Umweltanwaltschaft Oberösterreich z.h. Dipl.-Ing. Dr. Martin Donat

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1 Dr. Helmut Steiner Mühlbachgasse 5, 4533 Piberbach tel: für Umweltanwaltschaft Oberösterreich z.h. Dipl.-Ing. Dr. Martin Donat Avifauna im Bereich Dreizipf- Saugrabenspitze-Vorderhöll- Grünbichl im Jahr 2020

2 Zusammenfassung Das definierte Untersuchungsgebiet wurde in der Brutzeit 2020 hinsichtlich von durch den Anhang 1 der EU-Vogelschutzrichtlinie geschützten Vogelarten begutachtet. Es wurden sowohl eine hohe Anzahl von solchen Arten, als auch hohe Siedlungsdichten festgestellt. Zu nennen sind Steinadler, Wanderfalke, Uhu, Auerhuhn, Weißrückenspecht, Grauspecht, Schwarzspecht, und Halsbandschnäpper, bezogen auf den gesamten Altwaldkomplex, in teilweise landesweit bedeutenden Beständen. Besonders hervorzuheben ist eine funktionelle Beeinträchtigung dieser Populationen durch eine allfällige forststraßenbedingte Zerschneidung. Ursache dafür sind durch ein solches Vorhaben hervorgerufene Verschlechterungen der Konkurrenz- und Feindsituation. Die Öffnung des Waldes führt zur wahrscheinlichen Zunahme konkurrenzstarker, anpassungsfähiger Arten, wie Waldkauz und Rotfuchs, und infolgedessen zur Verschlechterung der Habitatbedingungen für geschützte Arten wie Sperlings- und Raufußkauz und für Raufußhühner. Diese Wirkungen gehen über den eigentlichen Trassenbereich deutlich hinaus

3 2020 durchgeführte Erhebungen Untersuchungsgebiet Das Gebiet liegt etwa einen Kilometer östlich des Ennsflusses im Süden des Gemeindegebietes von Weyer, rund einen Kilometer von der steirischen Landesgrenze entfernt, und kann als westlicher Ausläufer der ca m hohen Stumpfmauer betrachtet werden. Schwerpunkt war eine 1,5 km² große Fläche im Bereich Vorderhöll-Grünbichl (vgl. Abb.). Die Höhenlage beginnt bei ca. 780 m NN. und erreicht im Grünbichl eine Seehöhe von 975 m. Untergeordnet wurde das Gebiet Dreizipf (1160 m) Saugrabenspitze (1185 m) mit dem dazwischenliegenden, sattelartigen Ochsenboden (ca m) tangiert. Westschauend dominieren im Norden (ab Dreizipf) Fichtenstangenhölzer. Ostschauend dominieren auf überwiegend sehr steilen Hängen an liegendem und stehendem Totholz reiche, urwaldartige Rotbuchen- und Buchen-Bergahorn-Eschen-Weißtannen-Kiefern-Fichten-Mischbestände. Das Gebiet ist durch Forststraßen gut erschlossen. Im Nordstau der Kalkalpen gelegen, ist es als sehr niederschlagsreich einzustufen (> 1500 mm Jahresniederschlag). Einmalig begangen wurde auch der gesamte Trassenbereich im Beisein von OFM DI. Hartmut Beham und DI. Tiwald am 29. Juli Abb.: Totholzreicher Bestand östlich Grünbichl, Optimal-Lebensraum von Halsbandschnäpper, Weißrücken-, Grau- und Schwarzspecht, Baumpieper , Foto H. Steiner

