David Graeber hat in seinem berühmten Buch Schulden. Die ersten 5000 Jahre. darauf aufmerksam gemacht, dass es Schulden an sich überhaupt nicht gibt.

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1 Franz Segbers Theologie als Legitimation oder kritischer Widerpart des Schuldensystems Schulden- (Er)Lösung-Befreiung. Schulden als Waffe. Theologie zum Leben? Linz, Europäisches Cardijn-Seminar, Januar Schuldenkrise: Man muss seine Schulden bezahlen! Als ich auf den Philippinen ein Bibelseminar mit Landarbeitern und Landarbeiterinnen durchführte, bat ich, mir aus ihrer Bibel die Vater-unser-Bitte vorzulesen. Der eine las aus der New Century Version aus dem Jahr 1981 die Version vor: Forgive us for our sins, just as we have forgiven those who sinned against us. - Bitte um Vergebung der Sünden und genauso haben wir es durch die Jahrhundert hindurch gelernt. Ein anderer hatte die neue Version der Common English Bible aus dem Jahr 2011 zur Hand. Dort ist zu lesen: Forgive us for the ways we have wronged you, just as we also forgive those who have wronged us. Nicht um Vergebung der Sünden wird hier gebetet, sondern um Vergebung allen Unrechts, das getan wurde. Allein in der in der English new international standard Version aus dem Jahr 1978 war ein Übersetzung zu finden, die dem authentischen Sinn der Bibel entspricht: Forgive us our debts, as we also have forgiven our debtors. Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. Gerade moderne Bibelübersetzungen wollen ihre Aktualität und moderne Sprache darin ausdrücken, dass sie biblischen Sinn der Vaterunser-Bitte verdunkeln. Die biblische Bitte um einen Schuldenerlass schien ihnen wohl nicht in eine moderne Welt zu passen. Dabei fehlen auf den Philippinen die Mittel für Bildung, Gesundheit und Armutsbekämpfung, denn sie werden zugunsten der Schuldendienste gekürzt. Es gibt ein Regierungsdekret, wonach 30 bis 40 Prozent des Staatsbudgets automatisch in den Schuldendienst fließen. Tag für Tag verlassen Filipinos das Land, um als Krankenschwestern in den USA oder Bauarbeiter in den arabischen Emiraten zu arbeiten. Sie sind die Schuldsklaven unserer Tage. Diese Wirtschaft tötet, so hat Papst Franzskus über eine Wirtschaft geurteilt, die Menschen opfert. Er hatte selber erlebt, wie binnen weniger Jahre ein wohlhabendes Land wie Argentinien in einer Schuldenkrise in Not und Elend geriet. Was Europa damals den Ländern des Südens angetan hatte, kehrt nun nach Europa zurück. In Griechenland gibt es wieder Hunger, die Löhne und Renten wurden drastisch gekürzt, das Gesundheitswesen ist zusammengebrochen. Die Armen dieser Welt werden geopfert, damit das System überleben kann. Angesichts einer solchen Welt lehren uns die modernen Bibelübersetzungen, nicht um einen Schuldenerlass zu bitten, sondern um Vergebung der Sünden. Die jahrtausendealte Bitte um einen Schuldenerlass, um die Jesus seine Jüngerinnen und Jünger lehrte zu bitten, haben die modernen Bibelübersetzungen einfach wegmodernisiert, verfälscht und unkenntlich gemacht. Es ist ja in der Tat auch viel billiger und man legt sich auch nicht mit den Mächten des großen Geldes an, wenn man die Bibelübersetzung verfälscht und um ihren Sinn bringt als Schulden zu erlassen. 1

2 David Graeber hat in seinem berühmten Buch Schulden. Die ersten 5000 Jahre. darauf aufmerksam gemacht, dass es Schulden an sich überhaupt nicht gibt. Schulden sind ein Ausdruck dessen, dass Menschen aufeinander angewiesen sind und sich brauchen. Das zeigt auch das Wörterbuch der Duden. Er nennt deshalb auch vier Bedeutungsebenen für das Wort Schuld/-en. Schuld meint zunächst die Verantwortung für etwas Unangenehmes oder ein Unglück, Schuld bezeichnet dann auch eine Tat, bei der jemand gegen Werte oder Normen verstößt, schließlich geht es um eine finanzielle Schuld, bei der jemand einem anderen Schulden hat und viertens ist man jemandem zu Dank verpflichtet. So können sich Menschen manches schulden und in Schuld zueinander stehen, wie es sprichwörtlich heißt: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. In allen indoeuropäischen Sprachen sind die Wörter für Schulden synonym mit Sünde und Schuld. So gibt es einen Zusammenhang zwischen dem deutschen Wort Geld