Sind der EU-Reservefond von 750 Mrd. Euro bzw. EU-Kredite für verschuldete Euro-Länder eine gute Idee?

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Sind der EU-Reservefond von 750 Mrd. Euro bzw. EU-Kredite für verschuldete Euro-Länder eine gute Idee?"

Transkript

1 Sind der EU-Reservefond von 750 Mrd. Euro bzw. EU-Kredite für verschuldete Euro-Länder eine gute Idee? Volker Grossmann, Universität Freiburg/Schweiz Wir nehmen an, es gibt zwei Regionen der Euro-Zone, Länder mit hohen und geringen Staatsschulden (wann ein Land als hochverschuldet bezeichnet wird, wird unten definiert). Wir betrachten ein repräsentatives hochverschuldetes Land und die Auswirkung seiner Schulden auf den Euro. Notation i: (Risikoloser) Zinssatz für Staatsanleihen von nicht stark verschuldeten Ländern der Euro-Zone, beeinflusst durch Europäische Zentralbank (EZB) i* : (Risikoloser) Zinssatz für Staatsanleihen ausserhalb der Euro-Zone. ι: Effektiver Zins auf Staatsanleihen hochverschuldeter Länder, die sich ergeben würde, wenn es keinen default gäbe. Diese hypothetische Rendite enthält also eine Risikoprämie (es gilt ι>i) und realisiert sich nur im besten Fall. E: Wechselkurs des Euro (z.b. US$ pro Euro, d.h. Sinken von E bedeutet Abwertung des Euro gegenüber ausländischen Währungen). E e : Zukünftig erwarteter Wechselkurs des Euro. q: Erwarteter Anteil der Staatsanleihen, der von einem hochverschuldeten zurückgezahlt wird. Ein erwarteter Default von z.b. 30% des Nennwerts bedeutet q=0.7. D: Schuldenquote eines hochverschuldeten Euromitglieds (=Schuldenbestand/BIP). Z: Zinslast eines hochverschuldeten Euromitglieds (relativ zu BIP). g e : Erwartete Wachstumsrate des pro Kopf BIP eines hochverschuldeten Landes. R: Höhe des "Notfallreservefond" der EU und/oder des IMF zugunsten in Zahlungsschwierigkeiten geratener Staaten. Annahmen Wir gehen aus von risikoneutralen Anlegern und vernachlässigbaren Transaktionskosten auf den Finanzmärkten. Ursprünglich seien die Anleger indifferent, einen Euro in Staatsanleihen eines geringverschuldeten Euro-Landes oder im Ausland anzulegen. Somit gilt die Zinsparität 1+i = (1+i*)E/E e. Zudem müssen die Anleger indifferent sein, einen Euro in einem hoch- oder geringverschuldeten Euroland anzulegen. Die erwartete Rendite im hochverschuldeten Land, (1+ ι)q, muss also 1+i entsprechen. Somit gilt ι = (1+i)/q 1.

2 Die Zinslast eines hochverschuldeten Landes sei steigend in der effektiven Rendite für seine Staatsanleihen ι und im Schuldenstand D: 1 Wir schreiben mit Hilfe der Funktion z: Z = z(ι,d) Die erwartete Rückzahlungsquote der Staatsanleihen eines Landes sei fallend in Schuldenstand D und in der Zinslast Z. q sei zudem steigend in der erwarteten Wachstumsrate des pro Kopf Einkommens g e (potenzielles Wachstum der Steuerbasis zur Begleichung von Staatsschulden in der Zukunft) und in der Höhe des Rettungsfonds R (da EU-Kredite für verschuldete Länder zur Begleichung der Staatsschulden zugunsten von Altgläubigern verwendet werden können). Wir schreiben mit Hilfe der Funktion f: q = f(d,z,g e,r). Wir nennen ein Land hochverschuldet (bzw. insolvent) genau dann wenn f(d,z,g e,0)<1, d.h. falls ohne Vorhandensein eines Fonds zur Kreditvergabe ein default erwartet wird (q<1). 2 Bemerkung: Der mögliche Einfluss der erwarteten Wachstumsrate des pro Kopf Einkommens g e auf die default-erwartungen kann erklären, warum der US-Dollar und das britische Pfund noch stabiler scheinen als der Euro. Bislang glauben die meisten Finanzmarktakteure offenbar noch, dass die USA und GB in der Zukunft ein ausreichend hohes ökonomisches Wachstum haben werden. Das muss aber nicht so bleiben. Der erwartete Euro-Kurs E e sei fallend in Schuldenstand D und in der Zinslast Z der verschuldeten Länder, etwa, weil eine Zinssenkung der EZB oder ein Aufkaufen von Staatsanleihen erwartet wird bei hohem Schuldenstand. Zudem nehmen wir an, dass die Höhe des Rettungsfond R in negativer Beziehung zu E e steht. Der Grund ist, dass eine Inanspruchnahme des Rettungsfond durch insolventen und nicht nur in Liquiditätsproblemen befindlicher Staaten eine höhere Schuldenlast auch von bislang nicht geringverschuldeten Ländern der Euro-Zone (insbes. Deutschland und Frankreich) darstellt. Schulden von heute sind in Staaten, die nicht zahlungsunfähig werden wollen, die Steuern von morgen oder sinkende öffentliche Investitionen (in Bildung und öffentliche Infrastruktur). Das senkt die Attraktivität dieser Länder als Unternehmensstandorte, es wird also Kapitalflucht bzw. sinkende Finanzierung von Investitionen erwartet. Dies kommt einer Abwertungserwartung des Euro gleich. Wir schreiben mit Hilfe der Funktion h: E e = h(d,z,r). Hintergrund der "spekulativen Attacken" auf den Euro Aufgrund der Überbewertung von US-Immobilien und den somit inkorrekten Erwartungen über das Kollateral bei Immobilienkrediten (zum Teil subprime-kredite, also 1 Falls alle Anleihen gleichzeitig emittiert (und auslaufen) würden, dann wäre Z=ιD. 2 Beachte, dass diese Definition scheinbar nichts über die tatsächliche Zahlungsunfähigkeit aussagt. Sie ist dennoch sinnvoll, denn wenn die Finanzmarktakteure eine Zahlungsunfähigkeit erwarten, werden sie neue Kredite zur Begleichung der Altschulden nicht mehr oder nur noch mit erheblicher Risikoprämie gewähren.

3 Hypothekenaufnahme weitestgehend mittelloser Haushalte) durch Banken kam es etwa ab Mitte 2007 zur Finanzkrise. Banken konnten durch die kurzfristige Ausgabe von Hypothekenverbriefungen (asset-backed securities, kurz: ABS) ihre langfristig vergebenen Hypothekenkredite nicht mehr kurzfristig finanzieren (was bis dahin über unregulierte Zweckgesellschaften in einem Schattenbankensystem geschehen ist). Finanzmarktakteure befürchteten zurecht Immobilienpreisrückgänge und somit einen Default eines Teils der ABS. Der Markt für ABS brach in der Folge zusammen bzw. die Nachfrage nach ABS sank massiv. Anders ausgedrückt: die Fristentransformation das Kerngeschäft der Banken, welches traditionell die Finanzierung langfristiger Kreditvergabe durch liquide Spareinlagen anstatt durch ABS beinhaltet war nicht mehr möglich. Es handelte sich also um einen modernen bank-run, begünstigt durch fehlende Eigenkapitalpuffer, die bei ABS anders als bei Spareinlagen nicht vorgeschrieben waren. Zudem haben Banken sich auch untereinander aufgrund Unsicherheit über den finanziellen Status (ihrem eigenen und dem anderer Banken) kaum mehr Geld geliehen (was sie sonst zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen in hohem Masse tun). Selbst Banken, die keine subprime-kredite vergeben haben, drohte die Zahlungsunfähigkeit. Dies hatte Liquiditätsspritzen der Notenbanken und Staatsgarantien für Finanzinstitute in ungeheurerem Ausmass zur Folge. Zu den Liquiditätsengpässen der Banken und (drohenden oder tatsächlichen) Insolvenzen im Finanzsektor kamen pessimistische Erwartungen über die zu erzielende Rendite durch weitere längerfristige Kreditvergabe. Es wurden daher deutlich weniger Investitionsprojekte in der Realwirtschaft finanziert als zuvor. Die Folge war eine sinkende Investitionsgüterproduktion und somit ein weiterer Rückgang der aggregierten Güternachfrage aufgrund von Multiplikatoreffekten auf Konsum- und Investitionsgüternachfrage. Zudem kam es in Europa aufgrund sinkender Importnachfrage aus den USA (also einer sinkenden Exportnachfrage in Europa) zu einem zusätzlichen Rückgang der aggregierten Güternachfrage. Viele Länder betrieben zur Linderung der resultierenden Rezession nun massiv expansive Fiskalpolitik (neben der teils auch auf die Bankenkrise zielenden expansiven Geldpolitik). Die Schuldenquote in vielen Staaten erhöhte sich deutlich. Euro-Länder mit ohnehin mangelnder staatlicher Haushaltsdisziplin schon vor der Finanzkrise haben aktuell nun eine Schuldenquote um die 100% oder höher (Griechenland, Italien, Spanien, Portugal, Irland). Es kam in der Euro-Zone daher zu default-erwartungen und/oder Abwertungserwartungen. Möglicher Mechanismus zur Abwertung des Euro (ohne Rettungsfond oder Umschuldung) Der massive Anstieg der Schuldenquote D in einigen Euro-Mitgliedsstaaten nach der Finanzkrise bewirkte (auch aufgrund höherer Zinslast Z=z(ι,D)) wie gesehen sowohl eine höhere default-erwartung bei Staaten wie Griechenland, d.h. die erwartete Rückzahlungsquote q=f(d,z,.) sank. Zudem kam es auch zu einem geringeren erwarteten Wechselkurs des Euro E e = h(d,z,.). Die Abwertungserwartung bedeutete nun, dass die Zinsparität nicht mehr erfüllt war, d.h. 1+i < (1+i*)E/E e. Euro-Anleihen wurden somit insgesamt unattraktiver. Somit kam es zu einer Reduktion der Euro-Wechselkurs E. Zudem kam es zu indirekten Effekten: Aufgrund des Sinkens von q erhöhte sich der (hypothetische) effektive Zins ι für Staatsanleihen aus hochverschuldeten Ländern

