bad Bank Matthias Moll K Das Prinzip einer Bad Bank 1. Einleitung 2. Was ist eine Bad Bank 2.1 Hintergründe 2.2 Gründe für eine Einrichtung 2.3 Umsetzung 3. Beispiel:

Mehr

Handel mit Staatsanleihen: Der Tabubruch

Handel mit Staatsanleihen: Der Tabubruch Handel mit Staatsanleihen: Der Tabubruch 1. Kompetenzen Die Schülerinnen und Schüler sollen... 1. die derzeitigen Entwicklungen im Markt für Staatsanleihen, die hierfür verantwortlichen Ursachen sowie

Mehr

Download. Mathematik üben Klasse 8 Zinsrechnung. Differenzierte Materialien für das ganze Schuljahr. Jens Conrad, Hardy Seifert

Download. Mathematik üben Klasse 8 Zinsrechnung. Differenzierte Materialien für das ganze Schuljahr. Jens Conrad, Hardy Seifert Download Jens Conrad, Hardy Seifert Mathematik üben Klasse 8 Differenzierte Materialien für das ganze Schuljahr Downloadauszug aus dem Originaltitel: Mathematik üben Klasse 8 Differenzierte Materialien

Mehr

@googlemail.com> 5. April 2011 An: pressestelle.hv-mainz@bundesbank.de Sehr,

@googlemail.com> 5. April 2011 An: pressestelle.hv-mainz@bundesbank.de Sehr, @googlemail.com> Bankensystems, Anfrage bezüglich unseres Geld- und @googlemail.com> 5. April 2011 An: pressestelle.hv-mainz@bundesbank.de Sehr, haben Sie herzlichen Dank für Ihr Schreiben und für das

Mehr

PROF. DR. HANS CHRISTOPH BINSWANGER Money matters! - Goethes Faust und das Prinzip der Geldschöpfung

PROF. DR. HANS CHRISTOPH BINSWANGER Money matters! - Goethes Faust und das Prinzip der Geldschöpfung PROF. DR. HANS CHRISTOPH BINSWANGER Money matters! - Goethes Faust und das Prinzip der Geldschöpfung Money matters! Auf das Geld, auf die Vermehrung des Geldes, auf die Geldschöpfung kommt es in der modernen

Mehr

Zusatzliteratur (für Interessenten):

Zusatzliteratur (für Interessenten): Thema 4: Ein einfaches Modell für den Geld- und Finanzmarkt Zusatzliteratur (für Interessenten): - Manfred Borchert: Geld und Kredit. München 2001 - Andrew B. Abel / Ben S. Bernanke: Macroeconomics. 2005

Mehr

Kommunikation. Wer sind wir?

Kommunikation. Wer sind wir? Kommunikation Wer sind wir? Die Belgische Nationalbank Überall auf der Welt haben die Zentralbanken als primäre Aufgabe Banknoten in Umlauf zu geben und Geldpolitik zu gestalten. Die Belgische Nationalbank

Mehr

Krisen. (Die volkswirtschaftliche Perspektive) Xenia Matschke Internationale Wirtschaftspolitik (IWP)

Krisen. (Die volkswirtschaftliche Perspektive) Xenia Matschke Internationale Wirtschaftspolitik (IWP) Krisen (Die volkswirtschaftliche Perspektive) Xenia Matschke Internationale Wirtschaftspolitik (IWP) Professur für Volkswirtschaftslehre, insbes. Internationale Wirtschaftspolitik Lehrstuhlinhaber: Prof.

Mehr

Haushalts- und Finanzkrise

Haushalts- und Finanzkrise Einführung in das politische System der Europäischen Union WS 2012/13 Haushalts- und Finanzkrise Wird der Euro überleben? Prof. Dr. Jürgen Neyer Die Theorie optimaler Währungsräume Eine gemeinsame Währung

Mehr

Geld, Kredit und Banken

Geld, Kredit und Banken Horst Gischer Bernhard Herz Lukas Menkhoff Geld, Kredit und Banken Eine Einführung Dritte, aktualisierte und erweiterte Auflage ^J Springer Inhaltsverzeichnis Vorwort V Kapitel 1 Funktionen des Finanzsektors

Mehr

Der Schuldenabbau im privaten Sektor der EWU Notwendigkeit, Ausgestaltung und die (schwierige) Rolle der Geldpolitik dabei

