Geschäftsbericht 2011 IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag für Handwerk, Handel und Gewerbe

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1 Geschäftsbericht 2011 IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag für Handwerk, Handel und Gewerbe

2 SIGNAL IDUNA Gruppe Auf einen Blick Vertragsbestand Laufender Beitrag für ein Jahr in der Lebensversicherung Selbst abgeschlossene Lebensversicherungsverträge Versicherte natürliche Personen in der Krankenversicherung Selbst abgeschlossene Schaden- und Unfallversicherungsverträge in Mrd. EUR in Mio. in Mio. in Mio. 1,252 2,342 2,641 7,344 1,261 2,406 2,638 7,349 1,294 2,477 2,618 7,272 Versicherungs- und Sparbeiträge Lebensversicherung Krankenversicherung Schaden- und Unfallversicherung Rückversicherung Spar- und Tilgungseingänge im Bauspargeschäft Netto-Mittelaufkommen im Investmentgeschäft in Mio. EUR Leistungen für Versicherungsfälle Lebensversicherung Krankenversicherung Schaden- und Unfallversicherung Rückversicherung in Mio. EUR Assets Under Management Kapitalanlagen in der Lebensversicherung Kapitalanlagen in der Krankenversicherung Kapitalanlagen in der Schaden- und Unfallversicherung Kapitalanlagen in der Rückversicherung Baudarlehen und Kapitalanlagen im Bauspargeschäft Fondsvermögen im Investmentgeschäft 1) Assets Under Management im Bankgeschäft in Mio. EUR Mitarbeiter Angestellte Mitarbeiter Haupt- und nebenberufliche Vertreter ) ohne gruppeneigene Spezialfonds IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag für Handwerk, Handel und Gewerbe Geschäftsbericht 2011 Mitgliedervertreterversammlung am 26. Juni 2012

3 SIGNAL IDUNA Gruppe SIGNAL Krankenversicherung a. G. IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag SIGNAL Unfallversicherung a. G. Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a. G. 51% s 46,93% s 10 s 3,74% 2,07% p SIGNAL IDUNA Holding AG Balance AG 10 s 17,54% 4 p SIGNAL IDUNA Online GmbH f6 SIGNAL IDUNA Allgemeine Versicherung AG 3 p SIGNAL IDUNA Private Equity Fonds GmbH f7 ADLER Versicherung AG f10 4 p SIGNAL IDUNA Select Invest GmbH f60 % DEURAG AG f97,63% HANSAINVEST GmbH f 25% f75% PVAG Polizeiversicherungs-AG f 51% SIGNAL IDUNA Bauspar AG f68% f 26 % SIGNAL Versicherung AG, Budapest f10 DONNER & REUSCHEL AG f10 SIGNAL IDUNA Lebensversicherungsgesellschaft AG, Warschau f10 SIGNAL IDUNA Pensionskasse AG f 10 SIGNAL IDUNA Sachversicherungsgesellschaft AG, Warschau f 10 0,02% p SIGNAL IDUNA Lebensversicherungsgesellschaft AG, Bukarest f 99,98% SIGNAL IDUNA Rückversicherungs AG, Zug f 10 OVB Holding AG f 31,49 % SIGNAL IDUNA Asset Management GmbH f10 SIGNAL IDUNA Vertriebspartnerservice AG f10 i Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a. G. insgesamt: 21,28%

4 IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag Angaben in TEUR soweit nicht anders vermerkt *) IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag für Handwerk, Handel und Gewerbe einschl. SIGNAL IDUNA Pensionskasse Aktiengesellschaft Gebuchte Bruttobeiträge aus laufenden Bruttobeiträgen aus Einmalbeiträgen Veränderung der gebuchten Bruttobeiträge in % Neuzugang (lfd. Beitrag) Veränderung des Neuzugangs (lfd. Beitrag) in % Versicherungsbestand (lfd. Beitrag) Veränderungen des Bestandes (lfd. Beitrag) in % , , , , , ,9 B(1) B(2) A(3a) A(4a) A(11) A(12) IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag für Handwerk, Handel und Gewerbe Bestandsentwicklung Versicherungsbestand (lfd. Beitrag) Veränderungen des Bestandes (lfd. Beitrag) in % Versicherungsbestand (Anzahl der Verträge) Veränderung des Bestandes (Anzahl der Verträge) in % Neuzugang (lfd. Beitrag) Veränderung des Neuzugangs (lfd. Beitrag) in % Vorzeitiger Abgang (lfd. Beitrag) in % zum mittleren Jahresbestand , , ,7 4, , , ,5 5,0 A(11) A(12) A(14) A(15) A(3a) A(4a) A(13) Beiträge und Kosten Gebuchte Bruttobeiträge aus laufenden Bruttobeiträgen aus Einmalbeiträgen Veränderung der gebuchten Bruttobeiträge in % Verwaltungsaufwendungen brutto in % der gebuchten Beiträge Abschlussaufwendungen brutto in % der Beitragssumme des Neugeschäfts ,4 3,8 5, ,7 3,4 5,4 B(1) B(2) B(5a) B(6) Kapitalanlagen und Ergebnis aus Kapitalanlagen Kapitalanlagen Nettoverzinsung der Kapitalanlagen in % , ,2 C(1a) C(7) Überschuss Rohüberschuss Zuführung zur RfB Entnahme aus der RfB Direktgutschrift Jahresüberschuss D(3) D(2) D(11) D(3b) D(1) Sicherheit Eigenkapital Eigenkapitalquote in , ,2 D(4) D(8) *) Positionsnummer im Kennzahlenkatalog des GDV-Verbandes 4

5 Inhalt Vorwort des Vorstandsvorsitzenden Lagebericht Jahresabschluss Jahresbilanz zum 31. Dezember 2011 Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember Anhang Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Entwicklung der Aktivposten B, C I bis III im Geschäftsjahr 2011 Erläuterungen zur Bilanz zum 31. Dezember 2011 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 Sonstige Angaben Organe Konzernangaben Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Bericht des Aufsichtsrates e für die Versicherungsnehmer Servicenetz 5