4 aufgrund ihres verstärkten Angebots auf den Finanzmärkten, solange bis die erwartete Rendite in Einklang gebracht wird mit alternativen (risikolosen) Anlagen, d.h. ι=(1+i)/q-1 wieder erfüllt ist. Durch Anstieg von ι stieg nun aber wieder die Zinslast Z=z(ι,D). q und E e sanken somit weiter. Anders ausgedrückt: o Steigende default-erwartungen und der damit steigende Zinssatz für Staatsanleihen verschuldeter Länder machen eine neue Schuldenaufnahme zur Rückzahlung alter Schulden schwerer, d.h. ein hochverschuldetes Land wird letztlich zahlungsunfähig. 3 o Durch die verstärkten Abwertungserwartungen kommt es weiter zu Kapitalabfluss aus der Euro-Zone. Der Euro wertet daher möglicherweise immer weiter ab und einige (oder alle) Länder verlassen möglicherweise daher die Euro-Zone. Zusammenfassend: D und Z steigen => o E e sinkt => E sinkt o q sinkt => ι steigt => Z steigt => E e und q sinken weiter o Die Abwärtsspirale kommt dann zu einem Ende, bis die Erwartungen im Einklang mit dem tatsächlichen Wechselkurs stehen. Dieser kann aber sehr niedrig sein und eben faktisch das Ende des Euro bedeuten. 3 Die Erwartung q<1 erfüllt sich somit. Die Finanzmärkte verweigern dem hochverschuldeten Land neue Kredite oder verlangen eine horrende Zinsprämie gegenüber anderen Anlagen, ebenso wie in der Finanzkrise den Banken bzw. deren Zweckgesellschaften die kurzfristige Finanzierung langfristig vergebener Hypothekenkredite durch neuerliche Emission von ABS verweigert wurde.

5 EU-Massnahmen Die EU hat als Reaktion auf dieses mögliche Szenario im Mai 2010 beschlossen, zusammen mit dem internationalen Währungsfond (IMF) einen Reservefond für zahlungsunfähige Euro- Staaten über 750 Mrd. Euro zu schaffen und schon jetzt direkte EU-Kredite für Griechenland (zu einem Zins kleiner als ι) in der Grössenordnung von 100 Mrd. Euro bereitzustellen. Die Hoffnung ist, dass die Massnahme die default-erwartungen senkt, also die erwartete Rückzahlungsquote q verschuldeter Staaten erhöht. Allerdings müssen mindestens zwei Bedingungen erfüllt sein, damit die Politik erfolgreich ist: (1) Effekt von R auf q: Die Höhe des Reservefonds R muss so hoch sein, dass das Absinken der erwarteten Rückzahlungsquote q aufgrund eines Anstiegs in Schuldenquote D und Zinslast Z nivelliert wird, ohne dass es zu der genannten Abwärtsspirale bzgl. des Euro-Wechselkurses E kommt. (2) Effekt von R auf E e : Es muss erwartet werden, dass D in Zukunft sinkt, damit die heute hochverschuldeten Länder die EU-Kredite auch zurückzahlen können. Andernfalls würde es zu beträchtlichen Abwertungserwartungen kommen, da der Rettungsfond ansonsten schlicht eine Übernahme der Schulden von Griechenland, Portugal etc. durch Deutschland, Frankreich etc. bedeuten würde. Es käme also in Zukunft zu Steuererhöhungen und Rückgang öffentlicher Investitionen beispielsweise in Deutschland und Frankreich, Kapital würde aus der Euro-Zone abfliessen (sinkende Attraktivität als Unternehmensstandorte), der Euro würde abwerten. Das Risiko, dass D allerdings eher steigt, wird vermutlich jedoch gerade durch den Rettungsfond erhöht ("moral hazard"). o Länder, die glauben, ohnehin gerettet zu werden, vermeiden schmerzhafte Sparanstrengungen zuhause. Dies gilt voraussichtlich selbst dann, wenn der bail-out mit Sparauflagen verknüpft ist. Grund ist, dass EU-Politiker mögliche, gewaltsame Proteste in Ländern nicht verantworten wollen, die aufgrund der Ankündigung von Sparmassnahmen ausbrechen (siehe Griechenland im Mai 2010). Somit würde der Rettungsfond zumindest mittelfristig in Anspruch genommen und die Kredite werden nicht bzw. nicht vollständig zurückgezahlt. (Griechenland ist bereits jetzt zahlungsunfähig und erhält ab sofort EU-Kredite eine Rückzahlung scheint mehr als ungewiss.) o Wenn hochverschuldete Länder doch sparen sollten, ist die Gefahr des Staatsbankrotts ebenfalls keineswegs gebannt: eine Verringerung der staatlichen Endgüternachfrage würde höchstwahrscheinlich zu einem Outputrückgang führen und somit möglicherweise die Schuldenquote D sogar noch erhöhen. o Eine Vermeidung des adversen Outputeffektes durch Sparpolitik wäre nur dann gegeben, wenn Sparpolitik eine höhere erwartete Wachstumsrate des pro Kopf Einkommens (g e ) in hochverschuldeten Ländern induzieren bzw. die zukünftig erwartete Steuerlast sinken würde beides würde die Konsumgüternachfrage anregen. Ein Anstieg von g e könnte zudem zur Erhöhung der erwarteten Rückzahlungsquote q beitragen und somit den Euro aus dem oben beschriebenen Abwärtsstrudel ziehen. 4 Allerdings ist eine entsprechende Erwartungsänderung wohl eher unangebracht. Sparmassnahmen 4 Wir haben angenommen, dass Funktion f steigend sei in g e.