Der Schuldenabbau im privaten Sektor der EWU Notwendigkeit, Ausgestaltung und die (schwierige) Rolle der Geldpolitik dabei Der Schuldenabbau im privaten Sektor der EWU Notwendigkeit, Ausgestaltung und die (schwierige) Rolle der Geldpolitik dabei Dr. Manuel Rupprecht, Abteilung Geldpolitik und monetäre Analyse, Zentralbereich

Mehr

Zusammenfassung Geldangebot Geldtheorie und Geldpolitik Wintersemester, 2011/12

Zusammenfassung Geldangebot Geldtheorie und Geldpolitik Wintersemester, 2011/12 Zusammenfassung Geldangebot Geldtheorie und Geldpolitik Wintersemester, 2011/12 1 Geldangebot Geldangebot: Wie entsteht Geld? Die ZB druckt Geld und verleiht es an Geschäftsbanken oder kauft damit Assets.

Mehr

Nach dem Euro: Wie muss eine Währungsverfassung aussehen. Ulf Heinsohn, HTWK Leipzig, 22. Juni 2011

Nach dem Euro: Wie muss eine Währungsverfassung aussehen. Ulf Heinsohn, HTWK Leipzig, 22. Juni 2011 Nach dem Euro: Wie muss eine Währungsverfassung aussehen Ulf Heinsohn, HTWK Leipzig, 22. Juni 2011 Geld ist: Abruf-Kollateraleingentums-Eigentum ein Instrument, um alle Verbindlichkeiten zu erfüllen von

Mehr

Kürzungen verschärfen die Krise! Unsere Alternative: Überfluss besteuern, in die Zukunft investieren

Kürzungen verschärfen die Krise! Unsere Alternative: Überfluss besteuern, in die Zukunft investieren Kürzungen verschärfen die Krise! Unsere Alternative: Überfluss besteuern, in die Zukunft investieren Ja zu Vorschlägen, die - Vermögen und Kapitaleinkommen höher besteuern und ein gerechteres Steuersystem

Mehr

GELDMENGE UND PREISE Arbeitsauftrag

GELDMENGE UND PREISE Arbeitsauftrag 1. Geldmenge und Preise Kreuzen Sie die korrekten Aussagen an. Begründen Sie Ihren Entscheid bei den falschen Aussagen mit einem oder zwei kurzen Sätzen. Die Schweizerische Nationalbank kann die gesamte

Mehr

Wie Geld aus Schulden gemacht wird

Wie Geld aus Schulden gemacht wird ema: Geld Es klingt unglaublich Wie Geld aus Schulden gemacht wird Zwei große Geheimnisse bestimmen unser Leben: die Liebe und das Geld. Was Liebe ist, wurde schon ausführlich untersucht in Geschichten,

Mehr

VWL für Ingenieure. Kernpunkte. Programm Termin 9. Programm Termin 9. Programm Termin 9. Karl Betz

VWL für Ingenieure. Kernpunkte. Programm Termin 9. Programm Termin 9. Programm Termin 9. Karl Betz Kernpunkte Karl Betz VWL für Ingenieure Termin 9: GELD Gelddefinition / -eigenschaften Geldmengenaggregate: H, Mo, M1. Abgrenzung willkürlich Kriterium: Je höher die Geldmenge, desto weniger liquide Titel

Mehr

Giralgeldschöpfungbei der Freien Gemeinschaftsbank. Ein Blick auf die Vollgeldinitiative

Giralgeldschöpfungbei der Freien Gemeinschaftsbank. Ein Blick auf die Vollgeldinitiative Giralgeldschöpfungbei der Freien Gemeinschaftsbank Ein Blick auf die Vollgeldinitiative Jean-Marc DecressonniÄre (GeschÅftsleitung Freie Gemeinschaftsbank) Freie Gemeinschaftsbank Genossenschaftertag 8.