und dem gotischen Gild und dem heutigen englischen Wort guilt-y Schuld im moralischen Sinn. Keiner lebt für sich allein. Dass wir existieren, verdanken wir nicht uns selber. Wir sind alle auf irgendeine Weise Schuldner eines anderen. Wir können auch nicht alles entgelten, was wir einander schulden. Und deshalb schulden wir einander viel und vieles und nicht nur ökonomische Schulden. Wie der Wortstamm Schulden besagt, ist mit Schulden gemeint, dass Menschen einander in Verpflichtung stehen. Doch es gibt aber eine Art von Verpflichtungen, bei der Maßstäbe, die unter ansonsten zivilisierten Menschen gelten, außer Kraft gesetzt werden. Um ausstehende finanzielle Verpflichtungen, eben Schulden einzutreiben, wurden Menschen in der Antike versklavt oder in Schuldknechtschaft gesteckt. Heute wird der Zwang nicht weniger unerbittlich ausgeübt, wie die desolate Lage in Griechenland und anderen südeuropäischen Ländern zeigt. Ganz Südeuropa steckt in einer Schuldknechtschaft. Das Erstaunlichste an dem Satz Man muss doch seine Schulden zurückzahlen ist, dass er nach der ökonomischen Lehre gar nicht stimmt. Wer Geld verleiht, der muss immer auch ein gewisses Risiko tragen. Es kann noch andere Gründe der politischen Klugheit geben, Schulden nicht zu bezahlen. So haben 1953 in London über zwanzig Staaten auf einer Schuldenkonferenz beschlossen, der Bundesrepublik Deutschland einen Teil ihrer Kriegsschulden zu erlassen. Das zeigt: Man muss keineswegs immer alle Schulden zahlen. Ein Schuldenerlass ist nicht utopisch; es gibt Situationen, wo der Schuldenerlass angesichts drückender Schulden ethisch geboten und ökonomisch wie politisch vernünftig ist. Schulden sind ein in Geld berechneter Tausch sind, der anfänglich unter Gleichgestellten durchgeführt wurden. Der eine, der Kreditgeber, hatte eine Gabe oder auch Geld, das dem Schuldner fehlt, es aber brauchte. Beide verfolgen ihr eigenes Interesse und nicht Gutmütigkeit bei diesem Tausch. Doch dann kehrt sich dieses Verhältnis unter Gleichen um, bis die Schulden beglichen sind, hat sich der säumige Schuldner unterzuordnen und kann keine Gleichbehandlung erwarten. Der Gläubiger heißt Gläubiger, weil er daran glauben muss und keine Sicherheit hat, dass sein Kredit bedient wird. Schulden werden deshalb auch moralisch aufgeladen und zu einer Schuld. Sie sind eine moralische Waffe - und das sind sie seit der Zeit Mesopotamiens. Seit den frühen Hochkulturen mit dem Aufkommen der Geldwirtschaft werden Schulden zu einem Versprechen, dessen Einhaltung mit aller Macht und Gewalt durchgesetzt wird. Es konstituiert sich ein Herrschaftsverhältnis, das der Unterdrückung des Armen durch den Reichen nachgebildet ist, wie es treffend im Buch der Sprüche heißt: Der Reiche herrscht über den Armen, und wer ausleiht, wird Sklave dessen, der verleiht (Spr 22,7). Doch das Herrschaftsverhältnis zwischen Schuldner 2

3 und Gläubiger tritt nicht offen auf, sondern wird moralisch verschleiert, indem aus der geldlichen Schuld eine moralische Schuld wird, die Druck und Gewalt wie eine moralische Waffe gegen den Schuldner legitimieren kann. Man kann ja nicht einfach den Griechen die Renten kürzen, den Sozialstaat abbauen oder bei uns den Hartz IV Regelsatz auf das lebensnotwendigste reduzieren. Dafür braucht man eine moralische Legitimation. Schulden zu zahlen wird zu einer moralischen Schuld, um ein Verhalten zu legitimieren, das ansonsten unter zivilisierten Menschen nicht möglich wäre. Würden Sie einem Griechen gegenüber treten und seine Rente um 25 Prozent reduzieren. Doch man die Troika oder der Aktienfondmanager genau das für Sie. Dieser Herrschaftskonflikt verschleiert mit moralischen Begriffen eine Schuldknechtschaft, die nur eine Variation des uralten Konfliktes zwischen Arm und Reich ist. Für den amerikanischen Soziologen David Graeber ist die Rückzahlung von Zinsen im Grunde eine immer wiederkehrende Variation des uralten Kampf zwischen Arm und Reich ist. In einer Gesellschaft, die in Arm und Reich gespalten ist, müssen die einen sich verschulden, um überhaupt überleben zu können und die anderen sind reich genug, Geld zu verleihen und profitieren davon. Die Kämpfe zwischen Arm und Reich werden moralisch ummäntelt, indem man finanzielle Schulden zu einer moralischen Schuld macht. Zu einer Frage der Gerechtigkeit wird es, Schulden zu begleichen, statt sie zu erlassen. 