6 würden höchstwahrscheinlich oder gerade auch öffentliche Investitionen für Infrastruktur und Bildung betreffen, da der politische Widerstand dabei vermutlich kleiner wäre als bei Kürzung von Pensionen, Gehältern von Staatsbediensteten, Sozialleistungen etc.). Daher muss man eher von einem Rückgang der zukünftigen Outputwachstumsrate g e ausgehen. o Die Ankündigung des gewaltigen Rettungsfonds von EU/IMF hat im Mai 2010 die Abwertung des Euro nicht verhindern können. Dies spricht dafür, dass der Rettungsfond R direkt auf die Wechselkurserwartung E e gewirkt hat, auch wenn das Ziel eines Sinkens von q vielleicht sogar erreicht worden ist. Schlussfolgerungen Der EU/IMF-Reservefonds von 750 Milliarden Euro ist sehr riskant. Möglicherweise wird der Rettungsfond anders als erhofft tatsächlich in Anspruch genommen und dient trotzdem nicht dem Verhindern einer massiven Abwertung des Euro; das wäre das worst case Szenario. o Das worst case Szenario tritt dann ein, wenn der Rettungsfond keine Liquiditätshilfe ist, sondern einer Begleichung der Schulden von Ländern wie Griechenland und Portugal gleichkommt. Eine Senkung der disponiblen Einkommen der Haushalte aufgrund Steuererhöhungen (resultierend in fallender Konsumgüternachfrage) oder eine Reduktion öffentlicher Investitionen in Geberländern wie Deutschland und Frankreich wäre unvermeidlich. Geberländer werden als Unternehmensstandorte daher weniger attraktiv, es kommt zu Kapitalabfluss, der Euro wertet ab. Der mangelnde Erfolg des Rettungsfonds zur Stabilisierung des Euro deutet somit darauf hin, dass Länder wie Griechenland als nachhaltig insolvent angesehen werden. o Nutzniesser des Rettungsfonds wären dann ausschliesslich die Altgläubiger (z.b. Banken). Mit anderen Worten: Die Finanzwirtschaft profitiert zulasten der Realwirtschaft. Selbst wenn ein Ausfall der Staatsanleihen eine systemrelevante Bedrohung des Finanzsektors darstellen würde (Zweifel sind aufgrund der grossen Streuung der Staatsanleihen angebracht, so dass keine Grossbank in Schwierigkeiten käme), gäbe es andere Instrumente der Bankenrettung, die die Altgläubiger dennoch beteiligen würde. Selbst auf dem Höhepunkt der Finanzkrise gab es nicht so einen schamlosen Transfer an die Banken wie es durch den Rettungsfond faktisch der Fall ist. Ein Rettungsfond für insolvente Staaten begleicht auf indirektem Wege die Schulden an die Altgläubiger, die sich in keinem Masse an der Insolvenz beteiligen würden. Verluste der Banken werden abermals sozialisiert und zwar in einem Ausmass, welches die Wachstumschancen und Wohlstand in der Euro-Zone über Jahrzehnte hinweg schmälern könnte. Es spricht daher einiges dafür, dass man verschuldete Länder ohne Kredithilfe umschulden lassen sollte, selbst dann, wenn diese Länder in der Euro-Zone bleiben. o Der Effekt auf den Euro-Wechselkurs wäre wahrscheinlich nicht so gross, dass der Euro insgesamt in Gefahr wäre. Um Panik auf den Finanzmärkten zu vermeiden, sollten Liquiditätshilfen für besonders betroffene Gläubigerbanken angekündigt und ggf. gewährt werden. o Zudem verschwindet das genannte moral hazard Problem eines bail-outs.

7 o Die Schuldenkrise würde von den Gläubigern und nicht dem EU-Steuerzahler (und anderen durch adverse Effekte auf die Realwirtschaft Betroffenen) getragen. o Es wird für ein Land, welches umschulden muss, zwar schwieriger werden, in Zukunft Kredite aufzunehmen (eine erhebliche Risikoprämie mag die Folge sein), aber viel schwerer als aktuell wird die Schuldenaufnahme trotz EU- Rettungsfond für diese Länder wohl auch nicht werden. Kredite aus dem Rettungsfond würden zudem sicher zu einem niedrigeren Zins als der vom Markt verlangte Zins möglich sein, d.h. der Rettungsfond wird sicher in Anspruch genommen. Wenn hochverschuldete Länder aus dem Euro austreten würden, wäre dies vielleicht die beste Alternative. Die betroffenen Länder könnten abwerten und der Euro würde durch weniger verschuldete Länder möglicherweise ohne grossen Abwertungsdruck weitergeführt. Allerdings wären die alten Schulden weiterhin in Euro, der default wäre ebenfalls wie bei Verbleib in der Euro-Zone unvermeidlich. Die Alternative zum Rettungsfond wäre also default von Griechenland und evtl. weiteren hochverschuldeten Ländern. Ob dieser mit oder ohne Heraustreten der betreffenden Länder aus der Euro-Zone erfolgen soll, ist auch eine politische Frage. Die (hier nicht näher ausgeführten) politischen Kosten müssten einem möglichen ökonomischen Nutzen gegenübergestellt werden. In jedem Fall war der Rettungsfond nicht, wie von EU- Politikern unisono behauptet, alternativlos. Was bedeutet das Risiko des Euro-Verfalls (evtl. verbunden mit dem worst case Szenario eines Verschwenden von Steuergeldern in bislang nicht stark verschuldeten Euro-Staaten für fehlschlagende Rettungsaktionen) für die Schweiz? Die Abwertung des Euro entspricht einer Aufwertung des Schweizer Franken zu der Währung der mit Abstand wichtigsten Handelspartner der Schweiz (Deutschland, Frankreich, Italien). Zudem wird durch notwendig werdende Steuererhöhungen in den Euro-Ländern im Falle teurer Rettungsaktionen das disponible Einkommen der EU-Haushalte sinken. Die Nettoexporte der Schweiz werden also möglicherweise stark zurückgehen und in der Schweiz eine Rezession auslösen. Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat auf dem vorläufigen Höhepunkt der Griechenland-Krise im Mai 2010 vergeblich versucht, die Aufwertung des Franken zu verhindern. Es ist davon auszugehen, dass in der Euro-Zone Entschuldung der Euro-Länder auch durch Aufkaufen von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank erfolgt. D.h. der Effekt ist ähnlich einer expansiv wirkenden Offenmarktoperation (nur permanent) und wird beinahe zweifelsohne zu einem deutlichen Anstieg der Inflationsrate führen. Die SNB wird einer Aufwertung des Schweizer Franken möglicherweise mit expansiver Geldpolitik begegnen, so dass auch in der Schweiz die Inflationsrate steigen würde. Abschliessende Bemerkung: Die EU-Staatschefs haben den Rettungsfond u.a. damit begründet, dass man eine "spekulative Attacke" auf den Euro abwehren müsse. Diese Sicht ist gemäss unserem Modellrahmen abgebildet durch den positiven Effekt des EU- Rettungsfonds auf die erwartete Rückzahlungsquote q. Ob man aber bei Kapitalflucht aus der Euro-Zone aufgrund von Abwertungserwartungen von einer "spekulative Attacke" reden kann, ist eine semantische Frage. In der Tat beeinflussen Erwartungsänderungen wie gesehen den Wechselkurs und sind daher selbsterfüllend. Allerdings darf man den

8 realen Hintergrund der Erwartungsänderungen nämlich die massive Erhöhung der Schuldenquoten bereits hochverschuldeter Länder nicht verkennen. Keiner will der Letzte sein, der Geld leiht und nicht mehr wiederbekommt bzw. keiner will eine geringere Rendite als in (sicheren) Alternativanlagen erzielen. Wenn neue Schuldenaufnahme zur Begleichung alter Schulden aufgrund des Ausfallrisikos von den Finanzmarktakteuren verweigert wird oder nur mit hoher Risikoprämie erlaubt wird, ist dies zumindest keine Attacke im Sinne einer unfairen, konzertierten Aktion der grossen Spieler auf den internationalen Finanzmärkten, sondern individuell rational.

Haushalts- und Finanzkrise

Haushalts- und Finanzkrise Einführung in das politische System der Europäischen Union WS 2012/13 Haushalts- und Finanzkrise Wird der Euro überleben? Prof. Dr. Jürgen Neyer Die Theorie optimaler Währungsräume Eine gemeinsame Währung

Mehr

Musterlösung Übung 8 zur Vorlesung Makroökonomik (WS 2011/12)

Musterlösung Übung 8 zur Vorlesung Makroökonomik (WS 2011/12) PROF. DR.MICHAEL FUNKE DR. MICHAEL PAETZ Musterlösung Übung 8 zur Vorlesung Makroökonomik (WS 2011/12) Aufgabe 1: Nominal- und Realzinsen a) Lesen Sie bitte den Artikel zu Negativzinsen auf http://www.taz.de/!77395/.