4 Methoden und Ziele Vollständige Erfassung der Anhang 1-Arten der EU-Vogelschutzrichtlinie (vgl. Dvorak 2009) an Örtlichkeit und Wirkumfeld nach international anerkannten Methoden (vgl. Bibby et al. 1995) mit mindestens drei Begehungen entlang Transekten, sodass definierte Flächen mit Bestandsdichte-Ermittlungen ermöglicht wurden. Bezogen wird dies auf eine 150 ha-fläche im Bereich Vorderhöll-Grünbichl. Dabei wurde auf Synchronbeobachtungen geachtet und Papierreviere auf einem Feldblatt eingezeichnet. Randreviere wurden für Siedlungsdichte-Kalkulationen als halbe Reviere gewertet. Akustische und optische Erfassung von Singvögeln (vgl. Scherzinger 1985, 2006). Für eine fachgerechte Raufußhuhn-Erfassung wurde eine Spurensicherung bezüglich Losungen, Mauserfedern, Trittsiegeln und dergleichen durchgeführt (vgl. Eiberle & Koch 1975, Scherzinger 1976, 1979, Wiesner et al. 1977, Klaus et al. 1986, Bergmann et al. 1996, Steiner et al. 2007, Steiner E. 2012). Drei Nachterhebungen bei niederschlagsfreier und windarmer Witterung wurden für die Eulenerfassung durchgeführt: 8.4., 11.4., (vgl. Scherzinger 1970, 2003, 2004, Steiner 1999, 2007, 2019, Mebs & Scherzinger 2000, Korpimäki & Hakkarainen 2012). Die Greifvogelerfassung wurde durch gezieltes Beobachten von exponierten Aussichtspunkten durchgeführt (vgl. Ratcliffe 1993, Haller 1996, Watson 1997, Steiner 1998, 1999a, b, 2000, 2007, 2015, Steiner et al. 2006, Gamauf et al. 2008). Für eine fachgerechte Spechterfassung wurden vor allem im März und April intensivere Behorchungen durchgeführt, aber auch besonders auf futtertragende Vögel im Mai geachtet, besonders beim Weißrückenspecht (vgl. Weselowski 1995, Steiner 2002, 2015, 2019, Weißmair 2011). Bearbeitungszeitraum: Februar 2020 bis Juni 2020 (Balzzeit Jungenführungszeit zur optimalen Registrierbarkeit). Aufwand: TOPIC Manntage Eulen unter besonderer Berücksichtigung von Habichtskauz, Raufußkauz, Sperlingskauz, Uhu 1,5 Rauhfußhühner (bes. Auerhuhn, Haselhuhn) 1,5 Spechte (Weißrückenspecht, Dreizehenspecht mit Grauspecht, Schwarzspecht) 1,5 Greifvögel (Steinadler, Wanderfalke, Wespenbussard) 1 Singvögel und weitere Arten (Schwarzstorch, Zwergschnäpper, Halsbandschnäpper, Fitis, Waldlaubsänger, Waldschnepfe ) 1-3 -

5 Zeitliche Verteilung der Erhebungen: Datum Stunden , , , , , ,

6 Ergebnisse Eulen Uhu (Bubo bubo) Nach aktueller Mitteilung von Hrn. Hintersteiner, unmittelbarer Anwohner im westlichen Talboden, immer wieder Gesang zu hören, auch eine direkte, aufgrund der Größe zweifelsfreie Beobachtung an der Zufahrtsstraße zum Hof innerhalb der letzten Jahre. Die Luftlinie zum Projektgebiet beträgt etwa einen Kilometer nach Westen. Abb.: Uhu. Weitere Eulenarten Gesangsnachweise des Waldkauzes (Strix aluco) an fünf Stellen, darunter zwei Stellen am laubholzdominierten Osthang und einer am nadelholzreicheren Westhang des Grünbichl. Die hohe Waldkauzdichte ist auf den hohen Buchenanteil zurückzuführen und dürfte via intraguild predation einen hemmenden Einfluss auf das Vorkommen der Anhang1-Arten Sperlingskauz und Raufußkauz haben (vgl. Steiner et al. 2006, Sergio & Hiraldo 2008). Spechte Schwarzspecht (Dryocopus martius) Zwei direkte Nachweise am 25.2., drei am 19.3., einer am 8.4. (inclusive sechs Mal Hackspuren), vier am 11.4., zwei am 18.4., drei am 21.5., einer am (Paar), und einer am 1.6. (vgl. Karte). Dies ergibt in Summe 17 direkte Nachweise der Art, die acht verschiedenen Revieren zuzuordnen sind

7 Abb.: Reviere des Schwarzspechts im südlichen Untersuchungsgebiet. Abb.: Schwarzspecht. Grauspecht (Picus canus) Ein Nachweis am 19.3., zwei am 11.4., drei am (vgl. Karte). Dies ergibt in Summe sechs direkte Nachweise der Art, die drei verschiedenen Revieren zuzuordnen sind