2. Im kulturellen Gedächtnis Europas: Der biblische Schuldenerlass Aus Lateinamerika kam seit Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts eine mächtige Widerstandsbewegung mit der Erlassjahrkampagne in Gang. Sie entdeckte die vergessene biblische Tradition des Schuldenerlasses und inspirierte den Kampf gegen ein Schuldenregime, das über Menschen hinweggeht. Auffallend jedoch ist, dass die Kirchen Europas, die damals die Erlassjahrkampagne unterstützt, hatten zum Schuldenerlass schweigen, wo die Schuldenkrise Europa erreicht hat. Seitdem die Schulden in Irland, Spanien, Portugal und besonders unerbittlich in Griechenland eingetrieben werden, steht das Problem des Verhältnisses von Gläubigern und Schuldnern auch in Europa auf der Tagesordnung. Die biblischer Tradition: Hebräische Bibel Schulden sind ein zentrales Anliegen der Menschen seit 5000 Jahren. Schulden sind aber auch ein zentrales Anliegen der biblischen Texte. Das Problem der Überschuldung ist nur in seiner Komplexität modern, insofern Verschuldung privater Haushalte, von Staatshaushalten oder der Verschuldung ganzer Staaten gegenüber Geldgebern ineinander übergehen. Ansonsten reicht das Problem der Überschuldung zurück bis in die frühen antiken Hochkulturen und den Beginn der Geldwirtschaft. Der Schuldenerlass ist eine Reaktion auf das größte Problem, dem antike Gesellschaft regelmäßig ausgesetzt waren: Die Überschuldung. In den ersten Urkunden über den Schuldenerlass bei den mesopotamischen Sumerern im 2. Jahrtausend vor Christus hieß der Schuldenerlass Freiheitserklärung. Wer schuldenfrei war, der wurde gesalbt und bestätigte die neue Freiheit mit einem Ruf, den wir immer noch an Ostern in unserer Liturgie als Ausdruck der Erlösung vom Tod anstimmen: Halleluja! Das ist ein mesopotamisches Wort. Alle Schulden wurden für null und nichtig erklärt. Das Problem der Überschuldung war für die antike Welt das größte soziale Problem. Landarbeiter, die ihre Schulden nicht bezahlen konnten, mussten ihren Boden verpfänden und gerieten selber in Schuldknechtschaft. Die Schuldenspirale führte also 3

4 dazu, dass sich der Besitz von Grund und Boden in den Händen von immer weniger Großrundbesitzern konzentrierte, während die Kleinbauern ihr Land verpfänden mussten, es verloren hatten und ihr Leben als Tagelöhner oder Schuldsklaven fristen mussten. Diese ungerechte Lage haben die Propheten scharf kritisierten. Sie prangerten den Machtmissbrauch der Reichen an. Doch die Bibel beließ es nicht bei der prothetischen Kritik, sie schuf auch nach dem Vorbild aus dem Alten Mesopotamien eine Erlassjahrbestimmung, die bis in die Zeit der römischen Besatzung Palästinas und der Zeit Jesu in Kraft blieb. Alle sieben Jahre sollen die Schulden im Sabbatjahr erlassen werden. (Dtn 15) Und alle sieben mal sieben Jahre soll das verpfändete Land im Jobeljahr wieder neu umverteilt und an die früheren Besitzer zurückgegeben werden. (Lev 15) Ganz auf dieser Linie des alt-babylonischen Edikts aus dem 16. Jahrhundert vor Christus argumentiert die Bibel. Doch zugleich gibt es eine wichtige Neuerung: die Überschuldeten sollen nicht von einen gelegentlichen Schuldenerlass wie bei Thronwechsel abhängig sein, sondern einen regelmäßigen Erlass der Schulden. Der Schuldenerlass wird dadurch zu einem Recht und ist kein Gnadenakt von oben. Damit wird der Erlass berechenbar und steht nicht mehr in der Willkür des Herrschers. Auch in den Zehngeboten wird ein humaner Umgang der Gläubiger mit den Schuldnern gefordert. Dort heißt es: Du sollst nicht begehren nach der Frau deines Nächsten, und du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren, nicht sein Feld, seinen Sklaven, sein Rind oder seinen Esel, nichts von dem, was deinem Nächsten gehört (Dtn 5, 21). Das Begehren bezieht sich nicht auf ein erotisches Begehren um den Ehebruch geht es im siebten Gebot sondern darauf, die Frau deines Nächsten nicht in Schuldknechtschaft zu nehmen. Mit anderen Worten: Niemand darf sich die Frau eines anderen nehmen als Dienerin, die den Hof fegt, auf dem Feld arbeitet, kocht