Mehr

Die Krise in der Eurozone Mythen, Fakten, Auswege

Die Krise in der Eurozone Mythen, Fakten, Auswege Die Krise in der Eurozone Mythen, Fakten, Auswege Seminar: Geld ist genug da? Möglichkeiten zur Finanzierung einer neuen Wirtschafts- und Sozialpolitik 17.9.211, DGB Region Niedersachsen-Mitte, Celle Florian

Mehr

Die Krise des Euroraumes

Die Krise des Euroraumes Die Krise des Euroraumes Juniorprofessor Dr. Philipp Engler Freie Universität Berlin Vortrag am Gymnasium Wiesentheid, 21.12.2011 Die Krise des Euroraumes Was ist in den letzten zwei Jahren passiert? Manche

Mehr

5. Die Interaktion von Güter- und Finanzmärkten:

5. Die Interaktion von Güter- und Finanzmärkten: 5. Die Interaktion von Güter- und Finanzmärkten: Das IS-LM Modell Inhaltliche Übersicht Betrachtung der IS-/LM-Beziehungen aus Kapitel 3 und 4 Zusammenführung des Güter- und Finanzmarkts zu einem simultanen

Mehr

Kapitel 3: IS-LM mit Erwartungen. Makroökonomik I - IS-LM mit Erwartungen

Kapitel 3: IS-LM mit Erwartungen. Makroökonomik I - IS-LM mit Erwartungen Kapitel 3: IS-LM mit Erwartungen 1 Ausblick: IS-LM mit Erwartungen IS-LM mit Erwartungen Geldpolitik und die Rolle von Erwartungen Abbau des Budgetdefizits bei rationalen Erwartungen 2 3.1 IS-LM mit Erwartungen

Mehr

Information. Schlüsseldaten zur Verschuldungssituation in ausgewählten. Stand: April 2014 www.vbw-bayern.de

Information. Schlüsseldaten zur Verschuldungssituation in ausgewählten. Stand: April 2014 www.vbw-bayern.de Information Schlüsseldaten zur Verschuldungssituation in ausgewählten Eurostaaten Stand: April 2014 www.vbw-bayern.de Vorwort X Vorwort Europäische Staatsschulden im Blick behalten Eine über Jahre hinweg

Mehr

Eurobonds: Ausweg aus der Schuldenkrise?

Eurobonds: Ausweg aus der Schuldenkrise? Eurobonds: Ausweg aus der Schuldenkrise? Prof. Dr. Kai Carstensen ifo Institut und LMU München 17. August 2011 Europäische Schuldenkrise und Euro Krisenmechanismus - Agenda 1. Warum werden Eurobonds gefordert?

Mehr

Nicht ein Schuldenschnitt, ein Wachstumsprogramm wäre der richtige Weg

Nicht ein Schuldenschnitt, ein Wachstumsprogramm wäre der richtige Weg 1 Die Welt http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article136849514/hilfen-fuer-griechenland.html 28.01.2015 Hilfen für Griechenland Nicht ein Schuldenschnitt, ein Wachstumsprogramm wäre der richtige

Mehr

Die weltweite Finanzkrise aus mikroökonomischer Sicht

Die weltweite Finanzkrise aus mikroökonomischer Sicht Die weltweite Finanzkrise aus mikroökonomischer Sicht Stefan Simon Hanns-Seidel-Stifung Inhalt Finanzkrisen Freier Markt und Markt- bzw. Staatsversagen Fehlentwicklungen bei der aktuellen Krise Diskussion

Mehr

Kredit in Schweizer Franken: Und was jetzt? 16. März 2015, Marc Brütsch Chief Economist Swiss Life

Kredit in Schweizer Franken: Und was jetzt? 16. März 2015, Marc Brütsch Chief Economist Swiss Life Kredit in Schweizer Franken: Und was jetzt? 16. März 2015, Marc Brütsch Chief Economist Swiss Life «Ein gutes Verständnis der schweizerischen Geldpolitik ist für Kreditnehmer und Kreditgeber von Frankenkrediten

Mehr

(i) Bei einer Preisentwicklung, die um den Zielwert schwankt, wird der Zielwert von null zeitweise unterschritten (Deflation).

(i) Bei einer Preisentwicklung, die um den Zielwert schwankt, wird der Zielwert von null zeitweise unterschritten (Deflation). Klausurfragen SS 2012 2. Termin 1. Geldpolitik der EZB (22 Punkte) a) Welches ist das Oberziel der EZB? Wie hat sie dieses Ziel konkretisiert? Preisniveaustabilität im Euroraum. Konkretisierung: Inflationsrate

Mehr

Staatsschulden in der Eurozone

Staatsschulden in der Eurozone Staatsschulden in Prozent des Bruttoinlandsprodukts 95 Staatsschulden in der Eurozone 90 85 Beginn der Wirtschaftsund Finanzkrise 80 75 70 65 60 1997 2008 2012 Quelle: Ameco-Datenbank Grafik: Andrej Hunko,

Mehr

Der Weg in die Zinsfalle

Der Weg in die Zinsfalle Der Weg in die Zinsfalle tenen Länder deutlich. Hierbei ist anzumerken, dass die EZB im Gegensatz zu anderen Zentralbanken nicht systematisch Staatsanleihen von Mitgliedsstaaten aufgekauft hat und die

Mehr

EUD-konkret 2/2010. Häufig gestellte Fragen zur Finanzkrise Griechenlands. 1. Warum braucht Griechenland Geld?

EUD-konkret 2/2010. Häufig gestellte Fragen zur Finanzkrise Griechenlands. 1. Warum braucht Griechenland Geld? EUD-konkret 2/2010 Häufig gestellte Fragen zur Finanzkrise Griechenlands 1. Warum braucht Griechenland Geld? 1 2. Warum setzt sich die Europa-Union Deutschland für die Unterstützung Griechenlands ein?

Mehr

Kann eine Staatsverschuldung dauerhaft tragfähig sein?

Kann eine Staatsverschuldung dauerhaft tragfähig sein? Kann eine Staatsverschuldung dauerhaft tragfähig sein? Robert Fenge 19.11.2010 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Institut für VWL, Lehrstuhl Finanzwissenschaft, Prof. Dr. Robert Fenge

Mehr

Quartalsupdate Oktober Dezember 2013 für Devisen (30.09.13)

Quartalsupdate Oktober Dezember 2013 für Devisen (30.09.13) Kurzfassung: Quartalsupdate Oktober Dezember 2013 für Devisen (30.09.13) Das Comeback des US-Dollar, kurzfristig unterbrochen durch die Entscheidung der US- Notenbank die Reduzierung der Anleihekäufe nicht

Mehr

Rettungspaket für Griechenland - EFSF - ESM

Rettungspaket für Griechenland - EFSF - ESM Rettungspaket für Griechenland - EFSF - ESM Nach einer Rettungsaktion im Jahre 2010 wurde im Februar 2012 ein weiteres Griechenlandpaket beschlossen. Die Euro-Staaten erklärten sich bereit, Griechenland

Mehr

4. Auflage. Kapitel VIII: Liquidität. Eine Einführung in die Theorie der Güter-, Arbeits- und Finanzmärkte Mohr Siebeck c.

4. Auflage. Kapitel VIII: Liquidität. Eine Einführung in die Theorie der Güter-, Arbeits- und Finanzmärkte Mohr Siebeck c. 2. Bank und Eine Einführung in die Theorie der Güter-, Arbeits- und Finanzmärkte Mohr Siebeck c Kapitel VIII: Liquidität Inhaltsverzeichnis 2. Bank und 2. Bank und Das vorangehende Kapitel beschäftigte

Mehr

IS LM. Ein mittelmächtiges Modell

IS LM. Ein mittelmächtiges Modell IS LM Ein mittelmächtiges Modell Was ist das IS-LM-Modell? Im IS LM Modell werden Gütermarkt und Finanzmarktes in einem Modell zusammen geführt. Was ist neu im IS-LM-Modell? Bislang waren die Investitionen

Mehr

JOACHIM POß MITGLIED DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES STELLVERTRETENDER VORSITZENDER

JOACHIM POß MITGLIED DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES STELLVERTRETENDER VORSITZENDER JOACHIM POß MITGLIED DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES STELLVERTRETENDER VORSITZENDER SPD-BUNDESTAGSFRAKTION PLATZ DER REPUBLIK 1 11011 BERLIN An alle Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion 21. Juli 2011 Ergebnisse

Mehr

IS-LM-Modell. simultanes Gleichgewicht am Geld- und Gütermarkt. Gleichgewicht: Produktion (Einkommen) = Güternachfrage

IS-LM-Modell. simultanes Gleichgewicht am Geld- und Gütermarkt. Gleichgewicht: Produktion (Einkommen) = Güternachfrage IS-LM-Modell simultanes Gleichgewicht am Geld- und Gütermarkt Gütermarkt: Gleichgewicht: Produktion (Einkommen) = Güternachfrage Investitionen sind endogen Absatz Zinssatz I =(Y,i) mit di dy > 0, di di

Mehr

Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege. Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 2014, Berlin

Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege. Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 2014, Berlin Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 014, Berlin Der Weg ins Niedrigzinsumfeld Auswirkungen auf die Volkswirtschaft Der Ausweg aus dem

Mehr

Betrachten wir die folgende Klausuraufgabe aus dem Wintersemester 2010/2011:

Betrachten wir die folgende Klausuraufgabe aus dem Wintersemester 2010/2011: Eine makroökonomische Theorie der offenen Volkswirtschaft Betrachten wir die folgende Klausuraufgabe aus dem Wintersemester 2010/2011: Die Euro-Schuldenkrise hat dazu geführt, dass Anleihen in Euro für

Mehr

Exkurs: Führt Monetisierung von Staatschulden zu Inflation?