6 IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag Vorwort des Vorstandsvorsitzenden Reinhold Schulte, Vorstandsvorsitzender Sehr geehrte Damen und Herren, sie wird uns wohl noch weiter beschäftigen: die Staatsschuldenkrise, die die Europäische Union jetzt schon seit geraumer Zeit unter Spannung hält. Hinzu kommt eine schwache wirtschaftliche Entwicklung in den südlichen Ländern des Euroraumes. Die dort eingeleiteten tiefgreifenden Haushaltssanierungsmaßnahmen so notwendig sie sind werden eher wachstumshemmend wirken. Im Vergleich zu anderen Ländern des Euroraumes ist die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands insgesamt sehr hoch. Allerdings wird sich auch die deutsche Volkswirtschaft auf Dauer kaum von den Problemen ihrer wichtigen europäischen Absatzländer abkoppeln können. In diesen schwierigen Zeiten wirkt vor allem der deutsche Mittelstand konjunkturstabilisierend. Nicht von ungefähr will der Bundeswirtschaftsminister den Begriff German Mittelstand in aller Welt als neue Dachmarke bekanntmachen und damit den wichtigsten Innovations-, Technologie- und Beschäftigungsmotor des Landes herausheben. Die deutsche Versicherungswirtschaft hat sich in der Krise insgesamt erneut gut entwickelt und sich als verlässlicher Partner ihrer Kunden bewährt. Unsere Branche ist zudem stärker denn je gefragt, wenn es gilt, Antworten auf den demographischen Wandel unserer Gesellschaft zu geben. Hier geht es um die Zukunft künftiger Generationen, hier liegt eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die sozialen Sicherungssysteme des Staates geraten schon heute immer stärker unter Druck und stoßen deutlich an ihre Grenzen. Denn die öffentliche Hand kann immer weniger in die Rolle eines Retters der Sozialsysteme schlüpfen, weil sie gezwungen ist, nicht noch mehr Schulden zulasten zukünftiger Generationen zu machen. An dieser Stelle sind auch wir als SIGNAL IDUNA Gruppe als Vorsorgedienstleister gefordert. Ohne Zweifel werden privater Schutz und private Absicherung weiter stark an Bedeutung gewinnen. Allerdings zeigt eine vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft in Auftrag gegebene 6

7 Vorwort des Vorstandsvorsitzenden Studie, dass sich viele Bürger der Brisanz einer wachsenden Versorgungslücke noch nicht bewusst sind. In der Konkurrenz mit Hobbys, Reisen oder anderen Ausgaben steht die private Vorsorge oft nur hinten an. Auch für das Jahr 2012 planen nur 15 % der Bürger, mehr Geld in ihre private Altersvorsorge zu investieren. Es führt kein Weg daran vorbei: Es ist auch unsere Aufgabe, das Vorsorgebewusstsein der Menschen zu wecken. Mit unseren Kranken-, Lebens- und Pflegeversicherungen bieten wir attraktive lebensphasenbegleitende Produkte an, mit denen jeder Einzelne passgenau seine Vorsorgelücke schließen kann. Flankiert durch unsere Assistance-Angebote zeigen wir unsere Stärke als Serviceversicherer. Vor uns öffnet sich ein Zukunftsmarkt, den wir verstärkt erschließen wollen. Das gilt für alle Ebenen: für Personen- und Sachversicherungen, aber natürlich auch für Finanzdienstleistungen. Unsere wirtschaftliche Ausgangsposition für diese anspruchsvolle und wichtige Aufgabe der Zukunft hat sich auch im Jahr 2011 weiter verbessert. Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen. Damit werden wirtschaftliche Einrichtun - gen gewürdigt, die, wie die Obergesellschaften der SIGNAL IDUNA Gruppe, ausschließlich am Interesse ihrer Mitglieder ausgerichtet sind, die zugleich die Kunden des Unternehmens sind. Hier wird Hilfe zur Selbsthilfe abseits von fremden Kapitalinteressen, aber dennoch marktorientiert und betriebswirtschaftlich effizient organisiert. Das heißt, dass auch wir auf wettbewerbsfähige Kosten achten, um exzellente Leistungen zu angemessenen Preisen bieten zu können. Unser Geschäftsmodell haben wir über 100 Jahre lang auch in sehr schweren Zeiten erfolgreich fortgeschrieben. Ich bin überzeugt: Es bietet alle Voraussetzungen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft. Ihr Die Integration des Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a. G. schreitet voran. Damit stärken wir unsere Marktstellung als einer der großen deutschen Anbieter privater Krankenversicherungen. Das neu formierte Bankhaus DONNER & REUSCHEL Aktiengesellschaft positioniert sich mit eigenem Profil als viertgrößte Privatbank Deutschlands. Reinhold Schulte Mit der neuen IKK classic, die zum 1. August 2011 durch die Fusion mit der Vereinigten IKK entstanden ist, steht uns ein Kooperationspartner zur Seite, der im Spitzenfeld der gesetzlichen Krankenkassen liegt. In der Lebensversicherung halten wir dank unserer attraktiven Überschussbeteiligung und der neuen Produkte des Jahres 2012 gute Trümpfe in der Hand. Auch unsere Schaden- und Unfallversicherung hat bei wachsenden Beitragseinnahmen allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken. 7

8 IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag SIGNAL IDUNA erhöht Vertriebsleistung im Jahr 2011 um 7,0 % nach 18,6 % im Vorjahr Neugeschäft der IDUNA Leben nach laufendem Beitrag mit 12,7 % überdurchschnittlich auf 92,2 Mio. Euro gesteigert Stornoquote erneut gesunken ASSEKURATA Unternehmensrating der IDUNA Leben erzielt erneut das Gesamturteil A (gut) Karriere-Rating der Ratingagentur ASSEKURATA auf Spitzennote A++ (Exzellent) verbessert 8