und die Wäsche macht. Wie kam es zu Schuldknechtschaft? Wenn ein Schuldner nicht in der Lage war, seine Schulden zu bezahlen, verlor er Haus und Felder. Im 2. Buch der Könige klagte eine Frau gegenüber dem Propheten Elischa: Nun kommt der Gläubiger, um sich meine beiden Söhne als Sklaven zu nehmen (2 Kön 41). Der Prophet Micha kritisiert die Reichen: Sie reißen Felder an sich und wollen Häuser haben und bringen sie in ihre Besitz. Sie wenden Gewalt an gegen den Mann und sein Haus, gegen den Besitzer und sein Eigentum (Mi 2,1-2). Beide Male wird hier das hebräische Wort für begehren verwendet. Wenn aber Haus und Grund bereits verpfändet sind, dann hatte der Gläubiger weitere Rechte. Beim Propheten Nehemia wird geschildert, wie die Väter zusehen müssen, wie ein Gläubiger seine Tochter mitnimmt, dann seine Frau, seine Äcker. Die landlosen Bauern klagen: Wir müssen Frauen und unsere Töchter verpfänden, um an Saatgut zukommen, Felder, Weinberge und Häuser hatten wir bereist verpfändet. Wir sind machtlos, und unser Felder und Weinberge gehören anderen (Neh 5, 6). In der Zeit der römischen Besatzung Palästinas war der Schuldenerlass höchst umstritten. Die Erlassjahrbestimmungen gerieten durch die römische Besatzung Israels und die Expansion des internationalen Handels unter Druck. Daher hatte Rabbi Hillel, ein früher Zeitgenosse Jesu, ein neuartiges, am griechisch-römischen Eigentumsverständnis orientiertes Rechtsinstitut, den Prosbul, eingeführt. Man vereinbarte eine Zusatzbestimmung, den Schuldenerlass im Sabbatjahr außer Kraft zu setzen. Hillel 4

5 begründet die Abschaffung des Schuldenerlasses mit der zunehmenden Verarmung und Verschuldung der Kleinbauern, da die überschuldeten Bauern kein Kredit mehr bekamen. Doch der Prosbul war auch im Interesse der Reichen, der Priesterelite und der Aristokratie. Er erfüllt eine paradoxe Doppelfunktion: Der Schuldenerlass der Tora braucht nicht eingehalten zu werden und gleichzeitig kann man die Tora halten. Die Herrschenden haben also das Recht der Überschuldeten auf einen Schuldenerlass abgeschafft. Sie haben das Recht gebeugt und können ohne die Angst vor einem Schuldenerlass weiterhin die überschuldeten Kleinbauern ausbeuten. Pacht-, Zins- und Schulderträge fließen weiterhin. Kein Wunder, dass er sich für die herrschende Klasse bald als vorteilhaft erweisen sollte. So war der biblische Schuldenerlass in wenigen Jahren noch zu Lebzeiten Hillels verschwunden. Den Schuldenerlass abzuschaffen, stellt jedoch aus Sicht der überschuldeten Pächter nichts anderes dar als eine Klassenjustiz der herrschenden Priesterelite und Aristokratie zur Ausbeutung der Pächter und Schuldner, die um ihr Tora-Recht gebracht wurden. Die Reichen und Mächtigen nehmen den Armen ihr Recht auf einen Schuldenerlass, doch sie selber behalten ihr Recht auf Rückzahlung der Schulden. Die Reichen und Mächtigen haben also den Schuldenerlass abgeschafft, sich ein raffinierten Ausweg geschaffen und können jetzt beides: Das Gebot Gottes zum Schuldenerlass halten und bekommen weiterhin die Schuldzahlungen. Diesen Widerspruch kritisiert Jesus,, wenn er sagt: Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon (Lk 16,13). Die biblischer Tradition: Das Neue Testament Jetzt wird auch der Hintergrund der Vaterunser-Bitte erlass uns unsere Schulden (Lk 11,4 / Mt 6,12) verständlich. Jesus greift in die Auseinandersetzung um den Schuldenerlass ein. Und er tut das so, dass er das Recht der Überschuldeten auf Entschuldung bekräftigte. Die Herrschenden hatten sich flexibel gezeigt. Sie haben das Recht der Armen gebeugt und sich selber vom Schuldenerlass befreit. Die Abschaffung des Schuldenerlasses lässt sich als theologisch verbrämte Klassenjustiz von Priesterelite, Aristokratie und Pächterklasse zur Unterdrückung der armen Klasse deuten. Die Mächtigen und Reichen drehen das Grundanliegen der Bibel um so wie die modernen Bibelübersetzungen. Eine zweitausendjährige alte Tradition seit Mesopotamien kommt in der Zeit Jesu an ein Ende. Schuldentilgung wurde im Römischen Reich mit aller Härte durchgesetzt. Rom betrachtete die eroberten Provinzen als Eigentum, aus dem es möglichst viel Profit herauszuholen versuchte. Seitdem bestimmt das