Exkurs: Führt Monetisierung von Staatschulden zu Inflation? Exkurs: Führt Monetisierung von Staatschulden zu Inflation? Monetisierung von Staatschulden kann erfolgen durch... Ankauf von Staatsschulden auf dem Primärmarkt (der EZB verboten) Ankauf von Staatsschulden

Mehr

THEMA FINANZEN STABILITAT DES EURO SICHERN LEHREN AUS DER KRISE ZIEHEN

THEMA FINANZEN STABILITAT DES EURO SICHERN LEHREN AUS DER KRISE ZIEHEN THEMA FINANZEN STABILITAT DES EURO SICHERN LEHREN AUS DER KRISE ZIEHEN Stabilität des Euro sichern - Lehren aus der Krise ziehen 1. Welche europäischen und internationalen Vereinbarungen wurden getroffen,

Mehr

Der Schuldenabbau im privaten Sektor der EWU Notwendigkeit, Ausgestaltung und die (schwierige) Rolle der Geldpolitik dabei

Der Schuldenabbau im privaten Sektor der EWU Notwendigkeit, Ausgestaltung und die (schwierige) Rolle der Geldpolitik dabei Der Schuldenabbau im privaten Sektor der EWU Notwendigkeit, Ausgestaltung und die (schwierige) Rolle der Geldpolitik dabei Dr. Manuel Rupprecht, Abteilung Geldpolitik und monetäre Analyse, Zentralbereich

Mehr

Internationale Ökonomie II. Vorlesung 7:

Internationale Ökonomie II. Vorlesung 7: Internationale Ökonomie II Vorlesung 7: Übersicht: Das internationale Währungssystem bis 1973 Prof. Dr. Dominik Maltritz Gliederung der Vorlesung 1. Ein- und Überleitung: Die Zahlungsbilanz 2. Wechselkurse

Mehr

Die Griechenlandkrise

Die Griechenlandkrise Die Griechenlandkrise Ein Symptom der europäischen Schuldenkrise Prof. Dr. U. Guckelsberger Die Griechenlandkrise SS 2012 Inhalt Konvergenzkriterien Griechenlands Weg in die Währungsunion Grundlagen der

Mehr

Kap. 4.4 Die aktuelle Finanzkrise

Kap. 4.4 Die aktuelle Finanzkrise Kap. 4.4 Die aktuelle Finanzkrise Chronologie der Finanzkrise (I) Ende 2006: amerikanische Banken vermelden erstmalig große Zahlungsausfälle auf dem Immobilienmarkt Juni/Juli 2007: Der Markt für Wertpapiere,

Mehr

Kapitel 14: Wechselkurse und Devisenmarkt: ein Vermögensmarkt-Ansatz

Kapitel 14: Wechselkurse und Devisenmarkt: ein Vermögensmarkt-Ansatz Kapitel 1 Einführung Kapitel 14: Wechselkurse und Devisenmarkt: ein Vermögensmarkt-Ansatz Folie 13-1 14. Wechselkurse und Devisenmarkt: ein Vermögensmarkt-Ansatz Einführung Wechselkurse und internationale

Mehr

Verlauf und Auswirkungen der Finanzkrise in Deutschland

Verlauf und Auswirkungen der Finanzkrise in Deutschland Verlauf und Auswirkungen der Finanzkrise in Deutschland Vortrag an der Akademie für Volkswirtschaft Moskau, 24. März 2009 Prof. Dr. Peter Reichling Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Lehrstuhl für

Mehr

Warum Regeln zur Fiskalpolitik?

Warum Regeln zur Fiskalpolitik? Warum Regeln zur Fiskalpolitik? Wenn Inflation vor allem geldpolitisch verursacht wird, warum bedarf es dann einer Einschränkung der fiskalpolitischen Souveränität der Mitgliedstaaten? 1. In einer Währungsunion

Mehr

Die Notenbank feuert aus allen Rohren Die Nationalbank rechnet mit einer tiefen Rezession und sieht Deflationsgefahren

Die Notenbank feuert aus allen Rohren Die Nationalbank rechnet mit einer tiefen Rezession und sieht Deflationsgefahren News Aktuelles aus Politik, Wirtschaft und Recht 13.03.09 Nationalbank Die Notenbank feuert aus allen Rohren Die Nationalbank rechnet mit einer tiefen Rezession und sieht Deflationsgefahren Die Nationalbank

Mehr

Geld, Preise und die EZB

Geld, Preise und die EZB Geld, Preise und die EZB MB Gebrauch von Geld Funktionen von Geld Tauschmittel Ohne Geld müssten Transaktionen durch Tauschhandel (Naturaltausch) durchgeführt werden Problem der Doppelkoinzidenz der Wünsche

Mehr

Grundbegriffe der monetären Ökonomie: Geld und Währung

Grundbegriffe der monetären Ökonomie: Geld und Währung Grundbegriffe der monetären Ökonomie: Geld und Währung Geldpolitik in der langen Frist Langfristig ist Geld neutral, d.h. eine nominale Geldmengenvermehrung führt zu einer entsprechenden Inflation: P /

Mehr

4.1 Motive der Geldhaltung und Geldnachfrage

4.1 Motive der Geldhaltung und Geldnachfrage 4. Der Finanzmarkt Inhaltliche Übersicht Motive der Geldhaltung und Geldnachfrage Geldangebot und Gleichgewicht auf dem Finanzmarkt Zentralbankpolitik: Wirkung auf das Geldangebot Ökonomische Intuition

Mehr

Anhäufung von Vermögen und Schulden als Ursache der Finanzkrise

Anhäufung von Vermögen und Schulden als Ursache der Finanzkrise Anhäufung von Vermögen und Schulden als Ursache der Finanzkrise Ewald Walterskirchen AK-Referat 13.11.2012 Bedeutung von Ungleichgewichten für Finanzkrisen Größere Ungleichheiten = höhere Schulden und

Mehr

Was ist los an den Finanzmärkten?

Was ist los an den Finanzmärkten? Was ist los an den Finanzmärkten? Erlen, 27. Oktober 2011 Karel E. Ehmann Leiter Portfolio Management Thurgauer Kantonalbank Aktuelle Rahmenbedingungen der Märkte Konjunkturmotor stottert aber läuft noch.

Mehr

Geld, Banken und Staat Mechthild Schrooten Juni 2015

Geld, Banken und Staat Mechthild Schrooten Juni 2015 Geld, Banken und Staat Mechthild Schrooten Juni 2015 Geld Funk1onierendes Geld ist ein umfassendes Kommunika1onsmi9el (Luhmann) Es verbindet über na1onalstaatliche Grenzen hinweg Geld erleichtert die Vermögensbildung

Mehr

Financial Market Outlook

Financial Market Outlook ECONOMIC RESEARCH & CORPORATE DEVELOPMENT Financial Market Outlook 25.02.2011 Dr. Michael Heise Szenarien zur Staatsverschuldung in Europa SZENARIEN ZUR STAATSVERSCHULDUNG IN EUROPA Die Risikoprämien,

Mehr

Österreichische Geld- und Währungspolitik 1969-1999. Dr. Johann Kernbauer Wirtschaftsuniversität Wien Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Österreichische Geld- und Währungspolitik 1969-1999. Dr. Johann Kernbauer Wirtschaftsuniversität Wien Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Österreichische Geld- und Währungspolitik 1969-1999 Dr. Johann Kernbauer Wirtschaftsuniversität Wien Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Inhalt Währungspolitisch relevante Ereignisse Historischer

Mehr

Krisen. (Die volkswirtschaftliche Perspektive) Xenia Matschke Internationale Wirtschaftspolitik (IWP)

Krisen. (Die volkswirtschaftliche Perspektive) Xenia Matschke Internationale Wirtschaftspolitik (IWP) Krisen (Die volkswirtschaftliche Perspektive) Xenia Matschke Internationale Wirtschaftspolitik (IWP) Professur für Volkswirtschaftslehre, insbes. Internationale Wirtschaftspolitik Lehrstuhlinhaber: Prof.