9 Lagebericht Lagebericht Entwicklung der deutschen Lebensversicherung Allgemeine Wirtschaftslage Die deutsche Volkswirtschaft entwickelte sich im Jahr 2011 sehr erfreulich. Die Wirtschaft wuchs um 3 %. Die Arbeitslosenquote erreichte den niedrigsten Stand seit 20 Jahren, die Löhne und die Binnennachfrage stiegen. Einmal mehr bewährte sich der Mittelstand in Handwerk, Handel und Gewerbe als verlässlicher Wachstumsträger. Besonders bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass er vor Ort für Beschäftigung und Ausbildung in unserem Land sorgt. Inzwischen lässt in Deutschland der Aufschwung nach. Die Lage ist geprägt von weiterhin nervösen Finanzmärkten, überbordender öffentlicher Verschuldung und wachsender Sorge der Menschen um die Stabilität der Währung. Die Lebensversicherung ist das einzige Produkt, das das Langlebigkeitsrisiko absichert. Keine andere Anlageform bürgt in gleicher Weise für Sicherheit und Kontinuität. Langfristige Garantien geben Planungssicherheit bei der Altersvorsorge. Steuervorteile und die staatliche Förderung in den Bereichen Riester-Rente, Basis-Rente und betriebliche Altersversorgung erhöhen die Attraktivität der Lebensversicherung zusätzlich. Die gebuchten Bruttobeiträge für die Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds zusammengenommen gingen im Jahr 2011 um 3,9 % auf 86,8 Mrd. EUR zurück; davon entfielen 83,2 Mrd. EUR auf die Lebensversicherung im engeren Sinn (i. e. S.), also ohne Pensionskassen und Pensionsfonds. Die deutlich gesunkenen Bruttobeiträge sind auf den erwartungsgemäß starken Rückgang des Neuzugangs an Einmalbeiträgen zurückzuführen. Aber auch weltweit sind die öffentlichen Haushalte der Industrieländer stark beansprucht, ebenso ist die Geldpolitik in ihrer stabilisierenden Funktion immer mehr eingeschränkt. Risikofaktor bleibt auch die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise, die sehr stark durch politische Unwägbarkeiten in den arabischen Staaten geprägt wird. Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, bis sich wieder stabile und berechenbare Verhältnisse einstellen. Das bedeutet erhöhte Anforderungen an die deutsche Versicherungswirtschaft, die sich in einem schwierigen Umfeld als Stabilitätsanker erwiesen hat. Ihre traditionell sehr vorsichtige und seriöse Kalkulationsmethode hat dabei beste Voraussetzungen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft. Der Versicherungsbestand der Lebensversicherung insgesamt lag zum Jahresende 2011 gemessen in Anzahl Verträge bei 93,5 Mio. Hauptversicherungen und damit um 0,7 % unter dem Vorjahresniveau; für die Lebensversicherung i. e. S. sank der Bestand nach Anzahl um 0,9 % auf 89,7 Mio. Hauptversicherungen. Im Jahr 2011 wurden insgesamt 6,5 Mio. neue Verträge abgeschlossen; dies sind 3,2 % mehr als im Vorjahr. Bei den Lebensversicherungen i. e. S. konnten 6,3 Mio. neue Verträge akquiriert werden; die Zahl der Neuabschlüsse nahm somit um 2,9 % zu. Für die laufenden Beiträge konnte bei den Lebensversicherungen i. e. S. ein Zuwachs um 8,2 % auf 6,1 Mrd. EUR verzeichnet werden. Die Einmalbeiträge sanken hier um 17,4 % auf 21,8 Mrd. EUR. Lebensversicherung im Markt Die Lebensversicherung ist ein unverzichtbarer Eckpfeiler der Altersversorgung; sie zeichnet sich durch besondere Stärken aus. Die Stornoquote nach laufenden Beiträgen hat sich im Jahr 2011 für die Lebensversicherungen i. e. S. positiv entwickelt und lag mit 5,1 % um 0,3 %-Punkte unter dem Vorjahreswert. Die Stornoquote bezogen auf die 9

10 IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag Anzahl der Verträge verringerte sich dabei ebenfalls und erreichte einen Wert von 3,5 % (Vorjahr: 3,6 %). Auch im Jahr 2011 lagen die ausgezahlten Leistungen (Lebensversicherungen i. e. S.) auf hohem Niveau. Sie erreichten die Summe von 84,3 Mrd. EUR; das entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 17,3 %. Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, verbunden mit einem sich bereits abzeichnenden Engpass für Fach- und Führungskräfte, führt zu einer verstärkten Erfordernis der Mitarbeiterbindung an die Unternehmen. Diese Entwicklung bedeutet eine positive Aussicht für die Betriebliche Altersversorgung: durch die optimierte Ausgestaltung von sozial- und personalwirtschaftlichen Instrumenten, wie Errichten eines betrieblichen Versorgungssystems, können qualifizierte Mitarbeiter stärker gebunden und neue gute Mitarbeiter gewonnen werden. In der gegenwärtigen Diskussion um die Gefahr einer wachsenden Altersarmut auch nach langer Erwerbsbiografie können die Private und die Betriebliche Altersversorgung in besonderer Weise einen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungssituation der Begünstigten und damit zur Überwindung der Altersarmut leisten. Es ist zu erwarten, dass dies weiter zur Stärkung des Lebensversicherungsgeschäfts führt. In der Betrieblichen Altersversorgung stieg das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag im Jahr 2011 um 22,2 % auf 1,7 Mrd. EUR. Das Neugeschäft der IDUNA Leben hat sich im Jahr 2011 weiter positiv entwickelt. Es erhöhte sich nach laufenden Neugeschäftsbeiträgen um 12,7 % auf 92,2 Mio. EUR und liegt damit deutlich über dem Marktdurchschnitt von 8,2 %. Der im Markt zu beobachtende Rückgang des Geschäfts gegen Einmalbeitrag war auch bei der IDUNA Leben zu verzeichnen. Die Betriebliche Altersversorgung konnte zum guten Ergebnis im Neugeschäft gegen laufenden Beitrag durch eine Steigerung des Neugeschäfts um 20,2 % (auf 18,1 Mio. EUR) beitragen. Diese Steigerung wurde insbesondere durch das gute Abschneiden der Direktversicherungsbeiträge erreicht. Hier erhöhten sich die laufenden Neugeschäftsbeiträge auf 15,5 Mio. EUR; das entspricht einer Steigerung von 23,8 % gegenüber dem Vorjahr. Der Trend zu konventionellen Produkten und fondsgebundenen Produkten mit Garantien ist ungebrochen. Die IDUNA Leben verfügt in allen 3 Schichten der Altersversorgung über beide Produktlinien. Die attraktiven Produkte zeichnen sich aus durch umfassende Garantien, hohe Sicherheit und Flexibilität sowie gute Renditechancen. Mit FlexiJob hat die IDUNA Leben ein neues Invaliditätsprodukt auf den Markt gebracht. Die flexible Aufteilung im Bereich der Invaliditätsabsicherung sowie umfangreiche Optionen zur Anpassung an veränderte Lebensphasen machen FlexiJob zu einem hervorragenden Angebot im Markt. Mit der Startdynamik ist Flexi- Job besonders für junge Leute interessant. Entwicklung unserer Gesellschaft Überblick Die IDUNA Leben ist und bleibt ein seriöser und solider Partner für die Altersversorgung. Eine sowohl sicherheits- als auch chancenorientierte Kapitalanlagepolitik ist eine wichtige Grundlage für das Vertrauen, das uns unsere Kunden entgegenbringen. Die ausgezeichnete Qualität der Produkte der IDUNA Leben wurde in 2011 durch unabhängige Ratingagenturen wie Franke & Bornberg und Morgen & Morgen erneut mit Höchstbewertungen bestätigt (FFF hervorragend von Franke & Bornberg für die klassische Produktlinie SI Rente sowie für FlexiJob (PBEUZ), 5 Sterne Ausgezeichnet von Morgen & Morgen für Premium Berufsunfähigkeitsversicherung, Premium Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung und PflegePREMIUM). 10