römische Recht bis heute die Rechtslage und dieses Recht besagt: Schulden müssen bezahlt werden, um welchen Preis auch immer. Auch wenn Hunger und Not nach Griechenland zurückkehren Streit um das Recht der Armen und das Gesetz des Geldes Das Erlassen der Schulden gehört zum Kernbestand der Botschaft Jesu. Die Jesusbewegung hat die Umgehungspraxis des Hillel abgelehnt und die biblische Erlassjahrtradition bekräftigt. Jesus will das Lebensrecht der Armen schützen. Er modernisiert es nicht weg, wie die Reichen damals und auch heute. So fordert die Bergpredigt in Mt 5,42: Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem ab, der etwas von dir borgen will. Und noch schärfer heißt es in strenger Anwendung von Dtn 15 in Lk 6,35: Leiht denen, von denen ihr nichts zu erhoffen habt. Im Streit um den Schuldenerlass tritt Jesus für das Recht der Armen auf Schuldenerlass ein. Bereits bei seiner ersten Predigt in Nazareth sagte er, dass er gekommen sei, ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen. Er sprach damit die Hoffnung der verarmten, landlosen Kleinbauern an, dass endlich ein Schuldenerlass durchgeführt werde. Und in der Bi- 5

6 bel können wir lesen: Seine Rede fand bei allen Beifall, sie staunten darüber. (Lk 4, 22) Der Streit um die Geldwirtschaft und die Geltung der Tora war im Kern eine Klassenauseinandersetzung. Jesus ergreift in diesem Streit eine klare Position. Er spricht die Hoffnung der Landlosen und das Recht der verarmten Landbevölkerung auf einen Schuldenerlass an. Vaterunser-Bitte: vergib uns unsere Schuld Auch die Vaterunser-Bitte:... und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern steht in der Tradition des biblischen Schuldenerlasses. Die Vaterunser-Bitte (Mt 6, 12 / Lk 11,4) verbindet die Vergebungsbitte mit dem Erlass aller Schuld unsererseits, wobei finanziell-monetäre Schulden eingeschlossen sind. Die Vaterunser-Bitte um Vergebung der Schulden verlangt einen Verzicht auf die Durchführung dieses unerbittlichen Gesetzes, dass alle Schulden bezahlt werden müssen. In der Version des Vaterunsers, wie sie im Matthäusevangelium überliefert ist, wird der der biblische Fachbegriff für den Schuldenerlass verwendet. (Mt 6,12) Die Schulden werden eindeutig als Geldschuld verstanden. Anders im Lukasevangelium. Dort werden in der Vaterunser-Bitte die Schulden mit dem moralischen Begriff der Sünde (harmartia) bezeichnet. Das dem Griechischen zugrundeliegende hebräische Wort bezieht sich auf alles, was Menschen einander schulden oder schuldig geblieben sind. Beiden Versionen des Vaterunsers ist gemeinsam, dass Jesus an der Analogie zwischen Sünde und Schulden festhält, er kehrt aber die Beziehung um: Der Mensch hat Schulden vor Gott, wenn andere Menschen seine Schuldner sind. Gott erlässt dem Menschen die Schuld, die er bei Gott hat, wenn der Menschen die Schulden erlässt, die andere bei ihm haben. Die Schuld des Menschen vor Gott besteht darin, Schulden einzutreiben, die Menschen haben. Deshalb muss der Mensch Schulden erlassen, die andere Menschen bei ihm haben, um auch Gott gegenüber ohne Schuld zu sein. Sünde ist es, unbezahlbare Schulden einzutreiben, Unbezahlbare Schulden zerstören das Leben des Schuldners, ja sie bringen den Tod. Die Vaterunser-Bitte um Vergebung der Schulden verlangt Verzicht auf die Erfüllung von Gesetzen, die den Menschen umbringen. Um des menschlichen Lebens willen, damit also Schuldner leben können, erhebt das Gebet gegen das Gesetz, dass die Schulden bezahlt werden müssen, einen Vorbehalt. Grundüberzeugung: Unbedingte und vorrangige Logik der Humanität Der biblische Umgang mit Schulden und Verschuldung ist Ausdruck einer Grundüberzeugung, das sich in einem Schuldenerlass konkretisiert. Dieses ethische Grundethos besteht aus einer doppelten Vorzugsregel: Unbedingte und vorrangige Logik der Humanität gegen andere Rationalitäten: Die humanen Rechte der Schuldner und der Armen haben unbedingten Vorrang vor anderen Rechten. Freiheitspostulat aus dem Exodusmotiv: Aus der biblischen Exoduserinnerung wird danach gefragt, wie den sozial und ökonomisch Schwachen Recht und Gerechtigkeit verschafft werden kann, damit diese in Freiheit leben können. Die biblische Ethik drängt deshalb auf eine freiheits- und gerechtigkeitsstiftende Praxis. Die biblische Tradition gibt für diesen Zielkonflikt zwischen den Rechten der Menschen und den Interessen der Geldvermehrung eine Leitlinie vor, die sich an der 6