Mehr

Zur Bedeutung glaubwürdiger Risiko- Beteiligung für Investoren in Staatsanleihen

Zur Bedeutung glaubwürdiger Risiko- Beteiligung für Investoren in Staatsanleihen Zur Bedeutung glaubwürdiger Risiko- Beteiligung für Investoren in Staatsanleihen Prof. Dr. Kai A. Konrad Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht FES, Berlin, Oktober 2010

Mehr

Wirtschaftliches Umfeld und Finanzmärkte

Wirtschaftliches Umfeld und Finanzmärkte Wirtschaftliches Umfeld und Finanzmärkte Mag. Rainer Bacher / Kommunalkredit Austria 25.10.2011 ÖSTERREICHS BANK FÜR INFRASTRUKTUR Auf dem Weg in eine düstere Zukunft? ÖSTERREICHS BANK FÜR INFRASTRUKTUR

Mehr

Frankfurter Handelsplatz kaum helfen, seine magere Devisenbilanz aufzubessern.

Frankfurter Handelsplatz kaum helfen, seine magere Devisenbilanz aufzubessern. Große FX-Bewegung steht bevor Wellenreiter-Kolumne vom 07. Mai 2014 FX steht für Foreign Exchange. Der Währungsmarkt stellt mit einem handelstäglichen Volumen von 5,3 Billionen US-Dollar den größten Finanzmarkt

Mehr

Aufgaben der Geldpolitik Teil 2. Steffen Ahrens Fakultät VII Geldtheorie- und Geldpolitik WS2013/2014

Aufgaben der Geldpolitik Teil 2. Steffen Ahrens Fakultät VII Geldtheorie- und Geldpolitik WS2013/2014 Aufgaben der Geldpolitik Teil 2 Steffen Ahrens Fakultät VII Geldtheorie- und Geldpolitik WS2013/2014 Gliederung: Teil 1: Aufgaben 1. Preisstabilität 2. Glättung konjunktureller Schwankungen 3. Die Kosten

Mehr

Kürzungen verschärfen die Krise! Unsere Alternative: Überfluss besteuern, in die Zukunft investieren

Kürzungen verschärfen die Krise! Unsere Alternative: Überfluss besteuern, in die Zukunft investieren Kürzungen verschärfen die Krise! Unsere Alternative: Überfluss besteuern, in die Zukunft investieren Ja zu Vorschlägen, die - Vermögen und Kapitaleinkommen höher besteuern und ein gerechteres Steuersystem

Mehr

Währungsrisikoanalyse

Währungsrisikoanalyse Währungsrisikoanalyse Argentinien Schiffelmann, Thomas Tealdo, Sven Rickes, Rolf Luo, YongXin 1.1.1 Wachstum der realen aggregierten Kreditvergabe -1 mn Peso 250,000 200,000 150,000 100,000 50,000 0,000

Mehr

Zeitfenster des Glücks

Zeitfenster des Glücks Zeitfenster des Glücks Wellenreiter-Kolumne vom 23. April 2015 Im Bundes-Haushaltsplan 2015 sind 26,8 Milliarden Euro für Zinszahlungen veranschlagt. Nach einem Bericht der Welt soll schon jetzt klar sein,

Mehr

WAS IST EINE BANK? Banken und Finanzkrisen

WAS IST EINE BANK? Banken und Finanzkrisen Bankenkrisen Das Bankengeschäft ist mit Risiken verbunden Im Kerngeschäft der Banken sind Risiken unvermeidlich. Zahlt ein Schuldner einen Kredit nicht zurück, muss die Bank diesen Verlust decken können.

Mehr

Factsheet 1 WARUM BRAUCHT DIE EU EINE INVESTITIONSOFFENSIVE?

Factsheet 1 WARUM BRAUCHT DIE EU EINE INVESTITIONSOFFENSIVE? Factsheet 1 WARUM BRAUCHT DIE EU EINE INVESTITIONSOFFENSIVE? Seit der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise leidet die EU unter einer Investitionsschwäche. Daher müssen wir auf europäischer Ebene kollektive

Mehr

Einführung in die Wirtschaftswissenschaften für Nicht-ÖkonomInnen Teil 6: Finanzmärkte

Einführung in die Wirtschaftswissenschaften für Nicht-ÖkonomInnen Teil 6: Finanzmärkte Einführung in die Wirtschaftswissenschaften für Nicht-ÖkonomInnen Teil 6: Finanzmärkte Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen

Mehr

Europäischer Fiskalpakt ohne

Europäischer Fiskalpakt ohne Europäischer Fiskalpakt ohne Alternative? MdB BERLIN, DEN 11. JUNI 2012 Wirkungen des Europäischen Fiskalpaktes MdB Mitglied im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages BERLIN, DEN 11. JUNI 2012 Überblick

Mehr

Handel mit Staatsanleihen: Der Tabubruch

Handel mit Staatsanleihen: Der Tabubruch Handel mit Staatsanleihen: Der Tabubruch 1. Kompetenzen Die Schülerinnen und Schüler sollen... 1. die derzeitigen Entwicklungen im Markt für Staatsanleihen, die hierfür verantwortlichen Ursachen sowie

Mehr

Inhalt. Money makes the world go round 5. Die Banken 17. Was Geldmärkte ausmacht 31

Inhalt. Money makes the world go round 5. Die Banken 17. Was Geldmärkte ausmacht 31 2 Inhalt Money makes the world go round 5 Warum es ohne Geld nicht geht 6 Geld ist nicht gleich Geld 7 ede Menge Geld: die Geldmengen M1, M2 und M3 8 Gebundene und freie Währungen 10 Warum es deneuro gibt

Mehr

Die Euro Krise. Ursachen, Folgen und Lösungsmöglichkeiten Prof. Dr. Kathrin Johansen (Juniorprofessur Empirische Wirtschaftsforschung) Vortrag im Rahmen des 5. Jahreskongress der Landeszentrale für politische

Mehr

EUROKRISE: URSACHEN AUSWIRKUNGEN FÜR DEUTSCHLAND LÖSUNGSANSÄTZE. Professor Dr. Peter Bofinger

EUROKRISE: URSACHEN AUSWIRKUNGEN FÜR DEUTSCHLAND LÖSUNGSANSÄTZE. Professor Dr. Peter Bofinger EUROKRISE: URSACHEN AUSWIRKUNGEN FÜR DEUTSCHLAND LÖSUNGSANSÄTZE Professor Dr. Peter Bofinger Der Euro ist eine stabile Währung 12 1 8 6 4 2 Inflation (212) % 15 1 5-5 Langfristige Inflationstrends Deutschland

Mehr

Der riskante Griff nach dem Hebel

Der riskante Griff nach dem Hebel Der riskante Griff nach dem Hebel Diskussion mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages Berlin, 26. Oktober, 2011 Prof. Harald Hau, PhD Universität Genf und Swiss Finance Institute www.haraldhau.com 1

Mehr

Zur aktuellen Wirtschafts- und Finanzsituation in Europa

Zur aktuellen Wirtschafts- und Finanzsituation in Europa Finanzsituation in Europa Veranstaltung im Rahmen der Reihe Wissenschaft trifft Schule, Erzbischöfliches Gymnasium Marienberg Neuss Forum Marienberg, 12. März 2012 Folie 1 Indikatoren Krise? Welche Krise?

Mehr

Konjunktur- und Kapitalmarktperspektiven : Warum die Zinsen noch lange niedrig bleiben

Konjunktur- und Kapitalmarktperspektiven : Warum die Zinsen noch lange niedrig bleiben Konjunktur- und Kapitalmarktperspektiven : Warum die Zinsen noch lange niedrig bleiben Präsentation in Hamburg am 13. Mai 2014 1. Ökonomischer Ausblick: Weltwirtschaft Weltwirtschaft: Wichtige makroökonomische

Mehr

Ausgewählte Probleme der Ökonomie: Staatsverschuldung. Systemische Alternativhypothese: endogen. Empirische Evidenz: Deutschland/EU/USA

Ausgewählte Probleme der Ökonomie: Staatsverschuldung. Systemische Alternativhypothese: endogen. Empirische Evidenz: Deutschland/EU/USA Neoliberale Hypothese Ausgewählte Probleme der Ökonomie: Lehrveranstaltung im Rahmen der Didaktik der Volkswirtschaftslehre Wirtschaftsuniversität Wien Vortragender: Stephan Schulmeister (WIFO) Kontakt:

Mehr

Entwurf eines Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus

Entwurf eines Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus Deutscher Bundestag Drucksache 17/ 17. Wahlperiode Gesetzentwurf der Fraktionen von CDU/CSU und FDP Entwurf eines Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus

Mehr

Oktober 2012 gewählt, wobei der besondere Fokus auf die letzten drei Jahre gelegt wurde, in welchen aufgrund

Oktober 2012 gewählt, wobei der besondere Fokus auf die letzten drei Jahre gelegt wurde, in welchen aufgrund Entwicklung des Kreditvolumens und der Kreditkonditionen privater Haushalte und Unternehmen im Euroraum-Vergleich Martin Bartmann Seit dem Jahr kam es im Euroraum zwischen den einzelnen Mitgliedsländern

Mehr

Entstehung und Entwicklung der griechischen Krise. Nürnberg, 8.7.2015

Entstehung und Entwicklung der griechischen Krise. Nürnberg, 8.7.2015 Entstehung und Entwicklung der griechischen Krise Nürnberg, 8.7.2015 Historischer Hintergrund Deutsche Mark im Wechselkurssystem Wiedervereinigung 1990 Vertrag von Maastricht 1992 Kritik der Volkswirte

Mehr

Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit - Thema 4: Internationale Wirtschaft - Basics (Teil II).

Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit - Thema 4: Internationale Wirtschaft - Basics (Teil II). Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit - Thema 4: Internationale Wirtschaft - Basics (Teil II). Mario Lackner JKU Linz, Abteilung für Wirtschaftspolitik. 10. November 2008 Eine vernetzte Weltwirtschaft

Mehr

Motive der Geldhaltung und Geldnachfrage. Geldangebot und Gleichgewicht auf dem Finanzmarkt. Zentralbankpolitik: Wirkung auf das Geldangebot

Motive der Geldhaltung und Geldnachfrage. Geldangebot und Gleichgewicht auf dem Finanzmarkt. Zentralbankpolitik: Wirkung auf das Geldangebot 4. Der Finanzmarkt Inhaltliche Übersicht Motive der Geldhaltung und Geldnachfrage Geldangebot und Gleichgewicht auf dem Finanzmarkt Zentralbankpolitik: Wirkung auf das Geldangebot Instrumente der Zentralbankpolitik

Mehr

Wege aus der Krise. AG Eurokrise, Dezember 2011

Wege aus der Krise. AG Eurokrise, Dezember 2011 Wege aus der Krise AG Eurokrise, Dezember 2011 Teil 1: Finanzkrise, Bankenkrise, Die Krise mutiert zur Dauerschleife. Wieso ist das so? Teil 1: Ursachen Teufelskreis der Krise 1 Ungleichheit Vermögen und

Mehr

Downloads: www.p8-management.de/universität Prof. Dr. Norbert Konegen

Downloads: www.p8-management.de/universität Prof. Dr. Norbert Konegen Downloads: www.p8-management.de/universität Prof. Dr. Norbert Konegen WS 11/12 Zur Wirksamkeit der Euro-Rettungspakete. Versuch einer Bestandsaufnahme, Analyse sowie einer Abschätzung möglicher ökonomischer

Mehr

Makroökonomie. Prof. Dr. Thomas Apolte. Lehrstuhl für Ökonomische Politikanalyse. Sommersemester 2011. Scharnhorststr.

Makroökonomie. Prof. Dr. Thomas Apolte. Lehrstuhl für Ökonomische Politikanalyse. Sommersemester 2011. Scharnhorststr. Makroökonomie Sommersemester 2011 Lehrstuhl für Ökonomische Politikanalyse Scharnhorststr. 100, Raum 114 1. EINFÜHRUNG 2 VORLESUNG: DI, 8 10 UHR DO, 8 10 UHR ÜBUNG: DO, 12 14 UHR ALLE VERANSTALTUNGEN IM

Mehr

Der Euro in der Finanzmarktkrise. Über Schulden und die Gefahr des Kollaps DAS THEMA. Margit Schratzenstaller

Der Euro in der Finanzmarktkrise. Über Schulden und die Gefahr des Kollaps DAS THEMA. Margit Schratzenstaller Der Euro in der Finanzmarktkrise Margit Schratzenstaller Über Schulden und die Gefahr des Kollaps Diverse Länder der Euro-Zone sind in eine Staatsschuldenkrise geraten. Neben einem unumgänglichen kurzfristigen

Mehr

Inflation oder Deflation? Was ist die größere Gefahr?

Inflation oder Deflation? Was ist die größere Gefahr? Inflation oder Deflation? Was ist die größere Gefahr? Führt ausufernde Staatsverschuldung in Zukunft zu hoher Inflation? Oder führt die Schwäche der makroökonomischen Kräfte zu einem deflationären Szenario?

Mehr

Grundzüge der Geldtheorie und Geldpolitik

Grundzüge der Geldtheorie und Geldpolitik Geldtheorie und Geldpolitik Grundzüge der Geldtheorie und Geldpolitik Sommersemester 2013 10. Die Zeiten sind nicht normal (1): Bank runs Prof. Dr. Jochen Michaelis Geldtheorie und Geldpolitik SS 2013

Mehr

Investmenttipps 2011

Investmenttipps 2011 Investmenttipps 2011 Mag. Herbert Autengruber Aktien seit März 2009: Aufwärts Börsen seit März 2009: Aufwärts zwei besondere Merkmale: 1. Emerging Markets: Wirtschaft und Aktien steigen deutlicher als

Mehr

Vorlesung VWL II vom 23.11.2009. Das Finanzsystem: Sparen und Investieren

Vorlesung VWL II vom 23.11.2009. Das Finanzsystem: Sparen und Investieren Vorlesung VWL II vom 23.11.2009 Das Finanzsystem: Sparen und Investieren 5. Das Finanzsystem: Sparen und Investieren Vorstellen des Mechanismus, wie Spar- und Investitionsentscheidungen von Millionen von

Mehr

Stand: 14 07 2011. nformationen s dem BundesfinaPunkt. nzministerium. BankenaBgaBe

Stand: 14 07 2011. nformationen s dem BundesfinaPunkt. nzministerium. BankenaBgaBe Stand: 14 07 2011 IAuf auden nformationen s dem BundesfinaPunkt. nzministerium. BankenaBgaBe ausgabe 03 2010 AUSGANGSPUNKT Die Finanzmärkte Lebensadern moderner Volkswirtschaften Die Krise der internationalen

Mehr

LÖSUNG ZUR VORLESUNG MAKROÖKONOMIK I (SoSe 14) Aufgabenblatt 9

LÖSUNG ZUR VORLESUNG MAKROÖKONOMIK I (SoSe 14) Aufgabenblatt 9 Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Jun.-Prof. Dr. Philipp Engler, Michael Paetz LÖSUNG ZUR VORLESUNG MAKROÖKONOMIK I (SoSe 14) Aufgabenblatt 9 Aufgabe 1: Kontraktive Fiskalpolitik im AS/AD

Mehr

FACHHOCHSCHULE PFORZHEIM - MUSTERLÖSUNG -

FACHHOCHSCHULE PFORZHEIM - MUSTERLÖSUNG - Beispielklausur 1 IWB Musterlösung, Seite 1 FACHHOCHSCHULE PFORZHEIM - Fachgebiet Volkswirtschaftslehre - MUSTERLÖSUNG - Fachbereich: Fach: Internationale Wirtschaftsbeziehungen Studiengang: Studiensemester:

Mehr

Finanzplatz Österreich. Univ.-Prof. Dr. Christian Keuschnigg Fachgruppentagung OÖ Finanzdienstleister Linz, 11. November 2014

Finanzplatz Österreich. Univ.-Prof. Dr. Christian Keuschnigg Fachgruppentagung OÖ Finanzdienstleister Linz, 11. November 2014 Finanzplatz Österreich Univ.-Prof. Dr. Christian Keuschnigg Fachgruppentagung OÖ Finanzdienstleister Linz, 11. November 2014 Banken und Realwirtschaft Stabilität: des Bankensektors/Finanzsystems Mikro:

Mehr

Bankenrettung Ist das nötig, und wenn ja, wie am Besten?