11 Lagebericht Im Folgerating 2011 der Kölner Rating-Agentur ASSEKURATA erzielte die IDUNA Leben erneut das Gesamt urteil A gut. Das Produktangebot der IDUNA Leben gehört für ASSEKURATA zu den innovativsten im Markt. Nach Ansicht von ASSEKURATA weist die IDUNA Leben eine sehr gute Unternehmenssicherheit auf. Die IDUNA Leben erhielt bei der Verleihung der portfolio institutionell-awards 2011 für ihr Kapitalanlagemanagement eine Auszeichnung als beste Versicherung. Betriebene Versicherungsarten Im Geschäftsjahr 2011 wurden im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft folgende Versicherungsarten betrieben: Einzelversicherung-/Kollektivversicherung Kapitalbildende Lebensversicherung Risikoversicherung Rentenversicherung Rentenversicherung nach dem Altersvermögensgesetz Rentenversicherung als Basisversorgung nach dem Alterseinkünftegesetz Rentenversicherung als betriebliche Altersversorgung Berufsunfähigkeitsversicherung Erwerbsunfähigkeitsversicherung Pflegerentenversicherung Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung Zusätzlich wurden in der Einzelversicherung die Vermögensbildende Lebensversicherung und in der Kollektivversicherung die Bausparrisikoversicherung betrieben. Zusatzversicherung (Einzel-/Kollektivversicherung) Unfalltod-Zusatzversicherung Risiko-Zusatzversicherung Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung Erwerbsunfähigkeits-Zusatzversicherung Hinterbliebenenrenten-Zusatzversicherung Waisenrenten-Zusatzversicherung Kinderinvaliditätsabsicherung Versorgerabsicherung Beiträge Im Jahr 2011 sanken die gebuchten Bruttobeiträge um 321,5 Mio. EUR bzw. 19,4 % auf 1 338,7 Mio. EUR. Dabei verminderten sich die laufenden Beiträge um 1,6 % auf 1 088,9 Mio. EUR. Durch die bewusste Zurückhaltung im Einmalbeitragsgeschäft gingen die Einmalbeiträge um 304,2 Mio. EUR auf 249,5 Mio. EUR zurück. Gebuchte Bruttobeiträge in Mio. EUR , , , , , Neugeschäft Gemessen in laufenden Beiträgen für ein Jahr stieg das Neugeschäft, das sich aus dem Neuzugang aus eingelösten Versicherungsscheinen sowie Erhöhungen der Versicherungssummen zusammensetzt, im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Mio. EUR bzw. 12,7 % auf 92,2 Mio. EUR. Den höchsten Anteil am Neugeschäft gegen laufenden Beitrag hatten die Rentenversicherungen mit 49,2 %, gefolgt von den sonstigen Versicherungen mit 25,8 %. 11

12 IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag Anteile der Versicherungsarten am Neuzugang gegen laufenden Beitrag in % Anteile der Versicherungsarten am Bestand in laufendem Beitrag in % 25,8 14,8 2,5 10,8 10,8 42,5 7,7 33,7 Kapitalversicherungen Risikoversicherungen Rentenversicherungen Kollektivversicherungen Sonstige Versicherungen 49,2 Kapitalversicherungen Risikoversicherungen Rentenversicherungen Kollektivversicherungen Sonstige Versicherungen 2,2 Gemessen in Beitragssumme des Neugeschäftes stieg der Neuzugang um 19,5 Mio. EUR auf 2 596,3 Mio. EUR. Versicherungsbestand Der laufende Bestandsbeitrag sank zum Jahresende um 0,7 % bzw. 7,9 Mio. EUR auf 1 100,5 Mio. EUR. Während der Bestand an Kapitalversicherungen, der mit einem Anteil von 42,5 % nach wie vor der größte Teilbestand ist, um 2,6 %-Punkte sank, stiegen der Rentenversicherungsbestand um 1,6 %-Punkte auf 33,7 % und der Bestand an sonstigen Versicherungen um 1,0 %-Punkte auf 10,8 %. Der Versicherungsbestand gemessen in Versicherungssumme betrug 45,9 Mrd. EUR (Vorjahr: 46,0 Mrd. EUR). Die Zahl der selbst abgeschlossenen Versicherungsverträge belief sich auf 1,9 Mio. Verträge (Vorjahr: 2,0 Mio. Verträge). Entwicklung des Versicherungsbestandes Laufender Beitrag in Mio. EUR , , , , , Der vorzeitige Abgang d.h. die Rückkäufe, Umwandlungen in beitragsfreie Versicherungen sowie sonstige vorzeitige Abgänge sank gemessen in laufendem Beitrag auf 51,2 Mio. EUR (Vorjahr: 56,4 Mio. EUR). Gemessen am mittleren Beitrag für ein Jahr betrug die Stornoquote 4,6 % (Vorjahr: 5,0 %) und liegt damit 0,5 %-Punkte besser als das Marktniveau. 12

13 Lagebericht Leistungen an unsere Kunden Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle betrugen 1 747,7 Mio. EUR, dies sind 11,4 % mehr als im Vorjahr. Den größten Anteil machten, wie in den Vorjahren, Ablaufleistungen und Rentenzahlungen aus. Zahlungen für Versicherungsfälle in Mio. EUR , , , , ,6 Kapitalanlagen Die Kapitalanlagen gingen im Geschäftsjahr 2011 von 18,5 Mrd. EUR um 0,2 Mrd. EUR bzw. 1,0 % auf 18,3 Mrd. EUR zurück. Kapitalanlagen in Mio. EUR , , , , , Die Bruttodeckungsrückstellung sank um 10,7 Mio. EUR auf ,6 Mio. EUR. Der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) wurden für die künftige Überschussbeteiligung der Versicherten 92,0 Mio. EUR (Vorjahr: 151,0 Mio. EUR) zugeführt. Dieser Rückgang steht im engen Zusammenhang mit der erstmaligen Bildung einer Zinszusatzreserve; hierfür wurde ein Betrag in Höhe von 50,6 Mio. EUR aufgewendet. Betriebsaufwendungen Die Bruttoabschlussaufwendungen verminderten sich um 1,0 Mio. EUR auf 138,3 Mio. EUR. Der Abschlusskostensatz bezogen auf die Beitragssumme des Neugeschäftes beträgt 5,3 % und ist gegenüber dem Vorjahr um 0,1 %-Punkte gesunken. Größere Strukturveränderungen im Vergleich zum Vorjahr gab es bei den Namensschuldverschreibun - gen sowie bei den Inhaberschuldverschreibungen, deren Anteil an den gesamten Kapitalanlagen um 2,2 %-Punkte bzw. um 1,0 %-Punkte anstieg. Einen Anteilsrückgang gab es insbesondere bei den Schuldscheinforderungen und Darlehen sowie bei den Hypothekenforderungen, deren Anteile um 2,1 %-Punkte bzw. 1,1 %-Punkte reduziert wurden. Die Bewertungsreserven der Kapitalanlagen betrugen zum 31. Dezember 2011 insgesamt 1 012,7 Mio. EUR; dies sind 406,2 Mio. EUR mehr als im Vorjahr, was im Wesentlichen auf gefallene Kapitalmarktzinsen zurückzuführen ist. Die Bruttoverwaltungsaufwendungen sanken von 56,7 Mio. EUR um 5,6 Mio. EUR auf 51,1 Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Verwaltungskostensatz bezogen auf die gebuchten Bruttobeiträge aufgrund gesunkener Bruttobeiträge um 0,4 %-Punkte auf 3,8 %. 13