7 Würde des Lebens der Menschen orientiert. Ziel des biblischen Schuldenerlasses war es, die asymmetrische Beziehung zwischen Gläubiger und Schuldner aufzulösen und egalitäre Beziehungen in einer Gesellschaft wiederherzustellen. Modern ausgedrückt: Es sollte wieder soziale Friede in einem Gemeinwesen herrschen. Denen, die lieber den Menschen, den sozialen Frieden und die kulturelle, ja zivilisatorischen Errungenschaften des Sozialstaates für den Finanzkapitalismus opfern wollen, erinnert die Bibel an die Befreiungstradition des Schuldenerlasses. Widerständige Erinnerung Mit jedem Vaterunser erinnern wir uns an das Recht der Armen auf einen Schuldenerlass. Dieser Schuldenerlass gehört zum formulierten Gotteswillen und ist unaufhebbarer Teil der sozialethischen und rechtlichen Tradition der Bibel. Bis in die Zeit Jesu hinein wurde das siebenjährliche Erlassjahr praktiziert worden. Um des menschlichen Lebens willen, bekräftigt das Vaterunser das Recht der Landlosen und Überschuldeten und erhebt Einspruch, unbezahlbare Schulden einzufordern. Überschuldung wird gemacht Die Überschuldung ist kein naturwüchsiger Prozess, sondern wird politisch und ökonomisch hergestellt. Der Kapitalismus braucht die Verschuldung, denn die Vermögenden können ohne Verschuldung ihr Vermögen nicht vermehren. Da offensichtlich Verschuldung ein notwendiger Bestandteil des Finanzkapitalismus ist, sollte sich niemand ethisch-moralisch schuldig fühlen, wenn er verschuldet ist. Es gibt keine unbedingte moralische Pflicht zur Rückzahlung von unbezahlbaren Schulden. Es ist ein alter moraltheologischer Grundsatz. Niemand ist moralisch zu etwas gezwungen, was er nicht tun kann. Damit sich Vermögen überhaupt vermehren können, sind Schulden ökonomisch notwendig. Schulden sind deshalb keine Schuld, die auf ein Versagen der Schuldner zurückzuführen wäre, sondern sind gerade im Finanzkapitalismus systemnotwendig. Die Schuldenkrise ist deshalb im Kern eine Geldvermehrungskrise für die Investoren und Geldgeber. Sie befürchten, dass sie ihr Vermögen nicht mehr mehren können. Mögen auch Einzelne oder auch ganze Staaten verschuldet sein, so sind sie dennoch nicht in einem moralischen Sinne schuld. Schuldig sind die, die sogar dann noch ihren Nutzen und Profit aus der Verschuldung ziehen wollen, wenn sie dadurch die in Not und Elend stürzen, ohne deren Verschuldung sie niemals hätten so reich werden können. Ökonomische und ethische Vernunft: Schuldenerlass Zahlreiche Ökonomen fordern einen Schuldenerlass aus ökonomischen, aber auch politischen Gründen. Doch ökonomische Vernunft spielt letztlich ebenso wenig eine ausschlaggebende Rolle wie ethische Einsichten. Letztlich ist der Schuldenschnitt eine Machtfrage. Ist die Politik in der Lage, sich gegenüber der Macht der globalen Vermögensklasse zu behaupten und durchzusetzen? Es geht um einen Konflikt zwischen den Ansprüchen der Bürgerinnen und Bürger einerseits und den Ansprüchen der Kreditgeber andererseits. Der Schuldenerlass ist das einzige Mittel, mit dem sich die verschuldeten Staatsbürger gegenüber den Gläubigern behaupten und die Macht der Gläubiger zurückweisen können. Genau davor haben die Geld- und Vermögensbesitzer Angst. 7

8 In dieser Wirtschaft, die tötet, gibt es ein Element, das man hervorheben muss. Selbst wenn man einen wirtschaftlich-sozialen Völkermord herbeiführt, wird niemals der Vorwurf laut, hier habe man das Gesetz verletzt. Nicht einmal der Völkermord verletzt das Gesetz. Vom Standpunkt des Gesetzes aus handelt es sich nicht um Völkermord. Ein Gesetz muss erfüllt werden, auch wenn der Mensch darüber zu Tode kommt. Eindeutig ist die Gesetzeskritik, die der Jesus der Evangelien in der Analyse der Schuldenbeziehungen praktiziert. Noch präziser finden wir sie beim Apostel Paulus von Tarsus. Aber Paulus benennt genau diesen Punkt, wenn er in 1 Kor 15,56 schreibt: Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Gesetz! Wenn das Gesetz bestimmte Verbrechen in Schutz nimmt, dann wird es für Paulus