Bankenrettung Ist das nötig, und wenn ja, wie am Besten? Bankenrettung Ist das nötig, und wenn ja, wie am Besten? Prof. Richard A. Werner, D.Phil. (Oxon) Centre for Banking, Finance University of Southampton Management School werner@soton.ac.uk 18. Juni 2012

Mehr

The NewsLine. Die EZB darf der Eurozone nicht die falsche Medizin verordnen 02.04.2014 ECONOMIC RESEARCH

The NewsLine. Die EZB darf der Eurozone nicht die falsche Medizin verordnen 02.04.2014 ECONOMIC RESEARCH } MAKROÖKONOMIE FINANZMÄRKTE WIRTSCHAFTSPOLITIK BRANCHEN EZB Die EZB darf der Eurozone nicht die falsche Medizin verordnen Dr. Michael Heise Fon +49.89.3800-16143 michael.heise@allianz.com Allianz SE https://www.allianz.com/economic-research/de

Mehr

Jahresausblick 2015 Der Euro als Einbahnstraße? Sonja Marten (Leiterin Devisenresearch)

Jahresausblick 2015 Der Euro als Einbahnstraße? Sonja Marten (Leiterin Devisenresearch) Jahresausblick 2015 Der Euro als Einbahnstraße? Januar 2015 Sonja Marten (Leiterin Devisenresearch) 2 EZB auf Autopilot Draghi sorgt für Unruhe Bilanzausweitung der EZB aggressiver als vom Markt erwartet

Mehr

Geld, Zins, Geldangebot und Geldnachfrage. 1 Geldmengenaggregate (EZB)

Geld, Zins, Geldangebot und Geldnachfrage. 1 Geldmengenaggregate (EZB) Geld, Zins, Geldangebot und Geldnachfrage 0 Was ist Geld und warum ist es für die Funktionalität einer entwickelten Volkswirtschaft unerläßlich? 0.1 Definition erfolgt über die Funktionen von Geld Transaktionsmittel

Mehr

Anzeichen konvergierender Entwicklungen

Anzeichen konvergierender Entwicklungen Auszug aus dem Jahresgutachten 214/15 Anzeichen konvergierender Entwicklungen in den Mitgliedstaaten Textziffern 217 bis 223 Strukturelle Anpassung und geldpolitische Lockerung im Euro-Raum Kapitel 4 II.

Mehr

Exkurs: John Law`s System: (I)

Exkurs: John Law`s System: (I) Wechsel, Münzen Exkurs: John Law`s System: (I) (vgl. R. Velde, AER 2007): Tausch (kursgefährdeter) Aktien gegen sichere Staatschuldpapiere Tausch (nur anfangs) in Gold konvertiblen Papiergeldes gegen Münzen

Mehr

Musterlösung Tutorium 3 zur Vorlesung

Musterlösung Tutorium 3 zur Vorlesung PROF. DR.MICHAEL FUNKE DIPL.VW. KRISTIN GÖBEL Musterlösung Tutorium 3 zur Vorlesung Makroökonomik (WS 2010/11) Aufgabe 1: Das IS-LM-Modell in einer geschlossenen Volkswirtschaft a) Zeigen Sie unter Verwendung

Mehr

2. Mai 2011. Geldtheorie und -politik. Die Risiko- und Terminstruktur von Zinsen (Mishkin, Kapitel 6)

2. Mai 2011. Geldtheorie und -politik. Die Risiko- und Terminstruktur von Zinsen (Mishkin, Kapitel 6) Geldtheorie und -politik Die Risiko- und Terminstruktur von Zinsen (Mishkin, Kapitel 6) 2. Mai 2011 Überblick Bestimmung des Zinssatzes im Markt für Anleihen Erklärung der Dynamik von Zinssätzen Überblick

Mehr

Konsequenz: Höhere Realzinsen für Kreditnehmer, da Risikoprämie im Zins für Inflationsrisiko

Konsequenz: Höhere Realzinsen für Kreditnehmer, da Risikoprämie im Zins für Inflationsrisiko Musterlösung für Klausur Europäische Makro I. Austritt Italiens aus der EWU 1. Nachteile a) Italien verliert eine stabilitätsorientierte Geldpolitik. Nationale Notenbank hätte geringere Glaubwürdigkeit

Mehr

Projekt der VM '07. Welt-Finanzkrise. Azubis klären auf!

Projekt der VM '07. Welt-Finanzkrise. Azubis klären auf! Projekt der VM '07 Welt-Finanzkrise Azubis klären auf! Das übertrifft alles, was ich je gesehen habe und ist längst noch nicht überwunden. (Alan Greenspan, Ex-Chef der US-Notenbank) Ursachen, Verlauf und

Mehr

1 Euro-Crash: Die Nebelschleier lichten sich, Teil 1

1 Euro-Crash: Die Nebelschleier lichten sich, Teil 1 1 Euro-Crash: Die Nebelschleier lichten sich, Teil 1 Die Wahlen in Frankreich und Griechenland öffnen den Vorhang zum letzten Akt für den Euro. Von Hermann Patzak 1.1 Der Euro und seine Rettungsversuche

Mehr

Volkswirtschaftliche Lagebeurteilung September 2012. Marcel Koller Chefökonom

Volkswirtschaftliche Lagebeurteilung September 2012. Marcel Koller Chefökonom Volkswirtschaftliche Lagebeurteilung September 2012 Marcel Koller Chefökonom Highlights September 2012 Makroökonomisches Umfeld Globale Konjunktur: Erste vorsichtige Anzeichen einer Stabilisierung USA

Mehr

TREASURY. Konjunktur- und Finanzmarkttrends 12. November 2013. Dir. Dipl.-BW (BA) Tim Geissler Hauptabteilungsleiter Treasury

TREASURY. Konjunktur- und Finanzmarkttrends 12. November 2013. Dir. Dipl.-BW (BA) Tim Geissler Hauptabteilungsleiter Treasury Konjunktur- und Finanzmarkttrends 12. November 2013 Dir. Dipl.-BW (BA) Tim Geissler Hauptabteilungsleiter Treasury Diese Publikation enthält Informationen über frühere Wertentwicklungen. Diese Zahlenangaben

Mehr

Schulden des öffentlichen Gesamthaushaltes

Schulden des öffentlichen Gesamthaushaltes in Mrd. Euro 2.000 1.800 Schulden des öffentlichen Gesamthaushaltes In absoluten Zahlen, 1970 bis 2012* Schulden des öffentlichen Gesamthaushaltes In absoluten Zahlen, 1970 bis 2012* Kreditmarktschulden

Mehr

Finanzkrise, Bankenkrise, Schuldenkrise- Hat Europa dazugelernt?

Finanzkrise, Bankenkrise, Schuldenkrise- Hat Europa dazugelernt? Finanzkrise, Bankenkrise, Schuldenkrise- Hat Europa dazugelernt? Mag. Alois Steinbichler Vorstandsvorsitzender, Kommunalkredit Austria 26.4.2012 Financial Times, 05.07.2011 Financial Times, 07.07.2011

Mehr

Die europäische Bankenunion der Königsweg für ein stabiles Bankensystem? Dr. Albrecht Sommer

Die europäische Bankenunion der Königsweg für ein stabiles Bankensystem? Dr. Albrecht Sommer Die europäische Bankenunion der Königsweg für ein stabiles Bankensystem? Inhalt Gründe für die Errichtung einer Bankenunion im Euroraum Der einheitliche Aufsichtsmechanismus Der einheitliche Abwicklungsmechanismus

Mehr

einfache IS-XM-Modell

einfache IS-XM-Modell Universität Ulm 89069 Ulm Germany Prof. Dr. Werner Smolny Institut für Wirtschaftspolitik Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften Ludwig-Erhard-Stiftungsprofessur Institutsdirektor Wintersemester

Mehr

«Die SNB hatte keine Chance»

«Die SNB hatte keine Chance» «Die SNB hatte keine Chance» William White, der ehemalige Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, erklärt, warum die SNB zum Befreiungsschlag ausgeholt hat.die Schweizerische Nationalbank

Mehr

Geld, Zins, Geldangebot und Geldnachfrage. 0 Was ist Geld und warum ist es für die Funktionalität einer entwickelten Volkswirtschaft unerläßlich?

Geld, Zins, Geldangebot und Geldnachfrage. 0 Was ist Geld und warum ist es für die Funktionalität einer entwickelten Volkswirtschaft unerläßlich? Geld, Zins, Geldangebot und Geldnachfrage 0 Was ist Geld und warum ist es für die Funktionalität einer entwickelten Volkswirtschaft unerläßlich? 0.1 Definition erfolgt über die Funktionen von Geld Transaktionsmittel

Mehr

SS 2014 Die Europäische Zentralbank (EZB) in der Grauzone zwischen Geld- und Fiskalpolitik (monetärer Staatsfinanzierung).

SS 2014 Die Europäische Zentralbank (EZB) in der Grauzone zwischen Geld- und Fiskalpolitik (monetärer Staatsfinanzierung). Prof. Dr. rer. pol. Norbert Konegen downloads: www.p8-management.de/universität konegen@uni-muenster.de SS 2014 Die Europäische Zentralbank (EZB) in der Grauzone zwischen Geld- und Fiskalpolitik (monetärer

Mehr

eurogipfel sichert die stabilität unserer währung

eurogipfel sichert die stabilität unserer währung europa eurogipfel sichert die stabilität unserer währung Bundeskanzlerin angela Merkel setzt zentrale deutsche positionen durch die mitte. Euro-Sondergipfel am 21. Juli 2011 Die Staats- und Regierungschefs

Mehr