8 Abb.: Reviere des Grauspechts. Abb.: Grauspecht. Von Francesco Veronesi from Italy - Grey-headed Woodpecker - Italy_S4E5692, CC BY-SA 2.0, Weißrückenspecht (Dendrocopus leucotos) Ein Nachweis am mit einem futtertragenden Vogel nahe der Jagdhütte mit Springbrunnen an der Forststraße an der westseitigen Zufahrt ins Gebiet (700 m NN)

9 Wenige Hundert Meter südwestlich davon ebenfalls in steilem Nordwesthang von einem Brutplatz herrührende Bettelrufe, die womöglich demselben Revier zuzuordnen sind (ca. 770 m NN). Auch am westlich des Grünbichl nahe Forststraße ein ebenfalls futtertragender, auf vier Fichten nacheinander Nahrung suchendes Individuum. Am 1.6. südlich der Forststraßen-Kreuzung im Sattelbereich nördlich Grünbichl zwei Individuen, möglicherweise eine flügge Familie. Ebenfalls am 1.6. östlich des Ochsenbodens ein Individuum (vgl. Karte). Dies ergibt in Summe 5 direkte Nachweise der Art, die vier verschiedenen Revieren zuzuordnen sind. Abb.: Reviere des Weißrückenspechts im südlichen Untersuchungsgebiet. Abb.: Weißrückenspecht. Von Sgbeer - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,

10 Weitere Spechtarten Beim Grünspecht wurden auf der Fläche Vorderhöll-Grünbichl 2 Randreviere auf 150 ha ermittelt. Beim Buntspecht wurden hier 3 Reviere/150 ha gefunden. Raufußhühner Auerhuhn (Tetrao urogallus) Am Losung und Dunenfeder im Bereich des Ochsenbodens, typisches fichtendominiertes Grenzlinienhabitat im Übergang Jungholz zu Altholz, in Sattelbereich bzw. Verebnung mit guter Übersicht. Abb.: Fundpunkt des Auerhuhns. Abb.: Auerhuhn

11 Birkhuhn (Tetrao tetrix) Am ist Kullern (Balzgesang) zu hören, die Schallquelle der niedrigfrequenten Lautäußerung ist nicht genau eruierbar, kann aber auch aus größerer Entfernung stammen (mehrere Kilometer). Greifvögel Wanderfalke (Falco peregrinus) Am 8.4. patrouilliert ein Altvogel um 8:30 entlang des Grates in rund 30 m Höhe gegen den Wind nach Süden (Abb.). Im Bereich der rund einen Kilometer westlich gelegenen Schlehenauer Mauern befindet sich einer der traditionellen, alljährlich besetzten Brutfelsen des Ennstales (Steiner 2007). Abb.: Beobachtungsort des Wanderfalken. Adulter Wanderfalke. Foto G. Rotheneder

12 Steinadler (Aquila chrysaetos) Am 8.4. kreiste ein Individuum um 11:00 schätzungsweise einen Kilometer nördlich des Sauzipfes. Zusätzlich liegen Paar-Beobachtungen aus dem letzten Jahrzehnt ein bis zwei Kilometer westlich, jenseits des Ennstales, vor (Archiv H. Steiner). Zudem wurde in diesem Bereich ein Paar beim Kröpfen an einem Luchsriss (Reh) von einer Fotofalle erfasst (pers. Mitt. Hr. Hintersteiner). Außerdem liegen Paarbeobachtungen westlich der Stumpfmauer vor (Archiv H. Steiner). Fliegenschnäpper Halsbandschnäpper (Ficedula albicollis) Am ein singendes Exemplar östlich des Grünbichl nahe der Forststraße. Am zwei singende Tiere innerhalb ca. 500 m westlich des Grünbichl, ein singendes Tier im Bereich Vorderhöll, und drei singende und warnende Exemplare auf 200 m Strecke östlich des Grünbichl (vgl. Karte). Am südöstlich des Grates im Bereich Grünbichl ein singendes und ein nahrungssuchendes Tier auf 300 m Strecke. Abb.: Reviere des Halsbandschnäppers