zur Kraft auch für andere und noch schlimmere Verbrechen. Die Aussage des Paulus über das Gesetz gilt selbstverständlich für jede Art von Gesetz. Paulus bezieht sich hier jedoch insbesondere sowohl auf das jüdische wie auf das römische Gesetz seiner Zeit. In jedem Fall gilt, was Paulus feststellt: Das Gesetz ist die Kraft des Verbrechens. Das gilt heute wahrscheinlich noch mehr und weitaus schlimmer als zu Zeiten des Paulus. Die wirtschaftlich-sozialen Verbrechen begeht man mit solcher Leichtigkeit, weil die entscheidenden Machtideologien diese Verbrechen hinter unausweichlichen" Spardiktaten verstecken. Die Troika oder Politiker verüben diese Verbrechen, fühlen sich aber schuldlos, weil sie legale Verbrechen sind. Sie lassen Köpfe rollen, aber ihre weißen Handschuhe sind nicht mit dem kleinsten Flecken Blut beschmutzt. Sie sind so sauber wie der Weltwährungsfonds, die Weltbank, die Europäische Zentralbank oder die Troika. Mit ihren Entscheidungen fällen sie Urteile über Leben und Tod. Sie verurteilen Menschen zum Tode und richten die Verurteilten hin. Es geht hier nicht um Schuldendienst, sondern ums Töten. Hier werden ständig Verbrechen begangen, heute in den Ländern Südeuropas - Griechenland, Italien, Spanien u.a. - wie in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts in ganz Lateinamerika als Folge der damaligen Schuldenkrise. Aber diese Verbrechen werden nicht geahndet, weil sie kein Gesetz verletzen. Vielmehr gibt das Gesetz die Kraft, um diese Verbrechen begehen zu können. Theologisch bedeutet dies, dass der Opferkult keineswegs einer vergangenen religiöse Epoche angehört, sondern wird im Kapitalismus noch ärger als in archaischen Zeiten gefordert und dargebracht. Karl Marx hat es so gesagt: Man hat ein Idol aus diesen Metallen (Gold und Silber) gemacht... um sie zu Gottheiten zu machen, denen man mehr Güter und wichtige Bedürfnisse und sogar Menschen geopfert hat und immer noch opfert, als jemals das blinde Altertum seinem falschen Göttern geopfert hat. Diesen Opfercharakter der Religion des Kapitalismus hatte Karl Marx angesprochen und süffisant darauf hingewiesen, dass in alten Zeiten der Kindesmord ein mysteriöser Ritus der Religion des Molochs war, nur bei ganz feierlichen Gelegenheiten ausgeübt, einmal im Jahr vielleicht, und dann hatte damals der Moloch keine ausschließliche Vorliebe für die Kinder der Armen. Der Opferkult ist im Kapitalismus zum System geworden und wird Tag für Tag praktiziert. Auch heute werden ärger als in der Antike Menschen dem Moloch Schuldendienst geopfert. Es gibt zahlreiche Erklärungen zur Wirtschaftskrise. Doch in keiner dieser Erklärungen greifen die Kirchen in Europa die biblische Forderung angesichts von unbezahlbarer Verschuldung zur Sprache: den Schuldenerlass. Dabei kommt von Mesopotamien über die biblische Tradition bis in die Vaterunser-Bitte eine ethische Tradition 8

9 des Schuldenerlasses auf sie zu, die dem auf Rom zurückgehenden unbedingten Recht auf Privateigentum und der Zurückzahlung von Schulden die moralische Forderung entgegenhält: Schulden zahlen zu müssen ist kein heiliges Prinzip, das unantastbar wäre und einen solchen Vorrang hätte, dass man dafür Menschen umbringen oder die sozialen Errungenschaften des Sozialstaats opfern dürfte. In der ethischen Tradition, die bis nach Mesopotamien zurückreicht und in der Bibel verankert ist, lässt sich keine Rechtfertigung dafür finden, dass man die Renten kürzen, Löhne absenken oder die sozialen Menschenrechte suspendieren könnte, nur damit die Ansprüche der Gläubiger und Geldgeber befriedigt werden. Senkung der Renten, der Löhne oder Abbau des Sozialstaates sind nichts anderes als Opfer, die für den Erhalt des Schuldensystems erbracht werden müssen. Die Gläubiger fordern diese Opfer ein, damit sie ihr Vermögen mehren können. Die gegenwärtige Schuldenkrise ist global und ein Zeichen eines tödlichen Finanzsystems, das theologisch ein verschuldender Opferkapitalismus genannt werden muss. Während die Kirchen ihre ethische Tradition des Schuldenerlasses verschweigen, sind in den USA im Zusammenhang der occupy-bewegung neuartige Bürgerrechtsbewegungen entstanden. Sie nennen sich Rollingjubilee oder Strike Debt und lassen sich