14 IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag Zusammensetzung der Kapitalanlagen in % 0,9 17,3 27,1 3,9 Verzinsung gesamt netto in % ,0 4,2 4,2 3,7 4,6 22,4 22, Hypothekenforderungen Darlehen und Vorauszahlungen, übrige Ausleihungen, Depotforderungen, Einlagen bei Kreditinstituten und andere Kapitalanlagen Aktien, Investmentanteile, andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen Schuldscheinforderungen und Darlehen Namensschuldverschreibungen Grundstücke und Bauten 6,4 Rohüberschuss Aufgrund der allgemeinen Kapitalmarktsituation, insbesondere der andauernden Niedrigzinsphase und der sich daraus ergebenen gesetzlichen Notwendigkeit zur Bildung einer Zinszusatzreserve sank der Rohüberschuss gegenüber dem Vorjahr um 63,9 Mio. EUR auf 136,1 Mio. EUR. Hauptquelle des Rohüberschusses war auch in diesem Jahr das Kapitalanlageergebnis. Eine zweite wichtige Gewinnquelle war der Risikoüberschuss. Das gesamte Kapitalanlageergebnis betrug 728,2 Mio. EUR (Vorjahr: 763,6 Mio. EUR). Während das ordentliche Kapitalanlageergebnis um 22,9 Mio. EUR auf 727,3 Mio. EUR anstieg, verminderte sich das außerordentliche Kapitalanlageergebnis um 58,3 Mio. EUR auf 0,9 Mio. EUR; dies ist insbesondere auf geringere Zuschreibungen und höhere Abschreibungen zurückzuführen. Die Nettoverzinsung sank um 0,2 %-Punkte auf 4,0 %. Überschussbeteiligung unserer Kunden Vom Rohüberschuss haben wir 91,2 % für die Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung und die Direktgutschrift für unsere Kunden verwendet. Nach einer Entnahme in Höhe von 196,9 Mio. EUR zugunsten der Versicherten betrug die Rückstellung zum Ende des Berichtsjahres 1 039,7 Mio. EUR. Die Aufwendungen für die Direktgutschrift belief sich bei 32,1 Mio. EUR (Vorjahr: 34,0 Mio. EUR). sätze Dank der soliden und sicherheitsorientierten Kapitalanlagepolitik gewährt das Unternehmen für in 2012 fällig werdende Überschusszuteilungen eine attraktive Gesamtverzinsung (Rechnungszins zuzüglich satz) in Höhe von 4,0 %; einschließlich Schlussüberschuss und Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven ergibt sich für die klassische SI Rentenversicherung eine Gesamtverzinsung von 4,6 %. 14

15 Lagebericht Einzelheiten zu den sätzen sind den Seiten 68 bis 123 zu entnehmen. Bei der Ermittlung der auf die anspruchsberechtigten Verträge entfallenden verteilungsfähigen Bewertungsreserven folgt unsere Gesellschaft dem vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, der Deutschen Aktuarvereinigung und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gemeinsam erstellten Vorschlag für ein verursachungsorientiertes Verfahren zur Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Bewertungsreserven. Der Verteilungsschlüssel für den Einzelvertrag wird bestimmt als das Verhältnis der Summe der Kapitalerträge des einzelnen Vertrages zur Summe der Kapitalerträge aller anspruchsberechtigten Verträge. Der so ermittelte Verteilungsschlüssel wird jeweils zum 1. Oktober ermittelt und gilt für das gesamte folgende Kalenderjahr. Die Höhe der verteilungsfähigen Bewertungsreserven wird jeweils zum 4. Tag des Monats neu ermittelt. Gewinnverwendung Nach einer Zuführung von 92,0 Mio. EUR zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung blieben 12,0 Mio. EUR als Jahresüberschuss, der in voller Höhe den Gewinnrücklagen zugeführt wurde. Die Eigenkapitalquote bezogen auf die Deckungsrückstellung stieg von 18,2 auf 18,9 an. Risikobericht Nach 289 Abs. 1, Satz 4 HGB sind wir verpflichtet, über Risiken der zukünftigen Entwicklung zu berichten. Aufgrund 34 VAG sind die Bestimmungen des 91 Abs. 2 AktG auch auf Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit anzuwenden. Die nach 91 Abs. 2 AktG sowie darüber hinaus die nach 64 a VAG geforderten Maßnahmen zur Einrichtung eines Überwachungsbzw. Risikomanagementsystems haben wir getroffen. Wesentliche Elemente unseres Risikofrüherkennungssystems Wesentliche Elemente unseres Risikomanagementsystems sind die Risikoidentifikation, die Risikoanalyse und -bewertung, die Risikosteuerung und -überwachung sowie die Risikoberichterstattung. Innerhalb des Risikomanagements kommen auch unsere Planungs- und Überwachungssysteme zum Einsatz, die es uns ermöglichen, Ziel-/Ist-Abweichungen zu verfolgen. Die Risikosteuerung liegt in der Verantwortung der Fachbereiche. Die von der Risikosteuerung unabhängige Risikokontrolle wird durch die Risikokontrollfunktion durchgeführt. Bei der Risikokontrollfunktion liegt damit die Verantwortung für die Koordination der Abläufe im Risikomanagement, die Vorgabe einer Systematik zur Identifikation, Bewertung, Dokumentation und Berichterstattung von Risiken, die Durchführung der Identifikation und Bewertung von Risiken auf aggregierter Ebene, die Beurteilung geplanter Strategien, neuer Produkte und des bestehenden Produktportfolios unter Risikogesichtspunkten, das Vorschlagen und Überwachen von Limiten und die Überwachung von Maßnahmen zur Risikosteuerung sowie das Auslösen von Ad-hoc-Prozessen und die Risikoberichterstattung an den Gesamt-Vorstand inklusive der Validierung der Risikoeinschätzungen. Die Risikokontrollfunktion gliedert sich in eine fachlich verantwortliche zentrale Einheit im Bereich Planung und Controlling und in eine dezentrale Einheit je Vorstandsressort. Zum 1. Januar 2012 wurde die zentrale Risikokontrollfunktion in einen eigenständigen Bereich Zentrales Risikomanagement überführt. Bei der zentralen Risikokontrollfunktion liegt die Verantwor- 15