13 Abb.: Halsbandschnäpper. Von Katarzyna Stępniewska - CC BY 3.0, Weitere Arten Fischadler (Pandion haliaetus): Am ein nach Norden im Ruderflug ziehendes Individuum. Baumpieper (Anthus trivialis): 6 Reviere/100 ha entlang der Forststraße östlich Grünbichl, dieser im mitteleuropäischen Tiefland aussterbenden Art. Haubenmeise (Lophophanes cristatus): Brutnachweis östlich des Grünbichl auf ca. 800 m Seehöhe (futtertragend Einflug in Bruthöhle) in Totholzbaum. Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix): Am singende Exemplare im Altbuchenwald östlich des Ochsenboden auf 100 m. Waldschnepfe (Scolopax rusticola): Am balzfliegend nördlich Grünbichl auf ca. 920 m NN und ein Tier aufgescheucht nordwestlich Grünbichl auf ca. 800 m NN nahe der Jagdhütte. Pirol (Oriolus oriolus): Am talnahe singend südlich des Grünbichl. Sperber (Accipiter nisus): Ein Brutpaar westlich des Grünbichl auf ca. 870 m Seehöhe. Bereits am 8. April eine Kopula. Die diverse Beuteliste erbrachte 3 Heckenbraunellen, 3 Rötelmäuse, 2 Zaunkönige, 2 Misteldrosseln, 2 Laubsänger sp., 1 Goldhähnchen, 1 Weidenmeise, 1 Blaumeise, 1 Kohlmeise, 1 Tannenmeise, 1 Singdrossel, 1 Rotkehlchen, 1 Zilpzalp, 1 Waldbaumläufer, 1 Halsbandschnäpper, 1 Gimpel, 1 Mönchsgrasmücke, 1 Kleiber, 1 Maus

14 sp. (n = 26) und ergänzt die bisherigen Kenntnisse über die Ernährungsökologie österreichischer Alpensperber (vgl. Steiner 2000). Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes): Bei nahezu jeder Begehung akustisch wahrgenommen. Kolkrabe (Corvus corax): Bei nahezu jeder Begehung akustisch und optisch wahrgenommen. Rauchschwalbe (Hirundo rustica): Nach Norden ziehende Tiere mehrfach im April. Wasseramsel (Cinclus cinclus): Am im Bachtal im Osten des Gebietes, einem geeigneten Bruthabitat. Kuckuck (Cuculus canorus): Bei nahezu jeder Begehung ab Mitte April akustisch wahrgenommen. Siedlungsdichtewerte Die Werte beziehen sich auf die in den Artbeschreibungen erwähnten Probeflächen. Beim Halsbandschnäpper ist anzumerken, dass der großflächige Dichtewert mehr als 50 % ungeeignete Habitate wie Kahlschläge, Dickungen und dergleichen enthält. Dagegen sind die in den Altbuchenbeständen ermittelten Werte nicht auf die Westseite, jedoch auf die Ostseite des Bergmassivs hochrechenbar, wo dieser Habitattyp großflächig vorkommt. Demzufolge liegt eine Populationsgröße von über Revieren auf einer Strecke von etwa drei Kilometern Bergwald am Osthang durchaus im Bereich des Realistischen. Dies stellt einen landesweit erheblichen Populationsanteil dar; von Mayer (1991) wurde der Landesbestand auf Paare geschätzt, auch 2003 in derselben Größe (Autorenkollektiv 2003), nach Biologiezentrum & BirdLife ( Brutvogelatlas ) werden aktuell (2020) Paare für Oberösterreich geschätzt. Art Schwarzspecht Grauspecht Weißrückenspecht Halsbandschnäpper Siedlungsdichte (Reviere) 1+1+0,5+0,5+0,5 = 3,5/150 ha 1+0,5+0,5 = 2/150 ha 1+1+0,5 = 2,5/150 ha 8/100 ha; kleinflächig 3/5 ha Diskussion und Urwald-Wertigkeit Die Siedlungsdichtewerte sind im Vergleich zu bisherigen alpinen Untersuchungen in diversen Optimalgebieten wie folgt einzuschätzen (Dvorak 2009, s. a. Straka 1994, 1996): Im Wienerwald wurden beim Halsbandschnäpper Dichten von 0,6 bis 5,4 Rev./10 ha ermittelt. Im Wildnisgebiet Dürrenstein wurden beim Grauspecht Dichten von 2,17 Brutpaaren/100 ha, beim Weißrückenspecht von deutlich mehr als einem Revier/100 ha festgestellt. In den