von der biblischen Idee des Erlassjahres inspirieren. Sie nehmen die Jahrtausende alte jüdische, christliche und auch koranische Erlassjahrtradition für sich in Anspruch und praktizieren in symbolischen Aktionen einen Schuldenerlass, indem sie Schulden begleichen, in die Menschen geraten sind bei Krankheit, durch medizinische Behandlung oder ähnlich prekäre Lebenssituationen. Dem neoliberalen Dogma, dass man seine Schulden auf jeden Fall bezahlen muss, halten sie entgegen: Du bist kein Kredit. Ihr Engagement begründen sie auf ihrer Website folgendermaßen: Schulden sind eine Fessel, die die 99 Prozent bindet. Bei stagnierenden Löhnen, systematischer Arbeitslosigkeit und der Kürzung Öffentlicher Dienste sind wir gezwungen, uns bei den grundlegenden Dingen des Lebens zu verschulden und das macht unsere Zukunft von den Banken abhängig. Aus der Erinnerung an den biblischen Schuldenerlass leisten sie subversiv Widerstand im Herzen eines Systems, das davon lebt, Menschen systemisch in Verschuldung zu treiben. Die verschiedenen Rettungsprogramme haben ein Fass ohne Boden hinterlassen, das zu füllen die Steuerzahler aufgefordert sind. Noch nie war es so dringlich wie jetzt, eine globale, solidarische und dauerhafte Lösung für das Schuldenproblem zu finden. Eine europäische Schuldenkonferenz nach dem Vorbild der Londoner Konferenz über die deutschen Schulden von 1953 stellt die einzig realistische Lösung zum Nutzen aller Beteiligten dar. Sie wäre eine angemessene Antwort auf die Kreditkrise und das offensichtliche Scheitern der europäischen Schuldenpolitik. Die gegenwärtige Krise verlangt gewiss umfangreichere Regelungen als wir sie aus der biblischen Tradition kennen. Dennoch kann die Befassung mit dieser biblischen Regelung des Schuldenerlasses die heutige Suche nach Lösungen erweitern. Die Auseinandersetzung um die Verschuldung ist ein Machtkampf zwischen den Interessen der Bürger und den Interessen der Finanzinvestoren. Wessen Ansprüche haben Vorrang? Bei wem wird gekürzt: Bei den Kapitaleignern oder bei den sozialen Rechten der Bürger? Die biblische Tradition gibt für diese Auseinandersetzungen eine klare ethische Orientierung vor, die sich am Lebensrecht der Menschen orientiert. Denen, die den Menschen und die kulturelle Errungenschaft des Sozialstaates für den Finanzkapitalismus opfern wollen, setzt die Bibel die Befreiungstradition des Schuldenerlasses entgegen. 9

10 Um der Gerechtigkeit willen kann die biblische Tradition nach Lösungen suchen helfen, die sich nicht einseitig auf die Interessen der Kreditgeber bezieht sondern das Leben der Menschen zum Ausgangspunkt aller Überlegungen macht. Der internationale Währungsfonds hatte im Jahr 2014 die europäischen Gläubiger aufgerufen, einen geordenten Schuldenschnitt für Griechenland in Erwägung zu ziehen. Und die Linkspartei Syriza fordert ihn, denn der angehäufte Schuldenberg ist nicht abzuzahlen. Klar und deutlich hat sich die deutsche Regierung gegen ein solches Ansinnen gestellt. Die Griechen seien an Gesetze gebunden. Es ist an der Zeit, den Schrei der Opfer zu hören und der Herrschaft des Gesetzes des Geldes einen theologisch begründeten Widerstand entgegenzusetzen: Erlass uns unsere Schulden, wie auch wir denen die Schulden, die uns etwas schuldig sind. Verwendete Literatur: David Graeber, Schulden. Die ersten 5000 Jahre, München Franz Segbers, Schuld und Schulden, Theologische-praktische Quartalsschrift 1/ 2014, Franz Segbers, Auf Mose und die Propheten hören in der Lazarusgesellschaft des Finanzmarktkapitalismus, in: Arne Hilke (Hg.), Damit es unwahr werde! Festschrift für Kuno Füssel zum 70. Geburtstag, book on demand, 2011, Franz Segbers, Sich Freunde machen mit dem Mammon der Ungerechtigkeit. Eine Relecture des Gleichnisses vom gerissenen Verwalter im Kontext der Finanzkrise: Lk 16,1-14, in: Marlene Crüsemann, Claudia Janssen (Herausgeber); Gott ist anders: Gleichnisse neu gelesen auf der Basis der Auslegung von Luise Schottroff, Gütersloher Verlagshaus 2014, Franz Hinkelammert, Ist es erlaubt, Schulden zu zahlen? In: Franz Hinkelammert, Luzifer und die Bestie. Eine fundamentale Kritik der Opferideologie, Luzern 2009,

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