Finanz- & Kapitalmärkte

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1 Finanz- & Kapitalmärkte 1. Grundlagen und Befunde 2. Renditejagd - oder das Sytem der "Heuschrecken" 3. Wer keine Schulden hat (macht) ist unseriös - globale Mechnismen 4. Globale Geldschwemme konegen 1 ifp

2 1. Kapital- und Finanzmärkte - Befunde und Entwicklungen 1.1 Kapitalmärkte Märkte, auf denen mittel- und langfristiges Kapital, Beteiligungen, Kredite, Aktien, festverzinsliche Wertpapiere gehandelt werden. i.d.r. keine spekulativen Kapitalanlagen Sprunghafter Anstieg der Kapitalmobilität: ADI: 1970: 13,4, 1990: 208, 2004: 650 Mrd. US-Dollar Konzentration auf Triade USA, Japan, EU zu 80% Mergers & acquisitions bestreiten 65% Konzentrationsunterschiede bei ökonomisch sich entwickelnden Staaten Outward-Bestand an ADI weltweit 1980: 570, 2004: Mrd. US-Dollar Konegen 2 ifp

3 70 Investoren kaufen häufiger entwickelte Unternehmen Verteilung von privatem Beteiligungskapital in % an der Unternehmensentwicklung 60 56, ,7 15, ,9 6,4 Frühphase Start up Expansion Bet. a. M.B. Kreditf. F.kauf Quelle: Böcklerimpuls 11/2007 konegen 2a, ifp

4 1.2 Finanzmärkte Gedankliche Zusammenfassung aller Teilmärkte des Angebots und der Nachfrage nach Krediten Akteure: Institutionelle Investoren mit unterschiedlichen Renditeüberlegungen Akteurstypen, Investmenttypen, Anlageklasse, Handelsform Konegen 3 ifp

5 Quelle: Böttger 2005:4 Konegen 4 ifp

6 Börsengehandelte Finanzderivate in Billionen US-Dollar Nominalbeträge und Handel in absoluten Zahlen Nominalbeträge* Handel** ,3 123, ,6 181, ,9 342, ,9 321, ,9 387, ,2 384, ,8 693, , , , ,4 *am Jahresende, ** pro Jahr, bezogen auf die Nominalbeträge der Derivate Quelle: Bank for International Settlements (BIS): Quarterly Review, versch. Jahrgänge, Stand 11/2006. konegen 5 ifp

7 Private Equity: Wenig Risikofreude in Mrd. Euro 3 2,6 2,5 2 1,5 1 0,5 1,36 1,14 Wagniskapital Unternehmenskäufe 1,04 0 Quelle: Böcklerimpuls 10/ Konegen

8 2. Kaufrausch auf Kredit Mit verwegenen Schulden treiben Finanzinvestoren ihr Geschäft oder Das System der Heuschrecken konegen 5ifp

9 Phase 1 Finanzinvestor Locost international (1) will Traditionsfirma Heilewelt AG (2) übernehmen (1) gründet dafür die Raffke GmbH (3) Neben dem Eigenkapital von (1) werden Kredite von Großbanken, Pensionsfonds, privaten Investoren, Versicherungen, Fondsgesellschaften usw. gesammelt (3) übernimmt (2) (2) und (3) werden verschmolzen Effekt: (2) muß Zinsen und Kredite für eigene Übernahme tragen konegen 7 ifp

10 Phase 2 Finanzinvestor (1) will Geld sehen (2) wird in eine GmbH umgewandelt Grundkapital kann vermindert werden Frei werdende Summmen kassiert (1) als Sonderdividende (3) wird gezwungen, Anleihen zu begeben - "beraten" von Experten des Finanzinvestors (1) Finanzinvestor erhält ein entsprechendes Honorar Ein Teil der Anleihe fließt ebenfalls in die Kassen von (1) konegen 8 ifp

11 Phase 3 (2) und (3) trägt wachsende Belastungen durch die aufgenötigten Kredite (2) und (3) Verkauft mehrere Tochterfirmen um Belastungen zu tragen Ein Teil der Erträge fließt erneut zu Finanzinvestor (1) Um Überschuldung zu vermeiden, muß Management von (2) und (3) Kosten weiter drücken Personal wird entlassen, weitere Bereiche geschlossen, Forschung eingestellt konegen 9 ifp

12 Phase 4 Locost international erwägt den "exit" Den Rest von (2) und (3) wird an die Easy Money Ltd (4) verkauft (4) bringt das Unternehmen unter dem Namen Best-World mit Getöse und Beratungsgebühr an die Börse Finanzinvestor (4) überlässt das Unternehmen den Händen der Aktionäre konegen 10 ifp

13 Phase 5 Börsenneuling Best-World AG kann wegen finanzieller Schwäche lange keine Dividende zahlen Der Kurs geht in den Keller Best-Aktionäre beiben auf ihren nahezu wertlosen Papieren sitzen Insolvenz der einstmals erfolgreichen Traditionsfirma wird nicht mehr ausgeschlossen Last-Minute-Investoren liegen auf der Lauer, die den etablierten Insolvenzverwaltern die Beute streitig machen konegen 11 ifp

14 Das Karussel einer Übernahme Finanzinvestor Locost International (1) gründet Traditionsfirma Heile Welt AG als Übernahmekandidatin (2) übernimmt Raffke GmbH (3) Verschmelzung von (2) und (3) Heile-Welt Raffke AG Umwandlung in GmbH exit von (1) konegen 12 ifp Easy Money Ltd Best World AG Insolvenz

15 Mögliche Regulierungsinstrumente Qualifizierte Stimmrechte Transparenz Grenze für Aktienrückkäufe Schranken für Schuldenaufnahme: Zinsschranke, Schutz der Altgläubiger Schutz gegenfeindliche Übernahmen Änderung der Verlustverrechnung konegen 13 ifp

16 3. "Wer keine Schulden (hat) macht ist unseriös"- globale Mechanismen Das Beispiel: Die amerikanische Immobilienblase 2001: Technologieblase geplatzt: Greenspan senkt in den fogenden Jahren den Leitzins von 6,5 (2000) auf 1% (2003) Hypothekenkredite werden billiger steigende Nachfrage nach Immobilien Immobilienfirmen investieren verstärkt subprime-markt für Hypotheken expandiert Grenze der Kreditwürdigkeit sinkt - private Verschuldung steigt Leitzinen steigen kontinuierlich (2004: 2,25-8/07: 5,25 %) Immobilienblase platzt - nationale und globale Folgen! konegen 14 ifp

17 Globale Geldschwemme in Mrd. US-Dollar Weltweites Volumen von Investmentfonds ,5 13 Weltweite Liquidität Quelle: DIE ZEIT : 29 Konegen ifp

18 Staatsfonds ausgewählter Länder und Börsenwerte deutscher Unternehmen in Mrd. Dollar Staatsfonds Börsenwerte Ver. arab. Emirate 875 China Russld Siemens Allianz Daimler D. Telekom D.Post Quelle: Die Zeit :23 konegen 15 ifp

19 Literaturhinweise Deutschland im Globalisierungsprozess, in: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht 12/06: 17ff. Böttger, Christian, Strukturen und Strategien von Finanzinvestoren, Hans-Böckler-Stiftung vom Konegen, Norbert, Maerktwirtschaft und Globalisierung, in: Rüdiger Robert (Hrsg.), Bundesrepublik Deutschland - Politisches System und Globalisierung, Münster 2007, 4. A., S. 91ff. Voth, Hans-Joachim: Transparenz und Fairness auf einem Einheitlichen Europäischen Kapitalmarkt, Mai 2007 ; konegen 15 ifp

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