15 Steilhangwäldern des Klostertales wurden beim Grauspecht großflächig 2 Rev./100 ha ermittelt, beim Weißrückenspecht zumindest 0,7 Rev./100 ha. Unter diesem Gesichtspunkt zählen die Dichten von Weißrückenspecht, Grauspecht und Halsbandschnäpper zu den höchsten in Österreich. Die mit drei Spechtarten, zwei Raufußhuhnarten, einer Eulenart, drei Greifvogelarten (incklusive Wespenbussard, Archiv H. Steiner) und einer Singvogelart, somit in Summe zehn brutzeitlichen Arten, hohe Artenzahl an Anhang1-Arten der Vogelschutzrichtlinie auf nur 150 ha Fläche ist bemerkenswert. Nach diversen Autoren (z.b. Weselowski & Tomialojc 1986, Scherzinger 1985, 1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2003, 2005, 2006, Ratcliffe 1994, Klaus 1996, Wiesner et al. 1997, Knapp 1999, Okolow 1999, Schulze 1999, Angelstam 1999, Gatter 2000, Scherzinger & Schumacher 2004) ist die Artenvielfalt der Tierwelt inclusive der Vögel für die Ökosystemfunktionen, so auch von Laubwäldern, sehr wichtig. Dabei können Wirtschaftswälder mit urwaldartigen Beständen, wie im Untersuchungsgebiet vorliegend, nicht konkurrieren. Umfeld-Effekte von Forststraßenbau Nach einhelligem internationalem Forschungsstand ist ein Forststraßenbau nicht als einfacher Flächenverlust der eigentlichen Trassen zu werten, sondern als Eingriff in ein überregionales ökologisches Gefüge, der Randeffekte und Zerschneidungseffekte hervorruft, die nicht nur Kleinklima, Erosion und dergleichen, sondern vor allem die zwischenartlichen Wechselwirkungen stark beeinflussen können (Møller 1989, Angelstam 1986, Andren & Angelstam 1985, Andren 1994). Durch die Öffnung des Waldes werden generalistische Beutegreifer wie der Waldkauz (oder auch Corviden) gefördert, die konkurrenzschwache, gefährdete Arten wie den Sperlings- und Raufußkauz verdrängen können (Literatur-Übersichten in Steiner et al. 2006, Sergio & Hiraldo 2008). Es entstehen also top-down-kaskaden im Ökosystem. Ebenso kann dadurch die Ökosystem-Nutzbarkeit durch den Fuchs (Vulpes vulpes), aber auch Dachs, Marder oder Greifvögel erheblich verbessert werden. Graswuchs verbessert Wühlmausbestände und zieht diese Beutegreifer an. Randlinien sind zudem für Beutegreifer effizienter zu bejagen (vgl. Jedrzejewska et al. 1994, Barbosa & Castellanos 2005). Der Fuchs wiederum kann gefährdete Bodenbrüter wie Raufußhühner negativ beeinflussen (Lindström et al. 1994, Jedrzejewska & Jedrzejewski 1998, Gatter 2000, Steiner et al. 2007). Ergänzende Begehung der gesamten Trasse am Im gratnahen, nördlichen und fichtendominierten Bereich der geplanten Trasse, mehr als 1000 m hoch gelegen, konnten für nadelholzliebende Anhang1-Arten großflächig geeignete Habitatstrukturen festgestellt werden (vgl. Abb.): - Sperlingskauz - Raufußkauz

16 - Dreizehenspecht - Schwarzspecht (auch zwei mal direkt beobachtet) - Auerhuhn - Haselhuhn Insbesondere Gunstfaktoren waren: - Totholzreichtum - regelmäßige Lichtstellen Im auf ca. 800 m Seehöhe gelegenen, steil ostexponierten Trassen-Bereich (nördliche Fortsetzung der Vorderhöll ) bestand ein überwiegend Jahre alter Mischwald aus Fichte und Rotbuche, mit Bergahorn, Kiefern, Tannen, und Eschen. Er wies ebenfalls die Gunstfaktoren Totholzreichtum und regelmäßiges Auftreten von Lichtstellen auf. Dieser großflächig zusammenhängende Bereich war überwiegend als Lebensraum für folgende Anhang1-Arten geeignet (vgl. Abb.): - Halsbandschnäpper - Zwergschnäpper - Weißrückenspecht - Grauspecht - Schwarzspecht

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19 Dank Herrn Hintersteiner danke ich für die Benutzungserlaubnis seiner Forststraße

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