16 IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag tung insbesondere für die abschließende Sicherstellung der Unabhängigkeit der Risikokontrollfunktion von der Risikosteuerung sowie die übergreifende Koordination des Risikokontrollprozesses im Sinne der MaRisk. Zu diesem Zweck ist die zentrale Risikokontrollfunktion einem Ressort zugeordnet, in welchem keine Risikopositionen aufgebaut werden. Zur Risikoidentifikation haben wir im Jahr 2011 in allen Bereichen unseres Unternehmens die Erhebungen aktualisiert. Die Risikobewertung und -analyse erfolgt anhand der Eintrittswahrscheinlichkeit und der maximal zu erwartenden Schadenhöhe. Dabei sind bereits getroffene Maßnahmen zu berücksichtigen (Nettobewertung). zuletzt an der QIS5-Studie; ab März 2012 werden wir uns auch an der QIS6-Studie beteiligen. Versicherungstechnische Risiken Das versicherungstechnische Risiko eines Lebensversicherungsunternehmens besteht darin, dass den fest vereinbarten Versicherungsbeiträgen langfristige Leistungszusagen seitens der Gesellschaft gegenüberstehen. Die Höhe der eingegangenen Verpflichtungen hängt vom Verlauf der biometrischen Risiken, der Zinsentwicklung und den Kosten ab. Die Überwachung dieser Risiken obliegt dem Verantwortlichen Aktuar, der im Rahmen der internen Rechnungslegung den kalkulierten Mitteln die tatsächlichen Aufwendungen gegenüberstellt und so die Angemessenheit der Kalkulationsgrundlagen zeigt. Die Risikoüberwachung erfolgt anhand eines Risikotragfähigkeitskonzeptes und eines differenzierten Kennzahlensystems. Über die als wesentlich erkannten Risiken erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung an den Gesamt- Vorstand. Für die Versicherungsunternehmen der SIGNAL IDUNA Gruppe sind neben den marktüblichen Risiken insbesondere die versicherungstechnischen Risiken, die Risiken im Kapitalanlagebereich, Risiken aus dem Ausfall von Forderungen und operationale Risiken von Belang. Mit unseren Produkten sagen wir dem Kunden garantierte Leistungen zu. Bei der Ermittlung dieser garantierten Leistungen wird ein Rechnungszins, der sogenannte Garantiezins, zu Grunde gelegt. Grundsätzlich besteht das Risiko, dass dieser Garantiezins aus den Kapitalanlagen nicht erwirtschaftet werden kann. Dieses Risiko bezeichnet man als Garantierisiko. Für den Fall, dass die Kapitalerträge in einem Geschäftsjahr nicht zur Finanzierung des garantierten Zinses ausreichen, können nach Zustimmung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die freien Mittel in der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) zur Finanzierung des Garantiezinses verwendet werden. Die Weiterentwicklung des Risikomanagements vor dem Hintergrund des EU-weiten Solvency II-Prozesses erfolgt in einem unternehmensweiten Projekt. Dieses ist zuständig für die Umsetzung bzw. aktive Begleitung des gesamten Solvency II-Prozesses. Neben der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen aus den Säulen 1 bis 3 hat das Projekt die Aufgabe, einen Stufenplan zur Entwicklung interner (Risiko-) Modelle und ein Konzept zur wertorientierten Steuerung zu erarbeiten. Zur Vorbereitung auf Solvency II haben wir an allen quantitativen Auswirkungsstudien teilgenommen, Das Garantierisiko wird im Rahmen des Risikomanagementprozesses laufend beobachtet. Darüber hinaus stellt das Garantierisiko ein Schwerpunktthema im ALM-Prozess dar. Im Rahmen der Analysen werden insbesondere auch Absicherungsmaßnahmen untersucht. Der garantierte Zins für die Neugeschäftsverträge des Geschäftsjahres 2011 betrug 2,25 %. Zum 1. Januar 2012 erfolgte für Neugeschäftsverträge eine Absenkung des garantierten Zinses auf 1,75 %. Da sich im 16

17 Lagebericht Bestand auch Verträge mit höheren Garantiezinsen befinden, ist der mindestens zu erwirtschaftende Zins größer als 2,25 %. Für Verträge mit einem Garantiezins von 4,0 % erfolgte aufgrund der Vorschriften der Deckungsrückstellungsverordnung und der derzeitigen Zinssituation zum 31. Dezember 2011 erstmalig eine gesonderte Zuführung zur Deckungsrückstellung (Zinszusatzreserve). Dadurch reduziert sich das Zinserfordernis für diese Verträge auf 3,92 %. In den Jahren, in denen eine Zuführung zur Zinszusatzreserve erfolgt, reduziert diese im selben Maße den Rohüberschuss. Dem Vorstand werden in einem jährlichen Aktuarbericht die Überprüfungen erläutert. Im Bereich der Rentenprodukte ist die Entwicklung der künftigen Lebenserwartung der Versicherten von besonderer Bedeutung. Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) hat erneut Untersuchungen hinsichtlich der künftigen Lebenserwartung der Versicherten durchgeführt. Als Ergebnis wurden zur Bewertung der Rentenversicherungsbestände Empfehlungen herausgegeben, die dem Trend des Anstiegs der Lebenserwartung Rechnung tragen. Aufgrund dieser Erkenntnisse ha ben wir unsere Bestände in der Rentenversiche - rung be wertet, was teilweise zu einer Stärkung der Deckungsrück stellung geführt hat. Die bei der Berechnung der Deckungsrückstellung eingesetzten unterschiedlichen Ausscheideordnungen haben wir für wesentliche Anteile des Bestandes im Anhang aufgeführt. Risiken im Kapitalanlagebereich Die Risiken aus Kapitalanlagen umfassen Marktpreisrisiken (Verlustrisiko aufgrund von nachteiligen Änderungen von Aktien-, Zins- und Wechselkursen sowie von Zeitwerten bei Beteiligungen und Immobilien), Bonitätsrisiken (Risiko eines Verlustes oder Gewinnausfalls durch Ausfall von Schuldnern) und Liquiditätsrisiken (Risiko, den Zahlungsverpflichtungen nicht jederzeit nachkommen zu können). Die mit dem Kapitalanlagemanagement in Zusammenhang stehenden Risiken werden durch die Anlagestrategie begrenzt, nach der das Vermögen so angelegt ist, dass möglichst große Sicherheit und Rentabilität bei ausreichender Liquidität unter Wahrung angemessener Mischung und Streuung erreicht werden. Durch den Einsatz eines geeigneten Risikomanagement- und Controllingsystems werden die sich aus dem Kapitalanlagebereich ergebenden Risiken abgebildet, und es wird die regelmäßige Kontrolle über die Rentabilität der Kapitalanlagen gewährleistet. Für die Planung der strategischen Asset Allocation und die Überlegungen zur Festlegung der Überschussbeteiligung setzen wir die Ergebnisse des ALM-Prozesses ein. Für die Überwachung der Marktrisiken werden Sensitivitätsanalysen und Stresstests eingesetzt, welche die Wertveränderung unseres Portfolios in Abhängigkeit zu Marktschwankungen aufzeigen. Hierbei werden u. a. folgende Stressannahmen gesetzt: für unsere Aktienbestände Indexschwankungen von +/- 10 % bzw. +/- 20 % AKTIENKURSÄNDERUNG MARKTWERTÄNDERUNG AKTIEN Anstieg um 2 44,0 Mio. Anstieg um 1 22,6 Mio. Rückgang um 1-22,1 Mio. Rückgang um 2-44,1 Mio. für unsere Renteninhaberpapiere Veränderungen der Zinsstrukturkurve um +/- 100 Basispunkte bzw. +/- 200 Basispunkte ZINSÄNDERUNG MARKTWERTÄNDERUNG RENTENINHABERPAPIERE Basispunkte - 224,1 Mio Basispunkte - 112,0 Mio Basispunkte 112,0 Mio Basispunkte 224,1 Mio. 17