Mehr

AURUM. Januar / März 2011. Soliswiss

AURUM. Januar / März 2011. Soliswiss AURUM Januar / März 2011 Soliswiss Editorial Liebe Anlegerin Lieber Anleger Die Welt ist schon immer ein Ort des gewinnträchtigen Strebens gewesen, aber nicht alle Investitionen tragen die gewünschten

Mehr

Kartenzahlung Onlinebanking; Electronic-Cash; elektronischer Zahlungsverkehr. Kontoauszugsdrucker Sparbuch, Aktien, Festgeld

Kartenzahlung Onlinebanking; Electronic-Cash; elektronischer Zahlungsverkehr. Kontoauszugsdrucker Sparbuch, Aktien, Festgeld Themenbereich 4 Geld/Geldinstitute 1. Aufgabenbereich Auslandsgeschäfte Bargeldloser Zahlungsverkehr EDV-Service Dienstleitungen Geldanlage Bereitstellung von Krediten Beispiele Bereitstellen von ausländischen

Mehr

DIDAKTIK FINANZ THEMENBLÄTTER WIRTSCHAFT & FINANZEN DIDAKTIK. Die Bedeutung des Euro für Wirtschaft und Bevölkerung INITIATIVE WISSEN

DIDAKTIK FINANZ THEMENBLÄTTER WIRTSCHAFT & FINANZEN DIDAKTIK. Die Bedeutung des Euro für Wirtschaft und Bevölkerung INITIATIVE WISSEN OESTERREICHISCHE NATIONALBANK EUROSYSTEM INITIATIVE THEMENBLÄTTER WIRTSCHAFT & EN DIDAKTIK Nr. 1 B DIDAKTIK Aufgaben: 1. Markieren Sie in der folgenden Abbildung jene Länder, in denen der Euro Bargeld

Mehr

Hard Asset- Makro- 34/15

Hard Asset- Makro- 34/15 Hard Asset- Makro- 34/15 Woche vom 17.08.2015 bis 21.08.2015 Warum nur Gold? Von Mag. Christian Vartian am 23.08.2015 Diese Woche sah ein Loch in der Blitzliquidität und unser Algorithmus zeigte es gegen

Mehr

WORKSHOP AKTUELLE VOLKSWIRTSCHAFTSLEHRE

WORKSHOP AKTUELLE VOLKSWIRTSCHAFTSLEHRE 1 WORKSHOP AKTUELLE VOLKSWIRTSCHAFTSLEHRE Geldmengen Geldschöpfung Geldpolitik: Auswertung von SNB Geldmengen-Statistiken Marcel Bühler mu.buehler@bluewin.ch 5.3 Die Entstehung von Geld 5 2 SNB kauft Devisen

Mehr

Die Bedeutung des Scorings in den USA und seine Auswirkungen auf die Subprime-Hypothekenkrise

Die Bedeutung des Scorings in den USA und seine Auswirkungen auf die Subprime-Hypothekenkrise Die Bedeutung des Scorings in den USA und seine Auswirkungen auf die Subprime-Hypothekenkrise US-Banken Bewertung der Kreditwürdigkeit Agressive Kreditvergabe Score Sehr viele Hauskäufe von subprime -

Mehr

Geld und Spiele. Geld (2) Privatgeld, Zentralbankgeld, Konto und Buchen

Geld und Spiele. Geld (2) Privatgeld, Zentralbankgeld, Konto und Buchen Geld und Spiele Geld (2) Privatgeld, Zentralbankgeld, Konto und Buchen Prof. Klaus Bastian {bastian@imn.htwk-leipzig.de}, Prof. Hans-Ulrich Niemitz {niemitz@r.htwk-leipzig.de} 1 Geld und die Banken Privatgeld

Mehr

Langfristige Goldbewertung aus monetärem Blickwinkel - Marktkommentar Mark Valek -

Langfristige Goldbewertung aus monetärem Blickwinkel - Marktkommentar Mark Valek - Langfristige Goldbewertung aus monetärem Blickwinkel - Marktkommentar Mark Valek - Money is Gold, everything else is Credit. 1 Dies stellte J.P Morgan, einer der bedeutendsten Bankiers seiner Zeit vor

Mehr

Physisches Gold & Silber als Inflationsschutz

Physisches Gold & Silber als Inflationsschutz Physisches Gold & Silber als Inflationsschutz Jürgen Müller Stuttgart 11.04.2007 1 Kurzvita - 39 Jahre, verheiratet, 1 Sohn, 1 Tochter - Ausbildung Maschinenschlosser - Physik-Studium: FH Lübeck Uni Swansea,

Mehr