18 IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag Die Steuerung des Bonitätsrisikos erfolgt durch die Festlegung von Anlagerichtlinien und die regelmäßige Überwachung der Engagements. Das Liquiditätsrisiko wird durch den Einsatz von Finanzplanungsinstrumenten begrenzt. Den Anlagerisiken wird auf organisatorischer Seite durch die strikte Trennung von Handel, Abwicklung, Steuerung und Kontrolle begegnet. Für den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten bestehen über die vom VAG gesetzten Anlagebeschränkungen hinaus innerbetriebliche Richtlinien. Immobilienrisiken werden über Anlegerausschüsse und -richtlinien sowie die laufende Überwachung der Objekte durch das Portfolio- und Risikomanagement und deren Bewertung durch neutrale Gutachter kontrolliert. Auch das Jahr 2011 war erneut geprägt von krisenhaften Entwicklungen an den Finanzmärkten, insbesondere im Kreditbereich. Diskutiert wurde vor allem die Zahlungsfähigkeit europäischer Staaten. Diese Entwicklung spiegelte sich auch in den zahlreichen Downgrades von Staatsanleihen und Finanzinstituten, speziell Banken, wider. Besonders kritisch diskutiert werden die sogenannten PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien). Die SIGNAL IDUNA Gruppe verfügt nur über geringe Bestände an derartigen Staatsanleihen und ist somit kaum tangiert. Das Staatenexposure der IDUNA Leben beträgt exklusive Bund und Ländern 8 % des Gesamtbestandes an Kapitalanlagen. Das Exposure bei den PIIGS-Staaten, beträgt 3 %. Von der geplanten Umschuldung und dem damit verbundenen Forderungsverzicht bei griechischen Staatsanleihen ist die IDUNA Leben nicht tangiert. Im Segment der Financials waren in 2011 erneut Ausweitungen der Creditspreads zu beobachten. Bei den Kreditprodukten gab es auch in 2011 keinerlei Ausfälle. In geringem Umfang wurde die IDUNA Leben von Ausfällen der Erträge auf Genussscheine getroffen. Hierfür ist Vorsorge getroffen worden. Die im Bestand befindlichen festverzinslichen Wertpapiere werden im Rahmen des Kreditrisikoprozesses intensiv und laufend analysiert. Neuinvestments werden auf Basis eines systematischen Auswahlverfahrens und einer Positivliste sowie mit einem Limitsystem auf Emittentenebene durchgeführt. In der Direktanlage befinden sich überwiegend Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen sowie Pfandbriefe deutscher und europäischer Banken sowie erstrangige deutsche Hypotheken. Das Bankenexposure bildet mit 49 % der Kapitalanlagen weiterhin den Schwerpunkt im Portfolio, wobei hiervon 27 % Pfandbriefe sind. Daneben bestehen 55 % des Exposures aus erstrangigen Anlagen bei Banken, die den entsprechenden Sicherungseinrichtungen angehören und 12 % aus Nachrangtiteln. Die übrigen 6 % sind Aktien, Beteiligungen, Festgelder und andere Anlagen. Die zehn größten Emittenten im Direktbestand machen rd. 24 % des gesamten Kapitalanlagenbestandes aus. Nahezu alle Emittenten im Direktbestand weisen eine Bonität im Investment-Grade-Bereich auf. Ein Liquiditätsrisiko besteht ebenfalls nicht. Die jahrelange Niedrigzinsphase, welche durch die Staatenschuldenkrise noch verstärkt wurde, führt zu einer Reduzierung der laufenden Verzinsung der Rentenpapiere im Bestand. Obwohl die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen unter 2 % per Ultimo 2011 liegt, konnte in der Neuanlage (Direktanlage) der IDUNA Leben eine durchschnittliche Rendite von 4,72 % erzielt werden. Es werden Titel mit entsprechend langen Laufzeiten von Schuldnern guter und sehr guter Qualität auf Basis des vorgenannten Kreditprozesses erworben. Somit hat die Umlaufrendite nur eine begrenzte Aussagekraft für die Neuanlage der IDUNA Leben. Von der Wahlmöglichkeit des 341 b HGB wurde in 2011 in zwei Fällen Gebrauch gemacht. 18

19 Lagebericht Operationale Risiken Operationale Risiken stehen im Zusammenhang mit dem Versagen von Menschen und Systemen und dem Eintritt von externen Ereignissen. Da in der SIGNAL IDUNA Gruppe alle wesentlichen Geschäftsprozesse und Aufgaben durch Informationstechnik (IT) unterstützt werden, liegt hier ein besonderer Schwerpunkt in der Betrachtung der operationalen Risiken. Im Bereich der IT liegen die bedeutsamsten Risiken in einem teilweisen oder vollständigen Ausfall der IT-Systeme und in einem Verlust oder einer Manipulation der Datenbasis. Einem möglichen Ausfall der IT-Systeme wird mit geeigneten technischen und organisatorischen Maßnahmen entgegengewirkt. Zentrale Elemente sind beispielhaft der Betrieb eines Sekundär-Rechenzentrums, die Durchführung umfangreicher Datensicherungen und -spiegelungen, maschinelle Überwachung der Systeme auf allen Ebenen, Bereitschaftsregelungen sowie Wartungsverträge mit den verschiedenen Anbietern von Hard- und Software. Zum Schutz der Daten vor unberechtigtem Zugriff und Manipulation sind angemessene technische und organisatorische Vorkehrungen getroffen worden z. B. durch die Installation von Firewall-Systemen (Trennung vom öffentlichen Netz), Virenscannern, Verschlüsselungen, abgesicherten Verbindungen (z. B. zu den Landes- oder Filialdirektionen und den außerbetrieblichen Arbeitsplätzen) und die Nutzung von Authentifizierungssystemen. Die Eignung der beschriebenen Vorkehrungen wird regelmäßig, z. B. im Rahmen von Notfallübungen oder Penetrationstests, überprüft und bewertet. Durch die Konsolidierung verschiedener IT-Systeme erwarten wir in Zukunft eine Effizienzsteigerung und verbesserte Unterstützung der Anwender. Risiken aus der Rechtsprechung Von Verbraucherschutzorganisationen werden zunehmend Rechtsstreitigkeiten betrieben, die zu erhöhten Aufwendungen führen können. Diese Entwicklungen werden beobachtet, juristisch analysiert und geschäftspolitisch bewertet. Zusammenfassende Darstellung Zusammenfassend ist für unser Unternehmen festzustellen, dass derzeit den Bestand des Unternehmens gefährdende Risiken nicht erkennbar sind. Es besteht sowohl eine ausreichende Bedeckung des Sicherungsvermögens als auch eine angemessene Bedeckung der Solvabilitätsanforderungen. Hält die derzeitige Zinsniedrigphase an, ist mit weiteren Stärkungen der Deckungsrückstellung in Form einer Zinszusatzreserve zu rechnen. Dies reduziert das zukünftige Zinserfordernis weiter, kann aber die Bedeckung des Sicherungsvermögens und der Solvabilitätsanforderungen mindern. Ausblick Die staatlichen Versorgungssysteme stoßen immer mehr an ihre Grenzen. Als Folge wird die Versorgungslücke zwischen Einkommen und zukünftiger Rente weiter wachsen. Private und betriebliche Altersvorsorge sind deshalb heute und in Zukunft notwendiger denn je. Führende Wirtschaftsinstitute gehen für 2012 von einem verhaltenen Wirtschaftswachstum aus. Die Jahresprojektion der Bundesregierung erwartet eine steigende Kaufkraft der privaten Haushalte und sieht im privaten Konsum eine maßgebliche Stütze der deutschen Konjunktur. Vor diesem Hintergrund rechnen wir mit einer steigenden Nachfrage nach privater Vorsorge. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt wird sich voraussichtlich weiter fortsetzen. Der bei Fachkräften 19

20 IDUNA Vereinigte Lebensversicherung ag bereits bestehende Engpass wird weiter zunehmen. Zur Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter können die Unternehmen vor allem mit Hilfe der betrieblichen Altersvorsorge attraktive Zusatzleistungen bieten. Deshalb ist auch in diesem Geschäftsfeld mit einer weiteren Belebung zu rechnen. Die für 2013 geplante Einführung von Solvency II wird die Versicherungswirtschaft weiterhin intensiv beschäftigen. Mit Verabschiedung der Rahmenrichtlinie haben das Europäische Parlament und die EU-Kommission eine Grundlage für einheitliche Aufsichtsstandards innerhalb der Europäischen Union geschaffen. Unternehmen und Privatkunden werden künftig immer höhere Anforderungen an die Produktgestaltung stellen. Die Produkte müssen besonders flexibel sein, um der individuellen Situation des Kunden gerecht zu werden (Lebensphasenmodelle). Flexible Beitragszahlungsmöglichkeiten, frei gestaltbare Rentenübergänge sowie die Absicherung gegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit werden in zunehmendem Maße die Produktplatte der Lebensversicherungsunternehmen charakterisieren. Moderne Darstellungsformen werden die Transparenz für Vermittler und Kunden erhöhen. Das Bundesfinanzministerium hat in einer Verordnung den Höchstzinssatz für die Berechnung der Deckungsrückstellung zum 1. Januar 2012 von 2,25 % auf 1,75 % gesenkt. Die IDUNA Leben hat ihre Produkte zum 1. Ja - nuar 2012 auf den neuen Rechnungszins umgestellt. SIGGI, die hochmoderne Produktpalette dynamischer Hybridprodukte, wurde zu Beginn des Jahres 2012 mit weiteren Highlights ausgestattet: Im Laufe des Jahres 2012 sollen die zugehörigen Durchführungsbestimmungen auf europäischer Ebene verabschiedet werden. Anschließend erfolgt die Umsetzung der Regelungen in nationales Recht. Für die Zukunft wird die Eigenmittelausstattung und die Fähigkeit der Unternehmen, mit den sich neu ergebenden Pflichten und Herausforderungen im Rahmen von Solvency II umzugehen, eine große Rolle spielen. Von der Politik erwarten wir eine Unterstützung für das deutsche Branchenmodell der Lebensversicherung, mit dem die lebenslangen Zinsgarantien angemessen berücksichtigt werden. Dies dient dem dauerhaften Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Lebensversicherung als wichtigem Pfeiler der Altersvorsorge. Im Bereich des Kundenservices will die IDUNA Leben weiterhin ihren Kunden höchste Qualität bieten und so das Vertrauen rechtfertigen, das unsere Kunden in uns setzen. Erhöhung der garantierten Rente Automatische Erhöhung der Kapitalgarantie bei Einschluss der neuen Optionen GarantiePlan Sicherheit oder GarantiePlan Chance Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass ab dem 21. Dezember 2012 geschlechtsspezifische Merkmale bei der Tarifierung im Neugeschäft nicht mehr verwendet werden dürfen. Dadurch werden sich die Beiträge verändern, weil sie u. a. vom Geschlechtermix der einzelnen Unternehmen abhängig sein werden. An der fristgerechten Umsetzung dieses Urteils zur Einführung von Unisex-Tarifen wird im Rahmen eines Projekts gearbeitet. In 2011 wurde aufgrund gesetzlicher Vorschriften erstmalig eine Zinszusatzreserve gestellt. Für 2012 erwarten wir eine weitere Stärkung der Deckungsrückstellung. Dennoch rechnen wir für das laufende Jahr und darüber hinaus sowohl hinsichtlich des versicherungstechnischen Ergebnisses als auch hinsichtlich des Kapitalanlageergebnisses mit einer weiterhin erfolgreichen Entwicklung. Über weitere Ereignisse von besonderer Bedeutung, die nach Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, ist nichts zu berichten. 20

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